Jane Grey

ÔĽŅ
Jane Grey
M√∂glicherweise Lady Jane Grey Dudley (K√ľnstler unbekannt)

Lady Jane Grey (* 1536/1537[1][2] in Bradgate in Leicestershire (Mittelengland); ‚Ć 12. Februar 1554 im Tower in London) beanspruchte im Jahr 1553 f√ľr kurze Zeit den Titel einer K√∂nigin von England. Seither hat sie den Beinamen Neuntagek√∂nigin oder Dreizehntagek√∂nigin (je nach Thronfolgedatum; engl. The Nine Days‚Äô Queen bzw. The Thirteen Days‚Äô Queen). Ihre Eltern waren Henry Grey, 1. Herzog von Suffolk, und dessen Ehefrau Frances Brandon, Tochter von Mary Tudor und Nichte von Heinrich VIII.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Kindheit

Jane wurde auf dem Gebiet des heutigen Bradgate Park nahe Newtown Linford geboren. Ihr genaues Geburtsdatum ist unbekannt, nur das Jahr ist √ľberliefert. Neuere Forschungen grenzen den Zeitraum ihrer Geburt auf die zweite H√§lfte 1536 bis Juli 1537 ein[1][2]. Sie war die √§lteste √ľberlebende Tochter von Henry Grey, Marquess of Dorset und seiner Frau Frances Brandon und hatte zwei j√ľngere Schwestern, Catherine und Mary. Ihre Gro√ümutter m√ľtterlicherseits war Mary Tudor, die j√ľngere Schwester von Heinrich VIII., deren Nachkommen in der Thronfolge direkt hinter den legitimen Kindern des K√∂nigs standen.

Mit zehn Jahren wurde Jane in den Haushalt der ehemaligen K√∂nigin Catherine Parr aufgenommen. Ein wesentlicher Grund daf√ľr war das Versprechen von Catherine Parrs neuem Ehemann Thomas Seymour, dem Lord High Admiral, Jane mit seinem Neffen, dem jungen K√∂nig Eduard VI., zu verheiraten. Ihr Vater Henry Grey sagte sp√§ter aus, dass Thomas Seymour ihm einen Boten gesandt h√§tte, der ihm ausrichtete, ‚Äěwenn ich zustimmen w√ľrde, will er mir zusichern, dass der Admiral M√∂glichkeiten finden w√ľrde, f√ľr sie eine Ehe zu schlie√üen, die mir wohl gefallen w√ľrde.‚Äú Auf Greys Frage, mit welchem Kandidaten Seymour Jane verheiraten wollte, antwortete der Bote: ‚ÄěMit dem K√∂nig.‚Äú[3] Damals war es nicht un√ľblich, Kinder von edler Abkunft in adligen Haushalten erziehen zu lassen und ein solches Heiratsversprechen mit Aussicht auf die Krone √ľberzeugte schlie√ülich auch Frances Brandon und Henry Grey.

 
 
Catherine Parr und Thomas Seymour, Jane Greys Vorm√ľnder

Jane lebte nun gemeinsam mit ihrer Cousine Elisabeth Tudor in Catherine Parrs Haushalt und erhielt dort f√ľr eine Frau ihrer Zeit eine ausgezeichnete Erziehung, die sp√§ter bei ihren Eltern fortgesetzt wurde. Das Heim der ehemaligen K√∂nigin war ein Treffpunkt f√ľr den protestantischen Adel und sie selbst war eng befreundet mit Katherine Willoughby, der verwitweten letzten Ehefrau von Janes Gro√üvater Charles Brandon und Patronin der Reformation. √úber Janes Beziehung zu ihrer um drei Jahre √§lteren Cousine Elizabeth ist nicht viel √ľberliefert, allerdings wurde Jane sowohl von John Foxe als auch von Roger Ascham f√ľr die intelligentere der beiden gehalten.[4]

Als Catherine Parr nur ein Jahr sp√§ter im Kindbettfieber starb, endete Janes Zeit in ihrem Haushalt. Sie nahm bei dem Begr√§bniszeremoniell die Hauptrolle ein, die des chief mourners. Es war das erste k√∂nigliche Begr√§bnis nach protestantischem Ritus. Thomas Seymour, dessen Stern bereits im Sinken begriffen war, versuchte Frances Brandon und Henry Grey zu √ľberzeugen, ihm weiterhin ihre Tochter zur Erziehung zu √ľberlassen. Die beiden weigerten sich mit der Begr√ľndung, dass ein junges M√§dchen auf keinen Fall in einem Haushalt bleiben k√∂nnte, dem keine Frau vorstand.[5] M√∂glicherweise spielte auch Thomas Seymours schlechter Ruf eine Rolle. Nur wenige Monate zuvor hatte er Janes Cousine Elisabeth so offensichtlich nachgestellt, dass Catherine Parr gezwungen gewesen war, das junge M√§dchen aus ihrem Haushalt zu entfernen. Frances Brandon und Henry Grey hatten daher, von allen politischen Unw√§gbarkeiten abgesehen, allen Grund, ihre Tochter zur√ľck nach Hause zu holen, statt sie der Obhut eines solchen skandalbehafteten Mannes zu √ľberlassen. F√ľr eine kurze Weile setzte Seymour seinen Willen durch und sicherte sich erneut Janes Vormundschaft, allerdings wurde er wenig sp√§ter wegen Verrats hingerichtet. Jane kehrte zur√ľck ins Haus ihrer Eltern.

Verhältnis zu ihren Eltern

Die Romantisierung Janes im viktorianischen Zeitalter als unschuldige Kindsbraut und K√∂nigin wider Willen brachte als Nebeneffekt die D√§monisierung ihrer Eltern mit sich. Gerade Frances wurde als grausame Rabenmutter dargestellt, die Jane misshandelte und sie in eine verhasste Ehe zwang, um sie auf den Thron zu hieven. Als Beweis f√ľr die Schlechtigkeit von Janes Eltern wird meistens das Gespr√§ch zwischen dem Humanisten Roger Ascham und Jane Grey herangezogen, in dem Jane ihm erz√§hlt:

‚ÄěIn der Gegenwart meines Vaters oder meiner Mutter [...] ob ich nun spreche oder schweige, sitze, stehe oder gehe, esse, trinke, traurig oder fr√∂hlich bin, n√§he, spiele, tanze oder irgendetwas anderes tue, muss ich es stets so angemessen und vollkommen tun wie Gott die Welt erschuf, denn andernfalls werde ich so scharf gescholten, so grausam bedroht, manchmal auch gekniffen, gesto√üen oder geknufft [‚Ķ] dass ich glaube, mich in der H√∂lle zu befinden.[6]‚Äú

Allerdings verlief in der damaligen Zeit Kindererziehung wesentlich anders als heutzutage. Schl√§ge waren ein gesellschaftlich v√∂llig akzeptiertes Mittel der Z√ľchtigung, solange es ein gewisses Ma√ü nicht √ľberschritt. In dieser Hinsicht hielten sich die Eltern der Tudorzeit an das Bibelzitat: ‚ÄěWer mit der Rute spart, verdirbt sein Kind.‚Äú Jane wurde nicht anders erzogen oder gez√ľchtigt als andere Kinder ihrer Generation. Selbst der von ihr f√ľr seine Freundlichkeit in den h√∂chsten T√∂nen gelobte Tutor John Aylmer stimmte mit ihren Eltern √ľberein, dass Jane Disziplin erlernen musste, um ihr Temperament zu z√ľgeln.[7]

 
 
Henry Grey und Frances Brandon, Eltern von Jane Grey

Jane mochte es ablehnen, in der √Ėffentlichkeit perfekte Manieren zeigen zu m√ľssen, doch ihre Eltern hatten bereits erkannt, dass Jane zur Elite der neuen gebildeten, protestantischen Generation geh√∂ren w√ľrde und taten ihr M√∂glichstes, ihre Tochter auf diese Rolle vorzubereiten. Die Aufzeichnung dieses Gespr√§chs fand zudem Jahre sp√§ter statt, als es Ascham in erster Linie darum ging zu erkl√§ren, dass Freundlichkeit des Lehrers entscheidend war f√ľr die Leistungen des Sch√ľlers. Ein Brief Aschams kurz nach dem Besuch bei Jane Grey ist voll des Lobes f√ľr sie und f√ľr ihre Eltern.[7]

Hinzu kam, dass Jane alles andere als ein f√ľgsames Kind war. Im Haus Catherine Parrs hatte sie mehr Freiheiten genossen als im Haushalt ihrer Eltern und war f√ľr ihre Gelehrigkeit und ihre Auffassungsgabe bewundert worden. Es hatte ihr ein neues Selbstwertgef√ľhl gegeben und damit fiel es ihr schwer, sich wieder in die Rolle der gehorsamen Tochter zu finden.[8] Gehorsam und Disziplin waren allerdings Tugenden, die in der Tudorzeit f√ľr ein junges M√§dchen als unbedingt n√∂tig erachtet wurden, insbesondere f√ľr eine Angeh√∂rige der k√∂niglichen Familie. Somit waren zwischen Eltern und Tochter einige K√§mpfe vorprogrammiert, insbesondere da Jane sich ihrem rebellischen Alter n√§herte.

Beide Eltern waren begeistert von den Fortschritten, die ihre Tochter machte und die bereits die Aufmerksamkeit ausländischer Gelehrter auf sich gelenkt hatten. Der Kaplan der Familie, James Haddon, erzählte dem Italiener Michelangelo Florio, dass Jane ihre Gläubigkeit von ihren Eltern geerbt hatte und ihrer Mutter sehr nahe stand.[9] Auch später, als Jane bereits bei den Eltern ihres Mannes Guildford Dudley lebte, stahl sie sich trotz des Verbots ihrer dominanten Schwiegermutter aus dem Haus, um Trost bei ihrer Mutter zu suchen.

