Intimhygiene

Sexualhygiene bezeichnet die Lehre von den gesundheitlichen Aspekten der menschlichen Sexualität, von der Erhaltung und Festigung der Gesundheit und der Verhütung sexuell übertragbarer Krankheiten, in einem engeren Sinne die Lehre von der Hygiene der männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane, die auch als Genitalhygiene oder Intimhygiene bezeichnet wird. Allgemein wird die Sexualhygiene zu den Fachgebieten der Sozial- und Präventivmedizin gerechnet, spielt aber auch in anderen Fachbereichen, beispielsweise der Gynäkologie, der Urologie und der klinischen Infektionslehre eine wichtige Rolle.

Die Sexualhygiene beschäftigt sich unter anderem mit Themen wie der Körperpflege, Empfängnisverhütung, Schwangerschaft, dem Schwangerschaftsabbruch, den sexuell übertragbaren Krankheiten, Infektionen des Genitale und der ableitenden Harnwege, dem Geschlechtsverkehr und Safer Sex.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte der Sexualhygiene

In vielen Ländern wurden hygienische Maßnahmen, beispielsweise Waschungen oder der Umgang mit der Monatsblutung in einem rituellen Zusammenhang betrachtet. So können in hinduistischen Texten wie beispielsweise dem Manusmriti und dem Vishnu Purana verschiedene Vorschriften hierzu gefunden werden.[1] Baden ist eine der fünf täglichen Pflichten (Nitya karma) im Sikhismus, sich nicht zu Baden wird in manchen Schriften als Sünde verstanden. Solche Vorschriften dienten vornehmlich einer rituellen Reinheit, da die Übertragung von Krankheiten im Zusammenhang mit unreinlichem Verhalten noch nicht bekannt war. Allerdings führten diese Maßnahmen zu einer Tradition der Körperpflege, die auch dazu beitrug, Infektionskrankheiten vorzubeugen.

Latrine in der Ostia Antica, Rom

Im antiken Rom war die persönliche Hygiene ein wichtiges gesellschaftliches Element. In den städtischen (urbanen) Siedlungsgebieten waren öffentlich zugängliche Badehäuser üblich und wurden von der Bevölkerung auch verlangt. Typisch waren neben dem regelmäßigen Austausch des Wassers auch Einrichtungen und Personal zur Massage, Depilation, zum Frisieren, Schminken und für Ölungen[2] Für die Einwohner Roms waren öffentliche und private Latrinen eine Selbstverständlichkeit, Waschungen mit Schwämmen nach der Benutzung der Toilette üblich. Abwässer wurden gezielt aus der Stadt geleitet, wodurch eine grundlegende Hygiene gewährt wurde. In der römischen Kultur wurden Unreinlichkeiten im Bezug auf Sexualität verabscheut; viele Bordelle hatten eigene Wasseranschlüsse und Reinlichkeit war unter den römischen Prostituierten offenbar üblich. Prostituierte, die sich nicht pflegten, verloren schnell ihre Kunden. Vor allem Prostituierten, die Praktiken wie Fellatio oder Analverkehr ausübten, wurde eine gewisse Unsauberkeit nachgesagt.

Der Islam legt seit seiner Entstehung im 7. Jahrhundert großen Wert auf die persönliche Hygiene. Neben der Vorschrift sich vor den Gebeten rituell zu reinigen, gibt es Vorschriften für die Benutzung der Toilette, für die Reinigung nach dem Geschlechtsverkehr, über die Entfernung von Körperhaaren, insbesondere die Intimrasur und die rituelle Beschneidung (Zirkumzision) männlicher Kinder[3]. Grundsätzlich wird im Qur'an empfohlen, ein hohes Maß persönlicher Hygiene und ritueller Reinheit aufrecht zu erhalten.

