Josefiau


Josefiau
modernes Haus in der Josefiau

Josefiau ist ein Teil des Stadtteiles Salzburg-Süd in der Stadt Salzburg. Im Osten wird die Josefiau durch die Salzach begrenzt. Im Nordwesten bildet der Eschenbach und die Hellbrunnerstraße die Grenze gegen Nonntal, südlich der Michael-Pacher-Straße und westlich der Alpenstraße schließt die Herrnau an. Im salzachnahen Teil der Josefiau schließt südlich der Egger-Lienz-Gasse die Alpensiedlung an, nur ein schmaler Siedlungstreifen der Josefiau östlich der Robert-Stolz-Promenade greift weiter nach Süden aus.

Inhaltsverzeichnis

Zum Namen

Seinen Namen hatte der Landschaftsraum von einer Kapelle her, die Abraham Zillner von Zillerberg, der Besitzer des späteren Kasererhofes, 1677 zu Ehren des heiligen Josef erbaute. Zu der erhaltenen Kapelle gehörte – symmetrisch zur Kapelle (mit Türmchen, Kreuz und Glocken) angeordnet – das 1712 in gleicher Größe wie die Kapelle erbaute kleine Wohnhaus (Türmchen mit Wetterfahne). Der Hof, zu dem weite Teile der heute verbauten Au gehörten, wurde in der Folge St.-Josefs-Hof oder Josefihof und später Kasererhof genannt.

Geschichte der Josefiau

Der Name Josefiau (auch St.-Josefs-Au) leitet sich von einem ehemaligen Landschaftsteil her, der wesentlich von Auwald geprägt war. Er reichte im Süden bis zur heutigen Hellbrunner Brücke. Südlich davon schloss die Goiser Au (Hellbrunner Au) an.

Der Wald der Josefiau wurde im Raum der heutigen Siedlung in der Zwischenkriegszeit zuerst für landwirtschaftliche Zwecke durch Rodungen schrittweise verkleinert. Der erste Siedlungskern des heutigen Siedlungsgebiets Josefiau entstand 1932 zwischen der Membergergasse und der Lederwaschgasse. Dem christlich-konservativen Zeitgeist entsprechend sollten die neuen Siedlungen am Stadtrand „bodenständig und bäuerlich“ geprägt sein. Die großen Gärten dienten dabei wesentlich auch dem Anbau von Feldfrüchten.

Die zentrale Straßenverbindung, die nach vor der Errichtung der Alpenstraße in die neue Josefiausiedlung führte, war die Josefiaustraße. Diese Straße wurde nach Errichtung des naheliegenden friedensstiftenden Klosters im Jahr 1957 (dort wo 1957 auch das Österreich-Büro von Kirche in Not gegründet worden war), westlich der Alpenstraße in Friedensstraße umbenannt. Die Umbenennung erfolgte aber auch deshalb, weil hier viele Kriegsflüchtlinge eine neue Heimat in Frieden gefunden hatten. Das Haus der Donauschwaben, das kulturelle Zentrum einer großen Gruppe von heimatvertriebenen Volksdeutschen, liegt auch in dieser ehemaligen Josefiaustraße und heutigen Friedensstraße. (Heute wird allerdings der Siedlungsraum zwischen Friedenstraße und Michael-Pacherstraße vielfach nicht mehr zur Josefiau, sondern zur Herrnau gerechnet).

Nach dem Zweiten Weltkrieg vergrößerte sich der Wohnsiedlungsraum der Josefiau in einem hier schmalen Siedlungsstreifen schrittweise weiter nach Süden, wobei der verbleibende Auwaldrest schrittweise immer weiter verkleinert wurde. Zuletzt wurde noch die Volksschule Josefiau als Waldschule bewusst mitten in den verbliebenen Waldrest hineingebaut.

Der letzte kleine Auwaldrest an der Salzach führt nunmehr den Namen der einst weitläufigen Waldlandschaft weiter und ist heute zur Sicherung seiner Erholungsfunktion und seiner wichtigen kleinklimatischen Aufgaben in der Frischluftschneise der Salzach nach den Bestimmungen des Salzburger Naturschutzgesetzes als Geschützter Landschaftsteil ausgewiesen.

Haus der Jugend, Montessorischule und Freibad Alpenstraße

An Stelle der oben genannten Anlagen befand sich vor 1939 der Landeshauptschießstand, der damals noch großteils eine Rodungsinsel im Auwald war.

