Illinois

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Illinois
Illinois
Flag of Illinois.svg Seal of Illinois.svg
(Details) (Details)
Karte der USA, Illinois hervorgehoben
Liste der Bundesstaaten
Hauptstadt: Springfield
Staatsmotto: State sovereignty, national union
Fläche: 140.998 km²
Einwohner: 12.830.632 (Zensus 2010) (91 E./km²)
Mitglied seit: 3. Dezember 1818
Zeitzone: Central: UTC-6/-5
Höchster Punkt: 708 m (Willis Tower)
Durchsch. Höhe: 182 m
Tiefster Punkt: 85 m Cairo
Gouverneur: Pat Quinn (D)
Post / Amt / ISO IL / / US-IL
Karte von Illinois
Karte von Illinois

Illinois (engl. Aussprache Zum Anh√∂ren bitte klicken! [ňĆ…™l…™ňąn…Ē…™]) ist ein US-amerikanischer Bundesstaat. Er liegt im mittleren Westen und grenzt im Nordosten an den Michigansee. Der Name kommt aus der Algonkin-Sprache und dem Franz√∂sischen und bezeichnet den Indianerstamm der Illiniwek oder Illini, der damals das Land bewohnte und dessen Name Das Volk bedeutet. Als Ende des 17. Jahrhunderts die ersten franz√∂sischen Siedler kamen, bezeichneten sie die Illini als "[les] Illinois" (die Illini-schen, Illinois). Von 1712 an war das Gebiet unter diesem Namen franz√∂sische Kolonie und nachdem sie 1765 von den Briten √ľbernommen wurde, behielten diese den Namen - gleich geschrieben, nun englisch ausgesprochen - bei. So blieb es auch 1818, als Illinois Bundesstaat der Vereinigten Staaten wurde.

Die einzige Millionenstadt in Illinois ist Chicago, die drittgr√∂√üte Stadt der USA. Der offizielle Beiname Illinois ist ‚ÄěLand of Lincoln‚Äú ‚Äď Lincolns Land; 1830 zog Abraham Lincoln als 21-J√§hriger nach Illinois, wo er bis zu seiner Wahl zum 16. US-Pr√§sident im Jahre 1860 wohnte. Obwohl 1865 in Washington ermordet, befindet sich sein Grab in der Hauptstadt Springfield.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Der Mississippi bildet im Westen die Grenze zu den Staaten Iowa (im Nordwesten) und Missouri (im S√ľdwesten). Im S√ľdosten √ľbernimmt der Ohio River diese Rolle zu dem Staat Kentucky. N√∂rdlich von Illinois befindet sich Wisconsin und im Osten Indiana. Durchflossen wird der Staat von den Fl√ľssen Illinois River und Kaskaskia River, die in den Mississippi m√ľnden, sowie Embarras River und Sangamon River, die im Wabash bzw. Illinois River einflie√üen. Im Nordosten hat der Staat eine gemeinsame Grenze mit Michigan in der Mitte des Michigansees. Die h√∂chste nat√ľrliche Erhebung in Illinois ist der Charles Mound im Jo Daviess County mit einer H√∂he von 376 m. Der h√∂chste Punkt insgesamt ist jedoch die Antennenspitze des Willis Towers in Chicago (708 m √ľber NN., 527 m √ľber Stra√üenniveau). Der tiefste Punkt (85 m) ist am Zusammenfluss von Mississippi und Ohio, im Stadtgebiet von Cairo im Alexander County.

Mit seinem flachen Terrain wird Illinois stark von der quadratischen Vermessung des Congressional Survey Systems gepr√§gt. Die Ausnahmen im Stra√üenverlauf und Feldgrenzen zum regelm√§√üigen Nord-S√ľd und Ost-West Muster bilden die Eisenbahnen, und die zu ihnen parallel verlaufenden Fernstra√üen.

Gliederung

Illinois ist in 102 Countys aufgeteilt. Siehe Liste der Countys in Illinois.

