Holzblasinstrumentenmacher

Die Berufsbezeichnung Holzblasinstrumentenmacher (Holzblasinstrumentenbauer) bezeichnet einen Hersteller und Restaurator von Holzblasinstrumenten, darunter:

Manche Instrumentenbauer spezialisieren sich auf eine dieser drei Gruppen oder gar auf ein bestimmtes Instrument, andere Werkstätten beschäftigen sich auch zusätzlich mit Blechblasinstrumenten.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ihre ersten Flöten schnitzten die Urmenschen aus Holz oder Knochen, auch der griechische Aulos wurde noch von seinem Spieler selbst gebastelt. Bei dieser Tradition blieb es lange Zeit

Erst im Mittelalter begannen Tischler oder Holzschnitzer, sich auf den Instrumentenbau zu spezialisieren. Wie Abbildungen von Werkstätten aus dieser Zeit zeigen, stellten sie meistens auch Streich- und andere Instrumente aus Holz her.

In der Barockzeit und danach gingen große Weiterentwicklungen der Instrumententechnik von den Herstellern aus: Das Teilen des Instruments in mehrere handliche Stücke (vor allem beim Fagott), das Hinzufügen nützlicher Zusatzklappen und die Suche nach einer Form des Instruments und der Bohrung, die schönen Klang und perfekte Intonation zugleich ermöglichte. Später wurden mit den modernen Methoden der Mathematik und Akustik die Griff- und Klappensysteme reformiert: 1847 baute Theobald Böhm eine Querflöte nach einem neuen System, das bis heute verwendet wird und auch auf vielen Klarinetten angewendet wird. Auch Neuentwicklungen von Instrumenten wurden von Holzblasinstrumentenbauern durchgeführt. So gilt der Instrumentenbauer Johann Christoph Denner als Erfinder der Klarinette im Jahr 1700.

Material

  • Querflöten werden aus den verschiedensten Metallen, von Aluminium bis Gold oder Platin, aber auch Holz hergestellt. Die Wahl des Materials hängt in erster Linie von der finanziellen Situation des Flötisten ab.
  • Blockflöten können aus den verschiedensten Hölzern wie Ahorn, Birne, Europäischer Buchsbaum, Grenadill, Ebenholz, Pflaume .... gebaut werden
  • Oboen und Klarinetten können aus Grenadill, Buchsbaum oder Ebenholz hergestellt sein, eine besondere Augenweide sind Instrumente aus klar lackiertem Rosenholz.
  • Die tieferen Instrumente der Klarinettenfamilie werden oft aus Palisander gebaut.
  • Auch Fagotte wurden früher aus Palisander gemacht, heute verwendet man meist Ahornhölzer. Die Mechanik besteht heutzutage in der Regel aus Messing-Guss b.z.w. selten noch aus Neusilber. Sie wird zusätzlich galvanisiert (versilbert, vernickelt oder vergoldet).
  • Saxophone werden aus unterschiedlichen Messinglegierungen gefertigt, mitunter finden sich auch Modelle aus besonderem Material wie z. B. Neusilber oder Silber.

Verarbeitung

Das Holz wird nach strengen Kriterien ausgesucht und mehrere Jahre gelagert, um das Holz langsam und spannungsfrei zu trocknen. Danach werden die zurechtgeschnittenen Kanteln in mehreren Arbeitsschritten auf das Innenbohrmaß aufgebohrt, um das Risiko eines Verziehens zu minimieren. Nach dem Abdrehen und Schleifen auf der Drechselbank zur äußerlichen Formgebung werden die Flötenteile mit Ölen oder Wachsen imprägniert, um die Feuchtigkeitsaufnahme des Holzes zu beschränken.

Dann erst werden die Tonlöcher markiert und sorgfältig gebohrt und die Klappen angebracht. Die genaue Positionierung der Löcher und der Öffnungswinkel der Klappen ist es, was einen wahren Meister des Faches auszeichnet: Da beim Spiel von Holzblasinstrumenten die verschiedenen Töne durch etliche Kombinationen offener und geschlossener Klappen und Tonlöcher erzeugt werden, kann schon eine minimale Abweichung des Bohrwinkels fatale Folgen für die Intonation des gesamten Instruments haben.

Siehe auch


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