Jugendstil

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Jugendstil
Jugendstilservice von Theodor Grust aus Mei√üener Porzellan (1902): Die geschwungene Linienf√ľhrung ist typisches Merkmal des Jugendstils.
Jugendstilvase, zirka 1900, Porzellan und Kupfer von der Firma Rosenthal.
Bechstein Jugendstilfl√ľgel 1902 hergestellt f√ľr Julius G√ľtermann.
Stuhl entworfen von Henry van de Velde f√ľr das Speisezimmer von Schloss Lauterbach in Neukirchen/Plei√üe.
Wiener Stadtbahnstation Karlsplatz von Otto Wagner 1898. Zu beachten ist hier die ornamentale Behandlung der Fassade im oberen Bereich.
Wiener Secession (Jugendstil).
Gemeindehaus (Obecn√≠ dŇĮm) in Prag.
Wasserkraftwerk Heimbach im Jugendstil.

Der Jugendstil ist eine kunstgeschichtliche Epoche um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Weitere Bezeichnungen sind art nouveau, Modern Style, Modernisme, Stile Liberty, Reformstil oder Wiener Secession; in Russland Stil Modern und in Frankreich wurde auch der Begriff Fin de siècle verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft des Begriffs

Der Begriff ist nur im deutschsprachigen Raum, den Niederlanden, den nordischen L√§ndern und in Lettland in Gebrauch, so benannt nach der 1896 gegr√ľndeten M√ľnchner illustrierten Kulturzeitschrift Jugend. Dabei ist dieser Begriff in seinem heutigen relativ wertfreien Sinne durch die sp√§tere kunstgeschichtliche Rezeptionsliteratur gepr√§gt worden. Beim Aufkommen des Begriffs um 1901 wird der Jugend- und Secessionsstil in den einschl√§gigen Zeitschriften (Dekorative Kunst, Autoren: Hermann Muthesius, Julius Meier-Graefe) als kritisches Etikett f√ľr die modische Popularisierung und die dabei als karikierend empfundene Nachahmung der neuen Formen in den (Einzel-)Werken von K√ľnstlern wie Henry van de Velde durch die Industrie mit ihrer (‚Äěbilligen‚Äú) kunstgewerblichen Massenproduktion verwendet.

Kennzeichen und Programmatik

Mietshaus am Homburger Platz in Ilmenau, erbaut um 1905

√Ąu√üerlich kennzeichnende Teile oder Elemente des Jugendstils sind dekorativ geschwungene Linien sowie fl√§chenhafte florale Ornamente und die Aufgabe von Symmetrien.

Bei solchen formalen Klassifizierungen darf allerdings nicht √ľbersehen werden, dass der Jugendstil keineswegs eine so geschlossene Bewegung war, wie die Bezeichnung ‚ÄěJugendstil‚Äú heute bei uns den Anschein erwecken mag. Es handelt sich um eine Reihe von teilweise auch sehr divergierenden Str√∂mungen innerhalb Europas, die sich allenfalls in der Abkehr vom Historismus wirklich einig waren, also der Ablehnung der bis dato g√§ngigen Praxis der Nachahmung historisch √ľberlieferter Formvorbilder.

Mit dem Jugendstil verbinden sich zahlreiche k√ľnstlerische Programme und Manifeste. Er steht im heutigen Verst√§ndnis unter anderem auch f√ľr gro√üe gesamtk√ľnstlerische Gestaltungen, wie etwa die des Palais Stoclet in Br√ľssel, in dem alles vom √§u√üeren Bauwerk bis zur dekorativen Innenausstattung in einheitlichem Sinne durchgestaltet wurde. Damit wurde auch die Forderung nach der gro√üen Verschmelzung von ‚ÄěKunst und Leben‚Äú verkn√ľpft, der Wiedereinbeziehung der Kunst in das Allt√§gliche, im Sinne einer umfassenden k√ľnstlerischen Neugestaltung aller allt√§glichen Dinge, wobei den dekorativen K√ľnsten ein ganz besonderes Gewicht zukam. In diesem Punkt kn√ľpfte der Jugendstil allerdings an den Historismus an, der bereits das ‚ÄěGesamtkunstwerk‚Äú zum Programm erhoben hatte. Zugleich war dies der programmatische Gegenentwurf zur Abgehobenheit und Abgesondertheit auratischer Kunstwerke in der reinen Sph√§re der so genannten ‚Äěhohen‚Äú oder ‚ÄěBildenden Kunst‚Äú.

Zur Programmatik des Jugendstils geh√∂rte aber auch die Forderung nach Funktionalit√§t und Ausdruck der Funktion in der Erscheinung der Dinge, dass also die Funktionen eines Geb√§udes auch dessen Gestaltung sichtbar bestimmen sollte. So beispielsweise sollten die Fassaden nicht l√§nger symmetrisch und von axialen Aufteilungen bestimmt sein m√ľssen, sondern einer aus dem Grundriss entwickelten Raumvorstellung folgen d√ľrfen. Insgesamt geh√∂ren die Abkehr von den historischen Bauformen und die intensive Suche nach neuen dekorativen Gestaltungsm√∂glichkeiten in Architektur und Kunstgewerbe zum erkl√§rten Programm vieler K√ľnstler des Jugendstils. Eine der zentralen Fragen des Jugendstils war in gewisser Weiterf√ľhrung der Stildebatten des 19. Jahrhunderts die Frage nach dem so genannten ‚Äěmodernen‚Äú Stil, dem ‚ÄěStil unserer eigenen Zeit‚Äú.

