Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern

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Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern
Logo der IVW

Die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbetr√§gern e. V. (Abk.: IVW) wird von den Medienunternehmen, den Werbungtreibenden sowie den Werbe- und Media-Agenturen in Deutschland unterhalten. Inhalt ihrer T√§tigkeit ist das Sammeln valider Daten und deren Bereitstellung f√ľr die Leistungskontrolle von Werbetr√§gern (Vergleichsdaten).

Seit Gr√ľndung der IVW am 4. November 1949 hat die Pr√ľfgemeinschaft ihre Kontrollt√§tigkeit kontinuierlich ausgeweitet und ihre einzelnen Pr√ľfverfahren an die neuen Anforderungen des Werbemarktes angepasst. Sie wurde von den Verlagen in Zusammenarbeit mit dem ‚ÄěZentralverband der Deutschen Werbewirtschaft‚Äú (ZAW) gegr√ľndet. Die IVW ist eine Unterorganisation des ZAW, aber seit 1955 rechtlich selbstst√§ndig. Vorsitzender der IVW ist der Pr√§sident des ZAW. Die IVW erhebt und kontrolliert heute Verbreitungsdaten zu beinahe der gesamten Angebotspalette von Werbetr√§gern in Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

Funktion und Ziel der IVW

Paragraph 1 der IVW-Satzung lautet ‚Äězur F√∂rderung der Wahrheit und Klarheit der Werbung und damit zur Sicherung eines echten Leistungswettbewerbs vergleichbare und objektiv ermittelte Unterlagen √ľber die Verbreitung eines Werbemittels‚Äú. Die IVW ist der International Federation of Audit Bureaux of Circulations (IFABC) angeschlossen. Urspr√ľnglich als Einrichtung zur Auflagenkontrolle von Printmedien geschaffen, wurde der T√§tigkeitsbereich der IVW im Laufe der Jahrzehnte auf weitere Medien der Bereiche Online, H√∂rfunk- und Fernsehen, Au√üenwerbung und Filmtheater ausgedehnt. F√ľr diese gelten jeweils spezielle Richtlinien und Kriterien.

Zu den Mitgliedern der IVW zählen verschiedene Unternehmen und Organisationen, die sich wie folgt zusammensetzen[1]:

  • 1.265 Verlage,
  • 721 Online-Anbieter
  • 35 H√∂rfunk- und Fernsehveranstalter oder deren Werbegesellschaften,
  • 15 Unternehmen der Au√üenwerbung,
  • 46 Werbeagenturen,
  • 15 werbungtreibende Unternehmen,
  • 39 sonstige Mitglieder.

Seit 1949 ermittelt, pr√ľft und beglaubigt die IVW objektiv die Verbreitung von Werbetr√§gern nach objektivierten Ma√üst√§ben. Sie liefert mit ihren Arbeitsergebnissen als zuverl√§ssig beurteilte Daten f√ľr Verbraucher, professionelle Werbungtreibende und f√ľr den Leistungswettbewerb der Medien untereinander. Damit haben sich Medienanbieter, Werbungtreibende und Werbeagenturen ein effektives Kontrollsystem geschaffen, das unter ihrer gemeinsamen Aufsicht steht.

Als vom Staat unabh√§ngige, nichtkommerzielle und zur Neutralit√§t verpflichtete Pr√ľfinstitution versorgt die IVW die Medien- und Werbebranche sowie die interessierte √Ėffentlichkeit mit grundlegenden Daten f√ľr die Vermarktung von Medien als Werbetr√§ger. Die gepr√ľften Daten werden ver√∂ffentlicht.

Bei Zweifeln an der Richtigkeit der Angaben werden auch die Vertriebsdienstleister, die Fremddruckereien und/oder die Transportunterlagen √ľberpr√ľft. Bei wiederholter Angabe von falschen Daten erfolgt der Ausschluss aus der IVW.

Pr√ľfung der Presseerzeugnisse

Die IVW ermittelt, publiziert und kontrolliert zweimal j√§hrlich von unabh√§ngigen Pr√ľfern die Auflagenh√∂he von Zeitungen, Zeitschriften und weiteren periodisch erscheinenden Presseerzeugnissen. Die zu √ľberpr√ľfenden Presseerzeugnisse sind Tageszeitungen, Wochenzeitungen, Publikumszeitschriften, Fachzeitschriften, Kalender, Telefonb√ľcher, Nachschlagewerke, Offertenbl√§tter und Kundenzeitschriften. Bei der Tagespresse und den Fachzeitschriften erhebt sie zudem auch deren geografische Verbreitung.

Bei den Printmedien ist die Mitgliedschaft bei der IVW Voraussetzung, um an Media-Analysen, Reichweitenanalysen und Leseranalysen teilzunehmen.

Die verbreitete, wie auch die verkaufte Auflagenh√∂he ist ausschlaggebend f√ľr die Festlegung der Anzeigenpreise der Verlage.

Die IVW pr√ľft die Durchschnittsauflagenzahlen eines Vierteljahres. Die IVW schreibt vor, ein Auflagenbuch f√ľr jeden Titel, der von der IVW gepr√ľft wird, zu f√ľhren. Zur Dokumentation der Auflagenzahlen werden au√üerdem einheitliche Formulare verwendet. Der Pr√ľfer fertigt nach seiner Pr√ľfung einen Pr√ľfungsbericht an.

