Islamischer Fundamentalismus

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Islamischer Fundamentalismus
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Islamismus bezeichnet eine politische Ideologie, die sich vom Islam ableitet. Vor allem ein PhĂ€nomen des ausgehenden 19. und des 20. Jahrhunderts, liegt dem Islamismus die Ansicht zu Grunde, dass der Islam als ganzheitliche Religion, die sowohl soziale, juristische, politische und wirtschaftliche Dimensionen beinhaltet, einzige Quelle fĂŒr ein politisches System sein kann und sogar muss. Zentrale Themen islamistischer Bewegungen sind die heiligen Texte des Islam als Anlaufpunkt fĂŒr alle Fragen des öffentlichen und privaten Lebens, der Ruf nach AuthentizitĂ€t in der Religion, die Frage der Staatsform und Legislation islamischer Staaten, SolidaritĂ€t unter allen Muslimen, sowie Widerstand gegenĂŒber jeder nicht-Muslimischen Beeinflussung dieser Fragen und Fremdherrschaft. Islamistische Bewegungen können auf nationaler Ebene oder transnational agieren.

Innerhalb des Islamismus existieren parallele Strömungen, darunter der Fundamentalismus, Salafismus, und Reformislam. Einzelne Gruppen sind außerdem beeinflusst durch ursprĂŒnglich apolitische fundamentalistische Bewegungen, wie den saudischen Wahabismus und die pakistanische Ahl-i Hadith.[1]

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Begriffe „Islamismus“ und „Islamischer Fundamentalismus“ oftmals gleichgesetzt; die Begriffe sind jedoch nicht synonym anzusehen.[2]

Inhaltsverzeichnis

Der Begriff

Der Begriff „Islamismus“ ist ein breit gefasster Begriff, der verschiedene Bewegungen, Denkrichtungen und Ideologien vereint. Er leitet sich vom arabischen Begriff islamawiyya (Ű„ŰłÙ„Ű§Ù…ÙˆÙŠŰ©) ab.Im Arabischen wird er oftmals durch den Begriff al-uáčŁĆ«liyya (â€ŰŁŰ”ÙˆÙ„â€Ž uáčŁĆ«l „Wurzeln", „Fundament") ersetzt, die arabische Übersetzung des europĂ€ischen Konzeptes des Fundamentalismus. Islamisten bezeichnen sich im Arabischen neben islamiyun („Islamisten“) unterschiedlich als usuliyun („Fundamentalisten“), musalihun („Reformer“), oder salafiyun („Salafisten“).

Diese Begriffe stehen inhaltlich im Gegensatz zur islamischen Orthodoxie, mit deren Lehren Islamisten manchmal nicht ĂŒbereinstimmen. Die Islamische Orthodoxie grĂŒndet sich, im Gegensatz zu manchen Lehren der verschiedenen Islamisten-Bewegungen, auf Interpretationen der heiligen Texte des Islam aus den ersten Jahrhunderten der islamischen Geschichte, meist aus dem 8. bis 10. Jahrhundert christlicher Zeitrechnung, sowie bei den Sunniten auf die Lehre des Endes des Ijtihad, d.h. dass alle Fragen des tĂ€glichen Lebens, der Politik etc. bereits durch Interpretationen aus der Zeit des Hochislams beantwortet seien. Eine Neuinterpretierung des Koran und vor allem der Sunna kommt fĂŒr die Orthodoxie nicht in Frage.

Der bekannte Islamwissenschaftler Tilman Nagel vertritt in seinem Essay Islam oder Islamismus? Probleme einer Grenzziehung die Meinung, dass eine Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus „ohne Erkenntniswert“ sei.[3]

Geschichte

Vordenker der ersten Stunde

In der Geschichte des Islam gab es immer wieder fundamentalistische und radikale religiöse Bewegungen, die die Gesellschaft im eigenen Land zu einer RĂŒckbesinnung auf die Werte der VorvĂ€ter (al-Salaf al-salih, AD 610–855) bewegen wollten, jedoch Gewalt zur Erreichung ihrer Ziele meist ablehnten. Dazu gehören die Wahhabiten, die im 18. Jahrhundert entstanden und deren Ideologie heute die geistige Grundlage Saudi-Arabiens darstellt. Ein weiterer wichtiger „geistiger Ahne“ ist der Damaszener Rechtsgelehrte Ibn Taimiya (1263–1328). Neu im Islamismus ist der Aufruf zur Reformierung des Islam, begonnen vor allem durch Modernisierer wie Dschamal ad-Din al-Afghani und Muhammad Abduh, die Ende des 19. Jahrhunderts die LĂŒcke zwischen mittelalterlichem IslamverstĂ€ndnis und vom Westen eindringender ModernitĂ€t durch eine Reformierung der Religion schließen wollten.

Ausklang des 19. Jahrhunderts: Arabische Denker wollen das IslamverstÀndnis korrigieren

Das Ende des 19. Jahrhunderts bedeutete fĂŒr einen großen Teil der arabisch-islamischen Welt einen kulturellen und religiösen Niedergang. Das Osmanische Reich löste sich langsam in seine Bestandteile auf, Ägypten stand bereits unter britischer Herrschaft. Die Zentralregierung in Anatolien erwies sich als unfĂ€hig, die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen des beginnenden 20. Jahrhunderts aufzugreifen. Die Sultane galten als korrupt und schlechte Vorbilder fĂŒr die Muslime. Das Sultanat, das sich in seiner LegitimitĂ€t theoretisch darauf stĂŒtzte, das islamische Reich zusammenzuhalten und die Religion zu fördern, erwies sich in der RealitĂ€t als unfĂ€hig, dieser Aufgabe Herr zu werden. Massive Schulden zwangen das Osmanische Reich, europĂ€ischen GroßmĂ€chten Konzessionen und Vorteile bei Investitionen, beim Erforschen und beim Abbau von Ressourcen – etwa dem Erdöl – zuzubilligen. Ende des 19. Jahrhunderts war das Reich von Europa finanziell abhĂ€ngig.

Durch die einschneidenden Transformationen, die die arabische Welt auf wirtschaftlicher und soziokultureller Ebene durchliefen, sahen sich die muslimischen Gesellschaften mit neuen Problemen konfrontiert. Der grĂ¶ĂŸer werdende Einfluss der europĂ€ischen GroßmĂ€chte fĂŒhrte zum IdentitĂ€tsverlust; durch Migration und Urbanisierung wurden die traditionell bedeutenden Familieneinheiten zerstört, Industrialisierung und Individualisierung fĂŒhrten zu wachsender Arbeitslosigkeit und Armut. Als Antwort auf diese Probleme entwickelten muslimische Denker wie Dschamal ad-Din al-Afghani (1837–97), Muhammad Abduh (1849–1905) oder Raschid Rida (1865–1935) ein IslamverstĂ€ndnis, das vor allem eine Revitalisierung und RĂŒckbesinnung auf koranische Werte und Traditionen propagierte. WĂŒrden sich die Muslime wieder wahrhaft auf ihre Religion besinnen, so wĂŒrde die islamische Welt ihre alte StĂ€rke zurĂŒckgewinnen. Die Errungenschaften der Moderne wurden dabei nicht per se abgelehnt, sondern sollten auf der Grundlage islamischer Werte in die Gesellschaften der muslimischen Welt integriert werden. Als BefĂŒrworter von technischem Fortschritt und gesellschaftspolitischer Reform werden die muslimischen Denker dieser Zeit auch als "islamische Modernisten" bezeichnet.

Abduh und Rida verwarfen die vorherrschenden Vorstellungen der konservativ-traditionellen Rechtsgelehrten (Ulama), die zu jener Zeit vornehmlich als Instrumente der Regierung wahrgenommen wurden. Die islamischen Modernisten lehnten jede VerÀnderung der islamischen Lehre im engsten Sinne nach 855 ab, darunter die verschiedenen islamischen Rechtsschulen (Madhhabs), die sie alle als Abkehr von der wahren islamischen Lehre betrachteten.

