Istrien

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Istrien
Istrien
Gewässer 1 Golf von Triest, Adria
Gewässer 2 Kvarner-Bucht

Geographische Lage

45¬į 15‚Ä≤ 40,37‚Ä≥ N, 13¬į 54‚Ä≤ 15,8‚Ä≥ O45.26121388888913.904388888889Koordinaten: 45¬į 15‚Ä≤ 40,37‚Ä≥ N, 13¬į 54‚Ä≤ 15,8‚Ä≥ O
Istrien (Kroatien)
Istrien
Fl√§che 3.476 km¬≤
Karte Istriens
Karte Istriens

Istrien (kroatisch/slowenisch Istra, italienisch Istria, lat. Histria) ist mit einer Fl√§che von 3.476 km¬≤ die gr√∂√üte Halbinsel an der n√∂rdlichen Adria zwischen dem Golf von Triest und der Kvarner-Bucht vor Rijeka.

Die Bezeichnung Istrien geht auf den Namen der Histri, eines Stammes der Illyrer, zur√ľck, die in dieser Region in der Antike lebten.

Inhaltsverzeichnis

Politische Gliederung

Der weitaus gr√∂√üte Teil Istriens geh√∂rt zu Kroatien, ein Teil des Nordens zu Slowenien und ein kleiner Landstrich um die Ortschaft Muggia zu Italien. Der kroatische Teil Istriens bildet ‚Äď mit Ausnahme des Gebietes um die Stadt Opatija, das zur Gespanschaft (Bezirk, Komitat) Primorje-Gorski kotar (kroatisch Primorsko-goranska Ňĺupanija) geh√∂rt (das alte Liburnien) ‚Äď die Gespanschaft Istrien (kroatisch Istarska Ňĺupanija). Diese umfasst 2.813 km¬≤ mit 206.344 Einwohnern (Volksz√§hlung von 2001). Verwaltungssitz der Gespanschaft Istrien ist die im Landesinneren gelegene Stadt Pazin ‚Äď Pisino ‚Äď Mitterburg.

Bevölkerung

Die Bev√∂lkerung Istriens besteht im kroatischen Teil der Halbinsel mehrheitlich aus Kroaten und im slowenischen Teil aus Slowenen. Besonders im Gebiet l√§ngs der Westk√ľste gibt es eine gr√∂√üere italienische Minderheit. Im Gebirgsland des nord√∂stlichen Istrien wird in einigen Ortschaften auch das Istrorum√§nische gesprochen (deren Sprecher auf kroatisch als Istrorum√§nen, ńÜiribirci oder ńÜińái bezeichnet werden). Die Bev√∂lkerung konzentriert sich in den K√ľstengebieten, w√§hrend das Landesinnere nur d√ľnn besiedelt ist. Die gr√∂√üte Stadt Istriens ist Pula und die kleinste Stadt ist Hum. Hum gilt offiziell als kleinste Stadt der Welt. Istrien ist offiziell bilingual slowenisch/italienisch in Slowenien und kroatisch/italienisch in Kroatien, im italienischen Teil jedoch ausschlie√ülich italienisch.

Geographie und Wirtschaft

Piran (Slowenien)
Motovun in Inneristrien
Limski kanal
Rovinj an der Westk√ľste

Die Halbinsel Istrien besteht gr√∂√ütenteils aus Kalkgestein. Die K√ľste ist tief gegliedert, einige Meeresarme wie der Limski kanal (zwischen Vrsar und Rovinj) oder die Bucht von Plomin-Fianona reichen tief ins Innenland und haben fjord√§hnlichen Charakter. Bedeutend ist der Fremdenverkehr an der K√ľste, der eine bis ins 19. Jahrhundert zur√ľckreichende Tradition hat.

Wirtschaftliches Zentrum und gr√∂√üte Stadt Istriens ist die Hafenstadt Pula-Pola. Bekannte Badeorte sind Medulin, Rovinj, Poreńć, Ińćińái, Lovran, Medveja, MoŇ°ńáenińćka Draga, Opatija und Umag im kroatischen, sowie Koper, PortoroŇĺ, Piran und Izola im slowenischen Teil; Muggia und San Dorligo della Valle in Italien.

Im n√∂rdlichen und mittleren Teil Istriens liegen die Orte meist auf markanten H√ľgeln, was der Landschaft einen besonderen Reiz verleiht. Inneristrien ist recht d√ľnn besiedelt. Die wichtigsten Orte hier sind Motovun, Buzet, Buje sowie GroŇĺnjan, das vor allem durch seine K√ľnstlerkolonie sowie durch Musikauff√ľhrungen bekannt wurde. Die Bev√∂lkerung lebt vom seit Jahrzehnten traditionell bestehenden Tourismus, von Landwirtschaft und arbeitet in den lokalen Industriebetrieben. Weinbau wird in diesen Regionen intensiv betrieben, vor allem werden der gelbe bis gr√ľnliche, leicht bittere Malvazija sowie der helle rote Teran gekeltert. In der Gegend um Motovun werden hervorragende Tr√ľffel gefunden, die von manchen Kennern zu den besten der Welt gez√§hlt werden. Auch der Kaiserling (Amanita caesarea) z√§hlt zu den istrischen Pilzspezialit√§ten.

Das Landesinnere Istriens ist reich an bemerkenswerten Baudenkm√§lern. Oft sind es kleine, unscheinbare Kirchen, die mit meist gut erhaltenen Fresken beeindrucken. Am bekanntesten ist das Marienkirchlein von Beram mit einem grandiosen Totentanzzyklus. In den Feldern findet man vereinzelt sehr alte KaŇĺuns ‚Äď Schutzh√ľtten aus Stein, die in fr√ľheren Zeiten die Bauern und Hirten gebaut haben.

