Islamische Expansion

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Islamische Expansion
Die islamische Expansion bis 750

Die Islamische Expansion bezeichnet die Eroberungspolitik der Araber von der Mitte der 630er Jahre an und (in diesem Artikel) die weitere Ausdehnung des Islam bis ins 8. Jahrhundert hinein. Der Schwerpunkt des Artikels liegt auf der militĂ€rischen Expansion. Die wissenschaftliche und kulturelle Entwicklung wird im Artikel BlĂŒtezeit des Islam dargestellt.

Mit dem Beginn der islamischen Expansion wird hÀufig auch das Ende der Antike angesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Ausgangssituation

Der islamische Machtbereich erstreckte sich beim Tod des Religionsstifters Mohammed 632 n. Chr. auf die Arabische Halbinsel,[1] deren Randgebiete weitgehend unter der Kontrolle Ostroms und des Sassanidenreichs standen.

Diese beiden GroßmĂ€chte der SpĂ€tantike hatten sich bei ihrer Grenzverteidigung lange großteils auf arabische StĂ€mme verlassen. Doch hatte der sassanidische Großkönig Chosrau II. das Reich der Lachmiden, deren Hauptstadt Hira im heutigen SĂŒdirak lag, bereits um 602 vernichtet. Wenig spĂ€ter hatten die Araber in einem kleineren Gefecht mit den Persern festgestellt, dass ihre leichte Reiterei den schwer gepanzerten sassanidischen Kataphrakten gewachsen bzw. ĂŒberlegen war.

Als Mohammed gestorben war, kam es unter den muslimischen Arabern zu einer Abfallbewegung (ridda), da viele StĂ€mme der Ansicht waren, nur dem Propheten selbst verpflichtet gewesen zu sein. Der erste Kalif entschied sich, weiter an einem nicht nur religiösen, sondern auch politischen FĂŒhrungsanspruch festzuhalten, und unterwarf die AbtrĂŒnnigen militĂ€risch; zugleich hielt man Ausschau nach neuen, gemeinsamen Feinden. Die Araber hatten bereits lange zuvor Raub- und PlĂŒnderungszĂŒge unternommen. Da aber der Islam den Muslimen untersagte, einander zu ĂŒberfallen, wĂ€hrend Mohammed zugleich die Verbreitung der neuen Religion gepredigt hatte, kamen religiöse, ökonomische und innenpolitische Motive zusammen, die die Araber antrieben, bereits ab 632 militĂ€risch ĂŒber die Grenzen der Arabischen Halbinsel hinaus vorzustoßen.

BegĂŒnstigt wurden sie dabei durch die damalige ungewöhnliche SchwĂ€che ihrer Gegner: Die Oströmer (Byzantiner) stĂŒtzten sich seit dem fĂŒnften Jahrhundert vielfach auf die teilweise christlichen arabischen Ghassaniden, die sĂŒdlich von Damaskus herrschten. Doch waren sowohl Ostrom als auch Persien von einem langen Krieg erschöpft, den sich beide bis 629 geliefert hatten (siehe dazu Römisch-Persische Kriege). Beide Reiche waren ganz aufeinander fixiert und militĂ€risch nicht auf einen Angriff der Araber eingerichtet. Kurz vor dem Tod des Kaisers Herakleios (610 bis 641), der die Sassaniden mit MĂŒhe besiegt und so sein Reich noch einmal gerettet hatte, sollte dann die Hauptphase der arabisch-islamischen Expansion beginnen – ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, als die Römer die Zahlungen an ihre arabischen VerbĂŒndeten einstellten und hohe Abgaben von den zurĂŒckeroberten Gebieten einforderten, um die Kriegskosten zu decken.[2]

Islamische Expansion

Die arabische Eroberung des römischen Orients

Solidus des Herakleios mit seinen Söhnen Konstantin III. und Heraklonas

Bereits 629 war ein islamisch-arabisches Heer plĂŒndernd in PalĂ€stina eingefallen, jedoch im September bei Muta von oströmischen und verbĂŒndeten christlich-arabischen VerbĂ€nden geschlagen worden. Im Herbst 633 rĂŒckte nun wieder eine starke Armee nach PalĂ€stina und Syrien vor. Sie konnte kleinere kaiserliche VerbĂ€nde schlagen, kam aber insgesamt nur langsam voran. TatsĂ€chlich leisteten die oströmischen Grenztruppen zum Teil wohl erbitterten Widerstand. So forderte der Kalif Abu Bakr beim Kommandeur der Truppen im SĂŒdirak, Chalid ibn al-Walid, dringend VerstĂ€rkung an:

Beeilt euch! Beeilt euch! Denn bei Gott, die Eroberung eines Dorfes in Syrien kommt mich teurer zu stehen als eine große Provinz im Irak.[3]

Mit Hilfe der angeforderten VerstĂ€rkung wurde der lokale römische Widerstand nun gebrochen. Kaiser Herakleios, der nicht mit einem Angriff von solcher Wucht aus der WĂŒste gerechnet hatte, sandte nun stĂ€rkere Truppen nach Syrien, die jedoch Mitte 634 sĂŒdwestlich von Jerusalem geschlagen wurden.