Bevölkerung

Historische Einwohnerzahlen
Census Einwohner ¬Ī in %
1800 2458 ‚ÄĒ
1810 12.282 400 %
1820 55.211 300 %
1830 157.445 200 %
1840 476.183 200 %
1850 851.470 80 %
1860 1.711.951 100 %
1870 2.539.891 50 %
1880 3.077.871 20 %
1890 3.826.352 20 %
1900 4.821.550 30 %
1910 5.638.591 20 %
1920 6.485.280 20 %
1930 7.630.654 20 %
1940 7.897.241 3 %
1950 8.712.176 10 %
1960 10.081.158 20 %
1970 11.113.976 10 %
1980 11.426.518 3 %
1990 11.430.602 0,04 %
2000 12.419.293 9 %
2010 12.830.632 3 %
Vor 1900[1]

1900‚Äď1990[2] 2000[3]

Illinois hat 12.831.970 Einwohner (Stand: Census 1. Juli 2006).[4]

Alters- und Geschlechterstruktur

Die Altersstruktur von Illinois setzt sich folgendermaßen zusammen:

  • bis 18 Jahre: 3.216.387 (26,8 %)
  • 18 - 64 Jahre: 8.083.210 (63,0 %)
  • ab 65 Jahre: 1.532.373 (10,2 %)

Das Medianalter betr√§gt 38,7 Jahre. 49,2 % der Bev√∂lkerung sind m√§nnlich und 50,8 % weiblich.

Abstammung

Die ethnische Zusammensetzung der Bev√∂lkerung ist gemischt. Die Daten des United States Census Bureau ergaben, dass die deutschst√§mmige Bev√∂lkerungsgruppe mit 21,1% den gr√∂√üten Anteil ausmachte, gefolgt von den Afroamerikanern (14,8%), Hispanics (14,7%), Irisch- (13,0 %), Polnisch- (7,9 %), Englisch- (7,0 %) und Italienischst√§mmigen (6,6 %). Ferner machten Asiatische Amerikaner 4,2 % und Indianer 0,2 % der Bev√∂lkerung aus.[5]

Ab den 1980er Jahren kam eine gro√üe Welle Einwanderer √ľberwiegend aus Asien und Lateinamerika ins Land, zumeist nach Chicago. Dort leben auch etwa 95% der polnischst√§mmigen Einwohner des Bundesstaates, die zum Teil selbst eingewandert sind, zum Teil aber die Nachkommen einer fr√ľheren Einwanderungswelle darstellen.

Religionen

Die mitgliederstärksten Religionsgemeinschaften im Jahre 2000 waren die Katholische Kirche mit 3.874.933, die United Methodist Church mit 365.182 und die Southern Baptist Convention mit 305.838 Anhängern.[6]

Bildung

Zu den größten staatlichen Hochschulen gehören die drei Standorte der University of Illinois, die Southern Illinois University, die Northern Illinois University, die Eastern Illinois University, die Western Illinois University und die Illinois State University. Die bekanntesten privaten Hochschulen in Illinois sind die University of Chicago und die Northwestern University. Weitere Hochschulen sind in der Liste der Universitäten in Illinois verzeichnet.

Größte Städte

St√§dte, die den Kern einer Metropolregion bilden, sind rot gekennzeichnet. Die √ľbrigen St√§dte geh√∂ren zur Metropolregion Chicago.

Geschichte

Die √§ltesten menschlichen Spuren in Illinois fanden sich an der 1968 bis 1979 ausgegrabenen Koster site unweit des Zusammenflusses von Illinois und Mississippi. Sie reichen bis 7500 v. Chr. zur√ľck, wobei sich an der Fundstelle 26 Siedlungen unterscheiden lassen, die bis ins 21. Jahrhundert reichen.[7]

Vom 8. bis ins 13. Jahrhundert war Illinois ein Teil der hoch entwickelten Mississippi-Kultur, unter anderem mit der Siedlung Cahokia. Heute k√∂nnen hier H√ľgelgr√§ber betrachtet werden, die UNESCO Weltkulturerbe sind.

Im 17. Jahrhundert bestand die Illinois-Konf√∂deration, die 1651 Tionontati und Huronen aufnahm, die auf der Flucht vor den Irokesen waren. Die Illinois weigerten sich, die Fl√ľchtlinge auszuliefern, woraufhin die Seneca, ein Stamm der Irokesen, sie zwangen westw√§rts √ľber den Mississippi zu fliehen.

