Istanbul

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Istanbul
Istanbul
Wappen von Istanbul
Istanbul (T├╝rkei)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Provinz (il): ─░stanbul
Koordinaten: 41┬░ 1ÔÇ▓ N, 28┬░ 58ÔÇ▓ O41.0128.96027777777840Koordinaten: 41┬░ 0ÔÇ▓ 36ÔÇ│ N, 28┬░ 57ÔÇ▓ 37ÔÇ│ O
H├Âhe: 40 m
Fl├Ąche: 1.830,92 km┬▓
Einwohner: 13.120.596[1] (2010)
Bev├Âlkerungsdichte: 7.166 Einwohner je km┬▓
Telefonvorwahl: (+90) 212 (europ├Ąischer Teil)
(+90) 216 (asiatischer Teil)
Postleitzahl: 34 010 bis 34 850 (europ. Teil)
80 000 bis 81 800 (asiat. Teil)
Kfz-Kennzeichen: 34
Struktur und Verwaltung (Stand: 2009)
Gliederung: 39 Stadtteile
B├╝rgermeister: Kadir Topba┼č (AKP)
Webpr├Ąsenz:
Istanbul wird durch den Bosporus in einen europ├Ąischen und einen asiatischen Teil getrennt; Aufnahme vom Galataturm aus
Bosporus in Istanbul; Aufnahme vom ÔÇ×B├╝y├╝k ├çaml─▒caÔÇť
Die historische Halbinsel und UNESCO-Weltkulturerbe (Luftbild)
Luftaufnahme des Goldenen Horns ÔÇô Halic Istanbul[2]

Istanbul [╦ł╦Çi.stan.bu╦Él] (t├╝rkisch ─░stanbul [is╦łt╔Ĺnbul]) ist die bev├Âlkerungsreichste Stadt der T├╝rkei und deren Zentrum f├╝r Kultur, Handel, Finanzen und Medien. Das Stadtgebiet erstreckt sich am Nordufer des Marmarameeres auf beiden Seiten des Bosporus, der Meerenge zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer. Durch diese Lage sowohl im europ├Ąischen Thrakien als auch im asiatischen Anatolien ist Istanbul die einzige Metropole der Welt, die sich auf zwei Kontinenten befindet.

Das st├Ądtische Siedlungsgebiet beherbergt rund 13,1 Millionen Einwohner und nimmt damit den vierten Platz unter den bev├Âlkerungsreichsten St├Ądten der Welt ein. Mit zwei zentralen Kopfbahnh├Âfen, zahlreichen Fernbusbahnh├Âfen, zwei gro├čen Flugh├Ąfen und einem ausgepr├Ągten Schiffsverkehr bildet Istanbul den gr├Â├čten Verkehrsknotenpunkt des Landes. Seine Transitlage zwischen zwei Kontinenten und zwei Meeresgebieten macht es zu einer wichtigen Station der internationalen Logistik.

Die unter den Namen Kalchedon und Byzantion erbaute Metropole kann seit der Gr├╝ndung ihrer urspr├╝nglichen Stadtteile auf eine 2600-j├Ąhrige Geschichte zur├╝ckblicken, in der sie drei gro├čen Weltreichen als Hauptstadt diente. Die Architektur ist von antiken, mittelalterlichen, neuzeitlichen und zuletzt modernen Baustilen gepr├Ągt, sie vereint Elemente der Griechen, R├Âmer, Byzantiner, Osmanen und T├╝rken miteinander zu einem Stadtbild. Aufgrund dieser Einzigartigkeit wurde die historische Altstadt von der UNESCO zum Weltkulturerbe erkl├Ąrt. Lange Zeit war Istanbul ein bedeutendes Zentrum des orthodoxen Christentums und des sunnitischen Islams, es ist der Sitz des ├Âkumenischen Patriarchen und hat zahlreiche Moscheen, Kirchen und Synagogen.

F├╝r das Jahr 2010 hat Istanbul den Titel Kulturhauptstadt Europas erhalten.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Ôćĺ Hauptartikel: Geographie von Istanbul

Istanbul liegt im Westen der T├╝rkei und umschlie├čt den Bosporus. Das Goldene Horn, eine nach Westen verlaufende Bosporusbucht, trennt den europ├Ąischen Teil in einen s├╝dlichen und n├Ârdlichen Bereich. Der s├╝dliche Teil ist eine zwischen Marmarameer und Goldenem Horn liegende Halbinsel mit dem historischen Kern der Stadt. N├Ârdlich davon liegen die an das historische Galata anschlie├čenden Stadtteile. Sowohl nach Westen als auch nach Norden und Osten w├Ąchst die Metropole weit ├╝ber die historischen Stadtteile hinaus. Im S├╝dosten liegen die zu Istanbul geh├Ârenden Prinzeninseln.

Das Stadtgebiet besitzt eine Ausdehnung von etwa 50 Kilometern in Nord-S├╝d-Richtung und rund 100 Kilometern in Ost-West-Richtung. Das Verwaltungsgebiet der Metropolregion ist mit der Provinz Istanbul identisch und hat eine Fl├Ąche von 5.343,02 Quadratkilometern. Davon geh├Âren aber nur 1.830,92 (34,2 Prozent) zur eigentlichen Stadt, der Rest mit 3.512,1 Quadratkilometern (65,8 Prozent) besteht aus Vorst├Ądten und Gebieten mit l├Ąndlicher Siedlungsstruktur.[3]

Bosporus-Brücke und Skyline von Istanbul mit den Finanzvierteln Levent (Mitte) und Maslak (ganz rechts), fotografiert vom auf der asiatischen Seite liegenden Çamlıca-Hügel.
Bosporus-Brücke und Skyline von Istanbul mit den Finanzvierteln Levent (Mitte) und Maslak (ganz rechts), fotografiert vom auf der asiatischen Seite liegenden Çamlıca-Hügel.

Geologie

Istanbul liegt n├Ârdlich der Nordanatolischen Verwerfung, die sich vom n├Ârdlichen Anatolien bis zum Marmarameer erstreckt. Die Anatolische Platte schiebt sich hier westw├Ąrts an der n├Ârdlichen Eurasischen Platte vorbei. Entlang der dadurch entstandenen Transformst├Ârung ereigneten sich allein zwischen 1711 und 1894 66 gr├Â├čere Beben.

Bekannt ist das Beben von 447, bei dem 57 T├╝rme der Landmauer einst├╝rzten, und jenes von 559, bei dem Teile der Kuppel der Hagia Sophia wenige Jahre nach der Fertigstellung in die Kirche st├╝rzten. Eines der schwersten Beben, verbunden mit einer gigantischen Flutwelle, die ├╝ber die Seemauern der Stadt einbrach, ereignete sich 1509. Dabei wurden sch├Ątzungsweise 5.000 bis 13.000 Menschen get├Âtet sowie 109 Moscheen und 1.070 H├Ąuser zerst├Ârt.[4] Zudem wurde die osmanische Flotte vernichtet. Das n├Ąchste starke Beben folgte 1557. 1690 und 1719 richteten Beben betr├Ąchtliche Sch├Ąden an den Land- und Seemauern an. Gedenkinschriften, die an den Stadttoren nach der Wiederherstellung durch Sultan Ahmed III. angebracht wurden, k├╝nden davon. Am 22. Mai 1766 wurde das Bethaus der Fatih-Moschee weitgehend zerst├Ârt.[5] 1894 st├╝rzten bei einem Beben weite Teile des Gedeckten Basars ein, dessen breiteste Stra├če erst nach dieser Katastrophe entstanden ist. Diesem Beben fielen auch die meisten Mosaiken der Hagia Sophia zum Opfer.

Geologen prognostizieren ein weiteres Beben ab St├Ąrke 7,0 bis 2025. Die verheerenden Beben vom August 1999 bei Kocaeli mit mehr als 17.000 Toten und im Winter 2002 in der Provinz Afyon sollen Vorboten gewesen sein.

Stadtgliederung

Stadtteile von Istanbul

Das Verwaltungsgebiet der Gro├čstadtkommune (B├╝y├╝k┼čehir Belediyesi) Istanbul gliedert sich in 39 Stadtteile. Davon entfallen 25 auf den europ├Ąischen Teil und 14 auf den asiatischen.

Das alte, im S├╝den der europ├Ąischen Seite gelegene Stadtzentrum des einstigen Konstantinopel mit den Stadtteilen Emin├Ân├╝ und Fatih wird durch das Goldene Horn von den n├Ârdlicher gelegenen, j├╝ngeren Stadtteilen getrennt und im Westen von der Theodosianischen Landmauer begrenzt. Westlich der Mauer liegt der Stadtteil Ey├╝p und dahinter und entlang des Marmarameeres liegen neue Wohn- und Gewerbegebiete, die inzwischen sogar bis ├╝ber den Flughafen hinaus weit nach Westen reichen.

Alt-Istanbul im Stadtteil Fatih wird vor allem von den Gro├čmoscheen und einer ehemaligen Kirche gepr├Ągt. Um die r├Âmische Kontinuit├Ąt zu betonen, kam im 10. Jahrhundert die Vorstellung auf, Konstantinopel w├╝rde wie Rom auf sieben H├╝geln ruhen. Obwohl diese Vorstellung ein Konstrukt sp├Ąterer Zeit und topographisch kaum haltbar (Die "H├╝gel" sind zwischen 40 und 70 m hoch, zum Vergleich: Das Valens-Aqu├Ądukt misst 61 m in der H├Âhe) ist, findet sich die Sieben-H├╝gel-Teilung regelm├Ą├čig in moderner Literatur wieder. Auf dem ersten Stadth├╝gel liegt demzufolge die Hagia Sophia und knapp dahinter die Sultan-Ahmed-Moschee, auf dem zweiten die Nuruosmaniye-Moschee, auf dem dritten die S├╝leymaniye-Moschee, auf dem vierten die Fatih-Moschee Sultan Mehmeds II., auf dem f├╝nften die Sultan-Selim-Moschee, auf dem sechsten die Mihrimah-Moschee und auf dem siebten, nicht vom Goldenen Horn einsehbaren Stadth├╝gel, die Haseki-H├╝rrem-Sultan-Moschee. Zum Stadtbild von Fatih geh├Âren ebenfalls die in osmanischer Tradition gebauten Holzh├Ąuser.

N├Ârdlich des Goldenen Horns befinden sich die europ├Ąisch gepr├Ągten Stadtteile Beyo─člu und Be┼čikta┼č, wo sich der letzte Sultanspalast, der ├ç─▒ra─čan-Palast, befindet, gefolgt von einer Kette ehemaliger D├Ârfer wie Ortak├Ây, Bebek und Sar─▒yer am Ufer des Bosporus. Hier errichteten wohlhabende Istanbuler bis Anfang des 20. Jahrhunderts luxuri├Âse Holzvillen, Yal─▒ genannt, die als Sommerwohnsitze dienten.

Die auf der asiatischen Seite liegenden Stadtteile Kad─▒k├Ây und ├ťsk├╝dar waren urspr├╝nglich selbstst├Ąndige St├Ądte. Heute sind sie vor allem Wohn- und Gesch├Ąftsviertel, in denen etwa ein Drittel der Istanbuler Bev├Âlkerung wohnt. Hieran anschlie├čend wurden entlang dem Bosporus und dem Marmarameer sowie ins asiatische Hinterland hinein D├Ârfer und Stadtteile gro├čfl├Ąchig ausgebaut und neu erschlossen. In Beykoz liegen wie am gegen├╝ber liegenden Bosporusufer viele osmanische Yal─▒s.

Bedingt durch das starke Bev├Âlkerungswachstum machen den gr├Â├čten Teil der Stadtfl├Ąche heute die modernen, im Hinterland entstandenen Stadtteile wie Ba─čc─▒lar, Bah├želievler, K├╝├ž├╝k├žekmece, Sultangazi im europ├Ąischen Teil, Maltepe, Pendik und Sultanbeyli im asiatischen Teil aus. Sie wurden teilweise als Gecekondular errichtet und erst nach Jahren oder Jahrzehnten an die st├Ądtische Infrastruktur angeschlossen. Ein Drittel der neu zugezogenen Istanbuler lebt in solchen informellen Siedlungen oder Elendsvierteln. Seit den 1980er Jahren sind unter enormer Anteilnahme der ├ľffentlichkeit einige der Gecekondus von der Stadt abgerissen worden. Der weitaus gr├Â├čere Teil hat sich dagegen zu infrastrukturell vollwertigen Stadtvierteln entwickeln k├Ânnen. Istanbul ist die einzige Metropole eines Schwellenlandes, die keine fl├Ąchendeckenden Elendsviertel besitzt. Gehobene B├╝ro- und Wohnviertel entstehen vor allem im Norden auf H├Âhe der zweiten Bosporusbr├╝cke oberhalb von Bebek in den Vierteln Levent, Etiler und Maslak.

Hagia Sophia (Links) und Sultan-Ahmed-Moschee (Mitte) mit der Skyline von Istanbul, fotografiert von Sultanahmet aus.
Hagia Sophia (Links) und Sultan-Ahmed-Moschee (Mitte) mit der Skyline von Istanbul, fotografiert von Sultanahmet aus.

Klima

Die Stadt hat aufgrund ihrer Lage zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer ein mildes, feuchtes Seeklima. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 14 ┬░C. Die w├Ąrmsten Monate sind Juli und August mit durchschnittlich ├╝ber 22 ┬░C, die k├Ąltesten Januar und Februar mit etwas ├╝ber 5 ┬░C. Die Sommertemperaturen k├Ânnen w├Ąhrend der Hitzeperioden, die oft mehrere Tage andauern und von Juni bis August auftreten, bis ├╝ber 30 ┬░C im Schatten erreichen. Der Winter ist k├╝hl bis kalt und wie die anderen Jahreszeiten wechselhaft. Es gibt fr├╝hlingshafte Sonnentage, aber auch Regen und K├Ąlteeinbr├╝che und h├Ąufig Schneef├Ąlle. Die durchschnittliche j├Ąhrliche Niederschlagsmenge liegt bei 850 Millimeter. Die meisten Niederschl├Ąge fallen in den Monaten November und Dezember mit durchschnittlich 110 und 124 mm, die geringsten Niederschl├Ąge werden f├╝r die Monate Mai, Juni und Juli mit je 36, 37 und 39 mm im Mittel verzeichnet. Heftige Niederschl├Ąge und ├ťberschwemmungen treten in allen Jahreszeiten auf. Demnach wird in Istanbul am h├Ąufigsten der Westwind Meltem beobachtet, der besonders im Sommer mit h├Âheren Geschwindigkeiten verbunden ist und meist maritime, gut durchmischte und saubere Meeresluft bringt. Das zweite Maximum ist der S├╝dwind Scirocco, der oft kennzeichnend f├╝r Hochdruckwetterlagen kontinentaler Luftmassen ist, was je nach Jahreszeit zu sehr hei├čen beziehungsweise sehr kalten Tagen f├╝hren kann.