Beginnendes 20. Jahrhundert: Eine Ideologie wird Teil des Systems

Die modernen islamistischen Bewegungen im engeren Sinne entwickelten sich in den 1920er und 30er Jahren. Das beginnende 20. Jahrhundert entwickelte eine katastrophale Dynamik fĂŒr die Menschen im Mittleren und Nahen Osten. Der 1. und 2. Weltkrieg verwĂŒsteten viele Teile des Nahen und Mittleren Ostens. Das Osmanische Reich wurde 1918 aufgelöst, wenig spĂ€ter erklĂ€rte AtatĂŒrk das Sultanat sowie das Kalifat fĂŒr abgeschafft. WĂ€hrend europĂ€ische KrĂ€fte in Technik, Wissenschaft, und vielem anderen den neuen Kolonien und Protektoraten weit ĂŒberlegen schienen, hatte die alteingesessene Orthodoxie im Islam, vor allem in den Akademien von Al-Azhar, der Moderne nichts entgegenzusetzen. Vor diesem Hintergrund gewannen die Ideen der Modernisten weiter an Bedeutung.[4][5]

Die Überreste des Osmanischen Reiches wurden von den SiegermĂ€chten des 1. Weltkrieges, Großbritannien und Frankreich, in Nationalstaaten geteilt, von denen viele unter Mandaten von Europa aus regiert wurden. Diese Zeit wird von islamischen Historikern als Zeit großer DemĂŒtigung gesehen, nicht nur des Islams als religiöser Lehre, sondern der gesamten arabischen/islamischen Zivilisation als solcher. Nach Erlangung der UnabhĂ€ngigkeit wurden in vielen der ehemaligen Mandatsstaaten sĂ€kulare oder monarchische Staatsstrukturen installiert bzw. implantiert, die den traditionellen religiösen Überzeugungen der Bevölkerungen oftmals keine Rechnung trugen.

In diesen Zeiten des Umbruchs entwickelte sich eine neue, politisch orientierte Denkschule, die den Islam als Grundlage einer idealen Gesellschaft verfocht: Bis heute maßgeblich ist etwa die 1928 von dem ehemaligen Lehrer Hassan al-Banna (1906–1949) in Ägypten gegrĂŒndete Muslimbruderschaft (Al-Ikhwan al-Muslimun). Die Muslimbruderschaft kritisierte die als „dekadent“ verachtete Monarchie, die von Großbritannien installiert worden war, sowie den Werteverfall als Konsequenz des kulturellen Niedergangs in Ägypten. Sie suchte die religiösen Dogmen wiederherzustellen und parallel alle Probleme der islamischen LĂ€nder mittels der islamischen Ordnung zu lösen. Der britische Einfluss im Land, der de facto noch bis 1952 anhielt, galt den Islamisten als Neo-Kolonialismus, der bekĂ€mpft werden mĂŒsse.[6] Westliche Wissenschaftler konstatieren im Zusammenhang mit dieser neuen Bewegung einen zunehmenden Antisemitismus in islamischen LĂ€ndern.

Der in Indien und (ab 1947) in Pakistan wirkende AbĂ» l-A’lĂą al-MaudĂ»dĂź (1903–1979) mit seiner 1941 gegrĂŒndeten Kaderpartei Jama'at-e islami ĂŒbte ebenfalls einen bedeutenden Einfluss auf den modernen Islamismus aus. In Iran entstand eine von der schiitischen Imamatslehre geprĂ€gte Sonderform des islamischen Fundamentalismus. Unter der FĂŒhrung des Ayatollah Ruhollah Musawi Khomeini (1906–1989) wurde nach der islamischen Revolution im Jahr 1979 eine Regierung auf Grundlage einer Form des schiitischen Fundamentalismus installiert. Der nun wachsende Panislamismus und der ihn begleitende Export der Revolution aus dem Iran stĂ€rkte auch geistig die verschiedenen islamistischen Bewegungen in vielen LĂ€ndern.

Nach dem Sechstagekrieg: Der Islamismus ersetzt den Nationalismus

Eine weitere wichtige Phase fĂŒr die Entwicklung des Islamismus stellt der Sechstagekrieg von 1967 und die Zeit unmittelbar danach dar. Die bis dahin vorherrschende Ideologie des arabischen Nationalismus erschöpfte sich in dem von den arabischen Staaten als demĂŒtigende Niederlage betrachteten Krieg gegen Israel. Islamismus wurde eine akzeptable Alternative fĂŒr viele, die, vom arabischen Nationalismus und Sozialismus enttĂ€uscht, nach einer ideologischen ErgĂ€nzung suchten. Viele arabische Herrscher gaben den Islamisten Privilegien, um damit den Einfluss von Nationalisten und Panarabisten zu begrenzen und um die Unzufriedenheit der Bevölkerung abzufedern. Sie erreichten damit die Eingrenzung demokratischer Rechte und konnten so den Forderungen nach demokratischen VerĂ€nderungen entgegenwirken. Die iranische Revolution 1979, obgleich von Schiiten getragen, wurde in der ganzen islamischen Welt zum Symbol und Beispiel eines lebensfĂ€higen islamischen Staates.

In den 1960er-Jahren gewannen auch radikale Islamisten (z.B. Sayyid Qutb) Einfluss, die die Gegenwart als „Dschahiliya“ (Zeit der Unwissenheit) verstanden. Es sei eine Pflicht der Muslime, dem Gesetz Gottes mittels Dschihad in den islamischen Staaten wieder zur Geltung zu verhelfen. Der Niedergang des arabischen Sozialismus, zahlreicher monarchischer Regime und des panarabischen Nationalismus fĂŒhrte zur Entstehung neuer islamistischer Gruppen in der arabischen Welt.

Golf-Kriege 1980–1988, 1990/91 und 2003

Die verschiedenen Golf-Kriege schafften ein weiteres politisches Vakuum in zahlreichen arabischen LĂ€ndern, welche die meist undemokratischen Regierungen mit keiner eigenen Ideologie ausgleichen konnten. Staaten wie Saudi-Arabien, die sich in ihrer LegitimitĂ€t unter anderem auf religiöse AutoritĂ€t berufen und die den Verlust an GlaubwĂŒrdigkeit in der eigenen Bevölkerung nach dem ersten Golfkrieg noch immer auszugleichen versuchen, finanzieren außerdem viele muslimische Vereinigungen in verschiedenen Teilen der Welt, von denen wiederum viele islamistische bzw. radikale Gesinnungen teilen. Gleichzeitig verschĂ€rften sich auch Konflikte jeweils zwischen Muslimen: So kĂ€mpften im Krieg zwischen Iran und Irak sowie im Krieg Irak gegen Kuwait Muslime gegen Muslime. Infolgedessen mehrten sich die Forderungen, in religiöser Einheit zu leben anstatt sich zu bekĂ€mpfen. Die Grenzen religiös begrĂŒndeter Bruderschaft wurden nirgends so deutlich wie in diesen Kriegen.[7]

Radikalisierung in den 1990er Jahren – Islamismus als der Faschismus des 21. Jahrhunderts?

In den 1990er Jahren radikalisierten sich zahlreiche Islamistengruppen. WĂ€hrend sich arabischer Terror in den 70er und 80er Jahren vornehmlich auf den Konflikt zwischen Israel und PalĂ€stina konzentrierte, erwuchs der radikale Islamismus der 90er Jahre zur Ideologie radikaler Gruppen, darunter terroristische Gruppierungen wie Al-Qaida („Die Basis“), insbesondere in Saudi-Arabien, Afghanistan, Pakistan und Bosnien. Der Konflikt zwischen Israelis und PalĂ€stinensern verschĂ€rfte sich.

