Johannes Kepler

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Johannes Kepler
Johannes Kepler 1610

Johannes Kepler [ˈkʰɛplɐ] (lateinisch Ioannes Keplerus, auch Keppler; * 27. Dezember 1571 in Weil der Stadt; † 15. November 1630 in Regensburg) war ein deutscher Naturphilosoph, Mathematiker, Astronom, Astrologe, Optiker und evangelischer Theologe.

Johannes Kepler entdeckte die Gesetze der Planetenbewegung, die nach ihm Keplersche Gesetze genannt werden. In der Mathematik wurde ein numerisches Verfahren zur Berechnung von Integralen nach ihm Keplersche Fassregel benannt. Mit seiner EinfĂŒhrung in das Rechnen mit Logarithmen trug Kepler zur Verbreitung dieser neuen Rechenart in Deutschland bei. Auch machte er die Optik zum Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchung und half, die mit dem Teleskop gemachten Entdeckungen seines Zeitgenossen Galileo Galilei zu beweisen.

In seiner Laufbahn war Kepler Mathematiklehrer an der protestantischen Stiftsschule in Graz. Ihr gegenĂŒber stand die katholische UniversitĂ€t von Graz. Kepler war in Prag Assistent von Tycho Brahe, Kaiserlicher Mathematiker bis zu seinem Tod, zunĂ€chst unter Rudolf II., dann unter dessen Nachfolger Landesmathematiker in Linz und Hofastrologe von General Wallenstein.

Heute wird Kepler hauptsĂ€chlich als einer der BegrĂŒnder der modernen Naturwissenschaften wahrgenommen, doch sein Leben war geprĂ€gt von tiefer GlaubensĂŒberzeugung und sein Weltbild beruhte auf der hermetischen Tradition, die sich von Pythagoras Harmonien im All ĂŒber Platons Mathematik ist Alles bis zu dem von Dionysios zitierten Hermes Trismegistos erstreckte. In dieser Tradition gab es Fernwirkungen und Harmonien, die aus moderner Sicht mittelalterlich-okkult erscheinen mögen – fĂŒr Kepler war seine Weltanschauung logisch, einfach und klar.

Seine Entdeckung der drei Planetengesetze machte aus dem mittelalterlichen Weltbild, in dem körperlose Wesen die Planeten einschließlich Sonne in stetiger Bewegung hielten, ein dynamisches System, in dem die Sonne durch Fernwirkung die Planeten aktiv beeinflusst. Er selbst allerdings nannte sie nie „Gesetze“; sie waren in seinen Augen vielmehr Ausdruck der Weltharmonie, die der Schöpfer seinem Werk mitgegeben hatte. Aus seiner Sicht war es auch göttliche Vorsehung, die den Theologiestudenten zum Studium der Gestirne fĂŒhrte. Die natĂŒrliche Welt war ihm ein Spiegel, in dem die göttlichen Ideen sichtbar werden konnten, der gottgeschaffene menschliche Geist dazu da, sie zu erkennen und zu preisen.

Kepler ging von dem Gedanken ab, das kopernikanische System sei lediglich ein (hypothetisches) Modell zur einfacheren Berechnung der Planetenpositionen. Das heliozentrische Weltbild als eine physikalische Tatsache zu sehen stieß nicht nur bei der katholischen Kirche, sondern auch bei Keplers protestantischen Vorgesetzten auf erbitterten Widerstand. Denn auf beiden Seiten galten die Lehren von Aristoteles und PtolemĂ€us als unantastbar.

Die platonischen Körper bestimmen die Lage der Planeten (Aus Keplers Harmonice mundi, 1619)

Inhaltsverzeichnis

Leben

Geburtshaus von Johannes Kepler in Weil der Stadt

Kindheit und Ausbildung (1571 bis 1594)

Johannes Kepler wurde am 27. Dezember 1571 in der freien Reichsstadt Weil der Stadt geboren. Sie ist heute Teil des Großraums Stuttgart und liegt 30 Kilometer westlich des Stadtzentrums von Stuttgart. Sein Großvater war BĂŒrgermeister dieser Stadt. Im Zeitraum von Johannes Keplers Geburt befand sich die Familie im wirtschaftlichen Niedergang. Sein Vater verdiente einen unsicheren Lebensunterhalt als HĂ€ndler und verließ die Familie, als Johannes fĂŒnf Jahre alt war. Seine Mutter Katharina, eine Gastwirtstochter, war eine KrĂ€uterfrau und wurde spĂ€ter der Hexerei angeklagt. Als FrĂŒhgeburt wurde Johannes immer als schwaches und krankes Kind bezeichnet. 1575 ĂŒberstand er eine Pockenerkrankung, die jedoch bleibend sein Sehvermögen beeintrĂ€chtigte. Trotz seines schlechten Gesundheitszustandes war er frĂŒhreif und beeindruckte Reisende im Gasthaus seiner Mutter oft mit seinen mathematischen FĂ€higkeiten. Keplers Mutter weckte schon frĂŒh sein Interesse fĂŒr Astronomie. Sie zeigte ihm den Kometen von 1577 und die Mondfinsternis von 1580. Johannes Kepler wohnte von 1579 bis 1584 mit seinen Eltern in Ellmendingen, wo sein Vater das Gasthaus „Sonne“ gepachtet hatte. Kepler besuchte die erste Klasse der Lateinschule in Leonberg, und die zweite Klasse der Lateinschule in Ellmendingen. Im Jahr 1580 und 1581 musste er die Schulausbildung unterbrechen. 1582 besuchte er die dritte Klasse der Lateinschule, „da er sonst zu nichts taugt“. Kepler besuchte ab 1584 (16. Oktober) die Klosterschule in Adelberg, von 1586 (26. November) an die höhere evangelische Klosterschule (Gymnasium) im ehemaligen Kloster Maulbronn. Trotz bescheidener familiĂ€rer VerhĂ€ltnisse begann er 1589 ein Theologiestudium am Evangelischen Stift in TĂŒbingen. Er studierte bei dem Mathematiker und Astronomen Michael MĂ€stlin. Er sah sich selbst als ĂŒberragenden Mathematiker und erwarb sich den Ruf eines geschickten Astrologen. Unter der Anleitung von Michael MĂ€stlin lernte er das heliozentrische System der Planetenbewegungen des Nikolaus Kopernikus kennen. Er wurde zum Kopernikaner und verteidigte das kopernikanische Weltbild sowohl von einer theoretischen als auch von einer theologischen Sicht in Debatten der Studenten. WĂ€hrend des Studiums freundete er sich mit dem Juristen Christoph Besold an.

Kepler in Graz (1594 bis 1600)

Gedenktafel in Graz

Kepler wollte ursprĂŒnglich protestantischer Geistlicher werden. 1594 nahm er jedoch im Alter von 23 Jahren einen Lehrauftrag fĂŒr Mathematik an der evangelischen Stiftsschule in Graz an. Diese Hochschule war das protestantische GegenstĂŒck zur UniversitĂ€t, die von Jesuiten geleitet wurde und der Motor der Gegenreformation war. In Graz begann Kepler mit der Ausarbeitung einer kosmologischen Theorie, die sich auf das kopernikanische Weltbild stĂŒtzte. 1597 veröffentlichte er sie als Mysterium Cosmographicum. Im April desselben Jahres heiratete er Barbara MĂŒhleck, eine MĂŒllerstochter, die eine Tochter aus einer frĂŒheren Ehe mitbrachte und mit der er vier Kinder hatte, von denen zwei ĂŒberlebten. Im Dezember 1599 lud Tycho Brahe Kepler ein, mit ihm in Prag zu arbeiten. Durch die Gegenreformation war Kepler gezwungen, Graz zu verlassen und traf 1600 mit Brahe zusammen.

Keplers Haus in Prag

Kaiserlicher Hofmathematiker in Prag (1600 bis 1612)

Bereits in den 1590er Jahren schrieb Kepler Briefe an Galileo Galilei, der ihm allerdings nur einmal ausfĂŒhrlich antwortete. 1600 nahm er eine Stellung als Assistent von Tycho Brahe an. Die Zusammenarbeit der beiden Wissenschafter in Prag und Schloss Benatek war aber nicht leicht, obwohl sich ihre verschiedenen Begabungen ergĂ€nzten. Brahe war ein exzellenter Beobachter, seine mathematischen FĂ€higkeiten waren jedoch begrenzt. Der hervorragende Mathematiker Kepler hingegen konnte wegen seiner Fehlsichtigkeit kaum prĂ€zise Beobachtungen durchfĂŒhren. Brahe fĂŒrchtete allerdings, mit seinem umfangreichen Lebenswerk, den Aufzeichnungen astronomischer Beobachtungen der Planetenbahnen und hunderter Sterne, allein Keplers Ruhm zu begrĂŒnden. Hinzu kam, dass Brahe die astronomischen Ansichten von Kepler (und Kopernikus) nur ansatzweise teilte.

