Hora Svate Kateriny

Hora Svaté Kateřiny
Wappen von Hora Svaté Kateřiny
Hora Svaté Kateřiny (Tschechien)
DEC
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Ústecký kraj
Bezirk: Most
Fläche: 1845 ha
Geographische Lage: 50° 36′ N, 13° 26′ O50.59583333333313.438055555556645Koordinaten: 50° 35′ 45″ N, 13° 26′ 17″ O
Höhe: 645 m n.m.
Einwohner: 402 (28. August 2006)
Postleitzahl: 435 46
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 3
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Eva Horáková
Adresse: Dlouhá 261
435 46 Hora Svaté Kateřiny
Website: www.horasvatekateriny.cz

Hora Svaté Kateřiny (deutsch Sankt Katharinaberg) ist eine Stadt mit 402 Einwohnern (2006) in Tschechien. Sie liegt im nordwestlichen Teil des Landes - rund 90 km nordwestlich der Landeshauptstadt Prag und etwa 45 km südöstlich von Chemnitz in einer Höhe von 696 Metern im böhmischen Erzgebirge gelegen. Die alte Bergstadt gehört zu Okres Most (Brüx) im Ústecký kraj.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der ursprüngliche Name der Stadt war Halleberg, welches auf Kupferhall zurückgeführt werden kann, ein Name für ein altes Bergwerk.

Die Umbenennung in St. Katharinaberg (auch Katterberg) soll, einer Sage nach, erfolgt sein, als die Feldarbeiter beim Grasmähen auf Silber gestoßen waren – Beginn des Bergbaus, dessen Patronin die Heilige Katharina ist. Die Geschichte der Stadt ist eine Geschichte des Abbaus von Messing und Silber, aber auch der Landwirtschaft.

Die ersten geschichtlichen Erwähnungen gehen in das Jahr 1443 zurück auf die Herren von Illenburg, die auf Rothenhaus (Červený Hrádek) residierten. 1462 ist Albrecht von Kompas aufgeführt und 1473 kaufte Lorenz Glatz aus Altenhorst die Bergwerke. Er betrieb neu die Bergwerke Beim Reichen Geschiebe, Eliseasgang und Georgi – hier eröffnete er eine Schmelzhütte. Einen Aufschwung erlebte der Ort nach Silberfunden im 16. Jahrhundert. Obwohl die Erzlager nicht ergiebig waren, lohnte sich der Abbau vor allem durch weitere Funde von Kupfer, Zinn und Blei. Am Osthang des Ortes befanden sich die Silberminen, im Nordwesten Kupferabbaugebiete. Weitere kleinere Lager gab es südlich der Stadt. In der Nähe wurde eine Zeit lang auch Gold gewaschen sowie Eisen und Alaun abgebaut.

Nach Lorenz Glatz' Tod 1516 übernahm seine Schwester Anna das Erbe, die Frau des Sebastian von Weitmühl – eines Bergbaufachmanns seiner Zeit. Nach einem neuen Silberfund 1517 teilte er Kupferhall in Katharinaberg von seinen restlichen Besitz ab und gab ihm eine privilegierte Stellung. 1554 verkaufte Sebastian seine Herrschaft Rothenhaus an Christoph von Carlowitz und Hermannsdorf. 1577 wurde Katharinaberg dann Eigentum von Bohuslav von Michelsberg und acht Jahre später der Familie von Lobkowicz. Nach Konfiszierung des Eigentums von Georg Popel von Lobkowicz wurde es Eigentum Kaiser Rudolfs II. 1556 bis 1590 wurde vermutlich auch die erste Kirche erbaut.

Das Dorf bestand nun aus etwa 177 Häusern und hatte bis zu 2.500 Einwohner. 1605 wurden die Ländereien an Adam Herzan von Harras verkauft. Dieser ließ als ersteres die bis dorthin im Ort betriebenen Erzschmelzwerke stilllegen. Das Kupfer wurde danach nach Sachsen gebracht, wo es vor allem in Sächsisch Grünthal in der 1537 erbauten Saigerhütte weiter verarbeitet wurde. 1607 begann man mit dem Bau der neuen evangelischen Kirche, deren Vollendung am 17. Oktober 1611 feierlich eingeweiht wurde. Unter der Herrschaft der Hrzan von Harasov wurde die damals selbständige und autonome Stellung der Bergbaustädte und der Bergleute aufgehoben und die Einwohner wurden mit immer neuen Steuern und Frondiensten ausgebeutet. Aber auch die Interventionen der Kaiser Rudolf II. und Ferdinand II. bezüglich des privilegierten Standes halfen wenig. Hrzan sperrte Männer ein, weil sie keine Frondienste leisten wollten. Sie wurden zwar aufgrund der kaiserlichen Intervention entlassen, aber zuvor ausgepeitscht. Schließlich wurde auch das Schmelzwerk geschlossen. Der Bergbau ging aufgrund des Desinteresses der Harras zurück. Als neuer Gewerbezweig entstand die Leinenherstellung. 1627 kam es zur Zwangskatholisierung. Das Patronat über die nun katholische Kirche übernahmen die Jesuiten aus Dux. 1632.