Gleichzeitig findet in vielen islamischen Gemeinschaften eine graduelle Re-Islamisierung statt, die in Europa zu Disputen wie dem Kopftuchstreit und den Mohammed-Karikaturen fĂŒhrte. Der moderne Islamismus bedient sich unterschiedlicher Mittel: auch innerhalb der Familie durch ein an islamischen GrundsĂ€tzen orientiertes Leben, mittels Werbung fĂŒr den Islam (da'wa), durch das Streben nach allen rechtlichen Möglichkeiten fĂŒr den Islam, durch Literaturverbreitung, durch den Unterhalt sozialer Einrichtungen oder den Bau von Moscheen.

Der niederlĂ€ndische Schriftsteller Leon de Winter titulierte den Islamismus als den „Faschismus des 21. Jahrhunderts“, den er mit Terrorismus gleichsetzt: „Nach dem linken Faschismus der Sowjets, nach dem rechten Faschismus der Nazis, ist der Islamismus der Faschismus des 21. Jahrhunderts.“[8]

Insbesondere seit den AnschlÀgen vom 11. September 2001 finden daher kontroverse Neologismen wie Islamfaschismus in Bezug auf das PhÀnomen des Islamismus zunehmend Verbreitung. Die Debatte zeigt eine anwachsende Politisierung des Begriffs auch in Europa.

Ideologie

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Hauptmerkmale

Die Lehren der islamistischen Strömungen in den verschiedenen LĂ€ndern der islamischen Welt unterscheiden sich teilweise stark voneinander. Dies ist insbesondere dem Einfluss von landes- oder konfessionsspezifischen Traditionen geschuldet, wie ein Vergleich von islamischen Parteien in den LĂ€ndern des Mittleren Ostens und SĂŒdostasiens sichtbar macht. Trotzdem lassen sich gewisse Konstanten islamistischen Gedankengutes ausmachen. Dazu gehören:

1. Islam als Referenzquelle fĂŒr alle Aspekte des Lebens: Religion, Politik, Wirtschaft, Recht, Umgang zwischen Mann und Frau, Bildung und Erziehung. Hasan Al-Bannas Konzept der shumuliyyah („Gesamtheit“) des Islam stellt sich wie folgt dar:

„Islam is a comprehensive system which deals with all spheres of life. It is a country and homeland or a government and a nation. It is conduct and power or mercy and justice. It is a culture and a law or knowledge and jurisprudence. It is material and wealth or gain and prosperity. It is Jihad and a call or army and a cause. And finally, it is true belief and correct worship.[9]“

– Hasan al-Banna: The Message of the Teachings

2. Der Aufruf zur RĂŒckkehr zum „wahren“ Islam, dem des Koran und der Sunna, sowie oftmals die Weigerung, das von der sunnitischen Orthodoxie gepredigte Ende des Ijtihad anzuerkennen. Leben und Handeln der umgebenden Muslime wird als unislamisch und von falscher ReligiositĂ€t geprĂ€gt gesehen.

3. Infolge dessen Ablehnung des taqlid, d.h. religiöse und kulturelle Traditionen, die Islamisten als VerfĂ€lschung des wahren Lehre des Islam ansehen. Folgend dem Salafismus soll die Religion von allem ihr Fremden gereinigt und zum wahren Glauben der frommen VorvĂ€ter zurĂŒckgefunden werden.

4. Aufruf zur politischen und religiösen Einheit zwischen allen Muslimen (Panislamismus), der umma. Wichtige AktivitĂ€tsfelder islamistischer Gruppen sind daher Aufrufe zur SolidaritĂ€t mit Muslimen in aller Welt, besonders der PalĂ€stinenser und gegenwĂ€rtig der Iraker, beides Völker die nach Islamistischer Auffassung von einem unglĂ€ubigen Feind unterdrĂŒckt werden.

5. Staatlichkeit der Religion. Der Koran selbst sowie der Prophet Mohammed kannten keinen weltlichen Staat und keine NationalitĂ€t, genauso wenig die Kalifate und Sultanate, in denen sich ein NationalgefĂŒhl erst Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte. Der Sinn eines Staates in seiner ĂŒbergeordneten Form ist daher nicht die Beherrschung eines bestimmten Volkes, sondern die Umsetzung des göttlichen Gesetzes, der Scharia fĂŒr alle GlĂ€ubigen sowie in der ganzen Welt. Nach Überzeugung des Islamismus kann die richtige AusĂŒbung des Glaubens nur durch einen islamischen Staat garantiert werden, der auf den Gesetzen aus Koran und Sunna basiert. Das genaue Staatssystem ist umstritten, nur noch wenige islamistische Gruppen wollen nur ein Kalifat anerkennen, viele dagegen berufen sich auf verschiedene Systeme, die sich auf das Prinzip der shura (Konsultation des Herrschers mit der Bevölkerung) grĂŒnden. Essentiell bleibt, dass der SouverĂ€n im islamischen Staatssystem Gott ist, nicht das Volk.

6. Widerstand gegenĂŒber jeglicher fremder, nicht-islamischer Einmischung, Kontrolle, oder Fremdregierung durch das nicht-muslimische Ausland. Muslimische LĂ€nder dĂŒrfen nur von Muslimen regiert werden. Viele islamistische Bewegungen grĂŒnden sich auf politischen Widerstand gegenĂŒber einer Besatzungsmacht, z.B. in den PalĂ€stinensergebieten und dem Libanon.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen moderatem Islamismus und radikalem bzw. gewaltbereitem Islamismus, mit zahlreichen Strömungen, die sich zwischen den beiden Kategorien befinden. Radikale Gruppen gehören ebenso in die Kategorie „Islamisten“ wie moderate Akteure, die es anstreben, den Islam zur Richtschnur des sozialen und politischen Verhalten zu machen. Islamistische Parteien und Interessensgruppen weisen daher sehr unterschiedliche Ziele auf - moderate islamistische Aktivisten lehnen Gewalt, religiöse FĂŒhrer radikaler Gruppen sowie die EinschrĂ€nkung mancher persönlichen Freiheiten oft entschieden ab. Auch ist auf die Unterscheidung zwischen islamistischen und islamischen bzw. muslimischen Gruppen und Parteien zu achten. „Muslimische“ Gruppen und Parteien existieren ebenfalls, heben sich aber von Islamisten insofern ab, als sie nicht fĂŒr eine Politisierung der Religion einstehen. Sie fallen nicht automatisch in die Kategorie „islamistisch“.

Islamismus und Demokratie

Da die Ideologien des Islamismus starken Bezug zu einer Form von islamischen Staat, Legislatur, und Exekutive besitzt, ist das Thema Staatsform eines islamischen Staates zentral in jeder islamistischen Ideologie. Die Meinungen hierzu jedoch gehen auseinander.

Argumente gegen die Demokratie als Staatsform basieren auf der Annahme, dass die Demokratie als Ideologie selbst den theologischen GrundsĂ€tzen des Islam entgegenstehe: zentral ist die Betonung von der SouverĂ€nitĂ€t Gottes (hukm illah oder hakimiyyat lillah bei Abul Ala Maududi und Sayyid Qutb), was jede Form einer SouverĂ€nitĂ€t des Volkes ausschließt. Diese Denkschule begrĂŒndet sich vor allem auf den Werken Maududis und Sayyid Qutbs. Ayman Dhawahiri betrachtet die Demokratie als shirk-u-billah, der Beistellung anderer Götter neben Gott.[10][11], die radikal-dschihadistische Gruppierung Hizb ut-Tahrir bezeichnet die Demokratie als nizam-u-kufr, ein System der Blasphemie. Es sei fĂŒr Muslime haram, nach einer Demokratie zu rufen oder darin teilzuhaben.[10][12] Demokratische Systeme werden außerdem als un-islamisch angesehen, weil die öffentlichen Freiheiten zu im Islam verbotenen Handlungen fĂŒhren wĂŒrden, z.B. moralisch verwerfliches Verhalten wie Prostitution.[10][12]