Historische Entwicklung und Verbreitung

Entstehung

Geschichtlich steht der Jugendstil zwischen Historismus und moderner Kunst. Diese Stilrichtung dauerte ca. 20 Jahre. Er kann als eine Antwort auf verschiedene vorausgehende Zeitströmungen des 19. Jahrhunderts verstanden werden:

  • Die industrielle Revolution und damit das Aufkommen von, mit Verzierungen √ľberladener, maschinell hergestellter Massenware im viktorianischen England.
  • Den Historismus im Frankreich der so genannten Belle Epoque, der in Verbindung mit den Bed√ľrfnissen des gehobenen B√ľrgertums in "Extravaganz" ausuferte. In etwas vereinfachter Form dominierte der Historismus auch in S√ľddeutschland. In √Ėsterreich war der Historismus im letzten Jahrhundertdrittel hegemonial, in diesem Stil wurde die Ringstra√üe erbaut. Schon von den Zeitgenossen als emblematisch empfunden wurde der zugeh√∂rige Malstil, vor allem Hans Makarts, mit seinen neobarocken Allegorien.
  • In M√ľnchen dominierte ebenfalls die gro√üb√ľrgerlich bestimmte Malkunst, charakterisiert und beherrscht durch den Lenbachkreis um den Maler Franz von Lenbach.

Die Arts-and-Crafts-Bewegung in England

William Morris: Königin Guinevere, 1858 (Tate Gallery)
Dante Gabriel Rossetti: Monna Vanna, 1866, Tate Gallery, London

Trotz der unterschiedlichen Bezeichnungen in den verschiedenen L√§ndern muss der Jugendstil, die Art Nouveau, der Sezessionsstil, der Modern Style als internationales Ph√§nomen, das die gesamte westliche Kunst umfasste, verstanden werden. Ihren Ursprung hat sie in der Arts-and-Crafts-Bewegung in England. Wegbereiter waren der Werkk√ľnstler William Morris, der Architekt Philip Webb, der Kunstkritiker und Sozialphilosoph John Ruskin und die pr√§raffaelitische Bruderschaft um die K√ľnstler Dante Gabriel Rossetti und Edward Burne-Jones. Letztere √§hnelt in einigen Aspekten der Bewegung der Nazarener im deutschsprachigen Raum. 1861 gr√ľndete Morris, der √ľberzeugt war, dass sich alles Kunstgewerbe in v√∂lliger Entartung befand, mit Freunden die Firma Morris, Marshall, Faulkner & Co. Ab 1875 hie√ü das Unternehmen Morris & Co. Ideale dieser Werkstatt waren einfache Sch√∂nheit, N√ľtzlichkeit und Qualit√§t. Maschinenarbeit war ausgeschlossen. Noch heute ber√ľhmt sind die Morris-Tapeten. 1891 gr√ľndete Morris einen bibliophilen Verlag, die Kelmscott Press. Das erste Buch dieses Verlags, The Story of Glittering Plain, mit eigens entworfenen neuen Techniken, Materialien und Schrifttypen, wurde ein √ľberw√§ltigender Erfolg beim Publikum.

1887 gr√ľndeten verschiedene Artist-Designers, die sich dem Kunsthandwerk verpflichtet f√ľhlten, die Arts and Crafts Exhibition Society, die 1888 ihre erste Ausstellung organisierte.[1] Bereits zuvor waren √§hnliche Zusammenschl√ľsse entstanden, beispielsweise 1882 die Century Guild von Arthur Mackmurdo. 1888 folgte die School of Handicraft von Charles Robert Ashbee.

Aubrey Beardsley: Isolde, Illustration in ‚ÄěPan‚Äú, Berlin, 1899-1900

Auch japanische Stilelemente fanden √ľber England Eingang in die europ√§ische Kunst und sollten zu pr√§genden Bestandteilen der Jugendstilkunst werden. In den Jahren 1854 und 1862 fanden in London gro√üe Ausstellungen japanischer Kunst statt. 1858 schloss England ein Handelsabkommen mit Japan. Japanische Holzschnitte, M√∂bel, Keramiken und Lackarbeiten wurden in gro√üer Anzahl nach England importiert. Unter denjenigen, die sich f√ľr diese Kunst begeisterten, war der Designer und Dozent Christopher Dresser, der mit seinen kunsthandwerklichen Entw√ľrfen, vor allem aber mit seinen B√ľchern einen gro√üen Einfluss auf die Bewegung hatte. 1877 reiste er im Auftrag der New Yorker Firma Tiffany nach Japan.

Der geb√ľrtige Amerikaner James McNeill Whistler, seit 1859 in London lebend, war ebenfalls einer der Pioniere, die den Japonismus in England popul√§r machten. Japanische Farbholzschnitte waren in besonderem Ma√ü das stilistische und technische Vorbild f√ľr Whistlers Arbeit.

Als weitere Protagonisten sind die Architekten und Designer Ernest Gimson und Charles Voysey sowie der Unternehmer Sir Arthur Liberty und der K√ľnstler Charles Ricketts zu nennen. Oscar Wilde vertraute Ricketts die Illustration und Produktion der Mehrzahl seiner Werke an.

Der wohl bekannteste K√ľnstler des englischen Modern Style ist der Illustrator Aubrey Beardsley. Stilistisch lie√ü sich der Autodidakt Beardsley von Burne-Jones, vor allem aber von Whistler inspirieren. Thematisch begeisterte und entsetzte Beardsley mit seinen morbiden, frivolen, kunstreich-k√ľhl ziselierten Grafiken sowohl seine Zeitgenossen als auch sp√§tere Betrachter seiner Kunst bis in die heutige Zeit.

