Italienische Streitkräfte

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Italienische Streitkräfte
Flag of Italy.svg Italienische Streitkräfte
Forze Armate Italiane
Italian Armed forces star.svg
F√ľhrung
Oberbefehlshaber: Staatspräsident Giorgio Napolitano
Verteidigungsminister: Ignazio La Russa
Militärischer Befehlshaber: Generalstabschef General Biagio Abrate
Sitz des Hauptquartiers: Rom
Militärische Stärke
Aktive Soldaten: 180.000 Soldaten

110.000 Carabinieri

Wehrpflicht: ausgesetzt (seit 2005)
Wehrtauglichkeitsalter: 18. Lebensjahr
Haushalt
Militärbudget: 21 Mrd Euro (2008)
Anteil am Bruttonationaleinkommen: 1,3% (2008)
Geschichte
Gr√ľndung: 17. M√§rz 1861 (Ausrufung des K√∂nigreichs Italien)
Faktische Gr√ľndung: 1946

Die italienischen Streitkräfte (it.: Forze Armate Italiane) unterstehen dem Verteidigungsministerium in Rom. Sie bestehen aus den Teilstreitkräften Heer (Esercito Italiano), Marine (Marina Militare) und Luftwaffe (Aeronautica Militare) sowie aus den Carabinieri (Arma dei Carabinieri).

Inhaltsverzeichnis

Auftrag

Die italienischen Streitkräfte haben den Auftrag,

  • die territoriale Integrit√§t des Staatsgebietes zu verteidigen und italienische diplomatische Vertretungen und Staatsb√ľrger im Ausland zu sch√ľtzen;
  • das euroatlantische B√ľndnisgebiet im Rahmen der NATO zu verteidigen;
  • im Rahmen internationaler Organisationen oder bi- oder multilateraler Abkommen einen friedenssichernden oder friedensschaffenden Beitrag zur L√∂sung internationaler Konflikte zu leisten;
  • im Inneren zum Schutz der freiheitlich-demokratischen Grundordnung beizutragen und insbesondere bei Not- oder Katastrophenf√§llen Hilfe zu leisten.

Der Artikel 11 der italienischen Verfassung hat folgenden Wortlaut: Italien lehnt den Krieg als Mittel des Angriffs auf die Freiheit anderer V√∂lker und als Mittel zur L√∂sung internationaler Streitigkeiten ab; unter der Bedingung der Gleichstellung mit den √ľbrigen Staaten stimmt es den Souver√§nit√§tsbeschr√§nkungen zu, die f√ľr eine den Frieden und die Gerechtigkeit unter den V√∂lkern gew√§hrleistende zwischenstaatliche Ordnung erforderlich sind; es f√∂rdert und beg√ľnstigt die auf diesen Zweck ausgerichteten internationalen Organisationen.

Organisation

Truppenfahnen der vier Teilstreitkräfte und der Guardia di Finanza (Parade in Rom, 2. Juni 2006)

Die Carabinieri sind eine milit√§rische Polizeitruppe, die innerhalb der anderen Teilstreitkr√§fte Milit√§rpolizeiaufgaben √ľbernimmt. Dar√ľber hinaus sch√ľtzen die Carabinieri diplomatische Vertretungen im Ausland und beteiligen sich an internationalen Friedenseins√§tzen. Der Gro√üteil der Carabinieri versieht jedoch in ganz Italien nach Weisung des Innenministeriums Polizeidienst. Bei Bedarf k√∂nnen diese Einheiten als eine Art Territorialheer an der Grenz- und Landesverteidigung mitwirken.

Die dem Finanzministerium unterstehende Guardia di Finanza (Finanzpolizei, Grenzschutz) und die vom Verkehrsministerium gef√ľhrte Guardia Costiera (K√ľstenwache) k√∂nnen im Verteidigungsfall zur Grenz- und Landesverteidigung ebenfalls dem Verteidigungsministerium unterstellt werden.