Dagegen steht ein entgegengesetzter Trend, dem sich u.a. die von Rachid al-Ghannouchi gefĂŒhrte (und in Tunesien verbotene) En-Nahda Partei, Hassan al-Turabi, Teile der Ă€gyptischen und jordanischen Muslimbruderschaft und zahlreiche muslimische Intellektuelle anschließen. Dieser Trend betrachtet die Demokratie als dem Islam naheliegende Struktur zur Kontrolle der Regierung. Al-Ghannouchi und andere basieren diese Auslegung auf die dem Islam eigene Idee der Schura, einem Mechanismus in dem der Herrscher sich mit dem Volk bzw. den Rechtsgelehrten abstimmt. Ghanouchi betrachtet die Demokratie, wenn auch nicht in ihrer sĂ€kularen Form, als geeigneten Mechanismus, um Despotismus zu unterbinden und sicher zu stellen, dass die Scharia, das islamische Gesetz wirklich angewendet wird. Er versteht das Prinzip der SouverĂ€nitĂ€t Gottes als Grundprinzip, das den Herrscher dazu auffordert, nicht despotisch und eigenmĂ€chtig zu regieren, da die wirkliche Gerichtsgewalt bei Gott liege.[10][13]

Weitere Ideologien zu Staat und Gesellschaft

Religiöse Minderheiten

Da dem Islam (wie auch dem Islamismus) eine direkte Zwangsislamisierung fremd ist, werden religiöse Minderheiten, sofern sie zu den Buchreligionen (wie Christen, Juden, etc.) gehören, vom Staat beschĂŒtzt (Dhimmi-Status). Islamistische Gruppen unterscheiden sich in ihren Vorstellungen eines solchen "Schutzes"; Viele wollen Minderheiten die volle AusĂŒbung ihrer Religion erlauben, andere wollen die öffentliche AusĂŒbung des Glaubens einschrĂ€nken. In den meisten islamistischen Ideologien wĂŒrden AndersglĂ€ubige weitgehend die gleichen Rechte wie Muslime genießen, allerdings wĂ€ren sie von bestimmten politischen Ämtern und dem Tragen von Waffen ausgeschlossen und hĂ€tten anstelle der fĂŒr Muslime obligatorischen Zakatsteuer eine spezielle Kopfsteuer („Dschizya“) zu bezahlen.[14]

Frauenbild

Das Bild der Frau in islamistischen Ideologien ist ebenfalls sehr unterschiedlich. Die grundlegende Auffassung der meisten Islamistengruppen besteht darin, die Frau zuerst in ihrer hĂ€uslichen Umgebung zu sehen, politische und religiöse AktivitĂ€t, Arbeit und Unterhaltung sind ihnen jedoch nicht verboten sofern sich solche AktivitĂ€ten mit der Familie vereinbaren lassen. Viele islamistische Organisationen und Parteien haben parallele Frauenkomitees und Vereine, in denen Frauen politisch aktiv werden können. Dies verdeutlicht, dass das Bild der Frau im Islamismus weder einheitlich noch eindimensional ist. Viele Islamisten sehen sich daher sogar als Reformer, die Frauen von veralteten Traditionen schĂŒtzen, die in ihrer Essenz unislamisch sind. Andere Gruppen dagegen lehnen Frauen in der Öffentlichkeit ab und predigen ein konservatives Frauenbild.

VerhÀltnis von Islamisten untereinander

Sunnitischer und schiitischer Islamismus unterscheiden sich stark, die Auffassungen des jeweils anderen werden oft nicht anerkannt. Diese Divergenzen zeigen sich nicht zuletzt in Bezug auf das Thema Meinungsfreiheit. Im Allgemeinen sind Konzepte wie Respekt, Höflichkeit, Moral und Gottesfurcht in islamistischer Vorstellung von großer Bedeutung. In Konsequenz kann dies dazu fĂŒhren, dass sie die Meinungsfreiheit - in ihrem eigenen Land - zur Wahrung und zum Schutz dieser Konzepte begrenzen möchten.

EinflĂŒsse, Formen und Strömungen

Salafismus

→ Hauptartikel: Salafiyya

Der Salafismus bezeichnet eine Strömung im modernen islamischen Denken, die eine RĂŒckkehr zum ursprĂŒnglichen Islam der frommen VorvĂ€ter, dem Propheten Mohammed sowie den vier rechtgeleiteten Kalifen fordert. Die Strömung wird allgemein als eine Entwicklung des 19. Jahrhunderts verstanden, das als Reaktion auf den wachsenden europĂ€ischen Einfluss im Ottomanischen Reich und die wachsende SchwĂ€che des Sultanats entstand. Der Salafismus lehnt mit als erster Trend im Islam die Tradition der ulama ab, wie auch kulturelle EinflĂŒsse, den Sufismus, und fordert eine Wiederaufnahme des Idschtihad, die individuelle Interpretation der Texte des Islam. Der Salafismus ist ein Trend, der auf Denkern beruht, die nicht notwendigerweise eine klerikale Ausbildung besitzen. Als VĂ€ter des Salafismus werden u.a. Dschamal ad-Din al-Afghani (1838-1897), Muhammad Abduh (1849-1905), sowie Raschid Rida (1865-1935) betrachtet.[15] Der Salafismus kann als einflussreiche Strömung und VorlĂ€ufer des spĂ€teren Islamismus betrachtet werden.

Fundamentalismus/Neofundamentalismus

Siehe auch: Fundamentalismus, Neofundamentalismus (Islam)

Der Begriff Fundamentalismus wird im Volksmund in Verbindung mit dem Islam oftmals mit dem Islamismus per se gleichgestellt; in akademischer Literatur werden beide Begriffe jedoch getrennt. Traditionell bezeichnet der Begriff die Gelehrten der ilm al-usul, der Wissenschaft, die sich mit dem Studium der Fundamente der islamischen Jurisprudenz (Fiqh ‏فقه‎) befasst.

Der französische Islamwissenschaftler Olivier Roy charakterisiert den islamischen Fundamentalismus vor allem als Denkweise innerhalb des Islam, der der religiösen Orthodoxie der Geistlichen (ulama) gegenĂŒbersteht. Im Gegensatz zum Islamismus versteht sich der Fundamentalismus jedoch hauptsĂ€chlich als Bewegung, die die Bevölkerung selbst, und nicht zuerst den Staat verĂ€ndern will. Die Islamisierung der Gesellschaft nimmt daher PrioritĂ€t ĂŒber politischen Aktivismus.[16] Der islamische Fundamentalismus bzw. Neofundamentalismus ist nach Roys Definition konservativ, vertritt daher wenig Rechte der Frau, was im starken Kontrast zu den meisten islamistischen Gruppen steht, und sieht die EinfĂŒhrung der Sharia als wichtigen Angelpunkt fĂŒr eine erfolgreiche Islamisierung der Gesellschaft. Die Form der Regierung dagegen wird als weniger wichtig angesehen als die Einhaltung religiösen Rechts selbst.[17]

Der angloamerikanische Historiker Bernard Lewis bezeichnet die Anwendung des Begriffs Fundamentalismus auf den Islam als unglĂŒcklich und irrefĂŒhrend, da er ursprĂŒnglich auf das Christentum angewendet wurde. Dort bezeichnet er zumeist protestantische Strömungen, die den göttlichen Ursprung und die Unfehlbarkeit der Bibel verfechten. Auf den Islam ließe sich dieses Konzept, so Lewis weiter, jedoch nicht anwenden, da der Glaube an den göttlichen Ursprung des Koran zu den Grundfesten der Religion gehört und daher jeder Muslim dem Wortsinne nach ein Fundamentalist sei. Ähnlich spricht Abdelwahab Meddeb davon, dass die Keime des Islamismus bereits im koranischen Text enthalten seien. Ihm zufolge wĂ€re es sehr viel einfacher, wenn es diese islamistische LektĂŒre des Korans nicht gĂ€be.

