Johann Heinrich Runge

Johann Heinrich Runge (* 1. April 1811 in Hagenow; † 25. Februar 1885 ebenda) war ein deutscher Orgelbaumeister.

Er war der Sohn des Tischlers Marcus Detlev Runge, bei dem er 1825 eine Tischlerlehre absolvierte. Anschließend ging er auf Wanderschaft und erlernte den Orgelbau. In Hagenow gründete er 1841 eine Orgelwerkstatt. Im Auftrag von Johann Friedrich Schulze aus Paulinzella leitete er 1842 die Aufstellung einer Orgel in Röbel. Seinen ersten Orgelbau (sein Meisterstück mit 24 Registern) von 1841 verkaufte er 1845 der Kirchengemeinde in Klinken. Danach folgten Bauten in Kladrum (1847), Raduhn (1850), Dütschow (1850), Garwitz (1854), Mirow (1857), Gammelin (1858), Dömitz (1873, 19 Register), Parum bei Schwerin (1877), Picher (1880, 12 Register), Kirch Jesar (1881). Der Schwerpunkt seines Wirkens lag im Dreieck Schwerin-Ludwigslust-Hagenow.

Das Hauptaugenmerk seiner Arbeiten legte er dabei nicht auf die Pfeifen, sondern eher auf den tischlerischen Aspekt, der Tradition eines Friedrich Schulze folgend, bei er möglicherweise sogar eine Ausbildung genossen hat (genauso wie übrigens auch Friedrich Wilhelm Winzer). Seine Orgeln bestachen durch ihre Vielfalt. Schwachpunkt seiner Orgeln war stattdessen eher der Blasebalg, der dazu führte, dass man ziemlich bald neue Orgeln anschaffte.

Von seinen großen Orgeln existiert heutzutage deshalb keine einzige mehr. Sein größtes Werk war 1863 die Orgel zu Oldesloe in Schleswig-Holstein. Insgesamt hat er etwa 25 Orgeln gebaut, so auch noch die in Frauenmark, Hagenow (1879, 21 Register) und Gadebusch.

Als er starb, war sein Sohn Marcus Runge noch zu jung, um in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Marcus Runge übernahm stattdessen 1896 die Werkstatt des Friedrich Friese III aus Schwerin, nachdem dieser gestorben war.

Literatur

  • Runge, Johann Heinrich. In: Grete Grewolls: Wer war wer in Mecklenburg-Vorpommern? Ein Personenlexikon. Edition Temmen, Bremen 1995, ISBN 3-86108-282-9, S. 366.

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