Entgegen allgemeinen Annahmen[4] und der negierenden Einstellung der Kirchenväter zur Körperlichkeit und zur Hygiene, die sich mit dem Christentum verbreitete[5] kam das Waschen mit Wasser und das Baden in Europa erst kurz nach der Renaissance aus der Mode. Zeitgenössische Wissenschaftler gingen davon aus, dass Wasser durch den Kontakt mit der Haut Krankheiten übertrage. Dies führte zur Vernachlässigung der Körperpflege zugunsten der reichlichen Verwendung von Parfüm anstelle der im Mittelalter verbreiteten Nutzung von Wasser und Seife.[6] Geschlechtskrankheiten, vor allem Syphilis, grassierten trotz des bereits erfundenen Kondoms, das ausschließlich der Empfängnisverhütung diente. Mangelhafte Aufklärung und die allgemein ablehnende Haltung der Kirche zur Sexualität führten vielfach zu illegalen und lebensbedrohlichen Schwangerschaftsabbrüchen durch die sogenannten Engelmacherinnen.

Kondom mit lateinischer Anleitung, 1813

Bis in das späte 19. Jahrhundert war der Zugang zu einer privaten Toilette und Bädern der Oberschicht vorbehalten. Die Historikerin Lynn Thorndike geht davon aus, dass sich die Menschen im mittelalterlichen Europa häufiger wuschen als die des 19. Jahrhunderts[7], die heutige Verbreitung und Bedeutung sanitärer Einrichtungen setzte sich erst im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts durch, unter anderem durch die Forschungen John Snows, der entdeckte, dass Cholera sich durch mit Faeces kontaminiertes Wasser übertrug. Gleichzeitig förderte die Entwicklung restriktiver sittlicher Vorstellungen, dass die Benutzung der Toilette und die Reinigung der Genitalien so privat wie möglich stattfinden sollte.[8] In den 1920er Jahren entwickelten sich in Deutschland auf Initiative von Ärzten und anderen Personen Vereine und Organisationen, die sich um Aufklärung im Bereich der Sexualhygiene über die persönliche Intimpflege hinaus bemühten (z. B. die Sexpol). Sie setzten sich unter anderem für den freieren Zugang zu Empfängnisverhütungsmitteln und Schwangerschaftsabbrüchen ein, vertraten teilweise sexualreformerische Ideen in Anlehnung an psychoanalytische und sexualwissenschaftliche Erkenntnisse, verfolgten teilweise aber auch rassehygienische und bevölkerungspolitische Ziele[9].

Empfehlungen zur Sexualhygiene gründen heute weitgehend auf Erkenntnissen aus Hygiene und Medizin.

Grundlagen und Bereiche

Bereits früh wurde in der arabisch-islamischen Medizin erkannt, dass es sexuell übertragbare Krankheiten gibt. Erste Erkenntnisse darüber werden Muhammad im 7. Jahrhundert zugeschrieben[10], ein erweitertes und umfassendes Verständnis der Zusammenhänge werden in Avicennas Liber Canonis (1025) deutlich.[11] Die Frauenheilkunde, die sich sowohl in der arabischen als auch in der sich weiterentwickelnden Medizin des Mittelalters mit Empfängnisverhütung, Schwangerschaft und Geburt beschäftigt, kennt eine Vielzahl von Rezepten und Heilmitteln für die verschiedenen Frauenleiden.[12] Mit den neuzeitlichen Entdeckungen auf dem Gebiet der Bakteriologie, der Übertragungswege und der Prävention insbesondere von Geschlechtskrankheiten wurde Sexualhygiene systematisiert, und es entwickelte sich ein öffentliches Interesse an dem Thema.

Die anatomischen Verhältnisse des Körpers, vor allem die Nähe des Anus zu den Genitalien, bedingen die Notwendigkeit einer konsequenten persönlichen Intimpflege, da Bakterien aus dem Darm wie beispielsweise E. coli durch unsachgemäße oder fehlende Hygiene, durch Schmierinfektionen oder durch Geschlechtsverkehr in andere Körperöffnungen eingebracht werden können und dort zu Entzündungen führen können. Pilze, Viren und Parasiten können ebenfalls durch intimen Kontakt übertragen werden. Durch sie bedingten Erkrankungen kann durch einfache Maßnahmen, wie eine regelmäßige Reinigung der äußeren Geschlechtsorgane vorgebeugt werden. Frauen sind aufgrund der im Vergleich zu Männern kürzeren Harnröhre in diesem Zusammenhang besonders gefährdet. Aufsteigende Harnwegsinfekte können zu einer Harnblasenentzündung führen, meist durch die Kontamination mit Darmbakterien.