Nach 1945 wurde hier ein Jugendzentrum "Haus der Jugend aufgebaut, zu dem auch ein Schwimmbad und ein Sportplatz gehörte. 1955 stiftete die Salzburger Sparkasse anlässlich ihres hundertjährigen Bestehens einen namhaften Beitrag zum Ausbau des Jugendzentrum und des Schwimmbades. Das Haus der Jugend bietet heute gerade in der Ferienzeit für Kinder und Jugendliche ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm.

Die nächstgelegene Schule wird heute als Montessorischule der evangelischen Kirche im Sinne der Montessori-Pädagigik unter Berücksichtigung der Integration behinderter und nichtbehinderter Schüler errichtet.

Das Freibad wurde 1950 in seiner ältesten Form als Geschenk der amerikanischen Besatzungsmacht an die Jugend von der American Youth Association (AYA, daher früher AYA-Bad, dann Jugendbad genannt) errichtet. Dieses Bad wurde ebenfalls 1955 und erneut 1994/95 modernisiert und erweitert.

Josefiau heute

Der ursprüngliche Siedlungsraum der Josefiau, vor dem Zweiten Weltkrieg verbaut, besteht großteils aus Einfamilienhäusern (die ursprünglich oft als kleine Zweifamilienhäuser gebaut worden waren), er beherbergt aber auch zwei Studentenheime. Auch das große Gebäude des Amtes der Salzburger Landesregierung und das Landesarchiv Salzburg in der Michael-Pacher-Straße gehören zu diesem Siedlungsraum.

47.78833333333313.063333333333

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Herrnau — ist gemeinsam mit der Josefiau und der Alpensiedlung ein Teil des Stadtteiles Salzburg Süd in der Stadt Salzburg. Im Osten wird der Siedlungsraum von der Alpenstraße begrenzt, einer der wichtigsten Ausfallstraßen der Stadt; Im Westen bildet die… …   Deutsch Wikipedia

  • Alpenstraßen — Die Alpenstraße ist heute gemeinsam mit der Moosstraße die längste innerstädtische Straße der österreichischen Landeshauptstadt Salzburg. Sie verbindet die Stadtteile Nonntal und Josefiau und führt über Anif und Grödig, wo sie ihre Fortsetzung in …   Deutsch Wikipedia

  • Salzburg-Süd — Der Stadtteil Salzburg Süd in Salzburg Salzburg Süd ist der linksufrige salzachnahe Stadtteil im Süden der Stadt Salzburg (auch das angrenzende Landschaftsschutzgebiet mit Schloss Hellbrunn im Mittelpunkt führt diesen Namen.) Im Norden und… …   Deutsch Wikipedia

  • Alpensiedlung — Die Alpensiedlung ist der heute weit überwiegend gewerblich genutzte Teil des Stadtteiles Salzburg Süd in der Stadt Salzburg. Die Alpensiedlung liegt am südlichen Rand der Stadt, nördlich und nordöstlich liegt der Siedlungsraum Josefiau, westlich …   Deutsch Wikipedia

  • Alpenstraße — Die Alpenstraße ist heute gemeinsam mit der Moosstraße die längste innerstädtische Straße der österreichischen Landeshauptstadt Salzburg. Sie verbindet die Stadtteile Nonntal und Josefiau und führt über Anif und Grödig, wo sie ihre Fortsetzung in …   Deutsch Wikipedia

  • Brücken Salzburgs — Lage der heutigen Brücken in Salzburg In der österreichischen Stadt Salzburg gibt es heute dreizehn Brücken, die die Salzach überqueren. Teilweise befinden sie sich an Stellen, wo bereits seit einem Jahrhundert und weitaus länger eine Brücke… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Stadtteile Salzburgs — Die Unterteilung der Stadt erfolgt in 24 Stadtteile sowie 3 Landschaftsräume. Das Stadtgebiet Salzburgs ist darüber hinaus zu rein statistischen Zwecken des Magistrates in 33 Zählbezirke und Zählsprengel unterteilt.[1] Die Salzburger Stadtteile… …   Deutsch Wikipedia

  • Nonntal — ist ein Stadtteil der Stadt Salzburg und liegt südlich der Altstadt. Der Stadtteil wird im Osten durch den Eschenbach, im Norden durch den Festungsberg, im Westen durch die Fürstenallee und den Hans Donnenberg Park begrenzt. Im Westen und… …   Deutsch Wikipedia

  • Prähauser — Stefan Prähauser (* 21. Juni 1948 in Salzburg) ist ein österreichischer Politiker (SPÖ) und Abgeordneter zum Österreichischen Nationalrat. Inhaltsverzeichnis 1 Ausbildung und Beruf 2 Politik 3 Auszeichnungen …   Deutsch Wikipedia

  • Salzburg (Stadt) — Salzburg Salzburg feel the inspiration![1] Wappen …   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.