Der Verlag muss seine angegebenen Verkaufs- und Auflagenzahlen verifizieren k√∂nnen, und die verschiedenen Auflagenarten m√ľssen klar abgegrenzt und identifizierbar sein.

Die Druckauflage wird unterteilt in:

  • Druckauflage: h√∂chste Auflagenzahl, komplette Auflage minus der Makulatur
  • Verbreitete Auflage: verkaufte Auflage plus Freist√ľcke
  • Verkaufte Auflage: Einzelverkauf, Abonnementverkauf, sonstiger Verkauf minus die Remittenden
  • Abonnierte Auflage: feste Bezieher, regul√§rer Abonnementspreis, Personalst√ľcke, Mitgliederst√ľcke, WBZ (Haust√ľrverk√§ufe), auch mit Werbeaufklebern versehene Exemplare

Die Abonnementzahlen werden unterteilt in:

  • feste Abonnements
  • Studentenabonnements
  • Sch√ľlerabonnements
  • WBZ
  • Mehrfachlieferungen
  • Teilabonnements
  • Mitgliederst√ľcke, im Rahmen eines Mitgliederbeitrags
  • Personalst√ľcke: Mitarbeiter, Tr√§ger, Angestellte
  • Lesezirkel

Die Verkaufszahlen im Einzelverkauf werden unterteilt in:

Auch die Höhe dieser weiteren Verbreitungsarten wird ermittelt:

  • Freist√ľcke: alle Exemplare, die kostenlos verbreitet werden
  • Archivexemplare
  • Belegexemplare
  • Werbeexemplare
  • Rezensionsexemplare
  • Bordexemplare

Im Impressum der jeweiligen Publikation kann ein Verlag das IVW-Zeichen abdrucken, das ihn als Mitglied des IVW ausweist. Somit kann ein Anzeigenkunde ersehen, dass die Auflagenzahlen gepr√ľft werden.

Pr√ľfung der Online-Medien

Im Bereich der Online-Medien stellt die IVW unter Verwendung von Z√§hlpixeln (ivwbox) die Gesamtanzahl der Seitenabrufe und der einzelnen zusammenh√§ngenden Nutzungsvorg√§nge von Web-Angeboten fest. Datensch√ľtzer beanstanden hierbei die unverh√§ltnism√§√üig gro√üe Anzahl von Informationen √ľber einzelne User, die in diesem Zusammenhang durch die IVW gesammelt werden, obwohl es der IVW derzeit technisch nicht m√∂glich ist, "einzelne User" namentlich zu identifizieren. Wer allerdings trotzdem nicht erfasst werden m√∂chte, kann sich selbst unter anderem mit Filtern wie Adblock oder das gezielte Sperren von Cookies sch√ľtzen. Seit dem 1. Juli 2011 werden die IP-Adressen der Internetnutzer im Z√§hlverfahren vor der Verarbeitung um 1 Byte gek√ľrzt. Gespeichert werden die IP-Adressen laut eigenen Angaben nicht, sondern als ‚Äěaggregierte Daten weiterverarbeitet‚Äú. [2] Technisch gemessen werden die Seitenzugriffe durch die INFOnline GmbH, die das Mess-System betreibt. Das √∂sterreichische Pendant dazu ist die √Ėsterreichische Web-Analyse.

Das IVW-Z√§hlverfahren f√ľr Online-Medien wurde 1997 in Deutschland eingef√ľhrt und seitdem mehrfach auf die aktuellen Entwicklungen im Online-Markt angepasst.[3] Zuletzt stellte die IVW mit der Ausweisung f√ľr November 2009 die alte Z√§hlmethode mit dem Schwerpunkt auf Seitenabrufe zugunsten von Unique Visits um.[4]

Theater, Kino

Die IVW ermittelt die Jahresbesucherzahlen der deutschen Filmtheater. Neben der Erhebung standardisierter Kennziffern zur Werbetr√§gerleistung von Medienangeboten erstreckt sich die Kontrollt√§tigkeit der IVW in einzelnen Mediengattungen auch auf die korrekte Ausf√ľhrung von Werbeauftr√§gen. So √ľberpr√ľft die IVW im Rahmen ihrer Funkmedien-Kontrolle zu ausgew√§hlten Sendetagen die termingerechte und st√∂rungsfreie Ausstrahlung von H√∂rfunk- und Fernsehspots. Au√üerdem stehen die Kontrollverfahren zur ordnungsgem√§√üen Auff√ľhrung von Werbefilmen in Kinos√§len und zu der Qualit√§tssicherung in der Au√üenwerbung unter der Aufsicht der IVW.

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Organisation - Mitgliedschaften. M√§rz 2010, abgerufen am 18. M√§rz 2011 (deutsch).
  2. ‚ÜĎ Informationen zum Datenschutz der INFOnline GmbH. Abgerufen am 30. August 2011 (deutsch).
  3. ‚ÜĎ Werbetr√§gerkontrolle - Online-Medien. Abgerufen am 23. September 2010 (deutsch).
  4. ‚ÜĎ H√ľsing, Alexander: Visits sind die neue Leitw√§hrung. 9. Dezember 2009, abgerufen am 22. September 2010 (deutsch).

Weblinks


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