Homogyne discolor

Filz-Brandlattich
Filz-Brandlattich (Homogyne discolor)

Filz-Brandlattich (Homogyne discolor)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Senecioneae
Gattung: Brandlattich (Homogyne)
Art: Filz-Brandlattich
Wissenschaftlicher Name
Homogyne discolor
(Jacq.) Cass.

Der Filz-Brandlattich (Homogyne discolor) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Brandlattich (Homogyne) und gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Inhaltsverzeichnis

Namen

Weitere Namen sind Verschiedenfarbiger oder Zweifarbiger Brandlattich. Die Gattung Homogyne wird auch als Alpenlattich bezeichnet und diese Art als Filziger Alpenlattich.

Der wissenschaftliche Gattungsname leitet sich vom griechischen homos = ähnlich, gleich und gyne = Weib ab und bezieht sich auf die Narben der weiblichen Blüten, die die gleiche Form wie die zwittrigen Blüten haben. Das lateinische Epipheton discolor = verschiedenfarbig oder bunt, verweist auf die verschiedenfarbigen Blätter.

Beschreibung

Die mehrjährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von 10 bis 15 Zentimeter. Der unverzweigte Stängel ist wollig behaart und hat meist zwei bis drei schuppenförmige Stängelblätter.

Die ledrigen, gestielten Blätter sind grundständig und werden zwischen 10 bis 20 Millimeter breit. Die glänzende Oberseite ist fast kahl und dunkelgrün, mit eingesenkten Nerven, wodurch die Blätter runzelig erscheinen. Die Blattunterseite ist dicht grau- bis weißfilzig. Ihre Form ist rundlich und nierenförmig gekerbt.

In einem endständigem Köpfchen befinden sich 30 bis 40 hellpurpurne bis blassrötliche Röhrenblüten. Die einreihigen Hüllblätter sind braunrot. Die Haarkrone der Früchte ist schmutzigweiß.

Blütezeit ist von Juni bis August.

Blütenbiologie

Die stark reduzierten Randblüten haben einen stark herausragenden Narbenlappen, sind rein weiblich, und honiglos. Sie haben einen verkümmerten Kronsaum. Die zwittrigen Scheibenblüten sind vormännlich. Da die Blütenbesucher – vor allem Falter und Fliegen, nur selten Hummeln – zuerst auf die Randblüten stoßen, ist die Fremdbestäubung weitgehend gesichert.

Vorkommen

Als Standort bevorzugt der Kalkzeiger steinige Rasen, Zwergstrauchheiden und Schneeböden von etwa 1400 bis 2400 Meter Seehöhe.

Die Art ist nur den Ostalpen von Bayern über Österreich bis Venetien verbreitet.

In Österreich ist die Art in den Kalkalpen häufig, in den Zentralalpen sehr selten von der subalpinen bis alpinen Höhenstufe. Sie fehlt im Westen (Vorarlberg und Tirol) sowie im Burgenland und Wien.

In Deutschland kommt die Art nur in den Berchtesgadener Alpen vor.

Sonstiges

Früher wurde angenommen, dass die Pflanze die Milchleistung des Vieh steigere und die Milchqualität erhöhe. Darauf bezieht sich etwa auch der volkstümliche Name „Rahmplätschen“. Heute wird der Alpenlattich jedoch als Unkraut betrachtet, das durch seine kleinen ledrigen Blätter nur einen geringen Futterwert bietet.

Systematik

Nahe verwandt ist der Alpen-Brandlattich (Homogyne alpina), der sich aber durch unterseits grüne Blätter auszeichnet. Diese Art ist vermutlich aus Kombination von Homogyne discolor und Homogyne sylvestris hybridogen entstanden.

Literatur

  • Wendelberger: Alpenpflanzen - Blumen, Gräser, Zwergsträucher, München 1984, ISBN 3-7632-2975-2
  • M. A. Fischer, W. Adler, K. Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5

Weblinks


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