Verbreitung in Deutschland

Urspr√ľnge

Jugendstil-Schrift

Der Jugendstil ist in Deutschland aus lokalen Bewegungen und K√ľnstleravantgarden entstanden, die erst im Laufe der Jahre und √ľber die vielen neu gegr√ľndeten Kunstzeitschriften zu einem √ľberregionalen Ideenaustausch gelangten.

Namensgeber der Bewegung, die in Deutschland zuvor als Art Nouveau oder als Yachting Style bezeichnet wurde, war die k√ľnstlerische Wochenzeitschrift Die Jugend, die erstmals im Mai 1896 in M√ľnchen erschien. Als weitere einflussreiche Zeitschriften sind der M√ľnchner Simplicissimus und die Berliner Zeitschrift Pan zu nennen.

Einer der r√ľhrigsten Mitarbeiter bei Jugend und Pan war der Maler und Gestalter Otto Eckmann. Ebenso wie seine Vorg√§nger in England befasste er sich intensiv mit der japanischen Kunst. Ihn interessierte besonders die fl√§chige Darstellung von Naturmotiven. Sein Lieblingstier, der Schwan, wurde zu einem der Leitmotive des Jugendstils.

M√ľnchen

Weitere K√ľnstler, die dazu beitrugen, dass M√ľnchen zu einem der Zentren des Jugendstils wurde, sind:

  • Hermann Obrist, der 1895 mit seiner Stickarbeit Peitschenhieb, einem Wandbehang, der eine Zyklame darstellt, gro√ües Aufsehen erregte. Obrist gr√ľndete 1897 gemeinsam mit Freunden, darunter Peter Behrens, die Vereinigten Werkst√§tten f√ľr Kunst im Handwerk, um die Produktion und den Verkauf der neuen Kunstrichtung zu f√∂rdern.
  • August Endell, der die Fassade des 1897 gebauten Hauses Elvira entwarf. Mit seinem Drachenornament war dieses Haus ein spektakul√§rer Blickfang im M√ľnchner Stadtbild. Leider wurde das Haus im 2. Weltkrieg zerst√∂rt und nicht wieder aufgebaut. Der Jugendstildrache an der Fassade war allerdings bereits 1937 auf Veranlassung der Nationalsozialisten abgeschlagen worden.
  • Richard Riemerschmid mit seinen M√∂beln und Raumentw√ľrfen.
  • Der Architekt, Raumgestalter, Bildhauer, Maler und Gestalter Bernhard Pankok.
  • Bruno Paul mit seinen M√∂belentw√ľrfen, die sowohl auf der Weltausstellung in Paris 1900 als auch in St. Louis 1904 preisgekr√∂nt wurden.
  • Der Architekt Martin D√ľlfer.
  • Der Architekt und Innenarchitekt Hans Eduard von Berlepsch-Valendas.
Musikzimmer des Haus Behrens mit Schiedmayer Fl√ľgel

Darmstadt

Neben M√ľnchen entwickelte sich Darmstadt zum zweiten Zentrum des Jugendstils in Deutschland. Motor dieser Entwicklung war Gro√üherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein. Bei Besuchen in England hatte sich der weltoffene Gro√üherzog, ein Enkel der K√∂nigin Viktoria, mit der Arts-and-Crafts-Bewegung vertraut gemacht. 1899 berief er sieben junge K√ľnstler nach Darmstadt in die K√ľnstlerkolonie. Er lie√ü auf der Mathildenh√∂he durch den Architekten Joseph Maria Olbrich ein Ateliergeb√§ude errichten, au√üerdem hatten die K√ľnstler die M√∂glichkeit, sich eigene Wohnh√§user zu bauen. Neben Olbrich waren Peter Behrens, Hans Christiansen, Ludwig Habich und Patriz Huber weitere bedeutende K√ľnstler unter den Darmst√§dter Sieben.

Karlsruhe

Hofapotheke

Karlsruhe war ‚Äď nach Darmstadt ‚Äď ein weiteres Zentrum des Jugendstils in S√ľdwestdeutschland. Hier machten bereits vor 1900 die Architekten Hermann Billing und Karl Moser durch avantgardistische Entw√ľrfe von sich reden. Billing vertrat einen expressiven, farbbetonten Jugendstil, Moser eher eine abgekl√§rte, geometrische Variante. Bemerkenswert sind vor allem die Hofapotheke in der Kaiserstra√üe/Ecke Waldstra√üe und die Villenkolonie der Baischstra√üe am Kaiserplatz (Billing) sowie die Bebauung der Wendtstra√üe in der Weststadt und der Gegend um die Lutherkirche in der Oststadt (Moser u. a.). Um 1900 war Karlsruhe mit der Gr√∂tzinger Malerkolonie auch ein Zentrum der deutschen Landschaftsmalerei mit Gustav Kampmann als stark stilisierendem, abstrahierendem Linien- und Fl√§chenk√ľnstler. Schlie√ülich brachten die Kunstgewerbeschule (Max Laeuger), die Majolika (Alfred Kusche, Baukeramik) und das Atelier von Emmy Schoch (Reformkleider) bedeutende Beispiele f√ľr das Kunstgewerbe des Jugendstils hervor. Heute verf√ľgt das Badische Landesmuseum √ľber eine der besten Jugendstil-Sammlungen Deutschlands. Auch das Schmuckmuseum Pforzheim stellt viele Werke aus der Zeit des Jugendstils aus. Der ‚ÄěK√ľnstlerfabrikant‚Äú Theodor Fahrner war einer der Wegbereiter des Designerschmucks, der von K√ľnstlern wie Max J. Gradl entworfen und von Fahrner in Pforzheim hergestellt wurde.

