Island

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Island
√ćsland

Island

Flagge Islands
Wappen Islands
Flagge Wappen
Amtssprache Isländisch
Hauptstadt Reykjavík
Staatsform Parlamentarische Republik
Staatsoberhaupt Präsident
√ďlafur Ragnar Gr√≠msson
Regierungschef Premierministerin
J√≥hanna Sigur√įard√≥ttir
Fläche 103.125 km²
Einwohnerzahl 318.236 (1. Dezember 2010)
Bevölkerungsdichte 3,1 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt nominal (2007)[1] 20.003 Mio. US$ (93.)
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 63.830 US$ (7.)
Human Development Index 0.869 (17.)[2]
Währung Isländische Krone
Nationalhymne Lofsöngur
Nationalfeiertag 17. Juni
Zeitzone UTC +0
Kfz-Kennzeichen IS
Internet-TLD .is
Telefonvorwahl +354
Lage Islands zu Kontinentaleuropa
Lage Islands zu Kontinentaleuropa
Lage Islands im Nordatlantik
Lage Islands im Nordatlantik
Map of Iceland.svg
Island und der Mittelatlantische R√ľcken

Island (vgl. mhd. √ģs und isl. √≠s ‚Äď Eis) ist mit rund 103.000 km¬≤ (Landfl√§che: 100.250 km¬≤, Wasserfl√§che: 2750 km¬≤, mit Fischereizone 758.000 km¬≤) ‚Äď nach dem Vereinigten K√∂nigreich ‚Äď der fl√§chenm√§√üig zweitgr√∂√üte Inselstaat Europas. Die im Nordatlantik liegende Hauptinsel ist die gr√∂√üte Vulkaninsel der Erde und befindet sich knapp s√ľdlich des n√∂rdlichen Polarkreises. Seit Sommer 2010 ist Island EU-Beitrittskandidat. Zudem ist der Inselstaat Gr√ľndungsmitglied der NATO.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

‚Üí Hauptartikel: Geographie Islands

Geologie

Island im Winter, aufgenommen vom NASA-Satelliten Aqua am 28. Januar 2004

Island liegt auf dem Mittelatlantischen R√ľcken und damit sowohl auf der Nordamerikanischen als auch auf der Eurasischen Platte, wobei sich die Plattengrenzen von S√ľdwesten nach Nordosten in etwa diagonal √ľber die Insel ziehen. Die Platten entfernen sich j√§hrlich etwa 2 cm voneinander. Ein Mantelplume unter der Insel, der sogenannte Island-Plume, sorgt jedoch mittels Vulkanismus f√ľr st√§ndigen Nachschub von geschmolzenem Gesteinsmaterial aus dem Erdinneren, so dass die Insel nicht auseinanderbricht. Die aktiven Vulkane in Island sind in etwa 30 Vulkansysteme eingeordnet.

Island war in den Eiszeiten fast vollst√§ndig vergletschert. Nach einer W√§rmeperiode war die Insel fast gletscherfrei, bevor es vor etwa 1000 Jahren begann wieder k√ľhler zu werden. Heute bedecken Gletscher wieder 11,1 Prozent der Landesoberfl√§che. Der Gletscher mit Europas gr√∂√ütem Eisvolumen ist der Vatnaj√∂kull. Seine Eiskappe ist bis zu 1000 m dick.

Landschaftsbild

Die Landschaft ist einerseits durch Vulkanismus gepr√§gt, andererseits auch durch den Wasserreichtum. Es gibt zahlreiche Fl√ľsse, Seen und Wasserf√§lle. Darunter ist mit dem Dettifoss der energiereichste Wasserfall Europas, gemessen am Wasservolumen pro Sekunde √ó Fallh√∂he. Das Isl√§ndische Hochland im Zentrum der Insel bildet eine Periglazial-W√ľste und ist nahezu unbewohnt.

Die K√ľstenlinie, deren L√§nge 4970 km betr√§gt, ist im Bereich der Fjorde stark zerfurcht. Island ist relativ d√ľnn besiedelt: Auf 40 km¬≤ befinden sich im Schnitt zwei bis vier H√§user. Die h√∂chste Erhebung der Insel ist der Hvannadalshn√ļkur mit 2110 m.

Siehe auch: Fjorde Islands, Gletscher Islands, Liste isl√§ndischer Inseln, Vulkane in Island, Wasserf√§lle Islands, Liste der Hochebenen und Bergp√§sse in Island, Fl√ľsse.

Klima

Klimadiagramm von Reykjavík
V√≠k √≠ M√Ĺrdal, regenreichster Ort Islands au√üerhalb des Vatnaj√∂kull

Das Klima ist ozeanisch k√ľhl, gepr√§gt vom relativ warmen Irmingerstrom (5 ¬įC) an der S√ľdk√ľste und vom kalten Gr√∂nlandstrom an der Nordost- und S√ľdwestk√ľste. Die Niederschl√§ge betragen bis zu 2000 mm im Jahr in den Niederungen im S√ľden und bis zu 4000 mm auf dem Vatnaj√∂kull. Die geringste Niederschlagsmenge findet man auf den Hochebenen im Norden von Island (unter 600 mm).[3]

Aufgrund des warmen Golfstroms ist das Klima in Island milder als in anderen Regionen dieser Breitengrade. Die Winter sind vergleichsweise mild und die Sommer eher k√ľhl. In den letzten Jahrzehnten macht sich die Globale Erw√§rmung durch einen leichten Anstieg der Durchschnittstemperaturen bemerkbar, was am R√ľckzug einzelner Gletscherzungen bis hin zum v√∂lligen Abschmelzen kleinerer Gletscher (zum Beispiel der heute verschwundene Ok-Gletscher) drastisch beobachtbar ist. Am w√§rmsten ist es in Island in der Zeit von Mitte Juni bis Ende August/Mitte September.

Die Tagestemperaturen schwanken zwischen 0 und 3 ¬įC im Winter und zwischen 12 und 15 ¬įC im Sommer, wobei es im Landesinneren teils deutlich k√ľhler sein kann. Aber auch wesentlich h√∂here Temperaturen treten im Sommer (√ľber 20 ¬įC bis Mitte/Ende September) in einigen privilegierten Lagen auf. Vor allem wegen des Golfstroms f√§llt im S√ľden der Insel vergleichsweise selten Schnee.

Die geringsten Niederschl√§ge fallen in Island in den fr√ľhen Sommermonaten, wobei es hier signifikante lokale Unterschiede gibt. Im Nordosten ist es tendenziell trockener, da sich die von S√ľden kommenden Wolken h√§ufig √ľber dem 8100 km¬≤ gro√üen Gletscher Vatnaj√∂kull ausregnen. Auch die Sonnenscheindauer ist daher etwa im Gebiet des Sees M√Ĺvatn h√∂her als in anderen Regionen des Landes. Bei Nordwind ist der Effekt umgekehrt: Im Norden regnen sich die Wolken ab, w√§hrend es in den s√ľdlichen Regionen sonnig und warm ist (siehe auch F√∂hn).

Zeitzone

In Island ist die amtliche Zeit UTC, also die Greenwich-Zeit, obwohl es geographisch gesehen UTC‚ąí2 beziehungsweise UTC‚ąí1 Stunde sein m√ľsste, vgl. Zeitzonen.

Aus diesem Grund ist in den Sommermonaten im Norden Islands eine ‚Äěunechte Mitternachtssonne‚Äú zu sehen, da der Sonnenuntergang nach Mitternacht liegt. Eine echte Mitternachtssonne ist lediglich auf der Insel Gr√≠msey zu erleben, da diese sich genau auf 66¬į 30‚Ä≤ n√∂rdlicher Breite (n√∂rdlicher Polarkreis) befindet.

In Island gibt es keine Sommerzeit.

Tier- und Pflanzenwelt

Durch das arktische Klima ist die Tier- und Pflanzenwelt Islands im Vergleich etwa zu Mittel- und S√ľdeuropa wenig artenreich.

Fauna

Islands Tierwelt ist nicht sehr artenreich. Vor der Besiedlung durch den Menschen gab es hier nur V√∂gel, Fische, Insekten, Robben, Polarf√ľchse und manchmal Eisb√§ren, die zuf√§llig mit einer Eisscholle von Gr√∂nland hierher trieben. Mit den Menschen kamen die Haustiere, insbesondere Schafe und Pferde, aber auch M√§use und Ratten wurden auf Schiffen eingeschleppt.

Anders als bei anderen Tierklassen ist die Vielfalt der V√∂gel enorm gro√ü. Im Landesinneren leben z.B. Rotdrossel, Kurzschnabelgans und das Schneehuhn. In den K√ľstenregionen leben unz√§hlige Seev√∂gel.

Landsäugetiere von Island

Der Polarfuchs ist ein Lands√§ugetier Islands, das schon vor der Ankunft des Menschen hier lebte. Der aus Pelztierfarmen entwichene Amerikanische Nerz gef√§hrdet die Vogelwelt. An der K√ľste, insbesondere im Norden der Insel, kann man Seehunde beobachten. M√§use und Ratten verbreiteten sich von Schiffen aus.

Alle Nutztiere der Insel f√ľhrten die nordischen Siedler im Zuge der Landnahme ein, darunter auch die heutigen Islandschafe. Bis heute √ľberl√§sst man die gut markierten Tiere den kurzen Sommer √ľber sich selbst, man l√§sst sie innerhalb festgelegter Landwirtschaftsbezirke frei herumziehen. Sollten sie jedoch die trennenden Z√§une oder nat√ľrlichen Hindernisse (Fl√ľsse, W√ľsten, Berge) √ľberwinden, werden sie zur Seuchenpr√§vention auf der Stelle get√∂tet. Im Herbst dann f√§ngt man die Tiere beim Viehabtrieb (R√©ttir) wieder ein. Die Schafhaltung ist quotiert, um die √úberweidung zu verhindern.

Die Rodung der urspr√ľnglichen Birkenw√§lder mit anschlie√üender extensiver Beweidung hat das Landschaftsbild Islands dauerhaft ver√§ndert; beigetragen hat jedoch auch ein Wandel des Klimas.

1771 brachte man 13 Rentiere aus Norwegen ins Land, man hoffte auf Vermehrung, um sie zu bejagen und aus ihrer Haltung anderweitig Nutzen zu ziehen. Heute leben etwa 3000 Tiere dieser Art wild im östlichen Hochland der Insel; sie haben nie die erhoffte wirtschaftliche Bedeutung erlangt.

Rentiere auf dem Mi√įhei√įarh√°ls

Anfang des 20. Jahrhunderts versuchte man auch, den Moschusochsen anzusiedeln ‚Äď jedoch ohne gr√∂√üeren Erfolg.

Island ist die Heimat des Islandpferdes. Als eine von nur wenigen Pferderassen beherrscht es den T√∂lt, eine trittsichere, langsame bis schnelle Gangart ohne Sprungphase, bei der das Pferd also immer ein Bein am Boden hat, die deshalb f√ľr den Reiter sehr bequem ist und seinen R√ľcken schont. Eine f√ľnfte Gangart ist der Passgang, auch Pass beziehungsweise Rennpass genannt. Islandpferde d√ľrfen wie alle lebenden Nutztiere zwar aus-, aber nicht wieder eingef√ľhrt werden. Dies soll verhindern, dass Krankheiten eingeschleppt werden, vor allem jedoch, dass nicht reinrassige Islandpferde (etwa die F√∂ten tragender Stuten) fremdes Erbgut mitbringen und so die Urspr√ľnglichkeit der Rasse gef√§hrden.

Vogelwelt

Isländischer Papageitaucher

Island ist ber√ľhmt f√ľr seine Vogelwelt, besonders die zahlreichen Vogelfelsen sind ein Magnet f√ľr Vogelbeobachter aus aller Welt. Als bekanntester Vogel Islands gilt der Papageitaucher. An den Vogelfelsen sind unter anderem Trottellummen, Dickschnabellummen, Eissturmv√∂gel, Gryllteisten und auch der Basst√∂lpel anzutreffen.

Im Landesinneren trifft man auf den Goldregenpfeifer, das Odinsh√ľhnchen, das Thorsh√ľhnchen, und auch der Sterntaucher ist an Gletscherseen zu beobachten. Auf den Sandern kann man h√§ufig Skuas und K√ľstenseeschwalben beobachten, vor deren Angriffen man sich in Acht nehmen muss.

Weiterhin kommen in größerem Umfang Singschwan, Zwergschwan und als einziger europäischer Brutstandort der eigentlich in Nordamerika beheimatete Trompeterschwan vor.

Der See M√Ĺvatn ist ein Ort ungew√∂hnlichen Artenreichtums an Wasserv√∂geln, zum Beispiel Bergente und Spatelente. √úberhaupt findet sich an diesem See in den Fr√ľhjahrs-, Sommer- und fr√ľhen Herbstmonaten die weltweit gr√∂√üte Vielfalt an Entenarten. Etwa ein Drittel der Enten- und S√§gerarten √ľberwintert auch am See. Auch die Greifvogelwelt Islands ist beachtlich, so kommen Gerfalke und Wanderfalke relativ h√§ufig vor.

Meer und Binnengewässer

Die Gew√§sser um Island sind besonders fischreich, da der warme Irmingerstrom (Golfstrom) und der kalte Ostgr√∂nlandstrom vor der K√ľste aufeinandertreffen. Zudem ist das Wasser kaum mit Giftstoffen belastet. Pflanzen wachsen bis zu einer Tiefe von 40 m, und in den Gew√§ssern um Island leben rund 270 Fischarten.

Benannt nach Island ist die Islandmuschel, die ein Alter von √ľber 400 Jahren erreichen kann.

Blauwal mit Kalb

In den isländischen Gewässern leben zahlreiche Walarten, wie zum Beispiel Nördlicher Zwergwal (Balaenoptera acutorostrata), Blauwal (Balaenoptera musculus), Finnwal (Balaenoptera physalus), Seiwal (Balaenoptera borealis), Buckelwal (Megaptera novaeangliae), Schweinswale (Phocoena phocoena), Weißschnauzendelfin (Lagenorhynchus albirostris), Weißseitendelfin (Lagenorhynchus acutus), Grindwal (Globicephala melas), Schwertwal (Orcinus orca), Nördlicher Entenwal (Hyperoodon ampullatus) und der Pottwal (Physeter macrocephalus). Aktuellen Bestandszählungen zufolge gibt es in den Gewässern um Island etwa 50.000 Zwergwale und 17.000 Finnwale. Die Gesamtzahl der Wale wird auf rund 230.000 geschätzt.