Janes Lehrer und Vorbilder

Von seinem Besuch in Janes Elternhaus 1550 berichtete Roger Ascham, dass er sie Platon im griechischen Original lesend vorfand. Ascham lobte in seinen Briefen ihre Beherrschung der griechischen Sprache; zus√§tzlich soll sie auch Franz√∂sisch, Italienisch sowie Latein und Hebr√§isch beherrscht haben. Als Roger Ascham sie lesend fand, w√§hrend ihre Familie im Park jagte, fragte er sie: ‚ÄěWie, Madam, ist Euch solcher Zeitvertreib lieber als in den Park zu gehen?‚Äú Jane erwiderte: ‚ÄěIch denke, all ihr Vergn√ľgen ist lediglich ein Schatten zu dem Vergn√ľgen, das ich in Platon finde. Ach, die lieben Menschen, sie haben niemals gesp√ľrt, was Vergn√ľgen tats√§chlich ist.‚Äú[10] Diese Einsch√§tzung ihrer Eltern war allerdings nicht gerechtfertigt. Insbesondere ihr Vater war bekannt f√ľr seinen Wissensdurst und sein Interesse an Literatur und Sprachen. Genau wie Jane war er an Bildung und der protestantischen Religion interessiert und zeitgen√∂ssischen Berichten zufolge war Jane seine Lieblingstochter.[11] Er hatte die Ausbildung John Aylmers, des sp√§teren Bischofs von London, entscheidend gef√∂rdert und ihn als Lehrer f√ľr seine Tochter eingestellt.

Heinrich Bullinger, Korrespondent Jane Greys

Bereits als F√ľnfzehnj√§hrige korrespondierte Jane mit dem Reformator Heinrich Bullinger in Z√ľrich. Dessen Sch√ľler Johannes von Ulm besuchte Jane und schrieb anschlie√üend seinen Schweizer Freunden Briefe voller Bewunderung √ľber ihren hohen Bildungsgrad.[12] Durch den Kontakt mit Bullinger schien Janes Verhalten im Laufe der Zeit deutlich bescheidener zu werden, denn ihr Vater schrieb ihm 1551, nur ein Jahr nach Janes vernichtendem Urteil:

‚ÄěIch gebe zu, Euch im Namen meiner Tochter √§u√üerst verbunden zu sein daf√ľr, dass Ihr sie stets in Euren guten Briefen angeregt habt zu einem wahren Glauben an Christus, dem Studium der heiligen Schrift, der Reinheit ihres Verhaltens und der Unschuld bez√ľglich des Lebens. Ich ersuche Euch dringend, diese Anregungen so oft wie m√∂glich fortzusetzen.[13]‚Äú

Haddon, der Kaplan der Familie, unterstrich diese Aussage mit seinem eigenen Brief an Bullinger nur wenige Tage sp√§ter: ‚ÄěEure Anregungen ermutigen sie und gleichzeitig misst sie ihnen angemessenes Gewicht zu, entweder weil sie von einem Fremden kommen oder von solch einer bedeutenden Pers√∂nlichkeit.‚Äú[13]

Jane und der Katholizismus

Ein Thema, bei dem Janes Temperament besonders heftig zutage trat, war Religion. Ihre Eltern waren Protestanten und mit protestantischen Vorreitern wie Katherine Willoughby, Frances' junger Stiefmutter, befreundet. Im Haushalt Catherine Parrs war Jane stark protestantisch beeinflusst worden und ihr Schulmeister John Aylmer lie√ü keine Gelegenheit aus, die Korruption und Eitelkeit des katholischen Glaubens zu gei√üeln. Zudem behauptete ein elisabethanischer Jesuit, dass die wegen Ketzerei verurteilte Protestantin Anne Askew Kontakt zu Frances und den Greys gehabt hatte, m√∂glicherweise √ľber Katherine Willoughby. [14]

In diesem protestantisch gepr√§gten Umfeld entwickelte Jane einen sehr starken Glauben und eine unbeirrbare religi√∂se √úberzeugung. Nach dem Tod ihrer jungen Onkel Henry und Charles, ungef√§hr so alt wie sie selbst, war Jane die gro√üe Hoffnung f√ľr Protestanten ihrer Generation. Ihre junge Stiefgro√ümutter Katherine Willoughby hatte sich nach dem Tod ihrer S√∂hne f√ľr lange Zeit aus dem √∂ffentlichen Leben zur√ľckgezogen und Jane wurde allm√§hlich als eine der f√ľhrenden protestantischen Damen in England betrachtet. Michelangelo Florio, der in London einer Kirche f√ľr religi√∂se Exilanten als Pastor diente, betrachtete Jane Grey als Patronin der neuen Religion und sie stand in regem Briefwechsel mit f√ľhrenden Protestanten Europas.

Maria Tudor, katholische Cousine von Janes Mutter

Ihre scharfe Zunge, gepaart mit einem starken Selbstbewusstsein, brachte Jane sehr schnell in Konflikt mit ihrer katholischen Cousine, Prinzessin Maria Tudor. Da Janes Mutter trotz unterschiedlicher religi√∂ser √úberzeugungen nach wie vor eng mit Maria befreundet war, verbrachten sie und ihre T√∂chter oft einige Tage bei der Thronerbin. Eines Tages, als Jane in Marias Haus Beaulieu zu Besuch war, beobachtete sie, wie Lady Anne Wharton in der Kapelle der Prinzessin vor einer geweihten Hostie knickste, f√ľr Katholiken der Leib Christi. F√ľr Jane hingegen war es die G√∂tzenverehrung eines gew√∂hnlichen St√ľck Brotes, was sie zu der spitzen Bemerkung veranlasste, ob Prinzessin Maria anwesend sei oder was der Knicks zu bedeuten habe. Als Lady Wharton entgegnete, dass sie ‚Äěvor Ihm, der uns alle erschuf‚Äú geknickst hatte, kommentierte Jane sp√∂ttisch, dass das Brot wohl kaum Gott sein konnte, ‚Äěda es selbst vom B√§cker geschaffen wurde.‚Äú[15] F√ľr Maria, die genauso leidenschaftlich katholisch war wie Jane protestantisch, stellten diese Worte einen Affront dar.

Ein anderes Mal zeigte Jane sich hochm√ľtig, als Prinzessin Maria ihr ein Weihnachtsgeschenk zukommen lie√ü. Es bestand aus einem pr√§chtigen Kleid aus Samt und Goldbrokat, das Maria ihrer jungen Verwandten √ľber eine Dienerin schickte. Doch als Jane das Kleid sah, fragte sie die Dienerin schroff: ‚ÄěWas soll ich damit?‚Äú Verwirrt entgegnete ihr Gegen√ľber, dass sie es nat√ľrlich tragen sollte. ‚ÄěNein‚Äú, erkl√§rte Jane energisch, ‚Äěes w√§re eine Schande, Lady Maria gegen Gottes Wort zu folgen und Lady Elisabeth zu verlassen, die Gottes Wort folgt.‚Äú [16] In Sachen Kleidung hatte Jane sich ein Beispiel an dem sehr schlichten Stil ihrer Cousine Elisabeth genommen und verachtete Marias Vorliebe f√ľr sch√∂ne Kleider, die f√ľr sie untrennbar mit dem katholischen Glauben verkn√ľpft waren. √Ąhnlich wie f√ľr ihren Cousin Eduard waren f√ľr Jane die Fronten klar definiert ‚Äď der verdorbene Katholizismus musste in allen Formen bek√§mpft werden. Diese gl√ľhende √úberzeugung lie√ü sie sp√§ter entgegen besseren Wissens Marias Krone annehmen, um, wie sie fest √ľberzeugt war, ihr Land vor einem R√ľckfall an Rom zu bewahren.

Umso entr√ľsteter war sie sp√§ter, als sie w√§hrend ihrer Haft im Tower erfuhr, dass ein ehemaliger Lehrer, Dr. Thomas Harding, zum Katholizismus zur√ľckgekehrt war. F√ľr Jane stellte die katholische Messe, in der das Brot zum Leib Christi wurde, einen barbarischen Akt des Kannibalismus dar. In einem zornigen Brief an Harding schrieb sie:

‚ÄěIch kann mich √ľber Euch nur wundern und Euren Fall beklagen. Einst wart Ihr ein lebhafter Gef√§hrte Christi, doch nun der deformierte Diener des Teufels, einst der sch√∂ne Tempel Gottes, doch nun die stinkende und schmutzige H√ľtte Satans; einst der reine Gatte Christi, doch nun der schamlose Buhler des Antichristen; einst mein treuer Bruder, doch nun ein Fremder und Abtr√ľnniger; einst ein wackerer christlicher Streiter, doch nun ein feiger Ausrei√üer.[17] Wie konntet Ihr den wahren Gott zur√ľckweisen und die Erfindung der Menschen verehren, das goldene Kalb, die Hure von Babylon, die r√∂mische Religion, das verabscheuungsw√ľrdige G√∂tzenbild, die b√∂sartige Messe? Werdet Ihr nun wieder den kostbaren Leib unseres Erretters Jesus Christus mit Euren k√∂rperlichen und fleischlichen Z√§hnen qu√§len, mieten und zerfleischen ?[18]‚Äú

F√ľr Konformismus hatte sie ebenfalls kein Verst√§ndnis, denn in ihren Augen war es ‚Äědie Einigkeit von Satan und seinen Gef√§hrten. Diebe, M√∂rder und Verschw√∂rer haben Einigkeit. Christus kam, um einen gegen den anderen aufzustacheln. Kehrt zur√ľck, kehrt zur√ľck in den Krieg Christi!‚Äú[18]

Heirat mit Guildford Dudley

Ein fragw√ľrdiges Angebot

Eine Zeit lang √ľberlegten Frances Brandon und Henry Grey, ihre Tochter mit dem Sohn Edward Seymours zu verheiraten. Thomas Seymours √§lterer Bruder war Lordprotektor des jungen K√∂nigs Eduard VI. und eine Verbindung der beiden Familien w√§re durchaus von Vorteil gewesen. Allerdings kam die Ehe zwischen Jane Grey und dem jungen Edward nicht zustande. Stattdessen sollte sp√§ter Janes j√ľngere Schwester Catherine Grey ihn heimlich heiraten. Eine neue Partie f√ľr Jane tauchte auf, als John Dudley, 1. Duke of Northumberland Edward Seymour st√ľrzte und die Regentschaft f√ľr den K√∂nig √ľbernahm.

Guildford Dudley, Kopie nach einem fälschlich identifizierten Porträt

Laut William Cecil stammte die Idee einer Ehe zwischen Jane Grey und John Dudleys Sohn Guildford von Elizabeth Brooke, der zweiten Ehefrau von William Parr, die laut katholischem Gesetz in Bigamie mit ihrem Ehemann lebte, da seine erste Ehefrau noch am Leben war.[19] Auch die erste Ehe von Catherine Grey, Janes j√ľngerer Schwester, mit Henry Pembroke entsprang angeblich aus diesen √úberlegungen. Mit der passenden Verheiratung der k√∂niglichen Greyschwestern konnte der protestantische Adel ein B√ľndnis gegen Maria schmieden.