Istanbul
Klimadiagramm (Erkl├Ąrung)
J F M A M J J A S O N D
 
 
101
 
8
3
 
 
79
 
9
3
 
 
70
 
11
4
 
 
45
 
17
8
 
 
35
 
21
12
 
 
38
 
26
16
 
 
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28
18
 
 
49
 
28
18
 
 
63
 
25
15
 
 
101
 
19
12
 
 
109
 
15
8
 
 
125
 
11
5
Temperatur in ┬░C,  Niederschlag in mm
Quelle: Weather.com[6] Meteor.gov.tr[7] Worldweather.org[8]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschl├Ąge f├╝r Istanbul
Jan Feb M├Ąr Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (┬░C) 8 9 11 17 21 26 28 28 25 19 15 11 ├ś 18,2
Min. Temperatur (┬░C) 3 3 4 8 12 16 18 18 15 12 8 5 ├ś 10,2
Niederschlag (mm) 101,2 79,3 69,8 45,4 35,2 37,5 38,9 48,9 62,7 100,8 108,5 124,5 Σ 852,7
Sonnenstunden (h/d) 2,6 3,3 4,4 6,6 8,9 10,8 11,7 11,3 8,5 6,2 4,6 2,3 ├ś 6,8
Regentage (d) 20 17 16 14 12 8 5 6 7 12 16 19 Σ 152
T
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101,2 79,3 69,8 45,4 35,2 37,5 38,9 48,9 62,7 100,8 108,5 124,5
  Jan Feb M├Ąr Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez


Quelle: Weather.com[6] Meteor.gov.tr[7] Worldweather.org[8]

Flora und Fauna

In Istanbul finden sich Pflanzen, die der Flora der Stadt einen vorwiegend mitteleurop├Ąischen und zugleich mediterranen Charakter verleihen, besonders auf den Prinzeninseln. So finden sich auf ├çaml─▒ca oder Sar─▒yer im Norden unter anderem Stieleichen, Buchen und Kastanien, auf den Prinzeninseln im S├╝den kleine Pinienw├Ąldchen und Kermes-Eichen. Anzutreffen sind dort und in den s├╝dlichen Teilen der Stadt Zedern-Wacholder, Pistazien, Zypressen, Kretische Zistrose, Schlehdorn und M├Ąusedornarten. Die gro├čen W├Ąlder, die die Stadt im europ├Ąischen und asiatischen Teil im Norden umgeben, haben einen mitteleurop├Ąischen Charakter. So kommen im Belgrader Wald (Belgrad Orman─▒) verschiedene Eichenarten vor, darunter die Traubeneiche und die Ungarische Eiche, zudem Hainbuchen, H├Ąnge- und Moor-Birken, T├╝rkenbundlilien, Wald-Bingelkraut, Gro├čes Hexenkraut und Zweibl├Ąttriger Blaustern.[9][10]

Mit ungef├Ąhr 2.500 verschiedenen nat├╝rlich vorkommenden Pflanzenarten stellen Provinz und Stadt Istanbul, deren Gesamtfl├Ąche nur 5.343,02 km┬▓ betr├Ągt, ganze europ├Ąische L├Ąnder, wie das Vereinigte K├Ânigreich in den Schatten. Istanbul alleine beherbergt etwa ein Viertel von mehr als zehntausend dokumentierten Pflanzenarten, die in der T├╝rkei vorkommen. Einige dieser Pflanzen sind endemisch.[11]

Laut dem Generaldirektorat f├╝r Forstwirtschaft (ÔÇ×Orman Genel M├╝d├╝rl├╝─č├╝ÔÇť) sind 44 % der Provinz Istanbul von W├Ąldern bedeckt.[11] F├╝r eine Gro├čstadt existiert hier eine reiche Tierwelt.[12] Das salzreichere Wasser des Marmarameeres vermischt sich mit dem salz├Ąrmeren des Schwarzen Meeres am S├╝dausgang des Bosporus am st├Ąrksten, was einen relativen Fischreichtum zur Folge hat. Charakteristisch ist hier die Sardelle, aber auch Delfine lassen sich gelegentlich beobachten, seitdem durch den Bau von Kl├Ąranlagen die Wasserqualit├Ąt von Bosporus und Marmarameer sp├╝rbar gestiegen ist. Die W├Ąlder beherbergen ├╝ber 71 Vogel- und 18 S├Ąugetierarten. Es besteht ein Jagdverbot. In den W├Ąldern sind daher Wildschweine, W├Âlfe, Goldschakale, F├╝chse, Rothirsche, Damhirsche und Rehe verbreitet.[10]

Die Stadt ist Ziel von Vogelfreunden aus aller Welt, die den allj├Ąhrlichen Vogelzug beobachten wollen. Etwa 500.000 Wei├čst├Ârche und damit der Gro├čteil der europ├Ąischen Population ├╝berfliegen von Ende Juli bis Mitte September den Bosporus in zwei Wellen.[13] Der H├Âhepunkt der Schwarzstorchwanderung erfolgt Ende September. Auch den Greifvogelzug kann man an g├╝nstigen Tagen mit bis zu tausend V├Âgeln t├Ąglich beobachten. Dazu z├Ąhlen Wespenbussard, Schreiadler, Schelladler, Sperber und weitere Bussardarten. Seltener lassen sich Schmutzgeier, Kaiseradler, Zwergadler, Schlangenadler und Weihen beobachten, obwohl von letzteren alle europ├Ąischen Arten durchziehen.

M├Âwen auf einem Dach; im Hintergrund zwei osmanische Gro├čmoscheen

Wie in vielen anderen Gro├čst├Ądten ist die Vogelwelt vor allem durch die Stadttaube, die wohl im 19. Jahrhundert aus Algerien oder Tunesien eingef├╝hrte Palmtaube[12] und durch M├Âwen vertreten. Auf manchen Innenstadtpl├Ątzen, etwa vor der Beyaz─▒t-Moschee oder vor der Yeni-Moschee, leben gro├če Populationen. Seltener trifft man auf andere Taubenarten sowie auf Haussperling, Graureiher und den Schwarzen Milan. H├Ąufiger hingegen sind Alpensegler, Girlitz, Samtkopf-Grasm├╝cke, Kormoran und Mittelmeer-Sturmtaucher.

Streunende Katzen sind im Stadtbild allgegenw├Ąrtig. Sie leben teilweise einzeln, teilweise auch in gro├čen Gruppen zusammen. Sie ern├Ąhren sich von Abfallprodukten, werden aber auch h├Ąufig von Menschen gef├╝ttert. In geringerem Ma├če sind au├čerdem halbwilde Hunde anzutreffen.

Umweltprobleme

Das Wachstum der Stadt, die hohe Industrie- und Verkehrsdichte f├╝hren zu erheblichen Umweltproblemen. Bei der Luftverbesserung wurden durch den Einsatz von Erdgas Erfolge erzielt, ├Ąhnliches gilt f├╝r das M├╝llproblem. Dennoch geh├Âren die Luft- und Wasserverschmutzung durch die zahlreichen Fabriken, Kraftfahrzeuge und privaten Haushalte sowie der L├Ąrm durch den Verkehr weiterhin zu den Belastungen. Besondere Emissionsprobleme ergeben sich aus der oft direkten Nachbarschaft von ├Ąrmeren Wohngebieten und Industrieanlagen.[14]

├ťberschwemmungen schwemmen immer wieder M├╝ll in die Kanalisation und f├╝hren dabei zu deren Verstopfung und erh├Âhen gleichzeitig die Gefahr von Infektionskrankheiten. Die Ursache zahlreicher Probleme liegt in der Infrastruktur, die mit dem enormen Bev├Âlkerungswachstum seit den 1980er Jahren nicht Schritt halten konnte.[15]

Geschichte

Ôćĺ Hauptartikel: Geschichte Istanbuls

Byzantion

Um 660 v. Chr. gr├╝ndeten dorische Griechen aus Megara, Argos und Korinth Byzantion, eine Kolonie am europ├Ąischen Ufer des Bosporus. Die g├╝nstige geographische Lage erm├Âglichte der Siedlung bald, ein bedeutendes Handelszentrum zu werden. Ende des 6. Jahrhunderts geriet sie in die Auseinandersetzungen zwischen dem Perserreich und den griechischen Poleis, dann in die innergriechischen Konflikte.

513 v. Chr. eroberte der persische K├Ânig Darius I. die Stadt, 478 wurde sie f├╝r zwei Jahre von Sparta besetzt. Danach w├Ąhlte Byzantion die Demokratie als Regierungsform und schloss sich unter dem Druck Athens dem Attisch-Delischen Seebund an (bis 356). 340/339 widerstand die Stadt der Belagerung durch den makedonischen K├Ânig Philipp II. Nach dem Zerfall des Makedonenreichs stellte sich die Stadt zunehmend auf die Seite des expandierenden R├Âmerreichs und wurde 196 v. Chr. r├Âmischer Bundesgenosse. Diesen Sonderstatus b├╝├čte Byzantion erst unter Kaiser Vespasian ein. 196 lie├č Septimius Severus die Stadt zur Strafe f├╝r die Unterst├╝tzung seines Gegners Pescennius Niger zerst├Âren, doch wurde sie wieder aufgebaut. 258 wurde sie von Goten gepl├╝ndert.

324 vereinigte Konstantin I. beide Teile des R├Âmischen Reiches und am 11. Mai 330 taufte er die neue Hauptstadt auf den Namen Nova Roma (Neu-Rom). Sie wurde jedoch bekannter unter dem Namen Konstantinopel.[16] Ihre Fl├Ąche verf├╝nffachte sich binnen weniger Jahrzehnte. Westlich der von Konstantin errichteten Stadtmauer lie├č Theodosius II. ab 412 eine noch heute erhaltene Mauer errichten, womit die Stadtfl├Ąche von sechs auf zw├Âlf Quadratkilometer anwuchs. Aqu├Ądukte versorgten die inzwischen gr├Â├čte Stadt des Mittelmeerraums mit Wasser, Getreide wurde an gro├če Teile der Bev├Âlkerung ausgegeben.[17]

Konstantinopel ÔÇô Kostantiniyye ÔÇô Istanbul

Byzanz

Konstantinopel im Mittelalter; italienische Darstellung von 1422

Nochmals unter Kaiser Justinian I. (527ÔÇô565) wurde Konstantinopel pr├Ąchtig ausgebaut (Hagia Sophia). Die Stadt war die mit Abstand reichste und gr├Â├čte Stadt Europas und des Mittelmeerraums. Unter dem Druck der Seldschuken, die ab Mitte des 11. Jahrhunderts Kleinasien eroberten, verlor die Stadt zeitweise ihr ├Âstliches Hinterland. In dieser Situation erhielten die italienischen St├Ądte, allen voran Venedig und Genua, Handelsprivilegien und ausgedehnte Wohnquartiere im Norden der Stadt; die Genuesen sp├Ąter auch in Pera am Nordufer des Goldenen Horns. Zudem war 1054 die kirchliche Einheit zwischen der R├Âmisch-Katholischen Kirche und der Orthodoxen Kirche zerbrochen. 1171 lie├č Kaiser Manuel I. die Venezianer verhaften und ihr Eigentum konfiszieren. Venedig nutzte den Vierten Kreuzzug zur Rache, und 1204 eroberten Kreuzritter Konstantinopel. Die Stadt wurde gepl├╝ndert, zahlreiche Einwohner wurden ermordet und Kunstwerke von unsch├Ątzbarem Wert gingen verloren. Auf rund 100.000 Einwohner reduziert, war die Stadt von 1204 bis 1261 die Hauptstadt des Lateinischen Kaiserreichs. 1261 gelang es Kaiser Michael VIII., Konstantinopel zur├╝ckzuerobern, doch hatte er sich noch zwei Jahrzehnte abermaligen Eroberungspl├Ąnen zu widersetzen. Die Stadt war seit dieser Zeit aber nicht mehr als das Zentrum einer Regionalmacht, deren Hinterland ab 1354 sukzessive von den Osmanen erobert wurde. Um 1400 bestand das Reich nur noch aus Konstantinopel mit seinem direkten Umland und kleinen Restgebieten im Norden (Thessaloniki) und S├╝den (Morea) Griechenlands. Noch einmal 1422 hielt die Stadt einer Belagerung durch Murad II. stand.

Osmanisches Reich

Die Eroberung Konstantinopels aus einer franz├Âsischen Chronik des 15. Jahrhunderts

Am 5. April 1453 begann die letzte Belagerung durch osmanische Streitkr├Ąfte unter Sultan Mehmed II. Am Morgen des 29. Mai wurde die ÔÇ×seit langem verfallene StadtÔÇť[18] besetzt. Konstantinopel ÔÇô nun offiziell meist Kostantiniyye oder manchmal auch ─░stanbul genannt ÔÇô wurde nach Bursa und Adrianopel (Edirne) zur neuen osmanischen Hauptstadt. Die teilweise zerst├Ârte und entv├Âlkerte Stadt wurde planvoll wieder besiedelt und aufgebaut. Die Macht des Reichs erreichte ihren H├Âhepunkt unter Sultan S├╝leyman I. (1520ÔÇô1566), dessen Architekt Sinan das Stadtbild mit zahlreichen Moscheen, Br├╝cken, Pal├Ąsten und Brunnen pr├Ągte. Mit dem fortschreitenden Verfall des osmanischen Einflusses in der Region und der Verkleinerung des Reiches bis Anfang des 20. Jahrhunderts litt auch die kosmopolitische Bedeutung Konstantinopels.[19]

Konstantinopel um 1910

Die Schw├Ąche des Reiches nach dem Balkankrieg 1912/1913 f├╝hrte den europ├Ąischen M├Ąchten und Russland die Gefahr eines Machtvakuums in den strategisch bedeutenden Meerengen vor Augen und warf die orientalische Frage nach Kontrolle ├╝ber die Meerengen und Aufteilung des Reiches in Interessensph├Ąren auf. Der Sultan und die Jungt├╝rken suchten die Unterst├╝tzung des Deutschen Reiches.

Den Zugriff der Entente auf Konstantinopel konnte das Osmanische Reich im Ersten Weltkrieg auf Seiten der Mittelm├Ąchte 1915 in der Schlacht von Gallipoli verhindern. Dennoch war der Krieg verloren. Franz├Âsische und britische Truppen besetzten ab dem 13. November 1918 die Metropole. Im Friedensvertrag von S├Ęvres vom 10. August 1920 wurde das Osmanische Reich unter den alliierten Siegerm├Ąchten aufgeteilt und musste dar├╝ber hinaus gewaltige Gebietsverluste hinnehmen. Konstantinopel mit den Meerengen Bosporus und Dardanellen blieb f├╝nf Jahre lang von den Alliierten besetzt. Griechenland forderte in Erinnerung an das als griechisch beanspruchte Byzanz die ÔÇ×R├╝ckgabeÔÇť Konstantinopels, das es zu seiner Hauptstadt machen wollte.

Unter Mustafa Kemal, genannt Atat├╝rk, begann 1919 der t├╝rkische Befreiungskrieg, an dessen Ende die letzten Einheiten der alliierten Truppen am 23. September 1923 die Stadt verlie├čen. Konstantinopel verlor in diesem Jahr seinen Status als Regierungssitz an Ankara, womit sich die neue Republik von der Tradition der Osmanen abgrenzen wollte.

T├╝rkische Republik

Schon w├Ąhrend des Ersten Weltkriegs kam es zur Vertreibung der ersten der beiden gro├čen christlichen Minderheiten, der Armenier. Sie waren seit dem 17. Jahrhundert verst├Ąrkt zugezogen, so dass um 1850 ├╝ber 220.000 in Konstantinopel lebten. 1942 wurden die Nichtmuslime zu einer besonderen Verm├Âgenssteuer herangezogen (Varl─▒k Vergisi), 1955 wurde nahezu die gesamte orthodoxe Bev├Âlkerung durch das Pogrom von Istanbul aus der Stadt vertrieben. Von den rund 110.000 Griechen blieben rund 2.500 in Istanbul.[20] Heute leben rund 60.000 Armenier und 2.500 Griechen in der Stadt.

Dennoch schrumpfte die Stadt keineswegs, sondern wuchs im Gegenteil rapide, denn sie zog durch ihre kulturelle und wirtschaftliche Kraft nach dem Zweiten Weltkrieg, und verst├Ąrkt seit den 70er und 80er Jahren, zahlreiche Menschen aus Anatolien an. Seit den 90er Jahren kommen zahlreiche Osteurop├Ąer in die Metropole.

Als Reaktion auf den enormen Zuzug entstanden gro├č angelegte Bauprojekte, die jedoch mit dem rapiden Bev├Âlkerungswachstum kaum Schritt halten konnten. Zudem nahmen sie auf vorhandene Strukturen wenig R├╝cksicht. Istanbul dehnte sich weit in das Umland aus, und zahlreiche D├Ârfer und St├Ądte z├Ąhlen inzwischen zur Metropole.

1994 wurde der jetzige Ministerpr├Ąsident Recep Tayyip Erdo─čan als Kandidat der weit rechts stehenden Refah Partisi (RP) (Wohlfahrtspartei) B├╝rgermeister. Der jetzige B├╝rgermeister Kadir Topba┼č ist, wie der Ministerpr├Ąsident, Mitglied der Adalet ve Kalk─▒nma Partisi (AKP). Im November 2003 wurde die Stadt von einer Serie schwerer Anschl├Ąge ersch├╝ttert. Der Anschlag in einem Internet-Caf├ę am 9. Februar 2006 kostete einen Menschen das Leben, sechs Menschen wurden vier Tage sp├Ąter durch einen Anschlag in einem Supermarkt verletzt.[21]

Entwicklung des Namens

Istanbuls unterschiedliche Namen auf osmanischen Poststempeln von 1880 bis 1925

Der urspr├╝nglich altgriechische Name der Stadt, Byzantion (lateinisch Byzantium), geht auf den legend├Ąren Gr├╝nder der Stadt, Byzas, zur├╝ck, der aus Megara in Attika stammte. Er war einem Orakelspruch der Pythia gefolgt. Zu Ehren des r├Âmischen Kaisers Constantinus, der Byzantion zur Hauptstadt ausbauen lie├č, wurde die Stadt im Jahr 324[22] in Constantinopolis (latinisiert; altgr. ╬ܤë╬Ż¤â¤ä╬▒╬Ż¤ä╬╣╬Ż╬┐¤Ź¤Ç╬┐╬╗╬╣¤é Konstantinoupolis ÔÇÜStadt des ConstantinÔÇś) umbenannt. Auf Constantinopolis gehen die deutsche Form Konstantinopel und zahlreiche weitere Namensformen zur├╝ck. Auf Arabisch wurde Konstantinopel al-Qustant─źniyya / ÔÇĆěž┘ä┘éě│ěĚ┘ćěĚ┘Ő┘ć┘ŐěęÔÇÄ genannt, im Armenischen Gostantnubolis und im Hebr├Ąischen Kuschta (ÔÇĆΞμÎęÎśÎÉÔÇÄ). In vielen slawischen Sprachen hie├č die Stadt Cari(n)grad (ÔÇÜStadt des KaisersÔÇś).