Bald darauf eroberten die Araber nach lĂ€ngerer Belagerung Damaskus. Der Kapitulationsvertrag der Stadt sollte Modellcharakter erhalten: Die nicht-muslimische Bevölkerung sollte eine Kopfsteuer (dschizya) entrichten, war dafĂŒr aber von den islamischen Steuern, der Zakat und der Sadaqa befreit. Außerdem wurde den Christen und Juden die freie AusĂŒbung ihrer Religion gewĂ€hrt.[4]

Am 20. August 636 fand dann die Schlacht am Jarmuk im heutigen Jordanien statt. Die oströmischen Truppen – vielleicht 40.000 Mann, eventuell aber auch deutlich weniger – waren zwar zunĂ€chst wohl in der Überzahl, jedoch auch erschöpft vom Marsch. Vor allem fĂŒhrten Streitigkeiten innerhalb ihrer militĂ€rischen FĂŒhrung zu schweren Fehlern. Die Überlegenheit der arabischen schnellen leichten Reiterei ĂŒber die römischen Panzerreiter, insbesondere aber die Streitigkeiten im kaiserlichen Oberkommando, VerstĂ€ndigungsprobleme innerhalb des multiethnischen Heeres und topographische Nachteile vor Ort bewirkten schließlich, dass die Oströmer, deren arabische VerbĂŒndete zudem angeblich teilweise zu Beginn des Gefechts zu den Muslimen ĂŒberliefen, nach einem erbitterten Kampf entscheidend geschlagen wurden. Ein weiteres kaiserliches Aufgebot wurde wenig spĂ€ter in der Ebene zwischen Emesa und Damaskus besiegt. Damit war das bislang christlich-römisch bestimmte Schicksal Syriens und PalĂ€stinas besiegelt. Kaiser Herakleios, der nur wenige Jahre zuvor mit MĂŒhe die Perser abgewehrt hatte, sah sein Lebenswerk zusammenbrechen und verließ Antiochia, bevor auch diese Stadt an die Araber fiel. Die kaiserlichen Armeen zogen sich nach Kleinasien zurĂŒck, und Herakleios fiel angeblich in Lethargie. Die StĂ€dte Syriens leisteten zwar teilweise selbststĂ€ndig Widerstand, doch letztlich fielen alle an die Eroberer.

SpĂ€testens 638 kapitulierte auch das isolierte Jerusalem zu gĂŒnstigen Bedingungen, wĂ€hrend die bedeutende Hafenstadt Caesarea Maritima sich dank der kaiserlichen Flotte noch bis 640 halten konnte. Den Arabern stand nun keine römische Feldarmee mehr im Weg, so dass sie im Herbst 640 nach Ägypten vorstießen, wo sie im Juli 641 die schwachen kaiserlichen Truppen, die dem dortigen Statthalter Theodorus unterstanden, in der NĂ€he des heutigen Kairo schlugen. Alexandria, die Weltstadt des Hellenismus, fiel endgĂŒltig 642 in ihre HĂ€nde, nachdem eine letzte Gegenoffensive der Oströmer gescheitert war. Nachdem der organisierte militĂ€rische Widerstand der kaiserlichen Truppen gebrochen war, arrangierte sich der grĂ¶ĂŸte Teil der Zivilbevölkerung in Syrien und Ägypten mit den Arabern – dies vielleicht umso eher, als die dortigen Christen zumeist „Miaphysiten“ waren und sich im Dauerstreit mit den „orthodoxen“ Kaisern befunden hatten. Inwieweit Streitigkeiten innerhalb der christlichen Kirche zum Erfolg der Araber beitrugen, ist aber in der Forschung inzwischen wieder sehr umstritten. Als wichtiger gilt heute oft der Umstand, dass Syrien und Ägypten zuvor jahrelang sassanidisch gewesen und erst seit kurzem wieder oströmisch geworden waren; die kaiserliche Verwaltung hatte dort kaum wieder Fuß fassen können, als die Muslime angriffen. So musste es vielen Einheimischen so vorkommen, als wechsle man lediglich zum dritten Mal in zehn Jahren die Herren. LoyalitĂ€t gegenĂŒber Konstantinopel scheint allenfalls die hellenisierte Elite empfunden zu haben. So hatten die Araber leichtes Spiel, sobald die regulĂ€re Armee des Kaisers geschlagen war. VerstĂ€rkt wurde die Bereitschaft, sich mit den Muslimen zu verstĂ€ndigen, auch dadurch, dass Kaiser Herakleios nach 630 verlangt hatte, die Steuern, die wĂ€hrend der Zeit der persischen Besatzung fĂ€llig geworden waren, nun auf einen Schlag nachzuzahlen (im Falle von Damaskus etwa forderte die kaiserliche Kasse 100.000 GoldstĂŒcke). Die Abgaben, die die Araber verlangten, waren hingegen weitaus niedriger.

