Jean-Paul Charles Aymard Sartre

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Jean-Paul Charles Aymard Sartre

Jean-Paul Sartre [ʒɑ̃ˈpɔl saʀtʀ] (* 21. Juni 1905 in Paris; † 15. April 1980 ebenda; vollstĂ€ndiger Name Jean-Paul Charles Aymard Sartre) war ein französischer Schriftsteller und Philosoph. Der politisch engagierte Verfasser zahlreicher Romane, ErzĂ€hlungen, Dramen, Essays und philosophischer Werke gilt als Vordenker und Hauptvertreter des Existentialismus und als der reprĂ€sentative französische Intellektuelle des 20. Jahrhunderts.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Kindheit und Schule

Sartre wurde in Paris als Sohn des Marineoffiziers Jean-Baptiste Sartre (1874–1906) geboren. Der Vater starb schon 15 Monate nach seiner Geburt an Gelbfieber, einer Tropenkrankheit. Seine Mutter Anne-Marie (1882–1969), geb. Schweitzer, die vĂ€terlicherseits deutsch-elsĂ€ssischer Abstammung und eine Cousine Albert Schweitzers war, zog als junge Witwe zurĂŒck zu ihren Eltern. Dort wĂ€chst Sartre unter dem Einfluss seines Großvaters Charles Schweitzer auf. Der Gymnasialprofessor (agrĂ©gĂ©) fĂŒr das Fach Deutsch unterrichtete seinen Enkel zu Hause. So begann Sartre sehr frĂŒh zu lesen (auch auf Deutsch). Er erlitt schon als Junge eine LinsentrĂŒbung im rechten Auge, das nach und nach erblindete und nach außen wanderte, so dass er mit der Zeit immer stĂ€rker schielte. Bis zum Alter von 10 Jahren hatte er kaum soziale Kontakte außerhalb seiner Familie, in der er einziges Kind war und blieb. Unterrichtet wurde er außer von seinem Großvater von wechselnden Privatlehrern, bis er als 10-JĂ€hriger an das prestigetrĂ€chtige Gymnasium LycĂ©e Henri IV kam. Mit fast sechzig wird Sartre diese Kindheit in Les mots (Die Wörter) beschreiben.

1917 heiratete seine Mutter wieder und zog mit ihm zu ihrem neuen Mann nach La Rochelle – zwei VerĂ€nderungen, die der ZwölfjĂ€hrige nur schwer verkraftete. Hinzu kam, dass sein Großvater empört mit ihm brach, als er erfuhr, dass der Junge Geld aus der Haushaltskasse genommen hatte, um sich mit SĂŒĂŸigkeiten bei seinen neuen Klassenkameraden einzuschmeicheln.

1920 wurde Sartre nach Paris zurĂŒckgeschickt und besuchte – nunmehr als InternatsschĂŒler – wieder das Henri-IV. Hier befreundete er sich mit einem Klassenkameraden, dem spĂ€teren Schriftsteller-Kollegen Paul Nizan, der ihn in die zeitgenössische Literatur einfĂŒhrte. 1922 legte er das BaccalaurĂ©at ab und beschloss, zusammen mit Nizan, ein Studium an der École Normale SupĂ©rieure (ENS) anzustreben, der Elitehochschule fĂŒr die LehramtsfĂ€cher. Beide wechselten deshalb auf das LycĂ©e Louis-le-Grand, dessen Vorbereitungsklassen (classes prĂ©paratoires) fĂŒr die ENS als besser galten als die des Henri IV.

Studium, Berufseinstieg und Krieg

1923 konnte Sartre eine Novelle und einige Romankapitel in kleinen Zeitschriften unterbringen, zugleich begann er, sich fĂŒr Philosophie zu interessieren. 1924 belegte er den sechsten Rang in der AufnahmeprĂŒfung (concours) fĂŒr die ENS. Sein Wohnheimzimmer dort teilte er mit dem ebenfalls aufgenommenen Nizan.

Die vier Jahre auf der ENS waren eine glĂŒckliche Zeit fĂŒr Sartre: Er las viel und arbeitete regelmĂ€ĂŸig jeden Tag von 9 bis 13 und von 15 bis 19 Uhr, was er sein ganzes Leben lang beibehielt. Er absolvierte Kurse und PrĂŒfungen in Psychologie, Moralphilosophie, Soziologie, Logik, Metaphysik und Latein, interessierte sich fĂŒr die neue Kunstform Film und fĂŒr den aus Amerika importierten Jazz. Auch nahm er Boxunterricht, denn „le petit homme“ (das MĂ€nnlein), wie er von seinen Freunden genannt wurde, maß nur 1,56 m.

Bei sonntĂ€glichen Besuchen seiner Eltern, die inzwischen ebenfalls in Paris lebten, fĂŒhrte er hitzige Debatten mit seinem Stiefvater, der ihn als „communiste patentĂ©â€œ (Kommunist mit Brief und Siegel) apostrophierte. Zwar war Sartre, anders als sein Freund Nizan, kein Mitglied der Kommunistischen Partei Frankreichs, doch war er Sympathisant und verweigerte zum Beispiel zusammen mit Nizan die fĂŒr Studenten der ENS quasi obligatorische Ausbildung zum Reserveoffizier.

Die Bekanntschaft mit einer entfernten jungen Verwandten aus Toulouse, die er auf einer Beerdigung kennengelernt hatte frustrierte ihn bei ihren seltenen kurzen Treffen ziemlich (Àhnlich wie spÀter sein Alter Ego Roquentin im Roman La Nausée (Der Ekel) von Freundin Anny frustriert wird).

Philosophisch begann Sartre, der sich in der Familie seines Großvaters und dann seines Stiefvaters immer â€žĂŒberzĂ€hlig“ bzw. ĂŒberflĂŒssig (etre de trop) gefĂŒhlt hatte, eine „Theorie der Kontingenz“ zu entwickeln, gemĂ€ĂŸ der das menschliche Leben ein Zufallsprodukt sei und nicht unbedingt einen von höheren MĂ€chten verbĂŒrgten Sinn habe.

1928 erhielt er bei der RekrutierungsprĂŒfung (agrĂ©gation) fĂŒr das Amt des Gymnasialprofessors nur den fĂŒr seine Einstellung nicht ausreichenden 50. Platz.

Nachdem Nizan sich verheiratet hatte, meinte auch Sartre, dies tun zu mĂŒssen und ließ seine Eltern um die Hand einer jungen Frau anhalten, die er kennengelernt hatte; er wurde jedoch abgewiesen. Wenig spĂ€ter, bei der Vorbereitung fĂŒr den zweiten Anlauf auf „l'agreg“, begegnete er seiner kĂŒnftigen WeggefĂ€hrtin Simone de Beauvoir. Beide wurden angenommen, Sartre diesmal auf Platz 1, Beauvoir auf Platz 2.

WĂ€hrend sie mit 21 als Gymnasialprofessorin nach Marseille geschickt wurde, trat Sartre seinen MilitĂ€rdienst bei den Meteorologen in Tours an. Sein Ausbilder war der ein Jahr Ă€ltere Raymond Aron, der spĂ€ter bedeutende Soziologe und Philosoph. Da der Dienst Sartre wenig beanspruchte, schrieb er viel: Gedichte, den Anfang eines Romans, EntwĂŒrfe zu TheaterstĂŒcken.

Sartre und Beauvoir am Denkmal Balzacs

1931, mit 26, ging er als Gymnasialprofessor fĂŒr Philosophie nach Le Havre. Er und Beauvoir trafen sich auch weiterhin regelmĂ€ĂŸig in Paris, das ihr Lebensmittelpunkt blieb. Beide machten eine erste grĂ¶ĂŸere Reise nach Spanien, die Sartre vom kleinen Erbe der Großmutter Schweitzer bezahlte.

