Junkers Flugzeug- und Motorenwerke


Junkers Flugzeug- und Motorenwerke

Die Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG (JFM) mit Sitz in Dessau entstand 1936 während der nationalsozialistischen Diktatur aus der Verschmelzung von Junkers-Motorenbau GmbH und Junkers-Flugzeugwerk AG. Sie waren Hersteller einer Vielzahl von Motoren- und Flugzeugtypen und damit einer der bedeutendsten Rüstungskonzerne des Deutschen Reiches vor und während des Zweiten Weltkriegs.

„Der fliegende Mensch“, das 1925 von F. P. Drömmer entworfene Logo der Junkers-Flugzeugwerke

An rund zwei Dutzend Standorten überwiegend in Mitteldeutschland wurden mehrere zehntausend Menschen, unter ihnen viele Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge, unter zum Teil unmenschlichen Bedingungen beschäftigt.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Die Junkers-Werke in Dessau 1928

Die in der Junkers-Motorenbau und dem Junkers-Flugzeugwerk hergestellten Motoren und Flugzeuge genossen national und international einen ausgezeichneten Ruf, gleichzeitig galt ihr alleiniger Eigentümer Hugo Junkers den NS-Machthabern als politisch unzuverlässig. Junkers wurde daher 1933 gezwungen, seine privat gehaltenen Patente auf die Unternehmen zu überschreiben und 51 % seiner Anteile an das Reichsluftfahrtministerium entschädigungslos abzugeben. Gleichzeitig bekam Junkers Hausverbot in seinen Werken und wurde in seinem Sommersitz in Bayrischzell unter Hausarrest gestellt. Nach Junkers Tod 1935 überließ seine Witwe und Erbin Therese Junkers die restlichen Anteile gegen eine Zahlung von ca. 30 Millionen RM ebenfalls dem Luftfahrtministerium.

Danach wurden beide Firmen verschmolzen und unter der weiteren Nutzung des Namens Junkers fortgeführt.

Standorte

Neben dem Stammwerk in Dessau, das in der Spitze bis etwa 40.000 Menschen beschäftigte, betrieben die JFM Fabrikstätten in Halle/S., Gräfenhainichen und Jüterbog. In der Folgezeit wurden weitere Zweigwerke eröffnet (Jahr der Fertigstellung in Klammern):

Aschersleben (Mai 1935), Bad Langensalza, Bernburg-Strenzfeld (Werk Bernburg, Oktober 1937), Halberstadt (März 1935), Kassel-Bettenhausen (Motorenbau Werk Kassel, August 1940), Köthen (April 1935), Leopoldshall bei Staßfurt (März 1935), Magdeburg, Merseburg, Muldenstein (Muldenwerke AG), Schönebeck (Elbe), Zittau (Zittwerke AG). Während des Krieges kamen unterirdische Standorte dazu wie die Heimkehle und KZ Dora-Mittelbau. Unter den Zwangsarbeitern befanden sich ab 1944 auch weißrussische Jugendliche, die in der „Heuaktion“ verschleppt worden waren.

Produkte

Neben zu militärischen Zwecken umkonstruierten, schon vorher produzierten Flugzeugtypen wie der Ju 52 wurde eine Reihe von Kampfflugzeugen wie die Ju 87 („Stuka“), die Ju 88 sowie Flugzeugteile und Motoren unter der Marke Junkers Jumo hergestellt. Ab 1937 folgte die Entwicklung des ersten serienreifen Strahltriebwerks Jumo 004, welches später u. a. in der Messerschmitt Me 262 verwendet wurde. Im Zweiten Weltkrieg zählten die Jumo 213 und Jumo 222 zu den besten Hochleistungstriebwerken.

Nachkriegsentwicklung

Die JFM verlegten ihren Sitz 1951 nach München, um die auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland gelegenen Betriebsvermögen und Grundstücke zu verwalten. Anfang der 1970er-Jahre gingen die JFM im Daimler-Benz-Konzern auf.

Literatur

  • Wolfgang Wagner: Hugo Junkers Pionier der Luftfahrt - seine Flugzeuge. (Die deutsche Luftfahrt, Band 24) Bernard & Graefe Verlag, Bonn 1996, ISBN 3-7637-6112-8.
  • Holger Lorenz: Kennzeichen Junkers. Ingenieure zwischen Faust-Anspruch und Gretchenfrage. Technische Entwicklung und politische Wandlung in den Junkerswerken 1931 bis 1961. Marienberg 2005, ISBN 3-931770-57-5. Auszug von Seite 60 bis 63
  • Dirk Schindelbeck: In der Propaganda-Werkstatt. Beeinflussungs-Alltag in den Junkers-Flugzeugwerken zwischen 1942 und 1944. hrsg. Forum Schulstiftung. online (Schindelbeck, Forum 47)
  • Günter Schmitt: Junkers und seine Flugzeuge. transpress, Berlin 1986, ISBN 3-344-00065-9.

Weblinks

 Commons: Junkers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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