Im Norden ĂŒberrannten die Araber Armenien bis in die 650er Jahre, wĂ€hrend in Kleinasien die Gebirgskette des Taurus ein schnelles Vordringen verhinderte. Dies rettete den Rumpf des Imperiums vor dem Untergang. Die Oströmer nutzten hier erfolgreich eine Taktik der verbrannten Erde, dezentralisierten die Verteidigung und wichen einer erneuten großen Feldschlacht aus, so dass Kleinasien von ihnen trotz hĂ€ufiger arabischer RaubzĂŒge letztlich gehalten werden konnte. Ein letztes Mal zeigten die Römer damit, dass sie notfalls flexibel auf militĂ€rische Herausforderungen reagieren konnten. Der mehrjĂ€hrige innerarabische BĂŒrgerkrieg ab 656 verschaffte ihnen zudem eine entscheidende Atempause. Um 659 fiel sogar ein Teil der arabischen Truppen in Ägypten vom Islam ab, verbĂŒndete sich mit den Römern und musste von den AnhĂ€ngern des neuen Kalifen MuÊżÄwiya I. militĂ€risch bezwungen werden. Die Oströmer, deren Widerstand nach der Schlacht von Phoinix 655 schon fast gebrochen gewesen war, konnten diese Phase nutzen, um ihre Verteidigung zu reorganisieren. Konstans II., der Enkel des Herakleios, konnte die oströmische Position im Kaukasusraum stabilisieren und verlegte sodann die kaiserliche Residenz fĂŒr einige Jahre nach Sizilien, um einen Gegenschlag vorzubereiten, zu dem es aber nicht kam. Zwei großangelegte arabische Angriffe auf Konstantinopel wurden danach abgewehrt (siehe unten); doch genĂŒgten die oströmischen KrĂ€fte, die nach dem langen Perserkrieg erschöpft waren, nicht mehr fĂŒr eine erfolgreiche Gegenoffensive.

In Nordafrika kĂ€mpften sich die Araber bis ins heutige Marokko vor. Das oströmische Karthago vermochte sich jedoch bis 697/698 zu halten, denn die Berber bekĂ€mpften zunĂ€chst die Araber, wie sie zuvor auch die Römer bekĂ€mpft hatten. Doch fĂŒr Ostrom bzw. Byzanz blieb entscheidend, dass das Imperium mit den vorderorientalischen Besitzungen zwei Drittel seines Territoriums, drei Viertel seiner Steuereinnahmen und ĂŒber die HĂ€lfte der Bevölkerung verloren hatte. Die arabischen Razzien fĂŒhrten zudem auch in Kleinasien zum Untergang der meisten Poleis, die nun aufgegeben oder durch kleine, befestigte Siedlungen – man nannte ein solches Wehrdorf Kastron – ersetzt wurden.

Byzanz brauchte zwei Jahrhunderte, um sich von diesem Schock zu erholen und wieder zu einer (begrenzten) Offensive ĂŒberzugehen. Doch blieb der Verlust nordafrikanischer Territorien wie auch von großen Teilen Syriens und PalĂ€stinas endgĂŒltig; er besiegelte das Ende der spĂ€tantiken Phase des Reiches, das in der Folge administrativ, militĂ€risch und strukturell einen massiven Wandel durchlief. Die alte senatorische Aristokratie war bereits wĂ€hrend der Herrschaft des Phokas schweren SchlĂ€gen ausgesetzt gewesen, mit dem Arabereinfall verschwand sie fast ganz, und mit ihr die antike Lebensart sowie der Großteil der klassischen Bildung. Sie wurde durch eine neue Elite aus militĂ€rischen Aufsteigern ersetzt.

Trotz einer insgesamt toleranten Haltung der arabischen Eroberer, berichten mehrere Quellen, dass diese Eroberungen nicht ohne Gewaltakten an der Bevölkerung abgelaufen sind. Der Ă€gyptische Christ Johannes von Nikiu berichtet in seiner wohl um 660 verfassten Chronik von Übergriffen seitens der Araber wĂ€hrend der Eroberung des Nillandes, wenngleich andere Quellen ein positiveres Bild vermitteln.[5] Die arabischen EroberungszĂŒge verliefen aber offensichtlich allgemein nicht ohne Zerstörungen und PlĂŒnderungen.

Die Zahl der Konvertiten blieb in den eroberten Gebieten zunĂ€chst offenbar gering, da sich die damit verbundenen Vorteile in den ersten Jahrzehnten in engen Grenzen hielten: Bis zur MachtĂŒbernahme der Abbasiden konnten unabhĂ€ngig von der Religion nur MĂ€nner Karriere machen, die eine arabische Herkunft nachzuweisen vermochten. Erst als diese BeschrĂ€nkung im 8. Jahrhundert aufgegeben wurde, traten Angehörige der Oberschichten und bald auch viele andere Menschen in großer Zahl zum Islam ĂŒber.

Das oströmische Kleinasien war noch jahrzehntelang von arabischen Angriffen betroffen, was sich auch auf das dortige Alltagsleben auswirkte. Zahlreiche FlĂŒchtlinge strömten in die verbliebenen byzantinischen Gebiete und stĂ€rkten somit langfristig gesehen das Kaiserreich, das nun gĂ€nzlich seinen lateinisch-römischen Charakter verlor und sich zum griechisch-byzantinischen Reich des Mittelalters wandelte.[6]

Die arabische Eroberung des sassanidischen Perserreiches

Die islamische Expansion bis 945.
Aus G. Droysens Historischem Handatlas, 1886

Etwa gleichzeitig mit der Invasion der römischen Besitzungen begann auch die Eroberung des Sassanidenreichs, das seit ĂŒber 400 Jahren neben den Römern die wichtigste Macht in der Region gewesen war. In Mesopotamien kamen die Araber zunĂ€chst schnell voran, da der Puffer durch die persischen Vasallen nach dem Ende der Lachmiden weggefallen war. Besonders die Macht- und BruderkĂ€mpfe der Sassaniden nach dem verlorenen Krieg gegen Herakleios schwĂ€chten das persische Widerstandsvermögen. Zwischen 628 und 632 regierten 14 verschiedene Herrscher, darunter zwei Frauen. Erst 632 war wieder innere Ruhe eingekehrt; der neue Großkönig Yazdegerd III. verweigerte den Arabern den geforderten Tribut und bereitete energisch die Verteidigung vor. TatsĂ€chlich konnte ein erster arabischer Angriff 634 in der Schlacht an der BrĂŒcke erfolgreich abgewehrt werden.