1673 kamen die Franzosen Louis Joliet (Forscher) und Jacques Marquette (Jesuitenmissionar) ins Land und waren wohl die ersten Europ√§er. 1712 kam das Land zur franz√∂sischen Kolonie Louisiana, doch musste Frankreich 1763 Illinois an Gro√übritannien abtreten. Die franz√∂sische Kolonie l√∂ste sich bis 1765 auf.[8] 1783, im Vertrag von Paris, der den Unabh√§ngigkeitskrieg der USA beendete, fiel das Gebiet an die USA, die es 1787 ins Nordwestterritorium eingliederten. Ab 1800 Teil des neu geschaffenen ‚ÄěIndiana-Territory‚Äú, wurde Illinois 1809 ein eigenes Territorium, das am 3. Dezember 1818 als 21. Bundesstaat in die Union der USA aufgenommen.

Karte des Illinois-Territory (1809-1818)

1804 hatte der Gouverneur des Indiana-Territoriums Harrison einen Vertrag mit den Sauk und Fox geschlossen. Darin erhielten sie, solange ihre Gebiete im Besitz der Bundesregierung blieben, dauerhaftes Bleiberecht, dazu 2234,50 Dollar in G√ľtern sowie j√§hrlich 1000 Dollar. 1809 kam dieses Gebiet zum Illinois-Territorium.

Im Mai 1828 teilte der Indianeragent Thomas Forsyth den Sauk mit, dass sie auf die Westseite des Mississippi zu ziehen h√§tten. Deren H√§uptlinge hatten zwar niemals Land abgetreten, doch sahen sie sich gezwungen, im Herbst 1829 ins heutige Iowa zu ziehen. Nur H√§uptling Black Hawk leistete Widerstand, was Gouverneur John Reynolds zum Anlass nahm, die Indianer ‚Äětot oder lebendig‚Äú auf die andere Seite des Mississippi zu vertreiben. General Edmund Pendleton Gaines traf sich im Juni 1831 mit den H√§uptlingen der Sauk √∂stlich des Mississippi. Trotz Unterst√ľtzung durch die Kickapoo, Winnebago und andere Gruppen musste Black Hawk am 30. Juni 1831 nachgeben, erhob sich mit Winnebago erneut, wurde jedoch am 27. August 1833 gefangengenommen. Am 21. September 1832 hatten die Sauk ihr Land in Illinois gegen 640.000 Dollar abgetreten.

Die ersten nicht-indianischen Siedlungen waren im S√ľden, entlang den Fl√ľssen Mississippi River und Ohio River entstanden. Kaskaskia (heute ein Dorf mit nur neun Einwohnern, das aufgrund von Verschiebungen des Mississippi-Flussbetts nun auf dem westlichen Ufer liegt) war die erste Hauptstadt. 1820, als die Besiedlung des Staates voranschritt, wurde das zentraler gelegene Vandalia Hauptstadt. 1837 wurde die Hauptstadt erneut nach Norden verlegt, nach Springfield, das nur 28 km westlich des geografischen Mittelpunktes des Bundeslands liegt. In dieser Zeit wurde der fruchtbare Pr√§rieboden im mittleren und n√∂rdlicheren Bereich des Staates (Wisconsin Gletscherphase) mittels neuer Entwicklungen in der Drainage- und Pflugtechnik besiedelt.

Die Vertreibung der Indianer und die Ankunft der Eisenbahn er√∂ffneten neues Siedlungsgebiet. 1836 begann der Bau des Illinois-Michigan-Kanals, der den Mississippi River mit den Gro√üen Seen (und √ľber den Sankt-Lorenz-Strom auch mit dem Atlantischen Ozean) verband. Die Illinois Central Railroad erhielt 1851 eine Charta vom Landtag, die jede zweite Quadratmeile links und rechts der geplanten Route der Eisenbahngesellschaft √ľbereignete, und aus deren Erl√∂s das Kapital f√ľr den Bau des Schienenwegs kommen sollte. Sie verband Cairo im S√ľden mit Galena und Chicago im Norden. Die zwei Zweiglinien kamen bei Centralia zusammen.