In seiner Schule war er bei den SchĂŒlern bald als interessanter Lehrer beliebt, aber bei den Kollegen als arrogant verschrien. Er begann an einem Factum sur la contingence (Streitschrift ĂŒber den Zufall) zu arbeiten, einer polemisch-satirischen Schrift gegen die seines Erachtens allzu optimistische und positive Schulphilosophie, die er gemĂ€ĂŸ Lehrplan seinen Klassen verabreichen musste. 1932 reiste er mit Beauvoir in die Bretagne, nach Spanien und Spanisch Marokko. Zum Schuljahrswechsel wurde sie ins nĂ€here Rouen versetzt, so dass sie sich bequemer treffen konnten. Gemeinsam interessierten sie sich fĂŒr Sigmund Freud und dessen Psychoanalyse. Sartre entdeckte die PhĂ€nomenologie Edmund Husserls, aber auch die Romane Hemingways. 1933 unternahm man wieder gemeinsame Reisen, diesmal nach London und Italien.

Im Herbst 1933 ging Sartre fĂŒr ein Jahr als Stipendiat an das Institut Français in Berlin. Hier las er Husserl und Heidegger, Faulkner und Kafka und begann aus dem factum einen Roman zu entwickeln, das spĂ€tere La NausĂ©e (Der Ekel). Die Politik interessierte ihn nur am Rande, die gerade erfolgte MachtĂŒbernahme Hitlers hielt er, wie viele linke Intellektuelle, fĂŒr einen vorĂŒbergehenden Spuk. Nach Ablauf des Stipendiums reiste er mit Beauvoir durch Deutschland, Österreich und die 1918 neugeschaffene Tschechoslowakei.

Ab Herbst 1934 unterrichtete er wieder in Le Havre, wo er sich einsam und deplatziert fĂŒhlte und schließlich depressiv wurde, zumal auch die allgemeine Stimmung schlecht war in der Hafenstadt, die besonders stark unter der Weltwirtschaftskrise litt, die mit drei, vier Jahren VerspĂ€tung nun auch Frankreich getroffen hatte. Sartres Depression verstĂ€rkte sich durch Wahn- und Panikphasen, weil er sich 1935, nachdem er eine Doktorarbeit ĂŒber die Vorstellungskraft zu schreiben begonnen hatte, von einem befreundeten Arzt die Droge Meskalin hatte spritzen lassen. Dieses Experiment hatte ihn sogar in eine Drogenpsychose gestĂŒrzt, was ihm einen zweiwöchigen Aufenthalt in einer Psychiatrie einbrachte. Immerhin nahm er am 14. Juli 1935 mit Beauvoir an der antifaschistischen Großkundgebung in Paris teil, mit der die französischen Linksparteien und Gewerkschaften gemeinsam auf den wachsenden Druck der faschistischen KrĂ€fte auch in Frankreich reagierten.

1936 beendete Sartre den Roman, an dem er seit Berlin gearbeitet hatte. Er war sehr enttÀuscht, als der Gallimard-Verlag das Manuskript ablehnte. Trotzdem schrieb er nun weiter erzÀhlende Texte. In seinen eigenen Augen war er offenbar zum belletristischen Autor geworden, und er wurde von Beauvoir bestÀrkt, die inzwischen ebenfalls an einem Roman schrieb.

Im Mai und Juni 1936 gingen sie beide zwar aus Prinzip nicht wĂ€hlen, waren aber begeistert, als die linke „Volksfront“ (Front populaire) die Wahlen gewann. Der Ausbruch des Spanischen BĂŒrgerkriegs im Juli bewegte auch Sartre zutiefst; den Gedanken, sich als Freiwilliger den antifaschistischen Internationalen Brigaden anzuschließen, verwarf er aber, zumal er gerade eine Stelle in Laon, also nĂ€her an Paris, bekommen hatte. Nach einer Italienreise mit Beauvoir verarbeitete er das Thema Spanischer BĂŒrgerkrieg in der Novelle Le Mur (Die Mauer), einem kleinen Meisterwerk, das Aufmerksamkeit erregte, als es im Juli 1937 in der Nouvelle Revue Française gedruckt erschien. Ebenfalls 1937 wurde schließlich auch sein Roman angenommen, wobei der Verleger Gallimard vorschlug, den Text zu kĂŒrzen und den ursprĂŒnglich geplanten Titel Melancholia in La NausĂ©e (eigentlich: die Übelkeit, der Brechreiz) abzuĂ€ndern.

Zum Schuljahr 1937/38 wurde Sartre in den Pariser Vorort Neuilly versetzt, auch Beauvoir bekam eine Stelle in Paris. Sie wohnten nun in zwei Zimmern eines kleinen Hotels (Hotel Mistral) im XIV. Arrondissement; ans Heiraten dachten sie nicht: Beauvoir wollte emanzipiert leben, und dazu gehörte, dass sie weder Ehefrau noch Mutter sein mochte.

Im April 1938 kam mit Erfolg La NausĂ©e heraus: ein Roman, dessen Ich-ErzĂ€hler Roquentin Ă€hnliche Sinn- und Selbstfindungsprobleme hat, wie sie auch Sartre in den Jahren von Le Havre hatte, und der so wie dieser die Krise schließlich nicht durch Selbstmord löst, sondern mit dem Entschluss Romancier zu werden. Auch ein Sammelband mit ErzĂ€hlungen aus den letzten drei Jahren, den Sartre 1939 unter dem Titel Le Mur herausgab, fand erfreuliche Beachtung. Zugleich beauftragte ihn AndrĂ© Gide, eine Artikelserie ĂŒber moderne Autoren fĂŒr die Nouvelle Revue Française zu schreiben: Sartre hatte seinen Durchbruch geschafft. Er machte sich nun an ein grĂ¶ĂŸeres Romanprojekt und begann dessen ersten Band L'Âge de raison (Das Alter der Vernunft).

Waren er und Beauvoir bisher fast hochmĂŒtig „freischwebende Intellektuelle“ gewesen (eine Wortschöpfung des Soziologen Karl Mannheim), so begannen sie nun, angesichts des zunehmenden Expansionsdrangs Hitlers, sich politisch zu engagieren. Als Frankreich am 3. September 1939 Deutschland den Krieg erklĂ€rte, wurde Sartre eingezogen. „La drĂŽle de guerre“, den Krieg, der zunĂ€chst keiner war, verbrachte er im Elsass, wo er fleißig an seinem Roman schrieb und sich Notizen fĂŒr eine philosophische Abhandlung machte. Im April 1940 konnte er auf einem Urlaub in Paris den „prix du roman populiste“ entgegennehmen. WĂ€hrend nach dem 10. Mai 1940 der deutsche Angriff Frankreich ins Chaos stĂŒrzte, schrieb Sartre fieberhaft an den letzten Seiten von L'Âge de raison. Ende Juni, kurz vor dem Waffenstillstand, geriet er mit seiner Einheit in Gefangenschaft. Hierbei nahm ihm ein deutscher Offizier das fertige Manuskript ab, verwahrte es aber und ließ es ihm spĂ€ter wieder zukommen.

Sartre verbrachte im Stalag XII D in Trier fast glĂŒckliche Monate. Er schloss Freundschaften, zum Beispiel mit dem Jesuitenpater Paul Feller (1913-1979), und verfasste ein versteckt politisches StĂŒck, Bariona ou le Fils du tonnerre (B. oder der Sohn des Donners), das er mit Kameraden zu Weihnachten auffĂŒhrte [1]. Anders als die anderen Gefangenen, die nach und nach als Zwangsarbeiter auf deutsche Fabriken und Bauernhöfe verteilt wurden, kam Sartre mit Hilfe eines falschen Attests (Teilerblindung des rechten Auges) im MĂ€rz 1941 frei. Beauvoir, die keinen Kontakt zur RĂ©sistance hatte, war frappiert von der "Starrheit seines Moralismus", den er aus dem Lager mitbrachte.