Elektronenmikroskopische Aufnahme des Papilloma-Virus

Bei unbeschnittenen Jungen und Männern bildet sich zwischen Vorhaut und Eichel regelmäßig eine weiße bis hellgelbe Substanz, das Smegma. Wird dieses nicht im Rahmen der täglichen Intimpflege entfernt, kann es beim Mann zu Geruchsbildung und in schlimmeren Fällen zu Entzündungen teils mit Vernarbungen zwischen Eichel und Vorhaut kommen. Die Sexualpartnerinnen und auch der Mann selbst sind durch mangelnde Hygiene in diesem Bereich von einer Ansteckung mit Papilloma-Viren bedroht, einem der auslösenden Faktoren für Gebärmutterhalskrebs[13] und Peniskarzinome.

Einige Krankheiten werden durch Körperflüssigkeiten übertragen und können den nicht infizierten Partner beim Geschlechtsverkehr sowohl durch das Sperma, die Vaginalflüssigkeit oder durch Blut und Speichel anstecken. Die bedeutendsten dieser Erkrankungen aus dem viralen Spektrum sind HIV sowie Hepatitis B, Hepatitis C und Herpes genitalis. Die bekannten übertragbaren Geschlechtskrankheiten Gonorrhoe (Tripper), Syphilis (Lues), Ulcus molle und das Lymphogranuloma venereum sind hingegen bakterielle Infektionen.

Ein bewusster Umgang mit der Sexualität umfasst auch die Aufklärung und Anleitung von Kindern und Jugendlichen, sowohl auf dem Gebiet der Körperpflege als auch der Sexualität. Zielsetzung ist neben der systematischen und regelmäßigen Intimhygiene die Entwicklung eines unkomplizierten Umgangs mit Fragen zur Sexualität, beispielsweise bei notwendigen Untersuchungen durch den Gynäkologen, die Möglichkeit sich frei und informiert für eine Art der Verhütung entscheiden zu können und sich angemessen vor einer Infektion mit sexuell übertragbaren Krankheiten schützen zu können.[14] Für sexuell aktive Personen gehört auch der hygienische Umgang mit Sexspielzeug und der verantwortungsbewusste Umgang mit häufig wechselnden Sexualpartnern im Falle einer Erkrankung dazu.[15] Für ältere Menschen ist auch die regelmäßige Teilnahme an Krebsvorsorgeuntersuchungen und der Umgang mit den altersbedingten Einschränkungen der sexuellen und ausscheidenden Funktionen und den entsprechenden Hilfsmitteln ein Teil der systematischen Sexualhygiene.[16]

Weitere Felder der Sexualhygiene sind beispielsweise die Intimpflege während der Menstruation oder im Wochenbett[17], die Vermeidung nosokomialer Infektionen und das Verhalten bei urologischen Erkrankungen.[18]

Methoden der Sexualhygiene

Sexualaufklärung und Anleitung zur Sexualhygiene

Plakat einer laotischen Aufklärungskampagne gegen AIDS

Eine der wesentlichen Methoden zur Gewährleistung einer verbreiteten und systematischen Sexualhygiene ist die Aufklärung über deren Notwendigkeit, deren Grundlagen und die Möglichkeiten des Einzelnen. Dies beginnt bei der regelmäßigen Inspektion des Genitale durch den Kinderarzt und entsprechende Anleitung der Eltern zu einer grundlegenden Reinlichkeit, wird in der Schule im Rahmen der Sexualkunde bei den Heranwachsenden fortgesetzt und wird auch für Erwachsene durch verschiedene öffentliche Einrichtungen, wie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung angeboten. Auch in speziellen Lebenssituationen, beispielsweise Behinderung oder Krankheit wird beispielsweise das Pflegepersonal auf einen bewussten Umgang mit der veränderten Sexualität und der Anleitung zu einer entsprechend angepassten Intimhygiene hin geschult.[19] Ein bekanntes historisches Beispiel der öffentlichen Aufklärung waren die in den Auslandseinsätzen der Soldaten gezeigten Dokumentarfilme aus den 1940ern und später, die sich mit Sexualhygiene beschäftigten und mit denen versucht wurde, die jungen Männer vor der Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten bei Prostituierten zu schützen.[20] Nicht zuletzt durch das Aufkommen von AIDS ist die Sexualhygiene zu einem staatenübergreifenden Thema geworden, neben weltweit entstandenen privaten nationalen Initiativen und staatlichen Stellen beschäftigt sich auch die Weltgesundheitsorganisation mit der Koordination der Aufklärung der Bevölkerung.[21].

