Italienische Regionen

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Italienische Regionen


Italien ist in 20 Regionen (italienisch regioni, Singular regione) untergliedert, von denen f√ľnf autonome Regionen mit Sonderstatut sind.

Inhaltsverzeichnis

Status, Institutionen und Kompetenzen

Institutionelle Strukturen

Die Regionen haben jeweils eine eigene direkt gew√§hlte Volksvertretung, den Regionalrat (consiglio regionale), der mit den Landtagen der deutschen L√§nder vergleichbar ist. Seine Mitglieder werden als Regionalr√§te (consiglieri regionali) bezeichnet. Der Regionalrat wird f√ľr f√ľnf Jahre gew√§hlt und hat die Aufgabe, im Rahmen der regionalen Zust√§ndigkeiten Gesetze zu erlassen und die Regionalregierung zu √ľberwachen.

Im Falle Trentino-S√ľdtirols wird der Regionalrat ausnahmsweise nicht gew√§hlt. Dieser setzt sich aus den gew√§hlten Provinzr√§ten (der autonomen Ausrichtung zufolge auch Landtage genannt) der Autonomen Provinzen Bozen und Trient zusammen.

Die Regionalregierung wird vom Pr√§sidenten des Regionalausschusses (presidente della giunta regionale) angef√ľhrt, der seit 2000 vom Volk direkt gew√§hlt werden kann (es sei denn, das Statut sieht die Wahl durch den Regionalrat vor). Er ist gleichzeitig Pr√§sident der Region (presidente della regione) und wird inoffiziell auch Gouverneur (governatore) genannt.

Im Aostatal wird der Pr√§sident nicht vom Wahlvolk direkt, sondern vom Regionalrat bestellt. In Trentino-S√ľdtirol gilt ferner das Rotationsprinzip: die Pr√§sidenten der Autonomen Provinzen, auch Landeshauptleute genannt, wechseln sich alle zweieinhalb Jahre an der Spitze der Region ab.

Der Pr√§sident leitet den Regionalausschuss (giunta regionale, etwa: Regionalregierung), in dem die als assessori bezeichneten Regionalminister vertreten sind, die er nach Belieben bestellen und abberufen kann. Dar√ľber hinaus hat er die Aufgabe, die vom Regionalrat genehmigten Gesetze zu verk√ľnden, die Sitzungen der Regionalregierung einzuberufen und diese zu leiten, und die Region in allen Belangen zu vertreten. Wird dem Pr√§sidenten das Vertrauen entzogen, tritt er zur√ľck oder lebt er ab, so m√ľssen neue Wahlen einberufen werden.

Aufgabe der Regionalregierung als ganzer ist es, die Regionalgesetze durchzuf√ľhren, die Sachbereiche regionaler Zust√§ndigkeit zu verwalten, Weisungen an die untergeordneten Regionalbeh√∂rden zu erteilen.

Das Statut

Alle Regionen verf√ľgen √ľber ein Statut, eine regionale Verfassung. Auf Grund des Statutes werden die Regionen in verschiedene Kategorien unterschieden.

Regionen mit Normalstatut

15 der 20 italienischen Regionen haben ein Normalstatut (statuto ordinario). Dieses wird vom Regionalrat verabschiedet, in zwei aufeinanderfolgenden Wahlg√§ngen, im Abstand von nicht weniger als zwei Monaten, und kann einem Volksentscheid unterzogen werden. Das Statut, das im Einklang mit der staatlichen Verfassung stehen muss, legt die Regierungsform der Region sowie die grundlegenden Prinzipien ihrer Organisations- und Funktionsweise fest. Es regelt die Aus√ľbung des Initiativrechtes und des Rechtes auf Volksbegehren zu Gesetzen und Verwaltungsakten der Region, wie auch die Ver√∂ffentlichung der Gesetze und Rechtsverordnungen der Region.