Beide aktivierten nun alte Bekanntschaften und grĂŒndeten eine Widerstandsgruppe Socialisme et libertĂ© (Sozialismus und Freiheit), die sich mehr gegen das Vichy-Regime richtete als gegen die deutschen Besatzer. Sartres Versuche, Kontakte zu kommunistischen Bekannten zu knĂŒpfen und mit ihnen zusammenzuarbeiten, schlugen fehl. Die Kommunisten, die schon dabei waren, im Untergrund eine antideutsche Widerstandsorganisation aufzubauen, und die nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 mit Attentaten auf deutsche Soldaten begannen, hielten ihn fĂŒr einen anarcho-linken kleinbĂŒrgerlichen Intellektuellen, der fĂŒr Aktionen Ă€hnlich unbrauchbar war wie die Figur Hugo im StĂŒck Les mains sales (Die schmutzigen HĂ€nde). Sie misstrauten ihm auch wegen seiner ungewöhnlich raschen Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft und verbreiteten das GerĂŒcht, er sei ein Agent der deutschen Gestapo.

Im Sommer machte Sartre mit Beauvoir per Fahrrad eine ebenso anstrengende wie abenteuerliche Reise ins unbesetzte SĂŒdfrankreich, um Kontakte zu politisch linken Autoren zu suchen, die sich dorthin zurĂŒckgezogen hatten. Die Aktion blieb aber erfolglos. Immerhin entwickelte er auf dieser Fahrt die Konzeption fĂŒr sein StĂŒck Les Mouches (Die Fliegen), worin ein ihm selber Ă€hnelnder Oreste den dem Staatschef PĂ©tain Ă€hnelnden Tyrannen Égisthe erschlĂ€gt, jedoch vom Volk, das er befreien will, abgelehnt wird und enttĂ€uscht ĂŒber dessen politische Unreife das Land verlĂ€sst.

Auch Sartre selbst löste 1942 frustriert seine Widerstandsgruppe auf und beschrĂ€nkte sich auf das Schreiben. Er stellte Les mouches fertig und schrieb an seinem philosophischen Hauptwerk, L'Être et le nĂ©ant (Das Sein und das Nichts). Im Oktober wurde er an eines der besten Pariser Gymnasien versetzt, das LycĂ©e Condorcet, wo er den attraktiven Posten eines Gymnasialprofessors fĂŒr Vorbereitungsklassen zur ENS erhielt. 1942 beendete er L'Être et le nĂ©ant und begann den zweiten Band seiner Romantrilogie, Le Sursis (Der Aufschub).

Ab 1942/43 wurde Sartre im wiedererstarkten Widerstand wieder aktiv und betÀtigte sich im Comité national des écrivains (Nationalkomitee der Schriftsteller).

Im FrĂŒhjahr 1943 erschienen trotz Papierknappheit L'Être et le nĂ©ant und Les mouches. Letzteres wurde am 2. Juni sogar uraufgefĂŒhrt – mit Plazet der deutschen Zensur, aber nur mĂ€ĂŸigem Erfolg. SpĂ€ter im Jahr verfasste Sartre sein erstes Film-Drehbuch Les jeux sont faits (Das Spiel ist aus) sowie in wenigen Tagen sein wohl bestes StĂŒck: Huis clos (Geschlossene Gesellschaft), ein Drama um einen Mann und zwei Frauen, die sich mit allen Tricks des Psychoterrors gegenseitig das Leben zur Hölle machen, wo sie der Fiktion nach schon sind. Als Huis clos am 27. Mai 1944 erfolgreich aufgefĂŒhrt wurde, bestĂ€tigte es Sartre als eine zentrale Figur im intellektuellen Paris der Zeit. TatsĂ€chlich kannte er inzwischen alle Leute, die dort von Belang waren oder es werden sollten, wie Jean Cocteau, Michel Leiris, Albert Camus, Raymond Queneau, Georges Bataille, Boris Vian, Jean Genet, Armand Salacrou und Jacques Lacan.

Nach der alliierten Landung in der Normandie am 6. Juni zogen er und Beauvoir es vor, Paris zu verlassen. Sie kehrten erst nach dem Beginn des Abzugs der deutschen Truppen (19. August) zurĂŒck.

Da Sartre inzwischen gut von seiner AutorentĂ€tigkeit leben konnte, ließ er sich vom Schuldienst beurlauben und quittierte diesen schließlich ganz. Als Anfang 1945 sein Stiefvater starb, zog er zu seiner Mutter. VorĂŒbergehende HeiratsplĂ€ne mit einer Französin, die er im Winter 1944/45 wĂ€hrend eines USA-Aufenthaltes kennengelernt hatte, realisierte er nicht.

Die große Zeit

In den Nachkriegsjahren war Sartre dann der tonangebende französische Intellektuelle: Sein L’Être et le nĂ©ant (Das Sein und das Nichts) und der Essay L’Existentialisme est un humanisme (Der Existentialismus ist ein Humanismus) von 1946 galten als Hauptwerke der neuen, hauptsĂ€chlich von ihm geschaffenen Philosophie des Existenzialismus, dessen Kernaussage ist, dass der Mensch durch den Zufall seiner Geburt in die Existenz „geworfen“ ist und aktiv selbst versuchen muss, dem Leben einen Sinn zu geben. Seine Romane wurden gekauft und gelesen: L’Âge de raison und Le Sursis erschienen 1946 gemeinsam unter dem Titel Les chemins de la libertĂ© (Wege der Freiheit), 1949 kam auch der dritte Teil der Trilogie mit dem Titel La Mort dans l’ñme (Den Tod in der Seele) hinzu. Seine StĂŒcke wurden auf allen französischen und vielen europĂ€ischen BĂŒhnen gespielt: 1946 Morts sans sĂ©pulture (Tote ohne BegrĂ€bnis) sowie La Putain respectueuse (Die ehrbare Dirne), in dem Sartre Erfahrungen seiner Amerikareise von 1945 verarbeitet; 1948 Les mains sales (Die schmutzigen HĂ€nde), wo Sartre sich in die Figuren des jungen bĂŒrgerlichen Anarchisten Hugo und des sozialistischen Realpolitikers Hoederer hineinprojiziert. Auch als Publizist war Sartre höchst aktiv. Die von ihm gegrĂŒndete und herausgegebene Zeitschrift Les Temps Modernes (Moderne Zeiten) wurde ein Forum fĂŒr viele Autoren von Rang.

Jean-Paul Sartre (Mitte) und Simone de Beauvoir im GesprÀch mit Che Guevara auf Kuba (1960)

Entsprechend wurde sein Leben immer bewegter. Er gab Interviews und ging – oft zusammen mit Beauvoir – auf Vortragsreisen im In- und Ausland. Auch politisch blieb er engagiert: So war er 1948 MitbegrĂŒnder einer kurzlebigen neuen Partei, die einen „dritten Weg“ zwischen Sozialisten und Kommunisten beschreiten sollte. Allerdings schlug er sich 1952, anlĂ€sslich der Verhaftung von Jacques Duclos, damaliger Fraktionsvorsitzender der KPF, auf die Seite der Kommunisten, was den Bruch mit etlichen gemĂ€ĂŸigt linken Intellektuellen nach sich zog, zum Beispiel mit Camus, dem er Verrat an den Zielen der Linken vorwarf. 1956 kehrte Sartre wiederum den Kommunisten den RĂŒcken, weil er die brutale russische Intervention in Ungarn missbilligte. In seinem 1960 erschienenen Werk Critique de la raison dialectique (Kritik der dialektischen Vernunft) versuchte er, die marxistische Dialektik mit dem Existenzialismus und dessen Betonung des freien Willens zu verbinden. In den 50er und 60er Jahren gab es einerseits Kritik am Stalinismus, andererseits Verharmlosungen nach seinen Reisen in die Sowjetunion. Nach den Mai-Unruhen 1968 wurde er von 1970 bis 1973 WeggefĂ€hrte der französischen Maoisten. Bis zuletzt setzte er sich fĂŒr die Entrechteten dieser Welt ein, wie 1979 mit Raymond Aron fĂŒr die Kampagne "Ein Boot fĂŒr Vietnam".