Intimpflege

Zu einer systematischen Sexualhygiene gehören sowohl das tägliche Waschen der äußeren Geschlechtsorgane mit Wasser wie auch der Wäschewechsel. Beim männlichen Genital sollte besonderes Augenmerk auf die gründliche Entfernung des Smegmas gelegt werden, was im Falle eines unbeschnittenen Penis letztlich nur durch eine Waschung bei vollständig zurückgezogener Vorhaut zuverlässig möglich ist. Intimduschen, Intimwaschlotionen und Intimlotionen sind zur regelmäßigen Reinigung des weiblichen Genitale nicht notwendig und können unter Umständen die Scheidenflora der Frau empfindlich stören und damit die Besiedelung mit Keimen und Pilzen begünstigen.[15] Bei der täglichen Reinigung empfiehlt sich eine Begutachtung des Genitale und bei Auffälligkeiten wie Brennen, Nässen, Ausfluss oder Knötchen der umgehende Besuch des Hausarztes oder des jeweiligen Facharztes.

Bidet zur Intimwäsche

Zur Intimpflege gehört außerdem der Schutz der Genitalien vor der Einbringung von Darmbakterien beim Toilettengang. In manchen, vor allem orientalischen, Ländern wird hierbei die Reinigung mit Wasser, in anderen Regionen wird die trockene Reinigung mit Toilettenpapier bevorzugt. Allen gemein ist die Empfehlung für das weibliche Geschlecht, sich immer von der Harnröhre in Richtung Anus zu reinigen, um Harnwegsinfekte durch bakterielle Verunreinigung zu vermeiden, sowie Waschungen nur mit der Hand durchzuführen und auf Waschlappen, auf denen Keime siedeln können, zu verzichten. Besonders einfach und zuträglich für die persönliche Hygiene ist die Benutzung eines sogenannten Dusch-WC. Darunter versteht man eine Toilette, die mit Warmwasser Anus und Vagina reinigt. Für die Pflege bei Urin- oder Stuhlinkontinenz gibt es spezielle Hilfsmittel, die sowohl zur Selbstpflege als auch durch Pflegekräfte eingesetzt werden und die Haut vor Feuchtigkeit und Staunässe schützen.[22]

Im weiteren Sinne gehört die Auswahl und Information über Hygieneartikel für die Pflege während der Menstruation, beispielsweise Kenntnisse über Vor- und Nachteile von Damenbinden und Tampons, deren korrekte Anwendung und Entsorgung zur Intimpflege der Frau. Dies gilt entsprechend für die Verwendung von Vorlagen oder Slipeinlagen im Wochenbett, bei Ausfluss oder Krankheit und die notwendige Wäschepflege um eine Re-Infektion beispielsweise mit Pilzen zu verhindern.[17] Hierzu gehört auch die Wahl der Unterwäsche im Hinblick auf ihre Waschbarkeit und Luftdurchlässigkeit.[15]

Abhängig von Tradition, Religion, persönlichen Vorlieben und gesellschaftlichen Trends gehören in manchen Kulturkreisen weitere Maßnahmen zur Intimpflege, ein weit verbreitetes Beispiel hierzu ist die Schamhaarentfernung, die je nach Durchführung auch zu unbeabsichtigten Verletzungen oder Hautirritationen führen kann.[23][15] Die entsprechende Wundversorgung und anschließende Hautpflege gehört in solchen Fällen ebenso zur Sexualhygiene wie beispielsweise die Pflege eines Piercings im Genitalbereich.

