Hüttenfeld

Hüttenfeld
Koordinaten: 49° 36′ N, 8° 35′ O49.68.5833333333333Koordinaten: 49° 36′ 0″ N, 8° 35′ 0″ O
Fläche: 5,07 km²
Einwohner: 1.985 (30. Juni 2004)
Postleitzahl: 68623
Vorwahl: 06256

Hüttenfeld ist ein Stadtteil von Lampertheim und liegt im südhessischen Kreis Bergstraße. Besonders erwähnenswert in Hüttenfeld sind das im Jahr 1853 von Baron Mayer Carl von Rothschild erbaute Schloss Rennhof und das 1906/07 erbaute alte Schulhaus. Im Schloss Rennhof befindet sich seit 1953 ein litauisches Gymnasium, durch welches Hüttenfeld international bekannt ist.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Hüttenfeld liegt im hessischen Ried und in der Oberrheinischen Tiefebene direkt an der Landesgrenze von Hessen und Baden-Württemberg. Östlich von Hüttenfeld fließt die alte und neue Weschnitz, dazwischen befindet sich das Naturschutzgebiet Weschnitzinsel. Die Gemarkung Hüttenfeld grenzt im Süden unmittelbar an den Viernheimer Wald an.

Hochwasser

Es kam in der Vergangenheit immer wieder zu Hochwassern und auch Ausbrüchen der Weschnitz.

Gemarkungsfläche

Nutzungsart Fläche in ha
Gebäude- und Freifläche 59,40
Landwirtschaftsfläche 373,10
Waldfläche 28,27
Wasserfläche 11,38
Verkehrsfläche 30,90
Betriebsflächen 0,27
Erholungsflächen 3,67
Restliche Nutzungsarten 0,42
Zusammen 507,41
Stand vom 30. Juni 2004

Hüttenfeld besteht in erster Linie aus Wohnbebauung, die höchsten Gebäude sind die katholische Kirche, der Schlossturm sowie das eine Hochhaus. Gewerbegebiete befinden sich in der Tuchbleiche und außerhalb.

Nachbargemeinden

Die Gemarkung Hüttenfeld grenzt im Norden an Lorsch und Heppenheim im Westen an Lampertheim-Neuschloß. Im Osten befindet sich unmittelbar an der Bebauungsgrenze die Landesgrenze zu Baden-Württemberg und der Stadt Hemsbach. Das Gebiet der Stadt Viernheim beginnt an der südlichen Dorfgrenze.

Klima und Geologie

Die Region ist eine der wärmsten in Deutschland und das Klima ist entsprechend sehr mild. Der Boden ist recht sandig.

Geschichte

Mittelalter

Nach der Meinung einiger Heimatforscher ist das Gebiet um Hüttenfeld schon im Nibelungenlied erwähnt. Das Gebiet am Spissart, die sogenannte Viernheimer Spitz, soll dem im Nibelunglied erwähnten Speßhart entsprechen.

Nikolaus Hamm, Valentin Jakob, Johann Walter und Anton Rößling waren die ersten Siedler in Hüttenfeld. Die erste überlieferte Erwähnung von Hüttenfeld als Ansiedlung bei dem Zollhaus Lampertheimer Hütte stammt aus dem Jahr 1629. Ihren heutigen Namen erhielt die Ansiedlung am 20. Juli 1813: „Seine Königliche Hohheit, unser Durchleuchtigster Großherzog haben zu befehlen geruhet, daß der Filialort, sonst ‚Lampertheimer Hütte‘ genannt, künftig hin Hüttenfeld genannt werden soll“. Dem Pächter und Zollerheber wurde im gleichen Jahr auch das Amt des Stabhalters übertragen. In dieser Zeit wurde in Hüttenfeld in erster Linie Seewirtschaft am heutigen Lorscher See betrieben. Dieser See wurde auch regelmäßig trockengelegt um Weideland für die Viehhaltung zu bekommen.

Viele der Hüttenfelder arbeiten auf dem zum Schloss gehörenden Gut Rennhof. Die Postkutschenverbindung von Darmstadt nach Mannheim führte früher durch Hüttenfeld.