Island hat 2003, nach knapp 20 Jahren erzwungener Pause und trotz internationaler Proteste, wieder ein als wissenschaftlich eingestuftes Walfangprogramm aufgenommen, das √ľber den Zeitraum von drei Jahren bis zu 250 Zwergwale und etwa 40 Finnwale umfassen sollte. In Island selbst wird √ľber die Einstellung des Walfangs diskutiert, da die Anbieter von Walbeobachtungstouren einen Einbruch der Besucherzahlen bef√ľrchten, was aber nach Umfragen unter Touristen vor Ort kaum oder nicht zu bef√ľrchten ist. Die √ľberwiegende Meinung der Bev√∂lkerung ist dem Walfang gegen√ľber wohlgesinnt, wenn auch das Interesse an Walfleisch trotz intensiver Vermarktung stark nachgelassen hat.

2006 hat Island dann beschlossen, zus√§tzlich zum wissenschaftlich eingestuften auch den kommerziellen Walfang wieder zuzulassen. 30 Zwergwale und 9 Finnwale, die zu den bedrohten Arten z√§hlen, d√ľrfen vor den K√ľsten get√∂tet werden ‚Äď allen weltweiten Protesten zum Trotz. Inzwischen wurden die ersten Wale erlegt ‚Äď am 22. Oktober 2006 wurde der erste get√∂tete Finnwal an Land geschleppt. Japan ist der wichtigste Absatzmarkt f√ľr isl√§ndisches Walfleisch. Im Jahr 2010 wollte Island deutlich mehr Finnwale t√∂ten, als der japanische Markt an Walfleisch h√§tte aufnehmen k√∂nnen. Trotzdem weigerte sich der f√ľr die japanische Fischereibeh√∂rde arbeitende Jun Yamashita, Island darauf hinzuweisen und somit die Anzahl der gejagten Wale auf ein vern√ľnftiges Ma√ü abzusenken.[4]

In Islands Gew√§ssern ist die Vielfalt an Fischen nicht so artenreich wie vor der K√ľste. In den Fl√ľssen und Seen leben Aale, Forellen, Lachse, Stichlinge und Saiblinge, also fast ausschlie√ülich Lachsartige (Salmonidae), die teilweise f√ľr Wochen und Monate ins Meer wandern.

Flora

Das Aufgeblasene Leimkraut, eine typisch isl√§ndische Lavaw√ľstenpflanze
Waldpflanzungen am Skorradalsvatn
Die ber√ľhmten Bananenpflanzen in Hverager√įi im Jahr 2007

Die Flora Islands weist einige endemische Arten auf. Besonders häufig trifft man unterschiedliche, in verschiedenen Farben wachsende Flechten und Moose an.

Mit den Eiszeiten sind die meisten der ehedem gemäßigten und subtropischen Zonen angehörenden Pflanzenarten von der Insel verschwunden, darunter auch der Mammutbaum und Ahorn.

Die restlichen Pflanzenarten waren und sind dem rauen Klima angepasst. Man findet zum Beispiel zahlreiche Steinbrecharten und auch diverse Unterarten des Leimkrauts, zum Beispiel ist das Aufgeblasene Leimkraut eine der ersten Pflanzenarten, die Lavafelder besiedeln und daher viel im Hochland zu finden. Auch die Doldengew√§chse sind an feuchten Bachr√§ndern und Seeufern verbreitet, besonders beliebt ist die Engelwurz, die man traditionell auch zur Teeherstellung und als Heilkraut kennt. Auf den Hofwiesen bl√ľht viel L√∂wenzahn und in den Bergen das Alpenr√∂schen.

Die im Juni in gro√üer Menge violett bl√ľhenden Lupinen (vor allem die Alaska-Lupine) wurden allerdings erst nach dem Zweiten Weltkrieg eingef√ľhrt. Sie fixieren mit ihrem dichten Wurzelwerk den tonarmen und dadurch stark der Windverwehung ausgesetzten Mutter- und W√ľstenboden und dienen damit der Stickstoffanreicherung und dem Kampf gegen die Erosion. Au√üerdem wurden D√ľnengr√§ser, vor allem Strandhafer, ges√§t, um der Winderosion zu begegnen.

Auffallend f√ľr den Mitteleurop√§er ist der Mangel an W√§ldern. Zur Zeit der Landnahme war dies anders, etwa 20 % des Landes waren bewaldet, die alten Chroniken Isl√§nderbuch und Landnahmebuch berichten gar, das Land sei ‚Äě‚Ķ von der K√ľste bis in die Berge‚Äú bewaldet gewesen. Vor allem traf man ausgedehnte Birkenw√§lder an, wie Forschungen erwiesen haben. Durch Rodung zur Gewinnung von Weiden, Feuerholz und Holzkohle und die anschlie√üende Beweidung, die Spr√∂sslinge nicht mehr aufkommen lie√ü, verschwanden diese W√§lder jedoch bereits in den ersten Jahrhunderten der Besiedlung. Nur sp√§rliche Reste der niedrigwachsenden Birkenw√§lder √ľberlebten. Lediglich an einigen, oft abgelegenen Stellen, aber vor allem am See L√∂gurinn/Lagarflj√≥t in Ostisland, dem Vaglask√≥gur, im Nordosten (s√ľdlich von Akureyri) sowie in den Westfjorden findet man noch ausgedehnte Waldfl√§chen, bestehend aus Birken, Ebereschen und Wollweide. Bauholz wurde aus Norwegen eingef√ľhrt, beziehungsweise wurden geeignete St√ľcke des Treibholzes zu allerlei Zimmer- und Tischlerarbeiten benutzt. Heute bem√ľht man sich um Wiederaufforstung des Landes.

Vor allem im Norden und Osten, aber auch zum Beispiel am Skorradalsvatn oder im Urstromtal √ě√≥rsm√∂rk im S√ľden des Landes hat man hierbei schon Erfolge erzielt. Der gr√∂√üte zusammenh√§ngende Wald aus alter Zeit steht am Lagarflj√≥t in Ostisland (ebenfalls haupts√§chlich Birkenwald).

An warmen Quellen und B√§chen st√∂√üt man h√§ufig auf eine √ľppige Vegetation, vorausgesetzt die Beschaffenheit des Bodens l√§sst diese zu. Die Erdw√§rme und das auf nat√ľrliche Weise aufgeheizte Wasser nutzt man in Island auch f√ľr Gew√§chsh√§user. Aus diesem Grund wachsen knapp unterhalb des Polarkreises sogar Bananen ‚Äď die n√∂rdlichsten der Welt ‚Äď, aber auch verschiedene Schnittblumen und auch Weinreben werden hier gez√ľchtet. Besonders gut lassen sich die genannten Pflanzen- und (teilweise auch) Tierarten in den drei Nationalparks Islands beobachten.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung

Häusermeer in der Hauptstadt
Aufgegebener Hof auf Snæfellsnes

Im Gegensatz zu vielen anderen westlichen Staaten stieg die Bev√∂lkerungszahl in Island bis 2008 kontinuierlich an. Am 9. Januar 2006 wurde die 300.000-Marke √ľberschritten. In Folge der Finanzkrise ab 2008 war ein leichter R√ľckgang der Bev√∂lkerungszahlen zu verzeichnen; dieser Trend wird laut dem Amt f√ľr staatliche Statistik Islands vermutlich bis zur Jahresmitte 2011 anhalten.

Zwischen 1950 und 1990 lag der Ausl√§nderanteil durchschnittlich bei etwa 1,5 %, bis 2003 war die Quote auf 3,5 % gestiegen. Unter den Ausl√§ndern hatten zu diesem Zeitpunkt Polen (18,2 %) den gr√∂√üten Anteil, gefolgt von D√§nen (8,6 %), Philippinos (6,0 %) und Deutschen (5,4 %).

F√ľr den Stichtag 1. Dezember 2010 gibt das statistische Landesamt 318.236 Einwohner an. Prognosen gehen davon aus, dass 2020/2021 etwa 350.000 Menschen in Island leben werden.

Ein bedeutender Trend war in den letzten Jahren die Landflucht. Besonders abgelegenere Gebiete wie etwa die Westfjorde, Sn√¶fellsnes oder der √§u√üerste Nordosten hatten darunter zu leiden, dass sich bedeutende Teile der Bev√∂lkerung bessere Lebens- und Verdienstm√∂glichkeiten in den St√§dten, besonders aber in Reykjav√≠k erhofften. Seit der Krise ab 2008 scheint dieser Trend jedoch weniger deutlich, vgl. etwa Statistisches Amt Hagstofa zu √ćsafj√∂r√įur 1990: 3498 Einwohner[5]; im Jahre 2000: 2828 Einwohner[6]; im Jahre 2010: 2677 Einwohner[7]

Religion

Die evangelisch-lutherische Isl√§ndische Staatskirche wird vom Staat unterst√ľtzt und gesch√ľtzt (Art. 62 der Verfassung). 79,18 % der Einwohner geh√∂ren der Staatskirche an; es bestehen unter anderem folgende Minderheiten: verschiedene evangelische Freikirchen insgesamt mehr als 5 %; Katholiken 3,05 %, Pfingstkirche 0,66 %, √Āsatr√ļgemeinde (seit 1972 anerkannte Religion) 0,44 %, Buddhisten 0,3 %, Siebenten-Tags-Adventisten 0,24 %, Zeugen Jehovas 0,22 %, Muslime 0,19 %, Orthodoxe Kirchen 0,17 % und Bahai 0,13 %. Keiner Religionsgemeinschaft zugeh√∂rig sind 3,25 % der Bev√∂lkerung.[8]

Sprache

→ Hauptartikel: Isländische Sprache
Mittelalterliches Manuskript M√∂r√įuvallab√≥k
Auszug aus einem modernen isländischen Text

Sprachentwicklung und -purismus

Auf Island wird die isl√§ndische Sprache gesprochen. Sie ist de facto Amtssprache, wurde allerdings mangels Bedarfs nie offiziell dazu erkl√§rt. Entwickelt hat sie sich aus dem Altnordischen. Isl√§nder k√∂nnen noch heute die Texte aus den ersten Jahrhunderten nach der Besiedlung des Landes ohne gr√∂√üere Probleme lesen, da sich die Schriftsprache seit der Einwanderung vor √ľber 1100 Jahren kaum ge√§ndert hat; dies wird mit der isolierten Lage der Insel im Nordatlantik erkl√§rt. Die Aussprache hat sich in dieser Zeit jedoch durchaus gewandelt.

Der isl√§ndische Sprachpurismus sorgt daf√ľr, dass Fremdw√∂rter durch isl√§ndische Wortsch√∂pfungen ersetzt werden. √úber die Reinhaltung der Sprache wachen die Isl√§nder so sehr, dass es oftmals sowohl die isl√§ndischen Begriffe als auch deren fremdsprachliche Varianten in der jeweiligen Fachsprache gibt, obwohl dies in der Zeit, da die Informatik die Welt mit neuen W√∂rtern √ľberflutet, nicht hundertprozentig durchgesetzt werden kann.

Schrift und Grammatik

Im Isl√§ndischen gibt es noch einen Runenbuchstaben, das √ě, und drei vom lateinischen Alphabet abgeleitete Buchstaben: √ź, √Ü und √Ė.

Hat schon die deutsche Sprache umfangreiche Wort- und Satzbauregeln, so sind diese im Isländischen noch komplexer. Dies erklärt sich daraus, dass das Isländische sich aufgrund jahrhundertelanger Isolation auf einer abgelegenen Insel im Wesentlichen eine alte Sprachform bewahrt hat.

Geschichte

Karte von Island um 1888
Fahrten der ersten Wikinger um Island
Druckausgabe der Snorra-Edda von 1666
‚Üí Hauptartikel: Geschichte Islands

Als Entdecker Islands gilt der schwedische Wikinger Gardar Svavarsson, der um 870 in H√ļsav√≠k in Nordisland √ľberwinterte und die Insel kurzerhand nach sich selbst Gar√įarsholmur (Gardarsholm) benannte.

Der Entdecker Fl√≥ki Vilger√įarson fuhr aus, um Gar√įarsholmur (Island) zu finden. Dazu bediente er sich eines ausgefallenen Navigationsinstruments, n√§mlich dreier Raben. Der Bericht dar√ľber befindet sich im Landn√°mab√≥k.

Den schriftlichen Quellen nach wurde Island im sp√§ten 9. und fr√ľhen 10. Jahrhundert durch Auswanderer aus Norwegen und anderen skandinavischen L√§ndern sowie durch keltische Siedler bev√∂lkert. Es handelt sich dabei aber offenbar um einen Gr√ľndungsmythos, denn arch√§ologisch ist eine fr√ľhere Besiedlung nachweisbar. Auf den Westm√§nnerinseln wurden die Grundmauern eines typisch norwegischen Langhauses unterhalb einer Lavaschicht aus dem 7. Jahrhundert entdeckt.[9] W√§hrend in Mitteleuropa die K√∂nigt√ľmer um die Kaiserw√ľrde wetteiferten, steht am Anfang der isl√§ndischen Geschichte die einzigartige Entwicklung eines oligarchischen Gesellschaftssystems. Das Althing als Versammlung gleichgestellter Goden ist damit zusammen mit dem f√§r√∂ischen L√łgting eines der ersten parlamentarischen Systeme in Europa √ľberhaupt (nach der Demokratie im Griechenland des Altertums). Die sowohl gesetzgebende als auch rechtsprechende Versammlung trat allj√§hrlich in √ěingvellir zusammen. Eigentliches Entscheidungsorgan war dabei die L√∂gr√©tta, die Versammlung der Goden, zun√§chst 36 an der Zahl, dann 39, zu denen seit der Ernennung von Bisch√∂fen f√ľr Island (1056) auch diese hinzu traten. Die Goden wurden bei den Diskussionen und Verhandlungen, die der Entscheidungsfindung voran gingen, von je zwei Assistenten unterst√ľtzt, und waren auch auf die Unterst√ľtzung ihres Gefolges freier M√§nner angewiesen. Zu bedenken ist jedoch, dass der Gro√üteil der Bev√∂lkerung damals entweder unfrei oder nicht m√§nnlich war.

Nach h√§ufiger Darstellung entdeckte Erik der Rote im Jahr 982 n. Chr. von Island aus Gr√∂nland. In Wirklichkeit war der erste Seefahrer, der nach Ostgr√∂nland segelte, Gunnbj√∂rn √ölfsson, kurz danach Sn√¶bj√∂rn Galti, der dort sein Winterquartier aufschlug. Erik der Rote umrundete aber die S√ľdspitze und kam an die Westk√ľste.

Das Godentum, welches sich im Anschluss an die Landnahme durch 400 norwegische H√§uptlingsfamilien entwickelt hatte, √ľberdauerte fast 300 Jahre, ehe es mit der Unterwerfung unter die Norweger im Jahre 1262 endete. Eine der wichtigsten Pers√∂nlichkeiten in diesem Zusammenhang war der zuletzt in Reykholt beheimatete Snorri Sturluson.