Hygienisches Handeln bei sexuellen Aktivitäten

Kondom

Um die Infektionsgefahr mit verschiedenen Bakterien, Pilzen, Parasiten und Viren zu verringern, ist auch bei sexuellen Aktivitäten jedweder Art hygienisches Handeln erforderlich. Prinzipiell verstehen sich die Maßnahmen der Sexualhygiene unabhängig von Geschlecht und sexueller Orientierung, auch wenn die Maßnahmen je nach Art des Geschlechtsverkehrs, beispielsweise Anal- oder Oralverkehr, und auch nach den persönlichen Vorstellungen und Voraussetzungen differieren können. So ist beispielsweise bei einigen Frauen die Anfälligkeit für Pilzinfektionen im Genitalbereich stärker ausgeprägt und andere möchten sich vor einer ungeplanten Schwangerschaft schützen.

Zu den allgemeinen Maßnahmen gehören beispielsweise die Anwendung von Kondomen und Lecktüchern zur Vermeidung von Keimverschleppung bei oder die gründliche Reinigung nach verschiedenen analen Praktiken, insbesondere wenn anschließend oraler oder vaginaler Verkehr stattfindet. Hierzu zählt die gründliche Reinigung oder Desinfektion von Dildos, Butt Plugs oder Vibratoren, welche von mehreren Personen verwendet werden. Eine weitere Maßnahme ist die Harnblase nach dem Geschlechtsverkehr zu entleeren, um eventuell eingeschleppte Bakterien aus der Harnröhre zu spülen und das Genitale nach dem Verkehr mit lauwarmen Wasser abzuspülen.[15] Verletzungen und Irritationen können durch die Anwendung geeigneter Gleitmittel, möglichst geruchsfrei und auf Wasserbasis, verhindert werden. Bei der Anwendung von Gleitmitteln sollte die Verwendung von silikonbasierten Mitteln bei Sexspielzeug aus Silikon und die Anwendung von ölbasierten Mitteln wie Vaseline im Zusammenhang mit Latex, zum Beispiel Kondomen, vermieden werden, da diese durch diese Art Gleitgele beschädigt werden können.

Eine wesentliche Maßnahme zur Verhinderung einer sexuell übertragenen Geschlechtskrankheit gehört „Safer Sex“, auch wenn diese Maßgaben überwiegend dem Schutz vor einer Infektion mit HIV entwickelt wurden, werden dadurch zum Teil auch andere Geschlechtskrankheiten verhindert. Safer Sex sollte prinzipiell bei einem Partnerwechsel oder beispielsweise bei sogenannten One-Night-Stands praktiziert werden. Es sollte bei Beginn einer Partnerschaft beachtet werden, dass eine Infektion mit HIV erst nach etwa drei Monaten sicher nachgewiesen werden kann und ein negativer HIV-Test nicht bedeutet, dass andere Infektionskrankheiten wie Virushepatitiden oder Gonorrhoe ausgeschlossen werden können.

Umgang mit Erkrankung und Sexualität

Der verantwortungsvolle Umgang mit dem Sexualpartner schließt ein, diesen von eventuellen Erkrankungen des Genitales zu informieren oder sich nötigenfalls ebenfalls therapieren zu lassen, beispielsweise um die bei Pilzen häufig vorkommenden „Ping-Pong-Infektionen“, bei denen sich die Partner gegenseitig immer wieder anstecken, effektiv behandeln zu können. Patienten, die wegen urologischen oder gynäkologischen Krankheiten behandelt werden, müssen unter Umständen zeitweise ganz auf genitale Praktiken verzichten.[24] Oral-genitaler Kontakt bei „Fieberbläschen“, Soor oder Aphthen im Mund sollte vermieden werden, genauso sollte bei Entzündungen oder Zahnfleischblutungen auf orale Praktiken verzichtet werden. Mit HIV oder anderen übertragbaren Geschlechtskrankheiten Infizierte sollten sich, am besten gemeinsam mit ihrem Partner, von ihrem behandelnden Arzt informieren lassen, wie eine Übertragung der Krankheit vermieden werden kann und welche Maßnahmen notwendig sind um dennoch eine erfüllte Sexualität leben zu können.

