InterCity

Ein InterCity, in manchen anderen Ländern Intercity (Kurzform: IC), ist eine international verwendete Zuggattung. Der Begriff wird in vielen europäischen Ländern für zumeist nationale Qualitätszüge verwendet. IC-Züge ersetzten meistens ehemalige Schnellzüge und zeichnen sich im Vergleich zu normalen Zügen durch besseres Wagenmaterial, höhere Geschwindigkeit und weniger Unterwegshalte aus. In einigen Ländern ist der IC zuschlagpflichtig, in Deutschland ist die Zuschlagpflicht mit der Einführung des neuen Preissystems entfallen, hier gilt er nunmehr als eigene Produktklasse (B). Ein IC führt in den meisten Verbindungen einen Speisewagen oder Bistro mit. Auf manchen Strecken wird nur eine Minibar zur Reisendenversorgung angeboten.

Geschichte

Erstmals wurde die Bezeichnung InterCity für schnell fahrende Züge in Großbritannien bei den British Railways eingeführt.

Bei der Deutschen Bundesbahn tauchte dieser Begriff erstmals im Jahre 1968 auf. Er stand für besonders hochwertige Züge des F-Zug-Netzes. Viele der ehemaligen TEE-Dieseltriebwagen der Baureihe VT 11.5 wurden statt im TEE-Verkehr nun in diesen Diensten eingesetzt. Sie trugen daher auf ihrer Stirnseite ein Blechschild mit der Aufschrift „InterCity“ über dem TEE-Emblem.

Die Grundidee des Intercity-Systems in Deutschland ging dabei auf einen Vorschlag des Ministerialdirigenten Wattenberg aus der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbahn aus dem April 1967 zurück, der die Einrichtung eines dichten innerdeutschen Schnelltriebwagennetzes vorschlug, mit dem alle wesentlichen Wirtschaftszentren miteinander verbunden werden sollten. Ein Jahr später billigte der Vorstand der Bundesbahn ein Betriebsprogramm. Ab Ende 1968 arbeitete eine Arbeitsgruppe an technischen und kommerziellen Fragen. Ein darauf aufbauender, umfassender Vorschlag zur Schaffung eines Intercity-Netzes wurde am 1. August 1969 vom Vorstand der DB gebilligt. Das Konzept wurde anschließend von den Oberbetriebsleitungen und den Bundesbahndirektionen in den bestehenden Fahrplan eingearbeitet. Aufgrund längerer Lieferzeiten für Reisezugwagen wurde der Beginn des Winterfahrplanabschnitts 1971/1972, am 26. September 1971, als Einführungstermin festgelegt.[1]

In der Schweiz löste der InterCity bei der Einführung des Taktfahrplans 1982 die Städteschnellzüge ab, die bis dahin auf der Ost-Westachse als SwissExpress vermarktet wurden. Die klimatisierten Wagen galten als Unterscheidungsmerkmal gegenüber den anderen Schnellzügen. Bei der Einführung des Intercity waren es nur vereinzelte Wagen, da sich die EW IV noch in Ablieferung befanden und 1982 erst wenige 1. Klasse Wagen zur Verfügung standen. Später wurde der Pflichtanteil an klimatisierten Wagen in einer IC-Stammkomposition (d.h. ohne Verstärkungswagen) auf „mindestens 80%“ festgelegt.

Die internationale Variante des InterCitys ist seit Mai 1987 der EuroCity (EC) – ein Zug, der ebenfalls höherwertiges, klimatisiertes Wagenmaterial besitzt und vereinfachte Grenzkontrollen einschließt. Die in Deutschland verkehrenden EuroCity-Züge bestehen oft aus Wagen ausländischer Bahnunternehmen – am häufigsten anzutreffen sind Waggons der SBB (Schweiz) sowie der ÖBB (Österreich) und der SNCF in Frankreich, aber auch der tschechischen ČD und der ungarischen MÁV.

Umgekehrt kann man in der Schweiz oft IC-Wagen der DB, ÖBB und der italienischen Trenitalia beobachten.

Weblinks

 Commons: InterCity – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Rolf Rückel: InterCity. Zwei-Stunden-Takt auf der Schiene. In: Deutsche Bundesbahn (Hrsg.): DB Report 72. Hestra-Verlag, Darmstadt 1972, ISBN 3-7771-0119-2, S. 197–200.

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