Im Jahre 1000 landete der Isl√§nder Leifur Eir√≠ksson an der Nordspitze von Neufundland und gr√ľndete dort eine ‚Äď nicht dauerhafte ‚Äď Ansiedlung: L‚ÄôAnse aux Meadows. Entdeckt hatte den neuen Kontinent schon etwas fr√ľher Bjarni Herj√ļlfsson, der sich verirrt hatte, die amerikanische K√ľste sah, aber nicht landete, sondern umkehrte und nach Gr√∂nland fuhr. Im selben Jahr beschlossen die Isl√§nder durch das Althing in √ěingvellir die Annahme des Christentums. 1262 kam Island unter norwegische Herrschaft. 1380 kam Norwegen unter d√§nische Herrschaft; 1397 entstand die Kalmarer Union und Island wurde mit Norwegen unter d√§nischer Krone regiert.

Im Jahre 1552 wurde in Island auf Anordnung des d√§nischen K√∂nigs Christians III. die Reformation eingef√ľhrt.

Handelsmonopole, erst norwegische, sp√§ter d√§nische, blockierten √ľber lange Zeit die Entwicklung Islands. Der Frieden von Kiel 1814 besiegelte noch einmal die d√§nische Oberhoheit, w√§hrend das alte Mutterland Norwegen zwar an Schweden fiel, sich aber auf den Weg in die Unabh√§ngigkeit machen konnte. Mit einer R√ľckbesinnung auf die alten Traditionen, dem Wiederaufleben des Althings und dem Durchbrechen der Handelsbeschr√§nkungen beging Island 1874 mit einer Verfassung und der Finanzautonomie die Tausendjahrfeier der Landnahme. 1904 gew√§hrte D√§nemark den Isl√§ndern die Autonomie (Hjemmestyre nach dem Vorbild der irischen Home Rule). Am 1. Dezember 1918 erlangte Island die Souver√§nit√§t. Der d√§nische K√∂nig Christian X. blieb aber bis zur Gr√ľndung der Republik, am 17. Juni 1944, das isl√§ndische Staatsoberhaupt. Daher haben Mitglieder des d√§nischen K√∂nigshauses, die vor dem 17. Juni 1944 geboren sind, auch einen isl√§ndischen Vornamen, wie die jetzige K√∂nigin Margrethe II., die den Vornamen √ě√≥rhildur tr√§gt.

1911 wurde die Universit√§t Island gegr√ľndet. 1915 wurde das Frauenwahlrecht eingef√ľhrt, 1917 kam es zur ersten isl√§ndischen Regierungsbildung. 1918 wurde Island unabh√§ngig, verblieb aber in Personalunion mit D√§nemark, Islands Flagge wurde erstmals offiziell gehisst. 1940 besetzten britische Truppen Island unter Verletzung seiner Neutralit√§t, um einer m√∂glichen Invasion durch NS-Deutschland zu begegnen, 1941 wurden sie von US-amerikanischen Truppen verst√§rkt und gr√∂√ütenteils ersetzt. In den Wirren des Zweiten Weltkrieges wurde am 17. Juni 1944 die demokratische Republik Island ausgerufen, die seither erfolgreich f√ľr ihre Unabh√§ngigkeit einsteht. Seit 1946 ist Island Mitglied der Vereinten Nationen und war 1949 ein Gr√ľndungsmitglied der NATO.

Seit 1994 ist Island Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR). 2001 trat Island dem Schengener Abkommen bei.

In der isl√§ndischen Politik herrscht seit langem keine klare Position zu einem EU-Beitritt des Landes. Als problematisch f√ľr Island wird vor allem der Status der isl√§ndischen Fischereirechte angesehen, da Island wie kein anderes Land auf diese angewiesen ist.[10] Nachdem infolge der Finanzkrise die konservative Regierung von Geir Haarde zur√ľckgetreten war, k√ľndigte die sozialdemokratische Ministerpr√§sidentin J√≥hanna Sigur√įard√≥ttir eine Initiative zum EU-Beitritt Islands an. Das isl√§ndische Parlament best√§tigte ihren politischen Kurs, somit wurde am 17. Juli 2009 ein Beitrittsgesuch gestellt.[11] Das Veto des isl√§ndischen Pr√§sidenten √ďlafur Ragnar Gr√≠msson gegen das Gesetz √ľber die R√ľckzahlung von fast 4 Milliarden Euro wegen des Konkurses der Icesave-Bank an Gro√übritannien und die Niederlande und die Ablehnung des Gesetzes in der Abstimmung am 6. M√§rz 2010 durch eine Mehrheit von 93,2 Prozent der Abstimmenden k√∂nnte den Beitrittsprozess Islands zur Europ√§ischen Union in Frage stellen. Am 24. Februar 2010 empfahl die EU-Kommission die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen.[12]

Politik

‚Üí Hauptartikel: Politisches System Islands

Staatsaufbau

Das Haus des isländischen Parlaments Althing

Island ist seit dem 17. Juni 1944 eine unabh√§ngige parlamentarisch-demokratische Republik (siehe Isl√§ndische Verfassung). Staatsoberhaupt ist der isl√§ndische Pr√§sident, seit 1996 √ďlafur Ragnar Gr√≠msson. Die eigentlichen Regierungsgesch√§fte f√ľhrt der isl√§ndische Premierminister. Seit 1. Februar 2009 hat J√≥hanna Sigur√įard√≥ttir dieses Amt inne. Sie f√ľhrt eine Regierung aus Allianz und Links-Gr√ľner Bewegung.

Die seit der Parlamentswahl 2007 regierende Koalition von Unabh√§ngigkeitspartei (Sj√°lfst√¶√įisflokkurinn; SF) und der sozialdemokratischen Allianz (Samfylkingin) unter Premierminister Geir Haarde war an der Wirtschaftskrise zerbrochen, und eine √úbergangsregierung aus Allianz und Links-Gr√ľner Bewegung unter Premierministerin J√≥hanna Sigur√įard√≥ttir war gebildet worden; diese Regierung wurde bei vorgezogenen Neuwahlen im April 2009 best√§tigt.

Die Gesetzgebung findet im isl√§ndischen Parlament ‚Äď dem Althing ‚Äď statt, das aus 63 Abgeordneten besteht.

Die Judikative ist in Island zweistufig ausgebildet. Die untere Ebene bilden die Bezirksgerichte, die obere Ebene das Obergericht Hæstiréttur, der oberste Gerichtshof, das auch als Verfassungsgericht fungiert.

Island erreicht auf dem Demokratieindex der Zeitschrift The Economist den 2. Platz.

Parteien

Seit Mitte der 1970er Jahre wurde das in Island vorherrschende traditionelle Vier-Parteien-System aufgebrochen. Diese vier bedeutenden Parteien waren die Unabh√§ngigkeitspartei (Sj√°lfst√¶√įisflokkur, SF, konservativ), die Fortschrittspartei (Frams√≥knarflokkur, FF, liberal), die Sozialdemokratische Volkspartei (Al√ĺ√Ĺ√įuflokkurinn, AF, sozialdemokratisch) sowie die Volksallianz (Al√ĺ√Ĺ√įubandalagi√į, AL, sozialistisch).

Der Versuch der Vereinigung aller linken Parteien f√ľhrte zu der Herausbildung zweier neuer Parteien, der sozialdemokratischen und europafreundlichen Allianz (Samfylkingin; Sf) und der links-gr√ľn-patriotisch orientierten Links-Gr√ľnen Bewegung (Vinstri hreyfing-Gr√¶nt frambo√į; VG). In die Allianz ging auch die Frauenallianz auf, die als erste Frauenpartei der Welt in ein nationales Parlament einzog und dort bis zur Fusion durchg√§ngig vertreten war.

Gewerkschaften

Es gibt in Island verschiedene Branchengewerkschaften und einen Gewerkschaftsbund (AS√ć); mehr als 90 % der abh√§ngig Besch√§ftigten sind darin organisiert. Das Genossenschaftswesen spielt, wenn auch tendenziell abnehmend, eine weltweit fast einmalig starke Rolle. Nahezu alle wichtigen Lebensbereiche (Renten, Urlaubssonderzahlungen, Gesundheitswesen, der Schule nachgeordnete Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, viele Kulturveranstaltungen, Fischereifahrzeug-Poole und deren Ertragsverteilung uvm.) sind teilweise oder vollst√§ndig genossenschaftlich geregelt.

Mitgliedschaften in internationalen Organisationen

Island ist Mitglied bei folgenden Organisationen: FAO (seit 1945), Vereinte Nationen (seit 1946), NATO (seit 1949), Europarat (seit 1949), Nordischer Rat (seit 1952), EFTA (seit 1960), OECD (seit 1961), UNESCO (seit 1964), OSZE (seit 1975/1992), Westnordischer Rat (seit 1985/1997), Barentssee-Rat (seit 1993), EWR (seit 1994), WTO (seit 1995), Ostseerat (1995), Arktischer Rat (seit 1996), seit Oktober 2002 wieder Mitglied in der Internationalen Walfangkommission, neben diesen Mitgliedschaften besteht ein Verteidigungsabkommen mit den USA (seit 1951).

Einteilung Islands in Syssel

Verwaltungsgliederung

‚Üí Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Islands

Politisch ist Island in acht Regionen unterteilt: H√∂fu√įborgarsv√¶√įi√į, Su√įurnes, Vesturland, Vestfir√įir, Nor√įurland vestra, Nor√įurland eystra, Austurland und Su√įurland.

Die acht Regionen werden (traditionell, aber nicht administrativ) in 22 s√Ĺslur (Syssel, etwa Landkreise) und 20 kreisfreie Gemeinden (acht kaupsta√įir, sieben b√¶ir, ein borg und vier weitere) gegliedert.

Auf der untersten Verwaltungsebene gibt es 76 Sveitarf√©l√∂g (Gemeinden) (Stand 2010), einschlie√ülich der acht kaupsta√įir (Stand 2005).

Militär

Bewaffnete Kräfte Islands

Island besitzt offiziell kein eigenes Milit√§r; den K√ľstenschutz √ľbernimmt die circa 120 Mann starke Isl√§ndische K√ľstenwache, die ihren St√ľtzpunkt in Reykjav√≠k hat. Diese ist mit drei Patrouillenbooten, einem √úberwachungsflugzeug und mehreren Hubschraubern ausger√ľstet. Letztere √ľbernehmen auch SAR-Aufgaben und Rettungsfl√ľge f√ľr die Bev√∂lkerung bei Unwettern oder Unf√§llen. Daneben stellt Island zivile Kontingente f√ľr UNO- und NATO-Missionen (√ćslenska fri√įarg√¶slan) aus Kr√§ften der Polizei und des K√ľstenschutzes. Island ist seit 1949 Gr√ľndungsmitglied der NATO. Im B√ľndnisfall hat es sich zu medizinischer Hilfsleistung bereit erkl√§rt.

Kooperationen mit ausländischen Truppen

Fr√ľhere US-amerikanische Truppenpr√§senz

Die USA hatten im Rahmen der NATO (Kommando: ISCOMICE) die so genannte Iceland Defense Force in Keflav√≠k mit circa 1.650 Soldaten, davon 960 von US Navy, 600 US Air Force und 80 vom US Marine Corps, stationiert. Die amerikanischen Einheiten waren bereits seit 1941 auf Island stationiert. Die Soldaten dienten zur Sicherung der strategisch gelegenen Insel, die wichtig zur Sicherung von Nachschubrouten im Zweiten Weltkrieg war, und sp√§ter ‚Äď im Kalten Krieg ‚Äď als St√ľtzpunkt zur Bek√§mpfung von U-Booten im Falle eines Konfliktes mit der Sowjetunion.

Die USA haben sich 1951 in einem bilateralen Verteidigungsabkommen zur Verteidigung Islands verpflichtet. Dabei spielte vor allem die Unterst√ľtzung der isl√§ndischen K√ľstenwache durch die f√ľnf stationierten Hubschrauber und die Patrouillen im isl√§ndischen Luftraum durch vier F-15 Kampfflugzeuge eine Rolle. Die Stationierung kostete die Vereinigten Staaten von Amerika zuletzt etwa 260 Millionen US-Dollar pro Jahr.

Am 19. M√§rz 2006 beschlossen die USA einseitig und f√ľr Island √ľberraschend, ihre Streitkr√§fte abzuziehen. Am 30. September 2006 verlie√üen die letzten auf Island stationierten US-Soldaten das Land. Davon waren auch etwa 600 Isl√§nder betroffen, die ihre Arbeit in der Milit√§rbasis verloren. Die Vereinigten Staaten garantieren der isl√§ndischen Regierung aber weiterhin milit√§rischen Schutz aufgrund des bilateralen Vertrages. Es wurde eine Beh√∂rde f√ľr Fragen der Landesverteidigung errichtet, welche die elektronische Luftraum√ľberwachung aus amerikanischer Regie √ľbernommen hat. Um physische Milit√§rpr√§senz zu gew√§hrleisten, hat man mit mehreren NATO-Partnern regelm√§√üige (2 bis 3 mal j√§hrliche) Flugpatrouillen-Kampagnen vereinbart, zu denen befreundete Geschwader auf dem ehemaligen amerikanischen St√ľtzpunkt einquartiert werden. Erstmals kam so im April 2008 ein franz√∂sisches Geschwader mit Mirage-J√§gern nach Island.

Heutige Kooperation mit nordeuropäischen Streitkräften

Wie die Osloer Zeitung Aftenposten berichtete, haben sich die Regierungen in Oslo und Reykjav√≠k auf die √úbernahme von Sicherheits-, √úberwachungs- und Rettungsaufgaben durch die norwegische Luftwaffe geeinigt. Zur √úberwachung der isl√§ndischen K√ľste hat Reykjav√≠k eine Zusammenarbeit mit der d√§nischen Marine vereinbart.

Obwohl Island nicht √ľber eigene Streitkr√§fte verf√ľgt, war es in der Koalition der Willigen vertreten.

Städte

Blick √ľber Reykjav√≠k

Rund 93 % der isl√§ndischen Bev√∂lkerung lebten Mitte 2008 in St√§dten, allein etwa 117.000 von insgesamt 317.593 Einwohnern des Landes lebten in der Hauptstadt Reykjav√≠k (Stand 1. Dezember 2009). Die hohe Urbanisierungsquote geht auf eine lang anhaltende Landflucht zur√ľck, die Island im 20. Jahrhundert stark pr√§gte.

In der Mehrzahl der Gemeinden au√üerhalb des Hauptstadtgebietes ist allerdings inzwischen wieder ein Bev√∂lkerungswachstum zu verzeichnen. Von den acht Regionen Islands haben inzwischen f√ľnf ein stabil positives Bev√∂lkerungswachstum. Nur die Mehrzahl der Gemeinden der Region Nordwestisland verlieren nach wie vor Einwohner.

Größte Gemeinden

Island hat 76 Gemeinden, die gr√∂√üten sind nachfolgend aufgef√ľhrt.