Er schrieb auch in diesen Jahren immer noch viel, zum Beispiel literaturkritische Artikel (gesammelt gedruckt in den BĂ€nden Situations, 1947–65) und literaturtheoretische Essays (insbesondere den politisches Engagement vom Autor fordernden Qu’est-ce que la littĂ©rature/Was ist Literatur, 1947), aber auch Autorenmonografien (ĂŒber Baudelaire, 1947; Jean Genet, 1952; MallarmĂ©, 1953, und Gustave Flaubert; 1971–72); hinzu kamen einige Dramen (darunter 1951 Le Diable et le bon Dieu/Der Teufel und der liebe Gott oder 1959 Les sĂ©questrĂ©s d’Altona/Die Eingeschlossenen) sowie 1963 der autobiografische Band Les Mots (Die Wörter), der aus seiner Kindheit berichtet.

In der Öffentlichkeit wurde Sartre seit 1949 immer mehr als bewunderter und gefĂŒrchteter „maĂźtre Ă  penser“ (Vordenker) und Intellektueller wahrgenommen, der seine Stimme zu den großen und auch manchen kleineren Problemen der Nation erhob und der gegen Menschenrechtsverletzungen in den französischen Kolonialkriegen und spĂ€ter auch in Vietnam oder im kommunistischen Ostblock protestierte.

Letzte Jahre

Grab von Sartre und Beauvoir

1964 wurde Sartre der Nobelpreis fĂŒr Literatur zuerkannt, obwohl er schon im Vorfeld seine Ablehnung angekĂŒndigt hatte und diese dann auch aufrechterhielt. Sein VerhĂ€ltnis zu Beauvoir bestand weiter, hatte sich allmĂ€hlich aber gelockert. Ab 1973 war er praktisch blind und er war nicht mehr in der Lage zu schreiben. Trotzdem versuchte er weiter prĂ€sent zu sein, unter anderem mit Interviews und gelegentlichen öffentlichen Auftritten. 1974 zum Beispiel erregte sein Besuch des – seines Erachtens politischen – HĂ€ftlings und RAF-Mitglieds Andreas Baader in der JVA Stuttgart öffentliche Aufmerksamkeit. 1979 nahm er noch an einer Pressekonferenz zugunsten der „Boat People“ genannten vietnamesischen FlĂŒchtlinge teil. Im April 1980 veröffentlichte die Zeitung Nouvel Observateur einen Teil der GesprĂ€che, die er mit Benny LĂ©vy gefĂŒhrt hatte. Dieser Dialog, der in Deutschland 1993 unter dem Titel „BrĂŒderlichkeit und Gewalt“ erschien [2] ĂŒberraschte die Öffentlichkeit und irritierte auch Simone de Beauvoir. Sartre diskutierte mit seinem GesprĂ€chspartner neue Positionen, insbesondere im Hinblick auf die zwischenmenschlichen Beziehungen und die Frage nach den „sozialen Bedingungen gelingender SelbstverhĂ€ltnisse“ [3]. Man sah in diesen GesprĂ€chen eine AnnĂ€herung Sartres an LĂ©vys Philosophie und dessen jĂŒdischen Glauben.

Jean-Paul Sartre starb im Alter von vierundsiebzig Jahren am 15. April 1980 in Paris. Er blieb bis zuletzt eine bekannte Persönlichkeit des öffentlichen Lebens: Sein Tod wurde weltweit registriert und bei seiner Beerdigung in Paris folgten 50.000 Menschen dem Sarg.

Werk

Philosophie

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Mit Die Transzendenz des Ichs bricht Sartres Denken aus den Bahnen Bergsons aus. Er erarbeitet sich nun eigene Konzeptionen. Dieser kraftvolle Durchbruch eigener Ideen ermöglicht es ihm mit 25 Jahren, sich in neuer Weise auszudrĂŒcken, als es in LĂ©gende de la vĂ©ritĂ© der Fall war. Jedoch ist dieser Text noch von der französischen UniversitĂ€tsphilosophie geprĂ€gt. Der Ton in La transcendance de l'ego ist selbstsicher und klar. Der Text schließt mit: "Dieses absolute Bewusstsein hat, wenn es vom Ich gereinigt ist, nichts mehr von einem Subjekt, es ist auch keine Kollektion von Vorstellungen: es ist ganz einfach eine erste Bedingung und eine absolute Quelle fĂŒr Existenz. Und die Interdependenz, die es zwischen dem ICH und der Welt herstellt, reicht aus, damit das ICH angesichts der Welt <<in Gefahr>> erscheint, damit das ICH (indirekt oder vermittels der ZustĂ€nde) seinen ganzen Inhalt aus der Welt bezieht. Mehr braucht man nicht, um eine absolut positive Moral und Politik philosophisch zu begrĂŒnden." [4]

1938 ist Literatur fĂŒr Sartre Welterschließung und Philosophie Problemlösung. Die Literatur soll, durch raffiniertes ZusammenfĂŒgen von Wörtern, die Welt enthĂŒllen. Die Philosophie hingegen arbeitet mit zum Teil vieldeutigen Begriffen. Die Erhöhung der Literatur zum Instrument der Erkenntnis ist selbst schon Teil seines philososphischen Programms. Prosaische Sprache ist dabei auf zweierlei Weise nĂŒtzlich: Sie ist in der Literatur ein Instrument der Welterschließung und sie soll möglichst eindeutige Bedeutungen haben. Sartre hat sich frĂŒh intensiv mit dem Unterschied zwischen Prosa und Poesie beschĂ€ftigt.

Es hat den Anschein, als gehe Sartres ungebrochene Begeisterung fĂŒr die Sprache als Instrument und Ausdrucksmittel konform mit seiner Auffassung, Sprache sei unhintergehbar. Eine Auffassung die in dem Roman Der Ekel (la nausĂše) implizit zum Ausdruck kommt.

In dem Roman Der Ekel postuliert Sartre einen Gegensatz zwischen Existenz und Sein. Bei Erik Michael Vogt heißt es dazu: "Hinter der Existenz ist das Sein, so wie hinter der Hand Roquentins die Hand Rollebons (...) ist. Die Existenz wird zum Ort einer vorgĂ€ngigen Inskription durch das Sein." [5] Die Wahrheit der Existenz kann nur durch die Sprache vermittelt werden und ist insofern niemals rein und ein Zustand ohne Sprache, ohne Zeichen.

Die Philosophie von Die Transzendenz des Ego und des Ekels mĂŒndet in die von Das Sein und das Nichts (L'ĂȘtre et le nĂ©ant, 1943) - Sartres philosophischem Hauptwerk. In diesem geht es um das Sein und um die zwei Seinsregionen An-sich und FĂŒr-sich (Bewusstsein).

Bewusstsein und die Dinge der Welt (An-sich) können niemals dieselbe IdentitĂ€t haben. Ein Bewusstsein ist immer Bewusstsein-von-etwas. Das Sein bietet sich der EnthĂŒllung nur in der Erscheinung an: das Seiende ist PhĂ€nomen. Ein Sein neben dem PhĂ€nomen selbst aber ist nicht erkennbar.