Die s√ľdliche Spitze der Halbinsel bildet das Naturschutzgebiet Kap Kamenjak (Capo Promontore- Rt Kamenjak oder auch Donji Kamenjak) mit seiner einzigartigen Flora und Fauna.

Die K√ľstenl√§nge der westkroatischen Region Istrien betr√§gt 537 Kilometer. An manchen Felsk√ľstenabschnitten unter anderem nahe Rovinj und im Nationalpark Brijuni findet man direkt am Strand versteinerte Dinosaurier-Fu√üabdr√ľcke.

Geologie

Die geologischen Verh√§ltnisse Istriens sind haupts√§chlich von Kalksteinen, Dolomiten und Sand- und Mergelsteinen gepr√§gt. Auf der gesamten Halbinsel zeigen die Landschaften Karsterscheinungen unterschiedlicher Auspr√§gung. Sie stellen eine s√ľdlich gerichtete Fortsetzung dieser im Triester Karst beginnenden Strukturen dar.

Die Oberfl√§che wird neben wenigen quart√§ren Sedimenten im Norden (Mirna-Tal) und im Osten (RaŇ°ka Draga) nur aus Gesteinen des Pal√§ogens, der Kreide und des oberen Juras gebildet. Die Juraablagerungen sind die √§ltesten Bereiche von Istrien, bilden aber nur eine kleinere Zone an der Westk√ľste zwischen den St√§dten Poreńć und Rovinj. Die Sedimente der unteren Kreide liegen auf den Jurabildungen konkordant auf und machen den gr√∂√üten Teil Istriens aus. Ihr folgen fast in gleicher Fl√§chenausdehnung pal√§ogene Ablagerungen.

Die ńÜińáarija-Berge in Nordistrien

Nach den verschiedenen Böden wird Istrien in eine weiße, eine graue und eine rote Region eingeteilt. Diese drei Bereiche sind zugleich die drei Höhen- und Landschaftszonen der istrischen Halbinsel.[1][2]

Die wei√üe Farbe entspricht den h√∂chsten Teilen im Osten der Halbinsel, die durch den fast unbewachsenen hellen Kalksteinfels verursacht wird. Haupts√§chlich sind das die Gebirgsketten ńÜińáarija und Uńćka. Bei dieser Karstregion spricht man auch vom Tschitschenkarst (fr√ľher Tschitschenboden), dessen Name von den rum√§nischsprachigen Bewohnern Tschitschen abgeleitet wurde.[3]

Der mittlere Teil Istriens weist viele Lehmb√∂den auf und wird nach dessen Farbe als Grau-Istrien bezeichnet. Dieses h√ľgelige Land ist erheblich zerkl√ľftet, sehr trocken, nur d√ľnn besiedelt und von Flyschablagerungen gepr√§gt. Die pr√§genden Gesteine sind hier Sandsteine, Mergelgesteine und vereinzelt Brekzien.

Roterde-Boden in Istrien

Zwischen dem zentralen Teil und der westlichen K√ľstenzone erstreckt sich ein Kalksteinplateau mit aufliegenden Terra rossa-B√∂den. Diese roten B√∂den gaben diesem Landesteil den Namen Rot-Istrien. Nur wenige Schluchten schneiden in dieses Plateau mit einer H√∂henlage zwischen 200 und 400 Metern ein. Die gr√∂√üten Einschnitte bilden die Schlucht Limska Draga und das Mirna-Tal von der westlichen K√ľste ausgehend und die RaŇ°ka Draga im Osten, die alle mit tektonischen Linien korrespondieren. In dieser Zone befinden sich Lagerst√§tten sehr dichter Kalksteine, die mindestens seit der r√∂mischen Epoche f√ľr Bausteine und Bildhauerzwecke genutzt werden. Die baulichen Zeugnisse der R√∂mer in Pula sind √ľberwiegend aus istrischen Kalksteinen errichtet worden (z. B. das Amphitheater). Der Steinbruch Vinkuran bei Pula wird deshalb auch als cava romana bezeichnet. Insbesondere die an der Westk√ľste liegenden Abbaustellen lieferten √ľber lange Zeitabschnitte Baumaterial f√ľr Venedig. Sp√§ter sind sie im gesamten Gebiet der √Ėsterreichisch-Ungarischen Monarchie zur Anwendung gekommen und wurden unter dem Sammelbegriff Karstmarmore in Konkurrenz zu den Werksteinen aus der Umgebung von Triest eingesetzt. Die ausgedehnten Terra rossa-Vorkommen waren die Grundlage einer seit r√∂mischen Zeiten betriebenen Ziegelproduktion.[4][5]

Mit der geologischen Erkundung von Istrien hat sich in besonderer Weise der √∂sterreichisch-ungarische Geologe Guido Stache verdient gemacht. Von ihm stammen fr√ľhe umfassende Arbeiten aus dieser Region und erste zusammenh√§ngende Vorstellungen √ľber ihren geologischen Aufbau. Sie entstanden bei seinen Feldarbeiten und nachfolgenden Publikationen zwischen 1858 und 1888.

Klima

Istrien ist mit j√§hrlich 2.380 Sonnenstunden klimatisch sehr g√ľnstig gelegen: Im Sommer wird es in der Regel nicht zu hei√ü, w√§hrend die Winter mild sind. Der k√§lteste Monat ist statistisch der Februar mit durchschnittlich 6 ¬įC und der w√§rmste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 24 ¬įC.[6] Der Jahresdurchschnitt betr√§gt 14 ¬įC.

Verkehr

Die wichtigsten Stra√üen sind die Autobahnen A8 und A9 des Istrischen Ypsilons. Die A9 verbindet Pula mit der slowenischen Grenze. Der Abzweig zur nach Osten verlaufenden A8 liegt bei Kanfanar. Daneben gibt es eine in der N√§he der K√ľste verlaufende Hauptstra√üe sowie ein verzweigtes Netz kleinerer Stra√üen.

