Jena

ï»ż
Jena
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Jena
Jena
Deutschlandkarte, Position der Stadt Jena hervorgehoben
50.92720555555611.586361111111145 - 425
Basisdaten
Bundesland: ThĂŒringen
Höhe: 145 - 425 m ĂŒ. NN
FlĂ€che: 114,29 kmÂČ
Einwohner:

105.129 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 920 Einwohner je kmÂČ
Postleitzahlen: 07743–07751
Vorwahl: 03641
Kfz-Kennzeichen: J
GemeindeschlĂŒssel: 16 0 53 000
Stadtgliederung: 41 Stadtbezirke,
24 Ortschaften
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Anger 15
07743 Jena
WebprÀsenz: www.jena.de
OberbĂŒrgermeister: Albrecht Schröter (SPD)
Lage der Stadt Jena in ThĂŒringen
Weimar Eisenach Suhl Gera Jena Landkreis Altenburger Land Landkreis Greiz Tschechien Saale-Holzland-Kreis Freistaat Sachsen Freistaat Bayern Saale-Orla-Kreis Landkreis Sonneberg Niedersachsen Hessen Sachsen-Anhalt Landkreis Eichsfeld Landkreis Saalfeld-Rudolstadt Landkreis Hildburghausen Landkreis Schmalkalden-Meiningen Ilm-Kreis Landkreis Weimarer Land Erfurt Landkreis Gotha Wartburgkreis Landkreis Sömmerda KyffhÀuserkreis Unstrut-Hainich-Kreis Landkreis NordhausenKarte
Über dieses Bild
Jena-Innenstadt. Im Vordergrund die Uni-Mensa, dahinter das B59 und der Intershop-Tower
Jenaer Weihnachtsmarkt
Jena aus der Luft, von Westen aus gesehen
Jenaer Stadtteil Lobeda-West bei Nacht

Jena ist eine deutsche UniversitĂ€tsstadt und Großstadt in ThĂŒringen. Sie liegt an der Saale zwischen MuschelkalkhĂ€ngen der Ilm-Saale-Platte und ist nach der Landeshauptstadt Erfurt die zweitgrĂ¶ĂŸte Stadt ThĂŒringens und eines der drei Oberzentren des Freistaats. Jena ist eine kreisfreie Stadt.

In Jena befindet sich die Friedrich-Schiller-UniversitĂ€t Jena, die mit ĂŒber 20.000 Studenten die grĂ¶ĂŸte UniversitĂ€t ThĂŒringens ist und 1558 gegrĂŒndet wurde. Jena begann sich ab dem Bau der Saalbahn 1874 zu einer Industriestadt zu entwickeln. Sie ist ein Zentrum der deutschen Optik- und Feinmechanikindustrie rund um das Unternehmen von Carl Zeiss. Das Kombinat Carl Zeiss mit etwa 60.000 Mitarbeitern war seinerzeit auch das grĂ¶ĂŸte Kombinat der DDR. Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 wandelte sich Jena vom Industrie- zum Bildungs- und Wissenschaftszentrum. In Jena haben heute zahlreiche Forschungslabors und Institute ihren Sitz. Das 133 Meter (mit Antenne 149 Meter) hohe BĂŒrohochhaus Jentower ist das zweithöchste Hochhaus der neuen BundeslĂ€nder.

Am 21. MĂ€rz 2007 verlieh der Stifterverband fĂŒr die Deutsche Wissenschaft Jena den Titel Stadt der Wissenschaft des Jahres 2008. Die Stadt Jena wirbt fĂŒr sich auch mit dem Namen „Jena. Lichtstadt“.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Blick auf das Stadtzentrum Jenas

Jena liegt im mittleren Saaletal zwischen teilweise von MischwĂ€ldern bedeckten Muschelkalk- und BuntsandsteinhĂ€ngen (geologische PhĂ€nomene sind unter anderem die Teufelslöcher und die Studentenrutsche). Auf ihnen, z. B. am direkt an der A 4 gelegenen Leutra-Tal, kommen zahlreiche, zum Teil seltene Orchideenarten vor. Die grĂ¶ĂŸte Ausdehnung betrĂ€gt von Nord nach SĂŒd 14,7 und von Ost nach West 12,2 Kilometer. Folgende grĂ¶ĂŸere StĂ€dte liegen in der NĂ€he von Jena: Weimar (ca. 15 km westlich), Apolda (ca. 15 km nördlich), Rudolstadt (ca. 30 km sĂŒdlich), Naumburg (Saale) (ca. 33 km nordöstlich), Gera (ca. 35 km östlich), Erfurt (ca. 40 km westlich), Halle (Saale) (ca. 70 km nordöstlich), Leipzig (ca. 75 km nordöstlich), Chemnitz (ca. 94 km östlich) und Dresden (ca. 175 km östlich).

Klima

Durch die Kessellage im milden Saaletal ist es in Jena meistens 1–2 Â°C wĂ€rmer als in dem höher gelegenem Umland. Die Berge rings um Jena bestehen grĂ¶ĂŸtenteils aus Kalkstein, einem typischen WĂ€rmespeicher, deshalb kann es Nachts teilweise kaum auskĂŒhlen. Somit hat die Stadt fĂŒr deutsche VerhĂ€ltnisse viele TropennĂ€chte mit durchgehend ĂŒber 20 °C. Durch das warme Mikroklima wird die Region bei Jena auch ThĂŒringer Toskana oder auch Toskana des Ostens genannt. Die Sommer sind trocken-heiß mit einer durchschnittlichen Temperatur von 20°C. Die Temperatur kann in den Monaten Juli/August auf bis zu 38°C ansteigen (siehe Juli 2007). Die Jahresdurchschnittstemperatur betrĂ€gt 9,3°C (Mittelwerte 1961–1990). In warmen Jahren (wie z.B. 2007) kann die Jahresdurchschnittstemperatur auch mal bei fast 12°C liegen. Jena ist somit die wĂ€rmste Stadt in den neuen BundeslĂ€ndern.

Die durchschnittliche jĂ€hrliche Niederschlagsmenge betrĂ€gt in Jena 585 Millimeter. Trockenster Monat ist der Februar mit 34 Millimeter. Obwohl die Zahl der Regentage im Dezember am grĂ¶ĂŸten ist (20 Tage mit mehr als 0,1 Millimeter Niederschlag), gibt es im Juni mit 75 Millimeter den meisten Niederschlag. Vorherrschende Windrichtung fĂŒr Jena ist SĂŒdwest mit einer HĂ€ufigkeit von 28 Prozent und einer mittleren StĂ€rke von 2 (entspricht 1,6–3,3 Meter pro Sekunde).

Klimadiagramm von Jena, Basis: Jahresgang Temperatur und Niederschlag aus den Mittelwerten 1961–1990

Nachbargemeinden

Folgende Gemeinden grenzen an die Stadt Jena. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden aufgefĂŒhrt:

Berge und Höhen

Durch die Lage Jenas in den TĂ€lern der Saale und ihrer ZuflĂŒsse, die sich in die umgebende HochflĂ€che eingeschnitten haben, entstanden zahlreiche markante Kuppen und Bergausformungen, deren Höhen meist ĂŒber 300 m ĂŒ. NN liegen. Einst unbewaldet und kahl, wurden diese Höhen und HĂ€nge im Laufe der letzten beiden Jahrhunderte aufgeforstet.

Markante Berge und Höhen westlich der Saale von Nord nach SĂŒd
Name Höhe ĂŒ. NN
Zwischen Rautal und MĂŒhltal
Landgraf 297,9 m
Sonnenberge 323 m
Zwischen MĂŒhltal und Ammerbachtal
Tatzend bzw. Schweizerhöhe mit Bismarckturm 330 m (Stern)
Johannisberg bei Lichtenhain 333,7 m
Lichtenhainer Höhe 321,1 m
Coppanzer Berg 397,6 m
Zwischen Ammerbachtal und Leutratal
LĂ€mmerberg 346,1 m (Holzberg)
Vogelberg 353,1 m
Teufelskrippe oder Mönchsberg 291 m
Jagdberg 288,4 m
Berge und Höhen östlich der Saale
Name Höhe ĂŒ. NN
Zwischen Kunitz und Ziegenhainer Tal
Jenzig 385,3 m
Hausberg 349,6 m (Wilhelmshöhe)
Kernberge
Sophienhöhe 366,5 m
Rabensberge 375,2 m (Hummelsberg)
Zwischen Pennickental und Rodatal
Johannisberg 366 m
Schloßberg mit Lobdeburg
Einsiedlerberg 389,2 m

Weitere Berge in der Umgebung sind Windknollen (mit Napoleonstein, 363 m) im Nordwesten; JĂ€gersberg und Plattenberg (345 m) sowie der Große Gleißberg (365 m) mit der Kunitzburg im Norden; der Cospoth (397 m), der Spitzenberg (374 m) bei Maua und die Kuppe (438 m) bei DĂŒrrengleina im SĂŒdwesten sowie der Eichberg bei Sulza im SĂŒdosten.

Die Ausbildung des OberflÀchenreliefs im Stadtgebiet, besonders der TalhÀnge, ist durch eine differenzierte geologische Situation entstanden, die auf den geologischen VerhÀltnissen im mittleren Saaletal beruht.

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet Jenas ist in 41 statistische Bezirke eingeteilt. Die Verwaltung der Stadt Jena ist nach § 45 der ThĂŒringer Kommunalordnung in 30 Ortsteile unterteilt. Diese Ortsteile wurden durch die Hauptsatzung der Stadt Jena festgelegt. Dabei handelt es sich meist um rĂ€umlich getrennte Gebiete bzw. Dörfer, die ehemals selbststĂ€ndige Gemeinden waren. FĂŒr jede Ortschaft gibt es einen in direkter Wahl bei einer BĂŒrgerversammlung gewĂ€hlten Ortsteilrat. Vorsitzender ist der ebenfalls direkt gewĂ€hlte OrtsteilbĂŒrgermeister. Die 30 Ortsteile der Stadt sind in der Liste der Ortsteile Jenas aufgelistet.

Die statistischen Bezirke der Stadt Jena sind: Ammerbach Ort, Beutenberg/Winzerlaer Straße, Burgau Ort, Closewitz, Cospeda, Drackendorf, Drackendorf/Lobeda-Ost, Göschwitz, Ilmnitz, Isserstedt, Jena-Nord, Jena-SĂŒd, Jena-West, Jena-Zentrum, Jenaprießnitz, Krippendorf, Kunitz, Laasan, Lichtenhain Ort, Leutra, Lobeda-Altstadt, Lobeda-Ost, Lobeda-West, Löbstedt Ort, LĂŒtzeroda, Maua, MĂŒhlenstraße, MĂŒnchenroda, Nord II, Remderoda, Ringwiese Flur Burgau, Vierzehnheiligen, Wenigenjena/Kernberge, Wenigenjena Ort, Wenigenjena/Schlegelsberg, Winzerla, Wogau, Wöllnitz, Ziegenhain Ort, Ziegenhainer Tal und ZwĂ€tzen.

360°-Panorama von Jena
360°-Panorama von Jena

Geschichte

Mittelalter

Jena wurde erstmals 1182 urkundlich erwÀhnt. Ein lange Zeit angenommener Zusammenhang mit einer bereits im Hersfelder Zehntverzeichnis aus dem Ende des 9. Jahrhunderts genannten Siedlung Jani wird von einer Reihe von Historikern in Zweifel gezogen. Eine andere Theorie besagt, dass sich die Nennung aus dem 9. Jahrhundert auf das heutige Wenigenjena bezieht, da dort umfangreiche Siedlungsfunde aus dem 8. und. 9. Jahrhundert im Bereich der Schillerkirche entdeckt wurden. In lateinischen Texten wird Jena das Athen an der Saale (Athenae ad Salam) genannt.

Die seit dem 12. Jahrhundert als Besitzer von Jena nachzuweisenden Herren von Lobdeburg erhoben um 1230 den Ort zur Stadt, die bald danach ummauert wurde, ihre Selbstverwaltung unter dem 1275 bezeugten Rat ausbaute, im 14. Jahrhundert das Schultheißenamt, 1365 die Niedergerichte und 1429 die Obergerichte an sich brachte. Der schnell aufblĂŒhende Weinbau brachte der BĂŒrgerschaft guten Gewinn. 1286 errichteten die Dominikaner ihr Kloster, 1301 entstand bei der Michaeliskirche das Zisterzienserinnenkloster.

Mit SchwĂ€chung der Lobdeburger traten die Grafen von Schwarzburg und die Wettiner in Erscheinung. Bis 1331 gelangten die Wettiner in den Vollbesitz der Stadt. 1332 erteilten sie Jena das gothaische Stadtrecht. 1414 entstand das Karmelitenkloster. StĂ€dtischer Wohlstand Ă€ußerte sich in den Neubauten der Michaeliskirche seit 1380/90 und des Rathauses am Ende des 14. Jahrhunderts. Seit 1423 gehörte Jena zum KurfĂŒrstentum Sachsen, da die Wettiner nach dem Aussterben der Askanier die KurwĂŒrde erhielten. Auch mit der Leipziger Teilung 1485 verblieb Jena im ernestinischen KurfĂŒrstentum Sachsen.

FrĂŒhe Neuzeit

Jena um 1650
Jena nach Bodenehr um 1720

Die Reformation begann 1523 mit dem radikalen Theologen Martin Reinhardt, der nach Martin Luthers Eingreifen 1524 vertrieben wurde. 1525 zerstörten Bauern und Teile der Stadtbewohner das Karmeliterkloster und verwĂŒsteten das Dominikanerkloster. Durch die Niederlage im Schmalkaldischen Krieg 1546/47 verloren die Ernestiner die KurwĂŒrde. Jena gehörte von da an zum Herzogtum Sachsen. Infolgedessen wurde als Ersatz fĂŒr die verloren gegangene UniversitĂ€t Wittenberg im Jahre 1548 die Hohe Schule im Dominikanerkloster in Jena gegrĂŒndet, aus der 1558 die UniversitĂ€t Jena hervorging.

Mit dieser fĂŒr die weitere Stadtentwicklung entscheidenden Einrichtung waren seit 1566 der fĂŒr die Rechtsprechung in ganz ThĂŒringen bedeutsame Schöppenstuhl und ein Hofgericht verbunden. Auch der seit Anfang des 16. Jahrhunderts betriebene Buchdruck blĂŒhte in Verbindung mit der UniversitĂ€t auf und verschaffte im 17. Jahrhundert der Stadt den dritten Platz hinter Leipzig und Wittenberg.[3] Die UniversitĂ€t blieb auch nach der Landesteilung 1572 unter gesamternestinischer Schirmherrschaft, wĂ€hrend die Stadt dem Herzogtum Weimar zufiel.

FĂŒr kurze Zeit (1672–1690) wurde Jena Hauptstadt eines selbstĂ€ndigen FĂŒrstentums Sachsen-Jena, dessen Herzöge im 1471 erwĂ€hnten, 1662 erweiterten, Schloss wohnten und dessen Zentralbehörden zum Teil bis 1809 in der Stadt arbeiteten. Nach dem Tod des Herzogs von Sachsen-Jena kam die Stadt 1692 an die ernestinische Linie Sachsen-Eisenach und 1741 an das Herzogtum Sachsen-Weimar, das 1815 zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach erhoben wurde, bei dem es bis 1918 blieb.