Die finanzielle Autonomie dieser Regionen, wie von Art. 119 der gesamtstaatlichen Verfassung vorgesehen, ist gro√üteils noch nicht umgesetzt worden. Jedoch verf√ľgen sie √ľber die IRAP, eine Wertsch√∂pfungssteuer, die mit der deutschen Gewerbesteuer vergleichbar ist, √ľber einen Anteil an der IVA (Mehrwertsteuer) und √ľber den regionalen Zuschlagssatz auf die Einkommensteuer (addizionale regionale IRPEF), der zwischen 0,9 und 1,4 % liegt.

Die Regionen mit Normalstatut wurden erst im Laufe der 70er Jahre errichtet.

Autonome Regionen mit Sonderstatut

F√ľnf Regionen haben ein Sonderstatut (statuto speciale). Dieses wird durch ein staatliches Verfassungsgesetz vom Parlament in Rom verabschiedet.

Das Sonderstatut gew√§hrt eine gr√∂√üere, vor allem finanzielle Autonomie, als sie die √ľbrigen Regionen mit Normalstatut (statuto ordinario) besitzen: im Friaul beh√§lt die Region 60 % der in ihrem Gebiet eingetriebenen Steuern und verwaltet das Steueraufkommen selbst, 70 % sind es in Sardinien, 90 % in Trentino-S√ľdtirol und im Aostatal und sogar 100 % in Sizilien. Das eine Million Einwohner reiche Trentino-S√ľdtirol verf√ľgt daher √ľber einen Haushalt, welcher dem von Venetien (4,8 Millionen Einwohner) entspricht. Das ist auch der Grund daf√ľr, dass viele Grenzgemeinden sich den reicheren autonomen Regionen anschlie√üen m√∂chten, wie es die Verfassung vorsieht.

Die Regionen mit Sonderstatut verf√ľgen √ľber gr√∂√üere Gesetzgebungs- und Verwaltungskompetenzen, wie bei Schule, Gesundheit, Infrastruktur, die nicht wie in den anderen Regionen vom Staat, sondern von ihnen selbst finanziert werden m√ľssen.

Vier Regionen mit Sonderstatut wurden noch von der Verfassunggebenden Versammlung 1948 errichtet: Sizilien und Sardinien auf Grund der starken Autonomiebewegungen (oder sogar Separatisten, vor allem in Sizilien), das Aostatal zum Schutz der frankophonen Minderheit, Trentino-S√ľdtirol, damals Trentino-Tiroler Etschland, zum Schutz der deutschsprachigen Minderheit im Einklang mit dem Pariser Abkommen.

Nachdem der internationale Status Triests geklärt war, wurde 1963 die Region Friaul-Julisch Venetien eingerichtet und erhielt ebenfalls ein Sonderstatut, um den Schutz der slowenischen Minderheit zu gewährleisten und die wirtschaftliche Entwicklung eines Gebietes zu fördern, das sich zum damaligen Zeitpunkt an der Grenze zum Eisernen Vorhang befand.

1972 trat nach langen Verhandlungen das neue Statut f√ľr Trentino-S√ľdtirol in Kraft.

Autonome Provinzen

Die Region Trentino-S√ľdtirol besteht gem√§√ü Artikel 116, Abs. 2 der italienischen Verfassung aus den autonomen Provinzen Trient und Bozen. Diese sind mit Befugnissen ausgestattet, die denen von autonomen Regionen entsprechen. Mancher spricht auch von Provinzen mit Sonderstatut. Ihrer autonomen Ausrichtung zufolge werden das Trentino und S√ľdtirol auch als ‚ÄěL√§nder‚Äú bezeichnet, und ihre Pr√§sidenten tragen den Titel ‚ÄěLandeshauptmann‚Äú.

Regionale Befugnisse

Gesetzgebung

F√ľr alle Sachgebiete, die von der Verfassung nicht ausdr√ľcklich der staatlichen Gesetzgebung vorbehalten sind, steht den Regionen die Gesetzgebungsbefugnis zu (ausschlie√üliche Gesetzgebung der Regionen).

