Jean Genet

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Jean Genet
Jean Genet, 1983

Jean Genet (ʒɑ̃ ʒəˈnɛ) (* 19. Dezember 1910 in Paris; † 15. April 1986 ebenda) war ein französischer Romanautor, Dramatiker und Poet.

Inhaltsverzeichnis

Literaturgeschichtliche Einordnung

Genet hebt sich vor allem durch seine bildhafte Sprache hervor. In seinen autobiografisch gefÀrbten Werken tauchen hauptsÀchlich ZuhÀlter, Diebe und andere Randexistenzen ihrer Zeit auf. Genet trat 1929 in den MilitÀrdienst ein, aus dem er jedoch desertierte. Wegen verschiedener Delikte wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt; 1948 erwirkten mehrere Schriftsteller, darunter Sartre und Cocteau, seine Begnadigung. Diese Erlebnisse wirkten sich direkt auf das Werk aus. Die Werke Genets werden neben homosexuellen auch stark von sadomasochistischen Motiven und moralischen Um-Wertungen geprÀgt. Seine Theater-Vorstellungen waren ihrer Zeit voraus und wurden von Rainer Werner Fassbinder auch im Film aufgegriffen. [1] [2]

Leben

Kindheit und Jugend

Genet wurde 1910 in Paris geboren. Seine Mutter war Camille Gabrielle Genet (1888–1919), der Vater unbekannt. Als Genet etwa ein halbes Jahr alt war, gab seine Mutter ihn bei der öffentlichen FĂŒrsorge ab. Bereits am nĂ€chsten Tag wurde Genet dem Ehepaar EugĂ©nie und Charles Regnier aus Alligny-en-Morvan als Pflegekind ĂŒbergeben. In diesem Dorf wurde er im Herbst 1916 eingeschult. Nach eigenen Angaben begann er mit zehn Jahren seine Pflegeeltern zu bestehlen. Zu diesem Zeitpunkt wurde ihm auch seine HomosexualitĂ€t klar.

Genets Pflegemutter starb 1922. Als neue Pflegemutter wurde ihre Tochter Berthe berufen. 1923 beendet er die Schulausbildung. Er war der beste SchĂŒler seiner Gemeinde und zĂ€hlte zu der Minderheit der FĂŒrsorgekinder, die ĂŒberhaupt einen Schulabschluss vorweisen können.

Am 17. Oktober 1924 kehrte Jean Genet nach Paris zurĂŒck. Er begann eine Lehre zum Drucker im Ausbildungszentrum der öffentlichen FĂŒrsorge. Doch bereits zwei Wochen spĂ€ter, die er zudem grĂ¶ĂŸtenteils auf der Krankenstation verbracht hatte, nahm er Reißaus. Sieben Tage danach wurde er in Nizza geschnappt. Er verlor seine Lehrstelle. Von April bis Oktober des Folgejahres war er bei einem Pariser Ehepaar untergebracht. Es endete damit, dass er ihm anvertrautes Geld unterschlug und ausgab. Es folgten psychiatrische Untersuchungen und diverse Unterbringungen in öffentlichen Einrichtungen. Nach mehreren weiteren Fluchtversuchen landete er im GefĂ€ngnis La Petite-Roquette.

Im Juni 1926 wurde ihm eine Stelle als Landarbeiter in Abbeville zugewiesen. Einen Monat hielt er es dort aus. Seine Flucht endete in Meaux und er wurde dort der Landstreicherei angeklagt und verurteilt. Es kam zu einem weiteren Prozess vor dem Kinder- und Jugendgericht, in dem er freigesprochen wurde. Anschließend wurde er in die Besserungskolonie Mettray gebracht. Am 3. Dezember 1927 flĂŒchtete er von dort, jedoch schnappte ihn die Polizei zwei Tage spĂ€ter, und er kam vorlĂ€ufig in das GefĂ€ngnis von OrlĂ©ans, bis er nach Mettray zurĂŒckgebracht wurde.

MilitÀrzeit

Um den inhumanen ZustĂ€nden in Mettray zu entkommen, meldete er sich freiwillig zum MilitĂ€r. Er kam am 3. MĂ€rz 1929 nach Montpellier und am 1. Mai 1929 nach Avignon in das 7. Pionierregiment. Er stieg zum Obergefreiten auf und bat um Versetzung ins Ausland. Am 28. Januar 1930 verließ er Frankreich per Schiff von Marseille aus in Richtung Levante und erreichte sieben Tage spĂ€ter Beirut. Von dort aus ging es weiter zu seiner neuen Einheit nach Damaskus. Er blieb in dieser Stadt bis Ende Dezember. Anschließend kam er zurĂŒck nach Avignon.

Seine erste MilitĂ€rzeit endete am 1. Januar 1931. FĂŒnfeinhalb Monate danach trat er erneut der Armee bei, diesmal kam er in das 7e RTM (7e rĂ©giment de tirailleurs marocains = 7. Marokkanisches SchĂŒtzenregiment). Er blieb bis zum 7. Februar 1933 in Marokko und beendete seine zweite Dienstzeit am 15. Juni in Toul.