Gemeinde Einwohner
(1. Januar 2009)
Reykjavík1 119.547
Kópavogur1 29.976
Hafnarfj√∂r√įur1 25.850
Akureyri 17.633
Reykjanesbær 14.172
Gar√įab√¶r1 10.358
Mosfellsbær1 8403
√Ārborg 7922
Akranes 6609
Gemeinde Einwohner
(1. Januar 2009)
Fjar√įabygg√į 4723
Flj√≥tsdalsh√©ra√į 3695
Seltjarnarnes1 4403
Skagafj√∂r√įur 4078
Vestmannaeyjar 4086
√ćsafjar√įarb√¶r 3972
Borgarbygg√į 3744
Nor√įur√ĺing 3001
1 Ballungsraum Reykjavík

Infrastruktur

Verkehr

Typisches isländisches Verkehrsschild, das den Weg zu den jeweiligen Bauernhöfen weist
Straßenverkehr abseits der Hauptstraßen

Straßenverkehr

In Island gibt es 13.004 km Stra√üen, von denen 4331 km asphaltiert sind. Die Ringstra√üe Nr. 1 ist Islands l√§ngste Stra√üe und folgt grob dem K√ľstenlauf, schneidet aber alle gro√üen Halbinseln ab. Sie ist derzeit 1336 km lang und konnte erst 1974 fertiggestellt werden, nachdem die letzten Br√ľcken im Gebiet von Skaftafell gebaut wurden. Heute ist sie bis auf einige wenige Teilst√ľcke √ľber die Berge nach Egilssta√įir und bei Hvalnes asphaltiert, vor einigen Jahren war das nur in der N√§he von Reykjav√≠k der Fall. Die Ringstra√üe (isl√§ndisch Hringvegur) hei√üt je nach Landesteil Su√įurlandsvegur, Vesturlandsvegur, Nor√įurlandsvegur und Austurlandsvegur gem√§√ü dem Brauch, dass alle Stra√üen im Land Namen haben und eigentlich nicht mit der Stra√üennummer bezeichnet werden. Es wird aber auch die Bezeichnung √ěj√≥√įvegur Nr 1 (w√∂rtlich: Nationalstra√üe Nr. 1) verwendet. Bis 1968 gab es in Island Linksverkehr. Die Stra√üennummern, beginnend mit 2 bis 9, geben Auskunft √ľber die Verwaltungseinteilung im Stra√üenbau, die nicht mit den √ľbrigen Verwaltungseinteilungen deckungsgleich ist.

Es gibt in Island keine Autobahnen, allerdings wurde die Stra√üe zwischen Keflav√≠k und Reykjav√≠k bis in den Vorort Hafnarfj√∂r√įur zur vierspurigen Schnellstra√üe ausgebaut. Im Hauptstadtgebiet bestehen inzwischen einige bis zu sechsspurige Stadtautobahnen. Es gibt heute auch keinen Schienenverkehr in Island mehr.

W√§hrend die Ringstra√üe und die wichtigsten Landstra√üen heutzutage weitestgehend asphaltiert sind, sind Nebenstra√üen, aber abschnittsweise auch Hauptstra√üen (vor allem in den Westfjorden) noch Schotterstra√üen mit un√ľbersichtlicher Streckenf√ľhrung. Des Weiteren gibt es Hochlandpisten, die meist Schotterstra√üen sind und nur eingeschr√§nkten Unterhalt erfahren[13] Das isl√§ndische Hochland ist daher ein beliebtes Reiseziel f√ľr Fahrer von gel√§ndeg√§ngigen Fahrzeugen. Offroad-Fahren ist wegen der sehr empfindlichen Vegetation in Island grunds√§tzlich nicht erlaubt.[14] Schon einzelne Reifenspuren k√∂nnen aufgrund des sehr losen Bodengef√ľges neue Angriffsfl√§chen f√ľr Erosion bieten und sich im schlimmsten Fall innerhalb weniger Jahre zu ausgewaschenen Bachbetten entwickeln. Es ist nur das Befahren von ausgewiesenen Strecken erlaubt.

Im Winter sind die Hauptstraßen meist geräumt, aber auch dort kann es zu Verkehrsbehinderungen durch Glatteis oder Schneeverwehungen kommen. Daher fahren die meisten Isländer mit Spikes und bevorzugen Autos mit Vierradantrieb. An einzelnen Tagen im Winter können auch Teile der Hauptverbindungsstraßen kurzfristig gesperrt werden[15]. Der aktuelle Straßenzustand wird in den Medien bekanntgegeben, vor allem aber im Internet durch die Straßenwacht (in englischer Sprache), siehe:[2].

Flugverkehr

Der gr√∂√üte internationale Flughafen, der Flughafen Leifur Eir√≠ksson, liegt bei Keflav√≠k, etwa 60 km westlich von Reykjav√≠k. Die √∂rtliche Fluggesellschaft Icelandair verbindet den Flughafen mit zahlreichen internationalen Zielen auf dem europ√§ischen und amerikanischem Festland. Au√üerdem gibt es einen Ausweichflughafen in Egilssta√įir im Osten Islands und drei weitere Flugh√§fen in Akureyri, √ćsafj√∂r√įur und H√∂fn. Insgesamt gibt es 98 Flugpl√§tze im Land.

Schiffsverkehr

Bedeutende H√§fen des Landes sind Akureyri, Grundartangi, Hafnarfj√∂r√įur, Hornafj√∂r√įur, Reykjav√≠k, Sey√įisfj√∂r√įur. Letzterer bietet mit der F√§hre Norr√∂na die einzige Autof√§hrverbindung zwischen Island und dem europ√§ischen Kontinent (H√§fen in D√§nemark und auf den F√§r√∂er-Inseln, bis Ende 2008 auch Norwegen und Schottland). Es gibt in Island keine Flussschifffahrt.

Telekommunikation

In Island gibt es 190.500 Telefonanschl√ľsse und 290.100 Mobiltelefone (Stand 2004). Per Telefon ist die Direktdurchwahl innerhalb Islands √ľberall m√∂glich. Die Landeskennzahl Islands f√ľr Ferngespr√§che aus dem Ausland lautet +354, gefolgt von der siebenstelligen Anschlussnummer, Ortsvorwahlen existieren nicht mehr. F√ľr Auslandsgespr√§che ist die VAZ 00 gefolgt von der Landeskennzahl zu w√§hlen, danach die Ortskennzahl und die Teilnehmernummer des gew√ľnschten Gespr√§chspartners.

Es gibt in Island zwei GSM-Netzbetreiber: S√≠minn und Vodafone Iceland (TAL). Zusammen decken sie den gr√∂√üten Teil der Insel einschlie√ülich aller Gemeinden √ľber 200 Einwohner ab. Diese und weitere Anbieter verkaufen vorausbezahlte GSM-Telefonkarten und bieten GSM/GPRS-Service an. Telefonkarten sind an allen Tankstellen erh√§ltlich.

S√≠minn unterhielt au√üerdem bis Ende 2007 ein Netz f√ľr NMT-Mobiltelefone (Nordic Mobile Telephone), das fast ganz Island einschlie√ülich des Hochlandes abdeckte. NMT-Mobiltelefone arbeiteten im Vergleich zum GSM-Netz mit geringerer Frequenz (450 MHz), wodurch eine erheblich erh√∂hte Reichweite m√∂glich war. Als Ersatz f√ľr das abgeschaltete NMT-Netz haben die GSM-Betreiber auch im Hochland Sendemasten gro√üer Reichweite aufgestellt, wodurch die fl√§chendeckende Erreichbarkeit weitgehend gegeben ist. F√ľr Rettungsdienst und Polizei wurde weiterhin digitale Technik im Tetra-Netz eingef√ľhrt.

Internet

Es gibt in Island 190.140 Internetanschl√ľsse (Stand 2004) und 225.000 Internetnutzer (Stand 2005). Island ist √ľber drei Seekabel (Cantat-3, Farice-1 und seit Mitte 2008 auch Greenland Connect) in das Internet integriert. In der Vergangenheit kam es durch Kabelbr√ľche oder sonstige Besch√§digungen vergleichsweise oft zu Ausf√§llen von Internet und teilweise auch Telekommunikation. Im Einzugsgebiet von Reykjav√≠k und Akureyri findet man h√§ufig kostenlose WLAN Hot Spots.

Post

Post√§mter der √ćslandsp√≥stur gibt es in jeder gr√∂√üeren Gemeinde Islands. Post√§mter in Island sind normalerweise montags bis freitags von 8.30 bis 16.30 Uhr ge√∂ffnet.

Wirtschaft

‚Üí Hauptartikel: Wirtschaft Islands

Währung

Die W√§hrung Islands ist die Isl√§ndische Krone (ISK), 100 ISK haben den Gegenwert von 0,63114 Euro, entsprechend 1 ‚ā¨ = 158,44 ISK (Stand: 1. Nov 2011). Im Umlauf befinden sich M√ľnzen zu 1, 5, 10, 50 und 100 Kronen sowie Banknoten zu 500, 1000, 2000 und 5000 Kronen.

Basisdaten

Die Wirtschaftslage Islands war bis zum Zusammenbruch und zur Verstaatlichung aller gro√üen Banken im Oktober 2008 stabil. Nach sechs Jahren eines starken Wirtschaftsaufschwungs kam es ab 2001 zu √úberhitzungserscheinungen. Im Jahre 2002 sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,6 %. 2003 lag das Wachstum bei fast 4 %. Gleichzeitig konnte die Inflation zur√ľckgedr√§ngt und ein hohes Leistungsbilanzdefizit ausgeglichen werden.

F√ľr die kommenden Jahre wurde ein robustes Wirtschaftswachstum erwartet. Allerdings hatte sich wieder ein zweistelliges Au√üenhandelsdefizit eingestellt. Ursache waren hohe Lohnkosten, die abgelegene Lage und die Importabh√§ngigkeit bei fast allen G√ľtern des t√§glichen Bedarfs. Banken verzeichnen eine hohe Auslandsverschuldung. Im Laufe des Jahres 2008 wurde die isl√§ndische Krone aufgrund der Finanzkrise ab 2007 massiv abgewertet. So stieg der Kurs des Euro gegen√ľber der ISK im Zeitraum Oktober 2007 bis Oktober 2008 um mehr als 208 % an.[16] Durch die W√§hrungsabwertung stieg die Inflation von September 2006 bis September 2008 von knapp unter 3 % auf 16 %.[17] Der isl√§ndische Leitzins wurde im Oktober 2008 auf 18 % erh√∂ht.

Trotz der Finanzkrise liegt das pro-Kopf-Einkommen in Island immer noch an Weltspitze.[18][19] Dies gilt allerdings aufgrund der hohen Steuern und Lebenshaltungskosten auch f√ľr die Ausgaben. Die Lebenserwartung der Isl√§nder ist eine der h√∂chsten der Welt. In der Liste des menschlichen Entwicklungsstandes, dem Human Development Index (HDI), lag Island weltweit ab November 2007 erstmals auf Platz eins, knapp vor Norwegen, das sechs Jahre an der Spitze des Indices stand. Im Vergleich mit dem durchschnittlichen Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf der EU (EU27=100) erreichte Island 2005 einen Index von 129.[20] Die Arbeitslosenquote lag im Oktober 2010 bei 6,4 %[21], im April 2008 lag diese noch bei 1,0 %[22].

10 % der Isl√§nder sind Fischer, und mehr als die H√§lfte f√ľhren Dienstleistungen aus. Exportiert werden Fisch und Maschinen. Die Landwirtschaft besteht haupts√§chlich aus der Haltung von Schafen, Islandpferden und Rindern.

Export und Import

Wirtschaftsgeschichte

Island war bis in das 20. Jahrhundert ein landwirtschaftlich gepr√§gtes Land. Bei einer Volksz√§hlung im Jahr 1703 waren 69 % der Bev√∂lkerung ausschlie√ülich in der Landwirtschaft t√§tig, 30 % betrieben neben der Landwirtschaft noch Fischerei. Zu dieser Zeit waren also rund 99 % der Bev√∂lkerung im prim√§ren Wirtschaftssektor besch√§ftigt. Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte dann der √úbergang zur Hochseefischerei. Die Landbev√∂lkerung fand hier neue Arbeitspl√§tze und so war 1901 nur noch die H√§lfte der Bev√∂lkerung in der Landwirtschaft t√§tig. 2003 arbeiteten nur noch etwa 10 % der isl√§ndischen Bev√∂lkerung im prim√§ren Bereich, in der Industrie arbeiteten etwa 18 %, im Dienstleistungsbereich 72 % der Besch√§ftigten.

Island ist besonders betroffen durch die seit 2007 andauernde Finanzkrise. Die drei gr√∂√üten Banken des Landes haben sich durch starke internationale Verflechtungen als besonders krisenanf√§llig erwiesen, weshalb die isl√§ndische Regierung Anfang Oktober 2008 die Verstaatlichung des gesamten Bankensektors beschlossen hatte. Neben der Abwendung eines drohenden Staatsbankrotts sollte durch diese Notma√ünahme auch eine weitere Abwertung der isl√§ndischen Krone, die zwischen Oktober 2007 und Oktober 2008 mehr als 70 % ihres Wertes gegen√ľber dem Euro verloren hatte, verhindert werden.[23] Am 16. Oktober 2008 gab die Regierung Islands an, eine f√§llige Anleihe der verstaatlichten Glitnir-Bank in H√∂he von 750 Millionen US-Dollar nicht zur√ľckzuzahlen, womit Island de facto zahlungsunf√§hig war.[24] Eine formale Zahlungsunf√§higkeit bestand jedoch nicht, da die Anleihe nicht von Island selbst emittiert wurde. Der CDS-Spread Islands implizierte jedoch eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die formale Zahlungsunf√§higkeit in wenigen Jahren eintreten k√∂nnte.[25]

Island war im April 2009 laut dem US-amerikanischen √Ėkonomen und Wirtschaftsnobelpreistr√§ger Paul Krugman vor Irland und √Ėsterreich das Land mit dem gr√∂√üten Risiko eines Staatsbankrotts.[26][27][28] Die drei gr√∂√üten Banken (Kaupthing, Landsbanki und Glitnir) erlebten nach ihren sehr riskanten internationalen Kreditgesch√§ften einen Absturz und konnten nur durch die Verstaatlichung im Oktober 2008 vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Sie hinterlassen Island einen Schuldenberg vom Zehnfachen der bisherigen j√§hrlichen Wirtschaftsleistung.[29]

Laut OECD-Bericht vom Mai 2010 sind Island inzwischen betr√§chtliche Konsolidierungen im Wirtschaftsbereich gelungen. Dies bildet nach OECD eine gute Grundlage f√ľr eine weitere wirtschaftliche Erholung im 2. Halbjahr 2010 und einen beginnenden Aufschwung im Jahr 2011. Die Empfehlungen der OECD-Kommission gehen dahin, 2011 energieintensive Unternehmen in Island zu installieren, was nach Meinung der OECD die private Nachfrage ankurbeln sollte. Au√üerdem soll weiterhin der bisher erfolgreiche Kurs fiskalischer Konsolidierung verfolgt werden. Der Bankensektor hat sich stabilisiert und entsprechende Reserven in internationaler W√§hrung sind vorhanden. Die W√§hrungskonsolidierung wird weiter ein Ziel sein.[30]

Landwirtschaft

Abtrieb der Schafe im √ěj√≥rs√°dalur nahe der Hekla

Ein gro√üer Teil der Insel besteht aus Lavaw√ľsten, die weder bewohnbar noch landwirtschaftlich nutzbar sind. Dies betrifft fast das ganze Inland (Isl√§ndisches Hochland). 11 % des Landes sind von Gletschern bedeckt.