Obwohl Northumberland einer der m√§chtigsten M√§nner Englands war, wurde sein Angebot von vielen mit Skepsis betrachtet. Frances hatte kein Interesse daran, ihre Tochter zu jung zu verheiraten und sie w√ľrde bis an ihr Lebensende erkl√§ren, dass sie sich gegen die Verbindung ihrer Tochter mit Guildford gewehrt hatte. Auch Henry Grey gefiel der Gedanke nicht, √ľber seine Tochter den Dudleys die Krone zuzuspielen, erst recht nicht, als sich herausstellte, dass Frances von der Thronfolge ausgeschlossen sein w√ľrde[20]. Hinzu kam auch ein starkes Standesbewusstsein. Jane war die √§lteste Tochter und somit als Haupterbin ihrer Eltern von k√∂niglichem Blut eine gute Partie auf dem Heiratsmarkt. Guildford hingegen war der vierte Sohn, im Grunde ein Niemand, insbesondere da Jane lange Zeit als potentielle Ehefrau f√ľr den K√∂nig gehandelt worden war.

Was Northumberlands Angebot obendrein verd√§chtig machte, war die Tatsache, dass er im Jahr zuvor bereits versucht hatte, Guildford mit Janes Cousine Margaret Clifford zu verheiraten, der einzigen Tochter und Erbin von Frances' Schwester Eleanor Brandon.[21] Auch hier hatte Northumberland seine Beziehung zum K√∂nig ausgespielt, um Margaret Cliffords widerwilligen Vater zu √ľberreden. Diese k√∂nigliche Braut war der Ehe mit Guildford jedoch entronnen. Stattdessen setzte Northumberland nun alles daran, sie mit seinem Bruder zu verheiraten. Sein erneuter Versuch sich √ľber Guildford mit der k√∂niglichen Familie zu verschw√§gern sorgte insbesondere bei der Bev√∂lkerung f√ľr Misstrauen, das sp√§ter in offenen Hass umschlug.

Lady Jane Dudley

Wie zuvor Margaret Cliffords Vater wurden nun Frances und Henry Grey √ľber einen l√§ngeren Zeitraum hinweg von Northumberland √ľberredet und bedroht, der Ehe zuzustimmen. Immerhin war er nach wie vor Lordprotektor und hatte, wie er behauptete, den K√∂nig auf seiner Seite. Nachdem er lange genug Druck auf die Greys ausge√ľbt hatte, gaben sie schlie√ülich nach. Jane war vermutlich nicht sonderlich gl√ľcklich √ľber diese Entwicklung. Commendone schreibt: ‚ÄěDie erstgeborene Tochter des Herzogs von Suffolk, Jane genannt, der die Ehe sehr missfiel, unterwarf sich schlie√ülich aufgrund der Beharrlichkeit ihrer Mutter und der Drohungen ihres Vaters.‚Äú[22]

Allerdings gibt es keine historischen Beweise f√ľr die Behauptung, Jane w√§re von ihren Eltern misshandelt worden, um sie in die Ehe zu zwingen. Sie stammt angeblich aus einem Traktat des Venezianers Badoaro, das von Janes viktorianischer Biographin Agnes Strickland zitiert wurde. Hier unterwarf Jane sich nicht ‚Äěder Beharrlichkeit ihrer Mutter und der Drohungen ihres Vaters‚Äú, sondern den ‚ÄěFl√ľchen ihrer Mutter und den Schl√§gen ihres Vaters‚Äú. Die moderne Forschung gibt allerdings an, dass Stricklands Zitat nicht aus Badoaros Werk stammt, sondern aus einer anonymen, verst√ľmmelten Raubkopie des Werkes Historia delle cose occorse nel regno d'Inghilterra von Raviglio Rosso.[23][24] Janes angebliche Misshandlung, um sie in eine ungewollte Ehe zu pressen, kann daher nicht als historisch belegter Fakt behandelt werden. Aus den historisch √ľberlieferten Quellen kann lediglich geschlossen werden, dass ihre Eltern den Druck, den Northumberland auf sie aus√ľbte, an ihre Tochter weitergaben. Am 21. Mai 1553 fand in Durham House die Hochzeit der beiden statt.[12]

Von Anfang an bestanden Spannungen zwischen Jane und ihrer neuen Schwiegermutter, der Herzogin von Northumberland. Um den 28. Mai herum erfuhr Jane laut dem p√§pstlichen Gesandten Giovanni Francesco Commendone von Northumberland selbst, dass ihre Mutter aus der Erbfolge ausgeschlossen und sie selbst, Jane, nun Eduards Erbin war.[20] Erschrocken von dieser √Ąnderung der Thronfolge bat Jane um Erlaubnis, ihre Mutter zu sehen. Als die Herzogin es ihr untersagte, schlich sich Jane kurzerhand aus dem Haus und besuchte ihre Eltern. Eine w√ľtende Nachricht der Herzogin machte den Greys allerdings klar, dass Jane nicht bei ihnen bleiben konnte, ohne einen Skandal hervorzurufen. Von ihrem Ehemann offiziell getrennt zu leben h√§tte nach den strengen Moralvorstellungen der damaligen Zeit eine Schande f√ľr beide Familien bedeutet.

Schlie√ülich wurden Jane und Guildford nach Chelsea gebracht, in das fr√ľhere Haus Catherine Parrs.[25] Nur kurze Zeit sp√§ter erlitten Jane und ihr junger Ehemann eine heftige Lebensmittelvergiftung. Obwohl offiziell der Koch einen Fehler gemacht hatte, verd√§chtigte Jane bis an ihr Lebensende ihre Schwiegermutter, der in dieser Zeit sehr daran gelegen war, ihre temperamentvolle Schwiegertochter im Haus zu behalten. Nur so war gew√§hrleistet, dass sie an Ort und Stelle war, wenn sie als Eduards Erbin zur K√∂nigin proklamiert wurde. Ob die Herzogin sie tats√§chlich vergiftete, kann nicht eindeutig nachgewiesen werden.

Königin Jane I.

Die geänderte Thronfolge

Die Herrscher
des Hauses Tudor 1485‚Äď1603
1485‚Äď1509 Heinrich VII.
1509‚Äď1547 Heinrich VIII.
1547‚Äď1553 Eduard VI.
1553‚Äď1553 Lady Jane Grey
1553‚Äď1558 Maria I.
1558‚Äď1603 Elisabeth I.

Unter dem Einfluss seiner Ratgeber legte Eduard VI. fest, seine √§lteste Schwester Maria an der Thronfolge zu hindern, obwohl Heinrich VIII. Maria nach Eduard testamentarisch zur Thronfolgerin bestimmt hatte. Zum einen hatte sein Vater die Ehe mit Marias Mutter Katharina von Arag√≥n f√ľr ung√ľltig erkl√§rt, weshalb Maria in England lange Zeit als unehelich und daher nicht erbberechtigt galt. Zum anderen geh√∂rte Maria wie ihre Mutter der katholischen Kirche an. Eduard VI. und seine Ratgeber dagegen wollten die Reformation in England erhalten und bevorzugten daher eine protestantische Thronfolge. Auf dem Sterbelager bestimmte der 15-j√§hrige Eduard VI. die 16-j√§hrige Jane Grey an Stelle der 37-j√§hrigen Maria zu seiner Erbin. Dieser letzte Wille von Eduard stand im Widerspruch zum Sukzessionsakt von 1543, in dem sein Vater die Thronerbfolge festgelegt hatte. Eduards letzter Wille wurde allerdings dadurch anfechtbar, dass er noch minderj√§hrig war und streng genommen keine √Ąnderung der Thronfolge h√§tte vornehmen d√ľrfen.

John Dudley, Herzog von Northumberland und Schwiegervater Jane Greys

Als Eduard VI. am 6. Juli 1553 starb, √ľbernahm Dudley als Lordprotektor die Regierungsgesch√§fte und hielt zun√§chst den Tod des K√∂nigs geheim. Bereits einen Tag zuvor hatte er versucht, Maria Tudor zu verhaften. Diese wurde von Henry FitzAlan, dem Earl of Arundel, gewarnt und konnte deswegen rechtzeitig nach Norfolk zu den katholischen Howards fl√ľchten. Ihre Schwester Elisabeth hingegen behauptete krank zu sein und blieb London fern. Am 8. Juli wurde Jane von den Adligen des Reiches besucht, um ihr den Treueschwur als K√∂nigin zu leisten. Jane, fassungslos, dass sie Eduards Erbin war, wurde von ihrer Mutter getr√∂stet, die ihr versicherte, dass das Testament des K√∂nigs sie als rechtm√§√üige Erbin bestimmte.[26] Sie hatte nun etwas Zeit, sich auf ihre offizielle Proklamation zur K√∂nigin vorzubereiten. Am 9. Juli verk√ľndete Northumberland Jane offiziell den Tod des K√∂nigs und verlas Eduards letzten Willen, der Jane zur rechtm√§√üigen Nachfolgerin machte. Als die Adligen vor ihr knieten und ihr die Treue schwuren, sank Jane zu Boden und brach in Tr√§nen aus.

In der romantischen √úberlieferung wird diese Szene stets dahingehend interpretiert, dass Jane in ihrer Unschuld die Krone schluchzend von sich wies. Dagegen spricht, dass Jane schon seit einigen Tagen von der ge√§nderten Thronfolge wusste. Eduards eigener Tutor nannte sie die intelligentere von den beiden Jugendlichen. Einige Historiker gehen daher davon aus, dass es sich keinesfalls um einen spontanen Akt, sondern eine offizielle Demonstration handelte. Jane hatte die Krone nicht gesucht, sie war ihr angetragen worden. Diesen Punkt hatte sie nun eindeutig klar gemacht. [26]Agnes Strickland sah in Janes Zusammenbrechen eine Nachwirkung ihrer Lebensmittelvergiftung.[27] Janes eigene Worte bewiesen, dass sie durchaus bereit war, die B√ľrde zu √ľbernehmen, solange ihr Anspruch auf den Thron tats√§chlich gerechtfertigt war:

‚Äě Ich war bet√§ubt von diesen Worten, und wie die anwesenden Herren bezeugen k√∂nnen, fiel ich zu Boden, den Tod des edlen Prinzen beweinend, und beteuerte meine Unf√§higkeit und meine Betroffenheit, wobei ich Gott bat, so es denn tats√§chlich rechtens war, dass Er mir Gnade und Kraft geben m√∂ge, dass ich zu Seinem Ruhm regieren und dem K√∂nigreich dienen m√∂ge.[28]‚Äú

Nach dem anschlie√üenden Bankett wurde die Proklamation verlesen, die Jane zur K√∂nigin erkl√§rte. Einmal mehr wurde die Illegitimit√§t Marias und Elisabeths hervorgehoben, sowie die Gefahr, dass sie England zur√ľck unter r√∂mische Herrschaft bringen oder Ausl√§nder heiraten w√ľrden. Auch in der Kirche von Paul's Cross waren Maria und Elisabeth im morgendlichen Gottesdienst zum ersten Mal offiziell als Bastarde und Jane als rechtm√§√üige Thronfolgerin erkl√§rt worden. Doch hier zeichnete sich bereits der Unwillen der Bev√∂lkerung ab, deren Reaktion als "zutiefst ver√§rgert" bezeichnet wurde. Am 10. Juli 1553 zog Jane Grey in den Tower of London ein, wie es sich f√ľr den englischen Monarchen geh√∂rte.