Nach einer Fußreise bis nach Barcelona, wo er mehrere Monate blieb, und seiner RĂŒckkehr nach Frankreich schrieb er sich am 24. April 1934 erneut bei der Armee ein. Er blieb in Frankreich beim 22e rĂ©giment de tirailleurs algĂ©riens in Toul. Im Oktober 1935 verlĂ€ngerte er seine Dienstzeit um weitere vier Jahre. Er kam nach Aix-en-Provence in das RICM (RĂ©giment d'Infanterie Coloniale du Maroc = Koloniales Infanterieregiment von Marokko). Doch bevor er nach Marokko versetzt wurde, desertierte er am 18. Juni 1936.

Flucht und GefÀngnis

Von Juli 1936 bis Juli 1937 war Jean Genet als Deserteur auf der Flucht. Er durchwanderte dabei viele europĂ€ische LĂ€nder und legte angeblich 8.500 km zurĂŒck. Er kam nach Italien, Albanien, Jugoslawien, Österreich, Tschechoslowakei, Polen, Deutschland, Belgien und schließlich nach Paris. Immer wieder wurde er verhaftet, fĂŒr ein paar Tage oder Wochen inhaftiert, und in das nĂ€chste Land abgeschoben.

Er blieb auch ein paar Tage in Berlin und lebte dort, wie so oft wĂ€hrend dieser Reise, von der Prostitution. In Berlin traf er Wilhelm Leuschner, der spĂ€ter wegen angeblicher Beteiligung am Attentat vom 20. Juli 1944 auf Hitler erhĂ€ngt wurde. Lily Pringsheim schreibt spĂ€ter: „Es ist ein ewiger Jammer, dass Genet nicht dazu ausersehen war, Hitler zu ermorden. Als unbekannter Vagabund und Bettler, der politisch unverdĂ€chtig und AuslĂ€nder ist, hĂ€tte es ihm gelingen können.“

ZurĂŒck in Paris beginnt die Serie der Festnahmen:

  • 16. September 1937: erste Verhaftung. Er wurde zu einem Monat GefĂ€ngnis wegen Diebstahls verurteilt, allerdings unter dem Namen „Genest“, gegen den noch nichts vorlag und so wurde die Strafe ausgesetzt.
  • 21. September 1937: Identifikation als Deserteur. Überstellung in das SantĂ©-GefĂ€ngnis. Ende November wurde das Urteil wegen Diebstahls, PassfĂ€lschung und unerlaubten Waffenbesitzes gesprochen: fĂŒnf Monate Haft.
  • 13. Januar 1938: Überstellung in das MilitĂ€rgefĂ€ngnis von Marseille. Bis zur Verurteilung wegen Desertion vergingen weitere vier Monate. Das Urteil lautete zwei Monate. Allerdings wurde die bisherige Haftzeit angerechnet, so dass er sofort freigelassen wurde.
  • 14. Oktober 1938: vierte Verhaftung. Erneut wegen Diebstahls. Seine Freilassung fiel auf den 17. Januar 1939 und er kehrte nach Paris zurĂŒck.
  • 7. Mai 1939: Festnahme in Auxerre wegen Landstreicherei. Er bekam einen Monat Haftaufenthalt.
  • 16. Juni 1939: Tag der Entlassung und erneute Verhaftung. Nochmals Anklage wegen Landstreicherei, zudem konnte er seine anthropometrischen Ausweispapiere nicht vorweisen. Der erste Anklagepunkt wurde fallengelassen, der zweite fĂŒhrte zu zwei Wochen Haft.
  • 16. Oktober 1939: zwei Monate wegen Diebstahls.
  • 31. Dezember 1939: er begann das Jahr 1940 im Verlies und das Schreiben einer verspĂ€teten Weihnachtskarte bezeichnete er als Auslöser fĂŒr seine Schriftstellerei.
  • 23. April 1940: achte Verurteilung (hier gibt es WidersprĂŒche in den Quellen). Genet geht in Berufung und aus zehn Monaten wurden knappe zwei.
  • 3. Dezember 1940: neunte Haftstrafe bis zum 4. MĂ€rz 1941.
  • 9. Dezember 1941: zehnter GefĂ€ngnisaufenthalt bis zum 10. MĂ€rz 1942.
  • 14. April 1942: Paris ist von den deutschen Truppen besetzt und Jean Genet wird wegen BĂŒcherdiebstahls bis zum 15. Oktober 1942 inhaftiert.

Erste Werke

Die erste Veröffentlichung war das auf eigene Kosten gedruckte Gedicht „Der zum Tode Verurteilte“. Es erschien im September 1942 in einer Auflage von ca. 100 StĂŒck und wurde grĂ¶ĂŸtenteils an Freunde und Bekannte verschenkt. Ein Exemplar fand den Weg zu dem berĂŒhmten Schriftsteller Jean Cocteau, der sich begeistert Ă€ußert („Dies lange Gedicht ist wundervoll“ [Jean Cocteau: Journal 1942–1945]). Das Gedicht handelt von Maurice Pilorge, der zwanzigjĂ€hrig als Mörder hingerichtet wurde.