Das Schienennetz stammt fast ausschlie√ülich aus alt√∂sterreichischer Zeit. Die Hauptverbindung wurde 1876 als Istrianer Staatsbahn in Betrieb genommen und f√ľhrt von Pula in Nordrichtung durch ganz Istrien bis zum Anschluss an das slowenische Eisenbahnnetz. Die Schienenverbindung nach Triest wurde bereits vor Jahrzehnten stillgelegt, soll aber nach aktuellen Berichten m√∂glicherweise wieder hergestellt werden. Eine Schienenverbindung zum eigentlichen kroatischen Eisenbahnnetz bestand zu keinem Zeitpunkt, wurde aber nach der Unabh√§ngigkeit Kroatiens zeitweise erwogen.

Bis 1935 bestand auch die schmalspurige Verbindung Triest - Poreńć, h√§ufig auch Poreńćanka bezeichnet.

Bei Pula, Rijeka (Kroatien) und PortoroŇĺ (Slowenien) existieren internationale Flugh√§fen. Der Flughafen Rijeka wird seit dem Jahr 2005 unter anderem von so genannten Billigfluggesellschaften angeflogen. Der Flughafen Pula ist auch f√ľr Starts und Landungen der Boeing 747 (Jumbo Jets) ausgelegt.

Geschichte

Historische ethnische Karte Istriens (Volkszählung 1880)

Fr√ľhgeschichte, Antike

Die Existenz des Menschen im Gebiet von Istrien w√§hrend des Pal√§olithikum ist durch Funde in der Romuald-H√∂hle im Limer-Kanal nachgewiesen. Die zweite Fundst√§tte ist ҆andalja bei Pula, wo 12000 Jahre alte √úberreste von Menschen gefunden wurden. Aus der j√ľngeren Steinzeit, um 6000 v. Chr. stammt die √§lteste, in den H√∂hlen auf den Inseln Cres, LoŇ°inj und Krk gefundene Keramik, die sich durch ihre charakteristische Verzierung auszeichnet, die durch Eindr√ľcken mit den R√§ndern einer Muschel oder von anderen Gegenst√§nden ausgef√ľhrt wurde (Cardial- oder Impressokultur). Eine der √§ltesten nachgewiesenen Ansiedelungen in Istrien, der heutige Ort Premantura, reicht bis in die Bronzezeit zur√ľck. In der Antike war die Halbinsel als Histria bekannt. Ihre Bewohner, die Histrier, werden von der Forschung entweder als mit den Venetern oder den Liburnern verwandt betrachtet. Die R√∂mer lernten die Einwohner als verwegene Seer√§uber kennen. Einen ersten Kriegszug nach Istrien unternahmen die R√∂mer 221 v. Chr., nachdem sie das benachbarte Venetien in ihr Reich eingegliedert hatten. Zu erneuten Auseinandersetzungen der R√∂mer mit den Histriern kam es, als erstere 181 v. Chr. die Kolonie Aquileia gr√ľndeten. Trotz intensiver Gegenwehr gelang es den R√∂mern, Istrien bis 178 v. Chr. vollst√§ndig zu erobern. Bis zur Zeit C√§sars geh√∂rte Istrien zum r√∂mischen Illyricum, das noch nicht vollst√§ndig als Provinz organisiert war. Unter Augustus und Tiberius wurde Istrien eine Region und bildete zusammen mit Venetien die sog. 10. region: Venetia et Histria. Alle freien Bewohner Istriens waren seitdem r√∂mische B√ľrger.

Siehe auch: Histrier

Mittelalter

Totentanz (15. Jahrhundert) in der St.-Maria-Kirche in Beram

In Istrien hielt sich das romanische Element durchg√§ngig. Die Langobarden kamen 568 im Norden hinzu. Die einfallenden Slawen an der Ostgrenze oberhalb der Cicciaria verw√ľsteten Teile Istriens, vermochten es aber nicht einzunehmen und wurden von den Exarchen von Ravenna abgewehrt, vor allem w√§hrend der Balkanfeldz√ľge des Maurikios durch Kallinikos.

Landnahme der Slawen

In der ausgehenden Sp√§tantike, im 6. Jahrhundert, r√ľckten die Slawen (Kroaten, Slowenen) √ľber die untere (im 5. Jahrhundert von den Westgoten verlassene) Donau vor und unternahmen Pl√ľnderungsz√ľge zwischen den ostr√∂mischen Provinzen Pannonia und Dalmatia (wichtige Informationen hierzu liefert auch die Chronik von Monemvasia). Zun√§chst nur in den nicht mehr unter r√∂mischer Herrschaft stehenden und von den Langobarden 568 ger√§umten Gebieten des heutigen Istrien und Slawonien.

Unter dem Frankenreich

789 unterwarf Karlmann, Sohn Karls des Gro√üen, Istrien dem Fr√§nkischen Reich. 803 wurde es in die fr√§nkische Mark Friaul eingegliedert. 827 erhielt das Patriarchat Aquileia die Metropolitangewalt √ľber Istrien und seine Bischofssitze. 828/829 wurde die Mark Friaul, des ehemalige langobardische Herzogtum, in vier Grafschaften geteilt. Istrien bildete ab dann mit der Grafschaft Friaul die Mark Aquileia.

Hochmittelalter

Die nördliche Adria und die Lagune von Venedig auf einer Karte des 17. Jh. (Joan Blaeu, Atlas Maior)

Otto I. vergab die Mark Aquileia (zusammen mit der Mark Verona) ab 952 an Bayern; ab 976 kam die Mark Aquileia an K√§rnten. 1040 wurde Istrien von Heinrich III. in eine eigene, von Friaul abgesonderte Markgrafschaft des Heiligen R√∂mischen Reiches umgewandelt.