Das Bewusstsein ist unabhĂ€ngig vom An-sich, es ist seine eigene Seinsregion. "Sobald das Bewusstsein auftaucht, macht es sich durch die reine nichtende Bewegung der Reflexion zu einem personalen: denn was einem Sein die personale Existenz verleiht, ist nicht der Besitz eines Ego - das nur das Zeichen der Persönlichkeit ist -, sondern das Faktum, fĂŒr sich als Anwesenheit bei sich zu existieren." [6] Das Bewusstsein setzt sich als Bewusstsein (von) sich. Das FĂŒr-sich kann nicht der Grund seines eigenen Seins sein und wird stets durch ein An-sich bedingt. Sartre nennt es den "Riss im Sein", das Nichts, das durch das Sein geseint wird. Das FĂŒr-sich hat zu Objekten aller Art, ob materiell, biologisch, psychisch, eine setzende, gesetzte Distanz.

Deutlich wird hierbei warum Sartres Philosophie dieser Jahre hÀufig als idealistische (französische) Bewusstseinsphilosophie bezeichnet wird.

Die Implikationen seiner Philosophie dieser Jahre, insbesondere des Ekels und seines ersten philosophischen Hauptwerks Das Sein und das Nichts lassen sich vielleicht folgendermaßen zusammenfassen:

Sartre ist Antinaturalist. Er glaubt, im Gegensatz zu vielen seiner Zeitgenossen, dass es das Böse gibt. Es gibt fĂŒr ihn eine unĂŒberbrĂŒckbare Spannung zwischen Mensch und Welt. "Der Geist der Ernsthaftigkeit" will sich der Erfahrung der Kontingenz, des Ekels nicht stellen. "Der BĂŒrger" - nicht als soziologische Kategorie - hĂ€lt die bestehende Ordnung und Einrichtung der Welt fĂŒr notwendig und sinnvoll ("Geist der Ernsthaftigkeit") und fĂŒr rechtmĂ€ĂŸig. "Der BĂŒrger" ist, er ruht im Sein, er ist mit dem Sein verbunden. "Der BĂŒrger" ist hier als eine ontologische Kategorie zu verstehen. FĂŒr Sartre hingegen ist nichts notwendig, es gebe keine natĂŒrlichen Beziehungen untereinander und zur Welt. Man könne der Kontingenz nicht entkommen, diese sei absolut, das Leben habe keinen Sinn. Es gebe keine Heilung, die den unĂŒberwindbaren Bruch zwischen dem Bewusstsein und den Dingen der Welt tilgen könne, keine metaphysische Rettung. Auch in die Vergangenheit legt Sartre keinen Sinn, den sie nicht habe. Die Vergangenheit sei nicht gemeinschaftsstiftend.

Folgerichtig skizziert Sartre kurze Zeit spĂ€ter den Kollaborateur als einen Menschen, der sich den vollendeten Tatsachen fĂŒgt. Dabei nimmt der Kollaborateur die Perspektive der Zukunft ein, aus der jede Vergangenheit und jedes Elend zu einem guten Ende fĂŒhrt und darin aufgehoben ist.

Äußerliche ZwĂ€nge sind ZufĂ€lle. Der Mensch oder besser die menschliche RealitĂ€t (rĂ©alitĂ©-humaine) entgeht den ZufĂ€llen nicht. Aber er kann sie ĂŒbernehmen, integrieren und damit ĂŒberschreiten. Freiheit ist nichts Abstraktes oder Grenzenloses. Freiheit ist die winzige Bewegung ĂŒber das Gegebene hinaus. Der Mensch trĂ€gt insofern Verantwortung, als er derjenige ist, der das Gegebene auf sich nimmt und gleichzeitig mit diesem Aufsichnehmen den Zufall negiert. In einem Turm gefangen kann der Mensch nicht ohne Weiteres flĂŒchten, aber er kann planen zu flĂŒchten, er kann sich mit der Möglichkeit einer Flucht beschĂ€ftigen. Der Mensch kann sich jederzeit ĂŒber die Situation hinaus entwerfen, selbst wenn er dabei scheitert. Das Scheitern ist nicht der Gegensatz zur Freiheit, sondern eine menschliche Möglichkeit, die sich aus seiner Freiheit ergibt. Die Dinge leisten uns keinen Widerstand. Durch unsere EntwĂŒrfe können die Dinge zu einem Widerstand werden. Zum Beispiel: Der Felsen zum Gipfel kann mir nur Widerstand leisten, wenn ich mir vorgenommen habe, den Gipfel zu erklimmen.

In seinem TheaterstĂŒck Geschlossene Gesellschaft heißt es: „Die Hölle, das sind die Anderen“: Die Erwartungen und Projektionen, die durch Mitmenschen an einen gerichtet werden, manipulieren das Handeln, wenn der Mensch ihnen gerecht zu werden versucht - aus Bequemlichkeit, weil er der Verantwortung ausweicht, sich selbst stets neu erfinden zu mĂŒssen. Vor allem können die Anderen wie wir selbst betrachten, was wir wirklich getan haben, und den Abstand ermessen zu dem, was wir tun wollten. In diesem Sinne sind die Anderen auch unsere Richter. Gleichzeitig sind sie Teil der Situation. Die anderen Bewusstseine sind ein Teil unserer vorgefundenen Welt. Meine Freiheit ist begrenzt durch die Freiheit der Anderen. Indem ich jedoch den Anderen als Anderen annehme, kann ich diese Grenze ĂŒbernehmen. Ich stoße nicht an diese Grenze. Sartre behauptet, dass die Freiheit Grenzen hat, aber dass die Freiheit den Grenzen niemals begegnet. Die Anderen sind kein Hindernis fĂŒr den Entwurf des Einzelnen, da die Anderen ein Teil der Situation sind, die ich in meinem Entwurf ĂŒberschreiten kann. Es muss eine Situation, die Welt, die Gesellschaft, die Anderen, geben, damit ich mich von ihnen losreißen kann, damit ich etwas ĂŒberschreiten kann. Ich benötige die Situation, um frei sein zu können. Die Grenzen meiner Freiheit können nur in mir sein, nicht aber Ă€ußerlich.

Am bĂŒndigsten formuliert er seine These mit dem Satz „Die Existenz geht dem Wesen voraus“ („L'existence prĂ©cĂšde l'essence“) - einzig sein nacktes Dasein ist dem Menschen vorgegeben; was ihn am Ende ausmacht, muss er erfinden.

Die Abstraktheit seiner eigenen These von der absoluten Freiheit des Individuums angesichts der historischen Wirklichkeit (Krieg, Holocaust), erfÀhrt Sartre jedoch am eigenen Leibe, als er einberufen wird. Auf Grund dieser Erfahrung, die ihm nicht freiwillig widerfÀhrt, modifiziert er seine Philosophie. Werke wie Le diable et le bon dieu, 1951, und Critique de la raison dialectique, 1960, zeugen davon, dass das Wesen des Menschen, die RealitÀt seines Daseins und Tuns, nachhaltig gesellschaftlich geprÀgt ist.

"Das Leben" habe ihn "'Die Macht der Dinge' gelehrt", so Sartre in einem Interview 1969, und: "Ich bin davon ĂŒberzeugt, dass der Mensch immer etwas aus dem machen kann, was man aus ihm macht. Heute wĂŒrde ich den Begriff Freiheit folgendermaßen definieren: Freiheit ist jene kleine Bewegung, die aus einem völlig gesellschaftlich bedingten Wesen einen Menschen macht, der nicht in allem das darstellt, was von seinem Bedingtsein herrĂŒhrt." [7] Ganz neu sind diese Einsichten allerdings nicht, denn schon in Das Sein und das Nichts spricht er beispielsweise von dem "Widrigkeitskoeffizient der Dinge". Wie er auch zur Zeit von Das Sein und das Nichts nicht gemeint hat, einzelne Entscheidungen könnten unabhĂ€ngig von realen Begebenheiten getroffen werden. Es ging und geht ihm auch spĂ€ter um den Entwurf - nicht im Sinne einer einzelnen Entscheidung - sondern um den Entwurf der als Ganzes die Grundlage des individuellen Handelns ist und damit gleichzeitig die Überschreitung der gegenwĂ€rtigen vorgefundenen Situation auf eine Zukunft hin; der Entwurf der das Sein des einzelnen Menschen ausmacht.