Nach Brahes Tod im Jahre 1601 wurde Kepler kaiserlicher Hofmathematiker. Diesen Posten hatte er wĂ€hrend der Herrschaft der drei habsburgischen Kaiser Rudolf II., Matthias I. und Ferdinand II. inne. Als kaiserlicher Hofmathematiker ĂŒbernahm Kepler die ZustĂ€ndigkeit fĂŒr die kaiserlichen Horoskope und den Auftrag, die Rudolfinischen Tafeln zu erstellen.

Indem er mit Brahes umfangreicher Sammlung von sehr genauen Beobachtungsdaten arbeitete, wollte Kepler seine frĂŒheren Theorien verbessern, musste sie aber angesichts der Messdaten verwerfen. Er begann daraufhin mit der Entwicklung eines astronomischen Systems, das erstmals keine Kreisbahnen fĂŒr die Planeten benutzte. Nach langer Suche, welche Form vor allem die ziemlich exzentrische Marsbahn wirklich hĂ€tte, vollendete er 1606 die Arbeit und veröffentlichte sie 1609 als Astronomia nova. Das Buch enthielt das erste und zweite keplersche Gesetz.

Im Oktober 1604 beobachtete Kepler eine Supernova, die spĂ€ter Keplers Stern genannt wurde. 1611 veröffentlichte Kepler eine Monografie ĂŒber die Entstehung der Schneeflocke, das erste bekannte Werk zu diesem Thema. Er vermutete richtig, dass ihre hexagonale Gestalt von der KĂ€lte herrĂŒhrt, konnte sie aber noch nicht physikalisch begrĂŒnden. 1611 veröffentlichte Kepler außerdem eine Schrift zur Dioptrik und zum spĂ€ter so genannten keplerschen Fernrohr. Im Jahr 1612 starb der Kaiser, und um den wachsenden religiösen Spannungen zu entfliehen, nahm Kepler den Posten eines oberösterreichischen Provinzmathematikers (Landvermessers) in Linz an.

Kepler in Linz (1612 bis 1627)

Keplers Wohnhaus in Linz

1611 starben seine Frau Barbara und einer seiner Söhne. An der UniversitĂ€t TĂŒbingen hielt man wenig von seinen Ansichten, da er vom Weltbild des Aristoteles abwich. Man ließ ihn nicht als Professor zu. Ein Jahr spĂ€ter nahm er eine Stelle als Mathematiker in Linz an, die er bis 1626 behielt. Im Jahr 1613 heiratete er die Eferdinger BĂŒrgerstochter Susanne Reuttinger. Von den sechs Kindern, die sie bekamen, ĂŒberlebte nur eines.

Von 1615 an musste er sich um die Verteidigung seiner Mutter Katharina kĂŒmmern, die unter dem Verdacht der Hexerei eingekerkert war. In einer Romanfigur in Keplers Schrift Somnium („Der Traum“), der eine magische Reise zum Mond beschreibt, meinte die Anklage Keplers Mutter wiederzuerkennen. Im Oktober 1621 erreichte er ihre Freilassung. Dabei kam ihm ein juristisches Gutachten der UniversitĂ€t TĂŒbingen zu Hilfe, das vermutlich auf seinen Studienfreund Christoph Besold zurĂŒckgeht. Keplers Mutter starb schon ein Jahr spĂ€ter an den Folgen der Folter.

In Linz hĂ€uften sich die Probleme. Kepler hatte Schwierigkeiten, seine Geldforderungen einzutreiben. Seine Bibliothek wurde zeitweise beschlagnahmt, seine Kinder zur Teilnahme an der katholischen Messe gezwungen. Die Familie flĂŒchtete nach Ulm. Eine Professur in Rostock kam nicht zustande.

Kepler und Wallenstein (1627 bis 1630)

Sterbehaus Keplers in Regensburg

Im Jahr 1627 fand er in Albrecht von Wallenstein einen neuen Förderer. Dieser erwartete von Kepler zuverlĂ€ssige Horoskope und stellte im Gegenzug in Sagan (Schlesien) eine Druckerei zur VerfĂŒgung. Als Wallenstein im August 1630 jedoch seine Funktion als Oberbefehlshaber verlor, reiste Kepler nach Regensburg.

Nach wenigen Monaten Aufenthalt starb er dort im Alter von 58 Jahren. Sein Sterbehaus ist heute eine GedenkstĂ€tte. Sein Grab auf dem Regensburger Petersfriedhof ging in den Wirren des DreißigjĂ€hrigen Kriegs unter. 1806/08 wurde in der NĂ€he zum Grab von Emanuel d'Herigoyen ein Denkmal errichtet.

Die selbstverfasste Grabinschrift lautet:

„Mensus eram coelos, nunc terrae metior umbras.
Mens coelestis erat, corporis umbra iacet.“

„Die Himmel hab ich gemessen, jetzt mess ich die Schatten der Erde.
HimmelwĂ€rts strebte der Geist, des Körpers Schatten ruht hier.“

– Grabinschrift Keplers

Werk

Grundlegende Ansichten

Kepler lebte zu einer Zeit, in der zwischen Astronomie und Astrologie noch nicht eindeutig getrennt wurde. Jedoch gab es eine strikte Trennung zwischen Astronomie/Astrologie, einem Zweig der Mathematik innerhalb der freien KĂŒnste, und der Physik, einem Teil der Philosophie. Er brachte auch religiöse Argumente in sein Werk ein, so dass die Basis vieler seiner wichtigsten BeitrĂ€ge im Kern theologisch ist. In seiner Zeit tobte der DreißigjĂ€hrige Krieg zwischen katholischen und protestantischen Parteien. Da Kepler mit keiner der beiden Seiten ĂŒbereinstimmte und sowohl Protestanten als auch Katholiken zu seinen Freunden zĂ€hlte, musste er mit seiner Familie mehrmals vor Verfolgung fliehen. Kepler war ein tief religiöser Mensch, so schrieb er: Ich glaube, dass die Ursachen fĂŒr die meisten Dinge in der Welt aus der Liebe Gottes zu den Menschen hergeleitet werden können.

Kepler war ein pythagoreischer Mystiker. Er glaubte, dass die Grundlage der Natur mathematische Beziehungen seien und alle Schöpfung ein zusammenhĂ€ngendes Ganzes. Diese Auffassung stand im Gegensatz zur Platonischen und Aristotelischen Lehre, wonach die Erde grundsĂ€tzlich verschieden vom Rest des Universums sei, dass sie aus anderen Substanzen bestehe und auf ihr andere Gesetze gelten sollten. In der Erwartung, universelle Gesetze zu entdecken, wandte Kepler irdische Physik auf Himmelskörper an. Er hatte Erfolg; seine Arbeit ergab die drei keplerschen Gesetze der Planetenbewegung. Kepler war auch davon ĂŒberzeugt, dass Himmelskörper irdische Ereignisse beeinflussen. Ein Ergebnis seiner Überlegungen war die richtige EinschĂ€tzung der Rolle des Mondes auf die Entstehung der Gezeiten, Jahre vor Galileis falscher Formulierung. Des Weiteren glaubte er, dass es eines Tages möglich sein werde, eine „wissenschaftliche“ Astrologie zu entwickeln, trotz seiner generellen Abneigung gegenĂŒber der Astrologie seiner Zeit.

Astronomia Nova

Schleifenbahnen des Mars

Kepler erbte von Tycho Brahe eine FĂŒlle von sehr genauen Datenreihen ĂŒber die Position der Planeten. Die Schwierigkeit war, darin einen Sinn zu erkennen. Die Umlaufbewegung der anderen Planeten wird von der Erde betrachtet, die selbst die Sonne umkreist. Wie in dem Beispiel weiter unten gezeigt wird, kann dies dazu fĂŒhren, dass die anderen Planeten anscheinend Schleifen vollfĂŒhren. Kepler konzentrierte sich darauf, die Marsbahn zu verstehen, doch zunĂ€chst musste er die Bewegung der Erde genau kennen. DafĂŒr brauchte er eine Vermessungslinie. Er benutzte Mars und Sonne als Basislinie, ohne die genaue Umlaufbahn des Mars zu kennen. So wurden die Positionen der Erde berechnet, und von diesen der Umlauf des Mars. So konnte er seine Planetengesetze ohne Kenntnis der genauen AbstĂ€nde der Planeten von der Sonne ableiten, weil seine geometrische Analyse nur das VerhĂ€ltnis ihrer AbstĂ€nde brauchte.

