Java (Insel)

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Java (Insel)
Java
Mitte links der Vulkan Bromo. Im Hintergrund rechts der höchste Berg Javas, der Vulkan Semeru. Vorne rechts der Batok
Mitte links der Vulkan Bromo. Im Hintergrund rechts der höchste Berg Javas, der Vulkan Semeru. Vorne rechts der Batok
Gewässer Indischer Ozean
Inselgruppe Große Sunda-Inseln
Geographische Lage 8¬į S, 111¬į O-7.5111.253676Koordinaten: 8¬į S, 111¬į O
Lage von Java
L√§nge 1.062 km
Breite 199 km
Fl√§che 126.700 km¬≤
Höchste Erhebung Semeru
3.676 m
Einwohner 130.000.000
1.026 Einw./km²
Hauptort Jakarta
Java Topography.png

Java (indonesisch Jawa) ist eine der vier Gro√üen Sunda-Inseln der Republik Indonesien neben den weiteren Hauptinseln Sumatra, Borneo (Kalimantan) und Sulawesi.

Auf Java liegt auch die indonesische Hauptstadt Jakarta.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Java

Java liegt im Tropeng√ľrtel zwischen etwa 6¬į S√ľd/105¬į Ost und etwa 9¬į S√ľd/115¬į Ost s√ľdlich Borneo und √∂stlich von Sumatra im Indischen Ozean. Die Insel hat eine Fl√§che von 126.650 Quadratkilometer ‚Äď mit kleineren vorgelagerten Inseln wie Madura sind es 132.107 Quadratkilometer.

Es gibt noch weitere Inseln um Java. Bawean, die Karimunjawa-Inseln und Kepulauan Seribu befinden nördlich, in der Sundastraße gibt es weitere Inseln.

Java hat etwa 130 Millionen Einwohner (Stand 2006), mehr als jede andere Insel der Erde. Mit √ľber 1000 Einwohnern je Quadratkilometer ist die Bev√∂lkerungsdichte eine der h√∂chsten der Welt. Auf Java befindet sich die Hauptstadt der Inselrepublik Indonesien, Jakarta, mit √ľber acht Millionen Einwohnern. Jakarta dehnt sich in der Fl√§che immer weiter aus und w√§chst mit den Nachbarst√§dten Bogor, Tangerang und Bekasi zusammen, wof√ľr inzwischen der Kunstbegriff ‚ÄěJabotabek‚Äú, zusammengesetzt aus den Anfangssilben der Namen der vier St√§dte, gebr√§uchlich wurde.

Das Wetter ist von dem Monsun gepr√§gt der aus unterschiedlichen Richtungen kommt. Die Insel ist au√üerordentlich fruchtbar. Im Westen finden sich noch kleinere Dschungelfl√§chen, w√§hrend es nach Osten zu allm√§hlich trockener wird. Freie Fl√§chen sind weitgehend kultiviert, wobei von Kaffee √ľber Tabak und Mais zahlreiche Ackerbauprodukte gewonnen werden. Beherrschend aber ist der Reisanbau mit gro√üen Feldern und Reisterrassen.

Es gibt mehrere Flusssysteme, die bei den teilweise √ľber 3000 Meter hohen Vulkanen entspringen. Der Solo ist mehr etwa 600 Kilometern der l√§ngste Fluss. Weitere gr√∂√üere Fl√ľsse sind der Serayu und der Progo.

Neben den zu beobachtenden unterschiedlichsten Erscheinungsformen der Natur (Dschungel, Savannen, Mangrovens√ľmpfen, einer Reihe teils noch aktiver Vulkane und Kraterseen), zeugen zahlreiche Tempelanlagen auf Java von einer wechselvollen Kulturgeschichte vor der Kolonialzeit. Die bedeutendsten sind der buddhistische Tempel von Borobudur sowie der hinduistische Tempel von Prambanan.

Flora und Fauna

Auf der Insel lebte bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts noch der Java-Tiger (Panthera tigris sondaica), des Weiteren kommt noch das vom Aussterben bedrohte Java-Nashorn (Rhinoceros sondaicus) im Ujung-Kulon-Nationalpark der Insel vor.

Geologie

Lage der Insel Java und die umlaufende Subduktionszone

Java befindet sich, zusammen mit der größeren nordwestlichen Nachbarinsel Sumatra und den kleineren östlich gelegenen Inseln, am Sundagraben (auch Sundarinne). Der Sundagraben wiederum stellt die Subduktionszone nördlich der Australischen Platte dar. Während der letzten Eiszeit war Java mit dem Festland verbunden und Teil des Sundalandes.