Bis 1930 gab es keine fortdauernde und eindeutige offizielle Namensform. In osmanischen Urkunden, Inschriften, etc. wurde die Stadt in der Regel mit ihrer vom Arabischen abgeleiteten Namensform Kostantiniyye / ÔÇĆ┘éě│ěĚ┘ćěĚ┘Ő┘ć┘Ő┘çÔÇÄ bezeichnet. Man findet aber auch ┼čehir-i azima (ÔÇÜdie gro├čartige StadtÔÇś), die franz├Âsisierten Formen Constantinople und Stamboul sowie zus├Ątzlich die Beinamen der-i saadet / ÔÇĆě»ěžě▒ ě│ě╣ěžě»ě¬ÔÇÄ /ÔÇÜHaus der Gl├╝ckseligkeitÔÇś (auch in der Form s├╝dde-i saadet), der-i ├óliye / ÔÇĆě»ěžě▒ ě╣ěž┘ä┘Ő┘çÔÇÄ /ÔÇÜHohes HausÔÇś. Weitere Bezeichnungen waren etwa dar├╝'s-saltanat-─▒ aliyye, asitane-i aliyye und dar├╝'l-hilafet├╝ 'l aliye und Ehrenvoller Thron / ÔÇĆ┘żěž█îě¬ě«ě¬ÔÇÄ im Sinne von Residenz.

Der Name Islambol / ÔÇĆěąě│┘äěž┘ůěĘ┘ł┘äÔÇÄ auf einer M├╝nze von 1203 H. (1788/89 im gregorianischen Kalender)[23]
Aus dem Feldzugstagebuch S├╝leyman I., 1521:
ÔÇ×[ÔÇŽ] und fuhr nach der Stadt Istanbul ab [ÔÇŽ]ÔÇť (Hervorhebung ediert 2007)

Im t├╝rkischen Dialekt der Stadt hatte sich die Namensform Istanbul, Astanbul / ÔÇĆěžě│ě¬ěž┘ćěĘ┘ł┘äÔÇÄ (auch Istambul, Stambul) herausgebildet, die schon in seldschukischer Zeit Verwendung fand und sp├Ąter durch osmanische und westeurop├Ąische Aufzeichnungen f├╝r das 16. Jahrhundert belegt ist. An ÔÇ×IstanbulÔÇť angelehnt erschien Islambol / ÔÇĆěąě│┘äěž┘ůěĘ┘ł┘äÔÇÄ /ÔÇÜVom Islam erf├╝llt[22]ÔÇś, das im 18. Jahrhundert als Name der M├╝nzst├Ątte am Tav┼čan ta┼č─▒ auf M├╝nzen gepr├Ągt wurde. W├Ąhrend mit Konstantinopel meist die gesamte Stadt samt einigen Stadtteilen n├Ârdlich des Goldenen Horns und jenseits des Bosporus gemeint war, kennzeichnete der Name Istanbul eher die alte Stadt auf der Halbinsel zwischen Marmarameer, Bosporus und Goldenem Horn, die nach Westen durch die Landmauer abgeschlossen wurde. 1876 wurde der Name der Hauptstadt als Istanbul in die neue Verfassung aufgenommen. Art. 2 der Verfassung lautete wie folgt:

┬źDevlet-i Osmaniyenin p├óyitaht─▒ Istanbul ┼čehridir [ÔÇŽ] / ÔÇĆě»┘ł┘äě¬ ě╣ěź┘ůěž┘ć┘Ő┘ç ┘ć┘â ┘żěž┘Őě¬ě«ě¬█î ěžě│ě¬ěž┘ćěĘ┘ł┘ä ě┤┘çě▒┘Őě»ě▒ [ÔÇŽ]ÔÇÄ /ÔÇÜDie Hauptstadt des osmanischen Staates ist die Stadt Istanbul [ÔÇŽ]ÔÇś┬╗

Bei Istanbul handelt es sich m├Âglicherweise um die t├╝rkische Abwandlung des altgriechischen ╬Áß╝░¤é ¤ä߯┤╬Ż ¤Ç¤î╬╗╬╣╬Ż, eher aber ╬Áß╝░¤é ¤ä߯░╬Ż ¤Ç¤î╬╗╬╣╬Ż (ÔÇ×in die StadtÔÇť), nach altgriechischer Aussprache seit byzantinischer Zeit etwa istimb├│lin. Diese Deutung erscheint sinnf├Ąllig, da man in der Sp├Ątantike und im fr├╝hen Mittelalter im Ostr├Âmischen Reich von Konstantinopel sprach, wenn man umgangssprachlich ÔÇ×die StadtÔÇť sagte, da sie mit ihren f├╝nfhunderttausend Einwohnern und ihren m├Ąchtigen Mauern mit keiner anderen Stadt im weiten Umkreis verglichen werden konnte. Wie das antike Rom war sie ein Musterbeispiel einer Stadt, sie war das wirtschaftliche, kulturelle und politische Zentrum. Konstantinopel galt wie vormals Rom als Zentrum der Welt. Reich wie Hauptstadt brauchten daher eigentlich keinen Namen, da sie einzig waren (der Kaiser sah sich nicht als Kaiser von Byzanz oder Konstantinopel, sondern als Kaiser ÔÇ×urbis et orbisÔÇť).

Am 28. M├Ąrz 1930, in der Fr├╝hzeit der Republik, wurde ─░stanbul zum offiziellen Namen der gesamten Stadt. Da die Stadt in osmanischen Schriften und im t├╝rkischen Volksmund schon seit langem im engeren Sinn so genannt wurde, war dies eigentlich keine Neubenennung. In den meisten europ├Ąischen L├Ąndern (au├čer zum Beispiel Griechenland und Armenien) verdr├Ąngte die Bezeichnung Istanbul allm├Ąhlich die Bezeichnung Konstantinopel beziehungsweise deren Varianten aus dem Sprachgebrauch. Meist in Bezug auf das historische, vorosmanische Konstantinopel beziehungsweise Byzanz wird die altgriechisch-r├Âmische Namensgebung in der Fachliteratur jedoch auch weiterhin verwendet.

Br├Ąnde

Folgen eines Brandes in der Istanbuler Altstadt

Die h├Ąufig auftretenden Gro├čbr├Ąnde l├Âsten soziale und ├Âkonomische Krisen aus und hatten gro├čen Einfluss auf die Bebauung der Stadt. Ausl├Âser waren beispielsweise die regelm├Ą├čig auftretenden Erdbeben, der Handel mit Explosivstoffen, die Unachtsamkeit in Haushalten und Werkst├Ątten sowie Brandstiftung.[24][25] So ereigneten sich zwischen 1883 und 1906 229 Br├Ąnde mit der Zerst├Ârung von 36.000 H├Ąusern.[26] Das Feuer 1690 im Gro├čen Basar zerst├Ârte G├╝ter im gesch├Ątzten Wert von 3 Millionen Kuru┼č (etwa 2 Millionen Goldst├╝cke). Die gr├Â├čten Br├Ąnde in der Stadtgeschichte ereigneten sich 1569, 1633, 1660, 1693, 1718, 1782, 1826, 1833, 1865 und zuletzt 1918 mit 7.500 zerst├Ârten H├Ąusern. Der Reisende Salomon Schweigger schreibt um 1580:

ÔÇ×Es haben sich etliche Brunsten in der Stadt begeben. In einer h├Ątt das Feur ein Gef├Ąngnus ergriffen, an der Stadtmaur bei dem Kanal oder Meerhafen. Die Gefangenen im obern Teil des Turns richteten sich mit Gewalt an die T├╝r, ├Âffneten dieselbe und kamen davon; die andern mu├čten drin verderben, deren bei siebenzig waren. Ein gro├čer Platz, wie ein gro├č Dorf, war hinweggebrunnen, aber man merketÔÇÖs der Stadt nicht an. Wann ein Feur auskompt, so lauft niemand zu, der begehrte zu leschen, ausgenommen die Janitscharen, die darzu verordnet sein, zwar nicht zu leschen, sondern mit F├╝rbrechen und Einrei├čen der n├Ąchsten H├Ąuser die Flamm zuf├╝rkommenÔÇť

ÔÇô Salomon Schweigger: Zum Hofe des t├╝rkischen Sultans. Leipzig 1986 (Nachdruck), S. 94

Einige Gr├╝nde f├╝r die verheerende Wirkung der Br├Ąnde lagen in der dichten, bis weit ins 20. Jahrhundert hinein vorwiegend aus Holzh├Ąusern bestehenden Bebauung der Stadt, den h├Ąufig wehenden Winden und der Siedlungsstruktur, die oft aus weitgehend in sich abgeschlossenen Vierteln (Mahalle) mit Sackgassen bestand und eine schnelle Brandbek├Ąmpfung erschwerte. Nach Gro├čbr├Ąnden wurden Dekrete erlassen, dass H├Ąuser in der N├Ąhe von sozialen, wirtschaftlichen und ├Âffentlichen Geb├Ąuden ebenfalls aus Stein oder Ziegeln sein sollten. Diesen Anordnungen wurde jedoch nicht immer Folge geleistet. In osmanischer Zeit waren unter anderem die Wassertr├Ąger-Gilde und die Janitscharen f├╝r die Brandbek├Ąmpfung zust├Ąndig, ab 1718 wurden Feuerwehrwagen mit Wasserpumpen sowie neu gegr├╝ndete Feuerbrigaden eingesetzt.


Bev├Âlkerung

Einwohnerentwicklung

Einwohnerentwicklung in den letzten 100 Jahren

Die Einwohnerzahl stieg von 680.000 im Jahre 1927 auf 1,3 Millionen 1955, 2,5 Millionen 1975, 9,8 Millionen 2005 und auf ├╝ber 13 Millionen 2010. Von den 13.120.596 Einwohnern im Jahr 2010 lebten etwa 65 Prozent im europ├Ąischen Teil von Istanbul und rund 35 Prozent auf der asiatischen Seite.

Etwa 84 Prozent der Bev├Âlkerung sind durch Landflucht aus der gesamten T├╝rkei, ├╝berwiegend aus Ost-, S├╝dost- und Zentralanatolien sowie aus der Schwarzmeerregion zugezogen. Der Anteil der autochthonen Istanbuler, die seit Jahrhunderten in der Bosporus-Metropole einheimisch sind, betr├Ągt etwa 16 Prozent. Die zehn gr├Â├čten Gruppen der Zugezogenen stammen mit 709.517 Personen aus der Provinz Sivas, 534.409 Personen aus der Provinz Kastamonu, 480.614 Personen aus der Provinz Ordu, 474.313 Personen aus der Provinz Giresun, 426.246 Personen aus der Provinz Tokat, 393.285 Personen aus der Provinz Samsun, 369.011 Personen aus der Provinz Malatya, 368.027 Personen aus der Provinz Trabzon, 355.795 Personen aus der Provinz Sinop und 347.488 Personen aus der Provinz Erzurum.[27] Jedes Jahr entstehen dadurch am Stadtrand neue Gecekondus, die mit der Zeit ausgebaut werden und sich zu neuen Stadtteilen entwickeln.

Die folgende ├ťbersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1914 handelt es sich meist um Sch├Ątzungen, mit gro├čen Unsicherheiten. Der auff├Ąllige R├╝ckgang der Bev├Âlkerungszahl um 1900 bis 1927 ist Ausdruck der Vertreibung der griechischen Bev├Âlkerung. Die Zahlen von 1927 bis 2000 sind Ergebnisse von Volksz├Ąhlungen. Die Zahlen von 2005 und 2006 beruhen auf Hochrechnungen, die ab 2007 sind Ergebnisse von Volksz├Ąhlungen. Die Verdoppelung der Bev├Âlkerung zwischen 1980 und 1985 ist auf Zuzug, nat├╝rliche Bev├Âlkerungszunahme und auch auf Erweiterungen der Stadtgrenze zur├╝ckzuf├╝hren. Die Einwohnerzahlen in der folgenden Tabelle beziehen sich auf die Stadt in ihren politischen Grenzen, ohne selbstst├Ąndige Vororte.

Eine Sch├Ątzung der aktuellen Einwohnerzahlen gestaltet sich vor allem aufgrund der schwer erfassbaren Gecekondu-Siedlungen schwierig. Istanbuler Nahverkehrsexperten gehen von 14 bis 16 Millionen Einwohnern aus.

Jahr Einwohner
330 15.000
400 200.000
530 500.000
545 350.000
715 300.000
950 500.000
1200 150.000
1453 36.000
1477 75.000
1566 600.000
1817 500.000
1860 715.000
1885 873.570
Jahr Einwohner
1890 874.000
1897 1.059.000
1901 942.900
1914 909.978
28. Oktober 1927 680.857
20. Oktober 1935 741.148
20. Oktober 1940 793.949
21. Oktober 1945 860.558
22. Oktober 1950 983.041
23. Oktober 1955 1.268.771
23. Oktober 1960 1.466.535
24. Oktober 1965 1.742.978
25. Oktober 1970 2.132.407
Jahr Einwohner
26. Oktober 1975 2.547.364
12. Oktober 1980 2.772.708
20. Oktober 1985 5.475.982
21. Oktober 1990 6.620.241
30. November 1997 8.260.438
22. Oktober 2000 8.803.468
1. Januar 2005 9.797.536
1. Januar 2006 10.034.830
31. Dezember 2007 11.174.257
31. Dezember 2008 12.569.143
31. Dezember 2009 12.782.960
31. Dezember 2010 13.120.596

Ethnische Minderheiten

Kurden feiern den Nouruz in Istanbul

Kurden und Zaza bilden zusammen die gr├Â├čte Gruppe ethnischer Minderheiten in Istanbul. Die gr├Â├čte unter den traditionell dort lebenden christlichen Bev├Âlkerungsgruppen sind Armenier, deren Zahl von der Regierung mit 45.000[28] angegeben wird, was etwa 0,36 Prozent der Bev├Âlkerung Istanbuls entspricht. Etwa 17.000 Aram├Ąer bilden danach die zweitgr├Â├čte christliche Ethnie.[29] Die 22.000 Juden bilden die zweitgr├Â├čte religi├Âse Minderheit.[30][31] Einige der etwa 10.000 Bosporus-Deutschen stammen aus Familien, die oft schon seit der ersten H├Ąlfte des 19. Jahrhunderts dauerhaft in Konstantinopel beziehungsweise Istanbul lebten. Die rund 1.650 Griechen geh├Âren teilweise zu den seit vielen Generationen urspr├╝nglich Ans├Ąssigen.[32][33] Die Zahl der Russen wird, folgt man der Neuen Z├╝rcher Zeitung, auf etwa 100.000 gesch├Ątzt, die der Chinesen soll noch h├Âher liegen.[34] Istanbul war auch ein Zufluchtsort f├╝r Russen wegen der kommunistischen Oktoberrevolution.[35]

Weitere Bev├Âlkerungsgruppen sind Lasen, Araber, Tscherkessen und Roma. Eine kleine polnische Gemeinde existiert in Polonezk├Ây (deutsch ÔÇ×PolendorfÔÇť, polnisch Adampol), das etwas ├╝ber 400 Einwohner hat.

Religionen

Mevlevi-Derwische in Istanbul

Der weitaus gr├Â├čte Teil der Bev├Âlkerung bekennt sich zum Islam. Bedeutende religi├Âse Minderheiten sind die griechisch-orthodoxen Christen, die syrisch-orthodoxen Aram├Ąer, die armenischen Christen und die sephardischen Juden. Neben islamischen Sakralbauten gibt es auch christliche Kirchen unterschiedlicher Bekenntnisse und Synagogen in prominenter Lage, wie zum Beispiel Sankt Stefan am Goldenen Horn oder die Agia Triada am Taksim-Platz. In einigen Stadtteilen, wie zum Beispiel im Viertel Kuzguncuk, sind die Einrichtungen verschiedener Religionen dicht benachbart.

Die Stadt ist Sitz des ├ľkumenischen Patriarchen von Konstantinopel, dem unter anderem einige orthodoxe Kirchen in der heutigen T├╝rkei unterstehen und der dar├╝ber hinaus den Ehrenvorrang ├╝ber alle orthodoxen Kirchen genie├čt. Weiterhin residieren hier ein armenischer Erzbischof und der t├╝rkische Oberrabbiner.

Muslime

Muslime unterschiedlicher Glaubensrichtungen bilden die gr├Â├čte Religionsgruppe, die meisten sind Sunniten. 15 bis 30 Prozent z├Ąhlen sich zu den Aleviten. Insgesamt gibt es 2.562 Moscheen,[36] 215 Kleinmoscheen (t├╝rk. Mescit)[37] und 119 T├╝rben[38].