Mit dieser Markgrafschaft, die auch unter dem Namen Meranien lief, wurden von 1040 bis 1208 nacheinander verschiedene Adelsgeschlechter belehnt, zuletzt ab 1170 die Grafen von Andechs, genannt Andechs-Meranien. Der erste von ihnen war Graf Berthold V., der auch Titularherzog von Dalmatien (Merania, Meran) war. Ihm folgte 1188 sein Sohn Berthold VI. und diesem 1204 sein vierter Sohn, Markgraf Heinrich von Istrien. Letzterem wurde 1208/09 die Teilnahme an der Ermordung K√∂nig Philipps in die Schuhe geschoben, er verlor u. a. die Markgrafschaft und musste tempor√§r ins Exil gehen.

Kaiser Otto IV. 1208 √ľbergab sie dem Herzog Ludwig von Bayern. Dieser trat sie dem Patriarchen von Aquileia, Wolfger von Erla, ab, der darauf Anspruch erhob.

Da die Andechs-Meranier praktisch nie in Istrien residierten, bildeten sich dort relativ selbst√§ndige Besitzkomplexe des Patriarchats Aquileia, der √∂rtlichen Bisch√∂fe, venezianischer Kl√∂ster, der ravennatischen Bischofskirche Sant'Apollinare, der Dynastie von Duino (bei Triest) und der Grafen von G√∂rz (Gorizia) heraus. Zus√§tzlich versuchte Venedig, zun√§chst erfolgreich, die Herrschaft √ľber die K√ľstenst√§dte zu erringen. Sein Einfluss wurde jedoch in der ersten H√§lfte des 13. Jahrhunderts durch die Patriarchen von Aquileia wieder zur√ľckgedr√§ngt.

In der zweiten H√§lfte dieses Jahrhunderts jedoch, als das Reich nach Ende der Staufer-Dynastie geschw√§cht war, konnte Venedig zu Lasten des Patriarchats von Aquileia wieder an Einfluss gewinnen. Parallel dazu bauten die Grafen von G√∂rz ihren Einfluss im Inneren der Halbinsel ‚Äď ebenfalls auf Kosten Aquileias ‚Äď aus. Im Frieden von Treviso 1291 erhielten dann endg√ľltig Venedig die Hoheit √ľber die K√ľste von Koper (Capodistra) bis Rovinj (Rovigno) und die Grafen von G√∂rz √ľber die Karstgebiete im Inneren. Pola, das sich unabh√§ngig gemacht hatte, kam erst 1331 unter venezianische Herrschaft. Triest konnte sich noch l√§nger unabh√§ngig halten; es unterstellte sich 1382 der Schutzherrschaft der Habsburger. An diese neuen Herren waren 1374 durch Erbvertrag auch die von den Grafen von G√∂rz ab ca. 1200 erlangten Gebiete im Landesinneren (Grafschaft Mitterburg mit Sitz in Pazin) gefallen.

Fr√ľhe Neuzeit

Venetianisch und Habsburgisch

Das venezianische Istrien, das haupts√§chlich die K√ľstengebiete umfasste, blieb vierhundert Jahre unter venezianischer Herrschaft. Aus dieser Zeit stammt auch das deutlich erkennbare venezianische Flair der K√ľstenst√§dte Istriens. Venezianisch-Istrien umfasste unter anderem Monfalcone, Grado, Koper (Capo d'Istria), Pula (Pola), Poreńć (Parenzo), Rovinj (Rovigno), Umag (Umago), Labin (Albona) und andere St√§dte.

Zeit der Koalitionskriege

Wappen der Markgrafschaft Istrien, ist auch Bestandteil der kroatischen Flagge

Nach dem Frieden von Campo Formio 1797 besetzte √Ėsterreich das Land. Als aber √Ėsterreich 1805 im Frieden zu Pressburg auf s√§mtliche ‚Äěvenezianische Besitzungen‚Äú Verzicht geleistet hatte, musste es auch Istrien an Frankreich abtreten, und dasselbe wurde dem K√∂nigreich Italien zugeschlagen. Man bildete daraus und aus einigen anderen Gebieten das D√©partement Istrien (2.900 km¬≤ mit 82.300 Einwohnern, Hauptstadt Koper/Capo d'Istria). 1808 ernannte Napoleon I. den Marschall Jean-Baptiste Bessi√®res zum ‚ÄěHerzog von Istrien‚Äú. Sp√§ter wurde Istrien von Napoleon mit den Illyrischen Provinzen vereinigt. 1813 wurden die beiden Gebiete von den √Ėsterreichern zur√ľckerobert, und mit der Aufl√∂sung der Republik Venedig bildete Istrien 1815 wieder einen Teil der √∂sterreichischen Monarchie, und kam zum K√∂nigreich Illyrien.

Kaisertum √Ėsterreich und √Ėsterreich-Ungarn

1849 wurde die Verwaltungseinheit K√∂nigreich Illyrien aufgel√∂st. Istrien bildete nun mit Triest und seinem Umland sowie mit G√∂rz und Gradisca das Kronland √Ėsterreichisches K√ľstenland (Litorale) mit einem k.k. Statthalter in Triest.

Mit der Reichsverfassung von 1861 erlangten die drei Bestandteile des K√ľstenlandes ihre Eigenschaft als eigenst√§ndige Kronl√§nder mit Landtag, Landesausschuss und vom Kaiser bestelltem Landeshauptmann[7], doch blieben der gemeinsame k.k. Statthalter f√ľr das √∂sterreichisch-illirische K√ľstenland in Triest und das gemeinsame Landesgesetzblatt[8] (nicht gemeinsame Gesetze, nur gemeinsame Ver√∂ffentlichung) bis 1918 erhalten.