Die bewohnten Gebiete befinden sich haupts√§chlich entlang der K√ľste. 20 % des fruchtbaren Landesteils werden f√ľr die Viehzucht (vor allem Schafe und Pferde) genutzt, nur 1 % f√ľr den Anbau von Getreide oder anderen Feldfr√ľchten. Dies liegt an den relativ k√ľhlen Sommertemperaturen, w√§hrend im Winter der Golfstrom besonders im S√ľdwesten f√ľr ein verh√§ltnism√§√üig mildes Klima sorgt. Die Durchschnittstemperaturen betragen 11 ¬įC im Juli und ‚ąí1 ¬įC im Januar.

Die Schafe und Pferde befinden sich im Sommer auf den Hochweiden im Hochland. Die Mutterschafe mit den L√§mmern werden im Juni auf die Hochweiden getrieben oder im Lastwagen dorthin gebracht und laufen in einem gro√üen Gebiet, das jeweils zu bestimmten Gemeinden geh√∂rt, frei umher. Sie folgen beim Weiden immer dem frischesten Pflanzenwuchs nach oben. Daher ist das Lammfleisch in Island besonders gut und wohlschmeckend. Im Herbst, das hei√üt im September/Oktober, treibt man die Tiere zusammen und holt sie wieder herunter, wo sie den Winter auf den Weiden im bewohnten Gebiet bzw. im Stall verbringen. Der Abtrieb ist immer eine festliche Angelegenheit. Schulkinder fahren mit Bussen zu den jeweiligen Sammelstellen, gro√üen Pferchen, sog. R√©ttir. Sie schauen bei der letzten Phase zu oder helfen auch mit. Abends gibt es immer einen gro√üen Ball f√ľr die Erwachsenen.

Inzwischen nutzt man auch in zahlreichen Gew√§chsh√§usern die Geothermische Energie f√ľr den Anbau von Gem√ľse und Obst, so etwa in Hverager√įi. Zudem werden immer mehr W√§lder gepflanzt, etwa im Gebiet um die Hauptstadt Reykjav√≠k oder rund um den Skorradalsvatn in Westisland.

Fischerei

Die Z√ľge des Kapelan rund um Island
Traditionelles Fischerboot
Isländischer Trawler

Aufgrund der Lage auf einem Schelfsockel des Mittelatlantischen R√ľckens sind die Fischgr√ľnde rund um Island besonders ergiebig. Das Meer rund um die Insel ist reich an Phytoplankton, der die Grundlage der Nahrungskette im Meer bildet.[31]

Island ist deutlich vom Fischfang abh√§ngig (Fischprodukte machen 76 % der Exporte aus). Zum Schutz der Fischgr√ľnde wurde 1631 erstmals eine Schutzzone von 32 Seemeilen festgelegt. Sie wurde jedoch wieder aufgehoben, und erst im Jahr 1901 wurde eine neue Schutzzone von drei Seemeilen festgelegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg f√ľhrte der Einsatz der modernen Fangflotte innerhalb weniger Jahre zur √úberfischung der isl√§ndischen Gew√§sser. Deshalb wurde die Schutzzone 1952 auf vier Seemeilen ausgedehnt. Wegen erneuter √úberfischung wurde die Zone 1959 dann auf zw√∂lf Seemeilen erweitert. Anfang der 70er Jahre brachen die Best√§nde wirtschaftlich genutzter Fischarten wieder zusammen. Island erweiterte die Schutzzone auf 50 Seemeilen. Es kam wie bereits Ende der 1950er Jahre zum Streit zwischen Island und dem Vereinigten K√∂nigreich, denn die Briten waren nicht bereit, die erweiterte Schutzzone zu akzeptieren. Der Streit eskalierte und britische Trawler wurden von Kriegsschiffen begleitet. Dieser zweite Kabeljaukrieg wurde schlie√ülich auf dem Verhandlungsweg beigelegt. Da die Erweiterung der Schutzzone auf 50 Seemeilen nicht die erhoffte Wirkung zeigte, wurde die Schutzzone 1975 auf 200 Seemeilen erweitert. Es kam erneut zum Streit zwischen Island und dem Vereinigten K√∂nigreich, aber auch der dritte ‚ÄěKabeljaukrieg‚Äú wurde auf dem Verhandlungsweg beigelegt. Die 200-Meilen-Zone ist heute internationaler Standard und v√∂lkerrechtlich anerkannt. Seit 1991 k√∂nnen isl√§ndische Fischereiprodukte zollfrei in die Europ√§ische Union eingef√ľhrt werden.

Interessant ist die Tatsache, dass trotz der Bedeutung der Fischerei nur etwa 5,2 % der Arbeitnehmer direkt auf Booten und weitere 6,7 % in der Fischverarbeitung besch√§ftigt sind.

Tourismus

Hotel Borg, Reykjavík
Campingplatz in Landmannalaugar
‚Üí Hauptartikel: Tourismus in Island

Der Tourismus bildet den zweitgr√∂√üten Wirtschaftszweig; insbesondere der Sommertourismus spielt eine gro√üe Rolle: Beliebt sind die Natur, die Gletscher, der Reittourismus und viele andere Aktivit√§ten. 2004 nahm die Zahl der ausl√§ndischen Touristen um 13 % zu und stieg auf 362.000. In der Besucherstatistik f√ľhren jetzt Briten vor Nordamerikanern und Deutschen. Der Tourismus ist in den letzten Jahrzehnten f√ľr Island zu einer immer wichtigeren Quelle f√ľr Deviseneinnahmen geworden. Der Anteil an den Exporterl√∂sen liegt bei dieser Branche bei 13 %.

W√§hrend im Jahr 1950 lediglich rund 4000 Besucher nach Island kamen, stieg die Zahl auf etwa 190.000 im Jahr 1995. Seit Mitte der 1990er Jahre nimmt der Touristenstrom j√§hrlich in gro√üem Ma√üe zu. Im Jahr 2000 z√§hlte man mit √ľber 300.000 Reisenden erstmals mehr Touristen, als Island damals Einwohner hatte. Zugleich stieg auch die Zahl der √úbernachtungen in Hotels und G√§steh√§usern sowie auf Bauernh√∂fen auf dem Land deutlich.

Knapp 75 % der ausl√§ndischen Touristen stammen aus europ√§ischen L√§ndern, insbesondere aus Deutschland, Frankreich und aus L√§ndern Skandinaviens.

Durch die geografisch abgeschiedene Lage im Nordatlantik profitieren zudem Transportunternehmen von dem ansteigenden Tourismus, da man Island nur per Flugzeug oder mit dem Schiff (Autofähre Norröna) erreichen kann.

Energieerzeugung

Wasserkraftwerk B√ļrfellsvirkjun
Wasserkraftwerk K√°rahnj√ļkavirkjun

Die Stromerzeugung in Island ist vollständig regenerativ: Rund 73% wird durch Wasserkraft erbracht sowie knapp 27% durch Geothermie[32].

In den Jahren 2000‚Äď2004 lag dabei der Anteil der Gro√üindustrie am Stromverbrauch bei 63,4‚Äď64,9 %. Davon zeichnen die Aluminiumh√ľtten f√ľr knappe 80 % verantwortlich, sodass deren Anteil am Gesamtstromverbrauch knapp √ľber 50 % liegt, in den kommenden Jahren aber durch Erweiterungen und Neubau noch deutlich steigen soll. Als Gesamterzeugungskapazit√§t stehen ca. 2,4 Gigawatt Leistung von Wasserkraft und Geothermieanlagen zur Verf√ľgung ein weiterer Ausbau wird von der Regierung angestrebt. Die Regierung Islands versucht dabei, internationale Industrie nach eigenen Worten mit den niedrigsten Strompreisen Europas zu √ľberzeugen. F√ľr die ben√∂tigten Energiemengen m√ľssen dabei mit Wasserkraft und neuerdings auch mit Geothermie betriebene Gro√ükraftwerke errichtet werden, was zum Teil erhebliche Eingriffe in die Natur bedingt. Ein Beispiel f√ľr ein in diesem Zusammenhang umstrittenes Projekt ist der Bau von K√°rahnj√ļkavirkjun, eines Wasserkraftwerkes im Osten Islands, dessen Strom vor allem f√ľr das Aluminiumverh√ľttungswerk der Firma Alcoa nahe der Ortschaft Rey√įarfj√∂r√įur Verwendung findet. Den positiven wirtschaftlichen Folgen stehen unabsehbare, m√∂glicherweise negative √∂kologische Folgen gegen√ľber.

Wasserstoffwirtschaft

Was aus dem im Jahre 2000 angek√ľndigten[33] ‚ÄěWeg in eine Wasserstoffwirtschaft‚Äú wird, ist fraglich, da der Staat seit 2008 zahlungsunf√§hig ist. Die Ank√ľndigung der Wasserstoffwirtschaft hat Island damals sehr viel internationale Aufmerksamkeit beschert[34][35].

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 5,488 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 3,879 Mrd. US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in H√∂he von 13,7 % des BIP.[36]
Die Staatsverschuldung betrug 2009 11,2 Mrd. US-Dollar oder 95,1 % des BIP.[36]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Kultur

Literatur

Grettir, einer der Helden der Isländersagas

Es ist die isl√§ndische Literatur, die die Kultur Islands √ľber viele Jahrhunderte hinweg bis heute pr√§gt. Zu den wohl bekanntesten Werken altisl√§ndischer Literatur z√§hlt dabei die Edda. Unter diesem Namen werden zumeist zwei Werke zusammengefasst, die so genannte Lieder-Edda und die Snorra-Edda, welche Snorri Sturluson um das Jahr 1220 verfasste. Die Snorra-Edda ist eine einzigartige Quelle der alten nordischen Mythologie und Dichtkunst (Skalden-Prosa/Sk√°ldskaparh√°ttur). Mit den im 13. und 14. Jahrhundert nach m√ľndlicher √úberlieferung verfassten Isl√§ndersagas wurde nicht nur der Grundstein f√ľr die Entwicklung der nordeurop√§ischen Literatur gelegt, sondern schrieb sich Island in das literarische Weltkulturerbe ein. Die Zeit, in der sich die in ihnen geschilderten weltlichen Ereignisse zugetragen haben, reicht von der Landnahme Islands um 860 bis in das 11. Jahrhundert. Sie sind jedoch nur ein Teil jener isl√§ndischen Sagaliteratur, zu der im engeren Sinne auch die K√∂nigssagas (Konungas√∂gur), die Vorzeitsagas (Fornaldars√∂gur), die Sturlungensaga (Sturlunga saga) sowie die Bischofssagas (Byskupas√∂gur) z√§hlen, die zu den Gegenwartssagas gerechnet werden.

Auch die moderne isl√§ndische Literatur findet seit langem au√üerhalb Islands viele Anh√§nger ‚Äď nicht nur die Werke des Nobelpreistr√§gers Halld√≥r Laxness. So erreichen die Krimis des Schriftstellers Arnaldur Indri√įason in den letzten Jahren Bestsellerauflagen in deutscher √úbersetzung.

Im Jahr 2011 wird Island unter dem Motto Sagenhaftes Island Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse sein. Der Schwerpunkt des isl√§ndischen Gastlandauftrittes liegt dabei auf der Neubearbeitung und √úbersetzung der Isl√§ndersagas. Daneben ist der Fokus auf die Klassiker des 19. und 20. Jahrhunderts, bedeutende Autorinnen und Autoren der Gegenwart sowie die neuen Stimmen der isl√§ndischen Literatur gerichtet. Ein umfangreiches Kunst- und Kulturprogramm wird isl√§ndische K√ľnstlerinnen und K√ľnstler aller Kunstsparten von der Musik √ľber die Bildende Kunst bis hin zu Film, Mode, Design, Architektur und Fotografie in Deutschland vorstellen.

Bildende Kunst

Zwar brachten die ersten Siedler Islands die norwegische Volkskunst mit auf die Insel im Nordatlantik ‚Äď und die Wikinger galten als k√ľnstlerisch begabt ‚Äď doch wurden aufgrund des rauen Klimas und der geringen Ressourcen viele Dokumente im Laufe der Jahrhunderte vernichtet. So setzte eine wirkliche Entwicklung, etwa der Malerei, erst in der Neuzeit ein, und auch in anderen Bereichen entwickelte sich die isl√§ndische Kunst erst etwa ab der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Daher kann, sieht man einmal von Sigur√įur Gu√įmundsson (1833‚Äď1874) ab, als erster moderner Maler √ě√≥rarinn B. √ěorl√°ksson (1867‚Äď1924) betrachtet werden, in dessen Nachfolge die isl√§ndische Malerei mit den K√ľnstlern √Āsgr√≠mur J√≥nsson, J√≥n Stef√°nsson und J√≥hannes Sveinsson Kjarval (1885‚Äď1972) zunehmend an Bedeutung gewann, w√§hrend f√ľr die Anf√§nge der isl√§ndischen Bildhauerei Einar J√≥nsson (1874‚Äď1954) und in Folge √Āsmundur Sveinsson (1893‚Äď1982), Sigurj√≥n √ďlafsson (1908‚Äď1982) und Ger√įur Helgad√≥ttir (1928‚Äď1975) stehen.

Durch Reisen und Studienaufenthalte im Ausland gewannen europ√§ische aktuelle Kunststr√∂mungen Einfluss auf viele K√ľnstlerinnen und K√ľnstler Islands. So lassen sich in den fr√ľhen Bildern J√≥n Engilberts (1908‚Äď1972) Parallelen zum Deutschen Expressionismus finden, N√≠na Tryggvad√≥ttir (1913‚Äď1968) ist erkennbar vom Kubismus beeinflusst, und das Farb- und Formenspiel der Gruppe CoBrA findet sich bei Svavar Gu√įnason (1909‚Äď1988) wieder, der zu ihren Mitgliedern geh√∂rte.