In diesem Sinne hat Sartre auch zu der Zeit, als er den Existentialismus in den Marxismus integrieren wollte, nicht von der Grundthese, die Existenz komme vor dem Wesen (esse), also dem Sein des Menschen, abgelassen. Das soll heißen: Das Sein des Menschen ist nicht im Voraus definierbar, nicht geschaffen, nicht vom Himmel gefallen, vielmehr schafft der Mensch sein eigenes Wesen immer wieder neu, ist durch die Kontingenz des Lebens dazu, zu seiner Freiheit, verurteilt.

Heidegger-Rezeption

Sartre begrĂŒndete durch seine Heidegger-Rezeption, die sich fast ausschließlich auf „Sein und Zeit“ und „Was ist Metaphysik?“ beschrĂ€nkte, den Existentialismus in Frankreich. Sein Werk „Das Sein und das Nichts“ lehnte sich schon im Titel an „Sein und Zeit“ an. Sartre griff dort Heideggers Idee auf, dass das Wesen des Menschen nicht in seiner Essenz sondern in seiner Existenz liege: Dasein ist kein Was, sondern ein Wie. Wegen der hohen Bedeutung, die Sartre dem Bewusstsein als Gegensatz zur Welt zusprach, sah Heidegger hierin jedoch einen RĂŒckfall in den neuzeitlichen Subjektivismus. FĂŒr Sartre konstituierte sich das Bewusstsein und damit das Subjekt als FĂŒr-sich gegenĂŒber dem von ihm wahrgenommenen etwas, dem An-sich. Das Bewusstsein konstituiert sich also, indem es sich negativ – als das was es nicht ist – bestimmt. Diese Negation ist das Nichts als dem Subjekt Zugehöriges. WĂ€hrend außerdem Sartre die absolute Freiheit des Menschen betonte, versuchte Heidegger hingegen Strukturen des Daseins (Existenzialien) aufzuweisen, zu welchem sich dieses verhalten kann und muss. Auf Sartres Essay „Der Existenzialismus ist ein Humanismus“ reagierte Heidegger in einem Brief an Jean Beaufret, dem „Brief ĂŒber den Humanismus“, in dem er deutlich machte, dass seine und Sartres Denkweisen unvereinbar nebeneinander stĂŒnden.

Atheistischer Existenzialismus

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'Ontologischer Ansatz': Der Mensch ist das einzige Seiende, bei dem die Existenz (dass er ist) der Essenz (was er ist) vorausgeht. BegrĂŒndung: FĂŒr sein Wesen bestimmende GrundzĂŒge (was er sein soll, damit er eigentlich Mensch ist) gibt es nicht. Er geht davon aus, dass es keinen Gott gibt, der den Menschen Werte auferlegt haben könnte und keine objektiv verbindliche Ethik (wie etwa bei Kant).

Einwand gegen Kants kategorischen Imperativ: Wenn Werte im Konflikt stehen, versagen die allgemeinen Prinzipien. Soll ich bei meiner kranken Mutter bleiben und ihr beistehen oder sie verlassen und mich der RĂ©sistance anschließen? Was soll allgemeines Gesetz werden?

Die Lage des Menschen ist also durch absolute Freiheit gekennzeichnet oder: „Der Mensch ist dazu verdammt, frei zu sein“ oder: „Der Mensch ist der Statthalter des Nichts“ (Heidegger). Dieser Grund-Situation hat sich der Mensch zu stellen. Alles andere wĂ€re eine SelbsttĂ€uschung. „Es gibt keine Natur des Menschen, die den Menschen lebt, sondern der Mensch ist das, wozu er sich macht.“

Daraus folgen einige Feststellungen: - „Der Mensch ist voll und ganz verantwortlich“, zunĂ€chst fĂŒr seine IndividualitĂ€t: Mit seinem Tun „zeichnet er sein Gesicht“. Dann aber zugleich fĂŒr die ganze Menschheit. Denn mit seinen Entscheidungen entwirft er ein Modell, einen „Typus“ des Menschen. Insofern ist er immer auch ein Gesetzgeber.

„Der Mensch ist Angst.“

„Der Mensch ist Verlassenheit.“

„Der Mensch ist Verzweiflung.“

Sartre fĂŒhrt diesen Begriff im Zusammenhang mit der Tatsache ein, dass man in seinen Projekten fĂŒr die Zukunft nur auf das bauen kann, was in den eigenen KrĂ€ften steht. Es ist nie sicher, dass andere etwa die eigenen politischen PlĂ€ne fortsetzen werden. Es gibt also keine sicheren Hoffnungen ĂŒber das Leben hinaus. Auch die anderen sind frei. Aber: „Man braucht nicht zu hoffen, um etwas zu unternehmen.“

„Es gibt Wirklichkeit nur in der Tat.“ oder: „Der Mensch ist das, was er vollbringt“, jedoch nicht seine Möglichkeiten. Die Liebe existiert fĂŒr Sartre nur verwirklicht, das Genie ist nur, als verwirklichtes Genie. Es gibt keine Entschuldigungen fĂŒr das, was nicht erscheint: Ob zum Beispiel Zivilcourage echt ist, kann man nur sagen, wenn jemand sie im Leben zeigt.

Historische Situation und menschliche Bedingung: „Die historische Situation Ă€ndert sich. Was sich nicht Ă€ndert, ist die Notwendigkeit, in der Welt zu sein, darin an der Arbeit, darin inmitten der anderen zu sein und sterblich zu sein.“

Die Bedeutung der anderen: Der Existenzialist gibt sich Rechenschaft, dass er nicht irgend geartet sein kann, außer wenn die anderen ihn als solchen anerkennen. Um irgendeine Wahrheit ĂŒber mich zu erfahren, muss ich mich im Anderen spiegeln. Der andere ist fĂŒr meiner Existenz unentbehrlich, ebenso wie er fĂŒr die Erkenntnis, die ich von mir selber habe, unentbehrlich ist. Die Entdeckung meines Innersten enthĂŒllt mir zugleich den anderen als eine mir gegenĂŒbergestellte Freiheit, die nur fĂŒr oder gegen mich denkt und will. Somit entdecken wir eine Zwischen-Ichheit‘ (IntersubjektivitĂ€t), und in dieser Welt entscheidet der Mensch, was er ist und was die anderen sind. Man wĂ€hlt im Angesicht der anderen, und man wĂ€hlt sich im Angesicht der anderen. Sartre zeigt in einer Analyse des Angeblicktwerdens („Der Blick“ in: Das Sein und das Nichts), wie der andere mir erscheint: als Konkurrent in dem Kampf um die Perspektivierung des Menschseins und der Wirklichkeit.

Die existentialistische Moral: Sartre betont die Ähnlichkeit mit dem Akt kĂŒnstlerischen Schaffens. Man muss die Moral mit der Gestaltung eines Kunstwerkes vergleichen. GrĂŒnde: Ein KĂŒnstler lĂ€sst sich nicht durch festgelegte Regeln leiten. Er muss auch kein bestimmtes Bild machen. Der KĂŒnstler bindet sich in die Gestaltung seines Bildes ein; und das Bild, das zu machen ist, ist genau das Bild, das er gemacht haben wird. Wir befinden uns mit unserer Moral in einer vergleichbaren, nach KreativitĂ€t verlangenden Lage. Der Inhalt ist immer konkret und daher unvorhersehbar; er ist immer erfunden. Was allein zĂ€hlt, ist, zu wissen, ob die Erfindung, die getĂ€tigt wird, im Namen der Freiheit getĂ€tigt wird.