Bei Kadesia im SĂŒdirak kam es dann 636 zur ersten entscheidenden Schlacht (nach anderen Quellen 637 oder 638). Der sassanidische spahbedh („Reichsfeldherr“) Rostam Farrokhzād, der die westlichen Grenztruppen befehligte, kam nach erbittertem Kampf ums Leben, und den Arabern fiel das reiche Mesopotamien samt der sassanidischen Hauptstadt Ktesiphon (mit dem Staatsschatz) in die HĂ€nde. Der schnelle Zusammenbruch der sassanidischen Grenzverteidigung im Zweistromland war dabei vielleicht auch durch die Reformen bedingt, die Chosrau I. im 6. Jahrhundert durchgefĂŒhrt hatte: Seither stand immer nur eine Grenzarmee eventuellen Angreifern gegenĂŒber, wĂ€hrend in der Tiefe keine weiteren Truppen gestaffelt waren. Mit der Niederlage von Kadesia scheinen die sassanidischen Soldaten, deren Prestige bereits durch die Niederlage gegen Herakleios beschĂ€digt gewesen war, ihren Nimbus verloren zu haben; die Quellen berichten davon, dass sich die Bewohner Mesopotamiens gegen die persischen und armenischen Truppen des Großkönigs erhoben und vielfach zu den siegreichen Arabern ĂŒbergelaufen seien. 639 gelang diesen die Einnahme der reichen Provinz Chuzistan.

Die weiteren Abwehrmaßnahmen der Perser verliefen zunĂ€chst unkoordiniert, spĂ€ter verstĂ€rkte sich der Widerstand aber wieder. Besonders im persischen Kernland, der iranischen Hochebene östlich des Tigris, kamen die Araber anfangs nur langsam voran, und offenbar wurde erwogen, weitere Offensiven gegen Iran einzustellen. 642 bereitete aber Yazdegerd III. eine große Gegenoffensive vor, und so versammelten auch die Araber ein starkes Heer. Nun entschied sich das Schicksal der Sassaniden. Bei Nehawend, sĂŒdlich des heutigen Hamadan in Iran, kam es zur Entscheidungsschlacht. Die Perser waren wohl in der Überzahl, allerdings sind Zahlen von 150.000 Mann oder mehr dem Bestreben arabischer Chronisten zuzuschreiben, den Sieg noch glorreicher erscheinen zu lassen. Das sassanidische Heer zĂ€hlte wohl höchstens 70.000 Mann, eher 40.000; die Araber fĂŒhrten etwa 37.000 Mann in die Schlacht. ZunĂ€chst schienen die Perser zu siegen, doch dann wurden sie von den Arabern, die selbst schwere Verluste erlitten, aus ihrer Position gelockt und nach hartem Kampf niedergemacht. Die schwergepanzerte sassanidische Kavallerie konnte gegen die leichte, schnell operierende arabische Reiterei wenig ausrichten. Die Perser unterlagen, und damit stand auch das iranische Hochplateau den Invasoren offen. Der letzte Sassanide Yazdegerd III. zog sich schließlich in den Ă€ußersten Nordosten des Reiches, nach Merw im heutigen Turkmenistan, zurĂŒck.

Der organisierte Widerstand brach bald zusammen, viele persische Adlige verstĂ€ndigten sich offenbar mit den Invasoren, auch wenn es in der Bevölkerung immer wieder zu AufstĂ€nden kam und die Araber teils als „Teufel“ bezeichnet wurden.[7] In einigen Regionen sollte noch jahrzehntelanger Widerstand geleistet werden. 651 wurde Yazdegerd III. von einem Untergebenen getötet – noch Jahrhunderte spĂ€ter trugen dessen Nachfahren aufgrund dieser Tat den Beinamen „Königsmörder“. Versuche seines Ă€ltesten Sohnes Peroz, die Macht mit chinesischer Hilfe wieder zu erringen, scheiterten; er starb im Fernen Osten am Hof der Tang-Kaiser. Das Sassanidenreich und damit die letzte Reichsbildung des Alten Orients verschwand so von der BĂŒhne der Weltgeschichte, auch wenn die sassanidische Kultur einen starken Nachhall im Kalifat der Abbasiden fand und somit den staatlichen Untergang ĂŒberdauerte. Erst um 900 bildeten die Moslems im Iran die Mehrheit, und bezeichnenderweise behielten die Perser im Gegensatz zu den meisten anderen von den Arabern eroberten Gebieten auch ihre Sprache bei.[8]

Die arabischen Eroberungen in Europa und Zentralasien

Die Araber rĂŒsteten sich unter dem Kalifen Umar Ibn al-Chattab als Seemacht und trafen damit den Lebensnerv von Byzanz. 649 unternahmen sie einen Vorstoß nach Zypern, 655 konnten die Araber in der Schlacht von Phoinix das erste Mal eine byzantinische Flotte schlagen. 673 folgte die Eroberung von Rhodos.[9]