H√§ufig wird in diesem Zusammenhang der "Augenzeugenbericht" von Baptista Spinola zitiert, der allerdings laut der Autorin Leanda de Lisle pikanterweise erst 1909 auftauchte. Alle Autoren, die sich darauf berufen, zitieren nur Richard Davey, der selbst keine Quelle f√ľr diese Informationen angibt. Daher sind seine Beschreibungen de Lisles Meinung nach mit Vorsicht zu behandeln.[29] Auch Janes viktorianische Biografin Agnes Strickland erw√§hnt in ihrem Buch Lives of the Tudor princesses including Lady Jane Gray and her sisters (erschienen 1868) weder Spinolas Namen noch seinen Bericht, sondern berichtet lediglich, dass Guildford Dudley neben seiner k√∂niglichen Gattin ging, den Hut in seiner Hand, wie es dem Protokoll entsprach und dass er sich ‚Äěbis zum Boden verneigte, wann immer sie sprach‚Äú.[30] Frances Brandon trug die Schleppe ihrer Tochter. Eine Kr√∂nung fand nicht statt, zum einen, da es einiger Vorbereitung bedurfte und zum anderen, weil Maria sich zeitgleich zur K√∂nigin proklamierte. Innerhalb weniger Stunden nach ihrer Ernennung zur K√∂nigin sah sich Jane Grey einer Gegenk√∂nigin gegen√ľber.

Kampf um den Thron

Marias Situation war, wie selbst der ihr wohlgesinnte spanische Botschafter befand, geradezu aussichtslos. Alle Tr√ľmpfe schienen sich in Janes Hand zu befinden. Sie hatte den Tower von London unter ihrer Kontrolle, das Parlament war auf ihrer Seite und sie hatte eine Armee unter sich. Doch im Gegensatz zu Jane war Maria beim Volk beliebt und bekannt. Als die Proklamation verlesen wurde, rief ein sechzehnj√§hriger Junge, Gilbert Potter, dass Maria die rechtm√§√üige K√∂nigin war. Janes Anh√§nger griffen sofort hart durch, lie√üen ihn verhaften und in Cheapside an den Ohren an den Pranger nageln, bevor sie sie ihm abschnitten.[31] Es war kein guter Beginn f√ľr Janes Herrschaft. Ein gro√üer Nachteil f√ľr Jane war auch der allgemeine Hass, der Northumberland entgegenschlug. Maria sammelte ihre Anh√§ngerschaft und wurde am 10. Juli 1553 in Norfolk zur K√∂nigin ausgerufen. Ein Brief von ihr, der sie zur K√∂nigin proklamierte, sorgte f√ľr derartige Best√ľrzung im Tower, dass die M√ľtter des jungen Paares in Tr√§nen ausbrachen.[32]

Janes Unterschrift "Jane the Quene" - Jane die Königin

Angesichts der Proklamation Marias stellte Jane eine Armee auf, entschlossen der Gefahr der Katholizismus, die Maria f√ľr sie darstellte, die Stirn zu bieten. Die Briefe, die Northumberland f√ľr sie verfasste, befahlen den Streitkr√§ften, "nicht nur unseren rechtm√§√üigen Titel zu verteidigen, sondern uns auch unterst√ľtzen in der St√∂rung, dem Zur√ľckschlagen und dem Widerstehen des geheuchelten und unrechtm√§√üigen Anspruchs der Lady Maria, Bastardtochter unseres Gro√üonkels Heinrich VIII."[33] Dass Jane die Dokumente mit "Jane the Quene" (dt. Jane die K√∂nigin) unterzeichnete, stempelte sie in den Augen von Marias Anh√§ngern zur Usurpatorin und Hochverr√§terin.

Zu dem offenen Unmut des Volkes und der Unterst√ľtzung, die Maria erfuhr, gesellten sich nun auch Streitigkeiten zwischen den Dudleys und den Greys. Der Marquess von Winchester, der sich sp√§ter als treuer Anh√§nger Marias herausstellte, forcierte die Streitigkeiten, indem er Jane eine Auswahl der Kronjuwelen vorlegte und ihr erkl√§rte, sie sollte die Krone f√ľr ihre Kr√∂nung in zwei Wochen anprobieren. Auch w√ľrde eine Krone f√ľr ihren Ehemann gefertigt, damit er zusammen mit ihr gekr√∂nt werden konnte.[26] Jane jedoch weigerte sich, ihrem Ehemann den Rang des K√∂nigs zu verleihen, was f√ľr einen heftigen Streit zwischen ihr, ihrem Ehemann und ihrer Schwiegermutter sorgte.[34] Allerdings bot sie ihm den Titel eines Herzogs an.[35] In dieser Zeit machten ihr zudem gesundheitliche Beschwerden zu schaffen, die sie erneut auf eine Vergiftung durch die Dudleys zur√ľckf√ľhrte. ‚ÄěZweimal wurde ich vergiftet‚Äú, schrieb sie sp√§ter an K√∂nigin Maria, ‚Äěeinmal im Hause meiner Schwiegermutter und hinterher im Tower. So stark war das Gift, dass sich die ganze Haut von meinem R√ľcken abl√∂ste.‚Äú[36]

Zus√§tzlich sch√ľrte der spanische Botschafter Renard das Misstrauen gegen Northumberland, indem er zwei von Janes Anh√§ngern, Lord Cobham und Sir John Mason, hinter vorgehaltener Hand erz√§hlte, dass Marias Vetter, Kaiser Karl V., pikante Informationen erhalten h√§tte. Angeblich h√§tte Northumberland sich heimlich mit dem franz√∂sischen K√∂nig Heinrich II. verb√ľndet, um dessen Schwiegertochter Maria Stuart auf den englischen Thron zu setzen.[35] Das Intrigenspiel, zusammen mit Marias stetig wachsender Anh√§ngerschar, teilte Janes Anh√§nger, von denen mehrere bald Versuche unternahmen, zu Maria √ľberzulaufen.

Janes Armee war inzwischen bereit, gegen Maria ins Feld zu ziehen. Urspr√ľnglich h√§tte Henry Grey als Vater der K√∂nigin das Heer f√ľhren sollen, doch da er mittlerweile krank geworden war, entsandte der Rat stattdessen Northumberland, der sich nicht zu Unrecht fragte, ob seine Abwesenheit seinen Sturz nach sich ziehen w√ľrde. Auch Guildfords Br√ľder schlossen sich der Armee an, unter ihnen K√∂nigin Elisabeths sp√§terer Favorit, Robert Dudley. Northumberland zog mit seinem Heer nach Norfolk. Aber das Heer l√∂ste sich auf. Viele Soldaten desertierten und liefen zu Maria √ľber. Das Volk war nicht bereit, die Legitimit√§t Marias anzuzweifeln. An den K√ľsten kam es zu Meutereien, als die Schiffsbesatzungen ihre Offiziere zwangen, sich Maria anzuschlie√üen.

Maria I. und Prinzessin Elisabeth reiten in London ein

Jane versuchte nach wie vor mit Briefen, ihre Untertanen unter ihrem Banner zu halten. ‚ÄěBleibt standhaft in eurem Gehorsam und eurer Pflicht gegen√ľber der kaiserlichen Krone dieses Reiches, die Wir rechtm√§√üig besitzen‚Äú[37], schrieb sie und f√ľgte hinzu, dass jeder einzelne seine Loyalit√§t ihr schuldete, ‚Äěeurer h√∂chsten Dame, die entschlossen ist, diese Krone von England vor Fremden und Papisten zu sch√ľtzen‚Äú.[37] Als auch Buckinghamshire zu den Rebellen √ľberlief, erkl√§rte Jane w√ľtend, dass die Rebellen entweder bald an ihren ‚Äěb√∂sartigen Machenschaften‚Äú scheitern w√ľrden oder ‚Äěsolche Strafe und Hinrichtung‚Äú erhalten w√ľrden, wie es Verr√§tern zustand.[38]

Dennoch zeichnete sich schnell ab, dass der Kampf mit Maria verloren war. Der Regentschaftsrat nutzte die Abwesenheit Dudleys zu dessen Sturz. Am 18. Juli 1553 wurde Dudley in Cambridge verhaftet. Am Morgen des 19. Juli erlebte Jane noch einen kurzen Moment der Normalit√§t, als sie Taufpatin f√ľr den Sohn eines radikalen Protestanten namens Edward Underhill wurde. Als Patin hatte sie das Recht, den Namen des Kindes zu w√§hlen und sie benannte es nach ihrem Ehemann Guildford.[38] Der Regentschaftsrat begann inzwischen, mit Maria die Macht√ľbergabe zu verhandeln und der Earl von Pembroke, Schwiegervater von Janes j√ľngerer Schwester Catherine, proklamierte Maria in Cheapside zur K√∂nigin.