Zwischen Surrealismus und Pop Art bewegt sich der international erfolgreiche Err√≥, der mit Collagen und nach Collagen gemalten, neuerdings auch im Computer √ľberarbeiteten Werken Aufsehen erregt.

Seit den 1960er-Jahren entstand auch die Konzeptkunst in Island. Ein wichtiger Vertreter dieser Kunstrichtung ist Sigur√įur Gu√įmundsson (* 1942), dessen Werk Performances, Fotografien, Zeichnungen, Drucke, Skulpturen, Installationen und musikalische Kompositionen umfasst.

Einen nicht unerheblichen und bis heute anhaltenden Einfluss auf die j√ľngere isl√§ndische Kunst hatte der Wahlschweizer und seit 1960 auch in Island lebende Grafiker, Schmuck- und M√∂beldesigner, Filmemacher, Maler und Bildhauer, Dichter und Musiker Dieter Roth (1930‚Äď1998). Sein breit angelegtes Werk beeinflusste viele junge K√ľnstler, die sich etwa prozesshaften Installationen zuwandten. Roths Vorliebe f√ľr Kooperationen von K√ľnstlern verschiedener Sparten, ja selbst die Zusammenarbeit mit Laien, sind noch immer richtungsweisend und zugleich charakteristisch f√ľr die aktuelle isl√§ndische Kunst.

Zahlreiche Museen, Galerien und Projektr√§ume, Institutionen wie das CIA.IS ‚Äď Center for Icelandic Art, Festivals wie das j√§hrlich stattfindende Reykjav√≠k Arts Festival oder SEQUENCES real time festival sowie Magazine wie LIST icelandic art news zeugen von der wachsenden Bedeutung Bildender Kunst in der isl√§ndischen Kultur.

Fotografie

Die isl√§ndische Fotografie weist ein breites Spektrum auf. Dieses reicht u.a. von Magn√ļs √ďlafsson (1862‚Äď1937), der die Lebensbedingungen einer von technologischem Fortschritt, sozialen Ver√§nderungen und urbanen Entwicklungen gepr√§gten Jahrhunderth√§lfte beleuchtete, √ľber den Portr√§tfotografen Sigri√įur Zo√ęga (1889‚Äď1968), den f√ľr seine Landschaftsaufnahmen ber√ľhmt gewordenen Vigf√ļs Sigurgeirsson (1900‚Äď1984) bis hin zu dem seit Jahren als Fotojournalist f√ľr Morgunbla√įi√į, National Geographic, Time, Life, Stern und Le Figaro t√§tigen und mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Fotografen Ragnar Axelsson (* 1958, bekannt unter dem Pseudonym RAX) und dem mit seiner k√ľnstlerisch-dokumentarischen Fotografie in der Tradition der amerikanischen New Topographics stehenden Fotografen Gu√įmundur Ing√≥lfsson (* 1946). Zahlreiche isl√§ndische Fotografen haben sich mit Landschaftsaufnahmen und Buchver√∂ffentlichungen befasst, so auch P√°ll Stef√°nsson, Sigurgeir Sigurj√≥nsson und Gu√įmundur P√°ll √ďlafsson.

Haraldur J√≥nsson (* 1961), Hrafnkell Sigur√įsson (* 1963), Bjargey √ďlafsd√≥ttir (* 1972), Katrin Elvarsd√≥ttir (* 1964) und mit fotografischen Werkgruppen auch die K√ľnstlerinnengruppe Icelandic Love Corporation, R√ļr√≠ (* 1951) und Gabr√≠ela Fri√įriksd√≥ttir (* 1971) vertreten dabei eindeutig k√ľnstlerische Positionen. Fr√ľher hatten Mitglieder der K√ľnstlergruppe S√öM Aufsehen erregt, vor allem Sigur√įur Gu√įmundsson.

Musik

Generell hat man in Island großes Interesse an Musik. So gibt es im Lande Vertreter der verschiedensten Musikrichtungen.

Traditionelle und klassische Musik

Bekannt sind in Island die isländischen Zwiegesänge und die isländischen Reimweisen.

Eine beliebte Gruppe mit volkst√ľmlicher Musik sind etwa die √Ālftager√įisbr√¶√įur.

Zu den renommiertesten klassischen Komponisten geh√∂ren J√≥n √Āsgeirsson, Hafli√įi Hallgr√≠msson und J√≥n Leifs. In Reykjav√≠k residiert das Isl√§ndische Sinfonieorchester, das auch Konzerte im Ausland auff√ľhrt.

Rock, Pop, Jazz und Liedermacher

Björk

Als Island stammen eine Reihe international erfolgreicher K√ľnstler, wie beispielsweise die Musikerin Bj√∂rk, die vor ihrer Solokarriere in der isl√§ndischen Band Sugarcubes sang. Diese alternative Band war in den 1980er und 1990er Jahren weltweit bekannt. Eine weiterhin erfolgreiche Band ist Sigur R√≥s, dessen S√§nger J√≥nsi zuletzt ein Soloalbum herausbrachte. Weitere bekannte Bands sind etwa Amiina, GusGus oder m√ļm. Der Rocks√§nger Bubbi Morthens brachte 1980 sein ersten Album heraus und ist seit Jahren popul√§r. Emil√≠ana Torrini, eine j√ľngere isl√§ndische K√ľnstlerin mit italienischem Namen ist ebenfalls international erfolgreich. Weitere bekannte Musiker sind etwa M√ļgison, Megas oder Dikta. Die Gruppe S√≥lstafir machte vor allem mit ihren aktuellen zwei Alben in der Metal-Szene von sich reden.

Seit 1999 findet jährlich in Reykjavík das Rockfestival Iceland Airwaves statt.

Island hat auch eine aktive Jazz-Szene. Die seit 1977 bestehende Funk-Fusion-Band Mezzoforte hatte 1983 mit ‚ÄěGarden Party‚Äú einen europaweiten Hit. Ein weiterer bekannter Musiker ist der Bassist Sk√ļli Sverrisson. Bei dem j√§hrlich abgehaltenen Reykjav√≠k Jazz Festival treten auch international bekannte K√ľnstler auf.

Der Liedermacher H√∂r√įur Torfason hat sich immer schon politisch engagiert, sich zum Beispiel f√ľr die Gleichberechtigung von Homosexuellen eingesetzt, und in den letzten Monaten eine F√ľhrungsrolle bei den Demonstrationen in Reykjav√≠k √ľbernommen. Auch die Baggal√ļtur sind eine beliebte Liedermacherband.

Großes Interesse herrscht in Island auch am jährlich stattfindenden Eurovision Song Contest. Die besten Ergebnisse mit jeweils dem zweiten Platz erreichte Island beim Eurovision Song Contest in den Jahren 1999 mit Selma und 2009 mit Yohanna.

Theater und Film

Die wichtigste Spielst√§tte isl√§ndischen Theaters ist das √ěj√≥√įleikh√ļsi√į in der Hauptstadt Reykjav√≠k. Ein weiteres gro√ües dort stationiertes Theater ist das Borgarleikh√ļsi√į. Immer gr√∂√üerer Beliebtheit erfreuen sich auch die Theater von Hafnarfj√∂r√įur und Akureyri. In Reykjav√≠k gibt es au√üerdem noch zahlreiche kleinere Theater. Eines davon befindet sich im Museum zur Landnahme (Landn√°mssetri√į) in Borgarnes und f√ľhrt St√ľcke auf, die auf der Saga um Egill Skallagr√≠msson basieren (im Sommer auch auf Englisch).

Sehr beliebt sind bei den Isländern auch die Laienspielgruppen.

Ferner ist der isl√§ndische Film auf dem Vormarsch. Im Jahr 1988 wurde Hrafn Gunnlaugssons Der Schatten des Raben (√ć skugga hrafnsins) in zwei Kategorien f√ľr den neu eingef√ľhrten Felix, den Europ√§ischen Filmpreis, nominiert. Der Filmemacher Fri√įrik √ě√≥r Fri√įriksson wurde im Jahr 1992 mit seinem Film B√∂rn N√°tt√ļrunnar (dt. Children of Nature ‚Äď Eine Reise) f√ľr den Oscar nominiert. Auch der Film N√≥i Alb√≠n√≥i von Dagur K√°ri machte auf dem Festival von Rotterdam 2003 Furore. Ein weiterer prominenter Exponent des isl√§ndischen Kinos ist der Schauspieler und Regisseur Baltasar Korm√°kur der mit 101 Reykjav√≠k und Die kalte See zwei der bislang erfolgreichsten isl√§ndischen Filme schuf.

Museen

‚Üí Hauptartikel: Liste der Museen in Island

Neben zahlreichen Museen f√ľr Kunst erinnern das Nationalmuseum in Reykjav√≠k sowie zahlreiche kleinere Museen in der Hauptstadt Reykjav√≠k und anderen St√§dten an das kulturelle Erbe Islands. Insbesondere die Freilichtmuseen dokumentieren das Leben vergangener Jahrhunderte.

In H√ļsav√≠k gibt es ein Walmuseum sowie ein Phallusmuseum.

Sehensw√ľrdigkeiten

Der Wasserfall Gullfoss, einer der Orte des Golden Circle.
J√∂kuls√°rglj√ļfur

√ěingvellir als traditioneller Versammlungsort des Althing wurde 1928 zum Nationalpark und 2004 zum Weltkulturerbe erkl√§rt. Die St√§tte geh√∂rt zu dem bei Besuchern sehr beliebten Golden Circle, einer Tagestour, die einige der bekanntesten Sehensw√ľrdigkeiten Islands abdeckt. Neben √ěingvellir werden auf dieser Tagestour der Wasserfall Gullfoss und das Geothermalgebiet in Haukadalur (S√ľdisland) mit seinen Geysiren besucht.

Die Insel Island wurde durch die Elemente Feuer und Eis, d.h. Gletscher und Vulkane aufgebaut. Im Norden von Island am M√Ĺvatn-See z.B. kann man alle m√∂glichen Arten von vulkanischen Erscheinungen sehen (am Zentralvulkan Krafla), aber auch im S√ľden, z.B. den ber√ľhmten Vulkan Hekla. Die bekanntesten gro√üen Gletscherschilde Islands, auf die man auch mit Motorschlitten und Jeeps fahren kann, sind Langj√∂kull, Vatnaj√∂kull und M√Ĺrdalsj√∂kull.

Island verf√ľgt neben √ěingvellir √ľber drei weitere Nationalparks. In Westisland, nahe der Hauptstadt Reykjav√≠k, liegt der Sn√¶fellsj√∂kull-Nationalpark am gleichnamigen Gletschervulkan, im S√ľden der Vatnaj√∂kull-Nationalpark und im Nordosten der J√∂kuls√°rglj√ļfur-Nationalpark.

Das Hochland von Island hat viele Sch√∂nheiten aufzuweisen. Man kann es z.B. auf den Hochlandpisten Kj√∂lur, Kaldidalur oder Sprengisandur √ľberqueren und hat dabei einen guten Blick auf die verschiedensten Arten von Gletschern. Die Hochtemperaturgebiete von Landmannalaugar und den Kerlingarfj√∂ll sind bekannt f√ľr das bunte Gestein ihrer Berge.

Auch die Gebiete der Westfjorde und der Ostfjorde, die sich tief in bergiges Land einschneiden, laden zu Wanderungen ein. Im Winter kann man bei √ćsafj√∂r√įur und Neskaupsta√įir gut skifahren.

An zahlreichen Orten kann man au√üerdem V√∂gel beobachten wie z.B. am M√Ĺvatn-See oder auf Vogelfelsen wie dem L√°trabjarg in den Westfjorden. Im √∂stlichen Hochland leben Rentiere frei auf den Hochebenen. Polarf√ľchse leben im ganzen Land, besonders viele rund um den Berg Ing√≥lfsjall im S√ľden von Island. Walbeobachtungen sind v.a. von Reykjav√≠k und H√ļsav√≠k aus m√∂glich.

Auch die Hauptstadt Reykjav√≠k hat neben einem lebhaften Kulturleben mit vielen Museen (s. dort) zahlreiche Sehensw√ľrdigkeiten wie z.B. die Insel Vi√įey oder das H√∂f√įi-Haus, in dem sich Reagan und Gorbatschow trafen, zu bieten.

Sport

Der eingeb√ľrgerte Lette Alexander Petersson ist einer der Stars der isl√§ndischen Handballnationalmannschaft (2007)
√ďlafur Stef√°nsson, in Island f√ľnffacher Sportler des Jahres[38] und Tr√§ger des isl√§ndischen Gro√üritterkreuzes[39].

Der traditionelle Nationalsport Islands ist Gl√≠ma, eine Art Ringen. Dabei d√ľrfen sich die K√§mpfer nur an ihren G√ľrteln packen und m√ľssen versuchen, ihren Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen. Der Meisterschaftsg√ľrtel Grettisbelti√į hat seinen Namen von dem Sagahelden Grettir dem Starken. Gl√≠ma hat jedoch in letzter Zeit an Popularit√§t verloren. Boxen ist erst seit 2002 in Island wieder erlaubt, es war 1956 ‚Äězum Schutze der Gesundheit‚Äú verboten worden.[40]

Die olympische Silbermedaille des Leichtathleten Vilhjálmur Einarsson im Dreisprung 1956 ist der größte Erfolg eines einzelnen Isländers auf internationaler Ebene.

Obwohl es schon aufgrund der Bev√∂lkerungszahl schwierig ist, bei Mannschaftssportarten zumindest europaweit konkurrenzf√§hig zu sein, ist dies beim Handball gelungen. Die M√§nner-Handballnationalmannschaft schaffte sowohl bei einer Europa- als auch bei einer Weltmeisterschaft eine Platzierung unter den ersten f√ľnf. Der gr√∂√üte Mannschaftserfolg in der isl√§ndischen Sportgeschichte √ľberhaupt war der Einzug in das olympische Finale 2008 und dem damit verbundenem Gewinn der Silbermedaille.

Die Fu√üballnationalmannschaft der M√§nner konnte sich zwar bislang nicht f√ľr eine Europa- oder Weltmeisterschaftsendrunde qualifizieren, der isl√§ndische Fu√üball brachte jedoch Spieler mit internationalem Format wie Ei√įur Gu√įjohnsen, √Āsgeir Sigurvinsson oder Eyj√≥lfur Sverrisson hervor, die eine feste Gr√∂√üe in ausl√§ndischen Topvereinen wurden. Die Fu√üballnationalmannschaft der Frauen geh√∂rt zur erweiterten europ√§ischen Spitze und konnte sich f√ľr die Endrunde der Europameisterschaft 2009 qualifizieren.

Das Reiten ist in Island immer noch ein Volkssport. Auch bei internationalen Wettbewerben erringen Isländer vor allem mit ihren eigenen Islandpferden viele Medaillen.