Wie dieses Gedicht entstand zwischen 1941 und 1942 im GefĂ€ngnis sein erster Roman „Notre-Dame-des-Fleurs“. Am 16. Februar 1943 las er daraus Cocteau vor, zu dessen ProtegĂ© er nun allmĂ€hlich wurde. Cocteau reichte das Manuskript herum. Es war so freizĂŒgig homosexuell, dass u. a. Paul ValĂ©ry von einer Veröffentlichung abriet. Zu Kriegszeiten war Papier knapp, und so kam das Werk erst 1944 in den freien Verkauf. Doch Genets Bekanntheitsgrad stieg bereits 1943 schlagartig, obwohl die meisten aus dem kĂŒnstlerischen Paris nichts von ihm gelesen hatten.

Doch trotz seiner steigenden Anerkennung versuchte er sich weiter als Dieb und wurde am 29. Mai 1943 erneut verhaftet. Diesmal stand er nicht allein vor dem Richter, denn Cocteau besorgte ihm sofort einen Anwalt. Es wurde ein psychologisches Gutachten erstellt, das als Ergebnis feststellte: „Genet dĂŒrfte als jemand bezeichnet werden, der zu jener Menschenkategorie gehört, denen moralische Verantwortlichkeit leicht vermindert ist.“ Ihm drohte aufgrund seiner vorigen Verurteilungen lebenslange Haft, aber der Richter blieb bei seinem Strafmaß genau einen Tag unterhalb dieser Grenze. Somit wurde er am 30. August 1943 wieder entlassen.

Noch immer war „Notre-Dame-des-Fleurs“ nicht erschienen, die letzten Korrekturen und Fragen wurden geklĂ€rt. Doch Genet erhielt bereits einen Vorschuss auf seinen zweiten Roman „Wunder der Rose“. Zudem war das TheaterstĂŒck „Unter Aufsicht“ fast fertig und das Drama „Die Zofen“ in der Planungsphase. Dennoch wurde er am 24. September 1943 wiederum wegen Buchdiebstahls verhaftet. Anfang November erging das Urteil: vier Monate GefĂ€ngnis. Ein Gesetz ĂŒber eine „administrative Internierung“ ließ es zu, dass Genet fĂŒr unbestimmte Zeit ins Pariser GefĂ€ngnis Tourelles kam. Er Ă€ußerte in Briefen sogar öfters die Sorge, dass er in ein Konzentrationslager verlegt werden soll. WĂ€hrend seiner Haft litt er immer wieder Hunger und ließ sich durch seine Freunde und seinen Verleger Fresspakete bringen. Am 15. MĂ€rz 1944 kam er frei, nachdem sich die verschiedensten Persönlichkeiten fĂŒr ihn eingesetzt hatten. Kurz danach erschien ein Auszug von „Notre-Dame-des-Fleurs“ in einer Literaturzeitschrift, zusammen mit „Geschlossene Gesellschaft“ von Jean-Paul Sartre.

Von 1944 bis 1947 war Genets juristischer Status sehr unsicher. Es waren noch zwei Jahre Haft anhÀngig, die vollstreckt worden wÀren, wenn er erneut straffÀllig geworden wÀre. Somit lebte er in der Gefahr, erneut eingesperrt zu werden.

Pariser Kreise

BĂŒhnenbild fĂŒr "Die Zofen" an der VolksbĂŒhne Berlin (2009)

Jean Genet fand nach der Entlassung aus dem GefĂ€ngnis immer mehr Aufnahme in den kĂŒnstlerischen Kreisen von Paris. Anfangs verkehrte er viel in der Gesellschaft um Jean Cocteau, dort lernte er u. a. Boris Kochno, Christian BĂ©rard (der spĂ€ter das BĂŒhnenbild fĂŒr „Die Zofen“ entwarf) und den Schauspieler Jean Marais kennen. Dann orientierte er sich zunehmend zu der Szene in Saint-Germain-des-PrĂ©s. Hier traf er auf Jean-Paul Sartre, Simone de Beauvoir, Roger Blin, Alberto Giacometti, Pablo Picasso, Dora Maar und Jacques PrĂ©vert.

1945 schritt die Arbeit an „Querelle“ voran, lediglich der Arbeitstitel Ă€nderte sich hĂ€ufig: „Tonnerre des Brest“, „Les mystĂšres de Brest“, „Querelle d’Égypte“. Zeitgleich schrieb er an „Das Totenfest“. Er verliebte sich in den 18-jĂ€hrigen Lucien SĂ©nĂ©maud; eine platonische Liebe, da Lucien heterosexuell war. Im MĂ€rz 1946 erschien „Wunder der Rose“ im Verlag seines Freundes Marc Barbezat in einer Auflage von 475 Exemplaren. Ein Jahr spĂ€ter wurde „Das Totenfest“ veröffentlicht, diesmal im renommierten Verlag Gallimard, allerdings ohne Verlagsnennung. Genet war ein angesehener Autor geworden. So Ă€ußerte sich Sartre: „Wir haben derzeit in Frankreich ein absolutes literarisches Genie: es heißt Jean Genet, und sein Stil, das ist der von Descartes.“ In Amerika erschien in einer Zeitschrift die englische Übersetzung von „Ein Liebesgesang“, spĂ€ter zwei AuszĂŒge von „Das Totenfest“. Louis Jouvet inszenierte in Paris als Vorspiel zu Giraudoux’ „Der Apollo von Belac“ Genets „Die Zofen“. Das StĂŒck wurde von der Presse grĂ¶ĂŸtenteils negativ besprochen, dennoch kam es auf 92 Vorstellungen.