Weitere Bereiche

Literatur

  • Liliane Juchli, Sylvia Zehnder-Helbling, Schweizerisches Rotes Kreuz (Hrsg): Intimpflege, RECOM, 1996. ISBN 3897520613
  • Jacob Lipman: Soap, Water, and Sex: A Lively Guide to the Benefits of Sexual Hygiene and to Coping with Sexually Transmitted Diseases, Prometheus Books, 1998. ISBN 1573921939
  • Mechthild Seel: Die Pflege des Menschen, Schlütersche, 1998. ISBN 3877069967
  • Brigitte Sachsenmaier: Inkontinenz: Hilfen, Versorgung und Pflege, Schlütersche, 1991. ISBN 3877063292
  • Trude Ausfelder: Alles, was Jungen wissen wollen, Erika Klopp Verlag GmbH, 2004. ISBN 3781701018
  • Trude Ausfelder: Alles, was Mädchen wissen wollen, Erika Klopp Verlag GmbH, 2004. ISBN 378170100X

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Sulabh International Museum of Toilets
  2. Ovid, Ars amatoria III, 200 ff.
  3. Layla Beicht: Untersuchung zur Sexualhygiene bei arabischen und deutschen Patientinnen, Dissertation 2006, S. 5 - Einleitung
  4. The Bad Old Days — Weddings & Hygiene
  5. Ablutions or Bathing, Historical Perspectives
  6. Middle Ages Hygiene
  7. Tales of the Middle Ages - Daily Life
  8. Poop Culture: How America is Shaped by its Grossest National Product. ISBN 1-932-59521-X
  9. vgl. Marc Rackelmann: Was war die Sexpol?, Sexualwissenschaften bis 1933: Magnus Hirschfeld und sein Berliner Institut für Sexualforschung
  10. Lawrence I. Conrad and Dominik Wujastyk (2000), Contagion: Perspectives from Pre-Modern Societies, "A Ninth-Century Muslim Scholar's Discussion". Ashgate, ISBN 0754602583
  11. George Sarton: Introduction to the History of Science, 1927-31 Letzter Zugriff am 16 Juni 2008]
  12. Britta-Juliane Kruse: "Die Arznei ist Goldes Wert": Mittelalterliche Frauenrezepte. Sexualitat, Schwangerschaft und Geburt im Mittelalter. , Walter de Gruyter, 1999. ISBN 3110147033
  13. Cervical-Cancer: Informationen über HPV, Ansteckung und Auslöser des Zervixkarzinoms Letzter Zugriff am 17. Juni 2008
  14. Michael Kirschbaum: Checkliste Gynäkologie und Geburtshilfe: 175 Tabellen, Georg Thieme Verlag, 2005. Seite 404-405. ISBN 3131262923
  15. a b c d e Public Health, KC: Feminine Hygiene
  16. Mechthild Seel: Die Pflege des Menschen, Schlütersche, 1998. Seite 814-817. ISBN 3877069967
  17. a b Seel, Seiten 871-880
  18. Seel, Seite 846-852
  19. S. Kränzle, U. Schmid, C. Seeger: Palliative Care: Handbuch für Pflege und Begleitung, Springer, 2007. Seiten 114 ff. ISBN 3540723242
  20. Beispielsweise "Sex Hygiene" (1942), Sexualhygiene in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
  21. Zusammenfassung der WHO über nationale und internationale Aufgaben und ihre Aufgaben in der AIDS-Prävention und HIV-Behandlung
  22. Brigitte Sachsenmaier: Inkontinenz: Hilfen, Versorgung und Pflege, Schlütersche, 1991. ISBN 3877063292
  23. Kürzen und Rasur der Schamhaare - Hinweise und Methoden. Letzter Zugriff am 17. Juni 2008
  24. Vgl. Seel, Seiten 848 ff.

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