Am 2. September 1925 verbot Kemal Atat├╝rk die damals zahlreichen und mitgliederstarken Derwisch-Orden (Tariqas). Die meisten Anh├Ąnger des Sufismus, der islamischen Mystik, agierten daraufhin im Geheimen, manche von ihnen haben eine gro├če Anh├Ąngerschaft. Um dem Verbot zu entgehen, treten diese aber meist als ÔÇ×KulturvereineÔÇť auf. Landesweit bekannt ist die ─░smail A─ča Cemaati, eine islamische Gemeinschaft in Fatih, die als Tariqa gilt.

Christen

Die bulgarisch-orthodoxe Kirche St. Stefan

Die Stadt ist der Sitz des ├Âkumenischen Patriarchen, der als primus inter pares als oberster Repr├Ąsentant der orthodoxen Kirchen fungiert. Auch die Sitze des armenischen Patriarchen, des Erzbischofs der syrisch-orthodoxen (aram├Ąischen) Gemeinde und eines apostolischen Vikars der r├Âmisch-katholischen Kirche befinden sich in Istanbul. Die Zahl der Armenier bel├Ąuft sich auf etwa 45.000,[28] die der Aram├Ąer auf 12.000, der Bosporus-Deutschen auf 10.000 und der Griechen auf 1.650. Neben den Levantinern gibt es je eine deutsche evangelische und katholische Kirchengemeinde sowie um das St. Georgs-Kolleg eine ├Âsterreichische katholische Gemeinde. Von den insgesamt 40 Istanbuler Kirchen sind 35 armenisch[39] und 5 orthodox[40] wie die bulgarisch-orthodoxe Kirche St. Stefan. Der griechisch-orthodoxe ├ľkumenische Patriarch von Konstantinopel mit Sitz in Fener ist seit 1991 Bartholom├Ąus I.. Er ist der 270. Nachfolger des Apostels Andreas und somit faktisches (Ehren-)Oberhaupt von etwa 300 Millionen orthodoxen Christen. In Istanbul sind mit knapp 85.000 Christen[41] rund 85 Prozent der gesamten Christen in der T├╝rkei beheimatet, deren Zahl landesweit etwa 100.000 betr├Ągt.

Juden

Innenraum der Neve-Shalom-Synagoge

Die sephardischen t├╝rkischen Juden leben in der Stadt seit ├╝ber 500 Jahren. Sie flohen 1492 von der iberischen Halbinsel, um der Zwangstaufe infolge des Alhambra-Edikts zu entgehen. Sultan Beyazit II. (1481ÔÇô1512) schickte eine Flotte nach Spanien, um die sephardischen Juden zu retten. Mehr als 200.000 von ihnen flohen zun├Ąchst nach Tanger, Algier, Genua und Marseille, sp├Ąter nach Saloniki und Istanbul. Der Sultan gew├Ąhrte ├╝ber 50.000 dieser spanischen Juden Zuflucht. In Istanbul leben heute etwa 22.000[30][31][42]; sie stellen etwa 0,2 Prozent der Bev├Âlkerung. Insgesamt sind 16 Synagogen[43] in der Stadt zu finden, die bedeutendste von ihnen ist die 1951 eingeweihte Neve-Shalom-Synagoge im Stadtteil Beyo─člu, auf die drei terroristische Anschl├Ąge ver├╝bt wurden (am 6. September 1986, 1. M├Ąrz 1992 und 15. November 2003). Istanbul ist Sitz des Hahamba┼č─▒, des t├╝rkischen Oberrabbiners. Das einzige j├╝dische Museum in der T├╝rkei, die 500. Y─▒l Vakf─▒ T├╝rk Musevileri M├╝zesi, befindet sich in Beyo─člu. Das Museum wurde am 25. November 2001 fertiggestellt und der derzeitige Kurator ist Naim G├╝lery├╝z.

Entwicklung der Wohnsituation

Wohngeb├Ąude in Maltepe

Die Stadtteile Bak─▒rk├Ây und Beylikd├╝z├╝ im europ├Ąischen Teil, die zusammen rund 400.000 Einwohner haben, und Maltepe im asiatischen Teil, das eine ├Ąhnliche Einwohnerzahl aufweist, sind seit den 1980er Jahren z├╝gig angewachsen und bestehen ├╝berwiegend aus Hochh├Ąusern. Insbesondere Etiler im Stadtteil Be┼čikta┼č hat sich seit den 1990er Jahren zu einem der wohlhabendsten Viertel entwickelt.

Nachdem die meisten Baul├╝cken im innerst├Ądtischen und innenstadtnahen Bereich geschlossen wurden, bestehen dort kaum noch M├Âglichkeiten zur Erholung, sieht man vom h├Ąufig frequentierten G├╝lhane und vom Y─▒ld─▒z-Park ab.

Das Gecekondu-Viertel Seyrantepe

Die immense Zuwanderung f├╝hrte dazu, dass an der Peripherie illegale Siedlungen (Gecekondular) entstanden, von denen Istanbul die meisten in der T├╝rkei aufweist. Knapp ein Viertel der Istanbuler lebt in den etwa 750.000 Wohngeb├Ąuden solcher Siedlungen.[44] ├ťber 50 Prozent ihrer Bewohner sind arbeitslos oder unversichert besch├Ąftigt. Die Kriminalit├Ąt ist h├Âher als in anderen Quartieren, sozial an den Rand gedr├Ąngte Bev├Âlkerungsgruppen und eine geringe Pr├Ąsenz staatlicher Organisation kennzeichnen dar├╝ber hinaus diese Quartiere.[45]

Blick auf Seyrantepe, 2007

Die gr├Â├čten Gecekondu-Viertel liegen auf der europ├Ąischen Seite. Dabei kommt es in Fatih, wie etwa in Balat, dem einst von Juden bewohnten Viertel, dem bis 2007 ein Restaurierungsprogramm galt, und Sulukule, wo vor allem Roma wohnen, die sich gegen die Umsiedlung von 3.500 Einwohnern wehren,[46][47] zu starken Spannungen. Gazi Mahallesi und Habipler im Stadtteil Sultangazi, das rund 450.000 Menschen beherbergt, sowie Seyrantepe im Stadtteil ┼×i┼čli und Tarlaba┼č─▒ im Stadtteil Beyo─člu (245.000) kommen hinzu. Auf der asiatischen Seite sind dies G├╝lsuyu im Stadtteil Maltepe (420.000). Einzelne Gecekondus sind ├╝berwiegend in den Stadtteilen Ba─čc─▒lar, Bah├želievler, das 1950 noch rund 800, 2007 jedoch fast 600.000 Einwohner hatte, K├╝├ž├╝k├žekmece (670.000), Pendik (540.000) und Sultanbeyli (280.000) anzutreffen.

Michael Thumann berichtet ├╝ber die Gentrifizierung in Tarlaba┼č─▒, wo Alteigent├╝mer mit Billigung der AKP-Regierung enteignet werden, um Neubauten zu errichten.[48]

Kriminalit├Ąt

Die Kriminalit├Ątsrate sank in Istanbul von 76.285 registrierten Straftaten im Jahre 2006 um 25 Prozent auf 57.123 registrierte Straftaten im Jahre 2007.[49] Die Istanbuler Gro├čstadtverwaltung hat beschlossen, 800 bis 900 Sicherheitskameras zu installieren.[49]

Politik

Stadtregierung

Das Rathaus von Istanbul im Stadtteil Fatih

B├╝rgermeister von Istanbul ist der Architekt Kadir Topba┼č von der islamisch-konservativen AKP. Er ├╝bernahm das Amt von seinem Vorg├Ąnger Ali M├╝fit G├╝rtuna (RP), der ab November 1998 B├╝rgermeister war. Islamische Politiker regieren Istanbul somit seit 1994, als Recep Tayyip Erdo─čan (damals ebenfalls RP, heute Vorsitzender der AKP und Ministerpr├Ąsident der T├╝rkei) die Kommunalwahlen gewann.

St├Ądtepartnerschaften

Istanbul unterh├Ąlt folgende St├Ądtepartnerschaften:[50]

KasachstanKasachstan Almaty, Kasachstan

JordanienJordanien Amman, Jordanien

SpanienSpanien Barcelona, Spanien

Korea SudS├╝dkorea Busan, S├╝dkorea

MarokkoMarokko Casablanca, Marokko[51]

Rum├ĄnienRum├Ąnien Constan╚Ťa, Rum├Ąnien

SyrienSyrien Damaskus, Syrien

Saudi-ArabienSaudi-Arabien Dschidda, Saudi-Arabien

Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate Dubai, Vereinigte Arabische Emirate

AlbanienAlbanien Durr├źs, Albanien

Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Houston, Vereinigte Staaten

IndonesienIndonesien Jakarta, Indonesien

MalaysiaMalaysia Johor Bahru, Malaysia

AgyptenÄgypten Kairo, Ägypten

Tatarstan RepublikRepublik Tatarstan Kasan, Tatarstan

SudanSudan Khartum, Sudan

DeutschlandDeutschland K├Âln, Deutschland

PakistanPakistan Lahore, Pakistan

TurkmenistanTurkmenistan Mary, Turkmenistan

UkraineUkraine Odessa, Ukraine

KirgisistanKirgisistan Osch, Kirgisistan

BulgarienBulgarien Plowdiw, Bulgarien

MarokkoMarokko Rabat, Marokko

BrasilienBrasilien Rio de Janeiro, Brasilien

NiederlandeNiederlande Rotterdam, Niederlande

RusslandRussland Sankt Petersburg, Russland

Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Sarajevo, Bosnien und Herzegowina

China VolksrepublikChina Shanghai, VR China

JapanJapan Shimonoseki, Japan

MazedonienMazedonien Skopje, Mazedonien

ItalienItalien Venedig, Italien

Kultur und Sehensw├╝rdigkeiten

Europ├Ąische Kulturhauptstadt 2010

Am 11. April 2006 wurde die Stadt durch eine EU-Jury, neben Essen und P├ęcs zur europ├Ąischen Kulturhauptstadt 2010 gew├Ąhlt. Istanbul ist ebenso eines der islamischen Kulturzentren.

Musik und Theater

Das Haldun-Taner-Theaterhaus im Stadtteil Kad─▒k├Ây liegt direkt am Marmarameer.

Istanbul besitzt zahlreiche Theater, Opernh├Ąuser und Konzerth├Ąuser. Zu den bekanntesten geh├Ârt das Show Center T├╝rker ─░nano─člu Maslak in Maslak, das im November 2005 er├Âffnet wurde und von der MEGA Company betrieben wird. Hier finden Gro├čveranstaltungen statt, die in der ganzen T├╝rkei Beachtung finden. Das Center ist t├Ąglich ge├Âffnet. J├Ąhrlich kommen etwa 450.000 Besucher allein zu den eigenen Veranstaltungen des Hauses. Der gro├če Theatersaal bietet 1810 Sitzpl├Ątze, der kleine 380.

In Kad─▒k├Ây befinden sich das 1924ÔÇô1927 erbaute und 2005ÔÇô2007 renovierte S├╝reyya-Opernhaus und ein nach dem Schriftsteller Haldun Taner benanntes Theater.

Zu den bekanntesten Orchestern geh├Ârt das Borusan Istanbul Philharmonic Orchestra (BIFO), das 1993 gegr├╝ndet wurde. Sein erstes Konzert fand am 13. Mai 1999 im Y─▒ld─▒z-Palast statt. Seit 2008 steht das BIFO unter der Leitung des ├ľsterreichers Sascha Goetzel. Er wurde nach einem einj├Ąhrigen Auswahlverfahren in der Saison 2007/2008, an dem Gastdirigenten aus vier Nationen teilnahmen, Musikdirektor des Sinfonieorchesters. Die Staatsoper (Devlet Operas─▒) mit ihrem bekannten Ballett und das staatliche Sinfonieorchester, die ─░stanbul Devlet Senfoni Orkestras─▒, spielen im Haus am Taksim-Platz.

Museen

Die bekanntesten Museen sind der Topkap─▒-Palast, die Hagia Sophia, die Chora-Kirche, das Arch├Ąologische Museum, das Museum f├╝r t├╝rkische und islamische Kunst, das Museum Istanbul Modern und der Dolmabah├že-Palast, ebenfalls ein fr├╝herer Sultanspalast, der im 19. Jahrhundert im neubarocken Stil erbaut wurde.

Viele Nebengeb├Ąude der Moscheen wurden inzwischen in Museen verwandelt, die Einblicke in die Zeit der Osmanen gew├Ąhren. Es gibt auch noch weitere Kunstmuseen. Die wertvollsten Gem├Ąlde und Miniaturen der T├╝rkei sind in den Museen von Istanbul zu finden.

Bauwerke

Byzantinisches und christliches Konstantinopel

Ôćĺ Hauptartikel: Byzantinische Architektur
Cisterna Basilica

Im Stadtbild der Altstadt sind immer noch die antiken Urspr├╝nge zu entdecken. Aufgrund der zahlreichen Erdbeben, Stadtbr├Ąnde und der ├Âkonomischen Situation am Ende des Byzantinischen Reiches war schon im 15. Jahrhundert ein Gro├čteil der Geb├Ąude verfallen. Einige Pl├Ątze und Bauwerke sind in der Anlage oder als Ruinen bis heute erhalten. Hierzu geh├Âren die m├Ąchtige Theodosianische Landmauer und die Seemauern, das Studios-Kloster (─░mrahor Camii), das Hippodrom mit einem Fassungsverm├Âgen von bis zu 100.000 Zuschauern, das Konstantinsforum mit der Konstantinss├Ąule, die Kaiserpal├Ąste und der Porphyrogennetos-Palast (Tekfur Saray─▒). Die meisten Geb├Ąude sind umgenutzt und stark ver├Ąndert worden. Kaum ver├Ąndert wurde der Valens-Aqu├Ądukt, der auch nach 1453 die Wasserversorgung sicherstellte, die sp├Ątantike Zisterne Cisterna Basilica aus dem 6. Jahrhundert oder verschiedene Ehrens├Ąulen, zum Beispiel der 20 m hohe Obelisk Thutmosis III. aus Rosengranit, der aus dem ├Ągyptischen Dorf Karnak nach Konstantinopel gebracht und 390 n. Chr. auf der Spina des Hippodroms aufgestellt worden ist.

Leanderturm

Zu den milit├Ąrischen Bauten geh├Ârt Yedikule (ÔÇ×Burg der sieben T├╝rmeÔÇť) am S├╝dende der Theodosianischen Landmauer, die im 5. Jahrhundert von Theodosius II. errichtet wurde. Der Leanderturm, der auf einer Bosporusinsel vor ├ťsk├╝dar steht, wurde im 5. Jahrhundert v. Chr. von Alkibiades erbaut. Am Leanderturm soll das eine Ende der gro├čen Kette befestigt worden sein, die bei Angriffen auf Byzanz ├╝ber den Bosporus gespannt wurde. Fast unversehrt haben einige Kirchen zun├Ąchst als Moscheen, dann als Museen ├╝berlebt, wie die Hagia Sophia (Ayasofya Camii, Kirche der Heiligen Weisheit), die 537 geweiht wurde, die Pammakaristos-Kirche (Fethiye Camii), die wohl im 11. Jahrhundert gegr├╝ndet wurde, die sp├Ątbyzantinische Chora-Kirche (Kariye Camii), die in ihrer jetzigen Erscheinungsform im 14. Jahrhundert entstand und wertvolle Fresken zeigt sowie die Hagia Eirene, die als Arsenal umgenutzt wurde. Ebenfalls bedeutsame Zeugnisse byzantinischer Kunst sind die heutigen Moscheen K├╝├ž├╝k-Aya-Sofya-Moschee (Sergios-und Bacchos-Kirche), die als Modell f├╝r die Hagia Sophia gedient haben kann, die Zeyrek-Moschee (Pantokrator-Klosterkirche) mit ihrem Opus-Sectile-Boden und die Kalenderhane-Moschee (Maria-Kyriotissa-Kloster). Letztere stammt in ihrer jetzigen Form aus dem 12. Jahrhundert. In ihr wurden die ├Ąltesten vorikonoklastischen Mosaiken Istanbuls gefunden. Die dort ab 1227 erstellten Fresken des Franz von Assisi werden heute im Arch├Ąologischen Museum ausgestellt. Der Galataturm, der das Nordende und die Hauptbastion der genuesischen Siedlung Galata war, geh├Ârt heute zu den bedeutendsten Bauwerken Istanbuls.

Schon in vorosmanischer Zeit lebten Muslime innerhalb der Stadt. Die erste Moschee Konstantinopels und somit die erste Moschee in S├╝dosteuropa soll schon im Jahr 718 entstanden sein.