Während des Dreißigjährigen Krieges zogen Wallensteins Soldaten durch die Stadt, 200 Musketiere blieben bis zum Herbst und nahmen anschließend den gesamten Bestand an Messing mit. Die Stadt blieb ohne Korn und Lebensmittel zurück. Die Bevölkerung hungerte den ganzen Winter durch. In der Umgebung schlossen sich Räuberbanden zusammen, die während des Winters 44 Häuser plünderten und schließlich anzündeten. 1633 kamen Epidemien hinzu. So starben 1631 16, 1632 61, 1633 216, 1634 35 und 1635 17 Personen. 1636 waren sieben Todesfälle zu verzeichnen; es gab wohl kaum noch Bevölkerung.

Ein neuerlicher Ausbruch der Epidemie 1680 dezimierte die Bevölkerung weiter. 1681 zählte Katharinaberg 55 Familien weniger. Sie starben aus oder siedelten aufgrund der Glaubenskriege aus. Von ehemals 177 Häusern waren nur noch 70 Häuser bewohnt, daneben standen 65 Brandruinen. Am 8. Oktober 1707 kaufte J. Adam Ondrej den Besitz, den er gleich an seine Tochter Maria Dominica weiterverschenkte.

Neben der Leinwandherstellung wuchs ein weiterer Gewerbezweig heran, die Strumpf- und Strickwarenherstellung. Meist lieferten die Bewohner den in Oberleutensdorf ansässigen Waldsteiner Tuchmanufaktur zu. In der nachfolgenden Zeit blühte auch bis Ende der 1760er-Jahre der Bergbau auf. 1759 überfielen die Preußen Katharinaberg und verlangten ein Lösegeld von 1000 Talern. Sie entführten den Bürgermeister, den Pfarrer und die Gemeinderäte als Pfand. Auch die Bergwerkskasse wurde geraubt. Insgesamt nahmen sie 2915 zl und 58 kr mit. Insgesamt 14 mal wurde Katharinaberg von Preußen überfallen und es entstand ein Schaden von 21763 zl.

1771 verkaufte Johann Adam von Auersperg Schloss und Herrschaft Rothenhaus an Johann Alexander von Rottenhan. Dieser übergab sie sechs Jahre später an seinen Sohn Heinrich Franz von Rottenhan, dessen Tochter Gabrielle Georg Franz August von Buquoy heiratete. 1786 wurde der Bergbau stillgelegt und nach neuen Einkommensquellen gesucht. Landwirtschaft war nie in Katharinaberg besonders ausgeprägt. 1654 gab es 29 Häusler, 1719 20 und 1900 übten nur sieben Familien Landwirtschaft aus. Daneben wurde Viehzucht und Waldwirtschaft betrieben. Die meisten Familien gingen zur Arbeit nach Sachsen oder in das nahegelegene Brandau.

1850 wurde Katharinaberg Sitz des Bezirksgerichtes, Notariats, Finanzamtes, Post- und Telegrafenamtes, einer Polizeistation und eines Zollamtes. 1874 kam zur Vierklassenschule eine Fachschule für holzverarbeitende Berufe hinzu. Sie wurde auf Veranlassung von August Seifert, dem Inhaber der Oberleutensdorfer Firma C. A. Müller & Co. gegründet und diente der Ausbildung von Fachkräften der prosperierenden Holzindustrie. Bereits fünf Jahre später wurde sie nach Oberleutensdorf verlegt. Gegründet wurde die Holzspielzeug-Verkaufsgenossenschaft Eros. 1904 kam es zu einem Brand, bei dem 44 Häuser zerstört wurden. 1933 wohnten 1544 Menschen in Katharinaberg, davon 98,2 % Deutsche. 10 % der Bevölkerung arbeiteten in der Landwirtschaft, 17 % waren Kaufleute, 8 % Beamte und 65 % Arbeiter.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die deutschen Bewohner vertrieben. Die Stadt auf dem Kamm des Erzgebirges blieb entvölkert und verlor das Stadtrecht. Seit dem 2. April 2008 ist Hora Svaté Kateřiny wieder eine Stadt.

Ortsteile

Wirtschaft

Ehemals Bergstadt, später Holzindustrie, heute Fremdenverkehr.

Söhne und Töchter der Stadt

  • Gerhard Grimmer, Skisportler
  • Christa Matschl (* 1943), Abgeordnete des Bayerischen Landtags (CSU)
  • Walter Hoyer (* 1944), Professor an der TU Chemnitz

Sehenswürdigkeiten

  • Aussichtsturm
  • Barockkirche ursprünglich erbaut am 15. Juni 1556
  • Sandplastik Pieta

Weblinks


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