In Das Totenfest lobte Genet das SS-Massaker von Oradour (Auslöschung der gesamten Bevölkerung des Ortes) als Poesie.

Im Juli 1947 erhielt Genet den „Prix de la PlĂ©iade“ vom Gallimard-Verlag fĂŒr „Die Zofen“ und „Unter Aufsicht“ (lediglich Albert Camus und Jacques Lemarchand stimmten dagegen). Camus war es auch, der 1948 das Gesuch an den französischen StaatsprĂ€sidenten, Genet endgĂŒltig aus dem Strafregister zu entlassen, nicht unterschrieb. Im darauffolgenden Jahr wurde das Ballett „Adame Miroir“ uraufgefĂŒhrt. Die Musik dazu schrieb Darius Milhaud, das BĂŒhnenbild stammte von Paul Delvaux, die KostĂŒme von Leonor Fini und fĂŒr die Choreographie zeichnete Janine Charrat verantwortlich. Es wurde ein Erfolg. Doch schon bald senkte sich ein Schatten auf Genet: Noch immer drohte eine lebenslange Haftstrafe, wenn es zu einer weiteren Anklage und Verurteilung kĂ€me. Um dies zu verhindern, schrieben Sartre und Cocteau einen offenen Brief an den damaligen PrĂ€sidenten Vincent Auriol. Der Brief datierte vom 15. Juli 1948. Im Jahr 1949 wurde Genet begnadigt.

Depression und UntÀtigkeit

1948 endete die erste kreative Phase. Jean Genet hatte in wenigen Jahren sein Hauptwerk geschrieben, das bereits 1949 als „SĂ€mtliche Werke“ in einer Neuausgabe erschien. Am 26. Februar gab es die Premiere von „Unter Aufsicht“, es folgte 1950 der Film „Un chant d'amour“ (dt.: Ein Liebeslied, Kamera: Jacques Nattau), der aufgrund seiner pornographischen Darstellungen nicht öffentlich gezeigt werden konnte. Erst 1964 gab es die erste öffentliche AuffĂŒhrung in New York, woraufhin der Veranstalter Jonas Mekas von der Polizei zusammengeschlagen und inhaftiert wurde. Im Verlauf der Jahre wurde der Film zunehmend als Meisterwerk gepriesen, wĂ€hrend Genet ihn hasste und verurteilte.

Es folgte das Drehbuch fĂŒr den Film „Mademoiselle“, der in der Umsetzung von Tony Richardson völlig misslang. Doch der stĂŒrmische Schreibdrang war vorbei. Immer wieder berichtete er Cocteau, er hĂ€tte seine aktuellen Werke verbrannt oder anders vernichtet. Zunehmende Depressionen und eine unglĂŒckliche Liebschaft ergaben mehrere Selbstmordversuche. Er war verliebt in einen römischen Stricher, doch er bekam nur GefĂŒhlskĂ€lte zurĂŒck und wurde ausgenutzt. Genet reiste mit ihm, kleidete ihn ein und gab ihm Geld, somit wurde es Sex fĂŒr Bezahlung. Sie lernten sich 1952 kennen, das Jahr, in dem Sartres „Saint Genet, Komödiant und MĂ€rtyrer“ erschien, eine Psychoanalyse mit Schwerpunkt auf Genets Werk.

Zweite Schaffensphase

Zwischen 1955 und 1957 schuf Genet seine drei abendfĂŒllenden TheaterstĂŒcke: „Der Balkon“, „Die Neger“ und „Die WĂ€nde“. Zu der Zeit lernte er den Bildhauer Alberto Giacometti kennen und bald verband eine tiefe Freundschaft diese KĂŒnstler. Giacometti schuf vier Zeichnungen und drei GemĂ€lde von Genet, der wiederum einen vielgelobten Essay ĂŒber ihn schrieb, „L’Atelier d’Alberto Giacometti“, aus dem Jahr 1957. Sie diskutierten stundenlang und beide ließen sich davon in ihrem Werk inspirieren. Im Januar 1956 wurde Genet zu acht Monaten Haft auf BewĂ€hrung verurteilt. Anlass waren Illustrationen zu „Die Galeere“ (von Leonor Fini) und zu „Querelle“ (von Jean Cocteau). Laut Gericht waren diese Abbildungen ein Verstoß gegen die guten Sitten.

„Der Balkon“ wurde 1957 in London unter Peter Zadek uraufgefĂŒhrt. Genet sprach sich wĂ€hrend einer Probe so deutlich gegen die Inszenierung aus, dass er Theaterverbot bekam. In Frankreich konnte das StĂŒck erst 1960 aufgefĂŒhrt werden.