Weitere Bereiche geh√∂ren zur Rahmengesetzgebung (auf Italienisch aber competenza concorrente). Der Staat legt die wesentlichen Grunds√§tze eines Sachgebietes per Rahmengesetz fest; jede einzelne Region oder autonome Provinz ist befugt, durch eigene Gesetze diese Grunds√§tze weiterzuentwickeln und zu pr√§zisieren, den eigenen Bed√ľrfnissen anzupassen.

Durch eine umfassende Verfassungsreform im Jahr 2001 wurde den italienischen Regionen somit die allgemeine Gesetzgebungsbefugnis √ľbertragen. W√§hrend sich die Kompetenzen der Regionen mit Normalstatut vor dem Verfassungsgesetz 3/2001 auf die in der Verfassung aufgelisteten Sachgebiete beschr√§nkten und nur insofern ausge√ľbt werden konnten, dass ein Staatsgesetz die Grundz√ľge der Materie regelte, so ist es heute der Staat, dessen ausschlie√üliche Gesetzgebungsbefugnis auf eine Reihe aufgez√§hlter Sachgebiete beschr√§nkt ist.

Die Gesetzgebungsgewalt wird vom Regionalrat ausge√ľbt.

Verordnungsgewalt

Dem Staat steht die Befugnis auf Erlass von Verordnungen in den Sachgebieten seiner ausschließlichen Gesetzgebung zu. Er kann den Regionen per Gesetz die Ermächtigung erteilen, an seiner statt Verordnungen in jenem Bereich zu erlassen.

Den Regionen steht die Befugnis auf Erlass von Verordnungen in den Bereichen der Rahmengesetzgebung und ausschlie√ülichen regionalen Gesetzgebung zu. Die Verordnungen werden vom Regionalsausschuss erlassen, mit Ausnahme der Regionen Aostatal und Sardinien, wo diese Befugnis dem Regionalrat √ľbertragen ist.

EU- und völkerrechtliche Befugnisse

Im Bereich ihrer Zust√§ndigkeiten wirken die Regionen und die autonomen Provinzen Trient und Bozen bei der Abfassung der europ√§ischen Rechtsakten mit und sorgen f√ľr die Ausf√ľhrung und den Vollzug der internationalen Vertr√§ge und der europ√§ischen Rechtsakten.

Im Rahmen ihrer Zuständigkeitsbereiche kann die Region auch Abkommen mit Staaten und Vereinbarungen mit internen Gebietskörperschaften anderer Staaten abschließen.

Allerdings muss ein Staatsgesetz Fälle und Formen dieser Befugnisse regeln.

Kontrollen

Kontrollen des Staates gegen√ľber den Regionen

Die nationale Regierung kann Regionalgesetze innerhalb von sechzig Tagen nach ihrer Ver√∂ffentlichung vor dem Verfassungsgerichtshof anfechten, wenn sie der Ansicht ist, dass die Zust√§ndigkeit der Regionen √ľberschritten wurden. Das sieht Art. 127 der Verfassung vor.

Die in fast allen Regionen mittlerweile abgeschafften Regierungskommissare hatten sogar die Macht, ein regionales Gesetz vor seiner Ver√∂ffentlichung anzufechten. Nur in Bozen und Trient existiert das Regierungskommissariat weiter, allerdings ohne jene schwerwiegende Befugnis. Der Regierungskommissar √ľbt nur mehr die Funktionen eines Pr√§fekten aus, das hei√üt ihm untersteht die dezentrale staatliche Verwaltung.

Die nationale Regierung hat auch das Recht, innerhalb von drei√üig Tagen nach Ver√∂ffentlichung des Regionalstatuts dessen Verfassungsm√§√üigkeit durch Klage vor dem Verfassungsgericht anzufechten. Dies gilt nur f√ľr Regionen mit Normalstatut.