Nur wenig sp√§ter tauchten berittene Truppen am Tower auf, die Henry Grey zwangen, Marias Proklamation zur K√∂nigin auf dem Tower Hill vorzutragen. Wenig sp√§ter erkl√§rte er seiner Tochter, dass ihre Regierungszeit vor√ľber war. Janes Antwort war ruhig und gefasst. ‚ÄěViele Menschen w√ľrden als weise betrachtet werden, k√∂nnte man ihre Schl√§ue nicht anhand des Ergebnisses messen.‚Äú[39]

Sturz und Hinrichtung

Gefangene im Tower

Der Tower of London, Jane Greys Gefängnis

Jane und ihr Mann wurden umgehend im Tower of London festgesetzt. Am 28. Juli wurde auch Henry Grey verhaftet. Frances Brandon, in dem verzweifelten Versuch ihrer Familie zu helfen, ritt die Nacht hindurch nach Beaulieu, um dort Maria um Gnade zu bitten. Sie erz√§hlte ihrer Cousine, dass Northumberland ihren Mann, der zur Zeit schwer krank war, vergiftet hatte, um somit die Familie unter Druck zu setzen.[40] Janes Lebensmittelvergiftung und ihre Verd√§chtigung der Dudleys unterstrich diese Geschichte. Maria verzieh Janes Vater und setzte ihn bereits am 31. Juli auf freien Fu√ü. Jane allerdings blieb im Tower. Anders als ihr Vater hatte sie den Titel des Monarchen angenommen und w√§hrend ihrer kurzen Herrschaft Briefe, die Maria als Bastard deklarierten und zum Widerstand gegen sie aufriefen, mit ‚ÄěJane the Quene‚Äú unterzeichnet. Damit hatte sie schwarz auf wei√ü Hochverrat begangen. Dennoch wollte Maria sie nach ihrem Verfahren begnadigen.

Kurz nach ihrer Inhaftierung hatte Jane ihr einen Brief geschrieben, indem sie erw√§hnte, dass sie die Krone widerwillig und in bestem Glauben angenommen hatte. Jane hoffte auf eine Begnadigung und Maria war durchaus bereit, sie ihr zu gew√§hren. ‚ÄěMein Gewissen erlaubt es mir nicht, sie zum Tode zu verurteilen‚Äú[41], erkl√§rte sie den spanischen Botschaftern Renard und Scheyfve, die ihr dringend nahelegten, Jane als Hochverr√§terin hinrichten zu lassen. Maria gab sich redliche M√ľhe sie zu beschwichtigen. So erz√§hlte sie ihnen beispielsweise, dass Jane keine Gefahr f√ľr sie darstelle. Ihre Ehe mit Guildford Dudley sei nicht g√ľltig, weil sie vorher bereits mit einem rangniedrigen Mitglied von Bischof Gardiners Haushalt verlobt gewesen sei.[42] Die Botschafter waren jedoch nach wie vor nicht √ľberzeugt. Am 21. August wurde Northumberland als Verr√§ter hingerichtet. Vor seinem Tod trat er zum katholischen Glauben √ľber, was Jane zun√§chst kaum glauben konnte.

Janes Name im Beauchamp Tower, vermutlich eingeritzt von den Dudley-Br√ľdern

Bei einem gemeinsamen Abendessen mit Mr. Partridge und Mr. Rowland Lee im Tower stellte Jane Fragen, was in der Au√üenwelt geschah. Besonders wichtig war ihr die Frage nach der aktuellen Religion. ‚ÄěLesen sie jetzt die Messe in London?‚Äú fragte sie, was Lee bejahte. Jane war fassungslos, als sie von der Konversion ihres Schwiegervaters h√∂rte. Ihre Gastgeber entgegneten, dass er m√∂glicherweise auf eine Begnadigung gehofft hatte, was einen Sturm der Entr√ľstung bei Jane ausl√∂ste.

‚ÄěBegnadigung? Wehe ihm! Er hat mich und meine Familie in gr√∂√üte Schwierigkeiten und ins Ungl√ľck gest√ľrzt durch seinen ma√ülosen Ehrgeiz! Aber was erwartet ihr? Wie sein Leben schlecht und voller Heuchelei war, so war es auch sein Ende. Ich bete zu Gott, dass weder ich noch einer meiner Freunde so sterben. Sollte ich, die ich jung bin, meinem Glauben abschw√∂ren aus Liebe zum Leben? Niemals, Gott bewahre! Umso weniger sollte er es tun. Doch das Leben war s√ľ√ü; ihr m√∂gt sagen, er h√§tte leben k√∂nnen, aber ihm war egal, wie.[43]‚Äú

Am 14. November 1553 wurden Thomas Cranmer, Jane und Guildford nach Guildhall gebracht, wo ihnen der Prozess gemacht wurde. Jane war ganz in schwarz gekleidet, ein Zeichen der Bu√üe. Pikanterweise trug sie aber zwei englische Gebetsb√ľcher bei sich, eins in den H√§nden, eins an ihrem Kleid. Sie ging reum√ľtig zu ihrer Verhandlung, aber als bekennende Protestantin. Sowohl sie als auch ihr Mann wurden wegen Hochverrats verurteilt. Der h√∂chste Richter der Jury war Sir Richard Morgan, der als bekennender Katholik unter Eduard im Gef√§ngnis gesessen hatte. Es gibt keine √ľberlebenden Dokumente, die den Prozess beschreiben, lediglich Michelangelo Florio berichtete sp√§ter, dass Jane das Urteil, als Verr√§terin verbrannt oder gek√∂pft zu werden, gefasst aufnahm. Ihr Todesurteil wurde jedoch nicht vollzogen, da Maria ihre junge Verwandte nach wie vor begnadigen wollte.

Die letzten Tage

Thomas Wyatt der J√ľngere

Die protestantische Rebellion von Sir Thomas Wyatt im Januar 1554 besiegelte Janes Schicksal, obwohl sie keinen Anteil daran hatte. Wyatts Rebellion begann als Aufstand gegen die Heirat von Maria mit dem katholischen Prinzen von Spanien Philipp. Der Plan war Maria zu st√ľrzen, Elisabeth auf den Thron zu setzen und Jane zu befreien. Janes Vater schloss sich der Rebellion an. Obwohl ihm diese Handlung oft als hartherzig und gleichg√ľltig gegen√ľber seiner Tochter ausgelegt wurde, ist es sehr wahrscheinlich, dass er religi√∂s motiviert war. Wenige Wochen zuvor hatte er versucht, die Wiedereinf√ľhrung der Messe zu verhindern.[44] Der Aufstand allerdings scheiterte und erneut wurde Henry Grey verhaftet. Nun vereinten Bischof Gardiner und die spanischen Botschafter ihre Bem√ľhungen, Maria von der Gefahr, die Jane f√ľr sie darstellte, zu √ľberzeugen.

Jane war f√ľr Maria nun in der Tat zu einem machtpolitischen Risiko geworden. Trotz allen Fragw√ľrdigkeiten bez√ľglich ihres Thronanspruches war sie immerhin eine protestantische F√ľrstin von k√∂niglicher Abstammung und durch den fr√ľh verstorbenen K√∂nig Eduard VI. und dessen Parlament legitimiert. Wie Marias Halbschwester Elisabeth war sie zu einer Galionsfigur der protestantischen Widerstandsbewegung geworden. Schweren Herzens unterzeichnete die K√∂nigin das Todesurteil, das am 9. Februar vollstreckt werden sollte. Um ihre junge Verwandte zumindest vor ihrem Tod noch von ihrem ‚Äěketzerischen‚Äú Glauben zu heilen, schickte Maria ihren Kaplan John Feckenham zu Jane in den Tower.

Die junge Frau zeigte allerdings wenig Interesse, zum Katholizismus zu konvertieren, wie es ihr Schwiegervater getan hatte. Dennoch bat Feckenham Maria um Aufschub des Todesurteils in der Hoffnung, noch etwas bewirken zu k√∂nnen. Daraufhin wurde die Hinrichtung auf den 12. Februar verschoben und Feckenham besuchte Jane erneut. Obwohl sie und Feckenham mehrere Stunden philosophierten und begannen sich gegenseitig zu respektieren, konnten sie in religi√∂sen Fragen nicht √ľbereinkommen. Janes Abschiedsworte an ihn waren: ‚ÄěIch bete, dass Gott in Seiner Gnade Euch Seinen Heiligen Geist schickt, denn Er gab Euch Sein gro√ües Geschenk der Redegewandtheit, m√∂ge Er auch Eurem Herzen die Augen √∂ffnen.‚Äú[45]

In der Nacht vor ihrem Tod schrieb Jane ihre letzten Briefe an ihre Familie. Bereits nach der Verhaftung ihres Vaters hatten sie und Guildford ihm in einem Gebetsbuch Abschiedsbotschaften zukommen lassen. Guildford hatte ihn in liebevollen Worten, in denen er sich als Greys Sohn bezeichnete, seiner ständigen Zuneigung versichert und Jane hatte geschrieben:

‚ÄěM√∂ge Gott Euer Gnaden tr√∂sten in seinem eigenen Wort, in dem alle Kreaturen Trost finden. Und obwohl es Gott gefiel, Euch zwei eurer Kinder zu nehmen, bitte ich Euer Gnaden untert√§nigst, nicht zu glauben, dass Ihr sie verloren habt, sondern dass wir, indem wir unser sterbliches Leben verlieren, ein unsterbliches gewonnen haben.[46]‚Äú

Ihrer Schwester Catherine Grey schickte Jane ebenfalls eine Nachricht in einer griechischen Version des Neuen Testamentes:

‚ÄěIch habe dir, gute Schwester Catherine, ein Buch geschickt, welches zwar √§u√üerlich nicht mit Gold geschm√ľckt ist, doch in seinem Inneren kostbarer ist als Edelsteine. Es wird dich lehren zu leben, es wird dich lehren zu sterben. Vertraue nicht darauf, dass dein zartes Alter dein Leben verl√§ngern wird, denn sobald es Gott gef√§llt, gehen die Jungen wie die Alten. Bem√ľhe dich stets und lerne zu sterben. Entsage der Welt, trotze dem Teufel und verachte das Fleisch. Was meinen Tod betrifft, freue dich wie ich es tue, denn ich bin √ľberzeugt, dass ich f√ľr den Verlust eines sterblichen Lebens unsterbliche Gl√ľckseligkeit erlangen werde. Lebe wohl, liebe Schwester, vertraue einzig Gott, der allein dich aufrecht halten muss. Deine liebende Schwester Jane Dudley.[47]‚Äú

Laut dem p√§pstlichen Gesandten Commendone bat Guildford Jane um ein letztes Treffen, um sie ‚Äěnoch einmal umarmen und k√ľssen zu d√ľrfen‚Äú. Janes Antwort war freundlich, aber abschl√§gig. Sie lie√ü ihn wissen, dass sie ihn gern sehen w√ľrde, wenn es ihnen beiden ein Trost w√§re. Da dieses Treffen allerdings sie beide lediglich ungl√ľcklich machen w√ľrde, wollte sie lieber warten, bis sie sich im Himmel wiedersahen, wo sie ‚Äěverbunden durch untrennbare Bande leben‚Äú w√ľrden.[47]