Diesen Ansichten stehen Islamwissenschaftler wie Gilles Kepel sowie Olivier Roy entgegen, die Bernard Lewis und anderen ein eindimensionales und essentialistisches Weltbild des Islam vorwerfen.[18]

Islamisten an der Regierung

GegenwĂ€rtig existieren zwei offizielle islamische Staaten: Iran und Saudi-Arabien. Die beiden LĂ€nder funktionieren auf einer grundsĂ€tzlich unterschiedlichen politischen Grundlage und divergieren auch in Bezug auf ihre historische Entwicklung und der jeweiligen Staatsreligion (Iran: Zwölferschia; Saudi-Arabien: sunnitisch-wahhabitischer Islam). Beide Regierungen, vor allem die iranische, sind bei Teilen der eigenen Bevölkerung umstritten, insbesondere unter „hauseigenen“ islamistischen Gruppen, die zwar offiziell verboten sind, inoffiziell aber eine wachsende Basis finden.[19]

Siehe auch:

Islamistisch-orientierte Parteien nehmen in zahlreichen arabischen Staaten an Wahlen teil und besetzen Parlamentssitze, so in Marokko, Jordanien, und dem Jemen.

Islamismus-Diskussion

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Die Diskussion unter Muslimen bezĂŒglich der Rolle von Staat und Religion ist so alt wie die Religion des Islam. Der Koran wird von Muslimen als vollendete Offenbarung betrachtet, der alle Regeln fĂŒr das Zusammenleben der Menschen enthĂ€lt. ErlĂ€utert und erweitert werden diese Regeln in der Sunna bzw. der Hadithe, den Überlieferungen ĂŒber das Leben und die Auffassungen des Propheten Mohammed. Da der Koran diese Regeln enthĂ€lt, benötigt die muslimische Umma kein menschgemachtes Recht in all jenen Rechtsfragen, die schon im Koran und in der Hadithe geregelt sind. FĂŒr AnhĂ€nger von islamistischen, fundamentalistischen und religiös konservativen Denkschulen verbietet sich deswegen jegliches menschgemachtes Recht in diesen Bereichen - der Mensch dĂŒrfe nicht versuchen, es Gott gleich oder sogar besser als er zu tun, indem er Gottes Gesetze ignoriere und eigene Gesetze schaffe. Solche Gesetze werden als Ursache fĂŒr viele „MissverhĂ€ltnisse“ und „Übel“ der gegenwĂ€rtigen Gesellschaften gesehen. Eine RĂŒckkehr zu den göttlichen Gesetzen verspricht fĂŒr Islamisten eine Verbesserung der VerhĂ€ltnisse.

Kontrovers sind vor allem die Themenbereiche Muslime im nicht-muslimischen Ausland, Frauen sowie die tatsÀchliche Form eines islamischen Staates, in dem ja auch nicht-muslimische Minderheiten (Dhimmis) leben. Islamische bzw. islamistische Parteien und Interessensgruppen vertreten daher sehr unterschiedliche Standpunkte, angefangen von moderaten GesetzesÀnderungen in nur wenigen, essentiellen Bereichen wie dem Familienrecht, bis hin zum totalitÀren theokratischen Staat. Auch finden sich starke Unterschiede zwischen Sunniten und Schiiten: Sunniten betrachten die Herrschaft von Menschen als legitim vor Gott, der orthodoxe Schiitismus kann sich dagegen keine menschliche Herrschaft auf der Erde vor Wiedererscheinen des Mahdi vorstellen. Gebrochen mit dieser Tradition hat Ayatollah Khomeini nach der Revolution von 1979, als er argumentierte, dass eine weltliche Herrschaft des obersten religiösen Juristen von Gott als legitim betrachtet wird, solange der Mahdi noch nicht wieder erschienen ist.

Problematisch ist auch die EinschĂ€tzung radikaler Islamisten bzw. deren Bedrohungspotential. WĂ€hrend einige der islamistischen Gruppierungen und ihre AnhĂ€nger nicht militĂ€risch sind, gibt es andere, die radikal in ihren Auslegungen und Handlungen sind und die Gewalt zur Durchsetzung befĂŒrworten. Besonders die Frage, wie Muslime in nicht-muslimischen LĂ€ndern, wie zum Beispiel in Europa, leben sollen, ist von Seiten der Imame und Rechtsgelehrten des Islam nicht eindeutig festgelegt. Radikale Vereine nutzen diese Unklarheit. In den LĂ€ndern, in denen muslimische Minderheiten leben, existiert deswegen eine lebhafte Debatte darĂŒber, wie man das Bedrohungspotential der Islamisten untersuchen kann. Probleme entstehen hierbei durch Sprachbarrieren und der selbstgewĂ€hlten Abschottung der islamistischen Gruppierungen. Gewissheit ĂŒber die tatsĂ€chlichen Absichten von radikalen Gruppen zu erhalten erweist sich oft als schwierig.

Islamismus in Europa

Deutschland

In Deutschland lebten 2007 etwa 3,5 Millionen Muslime. Laut Verfassungsschutz hat sich davon ca. 1 Prozent islamistischen, d. h. islam-politischen Organisation mit radikalen Überzeugungen angeschlossen. Das entspricht ca. 32.100 Personen, die im Jahre 2005 AnhĂ€nger islamistischer Gruppierungen waren. Davon sind 27.200 tĂŒrkischer und 3.350 arabischer Herkunft. Deutschland gilt vor allem als Ruheraum fĂŒr potenzielle islamische Terroristen.[20] Manche Politiker fordern ein schĂ€rferes Vorgehen gegen islamistische StraftĂ€ter. Der Nachweis eindeutiger Absichten sowie die AbwĂ€gung zwischen Meinungsfreiheit und GefĂ€hrdung der Öffentlichkeit erweist sich jedoch als schwierig. HĂ€ufig sind islamistische StraftĂ€ter zwar nicht-deutscher Herkunft, haben aber die deutsche StaatsbĂŒrgerschaft inne.

Die Welt referierte 2008 Daten aus einer an der UniversitĂ€t Hamburg durchgefĂŒhrten Studie vom Dezember 2007, die allerdings „mit Vorsicht zu genießen“ seien: Demnach „lehnen ca. 14 Prozent der muslimischen Bevölkerung die deutsche Demokratie ab und bevorzugen islamisches Scharia-Recht. Diese Gruppe hĂ€lt auch politisch-religiös motivierte Gewalt fĂŒr legitim. Bei muslimischen SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern steigt die Rate auf 29,2 Prozent, bei den Studierenden sind es – unter Einbeziehung von antisemitischen oder antichristlichen Vorurteilen – 16,4 Prozent.“ [21]

Die wichtigsten islamistischen Gruppierungen der letzten Jahre in Deutschland

  • Die tĂŒrkische Islamische Gemeinschaft MillĂź GörĂŒĆŸ e.V. (IGMG) ist mit rund 26 500 Mitgliedern die grĂ¶ĂŸte islamistische Organisation in Deutschland. Der 1985 in Köln gegrĂŒndete Verein steht islamistischen Parteien in der TĂŒrkei nahe, z.B. der Saadet Partisi (SP). Bundesweit unterhĂ€lt die Vereinigung mehr als 300 Einrichtungen. Sie fördert laut Verfassungsschutz „die Entstehung und Ausbreitung islamistischer Milieus in Deutschland“. Insbesondere durch ihr umfassendes Beratungs- und Betreuungsprogramm, welches nicht nur von Mitgliedern der Mill GörĂŒs in Anspruch genommen wird, versucht sie ihre Ideologie, die von dem tĂŒrkischen Fundamentalisten Necmettin Erbakan stammt, zu verbreiten.
  • Extrem gewaltbereit sind die 200 Mitglieder der Islamisten-Partei Hizb ut-Tahrir (Partei der islamischen Befreiung). Die straff organisierte Gruppe strebt eine Vereinigung aller Moslems in einem Gottesstaat an. Ihr Hauptfeind ist Israel. 2003 wurde die Organisation in Deutschland verboten. Sie agiert aber immer noch. Insbesondere versucht sie unter muslimischen Studenten AnhĂ€nger zu gewinnen.
  • Die rund 800 AnhĂ€nger der im Dezember 2001 verbotenen radikal-islamischen Vereinigung Kalifatstaat von Metin Kaplan bekĂ€mpfen die freiheitlich-demokratische Grundordnung und streben die weltweite Herrschaft des Islam an. Ihr FĂŒhrer, der selbsternannte "Kalif von Köln", forderte die WiedereinfĂŒhrung der islamischen Rechtsordnung in der TĂŒrkei sowie die Islamisierung Deutschlands. Im Jahr 2000 wurde Metin Kaplan wegen einer (befolgten) Mordanweisung gegen einen Widersacher in Deutschland zu einer vierjĂ€hrigen Haftstrafe verurteilt und am 12. Oktober 2004 nach langer Diskussion in die TĂŒrkei abgeschoben, wo er seitdem eine lebenslange Haftstrafe verbĂŒĂŸt.
  • Die 800 Mitglieder starke libanesische Hisbollah und die 300 AnhĂ€nger der palĂ€stinensischen Hamas sind gewaltbereit und unterstĂŒtzen von Deutschland aus den Terror im Libanon und in PalĂ€stina.