Java, selbst fast zur G√§nze vulkanischen Ursprungs, ist Teil des so genannten Pazifischen Feuerrings, des Vulkang√ľrtels, der den gesamten Pazifischen Ozean umgibt. Auf der Insel gibt es 38 teils erloschene, teils noch aktive Vulkane; in ganz Indonesien bel√§uft sich die Zahl der aktiven Vulkane auf etwa 130. Zu den bekanntesten Vulkanen z√§hlen der Bromo (2329 Meter) und der Merapi (ca. 2985 Meter), der als einer der gef√§hrlichsten Vulkane der Welt gilt. S√ľdlich des Tengger-Gebirges mit dem Bromo erhebt sich der h√∂chste Berg Javas, der 3676 Meter hohe t√§tige Vulkan Semeru.

Vom Krakatau bis zum Tambora. Vulkanismus auf Java, Bali, Lombok und Sumbawa

Neben Vulkanismus kommt es auf Grund der geologischen Gegebenheiten auch h√§ufig zu Erdbeben. Das letzte schwere Beben mit der St√§rke 6,3 auf der Momenten-Magnituden-Skala ereignete sich am 27. Mai 2006 um 05:54 Uhr Ortszeit. Das Hypozentrum lag nach Angaben des USGS etwa 25 Kilometer s√ľdwestlich der Stadt Yogyakarta in einer Tiefe von circa zehn Kilometer. Das Hauptbeben, gefolgt von mehr als 1000 Nachbeben bis zu einer St√§rke von 5,2, kostete nach Angaben der UNO vom 5. Juni 2006 ann√§hernd 5.800 Menschen das Leben, bis zu 57.800 wurden verletzt, mehr als 130.000 H√§user wurden zerst√∂rt oder schwer besch√§digt und bis zu 650.000 Menschen sind obdachlos. Am schwersten betroffen war die Stadt Bantul, wo allein etwa 2.400 Menschen starben und vier F√ľnftel der Geb√§ude zerst√∂rt wurden. Schwer besch√§digt wurde auch die Tempelanlage Prambanan, die vorerst f√ľr Besucher geschlossen wurde. Der nahe gelegene Vulkan Merapi, der in den Wochen zuvor bereits verst√§rkt Aktivit√§ten gezeigt hatte, stie√ü kurz nach dem ersten Beben eine rund 3,5 Kilometer hohe Wolke aus Gasen und Asche aus. In den weiteren Tagen nach dem Beben verst√§rkte sich seine Aktivit√§t noch weiter um mindestens das Doppelte.

Eine weitere Gefahr geht von Seebeben aus, die Tsunamis verursachen k√∂nnen. Das Seebeben vor Java am 17. Juli 2006 mit einer St√§rke vom 7,7 auf der Richterskala, dessen Epizentrum rund 400 Kilometer vor der K√ľste lag, verursachte eine Flutwelle, die nach Augenzeugenberichten eine H√∂he von bis zu vier Metern erreichte. Ihr fielen auch durch einst√ľrzende Geb√§ude mehr als 660 Menschen zum Opfer, etwa 300 werden noch vermisst. Zudem wurden rund 30.000 Menschen obdachlos. Besonders schwer betroffen war der Ort Pangandaran, der vor allem bei Einheimischen als Urlaubsort beliebt ist.

Im Mai 2006 bohrte die regionale Firma Lapindo im Kecamatan Porong ein etwa drei Kilometer tiefes Loch, um auf vermutetes √Ėl zu sto√üen. Jedoch entpuppte sich das √Ėlvorkommen als ein unterirdisches Wasservorkommen, welches sich nun als Schlammvulkan, einer gro√üen, 140 Grad Celsius hei√üen Schlammfont√§ne bemerkbar macht. Der Schlammvulkan Sidoarjo √ľberflutete bereits viele D√∂rfer und St√§dte im Osten Javas. Versuche, den fauligen Schlick in Fl√ľsse zu leiten, schlugen bislang fehl. Geologen vermuten, dass es noch Jahre dauern k√∂nnte, bis sich das Wasservorkommen ausreichend geleert hat, dass der Vulkan zum Versiegen kommt. Ob das √ľberhaupt geschehen wird, ist au√üerdem umstritten. Der neueste Versuch besteht darin, die angebohrte Stelle des Wasservorkommens mit einer schweren Fl√ľssigkeit namens Micromax zu verschlie√üen.