Die istrische Selbstverwaltung besorgten nun der Landtag und der Landesausschuss mit Sitz in Poreńć. Durch auf M√§nner beschr√§nktes Zensuswahlrecht und eine die Gemeinden der Westk√ľste beg√ľnstigende Wahlkreiseinteilung erlangten bei den Wahlen italienischsprachige Istrianer, wenn auch verteilt auf verschiedene Listen, bis 1918 die Mehrheit der Abgeordneten.[9] Dem entsprechend wurden in der Monarchie die Ortsnamen in Istrien amtlich stets in ihrer italienischen Version genannt.

Nach der Volksz√§hlung 1846 hatte die Markgrafschaft Istrien 228.035 Einwohner, darunter 134.445 Kroaten (59 %), 60.000 Italiener (26 %) und 31.995 Slowenen (14 %). Die Zahlen dieser Erhebung sind im Detail jedoch ungenau. Sie dienten als Grundlage f√ľr die Ethnographische Karte der oesterreichischen Monarchie von Karl Freiherr von Czoernig (1855). In Pola (Pula) befand sich seit 1867 der Hauptkriegshafen der k.u.k. Kriegsmarine. Das Kronland, das auch die Inseln des Quarnero, der Kvarner-Bucht, umfasste, hatte im Jahr 1900 eine Fl√§che von 4.955 km¬≤ mit 345.000 Einwohnern.

Nach der Volksz√§hlung von 1910 hatte das √∂sterreichische Istrien 386.463 Einwohner, darunter 168.184 Kroaten (43 %), 147.417 Italiener (38 %), 55.134 Slowenen (14 %) und 15.728 andere (4 %). Das √∂sterreichische Istrien schloss allerdings Liburnien und den Karst mit ein, wo es eine slawische Mehrheit gab. Diese Regionen geh√∂ren jedoch nicht zum heutigen Istrien. Insofern ist diese Statistik nicht mit sp√§teren vergleichbar.

20. Jahrhundert

Erster Weltkrieg, Zwischenkriegszeit

Im Londoner Vertrag vom 26. April 1915 wurden Italien territoriale Versprechungen unter anderem bez√ľglich Istrien gemacht, um es zum Kriegseintritt an der Seite der Alliierten zu bewegen. F√ľr die Geschichte Istriens spielte der Vertrag insofern eine gewichtige Rolle, als sich in den Friedensverhandlungen die irredentistische italienische Diplomatie im Kreise der Gro√üen Vier immer wieder und zunehmend hartn√§ckiger auf diesen Vertrag berief, um Italiens Gebietsanspr√ľche durchzusetzen. Dem Londoner Vertrag zufolge sollten neben G√∂rz und Gradisca auch Istrien mit Triest und die dalmatinischen Inseln Italien zufallen.

Durch den Vertrag von Saint-Germain 1919, nach dem Ersten Weltkrieg, kam ganz Istrien als Teil der Region Julisch Venetien zu Italien. Der Grenzvertrag von Rapallo 1920 best√§tigte dies auch bilateral zwischen Italien und dem neu gegr√ľndeten Staat Jugoslawien. Somit entstand innerhalb der Grenzen des K√∂nigreiches Italien eine betr√§chtliche slawische Minderheit von Slowenen und Kroaten.

Am 2. M√§rz 1921 traten die Bergarbeiter von Labin wegen schlechter Arbeitsbedingungen in den Ausstand. Nach 36 Tagen wurde dieser gewaltsam beendet und die verantwortlichen F√ľhrer bestraft. Diese Episode ging als Labinska Republika (Republik Labin) in die Geschichtsschreibung ein.

Um die demographische Struktur zugunsten der italienischen Bev√∂lkerungsgruppe zu ver√§ndern, wurden zur Zeit der faschistischen Regierung Italiener angesiedelt. Gegen einheimische Kroaten wurden schikan√∂se Verordnungen eingef√ľhrt. Die italienischen Faschisten f√ľhrten (√§hnlich wie in S√ľdtirol) Zwangsitalianisierungsma√ünahmen durch. Die slowenische und kroatische Sprache wurde im √∂ffentlichen Leben verboten, slowenische und kroatische Zeitungen durften nicht mehr erscheinen und auch im Schulunterricht durfte nicht mehr auf Slowenisch oder Kroatisch unterrichtet werden. Etwa 12.000 Kroaten und Slowenen verlie√üen w√§hrend der italienischen Herrschaft Istrien. Bereits in den 1920er Jahren kam es zu ersten, damals jedoch relativ erfolglosen, antifaschistischen Widerstandsaktionen der kroatischen und slowenischen Einwohner.

Zweiter Weltkrieg

W√§hrend des Zweiten Weltkrieges k√§mpften italienische zusammen mit den kroatischen und slowenischen Partisanen gegen den italienischen Faschismus. Nach dem Frontwechsel Italiens auf die Seite der Alliierten im Jahre 1943 √ľbernahmen zun√§chst die Partisanen die Kontrolle, jedoch wurde Istrien zusammen mit den benachbarten Gebieten unmittelbar danach von der deutschen Wehrmacht besetzt. Istrien wurde als Operationszone Adriatisches K√ľstenland unter deutsche Besatzungsherrschaft gestellt, die bis zum Fr√ľhjahr 1945 andauerte. In der Folge kam es wie schon 1943 zu Vergeltungsma√ünahmen und Massakern an der italienischen Zivilbev√∂lkerung durch die Partisanenverb√§nde. Die jugoslawischen Kommunisten r√§chten sich kollektiv an den Italienern: Zwischen 5.000 und 21.000 fielen den Foibe-Massakern zum Opfer.