In den theologischen Lehrstreitigkeiten des spĂ€ten 16. Jahrhunderts war die UniversitĂ€t Mittelpunkt der lutherischen Orthodoxie (Matthias Flacius), nach dem DreißigjĂ€hrigen Krieg erlebte sie eine BlĂŒtezeit und stand mit 1800 Studenten zwischen 1706 und 1720 an der Spitze aller deutschen UniversitĂ€ten. Die Barockzeit Ă€ußerte sich in prĂ€chtigen BĂŒrgerbauten. Vom herzoglichen Hof gingen Anregungen auf die Kunst- und Musikpflege aus. 1570 begann das Collegium Musicum zu wirken, das nach der 1769 erfolgten Reorganisation ab 1770 bis ins 20. Jahrhundert die Akademischen Konzerte veranstaltete.

Der RĂŒckgang des Weinbaus, der Studentenzahl und des Buchdrucks verursachte im 18. Jahrhundert einen Niedergang der stĂ€dtischen Wirtschaft. 1788 wurden die Finanzen der Stadt unter Zwangsverwaltung gestellt. Unter der Regierung des Herzogs Carl August 1775 bis 1828 und seines Ministers Johann Wolfgang Goethe gewann der neue Geist Weimars auch auf Jena Einfluss und fĂŒhrte eine zweite BlĂŒtezeit der UniversitĂ€t herbei. Goethe widmete ihr sein amtliches und persönliches Interesse. Hier schloss er 1794 Freundschaft mit Friedrich Schiller, der seit 1789 als Professor wirkte und bis 1799 in Jena wohnte.

1794 wurden Johann Gottlieb Fichte und 1798 Friedrich Wilhelm Joseph Schelling berufen, 1801/07 lehrte Georg Wilhelm Friedrich Hegel hier, so dass Jena ein Hauptort der deutschen idealistischen Philosophie wurde, wo auch die literarische Richtung der Ă€lteren Romantik mit August Wilhelm Schlegel, seiner Frau Caroline Böhmer-Schlegel-Schelling, Friedrich Schlegel, Ludwig Tieck, Clemens Brentano und Friedrich von Hardenberg eine hervorragende PflegestĂ€tte fand. Die 1785 bis 1803 in Jena erscheinende Allgemeine Literatur-Zeitung erhöhte den Ruf der Stadt. Die UniversitĂ€t stand im Ruf besonderer LiberalitĂ€t, doch sank ihr Ruhm ab 1800 schnell infolge des Weggangs berĂŒhmter Lehrer (1799 Entlassung Fichtes).

19. Jahrhundert

Karte der Schlacht bei Jena am 14. Oktober 1806

Am 14. Oktober 1806 bekĂ€mpfte NapolĂ©on siegreich die preußischen und sĂ€chsischen Armeen in der Doppel-Schlacht bei Jena und Auerstedt. Die Schlacht auf den Höhen vor der Stadt fĂŒgte ihr und der UniversitĂ€t schwere SchĂ€den zu. Gegen das napoleonische Joch regte sich in Jena starker Widerstand besonders unter den Studenten, die 1813 in Scharen in das LĂŒtzowsche Freikorps eintraten.

Auszug der Jenenser Studenten in den Freiheitskrieg 1813, gemalt vom Schweizer Maler Ferdinand Hodler fĂŒr die Friedrich-Schiller-UniversitĂ€t Jena im Jahre 1908

1815 wurde in Jena die Urburschenschaft gegrĂŒndet, die Pressefreiheit im weimarischen Staat gab Gelegenheit zum Kampf fĂŒr die nationale Einheit. Das Wartburgfest 1817 ging im Wesentlichen von der UniversitĂ€t Jena aus und erregte das Misstrauen konservativer deutscher Regierungen, denen die Ermordung August von Kotzebues durch Karl Ludwig Sand, einen Jenaer Theologiestudenten, 1819 einen willkommenen Anlass zu verstĂ€rktem Druck bot. Die UniversitĂ€t Jena bekam ihn in Gestalt eines 1819 eingesetzten Kurators, durch EinschrĂ€nkung der Pressefreiheit und Auflösung der Burschenschaft zu spĂŒren.

Als wirtschaftliche Grundlage ist in der Neuzeit vor allem die UniversitĂ€t anzusehen. Daneben brachten Feld-, Wein-, Garten- und Hopfenanbau und der Buchdruck Gewinn. Nach 1800 entstanden kleinere gewerbliche Betriebe, eine 1820 errichtete Kammgarnspinnerei hatte 1840 als einziges Unternehmen mehr als 100 BeschĂ€ftigte, sie fĂŒhrte 1864 die Dampfmaschine ein. 1830 zĂ€hlte Jena 5491 Einwohner. Durch den Bau der Saalbahn von Großheringen nach Saalfeld 1874 und der Linie Gera-Weimar 1876 wurde die Stadt ein Verkehrsknotenpunkt. 1843 wurde eine Pianofortefabrik, 1859 eine Ofenfabrik, 1886 eine Zementfabrik und 1895 eine Messwerkzeugfabrik errichtet.

Aus der von Carl Zeiss 1846 gegrĂŒndeten optischen WerkstĂ€tte, die 1860 erst 20 Mitarbeiter hatte, ging unter maßgeblicher Mitwirkung von Ernst Abbe die seit 1880 in eigenen FabrikgebĂ€uden arbeitende Weltfirma der Feinmechanik und Optik hervor, die durch Zusammenarbeit mit Otto Schott in dem seit 1884 aufgebauten Glaswerk einen wesentlichen Impuls fĂŒr ihren Aufstieg erhielt. 1886 wurde das zehntausendste Mikroskop angefertigt, das dem Bakteriologen Robert Koch zum Geschenk gemacht wurde. Die Gewinne der 1889 errichteten Carl-Zeiss-Stiftung kamen in hohem Maße der UniversitĂ€t zugute, die zu jener Zeit in dem Zoologen Ernst Haeckel einen ihrer berĂŒhmtesten Lehrer besaß, an der 1841 Karl Marx promovierte (allerdings in Abwesenheit) und die 1908 ein an Stelle des ehemaligen Schlosses erbautes neues HauptgebĂ€ude beziehen konnte.

Die Studentenzahl stieg von 500 zwischen 1800 und 1880 auf 2.000 im Jahre 1914. Besonders die naturwissenschaftlichen und medizinischen Institute wurden ausgebaut. Die Verlage Gustav Fischer (1878) und Eugen Diederichs (1896) bereicherten das geistige Leben. 1879 nahm als Nachfolger des 1817 eingerichteten Oberappellationsgerichts das Oberlandesgericht fĂŒr alle thĂŒringischen Staaten seine GeschĂ€fte auf (Neubau 1880).

1900 bis 1945

Jena um 1900
Jena um 1900 bis 1906

Am 19. MĂ€rz 1901 wurde das stĂ€dtische ElektrizitĂ€tswerk eröffnet und am 1. April 1901 erfolgte die feierliche Inbetriebnahme der elektrischen Straßenbahn Jena. Mit der Vereinigung der thĂŒringischen Staaten 1920 wurde Jena Teil des Landes ThĂŒringen, die Stadt 1922 kreisfrei. Gleichzeitig entstand der Landkreis Stadtroda, zu dem das Umland gehörte. Innerhalb der Arbeiterschaft der großen Werke Zeiss und Schott fanden die Arbeiterparteien SPD und KPD starken Zulauf, so dass wĂ€hrend der Zeit der Weimarer Republik die konservativen Parteien und die NSDAP die schlechtesten Wahlergebnisse in ThĂŒringen erreichten. Demzufolge war auch der spĂ€tere Widerstand gegen die Nazis erheblich.

Mit der MachtĂŒbertragung der Kanzlerschaft an Adolf Hitler begann in der Stadt die Diskriminierung und Verfolgung aller politischen und humanistischen KrĂ€fte. Viele wurden mit GefĂ€ngnis- und Zuchthausstrafen belegt oder in das erste KZ Bad Sulza, spĂ€ter in das KZ Buchenwald eingeliefert. Nach dem Berufsbeamtengesetz wurden zahlreiche missliebige Wissenschaftler von ihren Posten vertrieben. Die UniversitĂ€t mutierte mehr und mehr zu einem Ideologie-Produzenten von Rassismus (Lehrstuhl fĂŒr Sozialanthropologie) und Antisemitismus (Zusammenarbeit mit dem kirchlichen Institut zur Erforschung und Beseitigung des jĂŒdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben). Am 1. April 1933 wurden jĂŒdische GeschĂ€fte und Einrichtungen boykottiert. Im Oktober 1938 wurden in der „Polenaktion“ zehn jĂŒdische Personen ohne Staatsangehörigkeit nach Polen abgeschoben. WĂ€hrend der Novemberpogrome 1938 kam es in der Stadt zu antijĂŒdischen Ausschreitungen. In der Folgezeit emigrierten bereits zahlreiche jĂŒdische Familien und Einzelpersonen ins Ausland. In den Jahren 1942 bis 1945 wurden die verbliebenen Juden vom Westbahnhof aus in die Gettos und Vernichtungslager des Ostens deportiert und ermordet. Etliche Juden nahmen sich selbst das Leben. In der Chirurgischen Klinik und der Frauenklinik wurden Zwangssterilisationen in großem Umfang durchgefĂŒhrt und Patienten in Euthanasie-Anstalten ausgeliefert. Dennoch waren WiderstandskrĂ€fte am Werk, wurden Verfolgte versteckt, wurde mit FlugblĂ€ttern und anderen Aktionen gegen Faschismus und Krieg aufgeklĂ€rt. Als wĂ€hrend des Krieges Tausende Zwangsarbeiter in den Jenaer RĂŒstungsbetrieben beschĂ€ftigt waren, gab es eine Zusammenarbeit zwischen örtlichen Widerstandsgruppen und Zwangsarbeitern. So wurde kurz vor Ende des Krieges ein Sprengstoffanschlag auf das NSDAP-BĂŒro von einer Sabotagegruppe verĂŒbt. ZusĂ€tzlich mussten in einem Außenlager des KZ Buchenwald bis zu 1000 HĂ€ftlinge im anliegenden Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) Zwangsarbeit leisten.

Im Zweiten Weltkrieg richteten alliierte Bombenangriffe, besonders im Februar und MĂ€rz 1945, zahlreiche Zerstörungen an. Das schwerste Bombardement erfolgte am 19. MĂ€rz 1945. Insgesamt warf die US Army Air Force bei ihren Angriffen 870 Tonnen Bomben auf Jena ab.[4] Die Bombenangriffe verursachten schwere SchĂ€den und Totalzerstörungen, ein großer Teil des Stadtzentrums wurde völlig vernichtet, die Ruinen der teils historischen BĂŒrgerhĂ€user wurden spĂ€ter abgetragen. Die Stadtkirche St. Michael erlitt starke BeschĂ€digungen. Die Collegien- oder UniversitĂ€ts-Kirche wurde zerstört und die Ruine 1956 abgetragen. Ihr Turm wie auch die Collegien-GebĂ€ude wurden beschĂ€digt. Das Rathaus wurde teilzerstört, die Hof- und Rats-Apotheke sowie die UniversitĂ€ts-Bibliothek wurden zerstört und spĂ€ter abgetragen. Das Abbeanum erlitt schwere SchĂ€den und wurde bis 1951 wieder aufgebaut.[5] Völlig zerstört wurden die UniversitĂ€tsbibliothek und sechs UniversitĂ€ts-Institute, teilzerstört mehrere Kliniken in der Bachstraße.[6]

Beim Beschuss der Stadt durch US-amerikanische Artillerie am 11. April 1945 starben 40 Menschen. Am 13. April 1945 besetzten US-amerikanische Truppen kampflos die Stadt. Bei Kriegsende waren große Teile der Stadt zerstört und 800 Menschen bei den Luftangriffen gestorben.

Am 1. Juli 1945 zogen Einheiten der Roten Armee in die Stadt ein, Jena wurde Teil der Sowjetischen Besatzungszone.

Entwicklung ab 1945

Im Zuge des einsetzenden Wiederaufbaus nahm am 15. Oktober 1945 die UniversitĂ€t Jena als erste deutsche UniversitĂ€t den Lehrbetrieb wieder auf. 1946 wurden die Firmen Zeiss und Schott zu 94 Prozent demontiert und ĂŒber 300 Spezialisten aus beiden Werken in die UdSSR gebracht, um die Werke dort neu aufzubauen. 1950 wurde der pharmazeutische Großbetrieb Jenapharm gegrĂŒndet. WĂ€hrend der DDR-Zeit gehörte die Stadt von 1952 bis 1990 zum Bezirk Gera.

Beim Volksaufstand des 17. Juni 1953 kam es zu Protesten von etwa 30.000 BĂŒrgern der Stadt gegen Maßnahmen der DDR-Regierung. Die Demonstranten forderten freie Wahlen, die deutsche Einheit und den RĂŒcktritt der Regierung. Um die Proteste niederzuschlagen, trafen sowjetische Panzer in der Stadt ein. Der Ausnahmezustand wurde verhĂ€ngt und mehrere 100 Menschen verhaftet. Am 18. Juni 1953 wurde im GebĂ€ude der sowjetischen Kommandantur in Weimar der 1927 in Jena geborene Schlosser Alfred Diener hingerichtet. Er hatte mit zwei Delegierten der Kohlearbeiter im BĂŒro des Ersten SekretĂ€rs der SED-Kreisleitung die Forderungen der Demonstranten vorgetragen.

1957 wurde die Großblockbauweise auch in Jena eingefĂŒhrt. Zwischen 1965 und 1975 entstand das Neubaugebiet Jena-Lobeda-West. AnlĂ€sslich der Neugestaltung des Stadtzentrums ab 1968 wurde die historische Innenstadt um den Eichplatz abgerissen und die 1816 gepflanzte Burschenschaftseiche gefĂ€llt. Am Rand des frei gerĂ€umten Platzes entstand das bis heute stadtbildbeherrschende Hochhaus der UniversitĂ€t. Im selben Jahr erfolgte die GrĂŒndung des Jenaer Madrigalkreises, Kammerchor der Jenaer Philharmonie. 1969 erhielt das Sinfonieorchester Jena den Namen Jenaer Philharmonie. Zwischen 1971 und 1983 entstand das Neubaugebiet Jena-Lobeda-Ost.

1975 ĂŒberschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch Jena zur 14. Großstadt der DDR wurde. 1986 wurde das Wohngebiet am RĂ€hmen fertiggestellt. Ab den 1970er Jahren wurde Jena durch mehrere Arbeitsgruppen eines der Zentren der DDR-Opposition und in den 1980er bildete sich die Gruppe Weißer Kreis, um organisiert zahlreiche AusreiseantrĂ€ge zu stellen. WĂ€hrend der Wende in der DDR fand 1989 auf dem Zentralen Platz bei einem BĂŒrgerforum mit rund 40.000 Teilnehmern die grĂ¶ĂŸte Demonstration in der Geschichte Jenas statt. Bis 1991 war Jena Standort der 79. Panzerdivision der Gruppe der Sowjetischen StreitkrĂ€fte in Deutschland.