„Die Neger“ entstand als eine Auftragsarbeit des Regisseurs Raymond Rouleau, der sich ein StĂŒck fĂŒr ein rein schwarzes Ensemble wĂŒnschte. Doch Rouleau und Genet scheiterten an der Inszenierung und die UrauffĂŒhrung am 28. Oktober 1959 war eine Regiearbeit von Roger Blin, der den Text gemeinsam mit Genet ĂŒberarbeitet hatte. Das StĂŒck erhielt im gleichen Jahr den „Grand Prix de la Critique“.

Ende 1955 begann Genets Beziehung mit dem damals 18-jÀhrigen Artisten Abdallah Bentaga. Gemeinsam reisten sie viele Jahre durch Europa, zum einen, weil Abdallah aus der französischen Armee desertiert war, zum anderen, um seine Ausbildung zum Hochseilartisten voranzutreiben und nach Zirkusengagements zu suchen.

Genet arbeitete wĂ€hrenddessen an „Die WĂ€nde“ und plante ein umfangreiches Werk mit dem Arbeitstitel „La Mort“ („Der Tod“). Es sollte aus dem Roman „La Mort I“ und einem Zyklus von sieben TheaterstĂŒcken (u. a. „Die WĂ€nde“, „Le Bagne“ [„Die Strafkolonie“ nach dem gleichnamigen Drehbuch], „La FĂ©e“) bestehen. Doch es blieb nur bei dem Plan. Seine zweite Schaffensphase ging zu Ende. Zwar schrieb er weiterhin Nacht fĂŒr Nacht, doch mehr an Änderungen seiner StĂŒcke und am Schluss von „Die WĂ€nde“, als an neuen Sachen.

Die UrauffĂŒhrung von „Die WĂ€nde“ gab es in gekĂŒrzter Fassung 1961 in Berlin. Im gleichen Jahr entfernte sich Genet immer mehr von Abdallah Bentaga. Der war nach mehreren StĂŒrzen nicht mehr in der Lage, als Artist zu arbeiten, und auf finanzielle Hilfe von Genet angewiesen. Doch der ließ ihn allein und am 27. Februar 1964 beging Abdallah Selbstmord. Diese Tat erschĂŒtterte Genet so sehr, dass er keine zwei Monate spĂ€ter das GelĂŒbde ablegte, nie mehr zu schreiben. Seine Depressionen wurden immer stĂ€rker und im Mai 1967 unternahm er in Italien einen Selbstmordversuch mit einer Überdosis des Schlafmittels Nembutal.

SpÀter Ruhm

Obgleich Genet nicht mehr schrieb, stieg sein Stern unaufhörlich. Seine BĂŒcher verkauften sich in den USA und England sehr gut, es erschien sogar eine Taschenbuchausgabe, fĂŒr die Genet einen hohen Vorschuss erhielt. In Frankreich erreichte er einen Kultstatus und immer mehr international renommierte BĂŒhnen spielten seine StĂŒcke – außer „Die Neger“, da hier Genet nicht von der Vorgabe abrĂŒckte, das StĂŒck ausschließlich mit Schwarzen zu besetzen.

„Die WĂ€nde“ wurde erstmals 1966 in Frankreich unter der Regie von Roger Blin aufgefĂŒhrt. Das StĂŒck ist eine verklausulierte Kritik am Algerienkrieg Frankreichs und sein politischstes Werk. Bis 1983 untersagte Genet eine Neuinszenierung. UngekĂŒrzt hat es eine Spieldauer von etwa fĂŒnf Stunden und beinhaltet 96 handelnde Rollen zuzĂŒglich Statisten. In der Konzeption wollte Genet, dass jeder Darsteller fĂŒnf oder sechs Personen spielt. Bei der französischen Erstinszenierung arbeitete er sehr eng mit Blin zusammen. Aus seinen Anmerkungen, Notizen etc. entstand spĂ€ter die Sammlung „Briefe an Roger Blin“. Das StĂŒck rief schnell den Unmut der rechtsgerichteten Kreise hervor, die damals gegen den Abzug aus Algerien waren. Es kam wiederholt zu Unterbrechungen, sogar zu SchlĂ€gereien und BĂŒhnenbesetzungen wĂ€hrend der AuffĂŒhrungen. Vor dem Theatereingang fand sich allabendlich eine Gruppe ein, die versuchten den Zugang zu blockieren. Einer ihrer AnfĂŒhrer war der Rechtsextremist Jean-Marie Le Pen. Selbst die französische Nationalversammlung beschĂ€ftigte sich damit und der damalige Kultusminister AndrĂ© Malraux musste einige Anfragen bezĂŒglich der Subventionierung dieses StĂŒcks beantworten.

Politische AktivitÀten

Die Zeit der Studentenunruhen in Frankreich 1968 berĂŒhrte auch Genet. Er schrieb einen Artikel ĂŒber den damaligen AnfĂŒhrer Daniel Cohn-Bendit, revanchierte sich damit quasi fĂŒr dessen Einsatz bei der Verteidigung von „Die WĂ€nde“, bei der Cohn-Bendit einer der Blockadebrecher war. Als die Revolte die USA erreichte, wurde er dorthin geschickt, um ĂŒber den Wahlkongress der Demokraten zu berichten. Er traf eine Reihe von Autoren, die ihm gegenĂŒber seinen Einfluss auf ihre Literatur lobten: William S. Burroughs, Allen Ginsberg, Jack Kerouac, Gregory Corso. WĂ€hrend des Kongresses kam es zu zahlreichen Demonstrationen und Kundgebungen von Gegnern des Vietnamkrieges, auf denen auch Genet sprach. Die meisten wurden auf sehr brutale Weise von der Polizei aufgelöst. Der VizeprĂ€sident und KriegsbefĂŒrworter Hubert Humphrey wurde als PrĂ€sidentschaftskandidat gewĂ€hlt, verlor aber die Wahl gegen den Republikaner Richard Nixon.