Zwischen 200.000 und 350.000 italienisch-venezianische Istrianer verlie√üen als Vertriebene/Optanten (Esuli) nach 1945 Istrien im Zuge der Repression durch das Tito-Regime. Diese Repression und Vertreibung f√ľhrte faktisch zur Ausl√∂schung der alten venezianisch-istrischen Kultur der italienischsprachigen Volksgruppe.

Freies Territorium Triest

Freies Territorium Triest im Norden Istriens

Bei der Gr√ľndung des zweiten Jugoslawien 1945 kam der Hauptteil an die Teilrepublik Kroatien, der nordwestliche Teil Istriens geh√∂rte zun√§chst zum Territorium des Freien Territoriums Triest. Als 1954 das Gebiet des Freien Territoriums zwischen Jugoslawien und Italien aufgeteilt wurde, wurde der jugoslawische Anteil seinerseits unter den Teilrepubliken Slowenien und Kroatien aufgeteilt. Zahlreiche italienische Optanten (nach jugoslawisch/kroatischer Lesart) bzw. Esuli (dt. ‚ÄěExilierte‚Äú oder ‚ÄěVerbannte‚Äú) siedelten nach der Entstehung der Sozialistischen F√∂derativen Republik Jugoslawien und in der Folge von grausamen Vergeltungsma√ünahmen nach Italien √ľber. Aufgrund von ethnischer Benachteiligung, und im Zuge von systematischen Morden, Deportationen und Vertreibung (siehe auch: AVNOJ-Beschl√ľsse und Foibe-Massaker) kam es zur Abwanderung von 90 % der italienischen Bev√∂lkerung Istriens. Das Gebiet um die St√§dte Capodistria und Portorose kam zu Slowenien, das weiter s√ľdlich gelegene Gebiet von Parenzo bis Pola zu Kroatien. Die Grenze zwischen Italien und Jugoslawien wurde 1975 im Vertrag von Osimo endg√ľltig vertraglich festgelegt. Durch das gleichzeitig abgeschlossene Abkommen zum Schutz der Minderheiten beiderseits der Grenze wurden auf jugoslawischem (beziehungsweise heute in Rechtsnachfolge kroatischem und slowenischem) Gebiet die Rechte der italienischen Minderheit garantiert. Zweisprachige Ortsschilder und Stra√üenbezeichnungen kennzeichnen heute das multikulturelle Istrien im slowenischen und kroatischen Teil, w√§hrend sich in und um Triest allenfalls zweisprachige Wegweiser finden.

Die Frage der entsch√§digungslosen Enteignung des Haus- und Grundbesitzes der fr√ľheren italienischen Bev√∂lkerung in rund 1000 istrianischen D√∂rfern und St√§dten des heutigen Slowenien und Kroatien durch das kommunistische Tito-Regime ist bis dato ungel√∂st.

Zerfall Jugoslawiens

Im Gegensatz zur Grenze zu Italien war die Grenze zwischen den Teilrepubliken Kroatien und Slowenien im Nordwesten Istriens zu jugoslawischer Zeit an einigen wenigen Stellen relativ ungenau festgelegt. Nach der Unabh√§ngigkeit der beiden Staaten 1991/92 kam es zu einer bis heute nicht endg√ľltig beigelegten Kontroverse zwischen den beiden Staaten um den exakten Grenzverlauf an einigen wenigen Stellen, vor allem um die Seegrenze im Golf von Triest. Die Verhandlungen laufen gegenw√§rtig noch (siehe: Internationale Konflikte der Nachfolgestaaten Jugoslawiens). Istrien, das von den blutigen Kriegsereignissen nicht direkt betroffen war, nahm in den Kriegsjahren (1991-1995) Zehntausende Landsleute aus Slawonien, Dalmatien und der Lika in Hotels und Campingpl√§tzen auf.

Kroatischer Teil Istriens

Anteil der Menschen, die italienisch als Muttersprache sprechen (Stand: 2001)

In beiden Staaten findet ein zweisprachiger Schulunterricht statt. Ebenso findet sich in Stra√üen- und Ortsbezeichnungen kroatisch-italienisch (z. B. kroat. Pula / ital. Pola) oder slowenisch-italienisch (z. B. slow. Koper / ital. Capodistria) wieder.

R√∂misches Amphitheater in Pula. Eine der beliebtesten Sehensw√ľrdigkeiten in Kroatien und der Halbinsel Istrien

Der kroatische und gr√∂√üere Teil Istriens (90% der Halbinsel) unterliegt der Gespanschaft Istrien (kroat. Istarska Ňĺupanija). Der Hauptverwaltungssitz ist Pazin. Der wirtschaftliche und kulturelle Mittelpunkt ist allerdings Pula (80.000 Einwohner). Etwa 76 % der Einwohner, in der Gespanschaft Istrien, sind Kroaten. Die Gespanschaft Istrien ist in 10 St√§dte und 31 Gemeinden gegliedert und grenzt an die kroatische Gespanschaft Primorje-Gorski Kotar (Kvarner/Rijeka) sowie an das Nachbarland Slowenien. Sie hat eine Fl√§che von 2.813 km¬≤ und ist damit eine der gr√∂√üeren 21 kroatischen Gespanschaften. Istrien ist neben Dalmatien und der Kvarner-Region eine der meistbesuchten Regionen Kroatiens. Neben der gr√∂√üten Stadt Pula, sind Umag, Porec, Rovinj, Rabac und Opatija beliebte Reiseziele nationaler und internationaler Touristen. Vor Istrien liegen au√üerdem die Brijuni Inseln, vor der Westk√ľste, sowie die Insel Cres, an der Ostk√ľste der Halbinsel. Des Weiteren ist in Istrien die fr√ľhslawische bzw. kroatische Schrift (Glagolitische Schrift) (kroat. glagoljica) entstanden. Die Tafel von BaŇ°ka, aus dem Jahre 1100, ist zum Beispiel eine der √§ltesten und bekanntesten kroatischen Kulturdenkm√§ler. Die Inschrift ist in glagolitischer Schrift verfasst, sie dokumentiert, dass der kroatische K√∂nig Dmitar Zvonimir der Kirche der heiligen Lucija eine Schenkung machte. Die Kirche geh√∂rte zu einer Benediktinerabtei. Als Gedenken an die Glagolitische Schrift wurde in Istrien hierf√ľr die Glagolitische Allee angelegt, welche in 11 Etappen die Entstehung der Glagolitischen Schrift beschreibt.