Berufsarmee

Seit Aussetzung der Wehrpflicht zum 30. Juni 2005 bestehen die italienischen Streitkr√§fte nur noch aus Berufssoldaten und Freiwilligen. Die Sollst√§rke liegt offiziell noch bei 190.000 M√§nnern und Frauen (Heer 112.000, Marine 34.000, Luftwaffe 44.000), die Istst√§rke liegt derzeit bei rund 180.000 Soldaten. Hinzu kommen rund 110.000 Carabinieri und etwa 33.000 zivile Mitarbeiter. Italien gibt traditionell nur relativ wenig Geld f√ľr seine Streitkr√§fte aus. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegen die Verteidigungsausgaben am Ende der entsprechenden Liste der NATO-Staaten. Der offizielle Verteidigungshaushalt liegt derzeit bei rund 20 Mrd Euro, wovon auch die Carabinieri finanziert werden. Die Mittel f√ľr Auslandseins√§tze und ausgew√§hlte, industriepolitisch wichtige Beschaffungsvorhaben kommen aus anderen Haushalten. Auf Grund der angespannten Finanzlage soll in den kommenden Jahren die Sollst√§rke von Heer, Marine und Luftwaffe insgesamt um 30.000 Soldaten reduziert werden. Drastische Rationalisierungsma√ünahmen sind in der Verwaltung und in der Logistik geplant, die soweit wie m√∂glich in einer integrierten Organisation der Streitkr√§fte fusionieren sollen. √úberlegungen die Carabinieri ganz dem Innenministerium zu unterstellen (und gar ihren Haushalt den anderen Teilstreitkr√§ften zur Verf√ľgung zu stellen) wurden immer wieder verworfen.

F√ľhrungsstruktur

Flagge des Verteidigungsministers

Politische F√ľhrung

Laut Verfassung hat der Staatspr√§sident die oberste Befehls- und Kommandogewalt √ľber die italienischen Streitkr√§fte. Er ist Vorsitzender des ‚ÄěObersten Verteidigungsrates‚Äú (Consiglio Supremo di Difesa), dem neben ihm auch noch der Ministerpr√§sident, die Minister f√ľr √Ąu√üeres, Inneres, Finanzen, Verteidigung und Industrie sowie der Generalstabschef der Streitkr√§fte angeh√∂ren. Dieses in der Regel alle sechs Monate tagende Gremium ist ein Beratungsorgan, gibt dem Staatspr√§sidenten aber auch die M√∂glichkeit zur Durchsetzung seiner verfassungsm√§√üigen obersten Richtlinienkompetenz in Verteidigungsfragen. In der Verfassungswirklichkeit legen jedoch Parlament und Regierung die milit√§rpolitischen Richtlinien fest. Der Verteidigungsminister ist f√ľr die Umsetzung derselben politisch verantwortlich.

Das Verteidigungsministerium ist das zentrale Organ zur F√ľhrung, Gestaltung und Verwaltung der italienischen Streitkr√§fte. Unter der politischen Ebene des Ministers und der (ausschlie√ülich parlamentarischen) Staatssekret√§re befinden sich zwei gro√üe F√ľhrungsbereiche, der Generalstab der Streitkr√§fte (Stato Maggiore della Difesa-SMD) auf der einen und das Generalsekretariat des Ministeriums (Segretariato Generale della Difesa-SGD) auf der anderen Seite, das zugleich ‚ÄěNationale R√ľstungsdirektion‚Äú (Direzione Nazionale degli Armamenti) ist. Der Minister kann dar√ľber hinaus √ľber den zivilen Nachrichtendienst Agenzia Informazioni e Sicurezza Esterna (AISE) verf√ľgen, der teilweise auch milit√§rische Themen abdeckt.

Generalstab

Wappen des Generalstabs der Streitkräfte

Der Generalstab der Streitkr√§fte (Stato Maggiore della Difesa-SMD) ist seit 1997 das zentrale milit√§rische Planungs- und F√ľhrungsorgan der italienischen Streitkr√§fte. Bis 1997 hatte dieser Generalstab gegen√ľber den Generalst√§ben der Teilstreitkr√§fte als primus inter pares nur Koordinierungskompetenzen. Zur F√ľhrung der italienischen Streitkr√§fte bedient sich der Generalstabschef des Comando Operativo di vertice Interforze-COI (dt. ‚ÄěEinsatzf√ľhrungskommando‚Äú, Rom-Centocelle), mit dem er an den Generalst√§ben von Heer, Marine und Luftwaffe vorbei Operationen der Teilstreitkr√§fte direkt leiten kann. Die Carabinieri unterstehen dem Generalstabschef nur in milit√§risch-operativen Belangen (z.B. Milit√§rpolizeieins√§tze bei Auslandseins√§tzen). F√ľr das milit√§risch-operative Nachrichtenwesen untersteht der 2. Generalstabsabteilung das Centro Intelligence Interforze. Zur einheitlichen Planung und Durchf√ľhrung von Sonderoperationen entstand im Dezember 2004 im Einsatzf√ľhrungskommando (‚ÄěCOI‚Äú) das Comando interforze per le Operazioni delle Forze Speciali (‚ÄěCOFS‚Äú). Truppendienstlich unterstehen die italienischen Spezialeinheiten weiterhin den vier Teilstreitkr√§ften, gemeinsame Grundsatzangelegenheiten und vor allem die einheitliche Einsatzf√ľhrung liegen jedoch in der Zust√§ndigkeit des Generalstabs der Streitkr√§fte. Dem Generalstabschef unterstehen dar√ľber hinaus einige Ausbildungseinrichtungen, darunter die F√ľhrungsakademie der italienischen Streitkr√§fte (Centro Alti Studi per la Difesa-CASD) mit ihrem Generalstabsinstitut (Istituto Superiore di Stato Maggiore Interforze-ISSMI).