Das besonders hohe sportliche Niveau im Vergleich zu den anderen europäischen Kleinstaaten zeigt sich auch im ewigen Medaillenspiegel der Spiele der kleinen Staaten von Europa, bei dem Island den zweiten Platz belegt.

Das Schachspiel besitzt in Island eine große Popularität. Mit neun aktiven Großmeistern erreicht Island mit einem Großmeister pro 35.000 Einwohner den weltweit höchsten Wert.

Sitten und Gebräuche

Sprache und Namen

Das isl√§ndische Alphabet hat 32 Buchstaben (siehe Isl√§ndische Sprache), vom A √ľber √Ā und so weiter bis hin zum √Ü und schlie√ülich zum √Ė. Anders als im Deutschen werden Umlaute wie √Ė als selbst√§ndige Buchstaben behandelt und nicht als Oe umschrieben und einsortiert. Entsprechend sind die W√∂rter im Lexikon und auch die Namen in s√§mtlichen isl√§ndischen Registern wie unter anderem auch dem Telefonbuch gereiht. Dort sind die Eintr√§ge nach Vornamen sortiert; Familiennamen sind selten. Stattdessen tragen die Isl√§nder den Vaternamen (seltener Mutternamen) mit der Endung ‚ÄěTochter‚Äú -d√≥ttir beziehungsweise ‚ÄěSohn‚Äú -son (prominentes Beispiel: Bj√∂rk Gu√įmundsd√≥ttir = Bj√∂rk, Gu√įmundurs Tochter) und behalten diesen daher bei der Eheschlie√üung bei. In den Familien werden die Vornamen oft weitergegeben. Um Verwechslungen zu vermeiden, erhalten die Kinder oft mehrere Namen. Wenn man sich mit ‚ÄěIch hei√üe ‚Ķ‚Äú vorstellt, kommt h√§ufig die Gegenfrage ‚ÄěWessen Sohn/Tochter?‚Äú. Damit wird auch nach der Familie gefragt. Viele Isl√§nder k√∂nnen ihre Abstammung bis zur Zeit der Landnahme zur√ľckverfolgen.

Badekultur

Gvendalaug in den Westfjorden

Island ist f√ľr seine besondere Badekultur bekannt. Hei√üe Quellen wurden schon im Mittelalter zum Erholen und Baden genutzt, wie man zum Beispiel den Sagas entnehmen kann. Man hat auch einige noch erhaltene gefunden, wie zum Beispiel das Snorralaug in Reykholt oder das Gvendalaug.

Heute gibt es allein in Reykjav√≠k sieben Freiluft-Thermalb√§der, auch auf dem Lande finden sich zahlreiche Thermal-Freib√§der. Das Freiluftbad Blaue Lagune bei Grindav√≠k ist mittlerweile zu einer touristischen Sehensw√ľrdigkeit geworden.

Alkohol und Rauchen

Alkoholische Getr√§nke mit einem Gehalt von mehr als 2,25 % Vol. gibt es nur in staatlichen Monopoll√§den (V√≠nb√ļ√įin), Tabakwaren d√ľrfen in den Gesch√§ften nicht offen einsehbar sein. Abgabe und √∂ffentlicher Konsum alkoholischer Getr√§nke (√ľber 2,25 %) ist gesetzlich ab dem 20., der von Tabakwaren ab dem 18. Lebensjahr gestattet.

Seit 1. Juni 2007 ist das Rauchen in Restaurants, Cafés und öffentlichen Gebäuden verboten.

Feiertage

1. Januar: Neujahr

variabel: Gr√ľndonnerstag

variabel: Karfreitag

variabel: Ostersonntag

variabel: Ostermontag

Donnerstag zwischen 19. bis 25. April: 1. Sommertag

1. Mai: Tag der Arbeit

variabel: Himmelfahrt

variabel: Pfingstsonntag

variabel: Pfingstmontag

1. Sonntag im Juni: Seemannstag

17. Juni: Nationalfeiertag

1. Montag im August: Kaufleutefeiertag

1. Dezember: Souveränitätstag

24. Dezember: Heiligabend (ab Mittag)

25. Dezember: 1. Weihnachtsfeiertag

26. Dezember: 2. Weihnachtsfeiertag

31. Dezember: Silvester (ab Mittag)

Trotz ihrer geschichtlichen und kulturellen Verbindung zu den Skandinaviern und trotz der unmittelbaren Nähe Islands zum nördlichen Polarkreis feiern die Isländer kein Mittsommerfest.

Nationalfeiertag

Island feiert seinen Nationalfeiertag am 17. Juni in Erinnerung an den Geburtstag von J√≥n Sigur√įsson (1811‚Äď1879). Er war der Vork√§mpfer f√ľr Islands Selbstst√§ndigkeit. Am 17. Juni 1944 wurde in √ěingvellir die Republik ausgerufen.

Feiertag sumardagurinn fyrsti und isländische Monatsnamen

Eine Besonderheit ist der Feiertag sumardagurinn fyrsti, der erste Sommertag. Er f√§llt auf den ersten Donnerstag nach dem 18. April. Es ist der erste Tag des ersten Sommermonats harpa nach der alten isl√§ndischen Monatseinteilung. Schon lange bevor Weihnachtsgeschenke √ľblich wurden, gab es an diesem Tag sogenannte Sommer-Geschenke f√ľr die Kinder und Liebsten. Man w√ľnscht sich gegenseitig einen ‚Äěfr√∂hlichen Sommer‚Äú und bedankt sich f√ľr die miteinander verbrachte Zeit (hier den Winter). Entsprechend gibt es auch einen ‚Äěersten Wintertag‚Äú, zu dem man sich f√ľr gemeinsam verbrachte Stunden des vergangenen Sommers bedankt, der jedoch ansonsten nicht speziell begangen wird. Die alten isl√§ndischen Monatsnamen sind auch heute noch teilweise bekannt. Fr√ľher wurden nur die Jahreszeiten Winter und Sommer unterschieden. So wird auch heute das Alter von Pferden in Wintern und nicht in Jahren angegeben.

Feiertage f√ľr Berufsgruppen

Der Seemannstag Sjómannadagur

Der Seemannstag wird jeweils am ersten Sonntag im Juni gefeiert. Er hat sich im 20. Jahrhundert entwickelt, ist aber erst seit 1986 ein offizieller Feiertag, an dem die gesamte Fischereiflotte von Gesetzes wegen im Hafen liegen muss. Fr√ľher waren einzig der Seemannstag und die Weihnachtsfeiertage Termine, welche die Seeleute sicher mit ihren Familien verbringen konnten. Auch heute noch wird dieser Tag mit viel Seemannsfolklore begangen und H√§fen und Schiffe werden feierlich beflaggt. Gerade in den abgelegenen Fischerd√∂rfern ist dieser Tag nach wie vor ein wichtiges, identit√§tsstiftendes Fest, nicht zuletzt auch, weil es nach einem langen Winter der erste gr√∂√üere Anlass f√ľr Zusammenk√ľnfte im Freien ist.

Der Kaufleutefeiertag Verslunarmannahelgi

Ein anderer Feiertag ist der Kaufleutefeiertag Verslunarmannahelgi am 1. Montag im August. Viele Isl√§nder nutzen dieses verl√§ngerte Kaufleute-Wochenende Verslunarmannahelgi f√ľr Ausfl√ľge in die Natur, Besuche von OpenAir-Festivals und ausgelassene Feiern. Obwohl es sich urspr√ľnglich um den Feiertag der Kaufleute handelt, sind B√ľros und Beh√∂rden sowie Fabriken und Baustellen verwaist. Paradoxerweise ist am ehesten noch der Einzelhandel davon ausgenommen, da es sich um den H√∂hepunkt des Reisesommers handelt, sowohl f√ľr Einheimische wie ausl√§ndische Touristen. Seit 2002 bem√ľht sich der Handel aber, Laden√∂ffnungen auf das N√∂tigste zu beschr√§nken.

Der Studentenfeiertag Fullveldisdagur

Der Souver√§nit√§tstag bezieht sich auf die Ausrufung des eigenst√§ndigen (souver√§nen) K√∂nigreichs Island in Personalunion mit D√§nemark am 1. Dezember 1918. W√∂rtlich ist damit die Erlangung der ‚Äěvollen staatlichen Gewalt‚Äú gemeint, der Begriff ‚ÄěSelbst√§ndigkeits-‚Äú, oder ‚ÄěUnabh√§ngigkeitstag‚Äú wird hingegen umgangssprachlich mit der Ausrufung der Republik 1944 verbunden. Zur Feier dieses Tages haben die Studenten und Sch√ľler unterrichtsfrei, ansonsten geht das Gesch√§ftsleben aber seinen gewohnten Lauf. Allerdings hat der Staatspr√§sident bei einer Ansprache im Herbst 2008 gefordert, der isl√§ndischen Nation ihren Souver√§nit√§tstag wieder zu geben. Ob damit die Erhebung des 1. Dezembers zum offiziellen Feiertag gemeint ist, bleibt bis auf weiteres unklar.

Weihnachtsbräuche

Weihnachtsb√§ume haben sich wie andere kontinentaleurop√§ische Br√§uche erst sp√§t in Island eingeb√ľrgert. Da geeignete B√§ume fehlen, fertigte man zu Anfang des 20. Jahrhunderts noch baumartige Lattengestelle an und bemalte diese gr√ľn. Daran wurden Kerzen, immergr√ľne Zweige und Baumschmuck befestigt. Nadelb√§ume als Weihnachtsb√§ume gibt es erst etwa seit den 1960er Jahren. Heutzutage tritt neben die aus Skandinavien importierten Weihnachtsb√§ume auch die Produktion aus heimischen Aufforstungen, ebenso erfreuen sich Plastikb√§ume ungebrochener Beliebtheit.

In der Vorweihnachtszeit finden zahlreiche Kinderweihnachtsfeiern statt, und man veranstaltet Festessen, f√ľr die manche Bauern traditionell ein Weihnachtsschaf schlachten. Das weihnachtliche Festmahl besteht f√ľr viele aus einem ger√§ucherten Schweiner√ľcken (√§hnlich dem Kasseler), was als Delikatesse gilt und auf d√§nischen Einfluss zur√ľckgeht. F√ľr andere sind (selbst gejagte) wilde Alpenschneeh√ľhner ein unabdingbarer Bestandteil der Weihnachtstafel. Traditioneller, aber nicht weniger beliebt sind ger√§uchertes Hammelfleisch und Fisch, dazu wird Bier oder mit Malzbier gemischte Orangenlimonade (‚ÄěWeihnachtsbier‚Äú) getrunken. Eine weitere beliebte Weihnachtstradition ist der Mandel-Reisbrei mit unter anderem einer einzelnen ganzen Mandel darin; wer die Mandel in seinem Teller findet, h√§lt dies m√∂glichst bis zum Schluss der Mahlzeit geheim und bekommt dann ein Extrageschenk. Ein ungew√∂hnlicher Adventsbrauch ist der Verzehr von Gammelrochen am Tag vor Weihnachten, √ě√≥rl√°ksmessa, nicht un√§hnlich der katholischen Fischessen zu Aschermittwoch. Der Tag ist nach dem heiligen isl√§ndischen Bischof √ěorl√°kur von Sk√°lholt benannt. Dieser Heiligengedenktag hat sich auch nach der Reformation, die in Island um die Mitte des 16. Jrhds. eingef√ľhrt wurde, erhalten; √ěorl√°kur ist der Schutzheilige Islands.

Eine Besonderheit Islands ist die Tradition der Weihnachtsm√§nner, der j√≥lasveinar (w√∂rtlich Weihnachtsgesellen). Es gibt derer 13; sie wohnen mit ihrer Mutter, der Hexe Gr√Ĺla und ihrem liederlichen Gef√§hrten Leppal√ļ√įi sowie der riesigen Weihnachtskatze in einer H√∂hle in den Bergen. In den 13 N√§chten vor dem ersten Weihnachtsfeiertag (25. Dezember) kommen sie in die von Menschen bewohnten Gegenden; jeden Abend kommt einer und sie bleiben je 14 Tage, sodass der erste am 12. Dezember und der letzte an Heiligabend kommt, der erste am 25. Dezember die Menschen wieder verl√§sst und der letzte dementsprechend am 6. Januar. Dieser Tag wird dementsprechend auch ‚Äě√ĺrettandi‚Äú = 13. Tag (des Weihnachtsfestes) genannt. Die Weihnachtsm√§nner entsprechen nicht der europ√§isch-amerikanischen Vorstellung des hl. Nikolaus respektive Santa Claus, sondern sind vielmehr verschmitzte Burschen, die st√§ndig Schabernack im Sinne haben. Urspr√ľnglich waren sie auch nur in sch√§biges H√§uslergewand gekleidet und von boshafter Wesensart, heute kommen sie ebenfalls mit Rauschebart und wei√ü bepelztem, leuchtend rotem Mantel daher, allerdings in schweren Stallschuhen und Zipfelm√ľtze. Jeder ist dabei auf etwas anderes spezialisiert, zum Beispiel ist Hur√įaskellur der ‚ÄěT√ľrknaller‚Äú, Skyrg√°mur schleckt die Tonnen mit Skyr, dem isl√§ndischen Quark, aus u. s. w., der letzte, Kertasn√≠kir stiehlt gar noch das in langer Winternacht so wichtige Kerzenlicht. Dar√ľber hinaus erkunden sie aber auch noch, welche Kinder brav und welche unartig sind. Je nach Auslegung werden die braven Kinder in den 13 N√§chten vor Weihnachten entweder von ihnen oder von den Eltern mit kleinen Geschenken bedacht, die in den daf√ľr im oder unter dem Fenster aufgestellten Schuhen deponiert werden. Unartige Kinder bekommen hingegen gar nichts oder nur eine rohe Kartoffel oder ein St√ľck Kohle in den Schuh. Derartig markierte unartige Kinder sollen dann der Hexe Gr√Ĺla oder der Weihnachtskatze zum Fra√ü vorgeworfen werden, was so manchem Kind unruhige N√§chte beschert. Ist alles gut √ľberstanden und hat auch der letzte Weihnachtsmann die Menschen wieder verlassen ohne Schaden anzurichten, wird am Abend des Dreik√∂nigstages zum Ende der Weihnachtszeit an vielen Orten √§hnlich wie schon zu Silvester ein gro√ües Freudenfeuer entz√ľndet und es werden nochmals wilde Feuerwerke abgebrannt.[41][42]

Feste und Feiertage in den Monaten √ěorri und G√≥a

Im √ěorri, dem vierten Wintermonat, findet das Fest √ěorrabl√≥t statt. Urspr√ľnglich ein Opferfest, hat es heute vornehmlich gesellige Bedeutung. Dieser Feiermonat beginnt mit dem Freitag im Zeitraum 19.‚Äď26. Januar, dem b√≥ndadagur (w√∂rtl. Bauerntag, das hei√üt Herrentag). An diesem Tag, der auch als Halbzeit des Winters gilt (vgl. erster Sommertag) werden die Ehem√§nner und Lebensgef√§hrten traditionell von Ihren Partnerinnen besonders geehrt und ihnen zum Beispiel bei Feierlichkeiten Preisgedichte vorgetragen. Heutzutage wird anl√§sslich dieses Tages auch eine durchaus aufrichtige, aber nicht zu ernst gemeinte Wahl des ‚Äěattraktivsten Mannes Islands‚Äú durchgef√ľhrt.