Im Gegensatz zu Brahe glaubte Kepler an das heliozentrische System. Ausgehend von diesem GerĂŒst verbrachte er zwanzig Jahre mit sorgfĂ€ltigen Versuchen und ÜberprĂŒfungen, um den Daten einen Sinn zu geben. Nach etwa zehn Jahren fand er die ersten beiden der drei Planetengesetze.

Zweites Keplersches Gesetz

Als Nachfolger Brahes erhielt Kepler vollen Zugang zu dessen Aufzeichnungen. Im Jahr 1600 war das Werk des englischen Arztes William Gilbert De Magnete, Magneticisque Corporibus, et de Magno Magnete Tellure („Über den Magneten, Magnetische Körper und den großen Magneten Erde“) erschienen, dessen Theorien zur magnetischen Anziehung Kepler sofort akzeptierte. Auf diese Weise gelangte er zu der Auffassung, die Sonne ĂŒbe eine in die Ferne wirkende Kraft aus, die mit wachsender Entfernung abnehme und die Planeten auf ihren Umlaufbahnen halte, die Anima motrix. Dies war zu seiner Zeit ebenso spekulativ wie die Vermutung, zwischen den Bahnen der Himmelskörper und den platonischen Körpern bestehe ein innerer Zusammenhang. Der Gedanke der Fernwirkungskraft zusammen mit der Auswertung der Brahe-Beobachtungen fĂŒhrte Kepler zu der Entdeckung, dass die Bahn des Mars kein Kreis, sondern eine Ellipse ist. Dies ist nicht offensichtlich, da die Ellipsenbahnen der großen Planeten fast kreisförmig verlaufen. Kepler bemerkte auch, dass die Ellipse so im Raum angeordnet ist, dass einer ihrer Brennpunkte stets mit der Sonne zusammenfĂ€llt (erstes keplersches Gesetz). Der zweite von ihm entdeckte Satz besagt, dass eine von der Sonne zu einem Planeten gezogene Strecke in gleichen ZeitrĂ€umen gleiche FlĂ€chen ĂŒberstreicht. Je weiter also ein Planet von der Sonne entfernt ist, desto langsamer bewegt er sich (zweites keplersches Gesetz). Diese beiden Gesetze veröffentlichte er im 1609 erschienenen Werk Astronomia Nova (Neue Astronomie) bei Gotthard Vögelin in Frankfurt am Main.[1]

De Stella Nova

Reste der 1604 beobachteten Supernova (Nasa)
GrundsÀtzliche Funktionsweise eines Kepler-Fernrohrs

Kepler beobachtete die Supernova 1604 und veröffentlichte seine Beobachtungen im Jahr 1606 in dem Buch De Stella nova in pede serpentarii, et qui sub ejus exortum de novo iniit, Trigono igneo (‚Vom neuen Stern im Fuße des SchlangentrĂ€gers‘). Das Auftauchen dieses „neuen“ Sterns stand im Widerspruch zu der vorherrschenden Ansicht, das Fixsterngewölbe sei auf ewig unverĂ€nderlich, und löste heftige Diskussionen in naturphilosophischen Fachkreisen aus.

Dioptrice

Eine der bedeutendsten Arbeiten Keplers war seine Dioptrice. Mit diesem 1611 erschienenen Werk legte Kepler die Grundlagen fĂŒr die Optik als Wissenschaft. Vorausgegangen war seine Schrift Ad Vitellionem Paralipomena, Quibus Astronomiae Pars Optica Traditur ( „ErgĂ€nzungen zu Witelo, in denen der optische Teil der Astronomie fortgefĂŒhrt wird“, 1604)[2], in der er frĂŒhere Vorstellungen ĂŒber die Ausbreitung und Wirkung von Lichtstrahlen grundlegend Ă€nderte. Nicht vom Auge gehe ein Kegel aus, dessen Basis den Betrachtungsgegenstand umfasst, sondern von jedem Punkt des Objektes gehen Strahlen in alle Richtungen – einige davon erreichen durch die Pupille das Augeninnere. Ebenso wie Lichtstrahlen auf dem Weg von den Gestirnen zur Erde durch die LufthĂŒlle abgelenkt werden (atmosphĂ€rische Refraktion), werden sie in dem noch dichteren Medium der Augenlinse gebrochen und damit gebĂŒndelt. Damit hatte Kepler eine ErklĂ€rung fĂŒr Kurzsichtigkeit und auch fĂŒr die Wirkung einer Lupe oder Brille gegeben. Die Erfindung des Kepler-Fernrohres erscheint fast als ein Abfallprodukt seiner tiefgreifenden Erkenntnisse zur Brechung des Lichtes und der optischen Abbildung.

Die Veröffentlichung der Dioptrice war die mittlere in einer Serie von drei Abhandlungen, die er als Antwort auf Galileis Sidereus Nuncius verfasste. In der ersten spekulierte Kepler, ob die Bahnen der Galileischen Monde gleichfalls in platonische Körper passen. Eine dritte Abhandlung betraf seine eigenen Beobachtungen der Jupitermonde und stĂŒtzte Galileis Schlussfolgerungen. Dieser schrieb darauf zurĂŒck: „Ich danke Ihnen – weil Sie der Einzige sind, der mir Glauben schenkt.“ Dem fortschrittlichen Kepler gelang es nicht, als Professor in seiner Studienheimat TĂŒbingen Fuß zu fassen.

Stereometria

In Linz beschĂ€ftigte sich Kepler ab 1612 mit einem rein mathematischen Problem, dem Rauminhalt von WeinfĂ€ssern. WeinhĂ€ndler bestimmten diesen nach Faustregeln. Kepler entwickelte eine in der Antike gebrĂ€uchliche Methode weiter und setzte damit die Grundlagen fĂŒr die weitergehenden Überlegungen von Bonaventura Cavalieri und Evangelista Torricelli. Die spĂ€ter so genannte keplersche Fassregel machte er 1615 unter dem Titel Stereometria Doliorum Vinariorum („Stereometrie der WeinfĂ€sser“) bekannt.

Harmonice mundi

Nach intensivem Studium der Daten zur Umlaufbahn des Mars entdeckte Kepler am 15. Mai 1618 das dritte der nach ihm benannten Gesetze, welches er in dem im Jahr 1619 veröffentlichten Werk Harmonices mundi libri V („FĂŒnf BĂŒcher zur Harmonik der Welt“, kurz Weltharmonik) erlĂ€uterte. Danach ist das VerhĂ€ltnis der dritten Potenz der großen Halbachse der Bahnellipse eines Planeten, d, zum Quadrat seiner Umlaufzeit stets unverĂ€nderlich: d3 / T2 ist fĂŒr alle Planeten gleich (drittes keplersches Gesetz).

Keplers Zeichnung zur Supernova 1604
Planet T d T2 d3 T2 / d3
Merkur 0,241 0,387 0,058081 0,057960603 1,002077221
Venus 0,615 0,723 0,378225 0,377933067 1,000772446
Erde 1 1 1 1 1
Mars 1,881 1,524 3,538161 3,539605824 0,999591812
Jupiter 11,863 5,203 140,730769 140,8515004 0,999142846
Saturn 29,458 9,555 867,773764 872,3526289 0,994751131

T = siderische Umlaufzeit in trop. Jahren d = große Halbachse in astronomischen Einheiten (Abstand Erde–Sonne)

Kepler sprach in diesem Werk von einem harmonischen Gesetz. Er glaubte, dass es eine musikalische Harmonie enthĂŒlle, die der Schöpfer im Sonnensystem verewige. „Ich fĂŒhle mich von einer unaussprechlichen VerzĂŒckung ergriffen ob des göttlichen Schauspiels der himmlischen Harmonie. Denn wir sehen hier, wie Gott gleich einem menschlichen Baumeister, der Ordnung und Regel gemĂ€ĂŸ, an die Grundlegung der Welt herangetreten ist.“ Keplers Anschauungen entsprachen dem, was heute als anthropisches Prinzip bezeichnet wird. In einem weiteren Manuskript beschrieb er eine Zusammenstellung von Übereinstimmungen zwischen der Bibel und wissenschaftlichen Sachverhalten. Wegen des Drucks der Kirche konnte er diesen Aufsatz nicht veröffentlichen.