Eine Vielzahl alter Flurbezeichnungen deuten auf nicht mehr vorhandene Landsmerkale hin. Im Brunnenbuckel existiert inzwischen ein See, da das Material für den Bau der A5 genutzt wurde. Der Sand des Hexenbuckels wurde abgetragen, um einen Sumpf zu beseitigen. Der Hegwald wurde nach dem Krieg gefällt. Im krummen See ist heute die Kreismülldeponie.

Seehof

In Norden von Hüttenfeld existierte von 1833–1855 die eigenständige Gemeinde Seehof mit über 200 Einwohnern. Aufgrund schlechter Bedingungen für die Landwirtschaft, wanderten in den Jahre 1853/1854 die meisten Einwohner der jungen Gemeinde in die Vereinigten Staaten von Amerika aus. Die Häuser wurden versteigert und größtenteils in Hüttenfeld wieder ausgebaut, die Glocke ihrer Kirche wanderte in das Hüttenfelder Schulhaus. Daher trägt die Hüttenfelder Grundschule seit kurzem den Namen "Seehofschule". Die Gemarkung Seehof wurde mit dem Gesetz zur Neugliederung des Kreises Bergstraße vom 11. Juli 1972 der Stadt Lampertheim zugeordnet.

20. Jahrhundert

Großherzog Ernst Ludwig kam zur Hirschjagd nach Hüttenfeld, und auch sein Schwager Nikolaus II., der Zar von Russland, besuchte Hüttenfeld mehrmals.

Aus einer Einwohnerliste vom 17. August 1924 geht hervor, dass von den 496 Einwohnern 365 evangelisch und 131 katholisch waren. Darauf finden sich auch die typischen Hüttenfelder Familiennamen Ehret, Rhein, Moos, Eichenauer, Schollmaier, Schmidt, Delp, Falkenstein, Hilsheimer, Schuster, Wiegand, Grieser, Müller, Rößling, Ringenwald, Matecki, Umbach und Keller. Bis ans Ende des Zweiten Weltkrieges gab es in Hüttenfeld kaum mehr als 20 unterschiedliche Familien, ein Zustand der sich erst mit dem Zuzug von Heimatvertriebenen und anderen neuen Bürgern in den 60er und 70er Jahre änderte.

Von-Bis Stabhalter
1822–1825 Johannes Uhrig
1825–1831 Georg Delp
1831–1846 Michael Bieber
1846–1853 Sebastian Uhrig
1853–1871 Adam Wiegand
1883–1925 Fritz Delp

Religionen

Hüttenfeld war ursprünglich stark protestantisch geprägt. Dies änderte sich durch Zuzüge nach dem Zweiten Weltkrieg. Es gibt in Hüttenfeld zwei Kirchengemeinden:

  • Evangelische Kirchengemeinde Hüttenfeld
  • Katholische Kirchengemeinde Hüttenfeld

Eingemeindungen

Im Jahr 1983 erfolgte die Angliederung des Hemsbacher Ortsteils Rennhof an Hüttenfeld durch einen Staatsvertrag zwischen Hessen und Baden-Württemberg. Die Ratifizierung des Staatsvertrages erfolgt am 18. März, die Versetzung des Ortsschildes wurde am 21. Juli 1983 durchgeführt und befeiert. Die Gemarkung Seehof wurde mit dem Gesetz zur Neugliederung des Kreises Bergstraße vom 11. Juli 1972 der Stadt Lampertheim zugeordnet.

Straßennamen

  • Anton Rößling, einer der ersten Siedler (der Name wurde seit der Gründung H. in ununterbrochener männlicher Linie im Ort bis heute (2007) weitervererbt)
  • Johann Walter, einer der ersten Siedler (der Name wurde seit der Gründung H. in ununterbrochener männlicher Linie im Ort bis heute (2007) weitervererbt)
  • Alfred Delp, (Jesuit und Widerstandskämpfer)
  • Peter Bieber
  • Johann-Stelz, der erste Hüttenfelder Lehrer
  • Jakob-Müller, Lehrer und Mitgründer des Bauernverbandes
  • am Forstacker, am Spissart, im Seefeld, an der Tuchbleiche, am Brunnenbuckel, Seefeld: Alte Flurbezeichnungen

Die restlichen Straßen sind nach den Nachbargemeinden benannt oder besitzen wie die Waldstraße einen Trivialnamen. Die beiden neusten Straßen im Wohngebiet „Alter Sportplatz“ wurden nach Sepp Herberger und Fritz Walter benannt.