Abraham Lincoln war der Firmenanwalt f√ľr die Eisenbahn, nachdem er zuvor eine Wahlperiode f√ľr die Whig-Partei im Repr√§sentantenhaus (1847-48) gewesen war. Nach einem erfolglosen Wahlkampf gegen Stephen A. Douglas um den Senatssitz von Illinois 1858, gewann er die Wahl zum Pr√§sidenten kurz vor Ausbruch des B√ľrgerkriegs. Sein Heimatstaat, in dem die Sklaverei schon seit Etablierung des Nordwestterritoriums 1787 verboten war, blieb der Union treu.

In der zweiten H√§lfte des 19. Jahrhunderts wuchs die Stadt Chicago von einem unbedeutenden Handelsposten (Fort Dearborn) zu einem industriellen Giganten, vor allem dank ihre Lage an der S√ľdspitze des Michigansees, wo sich viele Eisenbahnlinien kreuzen. Zwischen 1880 und 1890 verdoppelte sich die Einwohnerzahl von 500.000 auf eine Million.

Am 1. Mai 1886 fand hier der Haymarket Riot statt und f√ľnf Jahre sp√§ter in der Waggonfabrik der Pullman-Firma ein weiterer bekannter Streik.

1892 wurde die Stadt Gastgeberin f√ľr die Columbian Weltausstellung anl√§sslich des 400. Jahrestags der Ankunft von Christoph Columbus auf der Insel Hispaniola. In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Marke von 2 Millionen Einwohnern √ľberschritten, und wenige Jahre vor der Wirtschaftskrise 1929 erreichte die Stadt eine Bev√∂lkerungszahl von 3 Millionen Einwohnern. Das entsprach etwa 40 % der Bev√∂lkerung des gesamten Bundesstaats.

Politik

Illinois wird ein hohes Ma√ü an politischer Korruption nachgesagt. Nachdem der ehemalige republikanische Gouverneur George Ryan wegen Bestechlichkeit verurteilt worden war, wurde Anfang 2009 auch der demokratische Gouverneur Rod Blagojevich von FBI-Agenten verhaftet, weil er einen finanziellen Vorteil aus seinem Anrecht, einen Nachfolger f√ľr das Senatsmandat von Barack Obama ernennen zu d√ľrfen, erringen wollte. Ihm wird ferner vorgeworfen, Druck auf die Chicago Tribune ausge√ľbt zu haben. Am 29. Januar 2009 wurde Blagojevich vom Senat von Illinois des Amtes enthoben.

Dar√ľber hinaus wird das Klima durch die Rivalit√§ten zwischen der Metropolregion Chicago und dem Rest des Staates, das ein l√§ndliches bzw. kleinst√§dtisches Gepr√§ge hat, bestimmt. In der Stadt Chicago selbst (ohne Vororte) lebt fast ein Drittel der Gesamtbev√∂lkerung des Staates. Wie in nahezu allen Gro√üst√§dten der USA sind die Demokraten den Republikanern hier klar √ľberlegen. Daf√ľr sind in den Vororten der Metropolregion Chicago, in denen etwa ein weiteres Drittel der Gesamtbev√∂lkerung ans√§ssig ist, die Stimmen der Republikaner zahlreicher, insbesondere in dem zweitgr√∂√üten County, DuPage County. Im Rest des Bundesstaats gibt es Schwerpunkte von beiden Parteien. In den Industrie- und Universit√§tsst√§dten wie etwa Decatur und Urbana sowie in dem Bergbaugebiet mit weniger fruchtbarem Boden im S√ľden schneiden die Demokraten besser ab. Im l√§ndlichen Raum, insbesondere im mittleren und n√∂rdlichen Bereich des Staats, wo die Bodenpreise sehr hoch sind, holen die Republikaner viele Stimmen.