Der Komponist Paul Hindemith vertonte Johannes Keplers Leben und seine Lehre von der „Harmonie der SphĂ€ren“ im Jahr 1957 in der Oper „Die Harmonie der Welt“.

Weitere Werke

Zwischen 1618 und 1621 verfasste er Epitome Astronomiae Copernicae („Abriss der kopernikanischen Astronomie“), das seine Entdeckungen in einem Band zusammenfasste. Es ist das erste Lehrbuch des heliozentrischen Weltbildes.

Ein weiterer Meilenstein der Wissenschaftsgeschichte war Keplers Vorhersage eines Venustransits durch die Sonnenscheibe fĂŒr das Jahr 1631. Es war dies die erste – und korrekte – Berechnung eines solchen Ereignisses. DafĂŒr konnte er seine zuvor entdeckten astronomischen Gesetze verwenden. Den von ihm berechneten Durchgang konnte er allerdings nicht mehr selbst beobachten; acht Jahre spĂ€ter war Jeremiah Horrocks dabei erfolgreich.

Schneeflocken. Foto: Wilson Bentley

Zur Kristallographie

Neben den astronomischen Untersuchungen verfasste Kepler einen Aufsatz zur Symmetrie von Schneeflocken. Er entdeckte, dass natĂŒrliche KrĂ€fte – nicht nur in Schneeflocken – das Wachstum regulĂ€rer geometrischer Strukturen bewirken. Konkret bemerkte er, dass zwar jede Schneeflocke ein einzigartiges Gebilde ist, andererseits Schneeflocken bei einer Drehung um jeweils 60 Grad ihr Aussehen behalten (sechszĂ€hlige Symmetrie).

Dies fĂŒhrte Kepler zu Berechnungen der maximalen Dichte von Kreisanordnungen und Kugelpackungen. Diese frĂŒhen Arbeiten fanden in der Neuzeit unter anderem Anwendung in der Kristallographie sowie in der Kodierungstheorie, einem Teilgebiet der Nachrichtentechnik. Kepler vermutete, dass die dichteste Art, Kugeln aufzustapeln, darin besteht, sie pyramidenförmig ĂŒbereinander anzuordnen. Dieses zu beweisen versuchten Mathematiker 400 Jahre lang vergeblich. Am 8. August 1998 kĂŒndigte der Mathematiker Thomas Hales einen Beweis fĂŒr Keplers Vermutung an. Auf Grund der KomplexitĂ€t des Computerbeweises steht eine endgĂŒltige ÜberprĂŒfung trotz jahrelanger BemĂŒhungen angesehener Gutachter noch aus.

Mathematische Arbeiten

Der Gedanke logarithmischen Rechnens findet sich sehr frĂŒh (1484) bei dem Franzosen Nicolas Chuquet und dann, etwas weiter entwickelt, bei Michael Stifel (1486–1567) in seiner Arithmetica integra, die 1544 in NĂŒrnberg erschien. An ein praktisches Rechnen mit Logarithmen konnte man jedoch erst nach der Erfindung der DezimalbrĂŒche (um 1600) denken. An der Erfindung der DezimalbrĂŒche und ihrer Symbolik war der Schweizer Mathematiker Jost BĂŒrgi (1552–1632) stark beteiligt. Dieser berechnete auch zwischen 1603 und 1611 die Logarithmentafel. Da er diese aber trotz mehrfacher Aufforderung durch Johannes Kepler, mit dem er in Prag wirkte, erst 1620 unter dem Titel „Arithmetische und Geometrische Progresstabuln“ veröffentlichte, kam ihm der schottische Lord John Napier (auch Neper) (1550–1617) zuvor. Nachdem Kepler klar geworden war, welche Vereinfachung die neue Rechenmethode fĂŒr die umfangreichen und zeitraubenden astronomischen Rechenarbeiten mit sich brachte, setzte er alles daran, das Verfahren zu popularisieren und fĂŒr einen weiten Interessentenkreis zu erschließen. Er ĂŒbernahm jedoch das neue Verfahren nicht wie es vorlag, nĂ€mlich ohne Angaben Napiers, wie dieser zu seinen Zahlen gekommen war. Dadurch wirkten die Tafeln unseriös, und viele Wissenschaftler zögerten, sie anzuwenden. Um diesen Vorurteilen zu begegnen, schrieb Kepler 1611 eine weit ĂŒber Napier hinausgehende ErklĂ€rung des Logarithmen-Prinzips und ĂŒberarbeitete die Tafel vollstĂ€ndig. Philipp III. von Hessen-Butzbach ließ 1624 Johannes Keplers Chilias logarithmorum in Marburg drucken.

Als Mathematiker tat sich Kepler noch durch seine Behandlung der allgemeinen Theorie der Vielecke und VielflĂ€chner hervor. Mehrere bis dahin unbekannte Raumgebilde entdeckte und konstruierte er völlig neu, unter anderem das regelmĂ€ĂŸige Sternvierzigeck. Von Johannes Kepler stammt auch die Definition des Antiprismas.
WĂ€hrend seiner Linzer Zeit erfand er außerdem durch das Studium der Berechnung der Volumina von WeinfĂ€ssern, die so genannte Keplersche Fassregel, diese ermöglicht nĂ€herungsweise die Ermittlung von nummerischen Integralen.

Zahnradpumpe
Tabulae Rudolfinae – Frontispiz

Technische Erfindung

Zu einer bedeutenden, aber wenig gewĂŒrdigten Erfindung fĂŒhrte eine andere Gelegenheitsarbeit, zu der Kepler durch GesprĂ€che mit einem Bergwerksbesitzer angeregt wurde. Dabei ging es um die Entwicklung einer Pumpe, mit der Wasser aus Bergwerksstollen herausgehoben werden sollte. Nach fehlgeschlagenen Experimenten kam Kepler der Gedanke, zwei in einen Kasten angebrachte „Wellen mit je sechs Hohlkehlen“, also ZahnrĂ€der mit abgerundeten Ecken, mit einer Kurbel anzutreiben, so dass die Radhöhlungen das Wasser nach oben beförderten. Er hatte eine ventillose und daher fast wartungsfreie Zahnradpumpe erfunden, die heute in prinzipiell gleichartiger Form in Automotoren als Ölpumpe eingebaut wird.

Tabulae Rudolfinae

Gegen Ende seines turbulenten Lebens veröffentlichte Johannes Kepler im Jahre 1627 in Ulm sein letztes großes Werk, die Tabulae Rudolfinae (Rudolfinische Tafeln). Es wertete die Aufzeichnungen Tycho Brahes aus und beschrieb die Positionen der Planeten mit bis dahin unerreichter Genauigkeit. Die mittleren Fehler waren darin auf etwa 1/30 der bisherigen Werte reduziert. Diese Planetentafeln sowie seine im Epitome dargelegten himmelsmechanischen Gesetze bildeten die ĂŒberzeugendste Argumentationshilfe der zeitgenössischen Heliozentriker und dienten spĂ€ter Isaac Newton als Grundlage zur Herleitung der Gravitationstheorie.

Somnium

Im gleichen Jahr, in dem Kepler seine ersten zwei Gesetze veröffentlichte (1609), schrieb er auch ein Buch mit dem Titel Somnium (‚Der Traum‘). Das Somnium hatte eine Entstehungsgeschichte von 40 Jahren. Bereits 1593, als er Student in TĂŒbingen war, wĂ€hlte Kepler zum Thema einer der geforderten Disputationen, wie die VorgĂ€nge am Firmament sich wohl auf dem Mond ausnĂ€hmen. Sein Ziel war damals, einen Parallelismus aufzuzeigen: Wie wir die Rotation der Erde und ihre Bewegung um die Sonne nicht spĂŒren, aber den Mond seine Bahn ziehen sehen, könne ein lunarer Beobachter glauben, der Mond stehe still im Raum, und die Erde wĂŒrde sich drehen. Mit fiktiven astronomischen Betrachtungen vom Mond aus, verfremdet als Bericht eines raumreisenden Geistes, wollte Kepler das von ihm weiterentwickelte kopernikanische Weltbild populĂ€r machen, er wollte versuchen, die Leser von der Meinung abzubringen, weiterhin in der Erde das Zentrum alles Menschlichen und Göttlichen zu sehen. Die mĂ€rchenhafte ErzĂ€hlung wurde erst postum von seinem Sohn Ludwig veröffentlicht und erst 1889 von Ludwig GĂŒnther ins Deutsche ĂŒbersetzt. Kepler verschafft seiner Darstellung der astronomischen und geologischen Gegebenheiten des Mondes eine mĂ€rchenhafte Rahmenhandlung. Der erzĂ€hlende Autor fĂ€llt in Schlaf und trĂ€umt die Reise zum Mond, die durch einen Regenschauer am Morgen abrupt unterbrochen wird. Kepler war damals bereits klar, dass es zur Überwindung der irdischen Gravitation einer starken Kraft, gleich einem Schuss, bedĂŒrfe, dass der Mensch dabei großen KrĂ€ften ausgesetzt ist, und dass er dann in die Schwerelosigkeit fĂ€llt. Er dachte sich große Temperaturunterschiede auf dem Mond, Hitze wĂ€hrend des Mondtags und Eis und StĂŒrme wĂ€hrend der Mondnacht. Und er dachte sich Leben auf dem Mond in Gestalt von Tieren, die sich den unwirtlichen Lebensbedingungen perfekt angepasst haben. Man kann Somnium als erste Science-Fiction-ErzĂ€hlung bezeichnen, die so realistisch wie (zu ihrer Entstehungszeit) möglich eine Mondfahrt beschreibt.