Zusammensetzung der Bevölkerung im kroatischen Teil Istriens nach Nationalitäten laut Volkszählung von 2001:[10]

Ethnie Anzahl Prozent
Kroaten 148.328 71,88%
Italiener 14.284 6,92%
Serben 6.613 3,20%
Bosniaken 3.077 1,49%
Albaner 2.032 0,98%
Slowenen 2.020 0,98%
Istrianer* 8.865 4,30%

Bei den Istrianern handelt es sich nicht um eine Nationalität im rechtlichen Sinne, sondern eine regionale Bevölkerungszugehörigkeit.

Gemeinde Staat Bevölkerungszahl Italienisch-sprechend Kroatisch/Slowenisch-sprechend
Labin Kroatien 12426 03.09% 92.62%
Buje Kroatien 5340 39.66% 53.76%
Novigrad Kroatien 4002 15.32% 77.59%
Vodnjan Kroatien 5651 19.93% 73.16%
Poreńć Kroatien 17460 06.42% 87.12%
Buzet Kroatien 6059 00.87% 96.63%
Pazin Kroatien 9227 01.21% 97.56%
Pula Kroatien 58594 04.87% 88.38%
Rovinj Kroatien 14234 10.81% 81.85%
Umag Kroatien 12901 20.70% 72.87%
Bale Kroatien 1047 22.54% 75.36%
Barban Kroatien 2802 00.39% 99.21%
Brtonigla Kroatien 1579 41.29% 52.83%
Cerovlje Kroatien 1745 00.46% 99.31%
FaŇĺana Kroatien 3050 04.66% 90.75%
GrańćiŇ°ńáe Kroatien 1433 00.28% 99.16%
GroŇĺnjan Kroatien 785 66.11% 29.17%
Kanfanar Kroatien 1457 01.51% 96.23%
Karojba Kroatien 1489 00.94% 97.99%
KaŇ°telir-Labinci Kroatien 1334 07.80% 88.23%
KrŇ°an Kroatien 3264 00.40% 94.49%
LaniŇ°ńáe Kroatien 398 n.p . 98.99%
LiŇĺnjan Kroatien 2945 08.05% 88.29%
Lupoglav Kroatien 929 00.32% 98.82%
Marńćana Kroatien 3903 00.74% 97.72%
Medulin Kroatien 6004 03.05% 89.77%
Motovun Kroatien 983 15.46% 81.28%
Oprtalj Kroatien 981 32.11% 65.04%
Pińáan Kroatien 1997 00.95% 98.05%
RaŇ°a Kroatien 3535 02.63% 94.29%
Sveta Nedelja Kroatien 2909 01.51% 97.32%
Sveti Lovreńć Kroatien 1408 01.49% 96.38%
Sveti Petar u ҆umi Kroatien 1011 00.30% 99.21%
Svetvinńćenat Kroatien 2218 01.17% 97.16%
Tinjan Kroatien 1770 00.79% 98.59%
ViŇ°njan Kroatien 2187 08.78% 89.44%
ViŇĺinada Kroatien 1137 08.36% 90.59%
Vrsar Kroatien 2703 02.96% 90.75%
ŇĹminj Kroatien 3447 01.28% 97.80%
Koper Slowenien 47539 02.20% n.p.
Izola Slowenien 14549 04.30% n.p.
Piran Slowenien 16758 07.00% n.p.
Lovran Kroatien 3987 01.71% 92.65%
Opatija Kroatien 12719 04.64% 93.81%
MoŇ°ńáenińćka Draga Kroatien 1641 00.91% 95.67%

Slowenischer Teil Istriens

Die slowenische Adriak√ľste misst von der italienischen Grenze Ankaran bis zur kroatischen Grenze im Dragonja-Tal 46 km. Dieser Teil unterliegt heute der Region Primorska im slowenischen K√ľstenland. Wirtschaftliches und kulturelles Zentrum ist Koper (50.000 Einwohner), etwa 20 km s√ľdlich von Triest (slow./kroat. Trst) in Italien.