Osmanisches Konstantinopel

Ôćĺ Hauptartikel: Osmanische Architektur
Rumeli Hisar─▒

Die osmanische Architektur zeigt sich vor allem in den Pal├Ąsten und Residenzen, den Moscheen und den zugeh├Ârigen Stiftungsgeb├Ąuden (K├╝lliyen), den gro├čen, mehrst├Âckigen Handelsh├Ąusern, Herbergen und Magazinen, den Basaren sowie den Schmuck- und Zweckbauten wie beispielsweise den gro├čen am Bosporus gelegenen Fortifikationen Rumeli Hisar─▒ und Anadolu Hisar─▒. B├╝rgerliche Wohnbauten galten hingegen lange Zeit als weniger schutzw├╝rdig.

Innenraum der S├╝leymaniye-Moschee

Die osmanischen Sultane und ihre h├Âchsten W├╝rdentr├Ąger strebten sofort nach der Eroberung Konstantinopels danach, den Erfordernissen ihres Glaubensritus Gen├╝ge zu tun, sowie ihre Macht, ihren Anspruch und ihre Kultiviertheit zu demonstrieren. Dazu wurden Kirchen und Kl├Âster in Moscheen umgewandelt und neue Moscheen errichtet. Beteiligt wurden, wie schon vor der Eroberung Konstantinopels, zahlreiche byzantinische Handwerker und Baumeister. So arbeiteten zum Beispiel beim Bau der S├╝leymaniye-Moschee im 16. Jahrhundert etwa 50 Prozent christliche Handwerker mit. Das Schema des Kuppelbaus der Hagia Sophia, bestehend aus zwei Halbkuppeln und zwei Schildw├Ąnden, die die Hauptkuppel st├╝tzen, wurde von zwei Sultansmoscheen ├╝bernommen: der Beyaz─▒t-Moschee und der S├╝leymaniye-Moschee. Dies blieb allerdings die einzige gr├Â├čere Anleihe aus der Hagia Sophia, denn der osmanische Gebetsraum sollte auf die Betenden eine ganz andere Wirkung erzielen, als es der byzantinische Raum sollte. Statt einer mystischen Atmosph├Ąre, deren Strukturen hinter goldenen Mosaiken verkleidet wurden und die eine L├Ąngsbetonung zur Apsis hat, wurden in den Moscheen die Strukturen hervorgehoben, die dem Betrachter die Statik und Grundelemente des Raumes vor Augen f├╝hrten. Der querrechteckige Gebetsraum wird entsprechend dem Gebetsritus h├Ąufig betont und eine Kongruenz zwischen Au├čen- und Innenwirkung unter anderem durch die g├Ąnzlich unterschiedliche Lichtf├╝hrung angestrebt.[52]

Bis Mitte des 16. Jahrhunderts bildete sich aus Einfl├╝ssen der fr├╝hosmanischen Architektur, der byzantinischen, der seldschukischen, der iranischen und gelegentlich der italienischen Renaissance-Architektur der klassische osmanische Baustil mit den so typisch im Stadtbild erscheinenden Kuppelkaskaden heraus. Diese Phase reichte bis ins 17. Jahrhundert. Ma├čgeblich daran beteiligt war der gr├Â├čte Architekt der Osmanen: Mimar Sinan. Er wirkte nicht nur architektonisch, sondern mit seinen sozialen Baukomplexen (K├╝lliye) auch stadtplanerisch. Da schon vor der Eroberung weite Gebiete der einstmals pr├Ąchtigen Metropole brach lagen, teilweise schon seit Jahrhunderten eher G├Ąrten und Ansammlungen von D├Ârfern glichen, konnten die typischen islamischen durch Sackgassen geschlossenen Wohnquartiere entstehen. Dabei fungierte eine solche K├╝lliye oft als Nukleus einer Besiedlung. In anderen Stadtteilen hingegen richteten sich die Bauten weiterhin an dem rechtwinkligen (hippodamischen) Stra├čennetz aus, wobei Moscheen aus diesem Schema ausbrachen, da sie Richtung Mekka weisen mussten. Dadurch ergeben sich zuweilen reizvolle architektonische L├Âsungen f├╝r die sie umgebenden Bauten. W├Ąhrend beim Bau von K├╝lliyen Stein verwendet wurde, bestanden die Wohnh├Ąuser und auch zahlreiche Pal├Ąste und Sommervillen zumeist aus Holz.

Im 17. Jahrhundert endete die Zeit der osmanischen Gro├čmoscheen, obwohl hier die Yeni-Moschee nach einer Bauunterbrechung vollendet wurde. Die Verz├Âgerung hatte ihren Grund in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, aber auch Palastintrigen und Unruhen, wie die Celali-Aufst├Ąnde spielten eine Rolle.

Der Beyaz─▒tturm (links) und die S├╝leymaniye-Moschee (rechts)

Ab dem 18. Jahrhundert geriet die Architektur immer mehr unter den Einfluss westeurop├Ąischer Stile wie der Barock der Nuruosmaniye-Moschee, der Beyaz─▒t-Turm oder die barockisierende Laleli-Moschee zeigen. Allerdings gaben sich die Baumeister auf der Suche nach ad├Ąquaten Ausdrucksformen den modernen Kunststilen nicht v├Âllig hin. Es wurden weiterhin Moscheen und Universit├Ąten (Medrese) nach klassischem Vorbild gebaut, bereichert um westliche Architekturelemente.[53]

Es folgten unter Sultan Mahmud II. Bauten in einer Art Empire-Stil, zum Beispiel seine T├╝rbe. Gleichzeitig wurden weiterhin barockisierende Geb├Ąude errichtet, wie die Nusretiye-Moschee, deren Bauschmuck in einem versp├Ąteten Louis-XV-Stil gehalten sind. Bald begannen Architekten neogotische Elemente zu verwenden, oft in einer eklektizistischen, historistischen Stilmischung, die noch die Erste Nationale Architekturbewegung charakterisierte. Im 19. Jahrhundert wurde die osmanische Baukunst fast ausschlie├člich von der armenischen Architekten-Familie Balyan betrieben. In der gleichzeitigen Anleihe bei verschiedensten westlichen Baustilen ist der Wunsch erkennbar, eine Synthese zu erschaffen, die den Reichsgedanken verk├Ârpern sollte.

Eine Besonderheit Istanbuls sind Stra├čenz├╝ge mit meist mehrst├Âckigen osmanischen Holzh├Ąusern. Man findet sie vor allem noch in Fatih und in ├ťsk├╝dar. Charakteristisch sind auch Sommervillen aus Holz (Yal─▒) an beiden Ufern des Bosporus, die in j├╝ngerer Zeit teilweise renoviert wurden. Die 1699 als Residenz eines Gro├čwesirs erbaute Amcazade-H├╝seyin-Pascha-Yal─▒s─▒ im Stadtteil Beykoz ist die ├Ąlteste Yal─▒ Istanbuls. Im 19. Jahrhundert entstanden nach europ├Ąischen Vorbildern Mietsh├Ąuser mit Gesch├Ąften und Handwerksbetrieben im Untergeschoss.

Residenzen
Beylerbeyi-Palast

Der Topkap─▒-Palast war bis 1856 Wohnung der Sultansfamilie (Harem) und Herrschersitz. Dieser immer wieder erweiterte und umgestaltete, vielgliedrige Sultanspalast liegt exponiert an der Spitze der zwischen Goldenem Horn, Bosporus und Marmarameer gelegenen Halbinsel. Er ist nicht nur wegen seiner Bauten von hoher Bedeutung, sondern auch aufgrund seiner umfangreichen Sammlungen eines der gro├čen Schatzh├Ąuser der Welt.

Der Ibrahim-Pascha-Palast liegt am alten Hippodrom gegen├╝ber der Sultan-Ahmet-Moschee. Er wurde in der Zeit des Sultans Bayezid II. (1481ÔÇô1512) errichtet. Nach Reparaturen zwischen 1966 und 1983 ist nun dort das Museum f├╝r t├╝rkische und islamische Kunst untergebracht.

Der Aynal─▒kavak-Palast wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts von Sultan Ahmed I. als Sommerresidenz errichtet. Der Dolmabah├že-Palast von 1856 auf der europ├Ąischen Seite des Bosporus zeigt, dass die Sultane im 19. Jahrhundert auch ├Ąu├čerlich danach strebten, sich dem europ├Ąischen Westen anzugleichen. Der Beylerbeyi-Palast wurde zwischen 1861 und 1865 von Sultan Abd├╝laziz erbaut. 1935 fand hier die erste, von Mustafa Kemal Atat├╝rk veranstaltete Weltfrauenkonferenz statt. Weitere Pal├Ąste sind der letzte Sultanspalast, der ├ç─▒ra─čan-Palast sowie der K├╝├ž├╝ksu-Palast und der Y─▒ld─▒z-Palast.

Moscheen
Ôćĺ Hauptartikel: Liste der Moscheen in Istanbul
Sultan-Ahmed-Moschee

Die Gro├čmoscheen wurden meist von den Sultanen, deren Familienangeh├Ârigen, den Wesiren und anderen W├╝rdentr├Ągern gestiftet. Die meisten Moscheen schlie├čen sich der Bauidee der Hagia Sophia an.

Zum ├╝berkuppelten Gebetsraum geh├Âren zudem ein umgrenzter Vorhof (avlu) und meist eine K├╝lliye mit Medresen, zum Beispiel genutzt als Grundschule (mektep), theologische Schule oder ├ärzteschule, mit Wohnzellen der Studenten (h├╝cre), Hospital (dar-├╝┼č-┼čifa), Hospiz (tabhane), Armenk├╝che (imaret), Bibliothek (k├╝t├╝phane), Karawanserei (kervansaray), Bad (hamam) und Grabbauten (t├╝rbe), manchmal auch mit einem Observatorium f├╝r Zeit- und Kalenderberechnungen (muvakkithane). Sie spielen f├╝r das religi├Âse Jahr, das auf dem Mondjahr basiert, eine gro├če Rolle.

Moscheen aus der osmanischen Fr├╝hzeit sind die Mahmut-Pa┼ča-Moschee, die ├Ąlteste erhaltene Gro├čmoschee von 1462, und die Beyaz─▒t-Moschee, die ├Ąlteste erhaltene Sultans-Moschee. Beispiele der mindestens 22 erhalten gebliebenen von ehemals 49 Istanbuler Freitagsmoscheen des Architekten Mimar Sinan[54] sind die ─░skele-Moschee in ├ťsk├╝dar, die erste von Sinan geschaffene Moschee, die Prinzenmoschee, die S├╝leymaniye-Moschee, die R├╝stem-Pa┼ča-Moschee und die Piyale-Pa┼ča-Moschee.

Weitere bekannte Moscheen sind die Neue Moschee, die am Goldenen Horn liegt, die Sultan-Ahmed-Moschee, auch ÔÇ×Blaue MoscheeÔÇť genannt, die Fatih-Moschee (Eroberermoschee), die nach einem Erdbeben 1766 neu errichtet wurde, und die Ey├╝p-Sultan-Moschee, die nach Mohammeds Bannertr├Ąger Abu Ayyub al-Ansari benannt wurde und ein bedeutendes spirituelles Heiligtum des Islam darstellt. Moscheen, die im osmanischen Barock entstanden, sind die Nuruosmaniye-Moschee, deren Kuppelbau aus urspr├╝nglich wei├čem Marmor bestand und die einen halbrunden Vorhof hat, die Tulpenmoschee, die 1763 fertiggestellt und nach dem Erdbeben von 1783 erneuert wurde, die Nusretiye-Moschee, die Dolmabah├že-Moschee, die unmittelbar am Ufer des Bosporus liegt, und die Ortak├Ây-Moschee.

Modernes Istanbul im 20. und 21. Jahrhundert

Ôćĺ Hauptartikel: Liste der h├Âchsten Geb├Ąude in Istanbul


Bis zum Ende der 20er Jahre stand die Architektur der Republik noch ganz im Bann einer bereits nach dem Ersten Weltkrieg begonnenen Phase, die man ÔÇ×Erste Nationale Architekturstr├ÂmungÔÇť nannte. In dieser Phase f├╝hrten Architekten wie Kemalettin Bey den Historismus fort, der sich im sp├Ąten 19. Jahrhundert vor allem mit der ornamentalen Au├čengestaltung von Geb├Ąuden an seldschukischen und osmanischen Vorbildern orientiert hatte. Dazu geh├Âren die Be┼čikta┼č ─░skelesi (Schiffsanlegestelle), die im Jahre 1913 errichtet wurde, die Haydarpa┼ča ─░skelesi (1915), die Vak─▒f Han─▒ in Emin├Ân├╝ (1912ÔÇô1926) und das Hotel Merit Antique in L├óleli (1912ÔÇô1922)

Verst├Ąrkt ab etwa 1930 verpflichtete man ausl├Ąndische Architekten f├╝r die Planung ├Âffentlicher Bauten. Sie entfernten von den Fassaden weitgehend die ÔÇ×t├╝rkischenÔÇť Ornamente und pflegten einen internationalen, funktionalen Stil. Als Lehrer gaben sie ihre Auffassungen an t├╝rkische Architekten weiter.

Als Entwickler der ÔÇ×Zweiten Nationalen ArchitekturbewegungÔÇť gilt Bruno Taut (1880ÔÇô1938). Er forderte als Leiter der Architekturabteilung an der Akademie der Sch├Ânen K├╝nste in Istanbul und Chef der Bauabteilung im Unterrichtsministerium in Ankara eine genaue Analyse des Baustils der osmanischen Zeit und der ├Ąlteren Epochen. Auf dieser Grundlage sollte der Modernismus ├╝berwunden und ein eigener t├╝rkischer Baustil gefunden werden.

Fernsehturm Endem

Die Istanbuler Baukunst der letzten Jahrzehnte ist von einem heterogenen Stilgemisch gepr├Ągt, das von der Sinan nachgebildeten Moschee bis zu Hochh├Ąusern mit internationalem Aussehen, von historisierenden Hotels bis zu gesichtslosen Wohnvierteln vielf├Ąltigste Aspekte bietet.

Die Bauwerke des Architekten Sedad Hakk─▒ Eldem, die im ÔÇ×t├╝rkischenÔÇť Stil errichtet wurden, sind etwa Sosyal Sigortalar K├╝lliyesi (1970), Atat├╝rk K├╝t├╝phanesi (1976), Ko├ž Holding A.S. Nakka┼čtepe Tesisleri (1986), das Hotel InterContinental in Beyo─člu (1968), Barbaros Plaza (1987), Yap─▒ ve Kredi Bankas─▒ (1995), ─░┼čBank Tower 1 (2000), Sapphire of Istanbul (2009) sowie Diamond of Istanbul (2010), die allesamt in Levent stehen und mit H├Âhen von ├╝ber 100 m die h├Âchsten Geb├Ąude in Istanbul bilden.

Zu den Fernseht├╝rmen Istanbuls, die nach den 1960er Jahren gebaut wurden, geh├Âren der 166 Meter hohe Fernsehturm ├çaml─▒ca im gleichnamigen Viertel ├çaml─▒etwa im Stadtteil ├ťsk├╝dar und der 236 Meter hohe Fernsehturm Endem im Stadtteil B├╝y├╝k├žekmece.

Br├╝cken

Die europ├Ąischen Stadtteile werden ├╝ber das Goldene Horn durch die Galatabr├╝cke (Neubau von 1992), die Atat├╝rk-Br├╝cke und die Hali├ž-Br├╝cke (Fatih-Br├╝cke), ├╝ber die eine Umgehungsautobahn verl├Ąuft, miteinander verbunden. Im Stadtteil B├╝y├╝k├žekmece wird eine 1567 fertiggestellte Bogenbr├╝cke, die Kanuni-Sultan-S├╝leyman-Br├╝cke, nur noch von Fu├čg├Ąngern genutzt.

F├╝r den Kraftfahrtverkehr existieren zwei H├Ąngebr├╝cken ├╝ber den Bosporus, die 1973 er├Âffnete Bosporus-Br├╝cke mit 1.074 m L├Ąnge und die Fatih-Sultan-Mehmet-Br├╝cke mit 1.090 m L├Ąnge, die 1988 dem Verkehr ├╝bergeben wurde.

Stra├čen und Pl├Ątze

Taksim-Platz

Der Taksim-Platz in Beyo─člu ist der verkehrsreichste Platz Istanbuls. Von hier aus f├╝hren Stra├čen in alle Richtungen, darunter die Tarlaba┼č─▒ Bulvar─▒ nach Fatih, die Cumhuriyet Caddesi zum n├Ârdlichen Stadtteil ┼×i┼čli, die ─░n├Ân├╝ Caddesi in Richtung Be┼čikta┼č und die ─░stiklal Caddesi hinab zum T├╝nel-Platz. Der Taksim-Platz ist regelm├Ą├čig Schauplatz f├╝r Demonstrationen. Das wohl blutigste Ereignis der j├╝ngeren Geschichte ereignete sich am 1. Mai 1977, als Teilnehmer einer Gewerkschaftskundgebung von Unbekannten von umliegenden H├Ąusern aus beschossen wurden. Dabei starben mindestens 34 Menschen und Hunderte wurden verletzt, sowie 453 festgenommen.