Mystizismus, Astrologie und Wissenschaft

Am Beginn Keplers Überlegungen zu den Planetenbahnen stand die „Erleuchtung“, die AbstĂ€nde der fĂŒnf Planeten von der Sonne entsprĂ€chen genau ein- und umgeschriebenen Kugeln zu den fĂŒnf platonischen Körpern. Als er rechnerisch weitgehende Übereinstimmung fand, war er sicher, mittels Mathematik und Beobachtung den Bau (die „Architektur“) des Alls enthĂŒllt zu haben.

Als Kepler im Jahr 1604 die Supernova 1604 beobachtete, sah er auch darin die Vorsehung am Werk: er stellte sie nicht nur in Zusammenhang mit der Konjunktion von Jupiter und Saturn (1603) und vermutete, der neue Stern sei durch diese ausgelöst worden. Er behauptete, Gleiches habe sich beim Erscheinen des Sterns von Bethlehem ereignet: Auch dieser sei in Folge einer großen Planetenkonjunktion sichtbar geworden (erste naturwissenschaftliche Stern-von-Bethlehem-Theorie). In gleicher Weise sei nunmehr (1604) die Wiederkunft des Herrn nicht mehr fern.

Bereits sein Werk De fundamentis ... von 1601 zeigt seine genaue Kenntnis der Astrologie. Diese blieb bis an sein Lebensende ein wesentlicher Teil seiner naturphilosophischen BeschÀftigung.

Ein Forscher, der solch „dunkle“ Lehren zur Grundlage seiner naturwissenschaftlichen Untersuchungen machte, musste einem Rationalisten wie Galilei zwielichtig erscheinen. Mit Galilei wechselte er zwar öfter Briefe, dieser jedoch hielt nicht viel von Keplers „fernwirkenden KrĂ€ften“ und esoterischen „Harmonien“. So war das VerhĂ€ltnis zwischen den beiden – manchen fachlichen Übereinstimmungen zum Trotz – eher gespannt, was besonders in Keplers gleichzeitiger Korrespondenz mit Matthias Bernegger zum Ausdruck kommt.

Kepler aber befand sich im 17. Jahrhundert in bester Gesellschaft: noch Isaac Newton zeigte von seiner Studienzeit bis ins hohe Alter starkes Interesse an qualitativer Naturphilosophie (einschließlich Alchemie) und gelangte so zu seinen entscheidenden Überlegungen zur Schwerkraftwirkung der Massen.

Mystizismus

Keplers Modell des Sonnensystems. Aus: Mysterium Cosmographicum (1596)

Kepler entdeckte die Planetengesetze, indem er Pythagoras’ Ziel, das Auffinden der Harmonie der HimmelssphĂ€ren, zu vollenden suchte. In seiner kosmologischen Sicht war es kein Zufall, dass die Anzahl der regelmĂ€ĂŸigen Polyeder um eins kleiner war als die Anzahl der bekannten Planeten. Er versuchte zu beweisen, dass die AbstĂ€nde der Planeten von der Sonne durch Kugeln innerhalb regulĂ€rer Polyeder gegeben waren.

In seinem 1596 veröffentlichten Buch Mysterium Cosmographicum (Das Weltgeheimnis) versuchte Kepler, die Bahnen der damals bekannten fĂŒnf Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn mit der OberflĂ€che der fĂŒnf platonischen Körper in Beziehung zu setzen. Die Umlaufbahn des Saturns stellte er sich dabei als Großkreis auf einer Kugel vor – noch nicht als Ellipse, die einen WĂŒrfel (Hexaeder) umschließt. Der WĂŒrfel umschließt wiederum eine Kugel, welche die Jupiterbahn beschreiben soll (siehe Abbildung). Diese Kugel wiederum schließt ein Tetraeder ein, das die Marskugel umhĂŒllt. Diese Arbeit war nach Keplers Entdeckung des ersten nach ihm benannten Gesetzes – spĂ€testens aber nach der Entdeckung entfernterer Planeten – nur noch von historischem Interesse.

In seinem 1619 erschienenen Werk Harmonice mundi (Weltharmonik) stellte er ebenso wie im Mysterium Cosmographicum eine Verbindung zwischen den platonischen Körpern und der klassischen Auffassung der Elemente her. Das Tetraeder war die Form des Feuers, das Oktaeder das Symbol der Luft, der WĂŒrfel das der Erde, das Ikosaeder symbolisierte das Wasser, und das Dodekaeder stand fĂŒr den Kosmos als Ganzes oder den Äther. Es gibt Beweise, dass dieser Vergleich antiken Ursprungs war, wie Plato von einem gewissen Timaeus von Locri erklĂ€rt, der sich das Universum vorstellte wie durch ein gigantisches Dodekaeder umgeben, wĂ€hrend die anderen vier Körper die „Elemente“ des Feuers, der Luft, der Erde und des Wassers darstellen. Zu seiner EnttĂ€uschung scheiterten alle Versuche Keplers, die Bahnen der Planeten innerhalb eines Satzes von Polyedern anzuordnen. Ein Zeugnis seiner IntegritĂ€t als Wissenschaftler ist es, dass er die Theorie, an deren Beweis er so hart gearbeitet hatte, verwarf, als die Einsicht gegen sie sprach.

Sein grĂ¶ĂŸter Erfolg kam von der Entdeckung, dass sich die Planeten auf Ellipsen und nicht auf Kreisen bewegen. Diese Entdeckung war eine direkte Konsequenz seines gescheiterten Versuchs, die Planetenbahnen in Polyedern anzuordnen. Keplers Bereitschaft, seine am meisten geschĂ€tzte Theorie angesichts genau beobachtbarer Beweise zu verwerfen, zeugt von seiner sehr modernen Auffassung von wissenschaftlicher Forschung. Kepler machte auch große Fortschritte, indem er versuchte, die Planetenbewegung auf eine Kraft, die dem Magnetismus Ă€hnelte, zurĂŒckzufĂŒhren, die Anima motrix. Diese Kraft ging, wie er glaubte, von der Sonne aus. Obwohl er die Gravitation nicht entdeckte, scheint er als erster versucht zu haben, ein empirisches Gesetz anzuwenden, um die Bewegung sowohl der Erde als auch der Himmelskörper zu erklĂ€ren.

Astrologie

Kepler war davon ĂŒberzeugt, dass bestimmte Konstellationen der Himmelskörper den Menschen beeinflussen können wie das Wetter. Er versuchte zu entdecken, wie und warum das so war und wollte die Astrologie auf eine gesicherte Basis stellen. In einer Veröffentlichung De Fundamentis Astrologiae Certioribus („Über zuverlĂ€ssigere Grundlagen der Astrologie“) von 1601 legte Kepler dar, wie die Astrologie auf sicherer Grundlage ausgeĂŒbt werden könne, indem man sie auf neue naturwissenschaftliche Grundlagen in Verbindung mit dem pythagoreischen Gedanken der Weltharmonie stellt. Auch dies war ein Affront gegen die konservativen Zeitgenossen, die der ptolemĂ€ischen Astronomie den Vorzug gaben.