Generalsekretariat/Nationale R√ľstungsdirektion

Der Generalsekret√§r des Verteidigungsministeriums (Segretario Generale della Difesa-SGD) koordiniert die Arbeit der derzeit zehn Abteilungen des Ministeriums. Unter anderem ist das milit√§rische Beschaffungswesen hier angesiedelt, weswegen der Generalsekret√§r zugleich ‚ÄěNationaler R√ľstungsdirektor‚Äú (Direttore Nazionale degli Armamenti-DNA) ist. Diese Position wurde bisher noch nie mit einem Zivilisten besetzt, die des Stellvertreters in der Regel schon. Der SGD/DNA untersteht dem Minister direkt. Der Generalstabschef hat aber im Rahmen seiner Planungszust√§ndigkeiten in der Gesamtkonzeption der Streitkr√§fte ein Weisungsrecht gegen√ľber dem Generalsekret√§r.

Personalstruktur

Italienisches Segelschulschiff Amerigo Vespucci 2005 in Bremerhaven

Mannschaften

Schon vor Abschaffung der zuletzt zehnmonatigen Wehrpflicht (und des zivilen Ersatzdienstes) √§nderten die italienischen Streitkr√§fte ihre Personal- und Laufbahnstruktur, die 2004 nochmals letzte Modifikationen erhielt. Demnach gibt es jetzt einen ‚Äěfreiwilligen‚Äú einj√§hrigen Wehrdienst (Volontario in Ferma Prefissata 1 - VFP1), der allerdings bei den Mannschaften Voraussetzung f√ľr eine Weiterverpflichtung in der Armee und insbesondere Voraussetzung f√ľr einen Eintritt in die Anfangsverwendungen der Carabinieri, der Polizia di Stato, der Guardia di Finanza, der Guardia Costiera und zum Teil anderer Organisationen im Zivilschutz, sowie in der Wehrverwaltung ist. Dieser einj√§hrige Wehrdienst kann unter Umst√§nden einmal wiederholt werden. Der Zugang zu den Carabinieri und zur Guardia di Finanza wird jedoch erleichtert, wenn man sich f√ľr weitere vier Jahre weiterverpflichtet hat (VFP4). Die VFP4-Soldaten bilden das R√ľckgrat der italienischen Streitkr√§fte. Sie dienen besonders bei den Kampfverb√§nden, die auch f√ľr Auslandseins√§tze vorgesehen sind. Da nicht alle Freiwilligen sp√§ter bei Armee und Polizei √ľbernommen werden k√∂nnen, erhalten sie dienstbegleitende berufsqualifizierende Fortbildungskurse, wobei das Verteidigungsministerium Abkommen mit (wehrtechnischen) Industriebetrieben geschlossen hat, die Interesse an ehemaligen Soldaten zeigen. Mit diesen Initiativen hat die Armee eine wichtige sozialpolitische Rolle √ľbernommen, besonders im Hinblick auf die angespannte Arbeitsmarktlage f√ľr Jugendliche in S√ľditalien. Die Attraktivit√§t des Dienstes ist auch bei der Mannschaftslaufbahn hoch, weswegen die Streitkr√§fte durchaus die M√∂glichkeit haben, ihr Personal (auch nach den Kriterien der sp√§teren Abnehmer bei den Polizeien) auszuw√§hlen. Nach Ablauf der vierj√§hrigen Dienstzeit k√∂nnen die Freiwilligen unter Umst√§nden nochmals 2√ó2 Jahre verl√§ngern, so dass √ľber Zeitvertr√§ge maximal ein zehnj√§hriger Verbleib bei der Armee erreicht werden kann. Geeignete Freiwillige k√∂nnen bei Heer, Marine und Luftwaffe je nach Bedarf nach f√ľnf Jahren Berufssoldaten werden (Volontario in Servizio Permanente - VSP; Besoldungsrechtlich haben diese Mannschaften bereits einen Unteroffiziersstatus) und nach einiger Zeit zu Unteroffizieren ohne Portepee bef√∂rdert werden. Ein weiterer Aufstieg in die gehobene Laufbahn der Unteroffiziere mit Portepee ist bei Bew√§hrung m√∂glich, wird aber durch den Besitz eines Abiturzeugnisses erheblich erleichtert.