Auch die regionalen Institutionen unterstehen der staatlichen Kontrolle. Zum einen besteht eine Ersatzkontrolle durch die nationale Regierung. Im Fall der Nichteinhaltung von internationalen Normen, Vertr√§gen oder von der europ√§ischen Gesetzgebung; im Fall von schwerer Gef√§hrdung der √∂ffentlichen Unversehrtheit bzw. Sicherheit; wenn es der Schutz der Rechts- und Wirtschaftseinheitlichkeit, insbesondere der Schutz der wesentlichen Leistungsniveaus bez√ľglich der Zivil- und Sozialrechte erfordern, kann die nationale Regierung anstelle von Regionalorganen eintreten.

Bei verfassungswidrigem Verhalten oder schwerwiegenden Verst√∂√üen gegen die Gesetze kann sogar die Aufl√∂sung des Regionalrates und die Amtsenthebung des Pr√§sidenten der Regionalregierung veranlasst werden. Aufl√∂sung und Amtsenthebung k√∂nnen auch aus Gr√ľnden der Staatssicherheit angeordnet werden.

Kontrollen der Regionen gegen√ľber dem Staat (und den anderen Regionen)

Die Region kann, wenn sie erachtet, dass ein Gesetz des Staates oder einer anderen Region ihren Zuständigkeitsbereich verletzt, eine Verfassungsklage einbringen.

Sie kann bei Verwaltungsstreitigkeiten eine Zuständigkeitsklage vor dem Verfassungsgerichtshof erheben.

Koordinierung zwischen Staat und Regionen

Da es im italienischen Verfassungssystem keinen Bundesrat gibt, erfolgt die Zusammenarbeit zwischen Staat und Regionen auf eher informeller Ebene. Dabei hat sich die sogenannte Staat-Regionen-Konferenz herauskristallisiert, die seit Ende der 90er Jahre als Kollegialorgan offiziell anerkannt ist. Das gesetzesvertretende Dekret 281/1997 regelt die Zusammensetzung und Funktionsweise des Gremiums: Vorsitzender ist der Ministerpr√§sident, der Regionenminister dessen Stellvertreter. An der Konferenz wirken alle Pr√§sidenten der Regionen und autonomen Provinzen (die Landeshauptm√§nner von S√ľdtirol und Trentino) mit. Das Organ dient im Wesentlichen der Koordinierung zwischen Staat und Regionen sowie dem gegenseitigen Informationsaustausch.

Territoriale Gliederung

Mit Ausnahme des Aostatals sind die Regionen in Provinzen (province) untergliedert, von denen es 109 gibt. Zählt man die Region Aostatal auch als Provinz, kommt man auf 110.

Die unterste Ebene der Gebietskörperschaften unterhalb der Provinzen bilden die Gemeinden (comuni), von denen es 8.094 gibt. Die Neugliederung der Gemeinden ist Sache der Regionen: Nach Befragung der betroffenen Bevölkerung können sie durch eigene Gesetze neue Gemeinden bilden, Bezirke ändern bzw. umbenennen.

Die sogenannten Hauptstadtgemeinden oder Großstädte mit besonderem Status (Città Metropolitane) sind noch nicht errichtet worden: Sie sollen eine Art Superprovinz bilden, die alle Kompetenzen einer Provinz und einen Teil der Gemeindekompetenzen innehat.