Geschichte

Prähistorische Zeit

Dass die Insel Java bereits in pr√§historischer Zeit besiedelt war, beweist der Fund des ‚ÄěJava-Menschen‚Äú, einer Unterart von Homo erectus, der vom niederl√§ndischen Anthropologen Eugene Dubois 1891 bei Trinil am Solo-Fluss in der Provinz Jawa Timur gefunden wurde.

Vorkoloniale Zeit

Buddhistische Tempelanlage Borobudur
Hinduistische Tempelanlage Prambanan

Im ersten Jahrtausend nach Christus fassten Buddhismus und Hinduismus auf der Insel Fu√ü und verschmolzen mit Glaubensvorstellungen der urspr√ľnglichen Bauernkultur. Mehrere Reiche bildeten sich, von denen die m√§chtigsten Pajajaran und Majapahit waren. Letzteres wurde zwar 1304 vom Sultan von Ternate erobert, kam jedoch 1359 wieder in den Besitz des Monarchen Hayam Wuruk, der in der Folge l√§ngere Zeit als Kaiser die ganze Insel beherrschte. Wirtschaftlich profitierte Java von seiner Lage an wichtigen Seehandelswegen nach China. Kulturell blieben aber √úbernahmen aus Indien entscheidend. Eine parallele Entwicklung vollzog sich auf der Nachbarinsel Sumatra.

Anfang des 15. Jahrhunderts kamen muslimische Händler aus dem vorderindischen Gujarat auf die Insel, und eine Konversion zum Islam begann.

Kolonialzeit

Zwar hatten die Portugiesen bereits 1579 erste Handelsverbindungen gekn√ľpft, sie wurden aber bald von den erstmals 1594 gelandeten Niederl√§ndern verdr√§ngt. Am 1. Juni 1619 eroberten die Niederl√§nder Jakarta, das sie unter dem Namen Batavia zum Zentrum ihres Kolonialreiches in Asien machten. Auf Java selbst beschr√§nkten sie sich vorerst auf die Herrschaft √ľber die Stadt. 1629 belagerte Sultan Agum von Mataram die niederl√§ndische Kolonie, blieb aber erfolglos. Der javanische Adel f√ľhlte sich durch Agum ebenfalls bedroht und griff auf Waffenhilfe der technisch √ľberlegenen Niederl√§nder zur√ľck. Als Gegenleistung mussten sie der Niederl√§ndischen Ostindien-Kompanie (VOC) Land abtreten. Dadurch √ľbernahm die VOC im Verlauf des 17. Jahrhunderts die Kontrolle √ľber die ganze Insel. Java lag im Knotenpunkt der asiatischen Seerouten und erlaubte den Niederl√§ndern dadurch eine weitgehende Kontrolle des Handels au√üerhalb des von England dominierten Indien.

Gleichzeitig mit der Durchsetzung der Kolonialherrschaft breitete sich auch der Islam auf Java aus. Popularität gewann er vor allem, weil er von vielen Einheimischen als Gegengewicht zur Kultur der Europäer verstanden wurde. Auf der anderen Seite unternahmen die Niederländer kaum christliche Missionierungsversuche.

Die Niederländer setzten Chinesen als Händler und Steuereintreiber ein, wodurch diese sich bei der einheimischen Bevölkerung unbeliebt machten. Auch zwischen Niederländern und Chinesen wuchsen die Spannungen, weil die Kolonialherren die unkontrollierte Zuwanderung aus China zunehmend als Gefahr betrachteten. 1740 wurden tausende Chinesen in einem Pogrom in Batavia umgebracht. An den Morden beteiligten sich sowohl die lokale moslemische Bevölkerung als auch die niederländischen Kolonialtruppen. Ein Jahr später gab die Kolonialverwaltung offiziell alle Chinesen auf Java zur Tötung frei, was weitere Pogrome zur Folge hatte.

Karte von Java 1860

Am Anfang des 19. Jahrhunderts √ľbernahm der niederl√§ndische Staat die direkte Kontrolle √ľber die Kolonie, nachdem die VOC am 31. Dezember 1799 f√ľr insolvent erkl√§rt worden war, und verst√§rkte in Zusammenarbeit mit dem javanesischen Adel die wirtschaftliche Ausbeutung der Landbev√∂lkerung. Nach dem Britisch-Niederl√§ndischen Krieg um Java im Sp√§tsommer 1811 fiel die Insel an die Briten, wurde jedoch nach Ende der Napoleonische Kriege wieder an die Niederlande zur√ľckgegeben.