Schweiz

In der Schweiz leben etwa 310.000 vorwiegend sunnitische Muslime (4,26 %), 40.000 von ihnen sind Schweizer StaatsbĂŒrger. 10 bis 15 Prozent von ihnen sind praktizierende Moslems.[22] Die Zahl der militanten Islamisten in der Schweiz wird von Experten auf 3000 geschĂ€tzt.[23]

Einer der bekanntesten Islamisten der Schweiz war der Konvertit Ahmed Huber.

Im Juni 2007 verurteilte das Bundesgericht die gebĂŒrtige Marokkanerin, belgische StaatsbĂŒrgerin und Islamistin Malika El Aroud, die auch Witwe des Ahmad Schah Massoudmörders, Dahmane Abd el-Sattar ist und ihren zweiten Ehemann Moez Garsallaoui wegen Terrorpropaganda im Internet. Die aus der schweizerischen Gemeinde DĂŒdingen betriebene Internetseite, verbreite Informationen ĂŒber den Bau von Bomben und Hinrichtungsvideos. [24]

Großbritannien

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Bei einer Gesamtbevölkerung von 60  Millionen Einwohnern leben in Großbritannien ca. 1,6 Millionen Muslime. Ballungsgebiete sind vor allem Bradford, Oldham, Burnley, Birmingham, und vor allem die Hauptstadt London. Zusammen mit einer großen Zahl anderer nicht-muslimischer Einwanderer stellen solche Ballungsgebiete extrem problematische soziale Brennpunkte dar. Unter anderem kamen alle AttentĂ€ter des 7. Juli (TerroranschlĂ€ge am 7. Juli 2005 in London) aus Bradford und waren britische StaatsbĂŒrger.

Das gesellschaftliche Klima hat sich in den vergangenen Monaten stark verĂ€ndert. Die Behörden in Großbritannien praktizieren traditionell große Toleranz in Fragen der Freiheit der MeinungsĂ€ußerung, allerdings verschĂ€rft sich der Ton, zum Beispiel indem die Regierung UniversitĂ€ten nun offiziell auffordert, muslimische Studenten „aufmerksam zu beobachten“.

Einzelne britische Moscheen sind seit lĂ€ngerem Treffpunkt fĂŒr den Austausch unter gleichgesinnten Islamisten. So empfiehlt beispielsweise der Londoner Imam Omar Bakri, AnfĂŒhrer der radikalen Sekte Al Muhajiroum, als einzige Form der Auseinandersetzung mit nichtmuslimischen Gesellschaften weiterhin den Dschihad. Lange Zeit durfte auch der an der Nord-Finsbury-Park-Moschee predigende Scheich Abu Hamza al-Masri etlichen spĂ€ter als Terroristen und Al-Kaida-Kader entlarvten Islamisten Anweisungen fĂŒr ihre Missionen geben, bevor er auf Druck der Vereinigten Staaten festgenommen wurde. Einer Meldung der britischen Presse vom August 2007 zufolge sympathisieren etwa 20 Prozent der britischen Muslime, so Haras Rafiq, ein Berater des britischen Premiers Gordon Brown, mit militanten Islamisten und bis zu 9 Prozent sogar mit SelbstmordattentĂ€tern. Beim derzeitigen Bevölkerungsanteil von 1,6 Millionen Muslimen wĂ€ren dies immerhin 144.000 den Terrorismus unterstĂŒtzende Personen.[25]

Seit kurzem werden daher Stimmen laut, die von „Eurabien“ oder „Londonistan“ sprechen und London nicht nur als europĂ€ische, sondern auch als muslimische Kulturhauptstadt beschreiben.[26] Eine wichtige Intention junger Ă€ußerlich ihrer britischen Heimat angepasster AnhĂ€nger dieser islamistischen Theologie ist das GefĂŒhl, fĂŒr die Erschaffung eines revolutionĂ€ren Staates zu kĂ€mpfen, der am Ende der ganzen Welt die Gerechtigkeit des Islam bringen wird.[27]

Frankreich

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In Frankreich leben annĂ€hernd sechs Millionen Muslime, die ĂŒberwiegend aus Nordafrika stammen. Die große Mehrheit verhĂ€lt sich friedlich verhĂ€lt und lehnt radikal-islamistische Ideen ab. Der französische Verfassungsschutz glaubt jedoch, dass in sozial explosiven Ballungsgebieten wie im Großraum Paris radikale Moslems auf dem Vormarsch sind. Besonders gefĂ€hrdet seien „aus dem Gleichgewicht geratene Jugendliche“, die leicht von Extremisten radikalisiert werden könnten.

Ende 2005 bekam die Diskussion um den islamischen Fundamentalismus durch die Unruhen in Frankreich eine neue Brisanz. Das Problem der Ungleichbehandlung von schwarzen Franzosen, viele nicht immer muslimischer Herkunft, mischt dort mit ein.

Italien

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Italien und der Vatikan gehören nach Ansicht der Geheimdienste seit langem zu den Hauptzielen islamistischer Terroristen. In Italien leben mindestens 800.000 Muslime. Dem aus Libyen stammenden italienischen Journalisten Fahrid Adli zufolge besuchen etwa fĂŒnf Prozent davon regelmĂ€ĂŸig Moscheen; nur ein Bruchteil dieser Gruppe sei zu religiös motivierter Gewalt bereit.

Ex-Innenminister Enzo Bianco berichtete Anfang 2004, dass bereits 1997, 2000 und 2001 muslimische Gruppen ausgehoben worden seien, die in Verbindung mit islamischen Terroristen gestanden hĂ€tten. Seit den Madrid-Attentaten vom MĂ€rz 2004 und der Ermordung von zwei italienischen Geiseln im September 2004 im Irak ist ein wachsendes Misstrauen der Bevölkerung gegen die moslemische Minderheit spĂŒrbar. Angesichts dieser Entwicklung hat sich StaatsprĂ€sident Carlo Azeglio Ciampi besorgt ĂŒber das antiislamische Klima in Italien geĂ€ußert. Innenminister Giuseppe Pisanu hat zum Dialog mit den Moslems Italiens aufgerufen.

Spanien

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Von den etwa drei Millionen AuslĂ€ndern in Spanien sind knapp 15 Prozent Marokkaner, weitere fĂŒnf Prozent stammen aus Algerien, Tunesien und anderen muslimischen LĂ€ndern des Maghreb. Nach den TerroranschlĂ€gen vom 11. MĂ€rz 2004 gab es eine Reihe von Festnahmen, wobei eine terrorverdĂ€chtige Gruppe ausgehoben wurde, die möglicherweise einen Anschlag auf Richter Baltasar GarzĂłn verĂŒben wollte. Ende 2004 wurde bekanntgegeben, dass sich mehr als 100 radikale Islamisten und TerrorverdĂ€chtige im GefĂ€ngnis befĂ€nden.