Kepler trat dafĂŒr ein, dass sich eine bestimmte Beziehung zwischen himmlischen und irdischen Ereignissen feststellen lĂ€sst. Mehr als 800 Horoskope und Geburtskarten, die von Kepler gezeichnet wurden, sind erhalten. Einige betreffen ihn selbst oder seine Familie, versehen mit wenig schmeichelhaften Bemerkungen. Als Teil seiner Aufgabe als Landschaftsmathematiker in Graz erstellte Kepler eine Prognose fĂŒr 1595, in der er schwere AufstĂ€nde, den TĂŒrkeneinfall und bittere KĂ€lte voraussagte. All dies trat ein und brachte ihm die Anerkennung seiner Zeitgenossen ein.

In einer Schrift von 1610[3] warnt Kepler Theologen, Mediziner und Philosophen „bei billiger Verwerfung des sternguckerischen Aberglaubens, das Kind mit dem Bade auszuschĂŒtten“. Er verachtete Astrologen, die dem Geschmack des gemeinen Mannes hörig waren, ohne Kenntnis der abstrakten und allgemeinen Gesetze. Er sah es jedoch als eine legitime Möglichkeit an, Prognosen zu erstellen, um sein mageres Einkommen aufzubessern. Doch wĂ€re es falsch, Keplers astrologische Interessen als rein auf Geldstreben ausgerichtet abzutun. Der Historiker John North sagte dazu: „WĂ€re er kein Astrologe gewesen, wĂ€re er sehr wahrscheinlich an der Aufgabe gescheitert, seine Planeten-Astronomie in der Form wie wir sie heute kennen zu entwickeln.“

Keplers Horoskop fĂŒr Wallenstein

Schon 1608 hatte Kepler Wallenstein ein Horoskop gestellt. Es ist erhalten geblieben und enthĂ€lt unter anderem ein fĂŒr Wallenstein nicht gerade schmeichelhaftes Charakterbild. Wie zum Trost fĂŒgt Kepler hinzu: „Es ist aber das Beste an dieser Geburt, daß Jupiter darauf folget und Hoffnung machet, mit reifem Alter werden sich die meisten Untugenden abwetzen und also diese seine Natur zu hohen, wichtigen Sachen zu verrichten tauglich werden.“

Wallenstein war kaum 25 Jahre alt, als er diese erste Horoskopdeutung entgegennahm. Er ĂŒberprĂŒfte sie im Laufe der Jahre vielfach und versah sie eigenhĂ€ndig mit Anmerkungen. SpĂ€ter, im Jahr 1624, trug Wallenstein erneut durch den Oberstleutnant Gerard von Taxis an Kepler die Bitte heran, nach geĂ€nderter Geburts-Horoskop-Berechnung eine zweite Ausdeutung zu geben. Im Januar 1625 kam Kepler diesem Wunsch nach und unterzog Wallensteins erstes Horoskop einer grĂŒndlichen Revision.

Wallenstein war bekanntlich astrologieglĂ€ubiger als Kepler. Ihm lag daran, bis in die Einzelheiten den Lauf seines Schicksals auf dem Vorwege zu erfahren. Kepler sollte ihm sagen, was ihm in jedem Jahr als GlĂŒck und UnglĂŒck zustoßen wĂŒrde, wie lange der Krieg noch dauern, ob er zu Hause oder in der Ferne sterben und welches seine Todesursache, etwa ein Schlaganfall, sein wĂŒrde, wer seine verborgenen und öffentlichen Feinde seien. Kepler betonte in seinem zweiten Horoskop-Gutachten, dass er dieses als Philosoph, das heißt, als nĂŒchtern denkender Mensch, verfasst habe und nicht aus der Stimmung der im Aberglauben verhafteten Volksastrologie. Entschieden wehrte er sich gegen Wallensteins Wunsch, bis in die Einzelheiten, zeitlich festgelegt, sein Schicksal im Voraus zu erfahren. Nach Keplers prĂ€ziser Auffassung war dies unmöglich. Das ganze Gutachten ist durchzogen von Warnungen vor dem astrologischen Fatalismus. Es ist eine einzige Unterbauung von Keplers Grundthese: „Die Sterne zwingen nicht, sie machen nur geneigt“.

Kepler rĂ€umte der menschlichen WillkĂŒr die Möglichkeit ein, himmlische ZwĂ€nge zu durchbrechen und von dem astrologisch vorgezeichneten Weg abzuweichen. „Fast nie wirkt nach ihm der Himmel allein, sondern der Geborene und andere, mit welchen er es zu tun hat, tun viel und fangen viel aus freier WillkĂŒr an, was sie auch wohl hĂ€tten unterlassen können und wozu sie vom Himmel nicht gezwungen wĂ€ren.“ UnmissverstĂ€ndlich wies er mit scharfen Worten das Ansinnen Wallensteins zurĂŒck, dessen konkrete Fragen wie nach der Todesursache aus dem Horoskop vorauszusagen.

Wallenstein hatte sich diese erneute Maßregelung durch Kepler im Jahre 1625 gefallen lassen, wahrscheinlich auch dessen geistige Überlegenheit empfunden. Im Jahre 1628, als Kepler weder ein noch aus wusste, trat Wallenstein erneut auf den Plan. Der Gedanke, den großen Astrologen und Astronomen an sich zu fesseln, bestach ihn. Er hatte zwar seinen eigenen Hausastrologen, den Italiener Giovanni Battista Seni, aber dieser reichte auch nicht von ferne an das heran, was sich Wallenstein von Kepler versprach. So kam es mit Billigung Ferdinands II. dazu, dass Wallenstein Kepler das Angebot machte, ganz in seine Dienste zu treten.

WĂŒrdigungen

Der Mondkrater Kepler

Da Kepler sich einige Zeit in Linz aufhielt, wurde 1975 die dortige UniversitĂ€t ihm zu Ehren Johannes-Kepler-UniversitĂ€t genannt. Weiter erhielten die Sternwarten in Weil der Stadt, Graz und Linz den Namen Kepler-Sternwarte. In Wien wurden die Keplergasse und der Keplerplatz nach ihm benannt, in Regensburg die Keplerstraße, in der noch heute sein Wohnhaus steht. In zahllosen StĂ€dten tragen Schulen und Straßen seinen Namen.

DarĂŒber hinaus wurden nach Kepler benannt: ein großer Mondkrater mit hellem Strahlensystem, der Asteroid (1134) Kepler, das NASA-Weltraumteleskop Kepler sowie das zweite Automated Transfer Vehicle der ESA seinen Namen. Paul Hindemith setzte ihm mit seiner 1957 vollendeten Oper Die Harmonie der Welt ein musikalisches Denkmal. Die Oper Kepler von Philip Glass, ein Auftragswerk fĂŒr Linz 2009 – Kulturhauptstadt Europas, wurde am 20. September 2009 in Linz uraufgefĂŒhrt. Eine BĂŒste Keplers wurde in die Walhalla aufgenommen. Am 21. Oktober 2009 gab die Tschechische Nationalbank eine 200-Kronen-GedenkmĂŒnze zu seinen Ehren heraus. Ein Grafikprozessor der Firma Nvidia trĂ€gt den Codenamen Kepler[4].

In Keplers Heimatort Weil der Stadt wurde ihm zu Ehren 1870 ein Denkmal errichtet, auf dem verschiedene Szenen aus Keplers Leben dargestellt sind.

Zitate

„Ist es nicht ein Aberglauben, daß ein Astrologus kĂŒnftige Particularsachen und kommende Erscheinungen aus den Sternen voraussehen könne [...]? Ich muß Euch den Wahn benehmen, als wĂ€re es möglich, solche Dinge vorauszusehen. ZunĂ€chst mag es wohl wahr sein, daß aus dem Himmel zwar himmlische Erscheinungen folgen, nicht aber irdische, denn alle irdischen Wirkungen nehmen ihren Ausgang aus irdischen Ursachen. Darum ist es ein irriger Wahn, daß man meinen will, es sollten Geschehnisse, welche meist aus der Menschen willkĂŒrlichen Werken erfolgen, auf gewisse ausgerechnete himmlische Konstellationen zurĂŒckzufĂŒhren und aus diesen zu berechnen sein!“

– aus einem 1625 verfassten Brief Keplers an Wallenstein, zit. n. Otto Zierer, Bild der Jahrhunderte, Bd. 15, Entfesselte Gewalten: 1600–1700 n. Chr., S. 55

„Obschon ich von derlei Regulas wirklich nichts halte, muß ich mich als Komödiant brauchen lassen. Es gibt viele junge Astrologen, die Lust und Glauben zu einem solchen Spiel haben. Wer gern mit sehenden Augen will betrogen werden, der bedient sich ihrer MĂŒhe und Kurzweil.“

– Brief Keplers ĂŒber seine Meinung zur Astrologie, zit. n. Otto Zierer, Bild der Jahrhunderte, Bd. 15, Entfesselte Gewalten: 1600–1700 n. Chr., S. 55

„Wer aber soll hausen in jenen Welten, wenn sie bewohnt sein sollten? Sind wir oder sie die Herren des Alls? Und ist dies alles dem Menschen gemacht?“

„Quippe mihi non multo minus admirandae videntur occasiones, quibussi homines in cognationem rerum coelestium deveniunt; quam ipsa Natura rerum coelestium.“

„Mir kommen die Wege, auf denen die Menschen zur Erkenntnis der himmlischen Dinge gelangen, fast ebenso bewunderungswĂŒrdig vor, wie die Natur der Dinge selber.“

– Argumenta singulorum capitum, «Astronomia Nova», 1609. In: Kepler Gesammelte Werke, Band III, S.47, Zeile 19–21.