Nach der Kreisreform zum 1. Juli 1994 wurde der Landkreis Jena Teil des Saale-Holzland-Kreises.

Eingemeindungen

Plattenbau in Lobeda-West
Stauffenbergstraße in Lobeda-West
Blick auf den Plattenbau der Werner-Seelenbinder-Straße

Seit 1909 wurden zahlreiche Gemeinden und Gemarkungen nach Jena eingemeindet. Im Jahr 1900 umfasste das Stadtgebiet eine FlĂ€che von 1.323,2 Hektar und nach den letzten Eingemeindungen von 1994 aufgrund des § 23 des Neugliederungsgesetzes in ThĂŒringen von 11.421,6 Hektar. Alle eingegliederten Orte waren vorher selbstĂ€ndige Gemeinden und hatten (außer Isserstedt) zuvor schon eine oder mehrere Nachbargemeinden aufgenommen (Cospeda die Gemeinden LĂŒtzeroda und Closewitz, Drackendorf die Gemeinde Ilmnitz, Krippendorf die Gemeinde Vierzehnheiligen, Kunitz die Gemeinde Laasan, MĂŒnchenroda die Gemeinde Remderoda, Maua die Gemeinde Leutra und Jenaprießnitz die Gemeinde Wogau).

WĂŒstungen

→ Hauptartikel: WĂŒstungen um Jena

Neben den heutigen Ortsteilen gab es auf dem heutigen Stadtgebiet Jenas eine Vielzahl von Orten, die nicht mehr existieren, sogenannte WĂŒstungen. Diese waren Proschitz und Kötschen bei ZwĂ€tzen, Krolip, Schondorf und Ziskau bei Closewitz, Rödel und Schichmannsdorf im MĂŒhltal, Krotendorf, Schetzelsdorf, Nollendorf als alte nördliche Vorstadt, Hodelsdorf/auf dem Sande als östliche Vorstadt, Zweifelbach als alte sĂŒdliche und Leutra als alte westliche Vorstadt, Nobis im Jenaer Forst, WĂŒstenwinzerla, DĂŒrrengleina auf dem Kospoth, Niederleutra bei Leutra, Hirschdorf, Selzdorf bei Lobeda, Clöchwitz, BĂŒsitz, Schlendorf am Hausberg, Benndorf, Wenigenkunitz bei Kunitz, Gaberwitz sowie Kalthausen bei Kunitz.

Einwohnerentwicklung

→ Hauptartikel: Einwohnerentwicklung von Jena

1975 ĂŒberschritt die Einwohnerzahl der Stadt Jena die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. 1988 erreichte die Bevölkerungszahl mit 108.010 ihren historischen Höchststand. Seit der Wende in der DDR blieb die Einwohnerzahl von Jena – im Gegensatz zu vielen anderen StĂ€dten in Ostdeutschland – relativ stabil und schwankt um 100.000, auch wegen der Studenten, die ihren Hauptwohnsitz wĂ€hrend der Zeit des Studiums in Jena anmelden. Am 31. Dezember 2009 betrug die Amtliche Einwohnerzahl fĂŒr Jena nach Fortschreibung des ThĂŒringer Landesamtes fĂŒr Statistik 104.449 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen LandesĂ€mtern).

Religionen

Vor der Christianisierung der Gegend um Jena lebten hier im 3. bis 6. Jahrhundert die ThĂŒringer, welche aus mehreren StĂ€mmen zu einem Stammesverband verschmolzen sind. Durch die vielfĂ€ltigen Kontakte mit Rom und dem Ostgotenreich kam es frĂŒhzeitig zu EinflĂŒssen des Christentums, zumindest auf die Adelsgeschlechter. Vorrangig wurde dem arianischen Christentum nachgegangen. In einigen Gebieten lassen sich noch Ă€ltere Kulte, die aus dem römischen Reich ĂŒbernommen wurden, nachweisen (Dianakult usw.). Die ThĂŒringer hingen zunĂ€chst nordischen Göttern an. Dieser Glaube war bis ins 8. Jahrhundert vorherrschend fĂŒr das Gebiet, auf dem spĂ€ter Jena entstand. Hinzu kamen im 7. Jahrhundert die slawischen Einwanderer, die ihre Gottheiten mitbrachten und Tempel errichteten. Erst mit der Mission des Bonifatius wurde schließlich das Christentum in der Gegend eingefĂŒhrt. Erste Pfarreien sind westlich von Jena im Raum Erfurt/Arnstadt im 8. Jahrhundert nachweisbar. Eine Festigung des römisch-katholischen Glaubens fand aber erst im 10. Jahrhundert statt.

Die Bevölkerung des Gebietes um Jena gehörte ursprĂŒnglich in das eigens dafĂŒr geschaffene Bistum Erfurt. Dieses hatte allerdings nicht lange Bestand und die Gegend kam zum Bistum Mainz. Dass es vorher Ă€ltere Kirchenstrukturen in der Gegend gab, zeigte sich darin, dass die alten Urpfarreien ĂŒber die neu geschaffenen Bistumsgrenzen hinaus weiterhin eine Reihe von Pfarrrechten unterhielten (z. B. Lobeda, Wenigenjena). Die Stadt war direkt dem Dekanat Oberweimar innerhalb des Archidiakonats Beatae Mariae virginis in Erfurt zugeordnet. Das ab 1909 eingemeindete Gebiet rechts der Saale gehörte zum Bistum Naumburg, obwohl im Mittelalter Jena auch die Pfarrrechte in Wenigenjena und Camsdorf besaß. 1252 wird erstmals ein Geistlicher in Jena erwĂ€hnt. 1523 wurde die erste reformatorische Predigt in Jena gehalten. Es kam zu schweren Auseinandersetzungen zwischen den einzelnen Richtungen der reformatorischen Bewegung (Lutheraner, Flacianer usw.). Die Reformation fasste schnell Fuß und Jena wurde zu einem Zentrum des Luthertums als neuer Glaubensrichtung.

Über lange Zeit war Jena eine ĂŒberwiegend protestantische Stadt. Vorherrschend war das lutherische Bekenntnis; Martin Luther weilte mehrmals persönlich in Jena. Anstelle des Papstes hatte der Landesherr die FĂŒhrung der sogenannten Evangelisch-Lutherischen Landeskirche ĂŒbernommen. Damit teilte die Kirche die Geschicke der jeweiligen Landesherren. Die Evangelisch-Lutherische Kirche des Großherzogtums Sachsen, zu dem Jena seit dem 18. Jahrhundert gehörte (damals noch Herzogtum Sachsen-Weimar), schloss sich nach 1920 mit den anderen Landeskirchen ThĂŒringens zur ThĂŒringer Evangelischen Kirche zusammen. 1948 benannte sie sich in Evangelisch-Lutherische Kirche in ThĂŒringen um. Jena ist Sitz einer Superintendentur der Landeskirche innerhalb des Aufsichtsbezirks Ost, dessen Kreiskirchenamt sich in Gera befindet. Die heute bestehenden evangelisch-lutherischen PfarrĂ€mter Jenas gehören somit alle zur Superintendentur Jena [7].

Katholische Pfarrkirche St. Johann Baptist

SpĂ€testens seit dem 19. Jahrhundert zogen auch wieder BĂŒrger mit katholischem Bekenntnis in die Stadt. Die kleine Gemeinde erhielt seinerzeit die Ruine der Kirche St. Johannes Baptist, der Ă€ltesten noch stehenden Kirche Jenas, in der bis zur Reformation neben der Hallenkirche St. Michael, Amtshandlungen (vor allem Beerdigungen) vorgenommen wurden, welche dann aber verfiel. Die katholische Gemeinde wurde jedoch bereits 1813 wieder aufgelöst und die Katholiken von Weimar aus betreut. Erst 1905 wurde die Pfarrei wieder eingerichtet. Die Kirchenruine wurde zur heutigen Pfarrkirche ausgebaut, wobei damals ein LĂ€ngsschiff in Richtung Westen gebaut und der Altar in eine neue Apsis im Westen verlegt wurde. Durch Vertreibung und Verfolgung waren nach dem Zweiten Weltkrieg mehr als 14.000 Katholiken in Jena. Die Pfarrkirche hatte zum damaligen Zeitpunkt eine so geringe KapazitĂ€t, dass trotz acht Sonntagsgottesdiensten und Außenstellen in den umliegenden Dörfern nicht alle Gottesdienstbesucher Platz fanden. Darum baute man 1957–1959 den Altar wieder aus der Apsis im Westen aus und stellte ihn in den damaligen Eingangsbereich im Osten. DafĂŒr zog man in der ehemaligen Apsis eine Empore ein. Die Apsis ist heute noch an ihren schön gestalteten Chorfenstern zu erkennen. Ab 1821 gehörte die Pfarrgemeinde zum Gebiet des Bistums Paderborn.

Mit dem Preußischen Konkordat von 1929 kam die Gemeinde in Jena zum Bistum Fulda. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde in Jena durch einen Generalvikar mit Sitz in Erfurt verwaltet. Mit der 1973 erfolgten Einrichtung des Bischöflichen Amtes Erfurt-Meiningen und der Erhebung zum Bistum Erfurt 1994 wurde der Erfurter Bischof fĂŒr Jena zustĂ€ndig. Die Pfarrgemeinde in Jena gehört heute zum Dekanat Weimar innerhalb des Bistums Erfurt. Da einige spĂ€ter eingemeindete östliche Ortsteile zum Gebiet des Bistums Dresden-Meißen gehören, ist der Pfarrer der Jenaer Gemeinde zusĂ€tzlich Kaplan der benachbarten Stadtrodaer Gemeinde, um auch offiziell die Katholiken seelsorgerisch betreuen zu können, die hinter der Bistumsgrenze leben. Die Pfarrei betreut auch Katholiken außerhalb Jenas und ist mit ca. 5000 Mitgliedern eine der grĂ¶ĂŸten Pfarreien im Bistum Erfurt und eine der grĂ¶ĂŸten Diasporagemeinden in Ostdeutschland.

DarĂŒber hinaus gibt es auch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter die Adventgemeinde (Siebenten-Tags-Adventisten) in Jena-Nord, die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), die Gemeinde der Evangelisch-methodistischen Kirche, die SelbstĂ€ndige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK) und die Christliche Gemeinde Lobeda.

Als Folge des Zeitgeistes, ĂŒberwiegend jedoch der atheistischen Politik und Erziehung zur DDR-Zeit, gehört die große Mehrheit (79 %[8]) auch der Jenaer keiner Religion mehr an.

Neben den christlichen Kirchen gibt es eine kleine jĂŒdische Gemeinde. Sie hat ca. 150 Mitglieder und ist in den letzten Jahren durch den Zuzug russischer Juden entstanden. Die Gemeinde ist noch nicht als selbststĂ€ndig anerkannt worden und wird deshalb von der Erfurter Gemeinde betreut. Sie besitzt ein kleines Gemeindezentrum, aber keine Synagoge.

Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Politik

Die Verwaltung der Stadt Jena oblag zunĂ€chst den Beamten der Lobdeburgischen Herrschaft. Doch stand bald auch ein Rat an der Spitze der Stadt, der ab 1317 von zwei Ratsmeistern geleitet wurde. Seit dem 14. Jahrhundert war der Rat dreigeteilt. 1540 fĂŒhrte der KurfĂŒrst von Sachsen eine neue StĂ€dteordnung ein. Es gab mehrere BĂŒrgermeister, doch ab 1604 nur noch einen BĂŒrgermeister an der Spitze der Stadt. Seit 1892 trĂ€gt das Stadtoberhaupt den Titel OberbĂŒrgermeister. Der Rat wurde von der Bevölkerung gewĂ€hlt. Ab 1933 wurde der OberbĂŒrgermeister von der Partei eingesetzt. In der DDR wurde die Stadtverordnetenversammlung ĂŒber die Einheitsliste der Nationalen Front „gewĂ€hlt“, die wiederum den Rat der Stadt mit einem OberbĂŒrgermeister an der Spitze bestimmte. Nach der friedlichen Revolution in der DDR wurde am 6. Mai 1990 die Stadtverordnetenversammlung erstmals wieder frei gewĂ€hlt. Bei der Wahl des OberbĂŒrgermeisters in der Stadtverordnetenversammlung setzte sich 1990 Peter Röhlinger (FDP) durch. Mit dem Inkrafttreten der ThĂŒringer Kommunalordnung 1994 ist an die Stelle der Stadtverordnetenversammlung der Stadtrat getreten. Vorsitzender dieses Gremiums ist der Stadtratsvorsitzende. Gleichfalls seit 1994 wird der OberbĂŒrgermeister direkt vom Volk gewĂ€hlt. Dem OberbĂŒrgermeister, derzeit Albrecht Schröter (SPD), stehen drei vom Stadtrat gewĂ€hlte Dezernenten zur Seite, wovon einer als BĂŒrgermeister auch der Stellvertreter des OberbĂŒrgermeister ist. Derzeit amtieren Frank Schenker (CDU, Familie und Soziales, zugleich BĂŒrgermeister) und Frank Jauch (SPD, Finanzen, Sicherheit und BĂŒrgerservice). Das Dezernat fĂŒr Stadtentwicklung wird momentan von Katrin Schwarz (parteilos, auf Vorschlag von BĂŒrger fĂŒr Jena) geleitet.