Einwohnerentwicklung

Der Anstieg der Bevölkerungszahlen nach dem Zweiten Weltkrieg geht großteils auf den Babyboom und den Bau einer neuen Siedlung zurück, teilweise auch auf Kriegsvertriebene.

Datum Einwohner
17. August 1924 496
1955 695
27. Mai 1970 1307
31. Dezember 1971 1414
1979 1650
31. Dezember 1982 1728
31. Dezember 1984 1950
31. Dezember 1986 1987
25. Mai 1987 1943
31. Dezember 1993 2081
Datum Einwohner
31. Dezember 1994 1969
31. Dezember 1995 1987
31. Dezember 1996 1994
31. Dezember 1997 2023
31. Dezember 1998 2037
31. Dezember 1999 2054
31. Dezember 2000 2042
31. Dezember 2002 2014
31. Dezember 2003 1998
30. Juni 2004 1985

Politik

Hüttenfeld hatte von 1949 bis 1952 einen politischen Beigeordneten in Lampertheim, mit der Einführung der Magistratsverfassung 1952 wurde dieser durch einen eigenständigen Ortsbeirat mit beratender Funktion ersetzt. Der eigentliche kommunale Entscheidungsträger ist die Stadtverordnetenversammlung in Lampertheim. Ortsvorsteher ist Walter Schmitt (SPD). Die Zusammensetzung des Ortsbeitrates nach der Kommunalwahl 2006 lautet:

  • CDU 2 Sitze, 19,7 %
  • SPD 5 Sitze, 57 %
  • Grüne 1 Sitz, 9,7 %
  • FDP 1 Sitz, 13,6 %

Kultur

Am dritten Augustwochenende findet die jährliche Kerwe mit Volkslauf statt, die den Charakter eines Volksfest hat. Die Litauischen Volksgemeinschaft feiert regelmäßig ein Johannisfest. In den 50er Jahren gab es zum Frühlingsanfang einen traditionellen Sommertagsumzug. Das Lied in dem der Hüttenfelder sein Dorf besingt heißt „Zwischen Bergstraße und Rhein“. Ferner gibt es die Hüttenfelder Theatergruppe ZwiBuR, die nach diesem Lied benannt ist. Uff de Hitt spricht der Einheimische auch gelegentlich noch hiddema Dialekt. Hüttenfeld liegt im Gebiet der süd-rheinfränkischen Dialektgruppe und man spricht einen kurpfälzischen Dialekt.

Vereine in Hüttenfeld

  • Evangelischer Kirchenchor Hüttenfeld : Er wurde im Juli 1947 von etwa 30 Gemeindemitgliedern gegründet. Im Jahr 2006 hatte er ca. 90 Mitglieder.
  • Feuerwehrverein Lampertheim-Hüttenfeld e. V.: Im Jahr 2006 hatte er ca. 300 Mitglieder.
  • Kath. Kirchenchor Hüttenfeld: Der Kirchenchor hat im Jahr 2006 ca. 30 Mitglieder.
  • Kegelclub KC 1964 Hüttenfeld
  • Kleingärtnerverein Hüttenfeld e. V.
  • Krankenpflege-Verein Hüttenfeld e. V.
  • Männergesangverein Sängerbund 1892 Hüttenfeld e. V.
  • Skatclub 2004 Hüttenfeld (der Verein wurde am 10. März 2004 gegründet)
  • Sportgemeinde Hüttenfeld 1946 e. V.: Der Verein wurde am 31. August 1946 mit 36 Mitgliedern gegründet. Er hat die Abteilungen Tischtennis, Schützen, Fußball und Volleyball und ist mit 500 Mitglieder der größte Verein in Hüttenfeld. Er organisiert auch den Hüttenfelder Kerwe-Volkslauf.
  • Tennis-Club Hüttenfeld e.V.
  • Verein der Vogelfreunde Hüttenfeld 1970 e. V.
  • Litauische Volksgemeinschaft in der Bundesrepublik Deutschland e. V.
  • Theaterverein „ZwiBuR“: Der Hüttenfelder Theaterverein wurde im am 23. Juni 1993 als nicht eingetragene Verein gegründet und ist Teil der evangelischen Kirchengemeinde. Die Schwerpunkte der Arbeit liegen im einmal jährlich stattfindenden Kabarett, den Theateraufführungen in der Weihnachtszeit und der Kerwerede sowie der Förderung der Kinder-Theaterarbeit.