In der Vergangenheit stand Illinois zumeist auf der Seite der am Ende siegreichen Pr√§sidentschaftskandidaten, egal welcher der beiden Parteien sie angeh√∂rten. Ausnahmen bildeten seit dem Zweiten Weltkrieg nur Jimmy Carter und George W. Bush, die in Illinois nicht gewinnen konnten. Seit 1992 neigt Illinois aber mehr und mehr den Demokraten zu, die dort zuletzt ihre st√§rksten Ergebnisse im Mittleren Westen verbuchen konnten, was Illinois zum klaren Blue State machte. Illinois' Gewicht im Electoral College schrumpfte in den letzten 20 Jahren √§hnlich wie das der meisten Staaten im Mittleren Westen, da das Bev√∂lkerungswachstum hier geringer ist als der Durchschnitt der USA. Die Zahl der Wahlm√§nnerstimmen sank von 24 (Volksz√§hlung 1980) √ľber 22 (Volksz√§hlung 1990) auf 21 (Volksz√§hlung 2000).[9] Bei der Pr√§sidentenwahl 2012 wird die Zahl weiter auf 20 zur√ľckgehen. Dennoch bleibt Illinois bev√∂lkerungsm√§√üig der f√ľnftgr√∂√üte Bundesstaat nach Kalifornien, New York, Texas und Florida, mit einem entsprechend gro√üen Anteil an Kongressabgeordneten und Wahlm√§nnern.

Wie in den anderen US-Bundesstaaten, sieht die Verfassung von Illinois eine Gewaltenteilung zwischen Legislative, Exekutive und Judikative vor.

Legislative

Die Legislative besteht aus einem Zweikammersystem, Illinois General Assembly (Generalversammlung) genannt. Diese besteht aus einem Repr√§sentantenhaus mit 118 vom Volk f√ľr zwei Jahre gew√§hlten Mitgliedern (Abgeordneten) sowie einem Senat mit 59 Mitgliedern (Senatoren), die unterschiedlich f√ľr zwei bis vier Jahre gew√§hlt werden. In beiden H√§usern haben die Demokraten zurzeit eine Mehrheit.

Exekutive

Die Exekutive wird vom Gouverneur geleitet.

Judikative

An der Spitze der Judikative steht der Oberste Gerichtshof (Supreme Court) von Illinois. Dieses Gericht ist nur in seltenen F√§llen erstinstanzlich; in der Regel ist es f√ľr Revisionen der Urteile der Berufungsgerichte des Staates zust√§ndig. Der Staat ist in f√ľnf Gerichtsbezirke aufgeteilt, mit jeweils eigenen zust√§ndigen Berufungsgerichten. Aus jedem Bezirk wird ein Richter von der allgemeinen Wahlbev√∂lkerung gew√§hlt, der Mitglied des Obersten Gerichtshofs wird; eine Ausnahme hierzu ist das erste Bezirk, das f√ľr das Cook County zust√§ndig ist ‚Äď aufgrund der gro√üen Bev√∂lkerung dieses Bezirks werden hier drei Richter zum Obersten Gerichtshof gew√§hlt. Erstinstanzlich zust√§ndig sind meistens die Circuit Courts.

Rechtsordnung

Die Todesstrafe wurde zum 1. Juli 2011 abgeschafft, bereits seit 2000 gilt ein Vollstreckungsmoratorium.[10]

Obwohl keinesfalls der erste Bundesstaat, der die m√§nnliche Homosexualit√§t bestrafte, wurde Illinois 1827 der erste Bundesstaat, der f√ľr Personen, die wegen ‚ÄěSodomie‚Äú verurteilt waren, das Wahlrecht und das Recht, als Geschworene beim Gericht mitzuwirken, aberkannte. Im Zuge einer allgemeinen Strafrechtsreform war Illinois auch der erste US-Bundesstaat, der das Sodomiegesetz komplett aufhob.

Der Besitz oder Konsum von alkoholischen Getränken durch Menschen, die das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, ist in Illinois verboten; anders als in einigen Bundesstaaten, die Staatsmonopole oder besondere Lizenznehmer damit beauftragen, sind solche Getränke jedoch auch in normalen Supermärkten frei verkäuflich. Seit dem 1. Januar 2008 ist das Rauchen an öffentlichen Orten, wie in 22 anderen US-Bundesstaaten, komplett verboten.[11]

Vertretung im Kongress der Vereinigten Staaten

In den USA ist der Kongress das aus Senat und Repräsentantenhaus bestehende Gesetzgebungsorgan des Bundes mit Sitz in der Bundeshauptstadt Washington.