Unteroffiziere

Italienischer Eurofighter des 4¬ļ Stormo

Bei den Unteroffizieren wurden bereits Mitte der 1990er Jahre die Unteroffiziere mit Portepee von den Unteroffizieren ohne Portepee und den Mannschaften getrennt. Abiturienten k√∂nnen sich direkt f√ľr einen Eintritt in die Laufbahn der Unteroffiziere m. P. bewerben. Sie werden zwei Jahre an den Unteroffiziersschulen milit√§risch ausgebildet und gehen zus√§tzlich an eine zivile Universit√§t, wo sie in aller Regel ‚ÄěWirtschafts- und Organisationswissenschaften‚Äú studieren und nach drei Jahren einen Bachelor erwerben. Diese Soldaten sind heute in Verwendungen t√§tig (besonders als Zugf√ľhrer), die fr√ľher oft ausschlie√ülich Offizieren vorbehalten waren. Durch diese Neuordnung hat der in Italien (besonders bei den Carabinieri) ohnehin allseits beliebte ‚ÄúMaresciallo‚ÄĚ (Feldwebel, 5 Dienstgradstufen) eine erhebliche qualitative Aufwertung erfahren.

Offiziere

Die Offiziere stellen heute eine wirkliche Elite dar, die in der Regel vier Jahre an den Milit√§rakademien in Modena und Turin bzw. Rom (Heer und Carabinieri), Livorno (Marine) und Pozzuoli bei Neapel (Luftwaffe) milit√§risch und akademisch ausgebildet werden und daneben auch an zivilen Universit√§ten studieren, bis sie nach f√ľnf Jahren einen Master erwerben. Bewerber mit Abschl√ľssen in besonderen Studienrichtungen k√∂nnen bei Bedarf auch direkt eingestellt werden und erhalten nach einer k√ľrzeren milit√§rischen Ausbildung den Dienstgrad Unterleutnant oder Leutnant. Manchen Offizieren erm√∂glichen die Streitkr√§fte nach einer gewissen Zeit auch ein Postgraduierten- oder ein Forschungsstudium. Weitere Ausbildungsstationen der Offiziere sind u. U. die F√ľhrungsakademien der Teilstreitkr√§fte (Stabsoffizierlehrgang, Generalstabslehrgang) und schlie√ülich die F√ľhrungsakademie der Streitkr√§fte (CASD).

Reserve

Astra-Lkw, italienisches Heer

Mit Aussetzung der Wehrpflicht wurde auch das gesamte Reservistenwesen (forze di completamento) auf die Grundlage der Freiwilligkeit gestellt. Soldaten aller Dienstgrade k√∂nnen nach ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst f√∂rmlich ihre Bereitschaft erkl√§ren, sich im Rahmen der Reserve den Streitkr√§ften zur Verf√ľgung zu stellen (maximal bis zum vollendeten 45. Lebensjahr, f√ľr Berufssoldaten gelten Sonderregelungen). Das Dienstverh√§ltnis hat einen zeitarbeits√§hnlichen Charakter, wobei die Anzahl der j√§hrlichen Diensttage in der Regel 180 Tage nicht √ľbersteigen darf. In diesem Zusammenhang gilt ein Arbeitsplatzschutzgesetz aus dem Jahr 1955. Im Fall der Reaktivierung ist der Reservist den anderen Soldaten in jeder Hinsicht gleichgestellt, auch hinsichtlich der Besoldung. Die aktiven Milit√§rverb√§nde unterhalten in aller Regel Reserveeinheiten, die Kontakte zu ihren ehemaligen Angeh√∂rigen und Reservisten pflegen und letztere bei Bedarf entsprechend aus- oder weiterbilden. Diesen Reserveeinheiten k√§me im Spannungs- oder Verteidigungsfall und bei einer Wiedereinf√ľhrung der Wehrpflicht eine besondere Rolle zu. Reservisten werden derzeit nach vier- bis sechsw√∂chigen Lehrg√§ngen regelm√§√üig bei aktiven Einheiten eingesetzt, auch im Ausland.