Tod

Jane Grey auf dem Weg zum Schafott, aus Foxes Buch der Märtyrer 1563

Am 12. Februar 1554 wurde Jane im Tower enthauptet. Als k√∂nigliche Prinzessin erhielt sie im Gegensatz zu ihrem Mann eine private Hinrichtung innerhalb der Gef√§ngnismauern, auf der Gr√ľnfl√§che Tower Green. Augenzeugen zufolge ging Jane sehr gefasst zum Schafott, obwohl ihr vorher noch der Karren mit der Leiche ihres Mannes Guilford begegnete. John de Feckenham, der Jane nicht dazu bewegen konnte, zum katholischen Glauben √ľberzutreten, soll sie zu ihrer Hinrichtung begleitet haben. Auf dem Ger√ľst des Schafotts hielt Jane eine letzte Rede. Damals war es √ľblich, als Verurteilte die eigene Schuld einzugestehen, dem Gesetz zu gehorchen und das eigene Schicksal als mahnendes Beispiel darzustellen. V√∂llig unm√∂glich war es, auf dem Schafott die eigene Unschuld zu beteuern und zu erkl√§ren, man w√§re zu Unrecht verurteilt worden. Jane Grey allerdings f√ľgte ihrer Rede einige S√§tze hinzu, die deutlich von der normalen Abschiedsrede abwichen:

‚ÄěIhr guten Christenmenschen, ich bin hierher gekommen, um zu sterben, und nach dem Gesetz bin ich auch dazu verurteilt. Mein Handeln gegen ihre Hoheit die K√∂nigin war unrecht, auch dass ich ihm zustimmte. Doch was die Erlangung und das Begehren ihrer Macht betrifft, so wasche ich meine H√§nde in Unschuld vor Gott und auch vor euch guten Christenmenschen. Ich bitte euch alle, gute Christenmenschen, meine Zeugen zu sein, dass ich als treue christliche Frau sterbe und dass ich auf keine andere Erl√∂sung hoffe als durch die Gnade Gottes in den Verdiensten seines einzigen Sohnes Jesus Christus. Und ich gestehe, obwohl ich das Wort Gottes kannte, vernachl√§ssigte ich es, liebte stattdessen mich und die Welt, weshalb diese Heimsuchung und Strafe meiner S√ľnde recht geschieht. Dennoch danke ich Gott f√ľr die G√ľte, dass er mir auf diese Weise die Zeit und die M√∂glichkeit gegeben hat zu bereuen. Solange ich am Leben bin, bitte ich euch, mich mit euren Gebeten zu unterst√ľtzen.[48]‚Äú

Anschlie√üend kniete Jane nieder und betete den Psalm Miserere mei Deus. Danach gab sie ihre Handschuhe und ihr Tuch ihrer Zofe und ihr Gebetsbuch Thomas Bridges, dem Bruder des Gef√§ngnisw√§rters. Ihre Zofen halfen ihr dabei, ihr Kleid und ihre Haube abzulegen. Wie es √ľblich war, kniete der Scharfrichter vor ihr nieder und bat sie um Vergebung, die sie ihm ‚Äěsehr gern‚Äú gew√§hrte. Im Gegenzug bat sie ihn: ‚ÄěBereitet mir ein schnelles Ende.‚Äú[49] W√§hrend sie niederkniete, fragte sie ihn √§ngstlich, ob er ihr den Kopf abschlagen w√ľrde, bevor sie ihn auf den Block legte, was er verneinte. Jane verband sich die Augen mit ihrem Taschentuch, fand anschlie√üend jedoch den Block nicht mehr. ‚ÄěWas soll ich tun? Wo ist er?‚Äú fragte sie verst√∂rt, bis ein Zuschauer ihre Hand nahm und sie zum Block f√ľhrte. Als sie ihren Kopf niederlegte, sprach sie ihre letzten Worte. ‚ÄěHerr, in deine H√§nde lege ich meinen Geist.‚Äú[49] Ihr Kopf wurde mit einem einzigen Hieb vom K√∂rper getrennt.

Fortleben

Jane und Guildford wurden in der Kirche von St. Peter ad Vincula an der Nordseite des Towers begraben. Ihr eigener Vater erwartete bereits seine eigene Exekution. Ihre j√ľngeren Schwestern Catherine und Mary Grey wurden gemeinsam mit Frances Brandon an den Hof berufen, zum einen um der K√∂nigin zu dienen, zum anderen, um sie im Auge behalten zu k√∂nnen. Nur wenig sp√§ter regten sich allerdings die ersten Stimmen, die Jane zu einer protestantischen M√§rtyrerin machten. In Lincolnshire druckte John Day bereits ihre Briefe. Pikanterweise war die Druckpresse auf einem Grundst√ľck William Cecils versteckt, einem guten Freund Frances Brandons.[9] Janes Briefe und ihre Rede auf dem Schafott wurden somit zum st√§rksten zeitgen√∂ssischen, literarischen Angriff auf K√∂nigin Marias Regierung. Selbst im Tod war Jane noch eine Anf√ľhrerin und Ikone der protestantischen Bewegung.

Die Hinrichtung von Lady Jane Grey von Paul Delaroche, 1833, National Gallery, London

Unter K√∂nigin Elisabeth wurde John Foxes Buch der M√§rtyrer ver√∂ffentlicht, in dem auch Jane Greys Tod beschrieben wurde. 1560 wurde eine Ballade √ľber sie geschrieben, 1563 eine lateinische Elegie, die ihren Tod einzig Marias Grausamkeit und Henry Greys Machtgier zuschrieb. In dieser Elegie erschien auch zum ersten Mal die Behauptung, dass Jane zum Zeitpunkt ihrer Hinrichtung schwanger gewesen war, h√∂chstwahrscheinlich um Maria zu diskreditieren. Der englische Dramatiker Nicholas Rowe ver√∂ffentlichte 1715 die Trag√∂die Jane Grey.

Im 17. Jahrhundert wurde Janes Unschuld mehr und mehr mit Passivit√§t gleichgesetzt. Janes rebellische Seite und ihre Courage wurden durch Demut und Naivit√§t ersetzt. Theodor Fontane schrieb 1852 das Gedicht Johanna Grey.[50] Im 19. Jahrhundert wurde zudem der Mythos von ihrer grausamen Mutter geboren, die sie misshandelte und qu√§lte. Auch tauchten erstmals Geschichten √ľber Guildfords Grobheit ihr gegen√ľber auf, was mitunter in Horrorgeschichten von h√§uslicher Gewalt m√ľndete. Am Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich die Umdeutung von Jane als hilfloser Kindfrau und Frances Brandon als herzloser Rabenmutter fest etabliert.[51]

Janes Porträt und die Spinola-Legende

 
 
Zwei Portr√§ts Catherine Parrs, fr√ľher f√ľr Jane Grey gehalten[52][53]

Jane Grey geh√∂rt zu den popul√§rsten Figuren der Tudorzeit, allerdings auch zu den schwer erfassbaren. Ein Grund daf√ľr ist, dass es keine zeitgen√∂ssischen, eindeutig identifizierten Portr√§ts von ihr gibt. Auch gibt es keine zeitgen√∂ssischen Beschreibungen von Jane. Als Grundlage, um ihre Portr√§ts zu identifizieren, wird oft Baptista Spinola herangezogen, ein angeblicher Augenzeuge der Prozession Janes zum Tower:

‚ÄěSommersprossen [‚Ķ] ein kleines Gesicht und eine wohlgestaltete Nase, der Mund beweglich, die Lippen rot. Die Augenbrauen sind gew√∂lbt und dunkler als ihr Haar, das beinahe rot ist [‚Ķ] Ihre Augen funkeln und sind von r√∂tlich brauner Farbe.‚Äú[29]‚Äú

Obwohl sich unz√§hlige Historiker auf diese Aussage berufen, um Janes Portr√§t zu identifizieren, existiert Spinola samt seiner Beschreibung laut Leanda de Lisle erst seit dem Jahr 1909 und entstammt der Feder eines Autors historischer Romane namens Richard Davey, der sich nach seiner literarischen T√§tigkeit dem Schreiben von Biographien zuwandte.[29] Zahlreiche Bilder, die jahrhundertelang f√ľr Jane gehalten wurde, sind mittlerweile anderweitig identifiziert worden, u. a. als Catherine Parr.

Im Jahr 2007 erregte der Historiker David Starkey einige Aufmerksamkeit, als er eine Miniatur aus dem 16. Jahrhundert als Jane Grey identifizierte, die wahrscheinlich von der Malerin Levina Teerlinc geschaffen wurde. Als Indizien dienten ihm laut eigenen Angaben eine Brosche am Kleid der Frau und das Symbol der Landnelke (englisch: gillyflower), das auf ihren Ehemann Guildford hinwies. Das Alter der Frau sch√§tzte er auf sechzehn bis achtzehn Jahre. ‚ÄěEs ist ungeheuer aufregend, weil sie so schwer zu erfassen ist. Ich glaube, wir haben endlich eine komplette Sammlung von Monarchen. Ich muss es einschr√§nken, indem ich sage, dass ich mir zu 90 Prozent sicher bin, aber nicht hundertprozentig. Ich bin erfreut, aber es ist ein abgewandeltes Entz√ľcken.‚Äú[54]

Die kontroverse Yale-Miniatur, möglicherweise Jane Grey

Allerdings gibt es auch Gegenstimmen zu seiner These. Zum einen wird nach wie vor gern Spinola zitiert und zum anderen, weil, wie beispielsweise J. Stephen Edwards anmerkt, die Beschreibung der Juwelen, auf die Starkey sich st√ľtzt, sehr vage sind. Au√üerdem sind die Pflanzen, die Starkey als Hinweis auf Guildford interpretiert, nicht ausschlie√ülich Nelken, sondern auch Eicheln und Eichenbl√§tter, die von Starkey mit Guildfords Bruder Robert Dudley assoziiert werden. Warum, so Edwards, sollte Jane das Wappen ihres Mannes und das seines Bruders f√ľhren? Laut Edwards sind die Zweige und die Blume au√üerdem so angeordnet, dass die Zweige die Blume aufspie√üen. Es k√∂nnte ein symbolischer Hinweis sein auf eine Ehe ‚Äězwischen einem Mann, dessen Wappen eine Eiche war und eine Frau, deren Wappen eine Blume war. Diese Interpretation schlie√üt eine Ehe zwischen Guildford und Jane aus.‚Äú[55]