Am Taksim-Platz liegt das Denkmal der Republik, das an die Gr├╝ndung der Republik im Jahre 1923 erinnert. Die ─░stiklal Caddesi ist die bekannteste Stra├če. Sie f├╝hrt vom T├╝nel-Platz ├╝ber den Galatasaray-Platz zum Taksim-Platz. Am Galatasaray-Platz liegt eine ehemalige kaiserliche Schule, das Galatasaray-Gymnasium. Die Bankalar Caddesi befindet sich ebenso in Beyo─člu. An dieser ÔÇ×Bankenstra├čeÔÇť hatten im Osmanischen Reich viele Finanzinstitute und Gesch├Ąfte ihren Sitz, so auch die Ottomanische Bank.

Denkmalschutz

Historische Bereiche von Istanbul*
UNESCO-Welterbe Welterbe.svg
Staatsgebiet TurkeiT├╝rkei T├╝rkei
Typ Kultur
Kriterien i, ii, iii, iv
Referenz-Nr. 356
Regionª Europa
Geschichte der Einschreibung
Einschreibung 1985  (Sitzung 9)

* Der Name ist auf der Welterbe-Liste aufgef├╝hrt.
ª Die Region ist von der UNESCO klassifiziert.

Das erste systematische Denkmalschutzprojekt in Istanbul wurde gegen Ende des Ersten Weltkrieges von der Stadtverwaltung initiiert, nachdem in den Kriegswirren Br├Ąnde und Pl├╝nderungen zu Zerst├Ârungen bedeutender Denkm├Ąler gef├╝hrt hatten. Das Projekt wurde 1917ÔÇô1918 unter anderem vom deutsch-t├╝rkischen Kunsthistoriker und Journalisten Friedrich Schrader geleitet.

Seit den sechziger Jahren hat sich besonders ├çelik G├╝lersoy um den Istanbuler Denkmalschutz verdient gemacht. Er hat zahlreiche kunsthistorisch bedeutende Bauwerke der Stadt sichern lassen und mit der ÔÇ×Istanbul LibraryÔÇť eine bedeutende Sammlung von Schrifttum ├╝ber die Geschichte Istanbuler Baudenkm├Ąler anlegen lassen. Die gesamte Altstadt (Sultanahmet) von Istanbul geh├Ârt seit 1985 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Siehe auch: Liste von Burgen, Festungen und Palastbauten in Istanbul

Parks

Haupteingang des Y─▒ld─▒z-Parks

Der Y─▒ld─▒z-Park, zu deutsch ÔÇ×Stern-ParkÔÇť, erstreckt sich hinter dem ├ç─▒ra─čan-Palast an den H├Ąngen des europ├Ąischen Bosporusufers. Im Park befinden sich Sultansvillen, darunter den Y─▒ld─▒z-Palast. Hinzu kommt ein Opernhaus, eine Moschee und eine Manufaktur. Damit wurde Ende des 19. Jahrhunderts die osmanische Tradition fortgesetzt, locker gruppierte kleinere Geb├Ąude in einer Parklandschaft als Wohnst├Ątten und Zweckbauten zu nutzen. Dieser etwa 160 Hektar gro├če Park wurde urspr├╝nglich von dem franz├Âsischen Landschaftsarchitekten G. Le Roy gestaltet. Er lie├č seltene und exotische B├Ąume, B├╝sche und Blumen pflanzen. Der Park wurde mit der neuen Technik des elektrischen Lichtes erleuchtet und durch Drainagen trocken gehalten. Sorgf├Ąltig angelegte Wege boten Zugang zu Aussichtspunkten. Der Park wurde in den 1980er Jahren vom T├╝rkischen Touring- und Automobilclub (TTOK) renoviert.

Der Miniat├╝rk in Beyo─člu geh├Ârt mit einer Fl├Ąche von 6 Hektar zu den gr├Â├čten Miniaturparks der Welt. Auf einem Pfad befinden sich mehr als 105 Miniaturmodelle, die die Bauepochen des Osmanischen Reiches repr├Ąsentieren, darunter allein 45 Miniaturmodelle zu Istanbul. Zu ihnen geh├Âren die Hagia Sophia und der Topkap─▒-Palast, aber auch die zwei Weltwunder der Antike, das Mausoleum von Halikarnassos und der Tempel der Artemis in Ephesos. Auch Miniaturmodelle einiger Sehensw├╝rdigkeiten au├čerhalb der T├╝rkei wie die al-Aqsa-Moschee und der Felsendom in Jerusalem, wurden erstellt.

G├╝lhane-Park

Der G├╝lhane-Park, zu deutsch Rosenhaus-Park, befindet sich innerhalb der ├Ąu├čeren, zinnenbewehrten Mauern des Topkap─▒-Palastes und nimmt den westlichen Teil der Serailspitze ein. Der G├╝lhane-Park war einst Teil des ├Ąu├čeren Gartens des Topkap─▒-Palasts. Ein Teil des ├Ąu├čeren Gartens wurde 1912 von der Gemeinde der ├ľffentlichkeit zug├Ąnglich gemacht. War er fr├╝her ein Ort f├╝r ritterliche Spiele und Bogenschie├čwettbewerbe, so ist er heute ein bewaldeter Volkspark mit Konzerten, Teeg├Ąrten und weiteren Angeboten. Geologisch liegt der G├╝lhane-Park auf dem Hang von Emin├Ân├╝. Der G├╝lhane-Park wurde in den letzten Jahren restauriert, die Wanderrouten neu geordnet und der gro├če Pool in einem modernen Stil renoviert. Mit konkreten Strukturen wurde die nat├╝rliche Landschaft der 1950er Jahre mit den B├Ąumen aus dem Jahre 1800 ersetzt.

Den mit 267 Metern h├Âchsten Punkt Istanbuls markiert der B├╝y├╝k ├çaml─▒ca-Park. Drei Kaffeeh├Ąuser[55] im Stil des 18. Jahrhunderts bekr├Ânen den von Pinien, Eichen und Zypressen bestandenen Park. In der N├Ąhe steht der Fernsehturm ├çaml─▒ca. Einst war dieser Ort einer der Lieblingspl├Ątze des Sultans Mahmuds II.. Bis Ende der 1970er Jahre verfielen die Anlagen des ├çaml─▒ca-H├╝gels jedoch zusehends. Er wurde durch illegale Geb├Ąude verstellt und als Parkplatz f├╝r Autos umfunktioniert, bis in den 1980er Jahren die Stadtverwaltung den H├╝gel touristisch erschloss.

Sport

Das ┼×├╝kr├╝-Sara├žo─člu-Stadion, Austragungsort des UEFA-Pokal-Finales 2008/09

Wie im Rest der T├╝rkei ist Fu├čball die beliebteste Sportart in Istanbul. Die Stadt ist die Heimat zahlreicher Fu├čballvereine, darunter 2011 f├╝nf Teams der S├╝per Lig, der h├Âchsten Spielklasse der T├╝rkei. Zu ihnen z├Ąhlen die drei erfolgreichsten Mannschaften in der Geschichte des t├╝rkischen Ligafu├čballs, der 18-fache Meister Fenerbah├že Istanbul, der 17-fache Meister, UEFA-Pokal- und Supercup-Sieger Galatasaray Istanbul, der 13-fache Meister Be┼čikta┼č Istanbul, sowie Istanbul B├╝y├╝k┼čehir Belediyespor und Kas─▒mpa┼časpor.

Fenerbah├že Istanbul tr├Ągt seine Heimspiele im Fenerbah├že-┼×├╝kr├╝-Saraco─člu-Stadion in Kad─▒k├Ây aus. Galatasaray Istanbul spielt in der T├╝rk Telekom Arena in ┼×i┼čli mit einer Kapazit├Ąt von 52.650 Pl├Ątzen. Das Atat├╝rk-Olympiastadion ist die Heimst├Ątte des Erstligisten Istanbul B├╝y├╝k┼čehir Belediyespor. Es wurde 2004 als F├╝nfsternestadion ausgezeichnet. Be┼čikta┼č Istanbul ist der ├Ąlteste Sportverein in Istanbul (Fu├čballabteilung ab 1911) und tr├Ągt seine Heimspiele im In├Ân├╝-Stadion im Stadtteil Be┼čikta┼č aus. Es hat ein Fassungsverm├Âgen von 36.000 Pl├Ątzen.

Eine scharfe Kurve auf der Rennstrecke Istanbul Otodrom Circuit

Auch Basketball und Volleyball sind sehr popul├Ąr. Es bestehen mehrere professionelle Klubs, unter anderen im Basketball (Efes Pilsen Istanbul und Fenerbah├že ├ťlker) sowie im Volleyball (Eczac─▒ba┼č─▒ Istanbul und Vak─▒fbank Istanbul), die in ihren eigenen Schulen Spieler ausbilden. Golf, Sportschie├čen, Reiten und Tennis gewinnen immer mehr an Bedeutung, werden aber ├╝berwiegend von Ausl├Ąndern und wohlhabenden Einheimischen betrieben. F├╝r Aerobic, Bodybuilding und Ger├Ątegymnastik stehen zahlreiche Fitnessstudios zur Verf├╝gung. Paintball ist in zwei gro├čen Klubs in der N├Ąhe von Istanbul vertreten. Fern├Âstliche Sportarten wie Aikido und auch Yoga sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Es gibt mehrere Zentren in der Stadt, wo sie ausge├╝bt werden k├Ânnen.

Jedes Jahr findet in Istanbul die Rennsportveranstaltung Gro├čer Preis der T├╝rkei statt. Dieser Grand Prix wurde erstmals in der Formel-1-Saison 2005 ausgetragen. Veranstaltungsort ist der Istanbul Park Circuit im asiatischen Teil im Viertel Kurtk├Ây, der zum Stadtteil Tuzla geh├Ârt. Die Haupttrib├╝ne der Rennstrecke bietet 26.250 ├╝berdachte Sitzpl├Ątze. Zus├Ątzlich zur Haupttrib├╝ne an der Start- und Zielgeraden sind neun weitere Trib├╝nen und f├╝nf freie Fl├Ąchen auf Anh├Âhen f├╝r insgesamt 125.000 Zuschauer vorhanden.

Freizeit und Erholung

Holzhaus und Pferdekutsche: typische Attribute von B├╝y├╝kada, der gr├Â├čten Prinzeninsel, dem Erholungsort f├╝r viele Istanbuler

Wegen der Verschmutzung des Meeres verschwanden in der Stadt gelegene traditionelle Badeorte allm├Ąhlich, seit einigen Jahren jedoch er├Âffnen manche alte Pl├Ątze aufgrund der inzwischen verbesserten Badewasserqualit├Ąt neu. Zu den am h├Ąufigsten aufgesuchten Orten innerhalb der Stadt geh├Âren Bak─▒rk├Ây, K├╝├ž├╝k├žekmece, Sar─▒yer und der Bosporus, au├čerhalb der Stadt sind es am Marmarameer die Prinzeninseln, Silivri und Tuzla sowie am Schwarzen Meer Kilyos, Riva und ┼×ile.

Die Prinzeninseln sind eine Inselgruppe im Marmarameer vor den Stadtteilen Maltepe und Kartal. Mit ihren Kiefern- und Pinienw├Ąldern, h├Âlzernen, vom Jugendstil gepr├Ągten Sommervillen aus der Wende zum 20. Jahrhundert, Pferdekutschen (Motorfahrzeuge sind nicht erlaubt) und Fischrestaurants sind sie ein bedeutendes Ausflugsziel. Von den neun Inseln sind vier bewohnt.

Eingang des Galatasaray Hamam─▒

┼×ile ist ein bekannter t├╝rkischer Badeort am Schwarzen Meer, 50 Kilometer von Istanbul entfernt. Seit den 1980er Jahren wurden Feriensiedlungen und Hotels ausgebaut. Au├čerhalb von ┼×ile sind wei├če Sandstr├Ąnde zu finden.

Kilyos und Riva sind kleine, ruhige Badeorte unweit des Eingangs des Bosporus zum Schwarzen Meer. Ebenso sind die Dampfb├Ąder in der Istanbuler Altstadt f├╝r Erholungen sehr beliebt. Die bekanntesten und meist besuchten Dampfb├Ąder sind der Beyaz─▒t Hamam─▒, der ├çardakl─▒ Hamam─▒, der ├çemberlita┼č Hamam─▒ (von Sinan 1584 errichtet)[56] und der keramische Hamam in Fatih, weitere Dampfb├Ąder sind der Galatasaray Hamam─▒ in Beyo─člu und der Alter Hamam─▒ in ├ťsk├╝dar.

Der H─▒div-Wald liegt direkt am Bosporus im Stadtteil Beykoz auf der asiatischen Seite. Dort befindet sich die Residenz des ├Ągyptischen Gouverneurs Abbas Hilmi Pascha. Es finden sich auch einige Brunnen und Wasserbecken, diverse Caf├ęs, Restaurants sowie private Freizeitareale.

Ein weiteres Naherholungsgebiet ist der Belgrader Wald (Belgrad Orman─▒) im Norden des Stadtteils Ey├╝p, etwa 20 Kilometer von der Altstadt entfernt. Der rund 5,5 Hektar gro├če Wald bietet Freizeitanlagen, Picknick-Pl├Ątze, Reit- und Wanderwege. Er wurde im 18. Jahrhundert unter Sultan Abd├╝lhamid I. angelegt.

In Ey├╝p befindet sich ein Delfinarium.

Regelm├Ą├čige Veranstaltungen

Marathonl├Ąufer ├╝berqueren beim 30. Istanbul-Marathon 2008 die Bosporus-Br├╝cke

Am 21. M├Ąrz findet das Newroz-Fest (t├╝rk. Nevruz Bayram─▒) statt. Zum Beispiel in Cankurtaran (Sultanahmet) kommt es dabei jedes Jahr zu einer gro├čen Open-Air-Veranstaltung.

Ende April wird das International Istanbul Film Festival in Beyo─člu in mehreren Kinos veranstaltet. Dieses ├Ąlteste und bedeutendste internationale Filmfestival der T├╝rkei fand 1982 zum ersten Mal statt.

Am 23. April begeht man den Feiertag der Nationalen Souver├Ąnit├Ąt und des Kindes zum Beispiel mit einer morgendlichen Parade auf der ─░stiklal Caddesi in Beyo─člu, wo Kinder Folklore zeigen und musizieren.

Beim einw├Âchigen Internationalen ├ťlker Puppen Festival Istanbul Anfang Mai werden Karag├Âz-Auff├╝hrungen in verschiedenen Kulturzentren der Stadt und auch internationale Darbietungen geboten. Ebenfalls im Mai pr├Ąsentieren Kompanien und Ensembles aus aller Welt ihre St├╝cke beim Internationalen Istanbul Theater Festival. Dieses Festival findet im j├Ąhrlichen Wechsel mit der Internationalen Istanbul Biennale statt.

Das orthodoxe Osterfest f├Ąllt oft in den Monat Mai und wird von den griechisch-orthodoxen Gemeinden als ihr h├Âchstes kirchliches Jahresfest gefeiert.

Das Internationale Istanbuler Musik Festival widmet sich im Juni vornehmlich Ballett- und Opernauff├╝hrungen sowie der Orchester- und Kammermusik, meist in der ehemaligen Kirche Hagia Irene und im Atat├╝rk-Kulturzentrum am Taksim-Platz. An den l├Ąngsten Tagen des Jahres bietet seit 2001 das Efes Pilsen One Love Festival ein breites Spektrum von Pop und Hiphop bis Latin und Punk. Bis zu 15.000 Zuschauer kommen bei diesem zweit├Ągigen Festival im Kunst- und Kulturzentrum Santral─░stanbul zusammen.

Parade am Feiertag der Befreiung (Zafer Bayram─▒) in Istanbul

Allj├Ąhrlich im Juli organisiert das Nationale Olympische Komitee der T├╝rkei (t├╝rk. T├╝rkiye Milli Olimpiyat Komitesi) den Eurasischen Schwimmwettkampf im Bosporus, bei dem die Meerenge vom europ├Ąischen zum asiatischen Teil Istanbuls durchquert wird. Das zweiw├Âchige Internationale Istanbul Jazz Festival bietet internationale und lokale Musik aus so unterschiedlichen Bereichen wie konventionellem Jazz, Electronica, Drum ÔÇÖnÔÇÖ Bass, World Music und Rock unter anderem im Cemil Topuzlu Open-Air Theater, Istanbul Modern, in der Cemal Re┼čit Rey Konzert Halle, dem Istanbuler Jazz Center und dem Nardis Jazz Club. Eine weitere Veranstaltung ist das gr├Â├čte Open-Air-Konzert in der T├╝rkei: Das Rockfestival RockÔÇÖn Coke, das seit 2003 mit bis zu 50.000 Besuchern Mitte des Sommers stattfindet und seit 2009 im Istanbul Park Circuit veranstaltet wird. Dort findet seit 2005 auch der Gro├če Preis der T├╝rkei, ein Formel-1-Rennen statt.