Wirtschaft und Infrastruktur

Landwirtschaft

In der Vergangenheit war Hüttenfeld stark landwirtschaftlich geprägt und noch heute wird Spargel angebaut. Früher waren es zusätzlich Tabak und Gemüse (Gurken für die Fabriken in Biblis, Karotten und Bohnen). Ebenfalls verbreitet war die Forstwirtschaft, siehe auch Alte Forstschule. Immer wieder wurden auch geringe Mengen Wein in Hüttenfeld angebaut. In der Vergangenheit spielten die landwirtschaftlichen Genossenschaften und deren Infrastruktur (Transportmittel, Bank) eine wichtige Rolle. Bis in die 60er Jahre besaß Hüttenfeld eine eigenständige Genossenschaft, danach erfolgt die Fusion mit Lampertheim.

Wirtschaft

Aufgrund der wenigen Arbeitsplätze vor Ort pendeln viele Hüttenfelder nach Lampertheim, Viernheim, Weinheim und Mannheim zur Arbeit. Bis zu ihrer Schließung war auch Neuschloß mit seiner chemischen Fabrik ein Arbeitsplatz für Hüttenfelder.

Größere Wirtschaftsunternehmen um Hüttenfeld sind die Kreismülldeponie (Betrieben vom Zweckverband Abfallwirtschaft Bergstraße (ZAKB) und der Umwelt Service GmbH (BUS)) sowie die Tierkörperverwertungsanstalt.

Verkehr

Der Kreisverkehr vor der Ortsgrenze von Hüttenfeld bildet einen Kreuzungspunkt zwischen den Landstraßen L 3110 Lampertheim–Hemsbach und L3111 Viernheim–Lorsch. Nördlich des Kreisels geht von der L 3111 die L 3398 in Richtung Heppenheim ab. Die L 3111 bis Hüttenfeld und L 3110 von Hüttenfeld bis Hemsbach bilden die U 88.

Autobahn: Die Bundesautobahn 67 trennt die Gemarkung Hüttenfeld von der des Lampertheimer Ortsteiles Neuschloß. Die Bundesautobahn 5 mit der nächsten Autobahnauffahrt Hemsbach verläuft im Osten nur wenige Kilometer von Hüttenfeld entfernt.

Fahrrad: Nach Hemsbach und nach Lampertheim führen gut ausgebaute Fahrradwege, Viernheim, Lorsch und Heppenheim sind über Feldwege mit dem Fahrrad ebenfalls gut erreichbar.

ÖPNV: Hüttenfeld wird von der Stadtlinie 602 Lampertheim Schulzentrum „West“–Neuschloß–Hüttenfeld–Heppenheim, einem Ruftaxi Hüttenfeld–Kreiskrankenhaus Heppenheim und der VRN 644 Worms–Lampertheim–Hüttenfeld–Viernheim bedient.

Medien

In Hüttenfeld werden alle überregionalen Tageszeitungen ausgeliefert. Bestimmend sind jedoch die Lokalblätter Lampertheimer Zeitung und Südhessen Morgen / Mannheimer Morgen, Letzteres wahlweise mit Lampertheimer oder Viernheimer Lokalteil.

Öffentliche Einrichtungen

In Hüttenfeld existiert eine eigenständige Grundschule (Seehofschule), eine evangelische Kindertagesstätte, drei Kinderspielplätze sowie eine Freiwillige Feuerwehr (gegründet am 15. Januar 1893). Der Besuch einer weiterführenden Schule war bis zur Öffnung des litauischen Gymnasiums für deutsche Schüler nur außerhalb, meist in Viernheim oder Lampertheim, möglich und ist heute auch noch die Regel. Hüttenfeld besitzt einen eigenen Ortsteilfriedhof.