De Lisles Interpretation der Yale-Miniatur weist einen anderen Ansatz auf. Ihrer Meinung nach k√∂nnte das Bild, so es denn Jane Grey ist, in der Zeit entstanden sein, als Janes Schwester Catherine Grey wegen ihrer heimlichen Heirat mit Edward Seymour, 1. Earl of Hertford im Tower inhaftiert war. Damals versuchte der protestantische Adel, u. a. William Cecil, Elisabeth umzustimmen, um Catherine wieder freizulassen und als ihre Erbin anzuerkennen. Unterst√ľtzung erhofften sie sich dabei von Robert Dudley, dem Favoriten der K√∂nigin und √§lterem Bruder Guildford Dudleys. In dieser Zeit wurden auff√§llig viele Parallelen zwischen Catherine und ihrer Schwester Jane gezogen und die Verschw√§gerung der Greys und Dudleys wurde in Balladen hervorgehoben.[56] Da zur gleichen Zeit eine Miniatur von Catherine Grey mit ihrem neugeborenen Sohn entstand, h√§lt de Lisle es f√ľr m√∂glich, dass die Verwendung von Roberts Eichenbl√§ttern und Guildfords Nelken auf der Yale-Miniatur ein weiterer Versuch war, Robert Dudley auf Catherine Greys Seite zu ziehen.[56] Allerdings gibt es f√ľr keine der hier vorgestellten Theorien schl√ľssige Beweise. Janes wahres Aussehen ist somit nach wie vor ungekl√§rt.

Rechtmäßige Königin oder Usurpatorin?

Bis in die heutige Zeit sind sich Forscher uneins, ob Janes Inthronisierung ein Putsch oder ihr gutes Recht war. In seinem Buch Lady Jane Grey: A Tudor Mystery bezeichnet der Historiker Eric Ives Jane als rechtmäßige Königin und ihre Rivalin Maria Tudor als verräterische Rebellin. Andererseits empfanden die Engländer der Tudorzeit Maria als rechtmäßige Thronerbin und Jane als Usurpatorin. Diese kontroversen Haltungen lassen sich durch mehrere Fakten erklären.

  1. Marias Vater und Janes Gro√üonkel Heinrich VIII. hatte in seinem Willen verf√ľgt, dass nach seinem Sohn Eduard VI. und dessen Erben seine T√∂chter Maria und Elisabeth die Krone erben sollten. Problematisch an dieser Verf√ľgung war die Tatsache, dass er seine T√∂chter zwar in die Thronfolge aufgenommen, sie aber nicht legitimisiert hatte. Bastarde waren nach geltendem Recht allerdings von jeglicher Erbfolge ausgeschlossen, was den Anspruch seiner T√∂chter auf den Thron erschwerte und ihren Rivalinnen Jane Grey und Maria Stuart ein schlagkr√§ftiges Argument gab.
  2. Dass ein K√∂nig seinen Nachfolger ausw√§hlte, war ein Novum. Urspr√ľnglich ging die Krone nach dem Tod eines K√∂nigs auf dessen Angeh√∂rige √ľber, traditionellerweise zun√§chst in der m√§nnlichen, danach in der weiblichen Linie. Prinzipiell galt, dass die √§lteren Geschwister vor den j√ľngeren erbten. Geht man von der These aus, dass Maria und Elisabeth illegitim und somit nicht erbberechtigt waren, h√§tten nach Eduards Tod die Nachkommen von Heinrichs √§lterer Schwester Margaret Tudor, die schottischen Stuarts, rechtm√§√üig den englischen Thron geerbt. Erst nach ihnen h√§tten die Nachkommen seiner j√ľngeren Schwester Mary Tudor, u.a. die Greys, Anspruch auf den Thron gehabt. Marias Bef√ľrworter konnten somit argumentieren, dass Jane nach geltendem Recht in jedem Fall den Thron usurpiert hatte. Margarets Nachkommen, u.a. Maria Stuart, waren allerdings au√üerhalb von England geboren worden, was nach englischem Recht ihren Anspruch erschwerte. Hinzu kam, dass bei der Eheschlie√üung Margaret Tudors mit dem schottischen K√∂nig Jakob IV. s√§mtliche Nachkommen dieser Verbindung per Ehevertrag aus der englischen Thronfolge ausgeschlossen waren. Somit war die einzige potentielle Erbin Margaret Tudors ihre englischgeborene Tochter Margaret Douglas aus einer zweiten Ehe, die allerdings aufgrund der Scheidung ihrer Eltern von Kindheit an unter dem Verdacht der Illegitimit√§t stand. F√ľr ihre Bef√ľrworter stellte Jane neben zwei illegitimen K√∂nigst√∂chtern, einer ausl√§ndischen Cousine und einer illegitimen K√∂nigsnichte die logische Alternative dar.
  3. Geht man von der These aus, dass Heinrichs Wille rechtskr√§ftig war und es ihm legitim zustand, seinen Erben selbst zu w√§hlen, ist es nur logisch, wenn man seinem Sohn Eduard das gleiche Recht zugesteht. Auf dem Sterbebett benannte der junge K√∂nig Jane Grey als seine Nachfolgerin. Hier ergibt sich allerdings bereits das erste Problem. War Heinrichs Wille rechtskr√§ftig, dann war unzweifelhaft Maria die rechtm√§√üige Erbin. Es kann argumentiert werden, dass Eduard in seiner K√∂nigsw√ľrde das Recht hatte, den Willen seines Vaters au√üer Acht zu lassen und seinen eigenen Wunschkandidaten zu benennen. Was den letzten Willen des jungen K√∂nigs allerdings anfechtbar macht, war die Tatsache, dass er noch nicht vollj√§hrig war und somit kein rechtskr√§ftiges Testament aufsetzen konnte. Laut damaligem Recht galt, solange Eduard minderj√§hrig war, Heinrichs Testament, ein Argument, das auch von Maria selbst benutzt wurde, als die protestantischen Adligen ihr unter Eduards Herrschaft die Aus√ľbung der Messe verbieten wollten. Eduards Minderj√§hrigkeit ist somit das st√§rkste Argument der F√ľrsprecher Marias.

Man kann davon ausgehen, dass all diese Sonderf√§lle und Ausnahmesituationen nicht nur in der heutigen Zeit f√ľr Verwirrung bez√ľglich der Thronfolge sorgten.

Darstellung in Buch und Film (Auswahl)

Romane

Theaterst√ľcke

  • 16.-17. Jahrhundert: Lady Jane von John Webster und Thomas Dekker
  • 17. Jahrhundert: Innocent Usurper Or: The Death of Lady Jane Grey von John Banks
  • 1715: Lady Jane Grey: A Tragedy in Five Acts von Nicholas Rowe
  • 2011: Jane The Quene von Heiko Dietz mit Nina Steils

Verfilmungen

  • 1923: Lady Jane Grey; Or, The Court of Intrigue mit Nina Vanna (Stummfilm)
  • 1936: Nine Days a Queen (Tudor Rose) mit Nova Pilbeam
  • 1986: Lady Jane ‚Äď K√∂nigin f√ľr neun Tage mit Helena Bonham Carter

Literatur

  • Allison Plowden: Lady Jane Grey ‚Äď Nine Days Queen. Sutton Publishing, 2004, ISBN 0-7509-3769-6.
  • Ann Rinaldi: Nine Days a Queen: The Short Life and Reign of Lady Jane Grey. Harper Collins, 2005, ISBN 0-06-054923-8.
  • Marita A. Panzer: Englands K√∂niginnen Piper Verlag, M√ľnchen 2003,ISBN 3-492-23682-0
  • Hester Chapman: Lady Jane Grey, HarperCollins Publishers Ltd, 1985, ISBN 0-586-06864-3
  • Eric Ives: Lady Jane Grey: A Tudor Mystery. Malden MA; Oxford UK: Wiley-Blackwell, 2009 ISBN 978-1-4051-9413-6.
  • Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009