An den folgenden vier bis f√ľnf Wochenenden finden √ľberall Partys und B√§lle statt. Zum Essen gibt es dann althergebrachte Gerichte wie milchsauer eingelegte Hammelhoden (hr√ļtspungar), Schweine- und Lammfleischs√ľlze, Blut- und Leberw√ľrste, milchsauren Walspeck und schwarzgesengte Schafsk√∂pfe Svi√į.

Nach √ěorri folgt der Monat G√≥a, dieser Monat beginnt stets an einem Sonntag, welcher als konudagur (w√∂rtlich Frauentag, das hei√üt Damentag) √§hnlich dem Herrentag begangen wird, wozu heute auch die Wahl der ‚Äěattraktivsten Frau Islands‚Äú geh√∂rt. Erst in den letzten Jahren treten der Valentinstag und der internationale Muttertag langsam aus dessen Schatten hervor.

Bildungssystem

‚Üí Hauptartikel: Bildungssystem in Island
Hauptgebäude der Universität Island

Island nimmt unter den OECD-Staaten eine Spitzenstellung in der F√∂rderung der Bildung ein. Die Gesamtschule umfasst die Klassen 1‚Äď10, das Gymnasium die Klassen 11‚Äď14. Ein neuer Lehrplan setzt seit Herbst 1999 Englisch an die erste Stelle ab Klasse 5, D√§nisch f√§llt auf Platz zwei zur√ľck und wird erst ab Klasse 7 unterrichtet. Eine dritte Fremdsprache (zum Beispiel Deutsch) ist wahlweise m√∂glich ab Klasse 9.

In der PISA-Studie nimmt Island mit Rang 27 von 57 im Jahr 2007 einen Mittelplatz ein.[43]

Das Land z√§hlt insgesamt sieben Hochschulen mit zusammen etwa 16.500 Studenten, die wichtigste ist die 1911 gegr√ľndete Universit√§t Island.

√Ėffentliche und nicht√∂ffentliche Einrichtungen bieten ein umfassendes Angebot zur Erlernung der isl√§ndischen Sprache (f√ľr Einwanderer) und Sprachkurse f√ľr Spezialgebiete (Pflegepersonal).

Medien

Island hat eine Tageszeitungsgesamtauflage von 336 Exemplaren pro 1000 Einwohner.[44] Bekannte Zeitungen in Island sind: Morgunbla√įi√į, Fr√©ttabla√įi√į, 24 stundir (eingestellt) und Dagbla√įi√į V√≠sir. In Island gibt es eine √∂ffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt R√≠kis√ļtvarpi√į (R√öV) und 13 Privatsender (davon drei religi√∂s orientiert). Es gibt einen √∂ffentlich-rechtlichen Fernsehsender und acht Privatsender (davon zwei religi√∂s orientiert), darunter St√∂√į 2 und S√Ĺn. Mit der Icelandic Modern Media Initiative hat Island eine Mediengesetzgebung, die investigativen Online-Journalismus besonders sch√ľtzt.

Literatur

Siehe auch

 Portal:Island ‚Äď Alles zum Thema Island

Weblinks

 Commons: Island ‚Äď Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Wikiatlas Wikimedia-Atlas: Island ‚Äď geographische und historische Karten
Wiktionary Wiktionary: Island ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen
Wikinews Wikinews: Island ‚Äď in den Nachrichten
 Wikisource: Island ‚Äď Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ International Monetary Fund, World Economic Outlook Database, April 2008
  2. ‚ÜĎ Human Development Report 2010, abgerufen am 9. Januar 2011
  3. ‚ÜĎ J. Willhardt, Chr. Sadler: Island. Erlangen 2003, S. 37
  4. ‚ÜĎ Au√üenministerium der Vereinigten Staaten: Whaling: GOJ noncommital on encouraging Iceland to lower quota (Wikileaks telegram 10TOKYO171). Au√üenministerium der Vereinigten Staaten, 27. Januar 2010, abgerufen am 3. Januar 2011.
  5. ‚ÜĎ Island Statistik abger. 15. August 2010
  6. ‚ÜĎ http://www.hagstofa.is/?PageID=625&src=/temp/Dialog/varval.asp?ma=MAN03106%26ti=Mannfj%F6ldi+eftir+bygg%F0akj%F6rnum%2C+kyni+og+aldri+1%2E+jan%FAar+1998%2D2010+++++%26path=../Database/mannfjoldi/Byggdakjarnar/%26lang=3%26units=Fj√∂ldi abger. 15. August 2010
  7. ‚ÜĎ http://www.hagstofa.is/?PageID=625&src=/temp/Dialog/varval.asp?ma=MAN03106%26ti=Mannfj%F6ldi+eftir+bygg%F0akj%F6rnum%2C+kyni+og+aldri+1%2E+jan%FAar+1998%2D2010+++++%26path=../Database/mannfjoldi/Byggdakjarnar/%26lang=3%26units=Fj√∂ldi abger- 15. August 2010
  8. ‚ÜĎ Stastistics Iceland; Stichtag: 18. Mai 2010
  9. ‚ÜĎ Rudolf Simek: Neues Land im gr√ľnen Norden. Damals 2008 Heft 12 S. 16‚Äď22, 17.
  10. ‚ÜĎ de.reuters.com ‚ÄěIsland stellt Bedingungen f√ľr EU-Beitritt‚Äú, 7. Dezember 2008
  11. ‚ÜĎ Spiegel Online: Islands Parlament stimmt f√ľr EU-Beitritt vom 16. Juli 2009.
  12. ‚ÜĎ http://ec.europa.eu/enlargement/press_corner/whatsnew/iceland_en.htm Mitteilung √ľber die Verhandlungsempfehlung der EU-Kommission (englisch)
  13. ‚ÜĎ Isl√§ndisches Stra√üenverkehrsamt zu den Fahrverh√§ltnissen im Lande
  14. ‚ÜĎ Isl√§ndisches Stra√üenverkehrsamt Umfer√įastofa: ‚ÄěGem√§√ü der isl√§ndischen Naturschutzgesetzgebung ist jeder Verkehr au√üerhalb der Hochlandrouten und Pisten untersagt.‚Äú, abgerufen: 24. Februar 2010
  15. ‚ÜĎ vgl. http://www.mbl.is/mm/frettir/innlent/2010/02/26/halka_og_skafrenningur_vid_hafnarfjall/ Bericht Morgunbla√įi√į,26. Februar 2010, Zugriff: 20. Oktober 2010
  16. ‚ÜĎ Euro exchange rate ‚Äď Icelandic krona (ISK). Europ√§ische Zentralbank (8. Oktober 2008). Abgerufen am 8. Oktober 2008.
  17. ‚ÜĎ Price developments. Central Bank of Iceland. Abgerufen am 9. Oktober 2008.
  18. ‚ÜĎ Stand 2009. World Economic Outlook Database-October 2010, International Monetary Fund. 27. Oktober, 2010.
  19. ‚ÜĎ Stand 2009. World Development Indicators database, World Bank. Oktober 27, 2010.
  20. ‚ÜĎ BIP pro Kopf in Kaufkraftstandards auf europa.eu 18. Dezember 2006
  21. ‚ÜĎ Arbeitslosigkeit im Herbst 2010 bei mbl.is 27. Oktober 2010
  22. ‚ÜĎ Unemployment in Iceland Reaches 9.1 Percent in April. IcelandReview. Abgerufen am 15. Mai 2009.
  23. ‚ÜĎ Spiegel Online: Island √ľbernimmt totale Banken-Kontrolle vom 7. Oktober 2008.
  24. ‚ÜĎ FTD: Island zahlt nicht mehr
  25. ‚ÜĎ Verlorene Generation: √úbersicht der L√§nderrisiken
  26. ‚ÜĎ kurier.at vom 14. April 2009
  27. ‚ÜĎ tagesanzeiger.ch vom 14. April 2009
  28. ‚ÜĎ sueddeutsche.de vom 14. April 2009
  29. ‚ÜĎ tagesschau.de, 2. Juli 2009 (nicht mehr online verf√ľgbar)
  30. ‚ÜĎ OECD Economics Department. Iceland ‚Äď Economic Outlook 87 ‚Äď Country Summary.[1] Zugriff: 26. Mai 2010
  31. ‚ÜĎ Auf dem Satellitenphoto der ESA erkennt man deutlich den Phytoplankton als hellblauen Schleier vor allem im S√ľden und S√ľdosten von Island
  32. ‚ÜĎ Installed capacity and generation in public power plants. 1976‚Äď2009. Statistics Iceland, 15. Oktober 2010, abgerufen am 6. April 2011.
  33. ‚ÜĎ Der Spiegel: Hitze aus dem H√∂llenschlund, 5. Juni 2000
  34. ‚ÜĎ aBC: Iceland moves to hydrogen power for ships, cars; 23. Januar 2008
  35. ‚ÜĎ CNN: Iceland phasing out fossil fuels for clean energy, 20. September 2007
  36. ‚ÜĎ a b c d The World Factbook
  37. ‚ÜĎ Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4
  38. ‚ÜĎ sport.orf.at: Auftakt zum Konzert der Gro√üen. Abgerufen am 15. Februar 2010
  39. ‚ÜĎ R. Seele: Gro√üritter des Handballs. In: FAZ vom 24. Mai 2009
  40. ‚ÜĎ tagesspiegel.de: Ring frei auf Island, 20. M√§rz 2002
  41. ‚ÜĎ ZDF: Gryla und ihre S√∂hne. Abgerufen am 27. Dezember 2007.
  42. ‚ÜĎ simnet.is: Yule in Island (engl.). Abgerufen am 27. Dezember 2007.
  43. ‚ÜĎ Spiegel.de: PISA-Ergebnisse 2007
  44. ‚ÜĎ There are 4 daily newspapers, aus: The Financial Times World Desk Reference (engl.)
  45. ‚ÜĎ http://www.dw-world.de/dw/article/0,,6604357,00.html
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  • island ‚ÄĒ [ńę‚Ä≤l…ônd] n. [< ME iland (respelled by assoc. with unrelated ISLE) < OE igland, iegland, lit., island land & ealand, lit., water land < ig, ieg, isle (akin to Ger aue, ON ey < PGmc * aujo, akin to * ahwo) & ea, water < PGmc * ahwo,… ‚Ķ   English World dictionary

  • Island ‚ÄĒ Island, palabra inglesa que significa ¬ęisla¬Ľ, puede referirse a: Island (Yonne), comuna de Francia. Island (√°lbum), √°lbum de Current 93. Island (banda), banda musical chipriota. Island Records, empresa discogr√°fica. √ćsland es la palabra islandesa ‚Ķ   Wikipedia Espa√Īol

  • Island ‚ÄĒ Is land, n. [OE. iland, yland, AS. [=i]gland, ?gland, ?glond; [=i]g, ?g, island + land, lond, land. AS. [=i]g, ?g, is akin to AS. e[ a] water, river, OHG. ?uwa, G. au meadow, Icel. ey island, Dan. & Sw. [ o], Goth. ahwa a stream, water, L. aqua… ‚Ķ   The Collaborative International Dictionary of English

  • Island ‚ÄĒ Is land, v. t. 1. To cause to become or to resemble an island; to make an island or islands of; to isle. Shelley. [1913 Webster] 2. To furnish with an island or with islands; as, to island the deep. Southey. [1913 Webster] ‚Ķ   The Collaborative International Dictionary of English

  • Island ‚ÄĒ Island, eine zu D√§nemark geh√∂rige Insel im n√∂rdlichen Atlantischen Ozean, liegt zwischen 63¬į23 ‚Äď66¬į32 n√∂rdl. Br. und 13¬į31 ‚Äď24¬į29 westl. L., ist 965 km von Norwegen und 360 km von Gr√∂nland entfernt. Ihre Ausdehnung betr√§gt von N. nach S 356 km,… ‚Ķ   Meyers Gro√ües Konversations-Lexikon

  • Island ‚ÄĒ Island, die gro√üe Insel des n√∂rdlichen Eismeeres, welche schon den R√∂mern und Griechen unter dem Namen Thule bekannt gewesen sein soll. Wahrscheinlich wurde sie von Norwegen aus bev√∂lkert und kam sp√§ter mit diesem unter d√§nische Oberherrschaft.… ‚Ķ   Damen Conversations Lexikon

  • island ‚ÄĒ island, isle The two words are etymologically unconnected. Island is derived from an Old English word ńęgland, which is a combination of ńęg (itself meaning ‚Äėisland‚Äô) and land; isle is a reduced form of insula, the Latin word for ‚Äėisland‚Äô ‚Ķ   Modern English usage

  • Island ‚ÄĒ (–ü–Ķ—Ą–ļ–ł,–ď—Ä–Ķ—Ü–ł—Ź) –ö–į—ā–Ķ–≥–ĺ—Ä–ł—Ź –ĺ—ā–Ķ–Ľ—Ź: –ź–ī—Ä–Ķ—Ā: Paraliaki Odos, –ü–Ķ—Ą–ļ–ł, 34200, –ď—Ä–Ķ—Ü–ł—Ź –ě–Ņ–ł—Ā–į–Ĺ–ł–Ķ ‚Ķ   –ö–į—ā–į–Ľ–ĺ–≥ –ĺ—ā–Ķ–Ľ–Ķ–Ļ

  • island ‚ÄĒ index isolate Burton s Legal Thesaurus. William C. Burton. 2006 island ‚Ķ   Law dictionary

  • Island ‚ÄĒ –ľ–ĺ–∂–Ķ—ā –ĺ–Ī–ĺ–∑–Ĺ–į—á–į—ā—Ć: Island Records  –∑–≤—É–ļ–ĺ–∑–į–Ņ–ł—Ā—č–≤–į—é—Č–į—Ź –ļ–ĺ–ľ–Ņ–į–Ĺ–ł—Ź Island (–≥—Ä—É–Ņ–Ņ–į)  –ļ–ł–Ņ—Ä–ł–ĺ—ā—Ā–ļ–į—Ź –Ņ–ĺ–Ņ –≥—Ä—É–Ņ–Ņ–į, —É—á–į—Ā—ā–Ĺ–ł–ļ–ł –ē–≤—Ä–ĺ–≤–ł–ī–Ķ–Ĺ–ł—Ź 1981 ‚Ķ   –í–ł–ļ–ł–Ņ–Ķ–ī–ł—Ź


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