„Die Geometrie ist einzig und ewig, ein Widerschein aus dem Geiste Gottes. Dass die Menschen an ihr teilhaben, ist mit eine Ursache dafĂŒr, dass der Mensch ein Ebenbild Gottes ist.“

– Dissertatio cum Nuntio Siderio, zit. n. M. Caspar: J. K. (1995), S. 106

„Gib mir Schiffe oder richtige Segel fĂŒr die Himmelsluftfahrt her und es werden auch Menschen da sein, die sich vor den entsetzlichen Weiten nicht fĂŒrchten.“

– Kepler an Galilei

„Ich fĂŒhle mich von einer unaussprechlichen VerzĂŒckung ergriffen ob des göttlichen Schauspiels der himmlischen Harmonie [...]. Denn wir sehen hier, wie Gott gleich einem menschlichen Baumeister, der Ordnung und Regel gemĂ€ĂŸ, an die Grundlegung der Welt herangetreten ist.“

– Harmonices mundi libri V

Werke

Gesammelte Werke. Hrsg. Max Caspar, Walther von Dyck. C.H. Beck, MĂŒnchen 1938. (kurz KGW)
  • Band 1. Mysterium cosmographicum. De stella nova. Hrsg. Max Caspar. C.H. Beck, MĂŒnchen 1938 / 1993, ISBN 3-406-01639-1
  • Band 2. Astronomiae pars optica. Ad Vitellionem Paralipomena. Hrsg. Franz Hammer. C.H. Beck, MĂŒnchen 1939.
  • Band 3. Astronomia nova aitiologetos seu Physica coelestis. Hrsg. Max Caspar. C.H. Beck, MĂŒnchen 1938.
  • Band 4. Kleinere Schriften. Dioptrice. Hrsg. Max Caspar. C.H. Beck, MĂŒnchen 1941.
  • Band 5: Chronologische Schriften. Hrsg. Franz Hammer. C.H. Beck, MĂŒnchen 1953
  • Band 6. Harmonices Mundi libri V. Hrsg. Max Caspar. C.H. Beck, MĂŒnchen 1940 / 1990, ISBN 3-406-01648-0
  • Band 7. Epitome Astronomiae Copernicanae. Hrsg. Max Caspar. C.H. Beck, MĂŒnchen 1953.
  • Band 8. Mysterium cosmographicum. De cometis. Tychonis Hyperaspites. Hrsg. Franz Hammer. C.H. Beck, MĂŒnchen 1963.
  • Band 9. Mathematische Schriften. Hrsg. Franz Hammer. C.H. Beck, MĂŒnchen 1955 / 2000, ISBN 3-406-01655-3
  • Band 10. Tabulae Rodolphinae. Hrsg. Franz Hammer. C.H. Beck, MĂŒnchen 1969.
  • Band 11-1. Ephemerides novae motuum coelestium. Hrsg. Volker Bialas. C.H. Beck, MĂŒnchen 1983, ISBN 3-406-01659-6
  • Band 11-2. Calendaria et Prognostica. Astronomica minora. Somnium seu Astronomia lunaris. Hrsg. Volker Bialas, Helmuth Grössing. C.H. Beck, MĂŒnchen 1993, ISBN 3-406-37511-1
  • Band 12. Theologica. Hexenprozess. Gedichte. Tacitus-Uebersetzung. Hrsg. JĂŒrgen HĂŒbner, Helmuth Grössing. C.H. Beck, MĂŒnchen 1990, ISBN 3-406-01660-X
  • Band 13. Briefe 1590–1599. Hrsg. Max Caspar. C.H. Beck, MĂŒnchen 1945.
  • Band 14. Briefe 1599–1603. Hrsg. Max Caspar. C.H. Beck, MĂŒnchen 1949.
  • Band 15. Briefe 1604–1607. Hrsg. Max Caspar. C.H. Beck, MĂŒnchen 1951.
  • Band 16. Briefe 1607–1611. Hrsg. Max Caspar. C.H. Beck, MĂŒnchen 1954.
  • Band 17. Briefe 1612–1620. Hrsg. Max Caspar. C.H. Beck, MĂŒnchen 1955.
  • Band 18. Briefe 1620–1630. Hrsg. Max Caspar. C.H. Beck, MĂŒnchen 1959.
  • Band 19. Dokumente zu Leben und Werk. Hrsg. Martha List. C.H. Beck, MĂŒnchen 1975, ISBN 3-406-01674-X
  • Band 20-1. Manuscripta astronomica I. Hrsg. Volker Bialas. C.H. Beck, MĂŒnchen 1988. ISBN 3-406-31501-1
  • Band 20-2. Manuscripta astronomica II. Hrsg. Volker Bialas. C.H. Beck, MĂŒnchen 1998. ISBN 3-406-40592-4
  • Band 21-1. Manuscripta astronomica III. Hrsg. Volker Bialas, Friederike Boockmann, Eberhard Knobloch [u. a.]. C.H. Beck, MĂŒnchen 2002, ISBN 3-406-47427-6
Werk- und Literaturverzeichnis
Einzelwerke (Auswahl)
  • Joannis Keppleri Somnium seu Opus posthumun de astronomia lunari. Accedit Plutarchi libellus De facie quae in orbe lunae apparet. E Graeco Latine redditus a Joanne Kepplero. Faksimiledruck der Ausgabe von 1634. Mit einem Nachwort herausgegeben von Martha List und Walther Gerlach. Zeller, OsnabrĂŒck 1969. (Eintrag auf openlibrary.org)
  • Der Traum, oder: Mond-Astronomie. Somnium sive astronomia lunaris. Mit einem Leitfaden fĂŒr Mondreisende von Beatrix Langner, hrsg. von Beatrix Langner. Aus dem Neulateinischen von Dr. Hans Bungarten, Matthes & Seitz, Berlin 2010, ISBN 978-3-88221-626-4
Bild seines Wohnhauses (1626–1628) in Regensburg
  • Mysterium Cosmographicum. (deutsch: Das Weltgeheimnis) (Nachdruck erhĂ€ltlich unter: Johannes Kepler – Was die Welt im Innersten zusammenhĂ€lt. Antworten aus Schriften von Johannes Kepler. (Mysterium cosmographicum, Tertius interveniens, Harmonice mundi) in deutscher Übersetzung mit einer Einleitung, ErlĂ€uterungen und Glossar herausgegeben von Fritz Krafft. MARIXVERLAG 2005)
  • Harmonice Mundi. (deutsch: Weltharmonik) UnverĂ€nderter Nachdruck der Ausgabe von 1939. Übersetzt und eingeleitet von Max Caspar. 7. Auflage 2006. Oldenbourg Verlag, ISBN 978-3-486-58046-4 (Nachdruck erhĂ€ltlich auch unter: Johannes Kepler – Was die Welt im Innersten zusammenhĂ€lt. Antworten aus Schriften von Johannes Kepler. (Mysterium cosmographicum, Tertius interveniens, Harmonice mundi) in deutscher Übersetzung mit einer Einleitung, ErlĂ€uterungen und Glossar, herausgegeben von Fritz Krafft, Marixverlag 2005
  • Harmonice Mundi. (deutsch: Weltharmonik) III. Buch, ĂŒbersetzt und kritisch kommentiert von Dr. Hilmar Trede, 1. Auflage 2011. Ugrino-Verlag Henny Jahn, ISBN 978-3-9814459-0-9 (herausgegeben von Henny Jahn)
  • Dioptrice. (deutsch: Dioptrik oder Schilderung der Folgen, die sich aus der unlĂ€ngst gemachten Erfindung der Fernrohre fĂŒr das Sehen und die sichtbaren GegenstĂ€nde ergeben. Übers. u. hrsg. von F. Plehn. 2. Aufl. Thun; Frankfurt/Main: Deutsch 1997 (Ostwalds Klassiker der exakten Wissenschaften; Bd. 144) ISBN 3-8171-3144-5)
  • Tabulae Rudolfinae. (deutsch: Die Rudolfinischen Tafeln)
  • Astronomia Nova. (deutsch: Neue Astronomie) (Nachdruck Oldenbourg Verlag ISBN 978-3-486-55341-3, erhĂ€ltlich auch unter: Johannes Kepler: Astronomia Nova: Neue, ursĂ€chlich begrĂŒndete Astronomie. Hrsg. u. eingel. v. Fritz Krafft (Bibliothek des verloren gegangenen Wissens) 2005. LVIII, 576 S., MARIXVERLAG. ISBN 3-86539-014-5)
  • Somnium. (deutsch: Der Traum)
  • Nova stereometria doliorum vinariorum. (deutsch: Neue Stereometrie der WeinfĂ€sser)
  • Von den gesicherten Grundlagen der Astrologie (Nachdruck erhĂ€ltlich unter ISBN 3-925100-38-5)
  • Neue Astronomie von Johannes Kepler, UnverĂ€nderter Nachdruck der Ausgabe von 1929. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, MĂŒnchen 1990. ISBN 978-3-486-55341-3
Online-Ausgaben
 Wikisource: Iohannes Kepler â€“ Quellen und Volltexte (Latein)