Ab 1970, er traf sich erstmalig mit Vertretern der Black Panthers in Paris, arbeitete Genet nur noch fĂŒr seine politischen AktivitĂ€ten. Er setzte sich fĂŒr die Freilassung von Bobby Seale ein, besuchte Brasilien und forderte die Haftentlassung der Schauspielerin Nilda Maria, schrieb ein politisches Vorwort zu der Briefsammlung des schwarzen Gefangenen George Jackson, verfasste einen Artikel ĂŒber die in den USA (politisch) verfolgte Angela Davis und blieb lange Zeit der Bewegung der Schwarzen und der PalĂ€stinenser treu. Er lernte im November 1970 Jassir Arafat kennen, schrieb wohlwollende Artikel ĂŒber den palĂ€stinensischen Freiheitskampf, wurde zum Gegner der israelischen Landnahme, aber nie zu einem Antisemiten.

1974 veröffentlichte Jacques Derrida „Glas“, worin er sich mit der Philosophie Hegels und der Dichtung Genets beschĂ€ftigte.

Genet politisches Interesse lag im Ausland. Um die französische Innenpolitik kĂŒmmerte er sich kaum. Er blieb stumm, als es 1971/72 zu zahlreichen Unruhen und AufstĂ€nden in französischen GefĂ€ngnissen kam. Er beteiligte sich nicht bei der Gruppe um Michel Foucault, die öffentlich MissstĂ€nde in den Haftanstalten anprangerte.

Mit seiner eindeutigen Parteinahme fĂŒr die PalĂ€stinenser stellte sich Genet gegen einen Großteil der Pariser Linksintellektuellen und es kam u. a. zum Bruch mit Sartre, der pro-israelisch agierte und schrieb. Anfang 1974 setzte sich Genet fĂŒr François Mitterrand als PrĂ€sidentschaftskandidat der Vereinigten Linken ein. Doch es setzte sich ValĂ©ry Giscard d’Estaing bei den Wahlen durch. Eine Woche spĂ€ter veröffentlichte Genet einen Artikel ĂŒber den neuen PrĂ€sidenten, in dem er ihn „rechtsradikal“ und „anti-arabisch“ nannte. Im Sommer des gleichen Jahres lernte er seinen letzten LebensgefĂ€hrten kennen: den Marokkaner Mohammed El Katrani. Er nahm den 26-jĂ€hrigen ehemaligen Soldaten mit nach Frankreich.

Es erschienen kaum noch neue Texte. Zwar machte er sich weiterhin viele Notizen, die in Kopie immer auch an seinen Verlag Gallimard gingen, doch waren sie unstrukturiert und nicht zu veröffentlichen. Ein 1975 angekĂŒndigter Roman wurde nicht geschrieben, dafĂŒr erschien ein langes Interview, gefĂŒhrt und aufgezeichnet von dem deutschen Schriftsteller Hubert Fichte, anfangs in AuszĂŒgen in der Wochenzeitung Die Zeit und sechs Jahre spĂ€ter komplett in Buchform. Zu der Zeit entwickelte sich eine enge Freundschaft zu dem marokkanischen Autor Tahar Ben Jelloun, die viele Jahre hielt. Von einigen anderen Freunden dagegen trennte sich Genet nicht immer im Guten. FĂŒr Sartre hatte er nur noch Verachtung ĂŒbrig.

1976 stĂŒrzte sich Genet mit viel Elan in ein neues Filmprojekt. Fast zwei Jahre arbeitete er zusammen mit Ghislain Uhry an dem Drehbuch mit dem Arbeitstitel „AbenddĂ€mmerung“. Doch kurz vor der Realisierung stieg er aus und der Film wurde nie gedreht. Noch wĂ€hrend dieser Arbeit begann er an einem Libretto fĂŒr eine Oper mit Musik von Pierre Boulez. Doch auch daraus wurde nichts.