Senat

Illinois wird gegenwärtig durch die beiden Senatoren Richard Durbin und Mark Kirk im Senat in Washington D.C. vertreten. Der Republikaner Kirk gewann im November 2010 die Nachwahl um das bis Ende 2008 vom späteren US-Präsidenten Barack Obama gehaltene Mandat und trat daraufhin die Nachfolge des vom ehemaligen Gouverneur Rod Blagojevich unter zweifelhaften Begleitumständen ernannten Senators Roland Burris an. Dieser hatte bei der Nachwahl nicht kandidiert. Der dienstältere der beiden Senatoren, Richard Durbin, ist der Majority Whip der Demokraten im Senat.

Kommt es zu einer Vakanz, beispielsweise durch einen R√ľcktritt oder einen Todesfall, obliegt es dem jeweiligen Gouverneur des Staates, einen kommissarischen Senator zu ernennen.

Repräsentantenhaus

Illinois hat eine der größten Delegationen im Repräsentantenhaus in Washington. Mit zehn Demokraten und acht Republikanern ist die parteipolitische Verteilung relativ ausgewogen. Ein Sitz bleibt nach dem Wechsel von Mark Kirk in den US-Senat im November 2010 bis zum Januar 2011 unbesetzt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Das reale Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (engl. per capita real GDP) lag im Jahre 2006 bei USD 39.514 (nationaler Durchschnitt der 50 US-Bundesstaaten: USD 37.714; nationaler Rangplatz: 13).[12]

Illinois hat sehr fruchtbare B√∂den, die √ľberwiegend zum Soja- und Maisanbau (Corn Belt) genutzt werden. Nebenbei werden andere Produkte, wie z. B. Weizen, Sorghum oder Obst angebaut.

Neben der Landwirtschaft spielt auch die Industrie eine bedeutende Rolle. Schwerpunkt der industriellen Wirtschaft des Staates ist das zum Rust Belt geh√∂rende Chicago. Dies hat der Dichter Carl Sandburg in seinem Gedicht ‚ÄěChicago‚Äú verewigt: ‚ÄěHog Butcher for the World, Tool Maker, Stacker of Wheat, Player with Railroads and the Nation's Freight Handler; Stormy, husky, brawling, City of the Big Shoulders‚Äú. Aufgrund der g√ľnstigen Verkehrssituation, wo viele Eisenbahnrouten an der S√ľdspitze des Michigansees zusammentreffen, entwickelte sich hier eine gro√üe Schlacht- und Lebensmittelverarbeitungsindustrie. Die Wasserstra√üenanbindung von hier an den Mississippi River und den St.-Lorenz-Seeweg tragen auch zu der Rolle als Handelssitz (Chicago Board of Trade mit Rohstoffen und Termingesch√§ften, sowie Sitz mehrerer Einzelhandelskonzerne wie beispielsweise Sears) und Verkehrsknotenpunkt bei. Im S√ľden der Stadt (an der Grenze zu Indiana bei Gary), bestimmt die Eisen- und Stahlindustrie den wirtschaftlichen Schwerpunkt.

Der IT-Sektor ist unter anderem mit dem Firmensitz von Motorola in Schaumburg vertreten.

Auch in den kleineren Zentren des Landes gibt es Industrie. Diese ist zumeist eng mit der Landwirtschaft verbunden, wie beispielsweise der Landmaschinenbau (John Deere hat in Moline und Caterpillar in Peoria seinen Sitz) sowie die Agrarindustrie (Archer Daniels Midland und A. E. Staley in Decatur stellen Soja√∂l und Maissirup her). Im S√ľden des Landes gibt es Vorkommen von Kohle (eher weiche Braunkohle mit wenig Bitumen), sowie kleinere Reserven von Erdgas und Erd√∂l.

Der wirtschaftliche Anteil von Verwaltung (in der Landeshauptstadt Springfield), Versicherung (in Bloomington) und Informationstechnologie (in der Universitätsstadt Champaign) nimmt mit der wachsenden Bedeutung der Dienstleistungssektoren zu.