Zweimal, 674 bis 678 und 717/18, belagerten sie Konstantinopel, ohne dass ihnen freilich die Einnahme gelang. TatsĂ€chlich kommt dem Aufhalten der arabischen Expansion durch den ĂŒberaus fĂ€higen byzantinischen Kaiser Leon III. mindestens der gleiche Rang zu wie der spĂ€tere (und offensichtlich ĂŒberschĂ€tzte) Sieg der Franken (s.u.). Damit war der arabisch-islamische Vorstoß in Kleinasien beendet, da auch die Ressourcen bei weitem ĂŒberstrapaziert waren. Auch im Kaukasus gelang zwar 737 die Durchbrechung der chasarischen Sperrlinien und kurzzeitig die Besetzung des Chasarenreichs an der Wolga, doch 740 musste das Kalifat seine Garnisonen zurĂŒckziehen und das Gebiet aufgeben. Besonders die innerarabischen BĂŒrgerkriege sorgten denn auch dafĂŒr, dass der Osten des Iran und Teile der palĂ€stinensischen KĂŒste sowie Zypern zeitweilig der Kontrolle des Kalifats entglitten.

Al-Andalus, das von Muslimen eroberte Gebiet der Iberischen Halbinsel um 910

Im Westen erfolgte dagegen die Eroberung der nordafrikanischen KĂŒstengebiete, und 711 wandten sich die muslimischen Truppen (vorwiegend Berber) unter Tāriq ibn Ziyād bei Gibraltar (Berg des Tariq) gegen das christliche Europa und landeten in Spanien. Die Westgoten wurden im Juli 711 in der Schlacht am Rio Guadalete geschlagen. 711-719 wurde die Iberische Halbinsel erobert, bis 725 hatten sie die PyrenĂ€en ĂŒberwunden und eroberten auch die zuvor westgotische Region Septimanien in SĂŒdwestfrankreich. Dieser arabische Vorstoß in das Frankenreich wurde durch Karl Martell 732 in der Schlacht von Tours und Poitiers gestoppt, jedoch hielten die Muslime einen Landstrich um Narbonne bis 759. In der Folgezeit entstand, nach dem Ende des umayyadischen Kalifats, in Al-Andalus ein selbstĂ€ndiges umayyadisches Reich, das Emirat von CĂłrdoba, das spĂ€ter zum Kalifat von CĂłrdoba wurde.

Im Osten drangen die Araber bis 712 an die Grenzen Chinas und Indiens vor. In Transoxanien eroberten sie die tĂŒrkischen Besitzungen, verbunden mit deren langsamer und folgenschwerer Islamisierung, wobei den Arabern teils hartnĂ€ckig Widerstand geleistet wurde.[10] Bald unternahmen die Araber auch erste VorstĂ¶ĂŸe nach Sindh; ein weiteres Ausgreifen nach West-und Zentralindien wurde jedoch durch die Niederlage von 738 gegen die dortigen Regionalherrscher verhindert, deren Armeen den arabischen Truppen durchaus gewachsen waren. 751 besiegten die Araber schließlich in der Schlacht am Talas ein chinesisches Heer, da angeblich weite Teile der Truppen die Araber als Befreier ansahen und zu ihnen ĂŒberliefen. In Folge dessen wurde der chinesische Einfluss in Zentralasien zu Gunsten des arabisch-islamischen zurĂŒckgedrĂ€ngt.

Damit verlor die erste große und entscheidende Phase der arabisch-islamischen Expansion an Dynamik. Bis zum 9. Jahrhundert gelang die Eroberung der Balearen und Siziliens, der weiteren Islamisierung Italiens waren jedoch nur begrenzte Erfolge beschieden. Über SĂŒdfrankreich drangen die Araber bis in die Schweiz vor. Die Araber konnten im Mittelmeer noch jahrzehntelang fast ungestört operieren, bevor Byzanz wieder in die Offensive ging und es damit zu einer faktischen Pattsituation im östlichen Mittelmeerraum kam. Ab dem 12. Jahrhundert kam eine SchwĂ€chung der islamischen KrĂ€fte durch die KreuzzĂŒge des christlichen Europa in die arabischen Machtzentren und die dort errichteten christlichen Reiche hinzu. Im Westen wurden die islamischen Emirate ab dem Hochmittelalter StĂŒck fĂŒr StĂŒck zurĂŒckgedrĂ€ngt; auf der Iberischen Halbinsel durch die Reconquista der christlichen Könige, die 1492 ihren Abschluss fand, und im 11. Jahrhundert durch die normannische Eroberung Siziliens.