Persönlichkeiten mit Bezug zu Istrien

Juraj Dobrila auf der Vorderseite des 10-Kuna-Geldscheins. R√ľckseite das Amphitheater von Pula
Schriftsteller Eugen Kumińćińá (1850-1904)
  • Francesco Almerigotti, Historiker aus Capodistria mit Arbeiten √ľber Istrien.
  • Mario Andretti und Aldo Andretti, italo-amerikanische Rennfahrer, wurden in Motovun (damals Montona, Italien) geboren.
  • Josip BeluŇ°ińá, kroatischer Erfinder, wirkte als Professor in Koper.
  • Vittore Carpaccio, Maler der venezianischen Schule mit zahlreichen Werken in istrischen Kirchen.
  • Stephan Consul, Geistlicher aus Pinguente, √ľbertrug Texte der Reformation ins Glagolitische, ebenso die Bibel, was aber um 1565 unvollendet blieb.
  • Juraj Dobrila, kroatischer Bischof, Auf seine Anregung entstand 1870 in Triest die Zeitschrift NaŇ°a sloga (Unsere Einigkeit), sp√§ter nach Pula verlegt, die sich unter Mitwirkung von Matko Mandińá der Pflege slawischer Kultur im K√ľstenland widmete. Dobrila ist auf dem 10 Kuna-Schein abgebildet.
  • Drago Gervais, istrischer Schriftsteller, der mit seinen Werken besonders den Dialekt ńĆakavisch in Versformen aufgriff.
  • Bartholomeo Giorgini, Historiker aus Albona mit Arbeiten √ľber Istrien.
  • Pietro Kandler, erforschte Istrien und publizierte zahlreiche seiner Ergebnisse, Herausgeber der Zeitschrift L‚ÄôIstria.
  • Damir Kajin, kroatischer Politiker der Istrischen Demokratischen Versammlung.
  • Eugen Kumińćińá, Schriftsteller aus Brseńć, der als Autor zwischen Realismus und Naturalismus literarische Verarbeitungen von Landschaften auf Istrien schuf.
  • Paul Kupelwieser, √∂sterreichischer Industrieller, lebte auf Brijuni und schuf dort nach 1900 die Anf√§nge einer modernen touristischen Infrastruktur.
  • Robert Koch, deutscher Mediziner. Arbeitete und lebte 1900 auf Brijuni. Mit seiner Hilfe wurde auf den Inseln vor Istrien die Malaria √ľberwunden.
  • Wilhelm Graf zu Leiningen (1875‚Äď1956), Geologe und Bodenkundler, untersuchte um 1900 die Terra-rossa-B√∂den und die Geomorphologie von Istrien.
  • Nicol√≤ Manzuoli, verfasste 1611 ein Werk √ľber Istrien Nova descrittione della provincia dell‚ÄôIstria. Con la vita delli santi, et sante di detta Prouincia (etc.).
  • Guido Stache, √∂sterreichischer Geologe des 19. Jahrhunderts erforschte die Halbinsel Istrien.
  • Wilhelm von Tegetthoff, wirkte als Admiral der √Ėsterreichischen Marine in Pula.
  • Teresa Recchini, Malerin des 18. Jahrhunderts, Werke in der Euphrasius-Basilika von Parenzo.
  • Domenico Rossetti, gr√ľndete die Societ√† di Minerva und schuf 1829 die Zeitschrift Archeografo Triestino, die sich mit historischen Themen des K√ľstenlandes befasste.
  • Petar Matija Stankovińá (auch Pietro Stancovich), Kirchenrechtler, Historiker und Arch√§ologe des 18. Jahrhunderts, schrieb eine Biographie der hervorragenden M√§nner Istriens und besa√ü eine gro√üe Bibliothek.
  • Josip Broz Tito, fr√ľherer Staatspr√§sident, lebte auch auf Brijuni und gestaltete von hier die Staatspolitik Jugoslawiens.
  • Jakob Volńćińá, Priester (Weihe 1842) aus Oberkrain, betreute in 46 Jahren acht Parochien auf Istrien und sammelte dort slawisches Schrifttum, Werke der Volkspoesie, Sprichw√∂rter und R√§tsel.
  • Josip Voltińá, kroatischer Sprachwissenschaftler aus Tinjan. Unternahm auf Istrien Sprachstudien unter den Dialekten und schrieb das erste Kroatisch-Deutsch-Italienische W√∂rterbuch.


  • Alida Valli, geboren als Alida Baronin von Altenburger, Schauspielerin

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Dmitar ńĆulińá: Istrien und Kvarner.Beograd (Verlag Jugoslavija) 1963
  2. ‚ÜĎ Dubravko Matińćec: Neotectonic Deformations in Western Istria, Croatia. In: Geologia Croatica 47/2 Zagreb (Institute of Geology) 1994
  3. ‚ÜĎ G. Steinmann / O. Wilckens (Hrsg.): Handbuch der Regionalen Geologie. Balkanhalbinsel. Die K√ľstenl√§nder √Ėsterreich-Ungarns. Heidelberg (Winters Universit√§tsbuchhandlung) 1914
  4. ‚ÜĎ *Guido Stache: Geologisches Landschaftsbild des istrischen K√ľstenlandes. Wien 1864
  5. ‚ÜĎ Stefan Mlakar: Die R√∂mer in Istrien. Pula 1966
  6. ‚ÜĎ Klimatabelle von istrien-virtuell.de
  7. ‚ÜĎ Landesordnung und Landtagswahlordnung, Beilage II i zur Reichsverfassung 1861, RGBl. Nr. 20 / 1861 (= S. 69, Beilage: S. 198)
  8. ‚ÜĎ Historische Rechtstexte auf der Website der √Ėsterreichischen Nationalbibliothek
  9. ‚ÜĎ Frank Wiggermann: K.u.k. Kriegsmarine und Politik: ein Beitrag zur Geschichte der italienischen Nationalbewegung in Istrien, Verlag der √Ėsterreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2004 (Studien zur Geschichte der √Ėsterreichisch-Ungarischen Monarchie, Bd. 28), zugl.: Westf√§lische Wilhelms-Universit√§t, Dissertation, M√ľnster in Westfalen 2000, ISBN 3-7001-3209-3
  10. ‚ÜĎ Zensus 2001

Literatur

  • Harald Waitzbauer: Durch Istrien. Mit der Istrianischen Staatsbahn in die k.k. Adriaprovinz. Salzburg 1989. ISBN 3-7013-0757-1.
  • Hans-Dieter Kaspar, Elke Kaspar: Istrien: Eine arch√§ologische Entdeckungsreise. Korient, Schonungen 2005, ISBN 3-925696-18-0.

Siehe auch

Verweise

 Commons: Istrien ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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  • Istrien ‚ÄĒ z. SI, HR Istrie ‚Ķ   Wiener Dialektw√∂rterbuch

  • Istrien ‚ÄĒ IŐ£s|t|ri|en (Halbinsel im Adriatischen Meer) ‚Ķ   Die deutsche Rechtschreibung


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