An drei Tagen im August wechseln sich beim Electronica Istanbul Festival auf acht Open-Air-B├╝hnen internationale DJs und Electronica-Acts ab. Deren Spektrum reicht von House ├╝ber Trance bis Mashups. Am 30. August findet der Feiertag der Befreiung (Zafer Bayram─▒) statt, der an den Sieg des Ba┼čkomutanl─▒k Meydan Sava┼č─▒ im t├╝rkischen Befreiungskrieg erinnert.

Immer am 29. Oktober findet der Feiertag der Republik (Cumhuriyet Bayram─▒) statt, der an die Ausrufung der Republik durch Atat├╝rk im Jahr 1923 erinnert. Im Herbst wird seit 1979 der Istanbul-Marathon veranstaltet. Der Start ist in ├ťsk├╝dar auf der asiatischen Seite Istanbuls und das Ziel im In├Ân├╝-Stadion beziehungsweise vor dem Dolmabah├že-Palast, wenn der Fu├čballclub Be┼čikta┼č Istanbul ein Heimspiel hat. Beim Marathon werden die Bosporus-Br├╝cke und die Galatabr├╝cke ├╝berquert. Auch im Herbst findet seit 1987 die Istanbul Biennale statt, die von der ─░stanbul Foundation for Culture and Arts organisiert wird.

Kulinarische Spezialit├Ąten

Osmanische K├╝che wird vor allem in ├ťsk├╝dar, Kad─▒k├Ây und Beyo─člu in Restaurants angeboten. Koschere K├╝che findet man in Beyo─člu und im alten Stambul. Das Istanbuler Lebensmittel, das eine besondere Auspr├Ągung oder Geltung hat, ist Lokum, ein s├╝├čer Konfekt aus Zucker (urspr├╝nglich Honig), St├Ąrkemehl (urspr├╝nglich Weizenmehl), Pistazien, Mandeln, N├╝ssen und anderen Zutaten. Traditionelle Firmen produzieren bis zu 18 Lokumsorten, zum Beispiel angereichert mit Extra-Pistazien (zweimal ger├Âstete Pistazien), mit Rosenaroma, mit Mastix, mit Kaffee, mit Zimt oder mit Ingwer. Eine weitere Istanbuler Spezialit├Ąt ist Boza, ein leicht alkoholisches Getreidegetr├Ąnk aus Weizen oder Hirse. Boza wird vor allem im Winter getrunken. Kokore├ž sind gegrillte oder gebratene Schafseingeweide, die in der ganzen T├╝rkei gro├če Beliebtheit genie├čen. Man unterscheidet zwischen zwei Kokore├ž-Varianten, zwischen der Istanbul-Variante und der ─░zmir-Variante. Die Istanbul-Variante wird mit gehackten Tomaten, Zwiebeln und Gew├╝rzen (haupts├Ąchlich Kreuzk├╝mmel und Chilipulver) gemischt und auf dem Blech oder auf einem Spie├č aufgerollt gegrillt.

Einzelhandel

Kapal─▒ ├çar┼č─▒

Der Gro├če Basar (Kapal─▒ ├çar┼č─▒) ist an Werktagen ge├Âffnet. Er ist vollst├Ąndig ├╝berdacht und beherbergt viele Hans, Hallen, Stra├čen und Gassen, in deren Gesch├Ąften verschiedene Waren wie Antiquit├Ąten, Teppiche, Schmuck oder Keramik verkauft werden. Ein weiterer gro├čer Markt ist der ├ägyptische Basar (M─▒s─▒r ├çar┼č─▒s─▒). Er wurde 1660 auf Anweisung der Mutter des Sultans Mehmed IV. (1642ÔÇô1693) errichtet. Dort wird mit Gew├╝rzen, Obst, Gem├╝se und Tieren gehandelt. Im Dreieck zwischen Gro├čem Basar, ├ägyptischem Basar und der S├╝leymaniye-Moschee findet man eine gro├če Zahl von Gesch├Ąftsstra├čen und -gassen mit Verkaufsst├Ąnden, offenen L├Ąden, Manufakturen, Hans und Pasaj genannten Kleinkaufh├Ąusern. Diese Stra├čen tragen wie in den ├Ąlteren St├Ądten Europas noch die Namen der ehemals hier produzierenden und handelnden Berufsst├Ąnde. Der Bal─▒k Pazar─▒ in Beyo─člu ist ein gro├čer Fischmarkt, aber auch Obst und Gem├╝se sowie Meze und Rak─▒ werden hier angeboten. Stra├čenh├Ąndler sind ├╝berall unterwegs; so die Verk├Ąufer von Getr├Ąnken oder von Sesamkringeln (Simit).

Wie in allen gr├Â├čeren St├Ądten der T├╝rkei, sind auch in Istanbul in den vergangenen Jahren zahlreiche gro├če Gesch├Ąftskomplexe, genannt AVM (t├╝rk. Al─▒┼čveri┼č Merkezleri f├╝r Einkaufszentren), nach amerikanischem Vorbild entstanden. Zu den wichtigsten Einkaufszentren Istanbuls geh├Ârt das Forum AVM in Bayrampa┼ča, welches mit 495.000 Quadratmetern wahrscheinlich das gr├Â├čte Einkaufszentrum Europas ist. Es beinhaltet neben verschiedenen Einzelh├Ąndlern auch die erste t├╝rkische Niederlassung des schwedischen M├Âbelhauses Ikea, sowie einen Unterwasser-Zoo und eine Eisskulpturen-Galerie. Auch das zweitgr├Â├čte Einkaufszentrum Europas, das ┼×i┼čli K├╝lt├╝r ve Ticaret Merkezi befindet sich in Istanbul, genauer im Stadtteil ┼×i┼čli. Weitere Einkaufszentren sind im europ├Ąischen Teil das Capacity und Carousel in Bak─▒rk├Ây mit mehreren Kaufh├Ąusern, Boutiquen und Restaurants, das Akmerkez in Be┼čikta┼č im Viertel Etiler mit Filialen aller bekannten Marken, Boutiquen, einem Vergn├╝gungszentrum mit Spielhallen, Kinos, Restaurants und Fastfood-Ketten, die Einkaufszentren Metro City und Kanyon in Levent und im asiatischen Teil das Capitol in Kad─▒k├Ây mit vielen L├Ąden, gastronomischen Einrichtungen und Kinos.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Das Gesch├Ąftsviertel Levent

In der Marmararegion konzentrieren sich 40 bis 50 Prozent der t├╝rkischen Wirtschaftsleistung.[57] In deren Zentrum Istanbul werden 28 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet. Die hohe Diversifizierung der Wirtschaft f├╝hrt dazu, dass 2005 fast die H├Ąlfte aller t├╝rkischen Exporte aus Istanbul stammte. Dar├╝ber hinaus ist die Stadt Hauptsitz des t├╝rkischen Presse- und Verlagswesens.[58]

Istanbuls Wirtschaft verzeichnete seit der Liberalisierung der M├Ąrkte in den 1980er Jahren, mit Einbr├╝chen, einen allgemeinen Aufw├Ąrtstrend. Dieser Trend wird durch Studien best├Ątigt, die Istanbul zu den 50 am schnellsten sich entwickelnden St├Ądten der Welt z├Ąhlen.[59] Die Viertel Levent im Stadtteil Be┼čikta┼č und Maslak im Stadtteil ┼×i┼čli sind die zwei wichtigsten Finanz- und Wirtschaftszentren. Das Bruttoinlandsprodukt stieg seit 1980 um durchschnittlich f├╝nf Prozent pro Jahr. Die Asienkrise zwischen Juli 1997 und Anfang 1998 und die Krise in Russland zwischen August 1998 und Mitte 1999 waren in allen Bereichen, besonders beim Export, zu sp├╝ren und zeigten negative Auswirkungen auf die Wirtschaft.[58]

Das Gesch├Ąftsviertel Maslak

Als trotz dieser Belastung etwa Mitte 1999 eine langsame Erholung der Wirtschaft Istanbuls zu beobachten war, verursachte nach der Krise in Russland das Erdbeben vom 17. August 1999 mit Epizentrum bei Kocaeli ├Âstlich der Stadt den zweiten ├Âkonomischen Schock. Neben den durch die Katastrophe verursachten Kapitalausf├Ąllen und den menschlichen Verlusten war ein R├╝ckgang des BIP von etwa ein bis zwei Prozent zu verzeichnen. Das von Dienstleistungen beherrschte Wirtschaftsleben dominieren B├Ârse, Gro├čhandel, Verkehrs-, Bank-, Presse- und Verlagswesen.

Es gibt mehrere Basare sowie Gesch├Ąftsstra├čen im westlichen Stil. Die handwerklichen und industriellen Betriebe produzieren vor allem Textilien und Nahrungsmittel. Daneben sind Leder- und Kunstlederwaren sowie keramische Erzeugnisse von Bedeutung. Auch der Bau von Bussen und Traktoren sowie Dieselmotoren ist ein bedeutender Wirtschaftszweig. An Bosporus und Marmarameer sind neue Anlagen f├╝r die Industrie entstanden.

Ein bedeutender Wirtschaftszweig ist der Tourismus. Das Angebot an Hotels ist der gro├čen Zahl von Besuchern entsprechend. Im Jahr 2000 kamen insgesamt 1.747.606 Touristen nach Istanbul, darunter 208.226 Touristen aus Deutschland, 198.270 aus den Vereinigten Staaten, 114.185 aus dem Vereinigten K├Ânigreich, 104.589 aus Frankreich und 83.499 aus Italien.[60]

Verkehr

Hauptartikel: Verkehr in Istanbul

Fernverkehr

Die Stadt ist mit zwei Flugh├Ąfen, zwei Busbahnh├Âfen, zwei Bahnh├Âfen, dem Hafen und ihrem Autobahnnetz ein bedeutender Knotenpunkt im nationalen und internationalen Personen- und G├╝terfernverkehr.

Stra├čenverkehr
Der Busbahnhof Esenler

Von Istanbul aus fahren Busse in alle wichtigen St├Ądte und Regionen des Landes sowie zu einigen Zielen in Europa und dem Nahen Osten. Der Busbahnhof Esenler mit t├Ąglich 15.000 Busbewegungen im europ├Ąischen Teil der Stadt ist einer der gr├Â├čten Busbahnh├Âfe Europas und einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte des Landes und S├╝dosteuropas. Das 242.000 Quadratmeter gro├če Areal, das der Busbahnhof in Anspruch nimmt, liegt im europ├Ąischen Teil im Stadtteil Bayrampa┼ča nahe dem namensgebenden Stadtteil Esenler.

Das Autobahnnetz um Istanbul ist trotz umfangreichen Ausbau dem sprunghaft angestiegenen Verkehrsaufkommen oftmals nicht gewachsen. Neben den zwei Ringautobahnen O-1, mit einer Gesamtl├Ąnge von 87 Kilometern, und O-2, mit einer Gesamtl├Ąnge 38 Kilometern, f├╝hren Autobahnen nach Edirne (O-3) und Ankara (O-4).

Schienenverkehr
Empfangsgeb├Ąude des Bahnhofs Haydarpa┼ča

Der Eisenbahn-Fernverkehr ist f├╝r eine Stadt dieser Gr├Â├če ├Ąu├čerst bescheiden. Es gibt zwei Fernbahnh├Âfe, von denen jeweils nur wenige Z├╝ge pro Tag verkehren. Ein Grund hierf├╝r ist die dominierende Rolle des Busverkehrs in der T├╝rkei.

Der Bahnhof Sirkeci, der historische Endpunkt des Orient-Express, ist Endhaltestelle f├╝r alle Eisenbahnlinien auf der europ├Ąischen Seite. Im Fernverkehr verkehrten 2007 t├Ąglich drei Z├╝ge der staatlichen t├╝rkischen Eisenbahngesellschaft TCDD nach Bukarest mit Kurswagen nach Sofia und Belgrad sowie nach Chi╚Öin─âu in Moldawien (zweimal pro Woche), nach Thessaloniki und zum Grenzbahnhof Uzunk├Âpr├╝ mit Kurswagen nach Pythio, wo Anschluss nach Thessaloniki besteht.[61]

Vom Bahnhof Haydarpa┼ča am asiatischen Ufer des Bosporus, dem Startpunkt der historischen Bagdadbahn, fahren mehrmals t├Ąglich Z├╝ge der TCDD nach Ankara, seltener zu anderen Zielen in Anatolien,[62] und einmal w├Âchentlich nach Teheran und nach Aleppo.[63]

Die beiden Bahnh├Âfe sind per Personenf├Ąhre Emin├Ân├╝ÔÇôHaydarpa┼ča verbunden. ├ťber den Bosporus f├╝hrt keine Eisenbahnstrecke, ein Tunnel ist jedoch im Rahmen des Marmaray-Projekts im Bau. F├╝r den G├╝terverkehr verkehren bis zur Fertigstellung Eisenbahnf├Ąhren.

Seeverkehr
Ein Schiff passiert die Meerenge

Der Ambarl─▒ Liman─▒ ist der Hafen Istanbuls im Stadtteil Avc─▒lar. Er ist der gr├Â├čte Hafen des Landes, nach der umgeschlagenen Tonnage von Sch├╝ttgut nahm er 2006 den ersten Platz ein. Im Hafen werden etwa 38 Prozent des Im- und Exports der T├╝rkei sowie 63 Prozent der Marmararegion abgewickelt. Er wird von der ALTA┼× Ambarl─▒ Liman Tesisleri Tic. A.┼×. betrieben, die am 9. September 1992 gegr├╝ndet wurde. Der Haydarpa┼ča Liman─▒ in Kad─▒k├Ây ist ebenfalls ein wichtiger Hafen, der mit einer Fl├Ąche von 55.000 Quadratmetern der Haupthafen im asiatischen Teil Istanbuls ist. Vom Hafen gibt es eine Zugverbindung zum n├Ąchstgelegenen Kopfbahnhof Haydarpa┼ča.

Der alte Hafen am Goldenen Horn dient vornehmlich der Personenschifffahrt. Linienverkehr besteht nach Haifa in Israel und Odessa in der Ukraine. Von Bostanc─▒ aus gibt es F├Ąhren nach Bursa und Yalova.

Luftverkehr

Istanbul verf├╝gt ├╝ber zwei internationale Flugh├Ąfen: Der gr├Â├čere der beiden ist der Atat├╝rk-Flughafen am Rande des europ├Ąischen Teils der Stadt im Stadtteil Bak─▒rk├Ây, 24 Kilometer westlich der Stadtmitte. Der neuere, aber kleinere ist der Sabiha-G├Âk├žen-Flughafen, 45 Kilometer ├Âstlich des Stadtzentrums im Stadtteil Tuzla gelegen.

Stadt- und Nahverkehr

Schienengebundenes ├ľPNV-Netz

Der enorme innerst├Ądtische Verkehr passt nicht zum osmanischen Aufbau der Stadt und ihrer in sich geschlossenen Quartiere. Die Geb├Ąude eines solchen Stadtteils (Mahalle) gruppieren sich fast konzentrisch meist um eine Freitagsmoschee. Wenige ├Âffentliche Zufahrten (Tar├«k-i ├ómm) und enge Privatstra├čen (Tar├«k-i h├óss), oft Sackgassen, bestimmen das labyrinthische Bild. Durchgangsstra├čen fehlen. Diese Quartiere sind nur lose miteinander verbunden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden mit internationaler Beratung im alten Istanbul breite Stra├čen und weite Pl├Ątze f├╝r den Auto- und Busverkehr geschaffen. Eine Hauptachse bildete dabei eine heute noch wichtige Durchgangsstra├če von Sultan Ahmet bis jenseits der Landmauer, die sich am konstantinischen Stra├čensystem orientierte. ├ähnliche Verh├Ąltnisse herrschten in den asiatischen Stadtteilen. Offenere Stra├čenz├╝ge bestimmten dagegen von jeher das genuesisch gepr├Ągte Pera oder Galata im heutigen Beyo─člu.

Inzwischen wurden im gesamten Stadtgebiet Binnen- und Durchgangsstra├čen sowie Verbindungsstra├čen zu den Stadtteilen an der Peripherie gebaut, wobei alte Bausubstanz in gro├čem Umfang zerst├Ârt wurde.