Aktuelle Entwicklungen

Im September 2002 wurde die neue Sportanlage Am Hegwald eingeweiht, diese umfasst einen Sportplatz, einen Fußballplatz, einen Beachvolleyballplatz, eine Schießanlage und Vereinsräumlichkeiten. Auf dem Gelände des alten Sportplatzes entstand ein neues Wohngebiet und ein kleiner Dorfplatz. Bei Vorzugsvarianten der geplanten ICE-Trasse Frankfurt–Stuttgart würde diese nahe an Hüttenfeld vorbeiführen. Im Herbst 2008 fiel der Entschluss die marode Trauerhalle auf dem Hüttenfelder Friedhof abzureißen und stattdessen eine komplett neue, vom ortsansässigen Architekten Gerhard Rhein entworfene Trauerhalle zu bauen.

Bauwerke

Schloss Rennhof
  • Schloss Rennhof

Erbaut wurde es im Jahre 1853 vom Frankfurter Bankier Baron von Rothschild. Nachdem sein letzter adeliger Besitzer, Maximilian von Heyl zu Herrnsheim am 31. März 1952 starb, kaufte der Hüttenfelder Kaufmann Philipp Adam Rhein am 1. Dezember 1952 das Schloss. Wilhelm Peter Funk erhielt im Juni des Jahres 1953 das Gut Rennhof. Am 1. April 1953 wurde das Schloss von dem Litauischen Zentralkomitee erworben und beherbergt seitdem das litauische Gymnasium. Es brannte am 6. Juni 1984 aus und wurde nach vierjähriger Sanierung am 24. Juni 1989 mit einem Europatreffen der litauischen Volksgemeinschaft neu eingeweiht. Es stand bis 1983 im badischen Teil von Hüttenfeld.

Evangelische Kirche
  • „Gustav-Adolf-Kirche“ (evangelisch)

Sie wurde am 12. Juli 1925 eingeweiht, die drei Glocken versagten aufgrund eines Fehlgusses und wurden am 23. August 1925 nachträglich geweiht. Sie stand bis 1983 im badischen Teil von Hüttenfeld.

  • Grabensysteme

Das im Jahr 1535 begonnene Grabensystem wurde bis nach dem Zweiten Weltkrieg für die Be- und Entwässerung eingesetzt. Die Hauptarbeiten wurden von 1857 bis 1858 durchgeführt. Weite Teile der Gräben sind inzwischen verkommen oder komplett zugeschüttet. Es existieren einige alte Schleusen sowie Ruinen einer Pumpstation, die in der Vergangenheit das Wasser des Weschnitz über ein Viadukt nach Hüttenfeld pumpte.

  • Abwassergräben

Von Viernheim kommend verlaufen der Bannholz-, Land-, Lachen- und der schwarze Graben als alte Abwassergräben nach Hüttenfeld. Der Landgraben reicht bis nach Lorsch.

Katholische Kirche
  • „Herz-Jesu-Kirche“ (katholisch)

Der Antrag auf Bau einer katholischen Kapelle wurde um Jahr 1868 gestellt, aber erst am 29. Juli 1923 wurde in einem Saal des ehemaligen Gasthauses „Zur Wildbahn“ eine Kapelle eingeweiht. Der letzte Gottesdienst fand dort am 29. März 1992 statt, im Mai wurde die Kirche abgerissen. Die moderne Herz-Jesu-Kirche wurde neben dem Pater-Delp-Zentrum erbaut und am 10. August 1995 von Bischof Karl Lehmann eingeweiht

  • Pater-Delp-Zentrum

Das katholische Gemeindezentrum wurde im Jahr 1983 eingeweiht und soll an den Jesuitenpater Alfred Delp erinnern, der seine Kindheit in Hüttenfeld verbrachte.

  • Bürgerhaus

Es wurde am 29. September 1978 fertig gestellt und beinhaltet eine Verwaltungsstelle der Stadt Lampertheim, eine Zweigstelle der Stadtbücherei, Räumlichkeiten für die Hüttenfelder Vereine sowie eine Sport- und Mehrzweckhalle.