Verkehr

Straßen

Die Autobahnen I-24, I-39, I-55, I-57, I-64, I-70, I-72, I-74, I-80, I-88, I-90, I-94, I-155, I-180, I-190, I-255, I-270, I-280, I-290, I-294, I-355 und I-474 haben in Illinois ihren Verlauf.

Eisenbahn

Chicago, an der S√ľdspitze des Michigansees, bildet hier eine Drehscheibe f√ľr das Eisenbahnnetz, aber es gibt auch Tangentialverbindungen zu diesem Speichensystem (z. B. Cairo-Galena oder St. Louis-Indianapolis). Chicago ist der wichtigste Bahnhof f√ľr Amtrak zwischen den beiden K√ľsten. Die Vororte von Chicago werden auch von einem S-Bahn-System, METRA, bedient, das das einzige elektrifizierte Streckennetz westlich der Appalachen benutzt.

Luftverkehr

Der Flughafen O'Hare International Airport nordwestlich von Chicago gilt als einer der größten Verkehrsflughäfen der Welt.

Literatur

  • John Hoffmann: A Guide to the history of Illinois, Westport: Greenwood Press 1991

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ U.S. Census Bureau _ Census of Population and Housing. Abgerufen am 28. Februar 2011
  2. ‚ÜĎ Auszug aus Census.gov. Abgerufen am 28. Februar 2011
  3. ‚ÜĎ Auszug aus factfinder.census.gov Abgerufen am 28. Februar 2011
  4. ‚ÜĎ factfinder.census.gov
  5. ‚ÜĎ factfinder.census.gov Illinois Selected Social Characteristics
  6. ‚ÜĎ http://www.thearda.com/mapsReports/reports/state/17_2000.asp
  7. ‚ÜĎ Stuart Struever, Felicia Antonelli Holton: Koster: Americans in Search of Their Prehistoric Past, 1. Auflage 1968, Nachdruck Waveland Press 2000.
  8. ‚ÜĎ Die franz√∂sische Phase in der Geschichte des Bundesstaats ist seit langem nicht mehr Feld historischer Forschung. So ist bis heute das in Springfield aufgelegte Werk von Clarence Walworth Alvord: The Illinois Country. 1673-1881 aus dem Jahr 1920 ma√ügeblich.
  9. ‚ÜĎ www.270towin.com
  10. ‚ÜĎ Rheinische Post: Illinois schafft Todesstrafe ab, 10. M√§rz 2011.
  11. ‚ÜĎ Smoke-free Illinois
  12. ‚ÜĎ U.S. Bureau of Economic Analysis: Regional Economic Accounts

Weblinks

 Commons: Illinois ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Illinois ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen

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  • Illinois [2] ‚ÄĒ Illinois (abgek. Ill., spr. illiu√≥i [3silbig]), einer der wichtigsten unter den Staaten der nordamerikanischen Union (s. Karte ¬ĽVereinigte Staaten¬ę), begrenzt im O. vom Michigansee und Indiana, im S. von Kentucky, im W. von Missouri und Iowa, im… ‚Ķ   Meyers Gro√ües Konversations-Lexikon

  • Illinois ‚ÄĒ Illinois1 [ilőĄ…ô noi‚Ä≤; ] occas. [, ilőĄ…ônoiz‚Ä≤] n. [see ILLINOIS2 ] 1. pl. Illinois a member of a confederacy of North American Indian peoples that lived in N Illinois, S Wisconsin, and parts of Iowa and Missouri 2. the Algonquian language of this… ‚Ķ   English World dictionary

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  • Illinois ‚ÄĒ (Illineus), seit 1818 Staat der nordamerikan. Union, liegt zwischen dem See Michigan, den Staaten Indiana, Kentucki, Missouri, Jowa und Wisconsin, wird vom Missisippi, Missouri, Ohio, Wabash und Illinois bew√§ssert, ist 2615 QM. gro√ü mit ungef√§hr… ‚Ķ   Herders Conversations-Lexikon

  • Illinois ‚ÄĒ Il li*nois , n. sing. & pl. (Ethnol.) A tribe of North American Indians, which formerly occupied the region between the Wabash and Mississippi rivers. [1913 Webster] ‚Ķ   The Collaborative International Dictionary of English


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