Administrative Maßnahmen der Araber in den eroberten Gebieten

In Syrien teilten die Araber das Land nach byzantinischem Vorbild in vier Verwaltungsregionen auf. Es wurden auch griechischsprachige Verwaltungsbeamte ĂŒbernommen, was zur Folge hatte, dass Griechisch und Persisch (im ehemaligen Sassanidenreich) als Verwaltungssprache erst in der Regierungszeit Abd al-Maliks durch das Arabische ersetzt und erst im 8. Jahrhundert langsam zurĂŒckgedrĂ€ngt wurden. Offenbar Ă€nderten die Araber relativ wenig an dem bestehenden Verwaltungssystem, das ja auch effektiv arbeitete. ZunĂ€chst war der neue Großstaat aber relativ locker aufgebaut, wobei die Gouverneure weitgehend freie Hand hatten. Erst Muawiya I., der eigentliche Organisator des Kalifenreiches, schuf eine straffere Zentralverwaltung. Dabei waren in den ehemals byzantinischen Gebieten immer noch ĂŒberwiegend Christen tĂ€tig, wie etwa Sarjun ibn Mansur, der unter Muawiya fĂŒr die Finanzen zustĂ€ndig war. Die Islamisierung bzw. Arabisierung der eroberten Gebiete zog sich ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum hin und machte anfangs nur langsam Fortschritte. Das Christentum in Syrien und Ägypten blieb noch lange eine lebendige Kraft und auch der zoroastrische Glaube wurde nur nach und nach zurĂŒckgedrĂ€ngt; wohl erst um das Jahr 1000 sprach die Mehrheit der Bevölkerung Ägyptens und des Irak Arabisch, wĂ€hrend in Persien die eigene kulturelle IdentitĂ€t stĂ€rker bewahrt werden konnte.[11]

Im religiösen Bereich waren die Araber relativ tolerant, jedenfalls solange es nicht „Heiden“ betraf: AnhĂ€nger der Buchreligionen – also insbesondere Christen, Juden und Zoroastrier – mussten eine spezielle Kopfsteuer (Jizya) entrichten, durften ihren Glauben behalten, jedoch nicht in der Öffentlichkeit ausĂŒben und keine Waffen tragen bzw. wurden auch nicht zum Wehrdienst einberufen. Dieser Status wird als Dhimma bezeichnet. Abgesehen von Übergriffen wĂ€hrend der EroberungszĂŒge, kam es erst spĂ€ter (so spĂŒrbar im 9. Jahrhundert, wo Kirchen geplĂŒndert und zerstört wurden) zu grĂ¶ĂŸeren Ausschreitungen von Seiten der Moslems.[12] Ebenso nahm spĂ€ter auch die Steuerbelastung zu. Eine wichtige Quelle fĂŒr diese Repressionen stellt unter anderem die Chronik des Pseudo-Dionysius von Tell Mahre dar.[13]

Die Araber grĂŒndeten auch neue StĂ€dte (Kufa, Basra, Fustat, Kairouan, FĂšs), welche die Funktion von bedeutenden Verwaltungs- und Kulturzentren ĂŒbernahmen.

GrĂŒnde fĂŒr den Fall Persiens und fĂŒr die byzantinischen Gebietsverluste

Die GrĂŒnde fĂŒr dieses nahezu einmalige historische PhĂ€nomen werden in der Forschung immer noch diskutiert: Es ist höchstens mit dem Alexanderzug und den mongolischen Eroberungen vergleichbar, wenn auch nur entfernt. Sicher ist es aber so, dass es nicht eine allgemeingĂŒltige ErklĂ€rung fĂŒr den Erfolg der Islamischen Expansion gibt, sondern eine Vielzahl von Faktoren den Erfolg begĂŒnstigten.

Tatsache ist, dass Ostrom/Byzanz und Persien vom langen Krieg erschöpft waren. Seit 540 hatte es nur gut 20 Jahre lang Frieden zwischen den beiden MÀchten gegeben, im letzten Krieg hatten die Sassaniden die Römer an den Rand des Untergangs gebracht (siehe auch Römisch-Persische Kriege). Zudem hatte man wohl nicht mit einer derartigen religiösen Energie gerechnet, geschweige denn mit einer derartigen Invasion, wenn es auch zuvor einige Anzeichen gegeben hatte. Die Religion hatte schon im letzten römisch-persischen Krieg eine wichtige Rolle gespielt.

Nicht vergessen werden darf des Weiteren, dass die orientalischen Provinzen Ostroms erst wenige Jahre vor dem arabischen Angriff wieder in das Imperium integriert worden waren; die Identifizierung mit der fernen Zentrale in Konstantinopel, die eigentlich nur durch gnadenlose Steuereintreiber in Erscheinung trat, dĂŒrfte bei vielen Menschen gering gewesen sein. Weiter war die orthodoxe kaiserliche Reichsregierung in Syrien und Ägypten ohnehin nicht beliebt. Hier herrschte zum einen der Miaphysitismus, zum anderen spielte die ethnische (semitische) Verwandtschaft zu den Arabern eine wichtigere Rolle als vergleichsweise die Beziehung zu den europĂ€ischen Griechen und Römern. Allerdings ist es wohl keineswegs so gewesen, dass die Ankunft der Araber ĂŒberall auf Wohlgefallen stieß; oft genug beteiligten sich etwa Ägypter und Syrer am Widerstand gegen die Invasoren. Vielleicht wurde die BegrĂŒndung, dass man in Ägypten und Syrien mit der Religionspolitik der Kaiser unzufrieden war, auch von der Ă€lteren Forschung zu oft undifferenziert ĂŒbernommen; in der neueren Forschung ist diese These jedenfalls wieder sehr umstritten.[14]