√úbersichtstabelle

Region (dt.) (ital.) Hauptstadt NUTS Bevölkerung Fläche in km² (%) Prov. Gem. Sen.3
Lombardei Lombardia Mailand ITC4 000000009667272.00000000009.667.272 000000000023862.000000000023.862,85 (7,92) 000000000000012.000000000012 000000000001546.00000000001.546 000000000000047.000000000047
Kampanien Campania Neapel ITF3 000000005810048.00000000005.810.048 000000000013590.000000000013.590,25 (4,51) 000000000000005.00000000005 000000000000551.0000000000551 000000000000030.000000000030
Latium Lazio Rom ITE4 000000005567131.00000000005.567.131 000000000017207.000000000017.207,68 (5,71) 000000000000005.00000000005 000000000000378.0000000000378 000000000000027.000000000027
Sizilien1 Sicilia Palermo ITG1 000000005029876.00000000005.029.876 000000000025702.000000000025.702,82 (8,53) 000000000000009.00000000009 000000000000390.0000000000390 000000000000026.000000000026
Venetien Veneto Venedig ITD3 000000004845832.00000000004.845.832 000000000018391.000000000018.391,22 (6,10) 000000000000007.00000000007 000000000000581.0000000000581 000000000000024.000000000024
Piemont Piemonte Turin ITC1 000000004410218.00000000004.410.218 000000000025399.000000000025.399,83 (8,43) 000000000000008.00000000008 000000000001206.00000000001.206 000000000000023.000000000023
Emilia-Romagna Emilia-Romagna Bologna ITD5 000000004293825.00000000004.293.825 000000000022123.000000000022.123,09 (7,34) 000000000000009.00000000009 000000000000341.0000000000341 000000000000021.000000000021
Apulien Puglia Bari ITF4 000000004076332.00000000004.076.332 000000000019365.000000000019.365,80 (6,43) 000000000000006.00000000006 000000000000258.0000000000258 000000000000021.000000000021
Toskana Toscana Florenz ITE1 000000003686377.00000000003.686.377 000000000022990.000000000022.990,18 (7,63) 000000000000010.000000000010 000000000000287.0000000000287 000000000000018.000000000018
Kalabrien Calabria Catanzaro ITF6 000000002006558.00000000002.006.558 000000000015080.000000000015.080,55 (5,00) 000000000000005.00000000005 000000000000409.0000000000409 000000000000010.000000000010
Sardinien1 Sardegna Cagliari ITG2 000000001667172.00000000001.667.172 000000000024089.000000000024.089,89 (7,99) 000000000000008.00000000008 000000000000377.0000000000377 000000000000009.00000000009
Ligurien Liguria Genua ITC3 000000001610993.00000000001.610.993 000000000005420.00000000005.420,24 (1,80) 000000000000004.00000000004 000000000000235.0000000000235 000000000000008.00000000008
Marken Marche Ancona ITE3 000000001558361.00000000001.558.361 000000000009694.00000000009.694,06 (3,22) 000000000000005.00000000005 000000000000246.0000000000246 000000000000008.00000000008
Abruzzen Abruzzo L’Aquila ITF1 000000001326393.00000000001.326.393 000000000010795.000000000010.795,12 (3,58) 000000000000004.00000000004 000000000000305.0000000000305 000000000000007.00000000007
Friaul-Julisch Venetien1 Friuli-Venezia Giulia Triest ITD4 000000001224201.00000000001.224.201 000000000007856.00000000007.856,48 (2,61) 000000000000004.00000000004 000000000000219.0000000000219 000000000000007.00000000007
Trentino-S√ľdtirol1 Trentino-Alto Adige Trient ITD1/24 000000001010044.00000000001.010.044 000000000013606.000000000013.606,87 (4,52) 000000000000002.00000000002 000000000000339.0000000000339 000000000000007.00000000007
Umbrien Umbria Perugia ITE2 000000000887589.0000000000887.589 000000000008456.00000000008.456,04 (2,81) 000000000000002.00000000002 000000000000092.000000000092 000000000000007.00000000007
Basilikata Basilicata Potenza ITF5 000000000590512.0000000000590.512 000000000009994.00000000009.994,61 (3,32) 000000000000002.00000000002 000000000000131.0000000000131 000000000000007.00000000007
Molise Molise Campobasso ITF2 000000000320601.0000000000320.601 000000000004437.00000000004.437,65 (1,47) 000000000000002.00000000002 000000000000136.0000000000136 000000000000002.00000000002
Aostatal1 Valle d’Aosta Aosta ITC2 000000000126292.0000000000126.292 000000000003263.00000000003.263,22 (1,08) 000000000000000.000000000002 000000000000074.000000000074 000000000000001.00000000001
Angaben vom Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31.März 2008
1 Region mit Sonderstatut
2 die Aufgaben der Provinz werden von der Region Aostatal √ľbernommen
3 Insgesamt 309 in den Regionen gew√§hlte Senatoren, zuz√ľglich sechs von Auslandsitalienern gew√§hlte und Senatoren auf Lebenszeit
4 f√ľr diese Region ist der NUTS-Code (je Provinz) etwas abweichend zum ISO 3166-2-Code der politischen innerstaatlichen Gliederung (IT-32 f√ľr die Region)