Leipzig

Aus den zahlreichen deutschen St√§dten, in denen der Jugendstil seine Spuren hinterlassen hat, ragt auch Leipzig hervor. So besitzt Leipzig den wohl gr√∂√üten erhaltenen Bestand an Geb√§uden, die Architekturmerkmale des Jugendstils aufweisen. Sowohl im Zentrum als auch in den Stadtteilen Gohlis, Plagwitz, Leutzsch, im Waldstra√üenviertel und in St√∂tteritz finden sich zahlreiche Jugendstilgeb√§ude. Neben Mehrfamilienh√§usern der Gr√ľnderzeit, zahlreichen Villen, √∂ffentlichen Geb√§uden und Gesch√§ftsgeb√§uden hat der Jugendstil auch Eingang in die Industriearchitektur Leipzigs gefunden. Viele Geb√§ude weisen auch im Inneren deutliche Merkmale des Jugendstils auf, so etwa das im Stil der Neorenaissance erbaute Neue Rathaus. Der wohl bedeutendste Jugendstilarchitekt Leipzigs war Paul M√∂bius (1866‚Äď1907), der in den Jahren 1893 bis 1907 etwa 40 Mehrfamilienh√§user, Villen und Gesch√§ftsh√§user plante und errichtete. Weitere namhafte Jugendstilarchitekten in Leipzig waren Fritz Drechsler, Max Pommer, Paul Lange und Emil Franz H√§nsel.

Halle (Saale)

2008 saniertes Jugendstil-Kaufhaus am halleschen Marktplatz

Die Stadt Halle besitzt eine der umfangreichsten Ansammlungen der Jugendstilbauarten in Deutschland. Insbesondere ist in Halle die gro√üe Substanz der Jugendstilart der Wiener Secession und des Br√ľsseler Art Noveau vorhanden. Daneben wurden in den Gr√ľnderzeitquartieren viele Wohnh√§user in Jugenstilbauart errichtet wie etwa im Paulusviertel oder der s√ľdlichen Innenstadt. Die starke Pr√§senz von Jugendstilbauten ist auf die T√§tigkeit der Architekten Kallmeyer und D√∂ll zur√ľckzuf√ľhren. Auch durch die 1879 gegr√ľndete Burg Giebichenstein Hochschule f√ľr Kunst und Design Halle kam es in Halle zu einer selbst f√ľr deutsche Verh√§ltnisse √ľberdurchschnittlichen Pr√§gung der Stadt durch den Art Nouveau.

Bad Nauheim

Auf Betreiben des Darmst√§dter Gro√üherzogs Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein entstand in Bad Nauheim √ľberwiegend durch K√ľnstler der Darmst√§dter K√ľnstlerkolonie ein einzigartiges Ensemble von Kur-Anlagen: Sprudelhof, Trinkkuranlage, Badeh√§user, Parks und die Maschinenzentrale nebst W√§scherei. Es pr√§gt noch heute, neben etlichen weiteren Jugendstilbauten, das Stadtbild und macht es zu einem au√üerordentlichen Gesamtkunstwerk der Zeit um 1910. Weil dieses Ensemble heute auch in seinen Details noch weitgehend erhalten ist, ist Bad Nauheim als einzige deutsche Stadt neben Darmstadt im R√©seau Art Nouveau Network vertreten, in dem derzeit 20 europ√§ische St√§dte und Regionen wie Barcelona, Budapest, Br√ľssel, Glasgow, Helsinki oder Wien sowie Havanna als einziger Vertreter aus √úbersee zusammengeschlossen sind.

Jugendstil-T√ľrklinke in Berlin

Berlin

In der Reichshauptstadt Berlin dominierte um 1890 der wilhelminische Prunk. Eine Ausstellung des Norwegers Edvard Munch f√ľhrte 1892 zu einem Eklat, an dem sich jedoch der Widerstand einiger K√ľnstler gegen die offizielle Kunst kristallisierte. Gegen die Schlie√üung der Ausstellung protestierte eine Gruppe von elf K√ľnstlern, unter ihnen Walter Leistikow, Max Liebermann und Max Klinger. Auf Initiative des Schriftstellers Otto Julius Bierbaum und des Schriftstellers, Herausgebers und Unternehmers Julius Meier-Graefe erschien 1895 die bereits erw√§hnte sehr exklusive und teure Zeitschrift Pan, die Impulse f√ľr neue Kunst geben sollte. Bereits 1900 musste die Zeitschrift wegen fehlenden wirtschaftlichen Erfolges wieder eingestellt werden. In den f√ľnf Jahren, welche der Zeitschrift beschieden waren, ver√∂ffentlichte jedoch ein gro√üer Teil der k√ľnstlerischen Elite Deutschlands darin. Als Jugendstil-K√ľnstler des Pan sind besonders zu nennen:

  • Der Schrift- und Ornamentk√ľnstler Otto Eckmann, der die fantastischen Initialen f√ľr Pan entwarf.
  • Die Glas- und Schmuckk√ľnstler Karl Koepping und Wilhelm Lucas von Cranach.

Berlin entwickelte sich zum Zentrum der deutschen Jugendstil-Schmuckkunst. Neben Cranach sind Hugo Schaper, Hermann Hirzel und Bruno Möhring zu nennen. Ihr floraler Stil erinnert in mancher Hinsicht an den des Belgiers Henry van de Velde.

Nicht zu vergessen ist auch der Architekt Albin M√ľller, der in Darmstadt wirkte. Er baute 1911‚Äď1913 u. a. das heute unter Denkmalschutz stehende Sanatorium Dr. Barner in Braunlage im Harz.