Außerdem genehmigten die Araber der unterworfenen Bevölkerung die AusĂŒbung ihrer Religion gegen eine Kopfsteuer – dies galt sowohl fĂŒr die Christen wie fĂŒr die AnhĂ€nger des Zoroastrismus. Erst allmĂ€hlich wurde die Bevölkerung islamisiert, sicherlich auch, weil sonst kaum Aufstiegschancen gegeben waren und ihre Rechtsposition (siehe Dhimma) insgesamt prekĂ€r war. Vorerst durften die Eroberer auch kein Land als privates Eigentum ĂŒbernehmen (spĂ€ter Ă€nderte sich dies). Allerdings gab es reiche Beute, was fĂŒr viele StĂ€mme sicherlich ein großer Anreiz bei diesen KriegszĂŒgen war. Elemente der bisherigen Verwaltung wurden von den Arabern ĂŒbernommen. So blieb etwa Griechisch bis zum Ende des 7. Jahrhunderts die Amtssprache in den eroberten oströmischen Gebieten, und das sassanidische Steuersystem wurde in Persien beibehalten.

Schließlich war auch die oströmische Armee nach den langen Kriegen gegen die Perser demobilisiert worden und benötigte eine lange Vorlaufzeit, um wieder aktiviert zu werden. Das Sassanidenreich war durch die vorangegangene innere Krise noch zusĂ€tzlich geschwĂ€cht gewesen und wurde von den arabischen Angriffen ĂŒberrascht, bevor es zu einer Konsolidierung kommen konnte. In Persien scheint die LegitimitĂ€t der sassanidischen Könige erschĂŒttert gewesen zu sein, was dazu fĂŒhrte, dass sich viele Adlige nach den beiden Niederlagen gegen die Araber endgĂŒltig von ihrem Herrscher abwandten und eine VerstĂ€ndigung mit den Invasoren suchten.

Quellenlage

Die Quellenlage zu den arabischen EroberungsfeldzĂŒgen gegen Ostrom/Byzanz und Persien ist wie die darauf aufbauenden Rekonstruktionen sehr problematisch.[15] In der modernen Forschung nehmen inzwischen mehrere Forscher eine recht kritische Haltung gegenĂŒber den Quellen (vor allem den erst mehrere Jahrzehnte spĂ€ter entstandenen arabischen) zur islamischen Expansion und den modernen Rekonstruktionsversuchen ein.[16] Selbst Historiker, die die umfangreiche arabische Überlieferung zu den FeldzĂŒgen (futuh) heranziehen, sehen dennoch die Problematik der QuellenĂŒberlieferung und bewerten viele Aussagen skeptischer als in der Ă€lteren Forschung.[17]

Über die arabischen FeldzĂŒge berichten aus islamischer Seite unter anderem Baladhuri und Tabari detailliert, wobei ihre Schilderungen (etwa bzgl. Chronologie und Zahlenangaben) aber nicht immer zuverlĂ€ssig sind und mit Vorsicht zu benutzen sind. Aus christlicher Sicht liegen verstreute Aussagen vor, die teilweise aber recht zeitnah zum Geschehen verfasst wurde und wichtige Informationen vermitteln. Dazu zĂ€hlen etwa das armenische Geschichtswerk des Pseudo-Sebeos (das in der Forschung als zuverlĂ€ssig gilt), die Chronik des Johannes von Nikiu sowie verschiedene syrisch-christliche Chroniken. Mittelbyzantinische Autoren wie Theophanes konnten zudem auf einige heute verlorene Werke zurĂŒckgreifen. Von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die heute verlorene syrische Chronik des Theophilos von Edessa, die wichtige und wohl weitgehend korrekte Informationen enthielt; sie wurde von mehreren syrischen Autoren sowie dem christlichen Araber Agapios von Hierapolis benutzt.[18]

Neben den erzĂ€hlenden Quellen spielen ebenso MĂŒnzen, Inschriften, Papyri und Bauwerke eine Rolle, wenngleich diese nur jeweils ĂŒber (teils allerdings bedeutende) Einzelaspekte Aussage geben.

Siehe auch

Literatur

  • Averil Cameron u. a. (Hrsg.): The Byzantine and Early Islamic Near East. Band 1ff. Darwin Press, Princeton NJ 1992ff., ISBN 0-87850-107-X.
  • Fred M. Donner: Muhammad and the Believers. At the Origins of Islam. The Belknap Press of Harvard University Press, Cambridge MA u. a. 2010, ISBN 978-0-674-05097-6.
  • Fred M. Donner: The Early Islamic Conquests. Princeton University Press, Princeton NJ 1981, ISBN 0-691-05327-8.
  • James Howard-Johnston: Witnesses to a World Crisis. Historians and Histories of the Middle East in the Seventh Century. Oxford University Press, Oxford u. a. 2010, ISBN 978-0-19-920859-3.
  • Walter E. Kaegi: Byzantium and the Early Islamic Conquests. Cambridge University Press, Cambridge 1992, ISBN 0-521-48455-3.
  • Walter E. Kaegi: Confronting Islam: emperors versus caliphs (641–c. 850). In: Jonathan Shepard (Hrsg.): The Cambridge History of the Byzantine Empire. c. 500 – 1492. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 2008, ISBN 978-0-521-83231-1, S. 365ff.
  • Hugh Kennedy: The Great Arab Conquests. How the Spread of Islam changed the World we live in. Da Capo, Philadelphia PA 2007, ISBN 978-0-306-81585-0.
  • Hugh Kennedy: The Byzantine and Early Islamic Near East. Ashgate Variorum, Aldershot u. a. 2006, ISBN 0-7546-5909-7 (Variorum Collected Studies Series 860).
  • Michael G. Morony: Iraq after the Muslim Conquest. Princeton University Press, Princeton NJ 1984, ISBN 0-691-05395-2 (Princeton studies on the Near East).
  • Albrecht Noth: FrĂŒher Islam. In: Ulrich Haarmann (Hrsg.): Geschichte der arabischen Welt. 3. erweiterte Auflage. Beck, MĂŒnchen 1994, S. 11–100, ISBN 3-406-38113-8.
  • Werner Schmucker: Untersuchungen zu einigen wichtigen bodenrechtlichen Konsequenzen der islamischen Eroberungsbewegung. Selbstverlag des Orientalistischen Seminars der UniversitĂ€t, Bonn 1972 (Bonner Orientalistische Studien. NS 24, ISSN 0340-6377).
  • Thomas Sizgorich: "Do Prophets Come with a Sword?" Conquest, Empire and Historical Narrative in the Early Islamic World. In: American Historical Review 112, 2007, S. 993–1015.