Der kommunale Schuldenstand ist rĂŒcklĂ€ufig und betrug Ende 2009 61,3 Millionen Euro.[9]

OberbĂŒrgermeister der Stadt Jena Albrecht Schröter
Ergebnisse der Wahlen zum OberbĂŒrgermeister der Stadt Jena seit 2000
Bezeichnung Partei Stimmen
1. Wahlgang
Prozentanteil
1. Wahlgang
Stimmen
Stichwahl
Prozentanteil
Stichwahl
OberbĂŒrgermeisterwahl 2000 am 14. und 28. Mai 2000
Wahlbeteiligung 40,88 % 32,78 %
Peter Röhlinger FDP 11.580 36,40 % 13.476 52,78 %
Albrecht Schröter SPD 8.596 27,02 % 12.053 47,22 %
Johanna HĂŒbscher CDU 5.323 16,73 % — —
Sabine Hoffmann PDS 4.676 14,70 % — —
Gerhard Feuerstein BfJ 1.637 5,15 % — —
OberbĂŒrgermeisterwahl 2006 am 7. und 21. Mai 2006
Wahlbeteiligung 42,47 %
Albrecht Schröter SPD 9.481 26,52 % 14.580 54,42 %
Christoph Schwind CDU 11.119 31,10 % 12.210 45,58 %
Gudrun Lukin Die Linke 8.927 24,97 % — —
Marco Schrul GrĂŒne 2.163 6,05 % — —
Heike Seise Einzelbewerberin 1.854 5,19 % — —
JĂŒrgen Haschke BfJ 1.722 4,82 % — —
Milutin Michael Nickl Graue 489 1,37 % — —
OberbĂŒrgermeister seit 1922
  • 1922–1933: Alexander Elsner
  • 1933–1945: Armin Schmidt
  • 1945: Dr. Löhnis (kommissarischer OberbĂŒrgermeister)
  • 1945–1946: Heinrich Troeger (SPD)
  • 1946–1947: Heinrich Mertens (LDP)
  • 1947(?)–1952: Dr. Herdegen
  • 1952–1953: Hans Meier
  • 1953–1960: Fritz Kunst
  • 1960–1963: Heinz Wessel
  • 1963–1987: Walter Windrich
  • 1987–1989(?): Hans Span
  • 1989(?)–1990: Martin Otto
  • 1990–2006: Peter Röhlinger (FDP)
  • 2006-: Albrecht Schröter (SPD)

Stadtrat

Parteien und WĂ€hlergemeinschaften %
1999
Sitze
1999
%
2004
Sitze
2004
%
2009
Sitze
2009
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 23,1 10 19,0 9 25,2 11
Die Linke Die Linke 21,4 9 24,2 11 20,2 9
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 24,7 10 22,9 10 19,0 9
FDP Freie Demokratische Partei 13,4 6 9,1 4 11,0 5
BfJ BĂŒrger fĂŒr Jena 9,6 4 12,5 6 10,2 5
BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen 7,9 3 12,2 6 10,1 5
Freie WĂ€hler ThĂŒringen e.V. Freie WĂ€hler ThĂŒringen e.V. 2,4 1*
Partei Die Guten Die Guten 1,8 1*
Fraktionslos Fraktionslos 1*
Gesamt 100 46 100 46 100 46
Wahlbeteiligung in % 53,0 43,8 54,5
* Fraktionsstatus erst ab 2 Mitgliedern

Vorsitzende des Stadtrats

  • 1990–1994: Dr. Rainer Oloff (CDU, damals noch Stadtverordnetenversammlung)
  • 1999–2004: Prof. Dr. Gustav-Adolf Biewald (CDU)
  • 2004–2009: Dr. Gudrun Lukin (PDS)
  • seit 2009: Sabine Hemberger (SPD)

Wappen, Flagge und Dienstsiegel

Dienstsiegel mit dem Stadtwappen

Das Wappen der Stadt Jena zeigt in Silber einen silber-blau gekleideten Engel mit langen goldenen Haaren sowie goldenem Nimbus, Harnisch, Helm und FlĂŒgel; mit der Rechten einem grĂŒnen Drachen eine Lanze in den Rachen stoßend, in der Linken einen goldenen Schild mit aufgerichtetem schwarzen Löwen haltend; der linke Fuß steht auf dem Drachen. Unter dem Drachen ein kleiner silberner Schild mit blauer Weintraube. Die Stadtflagge ist lĂ€ngsgestreift in den Farben Blau-Gelb-Weiß, belegt mit dem Stadtwappen.

Die Wappenfigur stellt den Erzengel Michael dar. Die Weintraube symbolisiert den einst blĂŒhenden Weinbau in Jena. Der Löwe wurde als Wappenfigur der Herren von Meißen aufgenommen, als die Stadt an die Landgrafen von ThĂŒringen ĂŒberging. Die Wappenfiguren wurden aus dem historischen Siegel der Stadt ĂŒbernommen, das schon sehr alt ist. In seiner heutigen Form wurde das Wappen zuletzt durch die Hauptsatzung der Stadt im Jahre 1999 festgelegt.

StÀdtepartnerschaften

Zudem ist Jena GrĂŒndungsmitglied des Bundes der europĂ€ischen NapoleonstĂ€dte (seit 2004).

Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten

Theater

Theaterhaus Jena

In Zusammenarbeit mit dem Theaterhaus Jena verleiht die Stadt alle drei Jahre den Jakob-Michael-Reinhold-Lenz-Preis fĂŒr Dramatik im Rahmen eines Wettbewerbs fĂŒr junge Dramatiker.

Es existieren in der Stadt mehrere freie, grĂ¶ĂŸtenteils studentische Theatergruppen, die regelmĂ€ĂŸig verschiedene kleine BĂŒhnen der Stadt bespielen.

Philharmonie

Die Jenaer Philharmonie wurde 1934 als Konzertorchester gegrĂŒndet und 1969 auf ihre heutige GrĂ¶ĂŸe erweitert. Zu ihr gehören auch drei Chöre: Philharmonischer Chor (gegrĂŒndet 1970), Knabenchor (1976) und Madrigalkreis (1968).

Museen

Das Stadtmuseum Göhre, das ein Museum zur Geschichte von Jena beheimatet, und das Romantikerhaus, ehemaliges Wohnhaus von Johann Gottlieb Fichte, das heute literarische Ausstellungen zeigt, sind beides stÀdtische Institutionen.

Im Optischen Museum wird eine Ausstellung ĂŒber Geschichte und Funktionsweise optischer GerĂ€te wie Brillen oder Mikroskope gezeigt. Das Schott GlasMuseum bietet Einblicke in die Produktion und Verwendung von Glas sowie ĂŒber den familiĂ€ren Hintergrund von Otto Schott, dem BegrĂŒnder des Jenaer Glaswerks und Erfinder des feuerfesten Glases.

Biologische Ausstellungen befinden sich im Phyletischen Museum und im Botanischen Garten, die beide zur UniversitĂ€t gehören. Weiterhin existiert eine Goethe-GedenkstĂ€tte im Botanischen Garten, Schillers Gartenhaus sowie das Ernst-Haeckel-Haus im ehemaligen Wohnhaus des Zoologen. In der Gemeinde Cospeda befindet sich eine GedenkstĂ€tte zur Schlacht bei Jena und AuerstĂ€dt (Museum 1806). Die Imaginata im Alten E-Werk ist eine Ausstellung zum Greifen und Begreifen physikalischer PhĂ€nomene fĂŒr Kinder und Jugendliche.

Wanderausstellungen werden im Stadtmuseum Göhre, in der Schott-Villa und im Prinzessinnenschloss gezeigt. Weitere Galerien sind der Kunsthof Jena und die Galerie pack of patches.

Alle drei Jahre richtet das Romantikerhaus – Museum fĂŒr Literaturgeschichte der Stadt Jena den Literaturwettbewerb zur Vergabe des Caroline-Schlegel-Preises aus.

DenkmÀler

Napoleonstein auf dem ehemaligen Panzerplatz

In Jena gibt es mehrere HolocaustdenkmĂ€ler. An der B 7 sind mehrere Gedenktafeln fĂŒr die HĂ€ftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald angebracht, deren Todesmarsch am Ende des Zweiten Weltkrieges dort vorbeifĂŒhrte. Am Westbahnhof hĂ€ngt eine Gedenktafel an die Juden, Sinti und Roma, da von dort aus die ZĂŒge in die Konzentrationslager ausgingen. Ein Steindenkmal an der B 7 zwischen Johanniskirche und Friedenskirche trĂ€gt den Spruch „Unseren Toten zum Gedenken, ihren Mördern zur Schande, den Lebenden zur Mahnung“.

KriegerdenkmĂ€ler befinden sich im Nordfriedhof, auf dem Friedensberg und am Landgrafen (Blinkerdenkmal). Das Denkmal auf dem Friedensberg (bis 1949 Hainberg) wurde 1929 „Unseren Gefallenen 1914/18“ (jetzige Widmung) errichtet. Es erinnert an die 1.459 Jenaer Soldaten, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind. Es wurde durch den Architekten Emil Högl entworfen. Ein Mauerring von 30 m Durchmesser umschließt einen Ehrenhain mit altarĂ€hnlichem Steinblock, der die Namen der Toten enthĂ€lt.

Zwischen Kunitz und Wenigenjena wurde das Erlkönigdenkmal fĂŒr die Ballade Erlkönig von Johann Wolfgang von Goethe errichtet.

Auf einem der ehemaligen Schlachtfelder der Schlacht von Jena und Auerstedt zwischen Cospeda und Jena steht der Napoleonstein.

Zur Erinnerung an die von den Nationalsozialisten ermordeten Juden Jenas wurden am 23. Mai 2007 die ersten acht der sogenannten Stolpersteine in einer öffentlichen Aktion des Kölner KĂŒnstlers Gunter Demnig verlegt. Acht weitere Stolpersteine wurden am 7. Mai 2008 gesetzt.

Sieben Wunder von Jena

In Jena gab es die sogenannten Sieben Wunder, mit denen die Stadt schon im 17. Jahrhundert ĂŒber ihre Grenzen hinweg warb und von denen vier noch völlig erhalten sind. Der lateinische Merkspruch, den damals ein Student der Jenaer UniversitĂ€t auswendig kennen sollte, lautet: „Ara, caput, draco, mons, pons, vulpecula turris, Weigeliana domus, septem miracula Jenae“. Zu den Wundern gehören:

  • der Altar der Stadtkirche (ara)
  • der Kopf des "Schnapphans" an der Spieluhr des Rathauses (caput)
  • der Drache, der als ehemaliger Studentenstreich gebaut wurde (draco)
  • der Jenzig, ein Berg (mons), dessen weißer KalkrĂŒcken in der Morgen- und Abendsonne rot leuchtet
  • die Camsdorfer BrĂŒcke (pons), von der nur noch zwei Pfeilerteile erhalten sind
  • der Fuchsturm (vulpecula turris), Bergfried einer ehemaligen Burg auf dem Hausberg
  • das Weigelsches Haus (Weigeliana domus), ein Haus mit Aufzug und Dachobservatorium aus dem 17. Jahrhundert

Das Wunder draco kann im Stadtmuseum besichtigt werden, das Weigeliana domus existiert nicht mehr.

Die Adern von Jena

Die Adern von Jena sind ein landschaftsarchitektonisches Projekt in Jena-Paradies und offizielles Begleitprojekt der Bundesgartenschau Gera-Ronneburg 2007. Es sind attraktiv gestaltete FernwÀrmeleitungen, die zu Kunstobjekten umgewandelt wurden.

Archive

  • Stadtarchiv
  • Unternehmensarchiv SCHOTT JENAer GLAS GmbH
  • Unternehmensarchiv Carl Zeiss Jena GmbH
  • Archiv der Friedrich-Schiller-UniversitĂ€t Jena
  • Archiv des Ernst Haeckel Hauses Jena (EHH)
  • ThĂŒringer Archiv fĂŒr Zeitgeschichte Matthias Domaschk

Bauwerke

Jentower in Jena
Einkaufszentrum Goethe-Galerie in Jena
Das B59 GebÀude in Jena
Stadtmauer zwischen Johannisturm und Pulverturm in Jena.
Marktplatz Jena
Anatomieturm Jena

Große Teile des historischen Stadtzentrums wurden am Ende des Zweiten Weltkrieges, von Februar bis April 1945, durch amerikanische Luftangriffe zerstört oder fielen den sozialistischen UmbauplĂ€nen zum Opfer, so dass – insbesondere um den Eichplatz â€“ wenig historische GebĂ€ude im Stadtzentrum zu finden sind. Derzeit lĂ€uft die Planung fĂŒr die Bebauung des Eichplatzes, einem Vorhaben, das in der Bevölkerung umstritten ist. Das Zentrum wurde bereits in den letzten Jahrzehnten mit teilweise grĂ¶ĂŸeren GebĂ€udekomplexen ergĂ€nzt. Die Architektur im Stadtzentrum entstand somit in verschiedenen Bauzeiten- und Stilen und ist gegenĂŒber anderen StĂ€dten in ThĂŒringen modern sowie teilweise auch industriell geprĂ€gt.

Das markanteste GebĂ€ude in Jena und Wahrzeichen ist der Jentower (im Volksmund Uniturm oder Keksrolle), das zweithöchste BĂŒrogebĂ€ude in den neuen BundeslĂ€ndern. Dieses wurde von 1969 bis 1972 von Hermann Henselmann, einem der bekanntesten Architekten der DDR, geplant. Das Hochhaus sollte Zeiss-Forschungszentrum werden, erwies sich jedoch dafĂŒr als ungeeignet und wurde durch die UniversitĂ€t genutzt. Das Hochhaus sollte ein Fernrohr symbolisieren. Um die Jahrtausendwende wurde das GebĂ€ude saniert, die ursprĂŒngliche Gliederung der Fassaden ging bei dieser „Veredelung“ verloren.

Daneben gibt es noch den alten, nicht mehr in Betrieb befindlichen Fernsehturm auf dem Landgrafen und die TurmĂŒberreste der alten Stadtmauer. Dazu gehören der 1995 bei Sanierungsarbeiten eingestĂŒrzte (aber inzwischen wieder aufgebaute) Rote Turm am sĂŒdöstlichen Ende, der Anatomieturm, in dem Johann Wolfgang von Goethe geforscht hat und mit Justus Christian Loder den Zwischenkieferknochen entdeckte, am sĂŒdwestlichen Ende und das Johannistor am westlichen Ende des historischen Stadtkerns. Vom Johannistor verlĂ€uft ein kurzes MauerstĂŒck, auf dem das so genannte Haus auf der Mauer steht, bis zum ehemaligen Pulverturm im Nordwesten des Stadtkerns.

Innerhalb des Stadtkerns steht das Collegium Jenense, ein altes UniversitĂ€tsgebĂ€ude, das in einem ehemaligen Kloster eingerichtet wurde. Am historischen Marktplatz befindet sich neben dem historischen gotischen Rathaus (1377–1413) mit dem Schnapphans auch die Göhre, in der sich das Stadtmuseum befindet. Auf dem Marktplatz steht ein Denkmal Johann Friedrichs I. des GroßmĂŒtigen, des BegrĂŒnders der Jenaer UniversitĂ€t. In Jena wird er auch Hanfried genannt. Den Nordosten des alten Stadtzentrums schließt das 1905–1908 erbaute UniversitĂ€tshauptgebĂ€ude ab. An seiner Stelle stand vorher das alte Jenaer Stadtschloss. An das Schloss erinnert heute nur noch der alte Schlossbrunnen im Innenhof.

Im Norden des Stadtzentrums befindet sich die im Jahr 2001 wiedererbaute ThĂŒringer UniversitĂ€ts- und Landesbibliothek (kurz ThULB). Das GebĂ€ude enthĂ€lt fast alle Bibliotheken der Friedrich-Schiller-UniversitĂ€t sowie eine große Restaurierungs- und Digitalisierungswerkstatt. Nahe der ThULB, in nördlicher Richtung, befindet sich der Botanische Garten und gleich dahinter das am 18. Juli 1926 eröffnete Zeiss-Planetarium der Jenaer Architekten Schreiter und Schlag, das Ă€lteste erhaltene PlanetariumsgebĂ€ude der Welt. Westlich des Planetariums befindet sich das Griesbachsche Gartenhaus, auch Prinzessinnenschlösschen genannt, mit einer großen Gartenanlage, an die sich die von Ernst Neufert errichtete Mensa Philosophenweg anschliesst.