Stra├čenbahn und U-Bahn wurden nach und nach ausgebaut, jedoch hat Istanbul kein geschlossenes und ├╝bersichtliches Nahverkehrsnetz. Die Linien erg├Ąnzen einander nur selten. Sie sind meist darauf ausgelegt, Pendler von den Vororten ins Zentrum zu bringen. Verbindungen zwischen verschiedenen zentrumsnahen Stadtteilen fehlen. F├╝r ein geschlossenes Nahverkehrssystem m├╝ssten die U-Bahn-Strecken auf 505 km ausgebaut werden.[64]

Stra├čengebundener ├ľPNV
Metrobussystem in Istanbul
Stau auf der Autobahn O-1, die ├╝ber die Bosporus-Br├╝cke f├╝hrt

Busse, Sammeltaxis (Dolmu┼č), Taxis und private PKW spielen eine wichtige Rolle. Die gelben Taxis stellen einen erheblichen Anteil am Gesamtverkehr. Da nur wenige Schienenstrecken existieren, tragen die Stadtbusse die Hauptlast des ├Âffentlichen Nahverkehrs. An wichtigen Knotenpunkten, etwa in Taksim, Emin├Ân├╝ oder Beyaz─▒t, bestehen Busbahnh├Âfe. Taksim ist au├čerdem der wichtigste innerst├Ądtische Endpunkt f├╝r Dolmu┼č-Linien.

Seit dem 17. September 2007 werden von der Stadtverwaltung auch Metrobusse (Metrob├╝s) eingesetzt. Die Metrobusse und Busse werden von der ─░ETT betrieben. Zurzeit gibt es drei Linien: 34 Avc─▒lar-Zincirlikuyu, 34A Edirnekap─▒-S├Â─č├╝tl├╝├že┼čme (transkontinental ├╝ber die Br├╝cke fahrend) und 34T Avc─▒lar-Topkap─▒. Die 34 ist keine zuf├Ąllige Linienbezeichnung, sondern eine besondere Zahl f├╝r Istanbul, da sie die Kreiszahl der Stadt ist (die man bei Autokennzeichen und auch Postleitzahlen nutzt).[65]

Den Warentransport ├╝bernehmen Lastkraftwagen. Ab und zu sieht man noch einen Lastentr├Ąger (Hamal), besonders auf den Treppen der Einkaufsstra├čen zwischen Gro├čem Basar und Galatabr├╝cke.

Schienenverkehr
├ça─čda┼č Tramvay
Moda Tramvay
Station Levent der Istanbuler Metro
F├╝nik├╝ler Kabata┼čÔÇôTaksim
Der "T├╝nel" am Talbahnhof Karak├Ây

Zwei Linien Banliy├ Trenleri (Vorortz├╝ge) der t├╝rkischen Staatsbahn (TCDD) f├╝hren auf beiden Seiten des Bosporus am Marmarameer entlang und verbinden die dort gelegenen K├╝stenorte mit den Innenstadtbahnh├Âfen Sirkeci auf der europ├Ąischen (Streckenl├Ąnge 30 km) und Haydarpa┼ča auf der asiatischen Seite (Streckenl├Ąnge 44 km). Am 4. Januar 1871 wurde auf europ├Ąischer Seite die Strecke von K├╝├ž├╝k├žekmece nach Yedikule er├Âffnet. Sie wurde 1872 von K├╝├ž├╝k├žekmece nach Halkal─▒ und von Yedikule zum Endbahnhof Sirkeci verl├Ąngert. Die asiatische Strecke ging am 22. September 1872 auf dem Abschnitt Pendik ÔÇô Feneryolu in Betrieb. 1873 wurde sie stadtausw├Ąrts nach Gebze und stadteinw├Ąrts bis zum Endbahnhof Haydarpa┼ča verl├Ąngert. Derzeit ist geplant, die beiden Teilsysteme mit einem Bosporus-Tunnel zu verbinden (das sogenannte Marmaray Projesi). Dabei w├Ąren dann allerdings die beiden Bahnh├Âfe Sirkeci und Haydarpa┼ča nicht miteinander verbunden. Haydarpa┼ča soll stillgelegt werden. Doch k├Ânnten sich die Pl├Ąne erneut ├Ąndern, da in Ayr─▒l─▒k├že┼čme/─░brahima─ča, wo ein gro├čer Umsteigebahnhof entstehen soll, bei Grabungen historische Artefakte gefunden wurde, die Lage war somit 2009 weiterhin unklar.[65]

Die U-Bahnlinie M2 zwischen Taksim und 4. Levent wurde am 16. September 2000 er├Âffnet. Die 8,4 km lange Strecke wurde 2008 in beiden Richtungen verl├Ąngert, nach ┼×i┼čhane im S├╝den, nach Atat├╝rk Oto Sanayi im Norden. Noch fahren die Z├╝ge jedoch nicht durch, der Anschluss wird per Pendelverkehr gew├Ąhrleistet, da die Signalisation der Gesamtstrecke noch angepasst werden muss. Derzeit ist die Verbindung von ┼×i┼čhane ├╝ber das Goldene Horn nach Yenikap─▒ im Bau, sie soll 2013 er├Âffnet werden.[66]

Die U-Bahnlinie M1 bietet eine schnelle Verbindung von Aksaray zum Flughafen und zum Busbahnhof Esenler. Die Er├Âffnung des mittlerweile 19,9 km langen Systems fand am 11. M├Ąrz 1989 auf dem Abschnitt Aksaray ÔÇô Kartaltepe ÔÇô Kocatepe statt. Von dort ging es weiter ├╝ber den Busbahnhof Esenler mit einer Stichstrecke nach Esenler (24. Dezember 1989) und ├╝ber die Hauptstrecke weiter nach Zeytinburnu (31. Januar 1994), nach Bak─▒rk├Ây-Incirli (7. M├Ąrz 1995), nach Yenibosna (25. August 1995) und schlie├člich bis zum heutigen Endpunkt, dem Flughafen Atat├╝rk Havaliman─▒ (20. Dezember 2002). Zurzeit wird am Schluss der Verbindung nach Yenikap─▒ (geplantes Ende 2013)[67] gearbeitet. Dort wird ein gro├čer Umsteigebahnhof entstehen (Stadtbahn, U-Bahn, S-Bahn, Fernbahn und Seebus). Au├čerdem entsteht ein Ast, der ab Esenler westw├Ąrts nach Kirazl─▒ f├╝hren wird.[65]

Die T├╝nel-Bahn zwischen Karak├Ây und dem T├╝nel-Platz im auf dem H├╝gel gelegenen Stadtteil Beyo─člu ist eine 574 Meter lange unterirdische Standseilbahn ohne Linienbezeichnung, die am 12. Januar 1875 er├Âffnet wurde. Sie ist die dritt├Ąlteste U-Bahn der Welt.

Die Standseilbahnlinie F1 f├╝hrt vom am Bosporus gelegenen Kabata┼č zum Taksim-Platz hinauf. Diese unterirdisch verlaufende Standseilbahn wurde am 30. Juni 2006 er├Âffnet und verbindet die etwa einen halben Kilometer voneinander entfernten Endpunkte in 110 Sekunden.

Die Stra├čenbahnlinie T1 f├╝hrt quer durch das historische Istanbul (Streckenl├Ąnge knapp 20 Kilometer). Die Er├Âffnung fand am 13. Juni 1992 auf dem Abschnitt Beyaz─▒t ÔÇô Yusufpa┼ča statt. Mehrere Streckenerweiterungen in Folge brachten Verl├Ąngerungen zum Bahnhof Sirkeci (10. Juli 1992), zur Haltestelle Topkap─▒ direkt hinter der alten Stadtmauer am 29. Dezember 1992 und von dort weiter in den Stadtteil Zeytinburnu (31. Januar 1994). Die Verl├Ąngerung vom Bahnhof Sirkeci nach Emin├Ân├╝ (20. April 1996) und dann weiter nach Kabata┼č brachte auch den Anschluss ├╝ber die neue Galatabr├╝cke an die Stadtteile n├Ârdlich des Goldenen Horns. Ab dem 4. Februar 2011 f├Ąhrt Linie T1 von Zeytinburnu weiter nach Ba─čc─▒lar.[65] Die Stra├čenbahnlinie T3 in Moda ist eine am 1. November 2003 als ÔÇ×nostalgischÔÇť er├Âffnete Stra├čenbahn zwischen Kad─▒k├Ây und Moda im asiatischen Teil der Stadt. Es handelt sich um eine nur in einer Richtung betriebene, 2,6 Kilometer lange Ringstrecke, die einen eindrucksvollen Parcours durch den h├╝geligen und mit engen Stra├čen durchzogenen Stadtteil verfolgt. Die Strecke wird mit aus der DDR stammenden Gothawagen betrieben. Auf den Fahrzeugen ist die Linienbezeichnung 20 zu lesen (dies ist jedoch keine g├╝ltige Linienbezeichnung).[65]

Eine weitere Stra├čenbahnlinie T4 verbindet die Tramstation Topkap─▒ (T1) mit Mescid-i Sel├óm und soll noch eine Haltestelle weiter bis Habibler ausgebaut werden.

Tram und Metro werden von der ─░stanbul ula┼č─▒m betrieben.

Die Nostaljik Tramvay ist eine 1,6 Kilometer lange, historische Stra├čenbahn ohne Linienbezeichnung, die in der ehemaligen Pera-Stra├če und heutigen ─░stiklal Caddesi im Stadtteil Beyo─člu zwischen dem T├╝nel-Platz und dem Taksim-Platz verkehrt. Der mit historischen Fahrzeugen durchgef├╝hrte Betrieb wurde am 12. April 1990 aufgenommen.

Schiffsverkehr

Ein reger Schiffsverkehr herrscht zwischen den europ├Ąischen und den asiatischen Stadtteilen. Autof├Ąhren und Passagierschiffe queren den Bosporus in dichtem Taktverkehr. Die wichtigsten F├Ąhranleger sind in Bak─▒rk├Ây, Emin├Ân├╝, Karak├Ây und Besikta┼č auf europ├Ąischer sowie in Beykoz, Kad─▒k├Ây, Kartal, Maltepe und ├ťsk├╝dar auf asiatischer Seite. T├Ąglich verkehren F├Ąhren zwischen den drei Prinzeninseln B├╝y├╝kada, Heybeliada und K─▒nal─▒ada und dem Viertel Bostanc─▒ im Stadtteil Kad─▒k├Ây. Die F├Ąhren werden von der Gesellschaft ─░stanbul Deniz Otob├╝sleri A.┼×. betrieben.

Medien

Die Zentrale der ├╝berregionalen Tageszeitung H├╝rriyet in G├╝ne┼čli im Stadtteil Ba─čc─▒lar

In Istanbul erscheinen alle 34 landesweit ausgerichteten Tageszeitungen der national zentrierten Presse:[68] Dar├╝ber hinaus sind 14 Stadtteilzeitungen staatlich registriert.[69]

Istanbul ist Sitz globaler Fernseh- und Radionetzwerke wie der Nachrichtensender NTV, die Fernsehsender Samanyolu TV und ATV sowie das Radio TRT-Istanbul.

├ťber tausend Film- und Serienproduktionen, darunter die Serie Kurtlar Vadisi und die Fortsetzung der Serie Kurtlar Vadisi Pusu, wurden bisher in der Bosporus-Metropole gedreht. Viele Unterhaltungssendungen und Talkshows werden in der Stadt aufgezeichnet.

├ľffentliche Einrichtungen

Von den 190 Krankenh├Ąusern in Istanbul geh├Âren 52 zur vierten Versorgungsstufe. Das 1852 gegr├╝ndete Deutsche Krankenhaus (t├╝rk. Alman Hastanesi) in Hasanpa┼ča im Stadtteil Kad─▒k├Ây geh├Ârt zu den ├Ąltesten Krankenh├Ąusern Istanbuls.[70]

Das Polizeipr├Ąsidium (─░stanbul Emniyet M├╝d├╝rl├╝─č├╝, kurz ─░EM) besteht seit 1932. Es ist zust├Ąndig f├╝r die gesamte Provinz Istanbul. Der Hauptsitz der Polizei befindet sich im Stadtteil Fatih. Das Polizeipr├Ąsidium Istanbul besch├Ąftigte 2009 rund 26.800 Beamte. Polizeipr├Ąsident ist H├╝seyin ├çapk─▒n.[71]

Bildung und Forschung

Technische Universit├Ąt Istanbul

2009 beherbergte Istanbul 4.350 Schulen, in die 2.991.320 Sch├╝ler gingen.[72] Die bedeutendsten Universit├Ąten sind die im Jahre 1933 gegr├╝ndete Universit├Ąt Istanbul, deren Wurzeln bis ins Jahr 1453 reichen, die 1944 begr├╝ndete Technische Universit├Ąt Istanbul, die aus einer 1773 gegr├╝ndeten Ingenieurschule hervorging,[73] die englischsprachige Bosporus-Universit├Ąt, die Marmara-Universit├Ąt, die 1911 er├Âffnete Technische Universit├Ąt Y─▒ld─▒z und die 1996 neu er├Âffnete Fatih-Universit├Ąt.

Weitere Hochschulen sind die Bah├že┼čehir-Universit├Ąt, die Beykent-Universit├Ąt, die Marinekriegsschule (Deniz Harp Okulu), die Do─ču┼č-Universit├Ąt, die Galatasaray-Universit├Ąt, die Hali├ž-Universit├Ąt, die Luftwaffenschule (Hava Harp Okulu), die I┼č─▒k-Universit├Ąt, die Istanbul-Bilgi-Universit├Ąt, die Istanbul-K├╝lt├╝r-Universit├Ąt, die Istanbul-Ticaret-Universit├Ąt, die Kadir-Has-Universit├Ąt, die Ko├ž-Universit├Ąt, die Maltepe-Universit├Ąt, die Mimar-Sinan-Universit├Ąt f├╝r bildende K├╝nste, die Okan-Universit├Ąt, die Sabanc─▒-Universit├Ąt und die Yeditepe-Universit├Ąt.

Im Stadtteil Beykoz entsteht derzeit die Deutsch-T├╝rkische Universit├Ąt.

Allgemeinbildende weiterf├╝hrende Schulen sind die staatliche und private t├╝rkischsprachige Schule, das Galatasaray-Gymnasium in Beyo─člu, das fremdsprachige staatliche Gymnasium, die Istanbul Lisesi in Fatih, weitere fremdsprachige private Gymnasien wie das ├Âsterreichische St. Georgs-Kolleg und die Deutsche Schule Istanbul in Beyo─člu, die Anadolu Lisesiler (Anatoliengymnasien), die urspr├╝nglich f├╝r die aus dem Ausland heimgekehrten t├╝rkischen Kinder eingerichtet wurde, wie zum Beispiel die ├ťsk├╝dar Anadolu Lisesi mit Deutsch als erster Fremdsprache und Fachunterricht auf Deutsch.

Wichtige Istanbuler Forschungsinstitute sind das Marmara-Forschungszentrum (T├ťB─░TAK Marmara Ara┼čt─▒rma Merkezi ÔÇô T├ťB─░TAK MAM) in Gebze, die mit rund 650 Forscherinnen und Forschern die gr├Â├čte au├čeruniversit├Ąre Forschungsst├Ątte in der T├╝rkei ist. Es umfasst die Institute f├╝r Informationstechnologien, Energie-, Nahrungsmittel-, Chemie- und Umwelt- und Materialforschung, sowie Erd- und Meereswissenschaften. An das Forschungszentrum ist au├čerdem ein Technologiepark angeschlossen.

S├Âhne und T├Âchter der Stadt

Istanbul war Geburtsort zahlreicher prominenter Pers├Ânlichkeiten. Die bekanntesten sind unter anderem der Politiker und Ministerpr├Ąsident der T├╝rkei Recep Tayyip Erdo─čan, der Politiker B├╝lent Ecevit, der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG Dieter Zetsche, der Journalist und Chefredakteur Abdi ─░pek├ži, die Fu├čballspieler Emre Bel├Âzo─člu und Nihat Kahveci, der Schriftsteller Orhan Pamuk, die S├Ąnger Serdar Orta├ž und Mustafa Sandal, die Schauspieler Mehmet Ali Erbil und Cem Y─▒lmaz und der Gr├╝nder von Galatasaray Istanbul, Ali Sami Yen.

Literatur

Weblinks

 Commons: Istanbul ÔÇô Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Istanbul ÔÇô Zitate
Wiktionary Wiktionary: Istanbul ÔÇô Bedeutungserkl├Ąrungen, Wortherkunft, Synonyme, ├ťbersetzungen
Wikinews Wikinews: Istanbul ÔÇô in den Nachrichten

Einzelnachweise

  1. ÔćĹ T├╝rkisches Institut f├╝r Statistik, abgerufen 20. M├Ąrz 2011
  2. ÔćĹ Istanbul Istanbul aus der Luft
  3. ÔćĹ Der Verwaltungsbereich In: www.ibb.gov.tr. ─░stanbul B├╝y├╝k┼čehir Belediyesi, abgerufen am 15. Juli 2009. (Englisch)
  4. ÔćĹ The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Brill, Leiden. Bd. 4, S. 238 (ÔÇ×IstanbulÔÇť).
  5. ÔćĹ Heinz J├╝rgen Sauermost und Wolf-Christian von der M├╝lbe: Istanbuler Moscheen. M├╝nchen 1981, S. 221.
  6. ÔćĹ Monatliche Klimastatistiken f├╝r Istanbul, abgerufen am 1. Juli 2009.
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