Hagen

Der M√§zen Karl Ernst Osthaus gab in Hagen den Ansto√ü zum Hagener Impuls. Zwischen 1900 und dem Ersten Weltkrieg wollte er eine K√ľnstlerkolonie in Hohenhagen entstehen lassen. Der Erste Weltkrieg verhinderte jedoch seine Fertigstellung. So sind nur wenige der geplanten Bauten verwirklicht worden, diese jedoch von namhaften K√ľnstlern, die Osthaus nach Hagen holte. Unter anderem sind dies Henry van de Velde, Peter Behrens, Richard Riemerschmid.

Weitere K√ľnstler und Zentren des Jugendstils in Deutschland

Jugendstil-Villa in Ilmenau mit den typischen verspielten Schmuckelementen an der Fassade (Baujahr 1907)

Henry van de Velde war nicht nur in seinem Heimatland Belgien, sondern sp√§ter auch in Deutschland ein Protagonist des Jugendstils. 1897 zeigte er bei der Kunstgewerbeausstellung in Dresden viel beachtete Inneneinrichtungen. In Mei√üen entwarf er in den Jahren 1904 und 1905 eine Porzellan-Manufaktur, deren Porzellan-Service noch heute bewundert werden. In Weimar erschuf Henry van de Velde das Schulgeb√§ude f√ľr die Kunstgewerbeschule Weimar (1905-1906), in der er bis 1915 selbst Direktor war, sowie das Ateliergeb√§ude f√ľr die gegen√ľberliegende Gro√üherzoglich-S√§chsische Kunstschule Weimar (1904-1911). Beide Geb√§ude waren dem Jugendstil verpflichtet, ebenso sein eigenes Wohnhaus Haus Hohe Pappeln und die Inneneinrichtung des Nietzsche-Archivs in Weimar, f√ľr deren Gestaltung er verantwortlich zeichnete.

Unter den K√ľnstlern der K√ľnstlerkolonie Worpswede war Heinrich Vogeler derjenige, der sich in seiner Arbeit am engsten vom Jugendstil und seinen Idealen leiten lie√ü. Bekannt ist insbesondere Vogelers 1905 entstandenes Gem√§lde Sommerabend auf dem Barkenhoff[2], das ihn selbst und seine Worpsweder K√ľnstlerfreunde zeigt,- unter ihnen Paula Modersohn-Becker, ihr Mann Otto Modersohn und die Bildhauerin Clara Westhoff.

Art Nouveau in Frankreich

Der Salon de l’Art Nouveau

1871 zog der Hamburger Samuel Bing nach Paris. Er war zuvor im fernen Osten gewesen und handelte nun mit japanischen Farbholzschnitten, Keramik und Gebrauchskunst. 1894 lernte er auf einer USA-Reise Louis Comfort Tiffany kennen und verkaufte anschlie√üend auch dessen Produkte in Europa. 1895 gr√ľndete er, um dem stark anwachsenden Gesch√§ftsbetrieb gerecht zu werden, eine gro√üz√ľgige neue Galerie, die er Salon de l‚ÄôArt Nouveau nannte. 1896 erregte eine Ausstellung von M√∂beln des neuen Stils so gro√ües Aufsehen, dass der Salon zum Namensgeber f√ľr die neue Bewegung wurde.[3]

In dieser Galerie standen Gem√§lde und grafische Arbeiten von in Frankreich lebenden K√ľnstlern aller Richtungen zum Verkauf, beispielsweise Bl√§tter von Henri de Toulouse-Lautrec, aber auch Impressionisten, Symbolisten und viele mehr. Man konnte kunsthandwerkliche Arbeiten des Amerikaners Louis Comfort Tiffany, des Deutschen Karl Koepping oder von Emile Gall√©, eines der besten Meister der Schule von Nancy, kaufen. Bing sorgte daf√ľr, dass M√∂bel von Henry van de Velde erstmals in Frankreich erh√§ltlich waren. Sp√§ter gr√ľndete Bing eine eigene Werkstatt und lie√ü dort M√∂bel nach Entw√ľrfen von Edouard Colonna, Georges de Feure und Eug√®ne Gaillard fertigen.

1903 verkaufte er seine Galerie an den M√∂belk√ľnstler Louis Majorelle. Es war nur folgerichtig, dass seine Galerie, die so entscheidend dazu beigetragen hatte, dass Frankreich und Paris zu europ√§ischen Zentren dieser Kunstrichtung wurden, zum Namensgeber der Bewegung wurde.

Paris

Spiegel und Sessel von Hector Guimard

Paris wurde in vielerlei Hinsicht ein Zentrum des Art Nouveau:

  • Der Schmuckk√ľnstler Ren√© Lalique entwickelte ab 1885 eine neue Formen- und Farbenwelt bei Schmuckst√ľcken: Er lie√ü sich von der Ideenwelt des Symbolismus und den Formen der Natur, von Pflanzen, deren Bl√ľten, Insekten, Fischen leiten. Er bevorzugte Materialien wie Glas, Email, Perlmutt, Elfenbein und Horn. Er setzt durch, dass statt des Materialwerts des Schmuckst√ľckes der k√ľnstlerische Wert in den Vordergrund trat. Mit seinen Arbeiten hatte er einen so gro√üen Erfolg, dass er schon 1890 drei√üig Angestellte besch√§ftigte.
  • Ein weiterer bedeutende Meister der Schmuckkunst in Paris war Georges Fouquet, der h√§ufig nach Entw√ľrfen von Alfons Mucha arbeitete. Besonders bekannt wurde er durch seine Schmuckst√ľcke f√ľr die Schauspielerin Sarah Bernhardt. Weitere bekannte Pariser Schmuckk√ľnstler waren Lucien Gaillard, der sich besonders von japanischer Kunst inspirieren lie√ü, sowie die Maison Vever, die Firma der Br√ľder Paul und Henri Vever.
  • Die M√∂belkunst von M√§nnern wie Eug√®ne Gaillard, Edouard Colonna und Georges de Feure war tonangebend f√ľr Frankreich und dar√ľber hinaus.
  • Der bekannteste Name unter den franz√∂sischen Jugendstilk√ľnstlern d√ľrfte Henri de Toulouse-Lautrec sein. Auch Jules Ch√©ret, Eug√®ne Grasset, Alfons Mucha, Th√©ophile Steinlen trugen das ihre dazu bei, dass die Plakatkunst mit neuen Techniken wie der Lithografie und anspruchsvoller k√ľnstlerischer Gestaltung zu einer anerkannten Kunstform und zu einem Sammelobjekt f√ľr Kunstliebhaber wurde.
  • Selbst die Pariser Metro wurde um 1900 zum Objekt der Art Nouveau. Dass es dazu kam, ist Hector Guimard zu verdanken, der die Pariser Metroeing√§nge mit phantasievollen Schmiedeeisengittern und den ber√ľhmten geschwungenen Schriftz√ľgen gestaltete. Der Begriff Style M√©tro wurde sogar zum zweiten Synonym f√ľr den franz√∂sischen Jugendstil. Au√üerdem erwarb sich Guimard auch als M√∂belk√ľnstler einen Ruf, der bis in die heutige Zeit anh√§lt.
  • Zahlreiche Keramiker wie Marcel Bouval, L√©on No√ęl Delagrange, Louis Chalon, Hans Stoltenberg-Lerche, Larsson, Allouard, Alexandre Charpentier, Paul Philippe etc. pr√§gten ebenfalls den franz√∂sischen Jugendstil bzw. Art Nouveau, die ihre Werke √ľber die Editeur d'Art wie Houdebine, E. Blot, Colin & Cie oder Arthur Goldscheider, den Sohn von Friedrich Goldscheider, verkauften.

Nancy

Villa Majorelle, Nancy, typische Jugendstil-Fassade

Nancy war neben Paris das zweite Zentrum des Art Nouveau. Die √Čcole de Nancy (Schule von Nancy, die sich durch Glas, Porzellan, M√∂bel und andere kunstgewerbliche Arbeiten auszeichnete) wurde 1901 von Emile Gall√© gegr√ľndet. In den Jahren zuvor, ab 1894, hatte sich Gall√© zun√§chst mit einer Glasbl√§serei, sp√§ter auch mit M√∂belwerkst√§tten als K√ľnstler und Unternehmer hervor getan. Er experimentierte mit neuen Techniken der Glasbl√§serkunst (Marmorierungen, Reflexe, Glasschichten mit Einschmelzungen von Gold- und Silberfolien, Blasenbildungen). Auf den Weltausstellungen 1889 und 1900 wurden seine Arbeiten preisgekr√∂nt.

Neben Gall√© waren der ber√ľhmte M√∂belk√ľnstler Louis Majorelle sowie Jean-Antonin Daum und Eug√®ne Vallin die Gr√ľndungsmitglieder der Schule von Nancy. Ein ber√ľhmter Glask√ľnstler der Schule von Nancy war Daum Fr√®res.

Secessionsstil in √Ėsterreich

In √Ėsterreich wurde die Entwicklung ab 1897 vor allem in Wien vorangetrieben durch die Zeitschrift Ver Sacrum und durch die K√ľnstlergruppe der Wiener Secession, gef√ľhrt unter anderem von Gustav Klimt, Joseph Maria Olbrich und von dem Dichter Hermann Bahr. Demzufolge bekam die Kunstrichtung in √Ėsterreich den Namen Secessionsstil. Neben Klimt waren Otto Wagner, Josef Hoffmann und Josef Pleńćnik bekannte K√ľnstler des Secessionsstils. Daneben waren auch die Keramiken, Terrakotten und Bronzen der Wiener Manufaktur Friedrich Goldscheider international anerkannt.

Au√üerdem weltweit bekannt wurde die Wiener Werkst√§tte mit u. a. Koloman Moser, Josef Hoffmann und Dagobert Peche, die das Kunsthandwerk (Innenarchitektur, Keramik, Textil, Mode, Glas ‚Ķ) zur Perfektion trieben.

Belgien

Stuhl von Henry van de Velde
Jugendstilfassade in Spa (Belgien)

Der Einfluss des Jugendstils in Belgien zeigt sich auch heute noch in der Hauptstadt Br√ľssel. Die Br√ľsseler Stadtgemeinde Sint-Gillis (oder Saint Gilles) ist in ihrem Zentrum vom Jugendstil gepr√§gt. Auch in den Stadtgemeinden Schaerbeek, Etterbeek und Ixelles findet man viele Jugendstilgeb√§ude. Vor allem der Architekt Victor Horta trug zu dieser Pr√§gung der Stadt bei.

Andere wichtige belgische Jugendstil-K√ľnstler sind Paul Hankar, Gustave Serrurier-Bovy, Philippe Wolfers sowie der bereits mehrfach erw√§hnte Henry van de Velde, der auch in Deutschland so entscheidend zur Entwicklung des Jugendstils beitrug.