Kann ich ein moralisches Urteil ĂŒber andere fĂ€llen? Wenn der Mensch einmal erkannt hat, dass er in Verlassenheit Werte setzt - dann kann er nur eines noch wollen, nĂ€mlich die Freiheit als Grundlage aller Werte. So kann ich im Namen der menschlichen Befindlichkeit als Freiheit Urteile fĂ€llen ĂŒber diejenigen, die danach trachten, die Autonomie ihres Daseins und ihre totale Freiheit zu verbergen.

Die Transzendenz: ist ein konstitutives Merkmal des Menschen, aber nicht in dem Sinne, dass ein Bezug zu Gott hergestellt wird. Das geht nicht mehr als Konsequenz des fehlenden Gottesbeweises. Vielmehr ist Transzendenz bei Sartre das Überschreiten der Ichheit.

Der Existentialismus ist ein Humanismus: „... weil wir (die Existentialisten) den Menschen daran erinnern, dass es außer ihm keinen anderen Gesetzgeber gibt und dass er in seiner Verlassenheit ĂŒber sich selbst entscheidet; und weil wir zeigen, dass nicht durch RĂŒckwendung auf sich selbst, sondern immer durch die Suche nach einem Ziel außerhalb seiner, welches diese oder jene Befreiung, diese oder jene besondere Verwirklichung ist - dass dadurch der Mensch sich als humanes Wesen verwirklichen wird. “

Siehe auch: Engagement (Philosophie)

Literaturgeschichtliche WĂŒrdigung

Sartres Platz in der Literaturgeschichte wird heute vor allem von seinem ersten, viele autobiografische Elemente enthaltenden Roman La nausĂ©e (1938) und den ErzĂ€hlungen des Sammelbandes Le Mur (1939) gesichert. Indem er sich am amerikanischen Montageroman (unter anderem Manhattan Transfer von John Dos Passos) orientierte, leitete er neben Albert Camus, AndrĂ© Malraux, Antoine de Saint-ExupĂ©ry und Blaise Cendrars in der französischen Sprache eine stark vom amerikanischen Realismus geprĂ€gte Phase ein. Als weniger bedeutend wird inzwischen Sartres Theater eingeschĂ€tzt, das grĂ¶ĂŸtenteils politisch motiviert war. Sein persönlichstes Werk, die philosophische Autobiografie Die Wörter (Les mots, 1964), rekonstruiert Sartres Kindheitsgeschichte; im Jahr der Zuerkennung des Literatur-Nobelpreises erschienen, galt dieser der zeitgenössischen Kritik nicht zuletzt als WĂŒrdigung dieses Werkes.

Schriften ĂŒber KĂŒnstler

Neben Sartres philosophischem und literarischem Schaffen steht ein dritter Komplex, der oft nur am Rande erwĂ€hnt wird: seine zahlreichen Schriften ĂŒber Schriftsteller, Maler und Bildhauer. In diesen Studien, wie zum Beispiel ĂŒber Charles Baudelaire, Jean Genet, StĂ©phane MallarmĂ©, besonders ĂŒber Gustave Flaubert (siehe Der Idiot der Familie) aber auch ĂŒber Jacopo Tintoretto, hat er das VerhĂ€ltnis dieser KĂŒnstler zu ihrem Werk untersucht. Das Schaffen aller dieser KĂŒnstler demonstriert nach Sartre, dass vor allem die Freiheit eine unbedingte Voraussetzung der Kunst sei.

Werke (Auswahl)

  • L'imagination (1936) -- Die Vorstellung
  • La nausĂ©e (1938) -- Der Ekel, Reinbek: rororo 1949
  • La transcendance de l'ego. Esquisse d'une description phĂ©nomĂ©nologique (1936/37) -- Die Transzendenz des Ego. Skizze einer phĂ€nomenologischen Beschreibung, in: Die Transzendenz des Ego Philosophische Essays 1931 - 1939, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1982.
  • L'enfance d'un chef (1938) -- Die Kindheit eines Chefs, Reinbek: rororo 1985. ISBN 3-499-15517-6
  • Le mur (1939) -- Die Mauer
  • Bariona, ou Le fils du tonnerre (1940) -- Bariona oder Der Sohn des Donners, Reinbek: rororo 1983. ISBN 3-499-12942-6
  • L'imaginaire (1940)
  • Les mouches (1943) -- Die Fliegen
  • L'ĂȘtre et le nĂ©ant (1943) -- Das Sein und das Nichts, Reinbek: rororo 1993. ISBN 3-499-13316-4
  • Huis clos (1944) -- Geschlossene Gesellschaft
  • L'existentialisme est un humanisme (1945) -- Ist der Existentialismus ein Humanismus? Ullstein, Frankfurt 1989 - ISBN 3-548-34500-X
  • Morts sans sĂ©pulture (1946) -- Tote ohne BegrĂ€bnis, Reinbek: rororo 1965. ISBN 3-499-10788-0
  • La Putain respecteuse (1946) -- Die respektvolle Dirne, Reinbek: rororo 1965/1987. ISBN 3-499-10788-0 und ISBN 3-499-15838-8
  • Conscience de soi et connaissance de soi (1947) -- Bewußtsein und Selbsterkenntnis, Reinbek: rororo 1973. ISBN 3-499-11649-9
  • Qu'est ce que la littĂ©rature? (1947) -- Was ist Literatur?, Reinbek: rororo 1981. ISBN 3-499-14779-3
  • Baudelaire (1947) -- Baudelaire. Ein Essay, Reinbek: Rowohlt 1953 ISBN 978-3-499-14225-3
  • Les jeux sont faits (1947) -- Das Spiel ist aus, Reinbek: rororo 1952. ISBN 3-499-10059-2
  • Les mains sales (1948) -- Die schmutzigen HĂ€nde
  • Les Chemins de libertĂ© (1946-1949) -- Die Wege der Freiheit
  • Le diable et le bon dieu (1951) -- Der Teufel und der liebe Gott
  • Saint Genet, comĂ©dien et martyr (1952) -- Saint Genet, Komödiant und MĂ€rtyrer, Reinbek: Rowohlt 1982 ISBN 978-3-498-06156-2
  • RĂ©flexions sur la question juive (1954) -- Überlegungen zur Judenfrage, Reinbek: rororo 1994. ISBN 3-499-13149-8
  • Les sĂ©questrĂ©s d'Altona (1959) -- Die Eingeschlossenen, Reinbek: rororo 1962. ISBN 3-499-10551-9
  • Critique de la raison dialectique I: ThĂ©orie des ensembles pratiques (1960) -- Kritik der dialektischen Vernunft -- Bd.1, Theorie der gesellschaftlichen Praxis, Reinbek (Januar 1981), ISBN 3-498-06058-9
  • Est-ce quÂŽil y a vie sur la lune? (1962) -- Gibt es Leben auf dem Mond?
  • Les mots (1964) -- Die Wörter
  • Situations (1947-1965)
  • L'Idiot de la famille. La vie de Gustave Flaubert de 1821 Ă  1851 (1971-1972)-- Der Idiot der Familie. Gustave Flaubert 1821-1857 (1977-1979)
  • Cahiers pour une morale (posthume, publiĂ© en 1983) -- EntwĂŒrfe fĂŒr eine Moralphilosophie
  • Critique de la raison dialectique II: L'intelligibilitĂ© de l'histoire (1985) -- (nicht ins Deutsche ĂŒbersetzt)
  • Jean-Paul Sartre & Benny LĂ©vy, L'espoir maintenant : les entretiens de 1980, prĂ©sentĂ©s et suivis du Mot de la fin par Benny LĂ©vy, Publication : Paris : Verdier, 1991
  • BrĂŒderlichkeit und Gewalt : ein GesprĂ€ch mit Benny LĂ©vy. Mit einem Nachw. von Lothar Baier. Aus dem Franz. von Grete Osterwald, Wagenbachs TaschenbĂŒcherei,Berlin : Wagenbach, 1993 ISBN 3-8031-2219-8(EAN: 9783803122193 / 978-3803122193)
  • La reine Albemarle ou le dernier touriste. Fragments (posthume, publiĂ© en 1991) -- Königin Albemarle oder Der letzte Tourist, 1994