Da die Streitkr√§fte einen permanenten Bedarf an hochqualifizierten und erfahrenen Spezialisten besonderer Fachbereiche haben, ist es m√∂glich, bei entsprechender Qualifikation auch als ungedienter Zivilist Reservist in der so genannten riserva selezionata (‚Äěausgew√§hlte Reserve‚Äú) zu werden. Besonders gefragt sind hier unter anderem Ingenieure, √Ąrzte, Psychologen und Sprachmittler. Vor einer √úbernahme in diese besondere Reserve muss normalerweise ein vierw√∂chiger Lehrgang an einer Milit√§rschule absolviert werden. Von der M√∂glichkeit, diese Reserveoffiziere z.B. bei Friedensmissionen im Ausland einzusetzen, wird rege Gebrauch gemacht.

Teilstreitkr√§fte und Ausr√ľstung

Italienischer Sch√ľtzenpanzer Freccia
Transportflugzeug Alenia C-27
Predator (Drohne) der italienischen Luftwaffe
  • Die Personalst√§rke der italienischen Streitkr√§fte betr√§gt derzeit 179.155 Soldaten und 33.207 zivile Mitarbeiter:
    • 103.968 Heer
    • 32.612 Marine
    • 42.575 Luftwaffe.

Dazu kommen 108.911 Carabinieri. Die Personalst√§rke von Heer, Marine und Luftwaffe wird seit 2009 aus Kostengr√ľnden schrittweise verringert.

Nachstehend eine Auswahl der wichtigsten Waffensysteme:

CoA Esercito Italiano.svg Heer

Hauptartikel siehe Italienisches Heer

Panzer und gepanzerte Fahrzeuge

  • 200 Ariete (Kampfpanzer)
  • 240 Centauro (Radkampfpanzer) (urspr√ľnglich 400)
  • 200 Dardo (Sch√ľtzenpanzer)
  • 249 Freccia (Radsch√ľtzenpanzer, in Auslieferung)
  • 500 VCC1 (Transportpanzer, Variante des M113)
  • 580 Puma (Transportpanzer)
  • 1.000 M113 (Transportpanzer)
  • 189 Bv206s (Gebirgstransportpanzer)
  • 35 AAV7 (amphibischer Transportpanzer)

Artillerie

Hubschrauber

CoA Marina Militare Italiana.svg Marine

Hauptartikel siehe Italienische Marine

Seefahrzeuge

Luftfahrzeuge

  • 16 AV-8B+ Harrier II (Kampfflugzeug, ehemals 18)
  • 22 EH-101 (Mehrzweckhubschrauber)
  • 12 SH-3D (Mehrzweckhubschrauber in Ausmusterung, ehemals 36)
  • 40 AB-212ASW (Hubschrauber in Ausmusterung, ehemals 67)
  • 50 NH90 (Mehrzweckhubschrauber, bestellt)

Coat of arms of the Italian Air Force.svg Luftwaffe

Hauptartikel siehe Italienische Luftwaffe

  • 96 Eurofighter (Kampfflugzeug, im Zulauf)
  • 14 F-16ADF (Kampfflugzeug, geleast bis 2012)
  • 75 Tornados (Kampfflugzeug, davon 15 ECR; ehemals 100)
  • 67 AMX (Kampfflugzeug, ehemals 138)
  • 82 MB 339 (Trainer und leichtes Erdkampfflugzeug)
  • 21 C-130J (Transportflugzeug und Tanker)
  • 12 C-27J (Transportflugzeug)
  • 4 Boeing 767 (Tank- und Transportflugzeug)
  • 24 HH-3F (Rettungs- und Transporthubschrauber)
  • 32 AB-212 (Rettungs- und Transporthubschrauber)
  • 49 NH 500 (Ausbildungs- und leichter Kampfhubschrauber)
  • 10 Predator (Drohne) (davon 4 Predator B/MQ-9 Reaper im Zulauf)

Stemma Arma Carabinieri.jpg Carabinieri

Hauptartikel siehe Carabinieri

Geschichte

Bersaglieri 1855 auf der Krim
Bomber Piaggio P.108 (1942)
Tragfl√ľgelboot Nibbio (P 421) (1982)

Die italienischen Streitkr√§fte sind im Wesentlichen eine Fortf√ľhrung der piemontesischen Armee. Bei der Einigung Italiens stand das K√∂nigreich Piemont-Sardinien an der Spitze der Einigungsbewegung und gab dem neuen Staat neben seinen zivilen Institutionen auch die Armee, in die alle anderen Streitkr√§fte der Vorg√§ngerstaaten integriert wurden.