Zu der Zeit kommt er ĂŒber das Ehepaar Roussopoulus in Kontakt mit der Rote Armee Fraktion (RAF) und deren Anwalt Klaus Croissant. Genet sympathisierte zunehmend mit der RAF und schrieb ein wohlwollendes Vorwort zur französischen Ausgabe von Schriften der Baader-Meinhof-Gruppe, das am 2. September 1977 auf der Titelseite von Le Monde erschien („Violence et brutalitĂ©â€œ, deutsch „Gewalt und BrutalitĂ€t“). Es hagelte harsche Kritik und die Zeitung musste schwere VorwĂŒrfe ĂŒber sich ergehen lassen. Genet war in der intellektuellen Szene zusehends isoliert. In dem Artikel geißelt er die „BrutalitĂ€t“ des Staates und verherrlicht die „Gewalt“ der RAF. Zehn Tage spĂ€ter erschien er in Der Spiegel auf Deutsch, zu einer Zeit, als die EntfĂŒhrung von Hanns Martin Schleyer und die Ermordung von drei Polizisten gerade eine Woche zurĂŒcklag. Als Drahtzieher dieser Aktion galt Croissant, der spĂ€ter in Paris verhaftet wurde. Genet gab Paul und Carole Roussopoulus die Schuld an der Festnahme und brach jeglichen Kontakt ab. Ihm blieben kaum noch Freunde. Einer von ihnen war Tahar Ben Jelloun, der einen freundlichen Artikel mit dem Titel „Pour Jean Genet“ schrieb und der am 24. September ebenfalls in Le Monde erschien.

Langsames Ende

Im Mai 1979 wurde bei Jean Genet Kehlkopfkrebs diagnostiziert und er begann eine einjĂ€hrige Kobalttherapie, die ihn sehr schwĂ€chte. Erschwerend kamen eine Prostataoperation und Zahnprobleme hinzu. Er verbrachte viel Zeit in Marokko bei Mohammed El Katrani und dessen Frau in dem von Genet bezahlten Haus in Larache. Trotz seines Gesundheitszustandes gab er zwei Filminterviews, die 1981 und 1982 entstanden. Parallel dazu nahm er die Arbeit an einem weiteren Drehbuch auf: „Le Langage de la muraille“ („Die Sprache der Mauern“). Erneut ein Projekt, das er kurz vor der Umsetzung aufgab und sich in die Schar unveröffentlichter DrehbĂŒcher einreihte.

Schwer krank reiste er im September 1982 in den Libanon nach Beirut, zu einer Zeit, in der die Stadt von israelischen Truppen belagert wurde. Die Situation in der Stadt spitzte sich zu, als die internationalen Schutztruppen abzogen, der neugewĂ€hlte libanesische PrĂ€sident Bachir Gemayel ermordet wurde, israelische Soldaten unter Verletzung aller Vereinbarungen in Beirut einmarschierten, die palĂ€stinensischen Lager umzingelten und mit der Bombardierung der Stadt begannen. Im Lager Chatila richtete die Phalange-Miliz ein Massaker unter den PalĂ€stinensern an. Das Rote Kreuz zĂ€hlte 210 tote MĂ€nner, Frauen und Kinder, schĂ€tzte die Gesamtzahl jedoch auf 800 bis 1.000. Genet und seine Reisebegleiterin Leila Chahid erfuhren von dem Gemetzel erst zwei Tage spĂ€ter. Am 19. September machte sich Genet vor Ort ein Bild davon. Drei Tage spĂ€ter reiste er zurĂŒck nach Paris und arbeitete den ganzen Oktober an dem Essay „Quartre heures Ă  Chatila“ („Vier Stunden in Schatila“).

Sein letztes Buch, „Ein verliebter Gefangener“, begann er im Sommer 1983 in Marokko. Im Dezember erhielt er den „Grand Prix des Arts et des Lettres“. Seine HauptbeschĂ€ftigung war nun das neue Buch. Nur selten unterbrach er diese Arbeit, u. a. im Dezember 1984, als er auf Einladung des österreichischen Philosophen Hans Köchler im Albert-Schweitzer-Haus in Wien eine dokumentarische Ausstellung ĂŒber Sabra und Chatila eröffnete und aus seinem Text „Quatre heures Ă  Chatila“ vorlas (Genet in Wien, 19. Dez. 1984), und im Sommer 1985 fĂŒr ein zweitĂ€giges Fernsehinterview des britischen Senders BBC mit dem Titel „Saint Genet“. Im November 1985 lieferte er das Manuskript ab und im FrĂŒhjahr des folgenden Jahres begann er mit der Korrektur der Druckfahnen. Sein Kehlkopfkrebs wurde wieder schlimmer und er arbeitete meistens im Liegen unter starken Schmerzen. Dennoch reiste er im MĂ€rz 1986 nach Spanien und Marokko. ZurĂŒck in Paris stieg er in einem kleinen, verkommenen Hotel ab.

In der Nacht vom 15. zum 16. April 1986 stĂŒrzte Jean Genet auf dem Weg vom Schlafzimmer ins Bad eine Stufe hinunter, schlug mit dem Hinterkopf auf und starb. Es war ein Tag nach dem Tod von Simone de Beauvoir. Sein Leichnam wurde wie von ihm gewĂŒnscht nach Marokko ĂŒberfĂŒhrt und in Larache still beerdigt.[3] An dem Hotel in der Av. StĂ©phen-Pichon befindet sich heute ein Gedenkstein.

Zensur

WĂ€hrend sich Persönlichkeiten wie Albert Camus wiederholt fĂŒr das Werk Genets einsetzten, durfte der Autor selbst wegen sexueller Abweichungen nicht in die USA einreisen, geriet in das Visier der BundesprĂŒfstelle fĂŒr jugendgefĂ€hrdende Medien und unterlag mit einigen seiner Werke in Frankreich lange aufgrund ihres pornografischen Charakters mehreren Verboten. Dennoch wurde 1985 sein Werk Le balcon in das Repertoire der AcadĂ©mie française aufgenommen.