Im Westen des Stadtzentrums steht am Ernst-Abbe-Platz mit dem Bau 15 das erste deutsche Hochhaus. Daneben befindet sich auf einem ehemaligen FabrikgelĂ€nde des Carl-Zeiss-Kombinates das Einkaufszentrum Goethe-Galerie und der Bau 36. Der Bau 59 war das ehemalige Forschungshochhaus des VEB Carl Zeiss Jena. Ebenso sind im Westen der Stadt Zeitzeugnisse des Bauhauses zu bewundern, zwei WohnhĂ€user des Architekten Walter Gropius, das Haus Zuckerkandl(1927–1929) und das Haus Auerbach(1924). Beider HĂ€user wurden nach 1990 denkmalgerecht saniert und sind in Privatbesitz. Besonders bemerkenswert ist die einzige original erhaltene Bauhaus-KĂŒche im Haus Zuckerkandl.

Zwischen Goethe-Galerie, dem Volkshaus und dem alten KlinikgelĂ€nde Bachstraße wurde ein Denkmal fĂŒr Ernst Abbe in Form eines Tempels mit einer Dachkonstruktion im Jugendstil errichtet. Architekt des Denkmals war Henry van de Velde. Das Volkshaus enthĂ€lt SĂ€le fĂŒr diverse Veranstaltungen, die ProbenrĂ€ume der Jenaer Philharmonie und einen Großteil der Jenaer Stadtbibliothek, die Ernst-Abbe-Bibliothek.

SĂŒdlich des Stadtzentrums befindet sich das Schillerhaus mit Garten und Theater, von dem heute nur noch der BĂŒhnenraum steht. Im SchillergĂ€sschen befindet sich die Volkssternwarte Urania Jena. Hier werden regelmĂ€ĂŸig öffentliche Himmelsbeobachtungen und astronomische VortrĂ€ge angeboten. SĂŒdlich des Marktes befindet sich ein historischen Kino (seit 2009 nicht mehr in Betrieb) der Jenaer Architekten Schreiter und Schlag. Es wurde im Baustil der 1920er Jahre, beginnende Moderne, errichtet.

Östlich des Stadtkerns befindet sich die Saale mit der Camsdorfer BrĂŒcke und das Gasthaus GrĂŒne Tanne (heute im Besitz einer Burschenschaft), dem GrĂŒndungsort der Jenaischen Burschenschaft, die heute als Urburschenschaft bezeichnet wird. Die schwarz-rot-goldene Fahne hat hier ihren Ursprung.

BrĂŒcken

Jena ist durch die Saale geteilt, was mehrere BrĂŒcken erforderlich machte. Die alte Camsdorfer BrĂŒcke, welche zu den sieben Stadtwundern gehörte, wurde ab Juli 1912 abgetragen und bis November 1913 durch eine breitere ersetzt, um dem stĂ€rker werdenden Verkehr gerecht zu werden. Die im Zweiten Weltkrieg durch die Wehrmacht gesprengte Camsdorfer BrĂŒcke wurde 1946 mit Hilfe der sowjetischen Armee wieder aufgebaut und musste auf Grund schwerwiegender SchĂ€den im Jahr 2005 saniert werden.

Lange Zeit war die Camsdorfer BrĂŒcke der einzige im Schwerlastverkehr befahrbare Saale-Übergang im Jenaer Stadtgebiet.

Weitere BrĂŒcken wurden erst im ausgehenden 19. Jahrhundert erbaut. Die SchĂŒtzenbrĂŒcke (seit 1882) und der Wiesensteg hatten vor allem Bedeutung fĂŒr den FußgĂ€ngerverkehr, insbesondere wegen der regen BautĂ€tigkeit in Obercamsdorf und Wenigenjena. 1927/1928 wurde die SchĂŒtzenbrĂŒcke durch die einige Meter stromaufwĂ€rts neu erbaute ParadiesbrĂŒcke . und der Wiesensteg durch die stromaufwĂ€rts gelegene GriesbrĂŒcke ersetzt. Zwischen dem SĂŒdviertel und der Oberaue befindet sich eine FußgĂ€ngerbrĂŒcke. Nach Eingemeindung umliegender Dörfer kamen die BrĂŒcke zwischen ZwĂ€tzen und Kunitz, die Burgauer BrĂŒcke und die Mauaer BrĂŒcke dazu. In den 1980er Jahren wurde zwischen Neu-Lobeda-West und Göschwitz eine weitere BrĂŒcke errichtet. Erst in den 1990er Jahren wurde die Umgehung von Wenigenjena fertiggestellt, die Jena-Ost durch die WiesenbrĂŒcke mit der Innenstadt (Jenzigweg/Löbstedter Straße) verbindet.

Die BrĂŒcke in Burgau wurde wie die ĂŒbrigen Jenaer BrĂŒcken 1945 gesprengt. Sie ist nach ihrem Wiederaufbau fĂŒr Kraftfahrzeuge gesperrt und entspricht in ihrer Erscheinung dem mittelalterlichen Vorbild. Der Autoverkehr wird ĂŒber eine NeubaubrĂŒcke aus den 1980er Jahren geleitet. FĂŒr die Straßenbahn wurde in der Oberaue eine separate BrĂŒcke errichtet. Nur in Burgau und mit der ParadiesbrĂŒcke wurden vorhandene BrĂŒcken aus den 1940er Jahren genutzt.

Wie die BrĂŒcke in Burgau wurde auch die Kunitzer HausbrĂŒcke, die ZwĂ€tzen und Kunitz verband, 1945 gesprengt. Derzeit wird sie wieder aufgebaut und soll dann als FußgĂ€ngerbrĂŒcke ĂŒber die Saale dienen.

Burgen und Befestigungsanlagen

Lobdeburg bei Jena-Lobeda
Die nÀchtliche Lobdeburg bei Jena-Lobeda

Von den ehemaligen Burgen von Jena sind heute nur Ruinen oder kleine Teile vorhanden. Die sĂŒdlichste Burg ist die obere Lobdeburg. Die untere Lobdeburg ist heute nicht mehr existent. Sie lag höchstwahrscheinlich am Ende des Marktes. Das weitlĂ€ufig als untere Lobdeburg bezeichnete GebĂ€ude am Nordostrand der Altstadt ist ein Neubau des 20. Jahrhunderts. Eine weitere Burg der Lobdeburger befand sich in der Ortslage Burgau, eventuell parallel zu einer Befestigungsanlage der Wettiner, die frĂŒhzeitig ein Amt danach benannten. Auf dem Johannisberg (zwischen Lobeda und Wöllnitz) befinden sich mehrere Befestigungsanlagen aus der spĂ€ten Bronzezeit und dem frĂŒhen Mittelalter (9./10. Jahrhundert). Östlich des Stadtkerns von Jena befinden sich vier ehemalige Befestigungsanlagen. Der Fuchsturm ist der Rest der Burganlage Kirchberg aus dem 12. Jahrhundert. Von Westen nach Osten erstrecken sich die Reste der Burgen Greifberg, Königspfalz Kirchberg (10. Jahrhundert), Kirchberg (12. Jahrhundert) und Windberg. Weiter nördlich auf dem Jenzig befindet sich eine prĂ€historische Wallanlage. Im Norden findet man die Ruine Kunitzburg, eigentlich Burg Gleisberg, ein ehemaliger Sitz von Reichsministerialen. Mit Sicherheit gab es innerhalb der eingemeindeten Dörfer eine Reihe von befestigten Adelssitzen, wie beispielsweise in Drackendorf, in Kunitz, in Isserstedt und in Lichtenhain.

In Jena selbst befand sich auf dem GelÀnde des heutigen HauptgebÀudes der Friedrich-Schiller-UniversitÀt das Stadtschloss, 1670 bis 1692 Regierungssitz des Herzogtums Sachsen-Jena. Es musste dem UniversitÀtsneubau weichen, der 1908 anlÀsslich des 350-jÀhrigen UniversitÀtsjubilÀums eingeweiht wurde.

Kirchen

Evangelische Stadtkirche St. Michael im Stadtzentrum

Zum Kirchenkreis Jena gehören viele bedeutende Kirchen.[7] Im Stadtzentrum befindet sich die spĂ€tgotische dreischiffige Stadtkirche St. Michael, die evangelische Parochialkirche (Hauptkirche) Jenas. Ihr VorgĂ€ngerbau, eine vermutlich im 12. Jahrhundert entstandene altromanische Pfarrkirche, erfuhr mehrere Umbauten, vor allem bei der Errichtung des Zisterziensernonnenklosters 1301, das nicht mehr besteht. Das Langhaus der heutigen Kirche wurde 1380–1506 errichtet, der Turm 1486–1557. Sie gilt als grĂ¶ĂŸte Hallenkirche OstthĂŒringens. Martin Luther hatte hier mehrmals gepredigt. Sein Grabstein (aber nicht sein Grab) befindet sich seit 1571 hier. ErwĂ€hnenswert ist die restaurierte Renaissance-Einzeigeruhr der Kirche. Der Kirchenradweg Jena – ThalbĂŒrgel verbindet die Stadtkirche St. Michael mit der Klosterkirche ThalbĂŒrgel und fĂŒhrt an weiteren vier Kirchen des Kirchenkreises Jena vorbei.

Teile der römisch-katholischen Kirche St. Johannes Baptist in der Wagnergasse im Stadtzentrum bestehen bereits seit dem 9. Jahrhundert. Daher gilt die Kirche als eine der Ă€ltesten Jenas. Nahe der katholischen Kirche steht die ehemalige Garnisonskirche, jetzt Friedenskirche, eigentlich Johann-Georgs-Kirche. Nachdem Jena 1672 Hauptstadt des Herzogtums Sachsen-Jena geworden war, erbaute man 1686–1693 auf Anraten Johann-Georgs II., Herzog von Sachsen-Eisenach, die Kirche auf dem GelĂ€nde des alten Johannisfriedhofs und benannte sie nach ihm. Im Jahr 1743 wurde sie von Herzog Ernst August von Sachsen-Weimar der Jenaer Garnisonsgemeinde zugewiesen, deshalb der Name Garnisonskirche. Im FrĂŒhjahr 1938 wurden dort ThĂŒringer Pfarrer auf Adolf Hitler vereidigt.[10] Im Jahre 1946 wurde sie in Friedenskirche umbenannt.

Eine wichtige Rolle in der Stadtgeschichte spielten weitere Kirchen wie die Kollegienkirche als UniversitĂ€tskirche des Collegium Jenense, entstanden aus dem ehemaligen Dominikanerkloster am SĂŒdwestende der Altstadt. Unweit davon befand sich am Engelplatz das Karmeliterkloster. FĂŒr die Reisenden und Kranken war vor allem die Kirche St. Nicolaus, die vor der Stadt im Bereich des heutigen Spittelplatzes stand, ein Ort des Gebetes.

Einer der VorgĂ€ngerbauten der Schillerkirche „Unserer lieben Frau“ war nach Meinung einiger Forscher die Kirche des alten Jani, die 937 im Zusammenhang mit der Burg Kirchberg erwĂ€hnt wurde. Die ersten Teile wurden im 14./15. Jahrhundert errichtet. Der Bau des Langhauses wurde erst 1557 „provisorisch“ beendet. Hier wurden am 22. Februar 1790 Friedrich Schiller und Charlotte von Lengefeld getraut.

Die Kirche St. Peter im Stadtteil Lobeda ist wahrscheinlich die Ă€lteste Kirche in Jena, da es sich hier um eine sogenannte Urpfarrei handelt, die bis zur Reformation Zentrum des Dekanats Lobeda innerhalb des Bistums Naumburg war. Die Dorfkirche St. Marien in ZwĂ€tzen war ehemals der Sitz der Deutschordensballei ThĂŒringen. In der Kirche in Drackendorf befindet sich die GrabstĂ€tte der Familie von Ziegesar, die enge Freunde von Goethe waren. Hier predigte auch der „Vogelpastor“ Christian Ludwig Brehm. Nach neuesten Forschungen entstand aus dem im 9. Jahrhundert erwĂ€hnten Liuthraha der Ort Leutra mit der ehemaligen Wehrkirche im Leutratal. Ehemalige Wallfahrtskirche zu den 14 Nothelfern in Vierzehnheiligen (ehemals Lutzendorf genannt)

Friedhöfe

Den Ă€ltesten Friedhof in Jena, der bis ins 9. Jahrhundert zurĂŒckreicht, hat man im Bereich der Kirche Unserer lieben Frauen in Wenigenjena entdeckt. Der StadtarchĂ€ologe Matthias Rupp nimmt deshalb an, dass in Wenigenjena der Ursprung und das erste Siedlungsgebiet Jenas liegt.

Der grĂ¶ĂŸte Friedhof ist der Nordfriedhof; der zweitgrĂ¶ĂŸte der 1912 eingeweihte Ostfriedhof. Daneben gibt es noch den historisch bedeutsamen Johannisfriedhof, der wahrscheinlich im Zuge der planmĂ€ĂŸigen Stadtanlage Jenas außerhalb der Stadtmauern errichtet und seit dem Mittelalter genutzt wurde. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde er zu klein fĂŒr die expandierende Stadt, so wurde der Nordfriedhof angelegt. Der Johannisfriedhof wird seit 1978 nur noch als Park genutzt. Auf seinem GelĂ€nde befindet sich die Friedenskirche und auch das Grab von Carl Zeiß. Der Johannisfriedhof erstreckte sich frĂŒher bis zur katholischen Kirche, jedoch wurde er durch den Bau der heutigen Bundesstraße 7 nach Weimar stark verkleinert.

Die eingemeindeten Dörfer besitzen ebenfalls eigene Friedhöfe.

Die Grablegen der Pastoren und vornehmen Herren der Stadt befinden sich in St. Michael, in der Kollegienkirche, im Karmeliterkloster, im Hospital und in St. Nicolaus.