Reformpläne

Durch das von den Regierung Berlusconi Ende 2005 mittels ihrer Mehrheit in Abgeordnetenhaus und Senat verabschiedete Verfassungsgesetz sollte die Autonomie aller Regionen weiter ausgebaut werden. Neue Gesetzeskompetenzen waren vorgesehen, wie etwa Schule und Gesundheit f√ľr alle Regionen, oder die Verwaltungspolizei. Daf√ľr sollte das nationale Interesse als Beschr√§nkung wieder eingef√ľhrt werden. Im Gegenzug w√§re der Senat von den Regionen gebildet worden, und eben der F√∂derale Senat (Senato Federale) w√ľrde zusammen mit der staatlichen Abgeordnetenkammer die allf√§llige Verletzung des nationalen Interesses geltend machen. Das Inkrafttreten dieser Reform (sog. Devoluzione) wurde aber von einem Referendum (Volksentscheid) abh√§ngig gemacht, welches am 25. und 26. Juni 2006 stattgefunden hat und au√üer in Venetien und der Lombardei mit gro√üer Mehrheit abgelehnt wurde.

Das Kapitel Verfassungsreform scheint jedoch nicht endg√ľltig abgeschlossen zu sein: Auch in der Regierung Prodi gab es Bestrebungen, die regionalen Kompetenzen zu st√§rken und den Senat nach deutschem Modell in einen "Bundesrat" umzuwandeln. Unter der erneut amtierenden Berlusconi-Regierung soll auf Verlangen der Lega Nord vor allem die finanzielle Autonomie (sog. federalismo fiscale) der Regionen mit Normalstatut umgesetzt werden, w√§hrend den Regionen mit Sonderstatut zum Teil erhebliche Einsparungen aufgeb√ľrdet wurden.

Regionalwahlen

Alle Regionen und autonomen Provinzen k√∂nnen das Wahlsystem selbst bestimmen. Solange kein entsprechendes Wahlgesetz verabschiedet wurde, findet das f√ľr alle gleiche "alte" Wahlrecht Anwendung. Das staatliche Gesetz 43/1995, nach seinem Verfasser auch Tatarella-Gesetz genannt, sieht vor, dass 4/5 der Sitze im Regionalrat gem√§√ü der Stimmenst√§rke der Parteien vergeben werden. Es wird auch eine Sperrklausel von 3 % vorgesehen, die allerdings entf√§llt, wenn eine Partei unter 3% mit einer Partei, die mehr als 5 % der Stimmen bekommt, eine Koalition bildet. Das restliche F√ľnftel der Sitze wird der Siegerkoalition zugesprochen, um die Regierbarkeit zu garantieren. Und tats√§chlich sind die regionalen Regierungen au√üerordentlich stabil, und halten die f√ľnfj√§hrige Legislaturperiode in der Regel durch.

Die politische Landschaft wird von rivalisierenden Koalitionen Mitte-rechts- (fr√ľher Casa delle Libert√†) und Mitte-links-Koalitionen (fr√ľher L'Unione) gepr√§gt. Nach den Regionalwahlen von 2005 wurden nur noch vier Regionen vom Haus der Freiheiten regiert: Lombardei, Venetien, Molise und Sizilien. Nach der herben Wahlschlappe, in der sechs Regionen an Mitte-Links verloren gingen, trat Ministerpr√§sident Berlusconi zur√ľck und formierte eine neue Regierung.