Untersuchungen haben gezeigt, dass gewaltbereite Islamisten ihre AnhĂ€nger unter kleinkriminellen GlaubensbrĂŒdern rekrutieren. Europol-Direktor Mariano Simancas kritisierte, dass die Haftanstalten hoffnungslos ĂŒberfĂŒllt seien, was er als einen „NĂ€hrboden des Extremismus“ bezeichnete. In Spaniens Haftanstalten befinden sich etwa 6.000 Nordafrikaner, zumeist aus Marokko und Algerien.

Wichtige Denker des Politischen Islam in der Geschichte

FrĂŒhe Vordenker

Das 20.Jahrhundert

Gruppen und Organisationen

Deutschland

Ausland und International

Nationale gemĂ€ĂŸigte Bewegungen

Nationale militante Bewegungen

Internationale militante Bewegungen

Siehe auch

Literatur

Politischer Islam, Islamismus allgemein

  • Muriel Asseburg (Hrsg.): Moderate Islamisten als Reformakteure - Rahmenbedingungen und programmatischer Wandel. SWP, Berlin 2007 (PDF); Neuausgabe unter dem Titel Moderate Islamisten als Reformakteure? Bpb, Bonn 2008, ISBN 978-3-89331-883-4
  • Abteilung Verfassungsschutz der Senatsverwaltung fĂŒr Inneres und Sport Berlin (Hrsg.): Islamismus - Diskussion eines vielschichtigen PhĂ€nomens. Berlin 2005
  • Michael Bröning & Holger Weiss (Hrsg.): Politischer Islam in Westafrika. Eine Bestandsaufnahme. Lit, Berlin/MĂŒnster 2006, ISBN 3-8258-9349-9
  • Dan Diner: Versiegelte Zeit. Über den Stillstand in der islamischen Welt. PropylĂ€en, Berlin 2005, ISBN 3-54907-244-9
  • Mohammed Djassemi: Die GrundzĂŒge der islamischen Ideologie. In: Politische Studien. Sonderheft Naher Osten, MĂŒnchen 1980; erweiterter Reprint: Der Islamische Fundamentalismus. GrundzĂŒge der islamischen Ideologie im Iran. Djassemi, Tinnum 2004, ISBN 3-938104-03-1
  • Gisbert Jörg Gemein & Hartmut Redmer: Islamischer Fundamentalismus. Aschendorff Verlag, MĂŒnster 2005, ISBN 3-40206-556-8
  • Julia Gerlach: Zwischen Pop und Dschihad. Muslimische Jugendliche in Deutschland. Links, Berlin 2006, ISBN 978-3-86153-404-4
  • Johannes Grundmann: Islamische Internationalisten. Strukturen und AktivitĂ€ten der Muslimbruderschaft und der islamischen Weltliga. Reichert, Wiesbaden 2005, ISBN 3-895-00447-2
  • Gilles Kepel: Le prophĂšte et pharaon. 1984
    • Der Prophet und der Pharao. Das Beispiel Ägypten: Die Entwicklung des muslimischen Extremismus. Piper, MĂŒnchen/ZĂŒrich 1995, ISBN 3-492-03786-0
  • ders.: Jihad. 2000
    • Das Schwarzbuch des Dschihad. Aufstieg und Niedergang des Islamismus. Piper, MĂŒnchen/ZĂŒrich 2002, ISBN 3-492-04432-8
  • ders.: Fitna. 2004
    • Die neuen KreuzzĂŒge. Die arabische Welt und die Zukunft des Westens. Piper, MĂŒnchen/ZĂŒrich 2004, ISBN 3-492-04643-6
  • Bernard Lewis: The Emergence of Modern Turkey. London, Oxford University Press, 1961
  • ders.: The Political Language of Islam. University of Chicago, 1988
    • Die politische Sprache des Islam. Rotbuch-Verlag, Berlin 1991, ISBN 3-88022-769-1; Hamburg: EuropĂ€ische Verlags-Anstalt, Hamburg 2002, ISBN 3-43446-103-5
  • ders.: The Crises of Islam. Modern Library, 2003
    • Die Wut der arabischen Welt. Warum der Jahrhunderte lange Konflikt zwischen dem Islam und dem Westen weiter eskaliert. Frankfurt/Main, New York, Campus-Verlag, 2003, ISBN 3-593-37343-2
  • Albrecht Metzger: Islamismus. EuropĂ€ische Verlagsanstalt, Hamburg 2005, ISBN 3-43446-238-4
  • Beverley Milton-Edwards: Islamic fundamentalism since 1945. Routledge, London 2005, ISBN 0-415-30172-6
  • Johannes Reissner: Vom Umgang mit Islam und Muslimen. Deutsches Institut fĂŒr Internationale Politik und Sicherheit, Berlin 2002 (PDF)
  • Martin Riesebrodt: Die RĂŒckkehr der Religionen. Fundamentalismus und der „Kampf der Kulturen“. Beck, MĂŒnchen 2000, ISBN 3-40645-928-5
  • Olivier Roy: L’Echec de l’Islam politique. Seuil, Paris 1992
    • The Failure of Political Islam. Harvard University Press, Cambridge (Mass.) 1994, ISBN 0-674-29141-7
  • Bobby S. Sayyid: A Fundamental Fear: Eurocentrism and the Emergence of Islamism. Überarbeitete Auflage. Zed Books, 2003, ISBN 1-84277-196-5
  • Bernhard Schmid: Algerien - Frontstaat im globalen Krieg? Neoliberalismus, soziale Bewegungen und islamistische Ideologie in einem nordafrikanischen Land. Unrast, MĂŒnster 2005, ISBN 3-89771-019-6
  • Thomas Schmidinger & Dunja Larise (Hrsg.): Zwischen Gottesstaat und Demokratie. Handbuch des politischen Islam. Zsolnay, Wien 2008, ISBN 3552060839
  • Bassam Tibi: Die Krise des modernen Islam. Eine vorindustrielle Kultur im wissenschaftlich-technischen Zeitalter. Beck, MĂŒnchen 1981, ISBN 3-406-06028-5; erweiterte Ausgabe: Suhrkamp, Frankfurt 2001, ISBN 3-518-28489-4
  • ders.: Der religiöse Fundamentalismus im Übergang zum 21. Jahrhundert. BI-Taschenbuchverlag, Mannheim [u.a.] 1995, ISBN 341110501-1
  • Isabelle Werenfels: Vom Umgang mit den Islamisten im Maghreb. Zwischen Einbindung und UnterdrĂŒckung. SWP, Berlin 2005 (PDF)