Sonstige Bauwerke

Auf dem Berg Cospoth befindet sich an der Gemarkungsgrenze zu Bucha seit 1992 bei 50°52'49" nördlicher Breite und 11°33'57" östlicher LÀnge ein 91 Meter hoher Fernmeldeturm des Unternehmens Deutsche Funkturm, Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom AG. Der Turm dient neben dem Richtfunk zur Verbreitung der folgenden Hörfunkprogramme:

Sendername Frequenz
(in MHz)
Leistung
(in kW)
Antenne ThĂŒringen 90,9 1
DLF 104,5 0,32
Landeswelle ThĂŒringen 106,1 1
MDR 1 Radio ThĂŒringen 88,2 1
MDR Figaro 96,4 1
MDR Info 89,5 0,2
MDR JUMP 101,9 1
Radio OKJ 103,4 0,32
Radio Top 40 94,8 0,32

Parks

Blick in den Botanischen Garten, im Hintergrund der JenTower
Schillers Gartenhaus mit dem davorliegenden Garten von der Gartenzinne aus gesehen

RegelmĂ€ĂŸige Veranstaltungen

  • MĂ€rz/April: Schwarzbiernacht
  • April/Mai: Cellu l'art Kurzfilmfest
  • April/Mai: JazzfrĂŒhling
  • Mai: Brunnenfest am Romantikerhaus
  • Mai/Juni: Langstreckenwanderung „Horizontale“ rund um Jena
  • Juni: Festival de Colores, Museumsmarkt auf dem Marktplatz
  • Juni/Juli: Camsdorfer BrĂŒckenfest
  • Juni/Juli: Karibische Sommernacht
  • Juli bis August: Kulturarena, siebenwöchiges Open-Air-Musikfestival im Zentrum
  • August/September: ThĂŒringer Kammermusiktage (alle zwei Jahre)
  • September/Oktober: Altstadtfest
  • Oktober/November: Jenaer Jazztage
  • Oktober/November: Irische Tage
  • November: Lichtbildarena, dreitĂ€giges Festival mit Dia-Live-Reportagen und Kultur
  • November: Theater in Bewegung, internationales Tanz- und Bewegungstheaterfestival im Theaterhaus (alle zwei Jahre)
  • Dezember: Weihnachtsmarkt

Freizeit- und Sportanlagen

HaupttribĂŒne des Ernst-Abbe-Sportfeldes

In Jena gibt es mehrere SportplĂ€tze. Der grĂ¶ĂŸte ist das Ernst-Abbe-Sportfeld, die HeimspielstĂ€tte des FC Carl Zeiss Jena, mit einer KapazitĂ€t von 12.630 Zuschauern. Dazu kommen der Post-Sportplatz in Jena-Ost neben dem Ostbad und ein Sportplatz in Jena-ZwĂ€tzen. Die Halle mit dem grĂ¶ĂŸten Zuschauerpotenzial ist die JenArena, Spielort des Basketball-Pro A-Ligisten Science City Jena. Sie bietet bis zu 3.000 Zuschauern Platz. In Lobeda-West besteht ein Sporthallenkomplex mit einer ZuschauerkapazitĂ€t von 1.000 Zuschauern. Dazu kommen Sporthallen verschiedener Schulen sowie der Sporthallenkomplex des TuS-Jena gegenĂŒber dem Ernst-Abbe-Sportfeld. Dieser wird auch vom Sportgymnasium genutzt.

Unweit des Stadions befindet sich der Großteil des UniversitĂ€tssportgelĂ€ndes Oberaue. Es beherbergt den USV Jena, den grĂ¶ĂŸten Sportverein ThĂŒringens. Das UniversitĂ€tssportzentrum umfasst drei Spielfelder, die multifunktional genutzt werden können. Der Hauptplatz mit Leichtathletikanlage fasst 2000 Zuschauer. Die populĂ€rsten Abteilungen des USV Jena sind der FF USV Jena (Frauenfußball der 1. Liga) und die Rugby Union Abteilung Fiddlers Green Rugby Team Jena, welches eine Damenmannschaft in der 1.Bundesliga und eine Herrenmannschaft in der Regionalliga stellt. Der USV unterhĂ€lt zudem ein Dreifelderhalle unweit des USZ. FĂŒr Hunde befindet sich in der NĂ€he des Landgrafen eine Trainingsanlage.

Auf der Saale wird in der warmen Jahreszeit Wassersport in Form von Kanu-, Kajak- und Ruderbootfahren betrieben. In den vergangenen Jahren wurde die Saale auch im Jenaer Abschnitt fĂŒr den Wassersport ausgebaut. Die einschlĂ€gigen Clubs sind am gegenĂŒberliegenden Saaleufer angesiedelt. Hier ist auch eine Slalomstrecke auf dem Fluss eingerichtet.

Im Stadtteil MĂŒnchenroda befindet sich der Golfplatz des Golfclubs Weimar-Jena e. V.

Der Flugsport ist am Flugplatz Jena-Schöngleina angesiedelt. Gelegentlich nutzen HĂ€ngegleiter-, Gleitschirm- und Motorschirmflieger die HĂ€nge um Jena zum Starten. Das Paradies wird bei gutem Wetter als Startzone fĂŒr Heißluftballonfahrten genutzt.

Siehe auch: Jenaer BĂ€der

Nachtleben

Wagnergasse im Stadtzentrum

Zentrum des Jenaer Nachtlebens ist die Wagnergasse und ihre nĂ€here Umgebung. Hier sind vor allem Kneipen und CafĂ©s angesiedelt. Ältester Studentenclub ist seit 1966 der Rosenkeller in der Johannisstraße. Hier finden unter anderem jede Woche mehrere Konzerte unterschiedlichsten Genres statt.

Unterhalb des Westbahnhofes befindet sich das Zentrum fĂŒr Jugend- und Soziokultur Kassablanca, in dem seit Anfang der 1990er Jahre viele KĂŒnstler auftraten. Jena bietet noch einige andere Nachtclubs in ZentrumsnĂ€he.

Wirtschaft und Infrastruktur

Jena gehört zu den drei Oberzentren ThĂŒringens. Nach Jena pendeln mehr Arbeitnehmer ein als von Jena auspendeln. Jena wird neben den StĂ€dten Erfurt und Ilmenau als Teil des ThĂŒringer Technologiedreiecks bezeichnet.

Kennzahlen

Das Bruttoinlandsprodukt lag fĂŒr das Jahr 2008 insgesamt bei 3,512 Milliarden Euro, je ErwerbstĂ€tigen 56.074 Euro. Etwa 60 Prozent wurde mit Dienstleistungen erwirtschaftet, weitere 30 Prozent entfielen auf das produzierende Gewerbe. Die Exportquote lag dabei ĂŒber 42 Prozent. Im Jahr 2007 existierten insgesamt 4207 Betriebe, davon 21 mit mehr als 250 Mitarbeitern.

Die Arbeitslosenquote lag mit 7,7 Prozent unter dem Landesdurchschnitt von 9,5 Prozent und unter dem Durchschnitt der neuen BundeslĂ€nder von 11,6 Prozent, aber knapp ĂŒber dem Bundesdurchschnitt mit 7,6 Prozent (Stand Juli 2010).

In Hotels und andere UnterkĂŒnften gab es 2009 insgesamt 303.136 Übernachtungen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag bei zwei Tagen.

Wirtschaftsgeschichte und ansÀssige Unternehmen

Das Zeisswerk um 1910

In Jena hat die Holz- und Papierherstellung lange Tradition, von der eine Kartonfabrik in Porstendorf erhalten geblieben ist.

Seit dem 19. Jahrhundert ist in Jena die Glas- und Optikindustrie ansĂ€ssig. Durch Erfindungen, die das Mikroskop revolutionierten, und die Entwicklung des Planetariums sind die einschlĂ€gigen Unternehmen heute weltweit bekannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Unternehmen Carl Zeiss Jena GmbH und SCHOTT JENAer GLAS GmbH durch emigrierte Wissenschaftler und Angestellte in Westdeutschland neu gegrĂŒndet. Bis Juli 1945 deportierten die amerikanischen Besatzer einen Großteil des Know-how in Form von Wissenschaftlern und Aufzeichnungen in ihre Besatzungszone. Danach erfolgte unter der sowjetischen Besetzung die Demontage der Industrie und deren Deportation in die Sowjetunion. Anfangs baute die Jenaer Bevölkerung die StĂ€dtische Industrie selbst wieder auf, bis auch die sowjetischen Besatzer in der neugegrĂŒndeten DDR den Wiederaufbau unterstĂŒtzten, um sie gegenĂŒber der Bundesrepublik Deutschland zu stĂ€rken. SpĂ€ter entstand das Kombinat VEB Carl Zeiss Jena. Die Schottwerke wurden ebenfalls in ein Kombinat umgewandelt. ZusĂ€tzlich entstand in der DDR-Zeit mit Jenapharm ein pharmazeutisches Unternehmen.

Nach der Wende wurde das volkseigene Großkombinat Carl Zeiss, in dem fast alle optischen Unternehmen der DDR zusammengeschlossen waren, privatisiert. Carl Zeiss Oberkochen ĂŒbernahm die Verantwortung fĂŒr das optische KerngeschĂ€ft. FĂŒr den ĂŒberwiegenden Teil der Jenaer Werke wurde ein Sanierer gesucht und mit Lothar SpĂ€th gefunden. In Jena entstand die Carl Zeiss Jena GmbH als Tochterunternehmen von Zeiss Oberkochen und die Jenoptik GmbH als Rechtsnachfolgerin des ehemaligen Kombinats mit SpĂ€th an der Spitze. 1998 wagte die Jenoptik als Aktiengesellschaft den Schritt an die Börse.

Das Kombinat VEB Jenapharm suchte nach der Wende einen KĂ€ufer und fand ihn in der Gehe AG. SpĂ€ter wurde der Betrieb durch die Schering AG ĂŒbernommen. Das Unternehmen hat sich als MarktfĂŒhrer im Bereich der oralen Kontrazeptiva in Deutschland etabliert. Eine ganze Reihe pharmazeutischer Institute und Firmen haben sich im Umfeld angesiedelt.

Die Interessen der Unternehmen und Institute auf dem Gebiet der optischen Technologien werden vom Firmenverbund OptoNet e. V. vertreten. Aus dem Glaswerk wurde der Bereich Glasfaser ausgegliedert und ging im Januar 2007 mehrheitlich in die Leoni AG ĂŒber.

Wacker Chemie AG und Schott Solar grĂŒndeten ein Gemeinschaftsunternehmen, dass 16. April 2008 ein Werk zur Herstellung von Silizium-Wafern fĂŒr die Solarindustrie in Betrieb nahm. Nach dem RĂŒckzug von Wacker aus dem Unternehmen Ende September 2009 beschĂ€ftigt SCHOTT Solar etwa 350 Mitarbeiter an dem Standort.

Im Zuge der Bewerbung im Rahmen der BioRegio-Initiative mit dem Konzept 'Bioinstrumente'[11] wurden zahlreiche Biotechnologieunternehmen gegrĂŒndet. Unternehmen dieser Branche, die ihren Hauptsitz in Jena haben sind Analytik Jena, Biolitec und CyBio. Die WACKER Biotech GmbH produziert therapeutische Proteine mit biotechnologischen Verfahren. Sie wurde 1999 unter dem Namen ProThera GmbH als Ableger des Hans-Knöll-Instituts in Jena gegrĂŒndet und ist seit 2005 eine vollstĂ€ndige Tochter der Wacker Chemie AG.

Die Deutsche Effecten- und Wechsel-Beteiligungsgesellschaft AG (kurz: DEWB), eine ehemalige Tochtergesellschaft der Jenoptik AG, die sich auf die Finanzierung und Entwicklung junger Unternehmen auf dem Gebiet der optischen Technologien und der Sensorik spezialisierte, hat ihren Hauptsitz in Jena. Die Sparkasse Jena-Saale-Holzland ist das grĂ¶ĂŸte Finanzunternehmen mit Sitz in der Stadt.

Mit der Intershop Communications AG entstand eine Firma zur Entwicklung von Software fĂŒr den E-Commerce. Der Name Intershop ist eine Anspielung auf die Intershop-LĂ€den in der DDR, in denen „Westware“ gegen Westgeld verkauft wurde. Daneben sind auch einige kleine Unternehmen im Bereich des Internethandels tĂ€tig. Sie sind zum Teil mit ehemaligen Mitarbeitern von Intershop Communications AG gegrĂŒndet worden. Hewlett Packard, zuvor schon Kooperationspartner von Intershop Communications, hat seit dem Kauf eines Online-Bilderdienstes 2005 ebenfalls eine Niederlassung in der Stadt. Im Bereich Sicherheitstechnik hat der US-amerikanische Cross Match Technologies-Konzern seit der Übernahme der britischen Smiths Heimann Biometrics-Gruppe (SHB) im August 2005 eine Zweigstelle in Jena.

Unter dem Dach der Holding Stadtwerke Jena GmbH sind mehrere kommunale Betriebe angesiedelt. Strom- Gas und FernwĂ€rmeversorgung stellen die Stadtwerke Energie Jena-PĂ¶ĂŸneck bereit. Den Straßenbahn- und Busverkehr innerhalb der Stadt betreibt die Jenaer Nahverkehr GmbH. Mehrere BĂ€der werden von der Jenaer BĂ€der und Freizeit GmbH betrieben. Der grĂ¶ĂŸter Wohnungsanbieter in Jena und Blankenhain mit etwa 14.000 Wohneinheiten, die Jenawohnen GmbH (zuvor SWV GmbH), gehört ebenfalls zum Verbund.

Mit etwa 6200 Wohnungen ist die 1954 gegrĂŒndete Wohnungsgenossenschaft Carl Zeiss e. G. der zweitgrĂ¶ĂŸte Vermieter in Jena und Umgebung.

Region Erfurt-Weimar-Jena „Die ImPuls- Region“

Die an der „ThĂŒringer StĂ€dtekette“ nebeneinander aufgereihten StĂ€dte Jena, Weimar und Erfurt arbeiten bei aller Konkurrenz seit der Vorbereitung zum Kulturstadtjahr „Weimar 99“ in ausgewĂ€hlten Bereichen zusammen. Markantes Ergebnis dieser Kooperation ist u. a. der Verbundtarif, der in (fast allen) Bussen, Straßenbahnen und der DB in der Region einheitlich gilt und durch den mit nur einem Fahrschein all diese öffentlichen Verkehrsmittel genutzt werden können. Die Kooperation wurde 2005 durch gemeinsames Verfassen eines Regionalkonzepts auf neue Beine gestellt und ist seitdem dabei, mehr Bereiche als nur Tourismus und Nahverkehr gesamtregional zu betrachten und zu bearbeiten. So soll vor allem die wirtschaftliche Zusammenarbeit verbessert werden. Diese Prozesse laufen unter der Marke „Erfurt- Weimar- Jena Die ImPuls- Region“ und beinhalten gleichermaßen den die StĂ€dte umfassenden Landkreis Weimarer Land.

Verkehr

Paradiesbahnhof Jena
Straßenbahn an der Haltestelle „Burgau“

Schienenverkehr

Jena verfĂŒgt im Stadtgebiet ĂŒber drei Bahnhöfe sowie drei Haltepunkte und ist ein Bahnknotenpunkt. Hier kreuzen sich die Saalbahn (KBS 560) und die Mitte-Deutschland-Verbindung (KBS 565).

Alle ZĂŒge in Ost-West-Richtung verkehren ĂŒber den Haltepunkt Neue Schenke am sĂŒdöstlichen Rand der Stadt, den Bahnhof Jena-Göschwitz und den Bahnhof Jena West. Die Verbindungen in Nord-SĂŒd-Richtung fĂŒhren ĂŒber den Haltepunkt Jena-ZwĂ€tzen, den Saalbahnhof, den Haltepunkt Jena Paradies und ebenfalls den Bahnhof Jena-Göschwitz, wo sich die beiden Bahnstrecken treffen und der in den 1970er und 1980er Jahren als Hauptbahnhof geplant war.

Bis 2001 wurde der Saalbahnhof als Fernverkehrshalt Jenas genutzt, ehe er vom Haltepunkt Jena Paradies als solcher abgelöst wurde. Am 12. Juni 2005 wurde dort ein neues, modernes EmpfangsgebĂ€ude eröffnet, dass die zuvor genutzten provisorischen Holzbahnsteige ablöste. Jena Paradies wird im Stundentakt von ICE auf der Relation von Berlin ĂŒber Leipzig und NĂŒrnberg nach MĂŒnchen angefahren. Diese ZĂŒge sollen jedoch nach Fertigstellung der Neubaustrecken NĂŒrnberg–Erfurt und Erfurt–Leipzig/Halle (voraussichtlich 2017) ĂŒber Ilmenau und Erfurt und somit nicht mehr ĂŒber Saalfeld und Jena gefĂŒhrt werden.