Im Jahr 2008 konnte das Mitte-rechts-B√ľndnis die Wahlen in Friaul-Julisch Venetien und den Abruzzen f√ľr sich entscheiden, auf Sardinien regiert es seit Anfang 2009.

Am 28. und 29. M√§rz 2010 wurde in 13 von 20 Regionen neu gew√§hlt, von denen anfangs nur zwei von Mitte-rechts-Koalitionen regiert waren. Das B√ľndnis aus Popolo della Libert√† und Lega Nord konnte vier weitere Regionen dazugewinnen, w√§hrend das Mitte-links-B√ľndnis sieben Regionen halten konnte.[1] [2]

Mittlerweile regieren Mitte-rechts-Koalitionen in zehn Regionen. Sieben Regionen werden von Mitte-Links verwaltet. Auf Sizilien ist das Popolo della Libert√† aus der Koalition ausgetreten: Dort regieren nunmehr die Parteien Movimento per le Autonomie, Partito Democratico, Unione di Centro, Futuro e Libert√† per l‚ÄôItalia und Alleanza per l'Italia. In der Region Trentino-S√ľdtirol ist ein B√ľndnis aus Unione per il Trentino, Partito Autonomista Trentino Tirolese, Partito democratico und S√ľdtiroler Volkspartei an der Macht. Im Aostatal regieren die autonomistischen Parteien Union Vald√ītaine, Stella Alpina, F√©d√©ration Autonomiste zusammen mit dem Popolo della Libert√† (seit 2011).

Amtierende Regionalpräsidenten

Region
Präsident
im Amt seit
nächste Wahlen
Partei
Aostatal Augusto Rollandin
2008
2013
UV
Piemont Roberto Cota
2010
2015
LN
Lombardei Roberto Formigoni
1995
2015
PDL
Ligurien Claudio Burlando
2005
2015
PD
Trentino-S√ľdtirol Lorenzo Dellai
2011
2013[3]
UPT
Venetien Luca Zaia
2010
2015
LN
Friaul-Julisch Venetien Renzo Tondo
2008
2013
PDL
Emilia-Romagna Vasco Errani
1999
2015
PD
Toskana Enrico Rossi
2010
2015
PD
Umbrien Catiuscia Marini
2010
2015
PD
Marken Gian Mario Spacca
2005
2015
PD
Latium Renata Polverini
2010
2015
PDL
Abruzzen Gianni Chiodi
2008
2013
PDL
Molise Michele Iorio
2001
2011
PDL
Kampanien Stefano Caldoro
2010
2015
PDL
Apulien Nichi Vendola
2005
2015
SEL
Basilikata Vito De Filippo
2005
2015
PD
Kalabrien Giuseppe Scopelliti
2010
2015
PDL
Sizilien Raffaele Lombardo
2008
2013
MPA
Sardinien Ugo Cappellacci
2009
2014
PDL

Siehe auch

Fußnoten

  1. ‚ÜĎ Regionalwahlen in Italien: "Die Linke ist gescheitert", Die Presse, 30. M√§rz 2010
  2. ‚ÜĎ Regionalwahlen 2010: alle Ergebnisse im Detail, Corriere della Sera
  3. ‚ÜĎ keine Regionalwahlen: Rotation der Landeshauptleute von S√ľdtirol und des Trentino

Literatur

  • Alexander Grasse: Modernisierungsfaktor Region. Verlag f√ľr Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2005. ISBN 3-531-14638-6
  • Stefan K√∂ppl: Das politische System Italiens. Eine Einf√ľhrung. Verlag f√ľr Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007. ISBN 978-3-531-14068-1
  • Lutz Bergner: Der italienische Regionalismus. Ein Rechtsvergleich mit dezentralen und f√∂deralen Systemen, insbesondere mit dem deutschen f√∂derativen System. Verlag Dr. Kovac, Hamburg 2008, ISBN 978-3-8300-3997-6.

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