Werke

Romane

  • Notre-Dame-des-Fleurs. 1944, deutsch 1960
  • Miracle de la Rose. 1946, deutsch 1963
  • Querelle de Brest. 1947, deutsch 1955: Querelle.
  • Das Totenfest. 1947, deutsch 1966
  • Tagebuch eines Diebes. 1949, deutsch 1961
  • Ein verliebter Gefangener – PalĂ€stinensische Erinnerungen 1986, deutsch 1988

Gedichte

  • Der zum Tode Verurteilte. 1942, deutsch 1969
  • Trauermarsch. 1945, deutsch 1999
  • Die Galeere. 1947, deutsch 1991
  • Ein Liebesgesang. 1946, deutsch 1983
  • Die Parade. 1948, deutsch 1985
  • Der Fischer von Le Suquet. 1948, deutsch 1970
  • Der SeiltĂ€nzer. 1957, deutsch 1967

Essays

  • Alberto Giacometti. 1957;
  • Das kriminelle Kind. 1958, deutsch 1961
  • Gewalt und BrutalitĂ€t. 1977, deutsch 1977
  • 4 Stunden in Chatila. 1982, deutsch 1983

Briefe

  • Briefe an Roger Blin. 1966, deutsch 1967
  • ChĂšre Madame 
 Originalausgabe deutsch 1988

Dramen

  • Die Zofen. (Les bonnes) UA 1947 Paris, DE 1957 Contra-Kreis-Theater in Bonn
  • Unter Aufsicht. (Haute surveillance) UA 1949 Paris, DE 1960 StĂ€dtische BĂŒhnen in Kiel
  • Der Balkon. (Le balcon) UA 1957 London, DE 1959 Schloßpark-Theater in West-Berlin (verfilmt 1963)
  • Die Neger. (Les nĂšgres) UA 1959 Paris, DE 1964 Landestheater Darmstadt
  • Die WĂ€nde. (Les paravents) UA 1961 Schloßpark-Theater in West-Berlin
  • Splendid’s. (Splendid’s) (1948) UA 1994 Berliner SchaubĂŒhne
  • Sie. (Elle) UA 1990 Parma

Drehbuch und Regie

DrehbĂŒcher

  • Mademoiselle.
  • AbenddĂ€mmerung. 1976, unveröffentlicht
  • Die Sprache der Mauern. 1982, unveröffentlicht

Literatur

  • Claude Bonnefoy: Jean Genet. Eine EinfĂŒhrung in das Werk. Merlin, Gifkendorf/LĂŒneb. 1966.
  • Patrice Bougon : Jean Genet, Litterature et Politique. In: L’esprit crĂ©ateur Spring 1995, Vol.XXXV, N°1.
  • Jacques Derrida: Glas. Wilhelm Fink Verlag, MĂŒnchen 2006, ISBN 3-7705-4110-3.
  • Albert Dichy, Pascual FouchĂ©: Jean Genet. Versuch einer Chronologie 1910-1944. Merlin, Gifkendorf/LĂŒneb. 1993, ISBN 3-926112-22-0.
  • Ina Hartwig: Der VerrĂ€ter hat sich verliebt (Zum 20. Todestag). In: Frankfurter Rundschau 26. April 2006, S. 16 (insbes. zur PalĂ€stinenser-Begeisterung).
  • Jean-Paul Sartre: Saint Genet, Komödiant und MĂ€rtyrer (1952). Rowohlt, Reinbek 1997, ISBN 3-498-06156-9.
  • Rolf Tiedemann: Entzauberte Metaphorik der DignitĂ€t. Über Jean Genet. In: Max Horkheimer (Hrsg.): Zeugnisse. Theodor W. Adorno zum 60. Geburtstag. EuropĂ€ische Verlags-Anstalt, Frankfurt am Main 1963, S. 257–278.
  • Edmund White: Jean Genet. Biographie. Kindler, MĂŒnchen 1993, ISBN 3-463-40216-5.
  • Bettina Unger: Das Lied der Liebe bei Jean Genet. Wilhelm Fink Verlag, Paderborn 2007, ISBN 3-7705-4392-0.
  • Urs Urban: Der Raum des Anderen und Andere RĂ€ume. Zur Topologie des Werkes von Jean Genet. Königshausen & Neumann, WĂŒrzburg 2007, ISBN 978-3-8260-3483-1, (Epistemata Reihe: Literaturwissenschaft 589), (Zugleich: Trier, Univ., Diss., 2005).

Einzelnachweise

  1. ↑ Arne Hoffmann: In Leder gebunden. Der Sadomasochismus in der Weltliteratur, Ubooks 2007, S.169ff. m.w.N..
  2. ↑ Salih Alexander Wolter: Die Kette – und das Schiff, das Meer, die ganze Welt. Zum 100. Geburtstag von Jean Genet, Rosige Zeiten 2010, Die Kette – und das Schiff, das Meer, die ganze Welt
  3. ↑ Jean Genet. Find a Grave Grab in Larache

Weblinks

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