Verbreitung in anderen Ländern

Csetneker Spitze, Ungarn
Gemeindehaus Prag Treppenhaus mit Aufzug

Es gibt kaum ein westliches Land, das nicht vom Jugendstil beeinflusst wurde. Erwähnenswert sind unter anderem:

  • In Ungarn gilt √Ėd√∂n Lechner mit seinen Bauten als namhafter Vertreter.
  • Unter dem Einfluss deutscher Architekten ist in der Stadt Riga in Lettland der Jugendstil zu einer der noch heute das Stadtbild wesentlich pr√§genden Architekturrichtungen geworden. Riga geh√∂rt zu den gl√§nzensten Perlen des Jugendstils und wurde 1997 als "hochwertigste Konzentration an Jugendstilgeb√§uden" auf die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes gesetzt. [4]
  • In Spanien entwickelte sich in Katalonien der stark verspielte Modernisme unter anderem von Antoni Gaud√≠, Llu√≠s Dom√®nech i Montaner und Josep Puig i Cadafalch.
  • In den USA wurde Louis Comfort Tiffany, der durch seine einzigartige, patentierte Glastechnik ber√ľhmt wurde und der auch die europ√§ische Entwicklung stark beeinflusste, bereits erw√§hnt. Auch der Architekt Frank Lloyd Wright ist zu nennen, dessen fr√ľhe Arbeiten stark vom japanischen Einfluss gepr√§gt sind. Der Grafiker und Schriftk√ľnstler William H. Bradley lie√ü sich stark von William Morris, Aubrey Beardsley und anderen englischen K√ľnstlern beeinflussen und trug so den europ√§ischen Einfluss zur√ľck nach Amerika.
  • Alfons Maria Mucha (* 24. Juli 1860 Ivanńćice in M√§hren; ‚Ć 14. Juli 1939 Prag) war ein tschechischer Plakatk√ľnstler, Grafiker, Illustrator, Maler und Kunstgewerbler, der als einer der herausragenden Repr√§sentanten des Jugendstils gilt.

Ende des Jugendstils

Ein klares Ende des Jugendstils in den Wirren der Jahre bis zum und im Weltkrieg zu setzen, ist schlecht m√∂glich. Es ist zu vergegenw√§rtigen, dass jede Stilbezeichnung eine sehr verallgemeinernde und zugleich abstrahierende Betrachtungsweise oftmals divergierender Zeitstr√∂mungen sowie rivalisierender und parallel laufender k√ľnstlerischer Trends verschiedener Sparten der Kunst darstellt und sich stets die Frage aufwirft, was und wer mit dem Begriff eingeschlossen werden soll, und was und wer au√üerhalb zu betrachten ist.

Das Einsetzen des allm√§hlichen Endes des Jugendstils in Deutschland kann man auf die gro√üe Dresdner Kunstgewerbeausstellung 1906 datieren. In deren unmittelbarer Folge wird 1907 der Deutsche Werkbund gegr√ľndet. Er erhebt Sachlichkeit, Schlichtheit und Gediegenheit zu neuen Leitbildern. Den Vorsitz f√ľhrt Hermann Muthesius; bekannte K√ľnstler des Jugendstils wie van de Velde, Behrens, Niemeyer, Endell, Obrist sind bei der Gr√ľndung beteiligt oder sto√üen sp√§ter dazu.

F√ľr die Zeit zwischen 1906 und 1914 hat sich in der kunstgeschichtlichen Literatur keine allgemein gebr√§uchliche Stilbezeichnung etabliert, vorgeschlagene Begriffe wie beispielsweise ‚ÄěReformarchitektur‚Äú bzw. ‚ÄěReformstil‚Äú (im diffusen Kontext der allgemeinen Lebensreform), ‚ÄěHalbzeit der Moderne‚Äú (nach der gleichnamigen Ausstellung 1991 in M√ľnster) oder ‚ÄěPr√§moderne‚Äú haben sich bislang nicht durchsetzen k√∂nnen. Etwa um 1914 liegen in Deutschland (in Wien etwas fr√ľher) die Anf√§nge des Expressionismus, der nur in vereinfachender geschichtlicher Darstellung als Abl√∂sung des Jugendstils pr√§sentiert wird. Der Jugendstil h√§lt sich etwa bei Interieurmalerei, M√∂beln, anderen Gebrauchsgegenst√§nden und kunstgewerblichen Produkten noch bis in die mittleren 1920er Jahre, indem er die Formensprache beibeh√§lt, aber in der Farbgebung auf den Expressionismus der Malerei reagiert.

Bedeutende Bauwerke

Museen

  • Das Berliner Br√∂han-Museum zeigt M√∂bel, Porzellan, Glas, Keramik und Metallarbeiten aus der Epoche des Jugendstils und des Art D√©co.
  • Das Museum f√ľr angewandte Kunst, MAK Wien zeigt Kunsthandwerk aus der Epoche des Jugendstils und des Art D√©co.
  • Das Mus√©e d‚ÄôOrsay in Paris zeigt in mehreren S√§len M√∂bel, Haushaltsgegenst√§nde und Ornamente des Art Nouveau aus Belgien und aus den franz√∂sischen Zentren Nancy und Paris.
  • Das Br√ľsseler Mus√©e Horta zeigt das Haus des Jugendstilarchitekten Victor Horta. Architektur und Innenausstattung sind dem Besucher gro√üenteils frei zug√§nglich und bilden eine stilistische Einheit.
  • Das Museum f√ľr Kunst und Gewerbe Hamburg hat eine Jugendstil-Abteilung, die auf den Museumsgr√ľnder Justus Brinckmann zur√ľck geht, der vor allem die Pariser Weltausstellung 1900 dazu nutzte, eine gro√üe Sammlung zeitgen√∂ssischer angewandter Kunst anzulegen. Im Mittelpunkt seiner Erwerbungen standen M√∂bel und Zimmereinrichtungen, Wandteppiche, Textilien, Lampen, Zierobjekte aus Glas, Metall, Keramik, sowie Skulpturen, B√ľcher und Schmuck. Brinckmann vereinigte sie zu einem ‚ÄěGesamtkunstwerk‚Äú, dem Pariser Zimmer. Sp√§tere Generationen haben diesem Bestand zahllose weitere Objekte hinzugef√ľgt, darunter M√∂belensemble der Wiener Werkst√§tte und der Darmst√§dter K√ľnstlerkolonie. Alle Objekte sind in der Dauerausstellung zu sehen.