  • Feuerwehrhaus

Das Feuerwehrhaus wurde zusammen mit dem Bürgerhaus gebaut und vor einigen Jahren erweitert.

  • Ehemaliges Feuerwehrhaus
Altes Schulhaus
  • Schulhaus

Die heutige Grundschule ist in dem Schulhaus aus dem Jahr 1906/1907 untergebracht. Im August 2006 bekam die Schule den Namen „Seehofschule Hüttenfeld“. Das erste Schulgebäude kam ursprünglich aus der Gemeinde Seehof und wurde dort 1857 abgebaut um in Hüttenfeld neu errichtet zu werden. 1906/07 erfolgte dann der Neubau auf dem gleichen Gelände.

  • Ehemalige Forstschule

Im Lehrbetrieb für Waldarbeit und Forsttechnik des Forstamtes Lampertheim wurden bis 2001 Forstwirte ausgebildet. Nachdem die Gebäude der Schule und das Internat einige Jahre leerstanden, nutzt sie nun der Kreisfeuerwehrverband als Ausbildungsstätte. Die Forstwirte werden nun komplett im mittelhessischen Weilburg/Lahn ausgebildet.

  • Tabakschuppen

Einer von zwei großen Tabakschuppen ist erhalten geblieben. Mit drei Stockwerken und einer Größe von 75 auf 8 Meter war er damals Deutschlands größter Tabakschuppen und konnte für das Trocknen von bis zu 3000 Zentner grünem Tabak genutzt werden.

  • Hüttenfelder Kleingärten

In Hüttenfeld gibt es eine lebendige Kleingartenkultur und neben der kleingärtnerischen Nutzung der Parzellen am Dorfrand finden hier auch vom Kleingärtnerverein organisierte Feste statt.

Das litauische Gymnasium

Das litauische Gymnasium in Hüttenfeld ist eine staatlich anerkannte Ersatzschule mit angeschlossenem Internat. Es zog nach der Gründung 1951 in Diepholz im Jahre 1954 nach Hüttenfeld in das Schloss Rennhof. Die Einweihung fand am 16. Februar, dem litauischen Nationalfeiertag im Jahr 1954 statt. In der Selbstdarstellung des Gymnasium wird betont, dass „dieser Stadtteil von Lampertheim zum Zentrum der Litauer in Deutschland wurde.“ Es ist bis zum Ende des kalten Krieges und der Unabhängigkeit Litauens die einzige litauische Schule in der westlichen Welt und dient dem Erhalt der litauischen Kultur.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Alfred Delp wohnte von seiner Geburt 1907 bis zum Umzug der Familie Delp nach Lampertheim 1914 in Hüttenfeld, Mannheimer Straße. Nach ihm ist eine Straße in Hüttenfeld benannt.
  • Konrad Rhein, Träger des Kriegsehrenzeichen, verliehen 1917 von Ernst Ludwig, Großherzog von Hessen und bei Rhein

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Carl Mayer Rothschild
  • Baron Mayer Carl von Rothschild, Frankfurter Bankier und Erbauer des Schlosses Rennhof
  • Freiherr Maximilian von Heyl zu Herrnsheim (1884–1952), letzter adeliger Besitzer des Schlosses Rennhof
  • Baronin Annelie von Heyl, geb. Riedesel, Frau von Maximilian von Heyl
  • Die Schlagersängerin Lena Valaitis ging im litauischen Gymnasium zur Schule

Sonstiges

  • Ein Teil des Rollrasens für die Fußball-WM 2006 kam aus Hüttenfeld.
  • Hüttenfeld besitzt eine andere Telefonvorwahl (06256) als Lampertheim (06206), vor der Reform der Postleitzahlen waren auch diese unterschiedlich. Mit der Umstellung der Postleitzahlen mussten auch einige Straßen umbenannt werden, da sie in Lampertheim auch vorhanden waren.

Literatur und Quellen

  • Lampertheim im Spiegel der Zahlen im Haushaltsplan 2006
  • Un noch e bißlche meh vun de „Hütt“!, Else Hanf, geb. Delp, 1998
  • Lampertheim – Ein Blick in die Stadtgeschichte
  • Lampertheim – Buch der Stadt 2002

Weblinks

 Commons: Hüttenfeld – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

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