Weblinks

Anmerkungen

  1. ↑ Siehe W. Montgomery Watt: Muhammad at Medina. Oxford University Press, 1962. S. 78-151 sowie Elias Shoufani: Al-Ridda and the Muslim Conquest of Arabia. University of Toronto Press, 1973. S. 10-48
  2. ↑ Eine allgemeine und wichtige Gesamtdarstellung zur Lage des oströmischen Reiches im 7. Jahrhundert hat Haldon vorgelegt: John Haldon: Byzantium in the Seventh Century. 2. Aufl. Cambridge 1997.
  3. ↑ Zitiert nach Berthold Rubin, PropylĂ€en Weltgeschichte, Bd. 5, Berlin 1990 (ND), S. 185
  4. ↑ Detailliert dazu Jens Scheiner: Die Eroberung von Damaskus. Quellenkritische Untersuchung zur Historiographie in klassisch-islamischer Zeit. Leiden 2009.
  5. ↑ Zu diesen unterschiedlichen Berichten vgl. Kennedy, The Great Arab Conquests, S. 350ff.
  6. ↑ Allgemein zur Eroberung des römischen Orients durch die Araber siehe die aktuelle Darstellung von Kennedy, The Great Arab Conquests, S. 66ff. Allgemein auch Kaegi, Byzantium and the Early Islamic Conquests.
  7. ↑ Vgl. Abd al-Husain Zarrinkub: The Arab Conquest of Iran and Its Aftermath. In: The Cambridge History of Iran. Band 4 (The period from the Arab invasion to the Saljuqs). Cambridge 1975, S. 28.
  8. ↑ Zur Eroberung des Sassanidenreiches (mit weiterer Literatur): Kennedy, The Great Arab Conquests, S. 98ff. und 169ff.
  9. ↑ Zum Krieg zur See siehe zusammenfassend Kennedy, The Great Arab Conquests, S. 324ff. AusfĂŒhrlicher ist Ekkehard Eickhoff: Seekrieg und Seepolitik zwischen Islam und Abendland. Das Mittelmeer unter byzantinischer und arabischer Hegemonie. Berlin 1966.
  10. ↑ Vgl. Kennedy, The Great Arab Conquests, S. 225ff.
  11. ↑ Zusammenfassend und mit weiterer Literatur: Chris Wickham: The Inheritance of Rome: A History of Europe from 400 to 1000. London 2009, S. 285–288.
  12. ↑ Vgl. etwa Geschichte des Christentums. Bd. 4: Bischöfe, Mönche und Kaiser (642-1054). Hrsg. von G. Dagron/P. RichĂ©/A. Vauchez. Dt. Ausgabe hrsg. von Egon Boshof. Freiburg u.a. 1994, S. 395f. und S. 430.
  13. ↑ Zur „Sicht der Besiegten“: Kennedy, The Great Arab Conquests, S. 344ff.
  14. ↑ Knapp resĂŒmierend: Wolfram Brandes: Herakleios und das Ende der Antike im Osten. Triumphe und Niederlagen. In: Mischa Meier (Hrsg.), Sie schufen Europa. MĂŒnchen 2007, S. 248–258, hier S. 257. Zu Kritik an der Ansicht, miaphysitische IlloyalitĂ€ten hĂ€tten die arabische Eroberung begĂŒnstigt, vgl. etwa John Moorhead: The monophysite response to the Arab invasions. In: Byzantion 51 (1981), S. 579-591.
  15. ↑ Speziell mit dem Problem der Überlieferung befasst sich die ausfĂŒhrliche Studie von James Howard-Johnston, Witnesses to a World Crisis. Cambridge 2010.
  16. ↑ Siehe beispielsweise Mark Whittow: The Making of Byzantium, 600-1025. Berkeley 1996, S. 82ff.
  17. ↑ Dies gilt z.B. fĂŒr Hugh Kennedy (The Great Arab Conquests, S. 12ff.) und Fred Donner (Muhammad and the Believers, S. 91f.).
  18. ↑ Vgl. dazu nun Robert Hoyland (Hrsg.): Theophilus of Edessa's Chronicle and the Circulation of Historical Knowledge in Late Antiquity and Early Islam (Translated Texts for Historians 57). Liverpool 2011.
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