Musik

‚Üí Hauptartikel: Jugendstilmusik

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Rosalind P. Blakesley, The Arts and Crafts Movement, Phaidon, London 2006
  2. ‚ÜĎ Bild: Sommerabend auf dem Barkenhoff von Heinrich Vogeler
  3. ‚ÜĎ www.antik-stube.de/stilkunde.html/ArtNouveau
  4. ‚ÜĎ Riga - Der Jugendstil, ISBN 978-9984-31-541-6

Literatur

  • Friedrich Ahlers-Hestermann: Stilwende. Aufbruch der Jugend um 1900. Ullstein, Frankfurt/M. 1981, ISBN 3-548-36063-7 (Nachdruck der Ausgabe Berlin 1956; Zur Geschichte der Bewegung).
  • Kai Buchholz: Im Rhythmus des Lebens. Jugendstil und B√ľhnenkunst. Verlag Arnold, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-89790-270-1.
  • Lydia L. Dewiel: Schnellkurs Jugendstil. 2. Aufl. DuMont, K√∂ln 2007, ISBN 3-8321-5384-5.
  • Gabriele Fahr-Becker: Jugendstil. Tandem-Verlag, K√∂nigswinter 2007, ISBN 978-3-8331-3544-6 (Prachtvoll ausgestatteter, aber preisg√ľnstiger Bildband mit allerdings recht anspruchsvollem Textteil)
  • Pierre-Olivier Fanica, G√©rard Bou√©: C√©ramiques impressionnistes et gr√®s art nouveau. Montigny-sur-Loing et Marlotte 1872‚Äď1958. √Čdition Massin, Paris 2005, ISBN 2-7072-0512-5.
  • Peter Guth, Bernd Sikora: Jugendstil & Werkkunst. Architektur um 1900 in Leipzig. Edition Leipzig, Leipzig 2005, ISBN 3-361-00590-6.
  • Sara Hamm, Sabine K√ľbler (Hrsg.): ‚ÄěBauen f√ľr ein neues Leben‚Äú. Die Entstehung der Bad Nauheimer Jugendstilanlagen, fotografiert von Albert Schmidt, 1905-1911. Theiss Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8062-2161-9 (anl√§sslich der Ausstellung ‚ÄěBauen f√ľr ein neues Leben‚Äú).
  • Hiltrud A. H√∂lzinger, Christina Uslular-Thiele (Hrsg.): Jugendstil in Bad Nauheim. Verlag Langewiesche, K√∂nigstein/T. 2005, ISBN 3-7845-7100-X (Mit 17 K√ľnstler-Biografien; Alle Texte deutsch/englisch).
  • Stefan W. Krieg, Bodo Pientka: Paul M√∂bius. Jugendstil in Leipzig. Deutsche Verlagsanstalt, M√ľnchen 2007, ISBN 978-3-421-03438-0.
  • Stefanie Lieb: Was ist Jugendstil? Eine Analyse der Jugendstilarchitektur 1890‚Äď1910. Primus-Verlag, Darmstadt 2000, ISBN 3-534-14910-6.
  • Hermann Muthesius: Kunstgewerbe und Architektur. Kraus-Thomson, Nendeln 1976 (Nachdruck der Aufs√§tze ‚ÄěNeues Ornament und neue Kunst‚Äú und ‚ÄěKultur und Kunst‚Äú; Quelle zur Entstehung des Begriffs Jugendstil, zeitgen√∂ssische Kritik)
  • Edda Neumann-Adrian, Michael Neumann-Adrian: M√ľnchens Lust am Jugendstil. H√§user und Menschen um 1900. M√ľnchenVerlag, M√ľnchen 2006, ISBN 3-934036-93-7.
  • Ludwig Petzendorfer: Schriftenatlas. Eine Sammlung von Alphabeten, Initialen und Monogrammen. Marix-Verlag, Wiesbaden 2004, ISBN 3-937715-58-4 (Nachdruck der Ausgabe Stuttgart 1903-05).
  • Friedemann Sch√§fer: Stadtspazierg√§nge in Karlsruhe. Jugendstil. Verlag Braun, Karlsruhe 2007, ISBN 978-3-7650-8360-0 (Taschenbuch mit umfassender, aber kompakter und leicht verst√§ndlicher Einf√ľhrung in den europ√§ischen und deutschen Jugendstil. Hervorragend bebildert).
  • Klaus-J√ľrgen Sembach: Jugendstil. Die Utopie der Vers√∂hnung. Taschen Verlag, K√∂ln 2007, ISBN 978-3-8228-2971-4.
  • Dr. Dieter Klein: Martin D√ľlfer ‚Äď Wegbereiter der Deutschen Jugendstilarchitektur. Arbeitsheft 8 ‚Äď Bayerisches Landesamt f√ľr Denkmalpflege M√ľnchen 1993, Lipp Verlag, ISBN 3-87490-531-4

Weblinks

 Commons: Art Noveau ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Jugendstilarchitektur ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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