1825 bis 1830 kam es zu einem Volksaufstand gegen die Niederl√§nder wegen einer neuen Abgabe, die die Einheimischen auf die Reisernte entrichten mussten. Den K√§mpfen fielen √ľber 200.000 Javaner und 8.000 Europ√§er zum Opfer.

1830 wurde das sogenannte cultuurstelsel eingef√ľhrt. Statt Pacht zu zahlen, sollten die Bauern nunmehr ein F√ľnftel ihres Bodens zur Verf√ľgung stellen, um auf diesem Land von der Regierung bestimmte Gew√§chse anzubauen. Zu diesem System geh√∂rte auch, dass sie ihre Arbeitskraft 66 Tage im Jahr zugunsten der Regierung einsetzten. In der Praxis gingen die Belastungen f√ľr die Bauern h√§ufig weit √ľber die offiziellen Vorgaben hinaus. Die Waren wurden nach Europa verschifft und dort gewinnbringend verkauft. Dieses System kritisierte der niederl√§ndische Schriftsteller und ehemalige Kolonialbeamte Eduard Douwes Dekker in seinem 1860 unter dem Pseudonym Multatuli ver√∂ffentlichten Buch Max Havelaar.

Zeit bis heute

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Insel von den Truppen des japanischen Kaiserreichs besetzt. Seit der Ausrufung der Unabhängigkeit ist Java Teil des Staatsgebietes der Republik Indonesien.

Bevölkerung

Sprache

Neben der Amtssprache Bahasa Indonesia wird im mittleren und östlichen Teil Javas die javanische Sprache gesprochen. Im westlichen Teil Javas ist die sundanesische Sprache vorherrschend.

Religion

In Java stellen Muslime die Bev√∂lkerungsmehrheit. Java wurde im 15. und 16. Jahrhundert islamisiert, so dass heute rund 91 Prozent der Javaner und 97 Prozent der Sundanesen Muslime sind.

Um 1815 schickten die Niederlande erstmals christliche Missionare nach Java. In der Folge traten viele Chinesen zum Christentum √ľber, ebenso einige wenige Javaner, die noch nicht den Islam angenommen hatten.

Im S√ľden von Zentraljava gibt es einige christliche Gemeinden, deren Mitglieder gr√∂√ütenteils zur chinesischen Minderheit geh√∂ren.

58 Prozent der muslimischen Javaner bezeichnen sich als Abangan, das hei√üt, sie betrachten die Schari‚Äôa nicht als unmittelbar g√ľltiges Gesetz. Die √ľbrigen sind Santri, die eine eher orthodoxe Auslegung des Islams vertreten.

Wirtschaft

Infrastruktur

Administrativ ist Java in die Provinzen Banten, Jawa Barat (Westjava), Jawa Tengah (Mitteljava), Jawa Timur (Ostjava) und das autonome F√ľrstentum Yogyakarta unterteilt. Die Stadt Jakarta untersteht unmittelbar der Zentralregierung.

Städte auf Java:

Zentrum von Jakarta

Literatur

  • Mochtar Lubis: D√§mmerung in Jakarta
    Mochtar Lubis entwirft in kr√§ftigen Bildern das Panorama einer Gro√üstadt ‚Äď die Welt der H√§ndler, Beamten, Journalisten, Rikschafahrer und debattierenden Intellektuellen. Der Autor arbeitete als Journalist f√ľr indonesische Zeitschriften, 1956 bis 1965 verbrachte er im Gef√§ngnis oder unter Hausarrest, seine Haltung blieb ungebrochen. Nach seiner Rehabilitierung wurde er Chefredakteur der Literaturzeitschrift Horison. ISBN 3-293-20098-2
  • Levelink/Mawdsley/Rijnberg: Vier Spazierg√§nge Botanischer Garten Bogor
    Umfassende Angaben zur Geschichte, Systematik der Anlage und etliche Abbildungen. ISBN 979-95078-3-9.
  • Spektrum der Wissenschaft, 1/1984: Der Ausbruch von Krakatau
  • Astronomie heute 3/2004: Der Schrei. Ausbruch des Krakatau und sein Einfluss auf das gleichnamige ber√ľhmte Gem√§lde
  • Norbert Hofmann: Der islamische Festkalender in Java und Sumatra. ISBN 3-88347-000-7
  • Maria Blechmann-Antweiler: Ohne uns geht es nicht ‚Äď Ein Jahr bei Frauen in Indonesien. LIT-Verlag, ISBN 3-8258-5645-3

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Java ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen
 Commons: Java ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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