Im Regionalverkehr sind unter anderem Weimar, Erfurt, Göttingen, Gera, Chemnitz, Zwickau, Saalfeld (Saale), Lichtenfels, PĂ¶ĂŸneck, Rudolstadt, Blankenstein, Großheringen und Naumburg (Saale) direkt erreichbar.

Straßen-, Fahrrad- und FußgĂ€ngerverkehr

Die Stadtrodaer Straße ist die wichtigste innerstĂ€dtische Schnellstraße und verbindet das Zentrum mit Lobeda

Durch das sĂŒdliche Stadtgebiet fĂŒhrt in West-Ost-Richtung die Bundesautobahn 4 (Frankfurt am Main –) Erfurt – Chemnitz – Dresden – Görlitz. Die Stadt ist ĂŒber die Anschlussstellen Jena-Göschwitz und Jena-Zentrum erreichbar. Ferner fĂŒhren die B7 und die B88 durch Jena.

FĂŒr das Jahr 2009 erfasste die Polizei 2779 StraßenverkehrsunfĂ€lle, davon 362 mit Personenschaden. Der gesamte Kraftfahrzeugbestand betrug 45.920, davon waren 40.782 Personenkraftwagen.

In Jena kreuzen sich zwei Radfernwege – der Saale-Radweg und der Radfernweg ThĂŒringer StĂ€dtekette. Beide sind Teil des sogenannten Radnetz Deutschland von 12 Fernradwegen, die im Nationalen Radverkehrsplan 2002–2012 der Bundesregierung ausgewiesen sind. Der Saale-Radweg ist Teil der Ostsee-Oberbayern-Route. Der Radfernweg ThĂŒringer StĂ€dtekette ist Teil der Mittelland-Route, die von Aachen (aus Westeuropa kommend) bis Zittau (und weiter nach Osteuropa) fĂŒhrt. Durch Jena fĂŒhren auch der ThĂŒringer MĂŒhlenradweg und der Kirchenradweg Jena – ThalbĂŒrgel.

Der Anteil des Fahrradverkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen in der Stadt (Modal Split) liegt ĂŒber 10 Prozent und soll in den nĂ€chsten Jahren 15 Prozent erreichen [12]. Nach den 2009 veröffentlichten Ergebnissen des „Systems der reprĂ€sentativen Verkehrsbefragungen“ (SrV) von 2008 hat Jena Deutschland-weit eine Spitzenposition inne im Anteil des Fußverkehrs (39,3 Prozent) mit steigender Tendenz seit 2003, wĂ€hrend der motorisierte Individualverkehr (MIV) im Modal Split auf 34,2 Prozent gefallen ist [13].

Öffentlicher Personennahverkehr

Die Omnibuslinie Apolda–Jena, die am 5. September 1909 den fahrplanmĂ€ĂŸigen Verkehr aufnahm, ist die Ă€lteste regelmĂ€ĂŸige Kraftverkehrsverbindung zwischen zwei ThĂŒringer StĂ€dten. Der ÖPNV wird durch Straßenbahn- und Buslinien der Jenaer Nahverkehr GmbH (JeNah) erbracht. Neben dem SpĂ€tverkehr auf den meisten dieser Linien wird an allen Wochentagen zwischen ca. 0 Uhr und 4 Uhr ein Nachtverkehr auf einer Straßenbahnlinie im 30- oder 40-Minutentakt angeboten. Einige Ortschaften können nur mit Regionalbus-Linien der JES Verkehrsgesellschaft mbH, der Personenverkehrsgesellschaft mbH Apolda (PVG) oder der Omnibusverkehr Saale-Orla-Rudolstadt GmbH (OVS) erreicht werden, was aber oftmals nur montags bis freitags bzw. an Schultagen morgens und nachmittags möglich ist. Ende der 1960er Jahre wurde der Bau einer Alwegbahn geplant, wofĂŒr Technik aus der BRD hĂ€tte importiert werden mĂŒssen. Wegen der Direktive "Störfreimachung vom Westen" musste der Bau daher 1971 verworfen werden. Die aktuellen ÖPNV-Planungen sind im Verkehrsentwicklungsplan 2002 der Stadt Jena [14] und im Nahverkehrsplan der Stadt Jena 2008–2012 [15] enthalten.

Schifffahrt

Aufgrund mehrerer Staustufen ist die Saale bei Jena heute nicht mehr schiffbar. FrĂŒher war hier ein Anlegepunkt fĂŒr kleinere Transportschiffe und das Holz aus dem ThĂŒringer Holzland wurde durch Jena geflĂ¶ĂŸt.

Flugverkehr

Tower des Flugplatzes Jena

Östlich der Stadt befindet sich der Verkehrslandeplatz Flugplatz Jena-Schöngleina, der ausschließlich fĂŒr die Allgemeine Luftfahrt genutzt wird. Der Flugplatz verfĂŒgt ĂŒber eine 1.170 m Asphaltlandebahn und eine querliegende 610 m Grasbahn. Die nĂ€chsten LandeplĂ€tze mit Linienverkehr sind Leipzig-Altenburg, Leipzig/Halle, Erfurt-Weimar und NĂŒrnberg.

Medien

In Jena gibt es Lokalredaktionen der Tageszeitungen OstthĂŒringer Zeitung (OTZ, hervorgegangen aus dem Zentralorgan der SED im Bezirk Gera („Volkswacht“)) und der auflagenschwĂ€cheren ThĂŒringische Landeszeitung (TLZ). Beide gehören der Zeitungsgruppe ThĂŒringen (WAZ-Konzern) an. Der Offene Kanal Jena, ein Radiosender, sendet seit 1998 auf 103,4 MHz (UKW) und im Kabel auf 107,90 MHz.

Weiterhin gibt es einen Fernsehsender JenaTV, der seit 1998 Bewegtbildnachrichten in und aus Jena ins lokale Kabelnetz einspeist. Des Weiteren erscheinen an der Friedrich-Schiller-UniversitĂ€t Jena, der FH Jena und an einigen Gymnasien die Studentenzeitungen AkrĂŒtzel, Die Wurzel und Unique. Seit August 2008 erscheint auch das Stadtmagazin 07.

Im Internet werden Jenaer Lokalnachrichten von jenaonline.de und jenanews.de prĂ€sentiert. Tagesaktuelle Nachrichten werden auf jenapolis.de veröffentlicht. Abgerundet wird die Jenaer Medienlandschaft seit 2003 durch das Studentenradio von UniversitĂ€t und FH, dem Campusradio Jena. Seit 2009 gibt es zudem unter dem Namen „School FM 103.4“ ein tĂ€gliches stadtweites Radioprogramm von SchĂŒlern fĂŒr Jenaer Schulen. Beide haben einen Sendeplatz auf dem Offenen Kanal Jena.

Öffentliche Einrichtungen

Justizzentrum

In Jena befindet sich eine Dienststelle des Deutschen Patent- und Markenamts, dessen Hauptsitz sich in MĂŒnchen befindet.

Neben dem ThĂŒringer Oberlandesgericht, das seit 1993 wieder in Jena angesiedelt wurde, hat die ThĂŒringer Generalstaatsanwaltschaft ihren Sitz in der Stadt sowie ein Amtsgericht und ein Arbeitsgericht.

Bildung und Forschung

Friedrich-Schiller-UniversitÀt, Innenhof mit Cafeteria

In der Saalestadt haben sich in Nachbarschaft zu der Friedrich-Schiller-UniversitÀt und Fachhochschule Jena mehrere Institute und kleine Biotechnologieunternehmen angesiedelt, die Grundlagenforschung betreiben oder medizinische Instrumente entwickeln. Viele akademische Institute und Startup-Unternehmen sind am Beutenberg Campus angesiedelt.

Jena gehört zum BioRegio-Verbund und betreibt ein Bioinstrumentezentrum zur Förderung von Biotech-Unternehmen. Jena ist die einzige Stadt im Freistaat ThĂŒringen mit einer VolluniversitĂ€t und besitzt außerdem eine Fachhochschule. In Jena werden derzeit 26.000 Studenten ausgebildet.(Stand 2006)

Mit dem Thema „Zukunft Licht“ gehört Jena zu den zehn deutschen StĂ€dten zum Treffpunkt der Wissenschaft im Wissenschaftsjahr 2009.

Forschungseinrichtungen

Hans Knöll entwickelte 1942 im bakteriologischen Labor des Jenaer Glaswerks Schott & Gen das erste labortechnische Verfahren zur Herstellung von Penicillin auf dem europĂ€ischen Kontinent. 1953 grĂŒndete Hans Knöll das Institut fĂŒr Mikrobiologie und Experimentelle Therapie, aus dem das Hans-Knöll-Institut (HKI) hervorging, das spĂ€ter in Leibniz-Institut fĂŒr Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie umbenannt wurde.

Am 25. Juni 2009 wurde ein Memorandum zur GrĂŒndung des Helmholtz-Instituts Jena (HIJ) unterzeichnet, das zur Helmholtz-Gemeinschaft gehört und im Juli seine Arbeit aufnehmen soll. In dem Institut sollen Laser und Beschleuniger zur Erforschung extremer MateriezustĂ€nde untersucht werden.

Schulen

Begabtenförderung und ReformpĂ€dagogik haben in Jena lange Tradition. Es wurden und werden verschiedenste AnsĂ€tze bezĂŒglich naturwissenschaftlicher und geisteswissenschaftlicher Schulen verfolgt.

Mitte des 19. Jahrhunderts wirkte der PĂ€dagoge Karl Volkmar Stoy dort. Im Sommer 1853 zog er mit allen SchĂŒlern durch die Landschaft und erfand so den Wandertag. Die von ihm 1844 gegrĂŒndete Schule war eine der ersten mit angebauter Turnhalle. Heute trĂ€gt ein Berufsschulzentrum seinen Namen. Anfang des 20. Jahrhunderts grĂŒndete Hermann Pistor eine Fachschule fĂŒr Augenoptik; der PĂ€dagoge Peter Petersen entwickelte das Jena-Plan-Modell an der UniversitĂ€t und in einer eigenen UniversitĂ€tsschule.

Die erste deutsche Montessorischule wurde zu Pfingsten 1923 in der ehemaligen Grundschule von Wenigenjena gegrĂŒndet. Sie bestand bis 1929 und wurde von der nationalsozialistisch gefĂŒhrten Landesregierung von ThĂŒringen geschlossen.

Neben der Jenaplan-Schule, die gleich nach der Wende im Ziegenhainer Tal wiedererstand und 2006 einer der TrĂ€ger des Deutschen Schulpreises war, gibt es auch wieder eine Montessorischule in Jena. Weiterhin existieren eine Freie Waldorfschule im SĂŒden und eine Europaschule im Stadtteil Alt-Lobeda. Die Integrierte Gesamtschule „Grete Unrein“ Jena entstand 1991 als ein Sondermodell mit der Umwandlung der Erich-Weinert-Schule an der Leutra zur Grundschule.

Das Spezialgymnasium Carl-Zeiss ist ausgerichtet auf Mathematik und Naturwissenschaften. Besonderer Wert wird auf die selbstbewusste und umfassende Auseinandersetzung mit diesen Gebieten gelegt.[16] Die Schule machte durch Erfolge auf nationaler und internationaler Ebene in Naturwissenschafts-Wettbewerben wie zum Beispiel der Mathematikolympiade, dem Bundeswettbewerb Informatik oder der Internationalen Chemieolympiade auf sich aufmerksam.

Das Johann Christoph Friedrich GutsMuths-Gymnasium hat als Schwerpunkt den Bereich Sport. Unter landeskirchlicher TrĂ€gerschaft steht das Christliche Gymnasium Jena. Ein weiteres Gymnasium ist das Ernst-Abbe-Gymnasium. Derzeit werden die Realschule Ostschule und das Adolf-Reichwein-Gymnasium im GebĂ€ude des Gymnasiums zu einer Kooperativen Gesamtschule vereint. Grund dafĂŒr sind die zurĂŒckgehenden SchĂŒlerzahlen. Im GebĂ€ude der Ostschule ist seit November 2006 das Angergymnasium untergebracht.

KrankenhÀuser und Feuerwehr

Das UniversitĂ€tsklinikum Jena ist das einzige UniversitĂ€tsklinikum in ThĂŒringen. In Standorten in Lobeda, an der Bachstraße und im Landgrafengebiet befinden sich 26 Kliniken und Polikliniken mit insgesamt 1.375 Betten. Das Klinikum ist ein Krankenhaus der Maximalversorgung und gleichzeitig Lehrkrankenhaus der UniversitĂ€t Jena.[17]

Die Feuerwehr Jena gehört zum Amt fĂŒr Feuerwehr, Rettungswesen und Katastrophenschutz der Stadt.[18] Sie gliedert sich in eine Berufsfeuerwehr mit knapp 120 Mitarbeitern sowie 15 Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr und sieben Abteilungen der Jugendfeuerwehr. Gemeinsam bewĂ€ltigen die aktiven Einheiten rund 2.000 EinsĂ€tze im Jahr, wovon etwa 15 Prozent in den Bereich der BrandbekĂ€mpfung fallen.[19] Heute hat die Berufsfeuerwehr zudem auch einen Höhenrettungsdienst.

Persönlichkeiten

EhrenbĂŒrger

Ernst Haeckel, Gelehrter 32. EhrenbĂŒrger der Stadt

Neben Politikern und Gelehrten der UniversitĂ€t wurden auch Menschen, die sich um die Stadt verdient gemacht haben, mit der EhrenbĂŒrgerwĂŒrde der Stadt Jena ausgezeichnet.

Erstmalig wurde diese Ehre dem Professor der Theologie, Kirchenrat und Superintendent Eduard Schwarz am 1. Februar 1837 zuteil. Der ehemalige Reichskanzler Otto von Bismarck erhielt die Auszeichnung Ende Juli 1894, einen Tag vor seinem Besuch in der Stadt.

Die wĂ€hrend der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland verliehenen EhrenbĂŒrgerwĂŒrden, unter anderem an Adolf Hitler und den damaligen thĂŒringischen Gauleiter Fritz Sauckel, wurden spĂ€ter aberkannt.

Am 20. MÀrz 1991 wurden sechs Auszeichnungen aus der Zeit vor der Wende in der DDR aberkannt, darunter auch die des langjÀhrigen Kombinatsdirektors des VEB CARL ZEISS JENA, Wolfgang Biermann.

Söhne und Töchter der Stadt

Der Botaniker August Batsch wurde 1761 in Jena geboren

In Jena geborene Personen sind oder waren in vielen Bereichen der Öffentlichkeit, wie Wissenschaft, Kultur, Sport oder Politik in Erscheinung getreten.

Der 1590 in Jena geborene Theologe Johann MatthÀus Meyfart war ein bekannter Kritiker der Hexenverfolgung und Dichter von Kirchenliedern.

Der Botaniker August Batsch wurde 1761 in Jena geboren.