Literatur

  • Bibliographia Kepleriana. Ein FĂŒhrer durch das gedruckte Schrifttum von (und ĂŒber) Johannes Kepler. Im Auftr. der Bayer. Akad. d. Wiss. hrsg. von Max Caspar, MĂŒnchen 1936. 2. Aufl. bes. v. Martha List, MĂŒnchen 1968. ISBN 3-406-01685-5 u. ISBN 3-406-01684-7
  • ErgĂ€nzungsbd. z. 2. Aufl., bes. von JĂŒrgen Hamel, MĂŒnchen 1998. ISBN 3-406-01687-1 u. ISBN 3-406-01689-8.
  • Volker Bialas: Johannes Kepler. MĂŒnchen: C. H. Beck, 2004. ISBN 3-406-51085-X
  • Max Caspar: Johannes Kepler, hrsg. von der Kepler-Gesellschaft, Weil der Stadt. 4. Aufl., erg. um ein vollst. Quellenverz. Stuttgart, GNT-Verlag 1995 (Nachdr. d. 3. Aufl. v. 1958). ISBN 978-3-928186-28-5.
  • Henriette Chardak: Kepler, le chien des Ă©toiles. Paris, SĂ©guier, 1989. ISBN 2-87736-046-6.
  • Philippe Despondt, Guillemette de VĂ©ricourt: Kepler, 2005, Ed. du Rouergue, ISBN 2-84156-688-9
  • GĂŒnter Doebel: Johannes Kepler – Er verĂ€nderte das Weltbild . Graz Wien Köln: Styria 1996, ISBN 3-222-11457-9
  • Walther Gerlach, Martha List: Johannes Kepler. 2. Aufl. MĂŒnchen: Piper, 1980. ISBN 3-492-00501-2
  • JĂŒrgen Helfricht: Astronomiegeschichte Dresdens. Hellerau, Dresden 2001. ISBN 3-910184-76-6
  • Johannes Hoppe: Johannes Kepler. Leipzig: Teubner 1976
  • Arthur Koestler: Die Nachtwandler. Bern 1959
  • Alexandre KoyrĂ©, La rĂ©volution astronomique. Copernic, Kepler, Borelli. Paris, Hermann, 1961. (Histoire de la pensĂ©e ; 3).
  • Mechthild Lemcke: Johannes Kepler. 2. Aufl. Reinbek: Rowohlt 2002. ISBN 3-499-50529-0
  • Anna Maria Lombardi: Johannes Kepler – Einsichten in die himmlische Harmonie. Weinheim: Spektrum d. Wissenschaft 2000
  • Thomas de Padova: Das Weltgeheimnis. Kepler, Galileo und die Vermessung des Himmels. Piper Verlag, MĂŒnchen 2009. 352 Seiten. ISBN 3-492-05172-3
  • Wolfgang Pauli: Le cas Kepler ; introd. par Michel Cazenave. Paris, Albin Michel, 2002. (Sciences d'aujourd'hui). ISBN 2-226-11424-6.
  • Berthold Sutter: Der Hexenprozess gegen Katharina Kepler, hg. von der Kepler-Gesellschaft, Weil der Stadt 1979
  • Berthold Sutter: Johannes Kepler und Graz. Im Spannungsfeld zwischen geistigem Fortschritt und Politik. Leykam Verlag, Graz 1975 ISBN 3-7011-7049-5
  • GĂ©rard Simon, Kepler astronome astrologue. Paris, Gallimard, 1979. (BibliothĂšque des sciences humaines). ISBN 2-07-029971-6.

Belletristik:

  • Rosemarie Schuder: Der Sohn der Hexe – In der MĂŒhle des Teufels. Berlin: RĂŒtten & Loening 1968
  • Wilhelm und Helga Strube: Kepler und der General. Berlin: Neues Leben 1985
  • Johannes Tralow: Kepler und der Kaiser. Berlin: Verlag der Nation 1961

Film

1974 kam in der DDR ein biographischer Spielfilm Johannes Kepler (Regie Frank Vogel) in die Kinos. Der Film stellt die Linzer Zeit von Kepler in den Vordergrund und konzentriert sich auf der Rettung der Mutter, die in einem Hexenprozess verurteilt werden sollte.[5]

Anmerkungen

  1. ↑ Hans-Dieter Dyroff: Druck der Astronomia Nova von Johannes Kepler: Gotthard Vögelin : Verleger, Drucker, BuchhĂ€ndler. Diss. Univ. Mainz 1962. 1962 (Abstract, Ub Uni Heidelberg).
  2. ↑ Zur Optik, www.mathematik.de
  3. ↑ Tertius Interveniens. Das ist/ Warnung an etliche Theologos, Medicos und Philosophos, sonderlich D. Philippum Feselium, daß sie bey billicher Verwerffung der Sternguckerischen Aberglauben/ nicht das Kindt mit dem Badt außschĂŒtten/ und hiermit ihrer Profession unwissendt zuwider handlen, Godtfriedt Tampachs, Franckfurt am Mayn 1610 (bei der WDB: [1])
  4. ↑ Sean Hollister (2010. September 21): NVIDIA reveals Fermi's successor: Kepler at 28nm in 2011, Maxwell in 2013. Engadget. Abgerufen am 2010. November 14.
  5. ↑ Film Johannes Kepler, Beschreibung bei Filmportal.de, abgerufen am 30. April 2011

Weblinks

Biographisches:

Materialien:

 Commons: Johannes Kepler â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
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   Enciclopedia Universal

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   Wikipedia

  • Johannes Kepler — « Kepler Â» redirige ici. Pour les autres significations, voir Kepler (homonymie). Johannes Kepler Copie d’un portrait perdu de Johannes Kepler, peint en 1610, qui 
   WikipĂ©dia en Français

  • Johannes Kepler — Para otros usos de este tĂ©rmino, vĂ©ase kepler (desambiguaciĂłn). Johannes Kepler Retrato de Kepler de un artista desconocido (ca. 1610) Nacimiento 
   Wikipedia Español

  • Johannes Kepler — noun German astronomer who first stated laws of planetary motion (1571 1630) ‱ Syn: ↑Kepler, ↑Johan Kepler ‱ Instance Hypernyms: ↑astronomer, ↑uranologist, ↑stargazer 
   Useful english dictionary

  • Johannes Kepler — Adversidad En una vida sin penas, acaban por relajarse las cuerdas del alma 
   Diccionario de citas

  • Johannes Kepler — n. (1571 1630) German mathematician and astronomer, father of modern astronomy (developed three laws which proved that planets revolve around the sun) 
   English contemporary dictionary

  • Johannes-Kepler-Gymnasium Leonberg — Schulform Gymnasium GrĂŒndung 1967 Ort Leonbe 
   Deutsch Wikipedia

  • Johannes-Kepler-Gymnasium — Kepler Gymnasium oder Johannes Kepler Gymnasium ist der Name folgender Schulen, die nach Johannes Kepler benannt wurden: Kepler Gymnasium Ulm Kepler Gymnasium Weiden Johannes Kepler Gymnasium Chemnitz Johannes Kepler Gymnasium Garbsen Johannes… 
   Deutsch Wikipedia


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