Literatur

  • Denis Bertholet: Sartre, Perrin, 2004
  • Thomas Blech: Bildung als Ereignis des Fremden. Freiheit und Geschichtlichkeit bei Jean-Paul Sartre, Tectum Verlag, Marburg 2001 (Zugl: Köln, Univ. Diss. 2001) (EAN: 9783803122193 / 978-3803122193)
  • Brigitta Coenen-Mennemeier: Abenteuer Existenz. Peter Lang, Frankfurt a. M. 2001, ISBN 3-631-37731-2
  • Annie Cohen-Solal: Sartre 1905-1980. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2002
  • Arthur C. Danto: Jean Paul Sartre. Steidl-Verlag, Göttingen 1992
  • Jean Firges: Sartre. Der Blick. Sonnenberg, Annweiler 2000, ISBN 978-3-933264-02-2, (Exemplarische Reihe Literatur und Philosophie, Bd. 01, 61 Seiten).
  • Ingrid Galster, (Hg.), Sartre et les juifs. Actes du colloque de juin 2003 Ă  la Maison Heinrich Heine, CitĂ© universitaire, Paris. Paris, La DĂ©couverte, 2005, ISBN 2-7071-4615-3
  • Ingrid Galster , (Hg.), Sartre devant la presse d'Occupation. Le dossier critique des 'Mouches' et de 'Huis clos'. Presses Universitaires de Rennes, 2005, ISBN 2-7535-0103-3
  • Ingrid Galster, Le ThĂ©Ăątre de Jean-Paul Sartre devant ses premiers critiques. Les Mouches et Huis clos. Paris: L'Harmattan, 2001, ISBN 2-7475-0715-7.
  • Ingrid Galster , (Hg.), La naissance du "phĂ©nomĂšne Sartre". Raisons d'un succĂšs (1938-1945), Paris: Seuil, 2001, ISBN 2-02-047998-2.
  • Ingrid Galster, Sartre, Vichy et les intellectuels, Paris: L' Harmattan, 2001, ISBN 2-7475-0479-4
  • Christa Hackenesch: Jean-Paul Sartre. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 2001, ISBN 3-499-50629-7
  • Peter Kampits: Jean Paul Sartre.. C.H.Beck, MĂŒnchen 2004
  • Peter Knopp/Vincent von Wroblewsky (Hg.): Existentialismus heute. Philo Verlagsgesellschaft, Berlin 1999, ISBN 3-8257-0125-5
  • Peter Knopp/Vincent von Wroblewsky (Hg.), Carnets Jean-Paul Sartre. Die Freiheit des Nein, Philo Verlagsgesellschaft, Berlin 2003, ISBN 3-8257-0271-5
  • Peter Knopp/Vincent von Wroblewsky (Hg.), Carnets Jean-Paul Sartre. Der Lauf des Bösen, Peter Lang Verlag, Frankfurt/M. 2006, ISBN 3-631-55050-2
  • Peter Knopp, Vincent von Wroblewsky (Hg.), Carnets Jean-Paul Sartre. Eine Moral in Situation, Peter Lang, Frankfurt/M. 2008 Inhaltsverzeichnis *.pdf, ISBN 978-3-631-56902-3
  • Traugott König (Hg.): Sartre-Lesebuch. Den Menschen erfinden. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1986;
  • dies.(Hg.): Sartre ĂŒber Sartre. AufsĂ€tze und Interviews 1940-1976. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1977
  • Till R. Kuhnle: „'Roman de situation' zwischen Engagement und Agnostizismus: Jean-Paul Sartre und Claude Simon“, in: Essbach, Wolfram (Hg.): Welche ModernitĂ€t? Intellektuellendiskurse zwischen Frankreich und Deutschland im Spannungsfeld nationaler und europĂ€ischer IdentitĂ€tsbilder, Berlin: Berlin Verlag A. Spitz 2000, 341-364
  • Bernard-Henri LĂ©vy: Sartre. Der Philosoph des 20. Jahrhunderts. Hanser, MĂŒnchen 2002
  • Benny LĂ©vy: Le Nom de l'homme : dialogue avec Sartre, Publication: Lagrasse: Verdier, 1984
  • Alain Renaut: Sartre, le dernier philosophe, Grasset, 1993
  • Walter van Rossum: Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2001
  • Hazel Rowley: TĂȘte Ă  tĂȘte – Leben und Lieben von Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre. Parthas Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-86601-667-5
  • Jean-François Sirinelli: Sartre et Aron. Deux intellectuels dans le siĂšcle, Fayard, Paris, 1995: Biographie croisĂ©e de Sartre et Raymond Aron
  • Peter Sloterdijk, (Hg.): Sartre. AusgewĂ€hlt und vorgestellt von Thomas H. Macho. Reihe Philosophie jetzt! dtv-Verlag, MĂŒnchen 1998
  • Martin Suhr: Sartre zur EinfĂŒhrung. 2.Auflage, Junius, Hamburg 2004 ISBN 3-88506-394-8
  • Erik Michael Vogt: "Sartres Wieder-Holung". Passagen Verlag, Wien 1995
  • Rainer Wannicke: Sartres Flaubert. Zur Misanthropie der Einbildungskraft. Reimer Verlag, Berlin 1990
  • Heiner Wittmann: L'esthĂ©tique de Sartre. Artistes et intellectuels. traduit de l'allemand par N. Weitemeier et J. Yacar, Éditions L'Harmattan (Collection ouverture philosophique), Paris 2001
  • Michel Winock: « Sartre s'est-il toujours trompé ? », L'Histoire, n° 295, fĂ©vrier 2005: Article critique sur les engagements politiques du philosophe
  • H. Wittmann: Sartre und die Kunst. Die PortrĂ€tstudien von Tintoretto bis Flaubert. Gunter Narr Verlag, TĂŒbingen 1996
  • Vincent von Wroblewsky (dir.): Pourquoi Sartre ?, Lastresne, Le bord de l'eau, 2005
  • Vincent von Wroblewsky (dir.): Lebendiger Sartre. 115 Begegnungen, Berlin, BasisDruck Verlag 2009. ISBN 978-3-86163-133-0

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ↑ vgl. E. Zenz: Kurtrierisches Jahrbuch 1988, Verein Kurtrierisches Jahrbuch e. V., Trier 1988, S. 195ff.
  2. ↑ Jean-Paul Sartre: BrĂŒderlichkeit und Gewalt : ein GesprĂ€ch mit Benny LĂ©vy. Mit einem Nachw. von Lothar Baier. Aus dem Franz. von Grete Osterwald, Wagenbachs TaschenbĂŒcherei,Berlin : Wagenbach, 1993 ISBN 3-8031-2219-8 (EAN: 9783803122193 / 978-3803122193)
  3. ↑ vgl. Reinhard Olschanskis Artikel zum 20. Todestag Sartres: Das Selbst und die Anderen, in: Freitag 16
  4. ↑ Die Transzendenz des Ego, 1982, S. 92.
  5. ↑ Erik Michael Vogt, Sartres Wieder-Holung, Passagen Verlag, Wien 1995, S. 40f.
  6. ↑ Das Sein und das Nichts, 1991, S. 213.
  7. ↑ Sartre ĂŒber Sartre Interview mit Perry Anderson, Ronald Fraser und Quintin Hoare, in Sartre ĂŒber Sartre AufsĂ€tze und Interviews 1940 - 1976, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 1977, S. 144 u. 145


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