Bernhard zur Lippe-Biesterfeld, am 28. Juni 1911 geboren, heiratete im Januar 1937 die spÀtere niederlÀndische Königin und ist ein adliger Sohn der Stadt.

Als Journalist und Fernsehmoderator hat der am 18. September 1937 geborene Geert MĂŒller-Gerbes bei mehreren Radio- und Fernsehstationen gearbeitet.

Am 14. Juli 1953 wurde Roland Jahn, der derzeitige Bundesbeauftragte fĂŒr die Stasi-Unterlagen, geboren.

Die Politikerin Sahra Wagenknecht kam am 16. Juli 1969 auf die Welt und ist Vorstandsmitglied der Partei Die Linken.

Der langjĂ€hrige deutsche Fußballnationalspieler Bernd Schneider, im Jahr 1973 in Jena geboren, wuchs in der Saalestadt auf und verbrachte dort seine Jugendzeit.

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Die Schriftstellerin Ricarda Huch lebte von 1935 bis 1947 in Jena

Viele Personen, die in Jena eine Zeit ihres Lebens verbrachten, haben die Geschichte der Stadt geprĂ€gt und ihr Gesicht spĂŒrbar verĂ€ndert. Nach ihnen sind heute Straßen und PlĂ€tze benannt.

Gelehrte und Studenten der Friedrich-Schiller-UniversitĂ€t trugen mit ihrer Arbeit erheblich zum Ansehen der Stadt bei. Philosophen und Dichter, wie Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Johann Gottlieb Fichte, Novalis, Friedrich Schlegel oder Friedrich Schiller lernten bzw. lehrten und schufen hier ihre Werke. Der Chemiker Johann Wolfgang Döbereiner suchte nach einem Zusammenhang zwischen den Elementen. Karl Volkmar Stoy und Peter Petersen haben sich mit ihrer Arbeit in Jena große Verdienste auf dem Gebiet der PĂ€dagogik erworben.

In der Zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts schuf Carl Zeiss zusammen mit Ernst Abbe und Otto Schott die Grundlagen der modernen Optik in Jena. Die von ihnen gegrĂŒndeten Unternehmen erlangten Weltruhm mit der Herstellung wissenschaftlicher Instrumente. Lothar SpĂ€th, ehemaliger MinisterprĂ€sident von Baden-WĂŒrttemberg, leitete dort rund 150 Jahre danach eines der Folgeunternehmen.

Von 1938 bis zu seinem Tod 1960 lebte hier der Kinder- und Jugendbuchautor und Schriftsteller Albert Sixtus, bekannt geworden durch seine zahlreichen Bilderbuchverse ("Die HĂ€schenschule") und Abenteuerromane sowie als Herausgeber von Auerbachs Deutscher Kinderkalender.

Sonstiges

Zeichnung im Apoldaer Tageblatt vom 15. MĂ€rz 1897

Mehrere Schiffe der französischen Kriegsmarine trugen zur Erinnerung an die siegreiche Schlacht bei Jena und AuerstĂ€dt den Namen „Jena“[20]: Eine Korvette (1807–1810), ein 110-Kanonen-Linienschiff (1814–1864), das bis 1915 in Toulon als Hulk diente, und ein Panzerschiff von 1897, das 1907 im Hafen von Toulon explodierte. Danach wurde der Name nicht lĂ€nger vergeben.

Literatur

  • Erich Keyser (Hrsg.): Deutsches StĂ€dtebuch. Handbuch stĂ€dtischer Geschichte Band II Mitteldeutschland. Im Auftrag der Konferenz der landesgeschichtlichen Kommissionen Deutschlands mit der UnterstĂŒtzung des Deutschen Gemeindetages, Stuttgart, 1941
  • J. H. Schultze: Jena. Werden, Wachstum u. Entwicklungsmöglichkeiten d. UniversitĂ€ts- u. Industriestadt. Verlag G. Fischer, Jena, 1955 (Detailliertes Werk zur Planung der Stadtentwicklung; nur antiquarisch erhĂ€ltlich)
  • Herbert Koch: Geschichte der Stadt Jena. Verlag G. Fischer, Stuttgart 1966.
  • Herbert Koch: Geschichte der Stadt Jena. UnverĂ€nd. Nachdr. der Ausg. von 1966 / mit einem Nachw. von JĂŒrgen John und einer Bibliogr. zur Jenaer Stadtgeschichte von Reinhard Jonscher. Verlag G. Fischer, Jena [u. a.] 1996. ISBN 3-437-35130-3
  • Jena von seinem Ursprunge bis zur neuesten Zeit, nach Adrian Beier, Wiedeburg, Spangenberg, Faselius, Zenker u. A. von Carl Schreiber, Maler, und Alexander FĂ€rber, Museum-Schreiber. Jena 1850 (UnverĂ€nderter Nachdruck der Ausgabe von 1850, Neustadt an der Aisch 1996). ISBN 3-7896-0568-9
  • Über JENA. Das RĂ€tsel eines Ortsnamens. Alte und neue BeitrĂ€ge herausgegeben und kommentiert von Norbert Nail und Joachim Göschel. Stuttgart: Steiner 1999; 134 S. (Zeitschrift fĂŒr Dialektologie und Linguistik. Beihefte; 104). ISBN 3-515-07504-6
  • Magister Adrian Beiers Jehnische Chronika. Chronologus Jenensis 1600–1672. Herausgegeben von Ilse Traeger. Jena o. J. (Schriftenreihe der StĂ€dtischen Museen Jena).
  • Jena, mit Auszug aus der Stadtgeschichte und wichtige Informationen fĂŒr BĂŒrger und GĂ€ste. Herausgeber: ETRO-Verlag fĂŒr Wirtschaftswerbung [
] Bad Soden-SalmĂŒnster in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Jena [um 1993].
  • 750 Jahre Jena. Wissenschaftliche Zeitschrift der Friedrich-Schiller-UniversitĂ€t Jena. Gesellschaftswissenschaftliche Reihe. 34. Jahrgang. Heft 5/6, 1985.
  • Stadt und Kultur. BeitrĂ€ge zur Geschichte Jenas und ThĂŒringens im Feudalismus. Wissenschaftliche Zeitschrift der Friedrich-Schiller-UniversitĂ€t Jena. Gesellschaftswissenschaftliche Reihe. 35. Jahrgang. Heft 3-4, 1986.
  • RĂŒdiger Stutz (Hrsg.): Macht und Milieu. Jena zwischen Kriegsende und Mauerbau. Rudolstadt 2000. ISBN 3-930215-41-1
  • Wolfgang Gresky (Hrsg.): Jena in alten Ansichtskarten. Frankfurt am Main 1979. ISBN 3-88189-083-1
  • Peter Kaupp (Hrsg.): Jena in alten Ansichten. EuropĂ€ische Bibliothek – Zaltbommel/Niederlande MCMLXXX. ISBN 90-288-1189-3
  • Jenaische Stadt- und UniversitĂ€ts-Chronik von Martin Schmeizel. Herausgegeben von Ernst Devrient. Nebst einem Stadtplan vom Jahre 1758. Jena 1908.
  • Bilder von Jena aus der Zeit Goethes und Schillers. Zusammengestellt, herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Birgitt Hellmann. Jena 2007. [StammbuchblĂ€tter von Christian Ludwig Heß]. ISBN 978-3-939718-01-7
  • Detlef Ignasiak: Das literarische Jena. Von den AnfĂ€ngen bis in die ersten Jahrzehnte unseres Jahrhunderts. 2., verĂ€nd. Aufl. Jena 1988 (jena-information). ISBN 3-910054-06-4.
  • Kurt Zahn: Zur Geschichte von Wenigenjena und Camsdorf von der ErsterwĂ€hnung 1257 bis zur Eingemeindung in die Stadt Jena 1909 : Familienregister und HĂ€userbuch. Hanau, 2005.
  • Petra Zippel und Matthias Lerm, Fotos: Michael Miltzow: Architektur in Jena. Deutsch und Englisch. Hrsg. Stadt Jena. Hinstorff-Verlag, Rostock 2010 ISBN 978-3-356-01385-6

Weblinks

 Wikisource: Jena â€“ Quellen und Volltexte
Wikinews Wikinews: Jena â€“ in den Nachrichten
Wiktionary Wiktionary: Jena â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Jena â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Jena â€“ Zitate

Einzelnachweise

  1. ↑ ThĂŒringer Landesamt fĂŒr Statistik – Bevölkerung nach Gemeinden, erfĂŒllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften (Hilfe dazu)
  2. ↑ Jenas „Lichtstadt“-Definition
  3. ↑ Wolfgang MĂŒller: Das VD17 in Zahlen. Vortrag auf dem VD17-Symposium in MĂŒnchen, 27. und 28. Oktober 2009
  4. ↑ Olaf Groehler: Bombenkrieg gegen Deutschland. Akademie-Verlag, Berlin 1990. ISBN 3-05-000612-9, S. 449
  5. ↑ Rudolf Zießler: Jena. In: Schicksale deutscher Baudenkmale im zweiten Weltkrieg. Hrsg. Götz Eckardt. Henschel-Verlag Berlin 1978. Band 2, S. 512-520
  6. ↑ RĂŒdiger Stutz: „SchillerjubilĂ€um und Gleichschaltung“. ThĂŒringische Landeszeitung, 9. Mai 2009
  7. ↑ a b Ev.-Luth. Kirchenkreis Jena
  8. ↑ http://www.jena.de/statistik/abruf/ot-df.php
  9. ↑ www.mdr.de:Stadtrat billigt Konzept – Jena will seine Schulden loswerden
  10. ↑ HeimatklĂ€nge 5/1938, S. 3.
  11. ↑ Internetauftritt des BioInstrumente Jena e.V
  12. ↑ AG Fahrradverkehr
  13. ↑ Gerd-Axel Ahrens: „Sonderauswertung zur Verkehrserhebung 'MobilitĂ€t in StĂ€dten – SrV 2008' StĂ€dtevergleich“, TU Dresden, November 2009
  14. ↑ Verkehrsentwicklungplan Jena 2002, Stadt Jena Verkehrsplanungs- und Tiefbauamt, Januar 2003. Abgerufen am 15. Februar 2011.
  15. ↑ Fortschreibung des Nahverkehrsplanes der Stadt Jena 2008–2012, Stadt Jena Verkehrsplanungs- und Tiefbauamt, Oktober 2007. Abgerufen am 15. Februar 2011.
  16. ↑ Carl-Zeiss-Gymnasium: Schulkonzept
  17. ↑ Daten zum Klinikum auf der Website des UniversitĂ€tsklinikums Jena. (Abgerufen am 21. April 2009.)
  18. ↑ Amt fĂŒr Feuerwehr, Rettungswesen und Katastrophenschutz auf der Website der Stadt Jena. (Abgerufen am 21. April 2009.)
  19. ↑ Feuerwehren in Jena auf der Website des Stadtfeuerwehrverbands Jena e.V. (Abgerufen am 21. April 2009.)
  20. ↑ Philippe Caresse: „The IĂ©na Disaster, 1907“. In John Jordan: Warship 2007, Conway, London, S. 121–138. ISBN 1-84486-041-8.

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen WörterbĂŒchern nach:

  • jenă — JÉNĂ s.f. 1. Sentiment de sfială de care este cuprins cineva cĂąnd se află Ăźntr o situaĆŁie penibilă; stinghereală. ♩ SituaĆŁie grea, neplăcută; Ăźncurcătură, strĂąmtoare. ♱ Jenă financiară = lipsă de bani. 2. SenzaĆŁie supărătoare, durere organică… 
   Dicționar RomĂąn

  • Jena — Jena, Stadt im Großherzogtum Sachsen Weimar, Verwaltungsbezirk II (Apolda), liegt, rings von hohen Kalkbergen umgeben, am linken Ufer der Saale und mit zwei Bahnhöfen und der Haltestelle Paradies im Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Großheringen… 
   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Jena — Jena, 1) Amt im Kreise Weimar Jena (Großherzogthum Weimar), ohne die Stadt J. 8200 Ew.; J. war ehedem, von 1672–90, Herzogthum einer Nebenlinie von Weimar, von Bernhard, Sohn des Herzogs Wilhelm von Sachsen Weimar, errichtet, mit dessen Sohn… 
   Pierer's Universal-Lexikon

  • jena — JENÁ, jenez, vb. I. 1. tranz. (Despre obiecte de Ăźmbrăcăminte sau Ăźncălƣăminte) A strĂąnge, a apăsa, a roade, a supăra. ♩ fig. A stĂąnjeni, a deranja, a incomoda. 2. refl. A avea un sentiment de reĆŁinere faƣă de ceva; a se ruƟina, a se sfii. – Din… 
   Dicționar RomĂąn

  • Jena — Jena, LA U.S. town in Louisiana Population (2000): 2971 Housing Units (2000): 1264 Land area (2000): 5.375160 sq. miles (13.921599 sq. km) Water area (2000): 0.000000 sq. miles (0.000000 sq. km) Total area (2000): 5.375160 sq. miles (13.921599 sq 
   StarDict's U.S. Gazetteer Places

  • Jena, LA — U.S. town in Louisiana Population (2000): 2971 Housing Units (2000): 1264 Land area (2000): 5.375160 sq. miles (13.921599 sq. km) Water area (2000): 0.000000 sq. miles (0.000000 sq. km) Total area (2000): 5.375160 sq. miles (13.921599 sq. km)… 
   StarDict's U.S. Gazetteer Places

  • Jena — Jȇna ĆŸ DEFINICIJA grad na rijeci Saale, Njemačka; 101.900 stan.; poznata proizvodnja vatrostalnog stakla i optičkih instrumenata (Zeiss) [jena staklo; jena posuđe] 
   Hrvatski jezični portal

  • Jena — Jena, Stadt in S. Weimar Eisenach, an der Saale, (1900) 20.686 (1905: 26.355) E., Garnison, den thĂŒring. Staaten (außer Schwarzburg S.) gemeinsame UniversitĂ€t (seit 1558) und Oberlandesgericht, Amtsgericht, Gymnasium, zwei… 
   Kleines Konversations-Lexikon

  • Jena — es una ciudad del centro este de Alemania, en el land de Turingia, a orillas del rĂ­o Saale (afluente del rĂ­o Elba), al este de Weimar, cerca de Érfurt. * * * Jena, batalla de â–ș C. del E de Alemania, en el estado de Turingia; 105 825 h. Sede de la 
   Enciclopedia Universal

  • Jena — Jena, seit 1557 UniversitĂ€tsstadt der herz. sĂ€chs. Lande, liegt an der Saale, hat 6000 Ew., besitzt eine Menge wissenschaftliche Institute, eine orthopĂ€dische und Hebammen , eine Heil und Irrenanstalt, eine Sternwarte, botanischen Garten,… 
   Damen Conversations Lexikon

  • Jena — Jena, sachsen weimarÊŒsche Stadt an der Saale mit 6700 E., einer 1547 gestifteten UniversitĂ€t, die gute Sammlungen besitzt und in den ersten Decennien dieses Jahrh. ihre BlĂŒtezeit hatte. Napoleons großer Sieg ĂŒber die Preußen 14. Oktbr. 1806 
   Herders Conversations-Lexikon


Share the article and excerpts

Direct link

 Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.