Weblinks

 Commons: Lady Jane Grey ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ a b A Further Note on the Date of Birth of Lady Jane Grey, Zugriff am 18. April 2011, 22:20 Uhr
  2. ‚ÜĎ a b On the Date of Birth of Lady Jane Grey, Zugriff am 18. April 2011, 22:07 Uhr
  3. ‚ÜĎ Dulcie M. Ashdown: Tudor Cousins. Rivals for the Throne. 2000 Sutton Publishing, S. 65 ‚Äě... if I would agree, he durst assure me that the Admiral would find the means she would be placed in marriage much to my comfort [...] with the king‚Äú
  4. ‚ÜĎ Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009, S. 41
  5. ‚ÜĎ Dulcie M. Ashdown: Tudor Cousins. Rivals for the Throne. 2000 Sutton Publishing, S. 66
  6. ‚ÜĎ Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009, S. 68
  7. ‚ÜĎ a b Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009, S. 70
  8. ‚ÜĎ Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009, S. 46
  9. ‚ÜĎ a b Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009, S. 159
  10. ‚ÜĎ Dulcie M. Ashdown: Tudor Cousins. Rivals for the Throne. 2000 Sutton Publishing, S. 72: "Why, madam, do you relinquish such pastime as going into the park?" [...] "I wis all their sport is but a shadow to that pleasure I find in Plato. Alas, good folk, they never felt what pleasure means."
  11. ‚ÜĎ Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009, S. 14
  12. ‚ÜĎ a b Vergl. auch Marita A. Panzer, Englands K√∂niginnen
  13. ‚ÜĎ a b Dulcie M. Ashdown: Tudor Cousins. Rivals for the Throne. 2000 Sutton Publishing, S. 73: "I acknowledge myself to be much indebted to you on my daughter's account for having exhorted her always in your godly letters to a true faith in Christ, the study of the scripture, purity of manners, and innocence of life; and I earnestly require you to continue these exhortations as frequently as possible."[...] "Your exhortations afford her encouragement, and at the same time have their due weight with her, either as proceeding from a stranger or from so eminent a person."
  14. ‚ÜĎ Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009, S. 19
  15. ‚ÜĎ Dulcie M. Ashdown: Tudor Cousins. Rivals for the Throne. 2000 Sutton Publishing, S. 71
  16. ‚ÜĎ Eric Ives: Lady Jane Grey: A Tudor Mystery. Malden MA; Oxford UK: Wiley-Blackwell, 2009 ISBN 978-1-4051-9413-6, S. 55
  17. ‚ÜĎ Eric Ives: Lady Jane Grey: A Tudor Mystery. Malden MA; Oxford UK: Wiley-Blackwell, 2009 ISBN 978-1-4051-9413-6, S. 22-23: "I cannot but marvel at thee, and lament thy case [...] Thou sometime wast the lively member of Christ but now the deformed imp of the Devil; sometime the beautiful temple of God but now the stinking and filthy kennel of Satan; sometime the unspotted spouse of Christ but now the unashamed paramour of Antichrist; sometime my faithful brother but now a stranger and an apostate; sometime a stout Christian soldier but now a cowardly runaway"
  18. ‚ÜĎ a b Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009, S. 138 - 139: "How could you refuse the true God, and worship the invention of man, the golden calf, the whore of Babylon, the Romish religion, the abominable idol, the most wicked Mass, wilt thou torment again, rent and tear the most precious body of our Saviour Jesus Christ, with thy bodily and fleshly teeth?" [...] "the unity of Satan and his members... thieves, murderers, conspirators, have their unity. Christ came ... to set one against another. Return, return again unto Christ's war."
  19. ‚ÜĎ Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009, S. 98
  20. ‚ÜĎ a b Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009, S. 104
  21. ‚ÜĎ Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009, S. 92
  22. ‚ÜĎ Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009, S. 329: ‚Äěthe first-born daughter of the Duke of Suffolk, Jane by name, who although strongly depreciating the marriage, was compelled to submit by the insistence of her mother and the threats of her father‚Äú
  23. ‚ÜĎ Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009, S. 330
  24. ‚ÜĎ Eric Ives: Lady Jane Grey: A Tudor Mystery. Malden MA; Oxford UK: Wiley-Blackwell, 2009 ISBN 978-1-4051-9413-6, S. 183
  25. ‚ÜĎ Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009, S. 105
  26. ‚ÜĎ a b c Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009, S. 110
  27. ‚ÜĎ Agnes Strickland: Lives of the Tudor princesses including Lady Jane Gray and her sisters. 1868: Longmans, Green and Co., S. 151
  28. ‚ÜĎ Dulcie M. Ashdown: Tudor Cousins. Rivals for the Throne. 2000 Sutton Publishing, S. 89-90: "I was stunned by those words and, as the lords who were present there can testify, I fell to the ground, crying at the news of that noble prince's death and protesting my inadequacy and dismay, begging God that, if this must be, I might be sure that it was my right and that He would give me the grace and strength that would enable me to rule to His glory and to serve the kingdom."
  29. ‚ÜĎ a b c Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009, S. 113
  30. ‚ÜĎ Agnes Strickland: Lives of the Tudor princesses including Lady Jane Gray and her sisters. 1868: Longmans, Green and Co., S. 148
  31. ‚ÜĎ Anna Whitelock: Mary Tudor. England's First Queen. Bloomsbury 2010, S. 167
  32. ‚ÜĎ Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009, S. 112
  33. ‚ÜĎ Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009, S. 114: "not only to defend our just title, but also assist us... to disturb, repel and resist the feigned and untrue claim of the Lady Mary, bastard daughter to our great uncle Henry VIII"
  34. ‚ÜĎ Dulcie M. Ashdown: Tudor Cousins. Rivals for the Throne. 2000 Sutton Publishing, S. 92
  35. ‚ÜĎ a b Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009, S. 116
  36. ‚ÜĎ Agnes Strickland: Lives of the Tudor princesses including Lady Jane Gray and her sisters. 1868: Longmans, Green and Co., S. 152
  37. ‚ÜĎ a b Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009, S. 120
  38. ‚ÜĎ a b Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009, S. 121
  39. ‚ÜĎ Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009, S. 123
  40. ‚ÜĎ Dulcie M. Ashdown: Tudor Cousins. Rivals for the Throne. 2000 Sutton Publishing, S. 96
  41. ‚ÜĎ Anna Whitelock: Mary Tudor. England's First Queen. Bloomsbury 2010, S. 186: "My conscience will not permit me to have her put to death."
  42. ‚ÜĎ Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009, S. 133
  43. ‚ÜĎ Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009, S. 134: "Pardon? Woe worth him! He hath brought me and our stock in most miserable calamity and misery by his exceeding ambition! But what will ye more? Like as his life was wicked and full of dissimulation, so was his end thereafter. I pray God, I, nor no friend of mine, die so. Should I who am young forsake my faith for the love of life? Nay, God forbid! Much more he should not. But life was sweet, it appeared; so he might have lived, you will say, he did [not] care how."
  44. ‚ÜĎ Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009, S. 135
  45. ‚ÜĎ Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009, S. 147: "I pray God in the bowls of His mercy, to send you His holy spirit; for He hath given you His great gift of utterance, if it pleased Him also to open the eyes of your heart."
  46. ‚ÜĎ Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009, S. 144: "The Lord comfort your grace, and that in His word wherein all creatures only are to be comforted. And though it has pleased God to take away two of your children, yet think not, I most humbly beseech your grace, that you have lost them, but ... that we, by losing a mortal life, have won an immortal life."
  47. ‚ÜĎ a b Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009, S. 149: "I have sent you, good sister Katherine, a book, which though it be not outwardly trimmed with gold, yet inwardly it is of more worth than precious stones. It will teach you to live, it will learn you to die... Trust not that the tenderness of your age shall lengthen your life... for as soon as God will, goeth the young as the old. Labour always and learn to die. Deny the world, defy the devil and despise the flesh. As touching my death, rejoice as I do, for I am assured that I shall for losing a mortal life find an immortal felicity. Farewell dear sister; put your only trust in God, who only must uphold you, your loving sister Jane Dudley."
  48. ‚ÜĎ Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009, S. 151: "Good Christian people, I am come hither to die, and by law I am condemned to do the same. The fact, indeed, against the Queen's Highness was unlawful and the consenting thereunto by me: but touching the procurement and desire thereof by me or on my behalf, I do wash my hands thereof in innocence, before God, and in the face of you, good Christian people. I pray you all, good Christian people, to bear me witness, that I die a true Christian woman, and that I look to be saved by none other means, but only by the mercy of God, in the merits of his only son Jesus Christ: and I confess, when I did know the word of God I neglected the same, loved myself and the world, and therefore this plague or punishment is happily and worthily happened unto my sins; and yet I thank God of his goodness that he has thus given me time and respect to repent. While I am alive, I pray you assist me with your prayers."
  49. ‚ÜĎ a b Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009, S. 152
  50. ‚ÜĎ Vgl. Fontane, S√§mtliche Romane, Erz√§hlungen und Gedichte, Bd. 6, M√ľnchen ¬≥1995, S. 93 ff.
  51. ‚ÜĎ Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009, S. 310
  52. ‚ÜĎ The Melton Constable Portrait of Catherine Parr
  53. ‚ÜĎ The van de Passe Engraved Portrait
  54. ‚ÜĎ The Yale Miniature "It's terribly exciting because she has been so elusive. I think that we've now got a full hand of monarchs. I have to qualify this by saying that I am 90 per cent certain, but not 100 per cent. I'm delighted, but I'm in modified rapture."
  55. ‚ÜĎ The Yale Miniature ‚Äěbetween a man whose badge was oak and a woman whose badge was a flower. This latter interpretation excludes a marriage between Guildford and Jane.‚Äú
  56. ‚ÜĎ a b Leanda de Lisle: The Sisters who would be Queen: Mary, Katherine, and Lady Jane Grey : A Tudor Tragedy. Ballantine Books 2009, S. 225
Vorgänger Amt Nachfolger
Eduard VI. Königin von England
1553
Maria I.
Königin von Irland
1553



Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen W√∂rterb√ľchern nach:

  • Jane Grey ‚ÄĒ ¬† [ d íe…™n gre…™], englisch Gegenk√∂nigin, Grey, Lady Jane ‚Ķ   Universal-Lexikon

  • Jane Grey ‚ÄĒ Jeanne Grey Pour les articles homonymes, voir Grey. Jeanne ‚Ķ   Wikip√©dia en Fran√ßais

  • Jane Grey ‚ÄĒ Lady Jane Grey (12 de octubre de 1537 12 de febrero de 1554), era bisnieta del rey Enrique VII de Inglaterra. Fue declarada Reina de Inglaterra durante unos pocos d√≠as en 1553. Se la considera una de las mujeres m√°s cultas de su tiempo. Jane… ‚Ķ   Enciclopedia Universal

  • Jane Grey Swisshelm ‚ÄĒ Jane Swisshelm (1815 1884) Jane Grey Cannon Swisshelm, n√©e le 6 d√©cembre 1815 √† Pittsburgh, Pennsylvanie (√Čtats Unis) et morte le 22 juillet 1884 √† Swissvale, pr√®s de Pittsburgh, est une journaliste am√©ricaine, abolitionniste… ‚Ķ   Wikip√©dia en Fran√ßais

  • Lady Jane Grey ‚ÄĒ The Streatham Portrait, discovered at the beginning of the 21st century and believed to be a copy of a contemporary portrait of Lady Jane Grey.[1] ‚Ķ   Wikipedia

  • Cultural depictions of Lady Jane Grey ‚ÄĒ Lady Jane Grey Preparing for Execution, oil by George Whiting Flagg, 1835. Royal claimant Lady Jane Grey has left an abiding impression in English literature and romance. The limited amount of material from which to construct a source based… ‚Ķ   Wikipedia

  • Lady Jane Grey ‚ÄĒ Dudley (K√ľnstler unbekannt) Lady Jane Grey (* 1537 in Bradgate in Leicestershire (Mittelengland); ‚Ć 12. Februar 1554 im Tower in London, hingerichtet) beanspruchte im Jahr 1553 f√ľr kurze Zeit den Titel einer K√∂nigin von England. Seither hat sie… ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Lady Jane Grey ‚ÄĒ Jeanne Grey Pour les articles homonymes, voir Grey. Jeanne ‚Ķ   Wikip√©dia en Fran√ßais

  • Le Supplice de Jane Grey ‚ÄĒ Artiste Paul Delaroche Ann√©e 1833 Type Huile sur toile ‚Ķ   Wikip√©dia en Fran√ßais

  • The Execution of Lady Jane Grey ‚ÄĒ is an oil painting by Paul Delaroche completed in 1833. It is currently housed in the National Gallery in London. The painting portrays, erroneously in some regards, the moments preceding the death of Lady Jane Grey, who was executed in 1554.… ‚Ķ   Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link
… Do a right-click on the link above
and select ‚ÄúCopy Link‚ÄĚ

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.