Militanter Islamismus und Terrorbedrohung

  • Paul Berman: Terror And Liberalism. W. W. Norton & Company, New York 2003 - ISBN 0-393-05775-5
  • Bertelsmann Stiftung (Hrsg.): Violence, Extremism and Transformation. Verlag der Bertelsmann Stiftung, GĂŒtersloh 2006, ISBN 3-89204-921-1 (einleitender Aufsatz als PDF; 2 MB)
  • Henryk M. Broder: Hurra, wir kapitulieren. Von der Politik des Einknickens. wjs, Berlin 2006, ISBN 3-937989-20-X
  • Babette Bonn: MĂ€rtyrer und kein Ende? Der religiöse Hintergrund der islamischen SelbstmordattentĂ€ter. Literareon, MĂŒnchen 2003, ISBN 3-83161-100-9
  • Robert Dreyfuss: Devil’s Game: How the United States Helped Unleash Fundamentalist Islam. Henry Holt/Metropolitan Books, 2005, ISBN 0-80507-652-2
  • Mark A. Gabriel: Islam und Terrorismus. Was der Koran wirklich ĂŒber Christentum, Gewalt und die Ziele des Djihad lehrt. Resch, GrĂ€felfing 2004, ISBN 3-935197-39-X
  • Graue Wölfe, Islam und tĂŒrkischer Staat. HintergrĂŒnde, Geldgeber und Ziele rechter und islamischer Gruppen unter Migranten und Migrantinnen in der BRD. Versuch einer Darstellung. GNN-Verlag, Köln 1994, ISBN 3-926922-27-3
  • Matthias KĂŒntzel: Djihad und Judenhass. Über den neuen antijĂŒdischen Krieg. Ca Ira, Freiburg 2002, ISBN 3-92462-707-X
  • Bernard Lewis: The Assassins. A Radical Sect in Islam. Weidenfeld & Nicolson, 1967
    • Die Assassinen. Zur Tradition des religiösen Mordes im radikalen Islam. Eichborn , Frankfurt 1989, ISBN 3-8218-4059-5; Piper, MĂŒnchen/ZĂŒrich 1993, ISBN 3-492-11572-1
  • Souad Mekhennet, Claudia Sautter, Michael Hanfeld: Die Kinder des Dschihad. Die neue Generation des islamistischen Terrors in Europa. Piper, MĂŒnchen/ZĂŒrich 2006, ISBN 978-3-492-04933-7
  • Bahman Nirumand (Hrsg.): Im Namen Allahs. Islamische Gruppen und der Fundamentalismus in der BRD. Dreisam-Verlag, Köln 1990, ISBN 3-89452-307-7
  • Hans-Peter Raddatz: Von Allah zum Terror? Der Djihad und die Deformierung des Westens. 2. Auflage. Herbig, MĂŒnchen 2002, ISBN 3-77662-289-X
  • ders.: Allah und die Juden. Die islamische Renaissance des Antisemitismus. wjs, Berlin 2007, ISBN 978-3937989266
  • Alice Schwarzer (Hrsg.): Die Gotteskrieger und die falsche Toleranz. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2004, ISBN 3-462-03105-8
  • Elmar Theveßen: Terroralarm. Deutschland und die islamistische Bedrohung. Rowohlt Berlin, Berlin 2005, ISBN 3-87134-548-2
  • Bassam Tibi: Fundamentalismus im Islam. Eine Gefahr fĂŒr den Weltfrieden? Primus-Verlag, Darmstadt 2000, ISBN 3-8967-8163-4; 3. ergĂ€nzte Auflage: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2002
  • Udo Ulfkotte: Der Krieg in unseren StĂ€dten. Wie radikale Islamisten Deutschland unterwandern. Eichborn, Frankfurt 2003, ISBN 3-8218-3978-3

Weblinks

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Dossiers, Themenschwerpunkte, Specials

Allgemeiner religioeser und islamischer Fundamentalismus

Islamismus nach LĂ€ndern

Antisemitismus, Antijudaismus

Einzelnachweise

  1. ↑ Olivier Roy: The Failure of Political Islam. I. B. Tauris & Co. Ltd., London 1999, ISBN 1850438803, S. 2
  2. ↑ FĂŒr eine detailliertere Diskussion des Einflusses des Fundamentalismus auf den politischen Islam siehe bsw. Olivier Roy: The Failure of Political Islam. I. B. Tauris & Co. Ltd., London 1999, ISBN 1850438803, S. 1-27
  3. ↑ Tilman Nagel: Islam oder Islamismus? Probleme einer Grenzziehung. In: Hans Zehetmair: Der Islam. Im Spannungsfeld von Konflikt und Dialog. VS, Wiesbaden 2005, ISBN 3-531-14797-8
  4. ↑ Gilles Kepel: Das Schwarzbuch des Jihad. Aufstieg und Niedergang des Islamismus. Piper, MĂŒnchen/ZĂŒrich 2002, ISBN 3-492-04432-8
  5. ↑ Richard P. Mitchell: The Society of the Muslim Brothers. Oxford University Press, 1993, ISBN 0195084373
  6. ↑ Gilles Kepel: Das Schwarzbuch des Jihad. Aufstieg und Niedergang des Islamismus. Piper, MĂŒnchen/ZĂŒrich 2002, ISBN 3-492-04432-8
  7. ↑ Gilles Kepel: Das Schwarzbuch des Jihad. Aufstieg und Niedergang des Islamismus. Piper, MĂŒnchen/ZĂŒrich 2002, ISBN 3-492-04432-8, S. 257–64
  8. ↑ Spiegel Online: Interview mit Leon de Winter: „Manchmal haben wir nur die Wahl zwischen Desaster und Katastrophe“. 1. August 2005 (gefĂŒhrt von Henryk M. Broder)
  9. ↑ „Islam ist ein umfassendes System, das sich mit allen Aspekten des Lebens beschĂ€ftigt. Es ist Staat und Vaterland, oder Regierung und Nation. Es ist FĂŒhrung und Macht oder MitgefĂŒhl und Gerechtigkeit. Es ist Kultur und Gesetz, oder Wissen und Jurisprudenz. Es ist Baustoff und Reichtum, oder Gewinn und Erfolg. Es ist Jihad und Ruf, oder Armee und Anlass. Und schließlich ist es der wahre Glauben und korrekte Hingabe.“
  10. ↑ a b c d Azzam S. Tamimi: Rachid Ghannouchi. A Democrat Within Islamism. Oxford University Press, New York 2001, ISBN 0195140001, S. 173-181
  11. ↑ Joyce M. Davis: Interview with Rachid al-Ghannouchi. In: Between Jihad and Salaam: Profiles in Islam. Palgrave MacMillan, 1997, ISBN 0312217811, S. 182
  12. ↑ a b Joyce M. Davis: Interview with Rachid al-Ghannouchi. In: Between Jihad and Salaam: Profiles in Islam. Palgrave MacMillan, 1997, ISBN 0312217811, S. 183
  13. ↑ Joyce M. Davis: Interview with Rachid al-Ghannouchi. In: Between Jihad and Salaam: Profiles in Islam. Palgrave MacMillan, 1997, ISBN 0312217811, S. 183-199
  14. ↑ Gilles Kepel: Das Schwarzbuch des Jihad. Aufstieg und Niedergang des Islamismus. Piper, MĂŒnchen/ZĂŒrich 2002, ISBN 3-492-04432-8
  15. ↑ Olivier Roy: The Failure of Political Islam. I. B. Tauris & Co. Ltd., London 1999, ISBN 1850438803, S. 32-3
  16. ↑ Olivier Roy: The Failure of Political Islam. I. B. Tauris & Co. Ltd., London 1999, ISBN 1850438803, S. 24
  17. ↑ Olivier Roy: The Failure of Political Islam. I. B. Tauris & Co. Ltd., London 1999, ISBN 1850438803, S. 38
  18. ↑ Vgl. Olivier Roy: The Failure of Political Islam. I. B. Tauris & Co. Ltd., London 1999, ISBN 1850438803, S. 15
  19. ↑ BBC News: Profile: Saudi political opposition. 10. Februar 2005
  20. ↑ Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz: Zahlen und Fakten zum Islamismus
  21. ↑ Die Welt: Aussteigerprogramme: Wie radikale Islamisten bekehrt werden können. 3. September 2008
  22. ↑ BĂŒro fĂŒr Demokratie, Menschenrechte und Arbeitsfragen im US-Außenministerium: Bericht ĂŒber internationale Religionsfreiheit 2007 – Schweiz
  23. ↑ 3sat: In wie vielen Moscheen wird Hass gepredigt? 14. Juli 2006
  24. ↑ Coordination Intercommunautaire Contre l’AntisĂ©mitisme et la Diffamation: Malika condamnĂ©e pour soutien au terrorisme. 22. Juni 2007
  25. ↑ Daily Mail: One in 11 British Muslims backs suicide bombers, says Brown aide. 2. August 2007
  26. ↑ The Guardian: Newspapers warn of threat to America from „Londonistan“. 12. Juli 2005
  27. ↑ Neue ZĂŒrcher Zeitung: Appell an GlaubensbrĂŒder: Setzt dem Terror ein Ende! 5. Juli 2007

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