Erst mit der Gr√ľndung der italienischen Luftwaffe 1923 stellte sich erstmals die Frage nach einer Integration der Teilstreitkr√§fte unter einem Dach. Mussolini schuf das ‚ÄěStreitkr√§fteministerium‚Äú (Ministero delle Forze Armate), welches jedoch praktisch auf seinen Schreibtisch beschr√§nkt blieb. Staatssekret√§re f√ľhrten w√§hrend des Faschismus die Ministerien f√ľr Krieg, Marine und Luftfahrt. Relativ fr√ľh erkannte man die Notwendigkeit eines Gesamtgeneralstabs, der dann unter Pietro Badoglio auch eingerichtet wurde (Stato Maggiore Generale), sich aber gegen die Generalst√§be der Teilstreitkr√§fte nie wirklich durchsetzen konnte. Teilweise wurden die Generalst√§be der Streitkr√§fte und des Heeres in Personalunion gef√ľhrt, weil es dem Stato Maggiore Generale an der n√∂tigen Infrastruktur fehlte.

Erst w√§hrend des Zweiten Weltkrieges gelang es Ugo Cavallero mit der Einrichtung des Comando Supremo, eine gewisse Einheitlichkeit bei Planungen und Operationen zu erreichen. Einer der Gr√ľnde f√ľr das schlechte Abschneiden der italienischen Streitkr√§fte im Zweiten Weltkrieg lag bei der Erbitterung, mit der die Teilstreitkr√§fte ihre Partikularinteressen verteidigten.

Nach 1945 wurde zwar ein Verteidigungsministerium eingerichtet, wobei es sich aber um einen riesigen Topf handelte, in den alle fr√ľheren Abteilungen gesteckt wurden. Auch der neue Generalstab der Streitkr√§fte konnte sich wiederum nicht gegen die Teilstreitkr√§fte durchsetzen. In den 50er Jahren hatte die italienische Marine die Chance, von den Vereinigten Staaten einen leichten Flugzeugtr√§ger zu erwerben. Die italienische Luftwaffe lie√ü die dazugeh√∂rigen Flugzeuge der Marine von den Carabinieri beschlagnahmen, als sie in Italien eintrafen, weil das Gesetz den Besitz von Kampfflugzeugen ausschlie√ülich der Luftwaffe erlaubte. Erst Ende der 1980er Jahre wurde dieses Problem gel√∂st. W√§hrend des Kalten Krieges lag die Sollst√§rke der Armee (1975-1991) bei 395.000 Soldaten (Heer 267.000, Marine 56.000, Luftwaffe 72.000), das neue ‚ÄěVerteidigungsmodell‚Äú (Nuovo Modello di Difesa-NMD) legte sie 1997 auf 250.000 Mann (Heer 150.000, Marine 40.000, Luftwaffe 60.000) fest. Die Reform von 1997 brachte f√ľr die Armee auch strukturell einen tiefen Einschnitt. Endlich wurde sowohl das Verteidigungsministerium als auch der Generalstab vollst√§ndig reorganisiert und auch alle anderen milit√§rischen F√ľhrungsstrukturen modernisiert. Mit der Professionalisierung der Armee hat Italien erstmals vern√ľnftige Streitkr√§fte, die aber wie immer durch eine permanente Unterfinanzierung geschw√§cht werden. Aus diesem Grund kann auch die im Jahr 2000 (Gesetz 14.11.00/331) f√ľr die neue Berufsarmee festgelegte Sollst√§rke von 190.000 M√§nnern und Frauen nicht gehalten werden.

Die italienischen Streitkr√§fte litten in ihrer gesamten Geschichte unter der zum Teil kriminellen Verantwortungslosigkeit, mit der italienische Politiker mit ihnen umgingen. Die Geschichte des italienischen Nationalstaates kennt nur Angriffskriege (keinen einzigen Verteidigungskrieg), bei denen stets auf eine Armee zur√ľckgegriffen wurde, die f√ľr diese Aufgaben unzureichend vorbereitet war und dann durch falsche strategische Schwerpunktsetzungen und schlechte milit√§rische F√ľhrung weiter √ľberfordert wurde.

Siehe auch

Weblinks


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