Justinian I.

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Justinian I.
Justinian I., Mosaikdetail aus der Kirche San Vitale in Ravenna
Sogenanntes Barberini-Diptychon mit der Darstellung eines Kaisers, höchstwahrscheinlich Justinian, als triumphator omnium gentium

Flavius Petrus Sabbatius Iustinianus, griechisch áŒžÎżÏ…ÏƒÏ„ÎčÎœÎčαΜός (* um 482 in Tauresium bei Justiniana Prima; † 14. November 565 in Konstantinopel), auch bekannt als Justinian I., war vom 1. August 527 bis zu seinem Tod im Jahre 565 römischer Kaiser. In der Ă€lteren Literatur wird er auch vereinzelt als Justinian der Große bezeichnet, die orthodoxen Kirchen verehren ihn als Heiligen.

Justinian gilt als einer der bedeutendsten Herrscher der SpĂ€tantike. Seine Regierungszeit markiert dabei eine wichtige Stufe des Übergangs von der Antike zum Mittelalter und somit den Übergang von römischer Tradition zu byzantinischer Regierung (siehe auch Ende der Antike). Justinian betrieb eine aggressive Westpolitik, wobei es ihm gelang, weite Teile des alten Imperium Romanum, die im Westen im Verlauf der Völkerwanderung an die Germanen gefallen waren (Absetzung des letzten Kaisers in Italien 476), wiederzugewinnen. FĂŒr die Rechtsgeschichte ist die von ihm in Auftrag gegebene Kompilation des römischen Rechts, das spĂ€ter so genannte Corpus Iuris Civilis, von großer Bedeutung.

529 ließ Justinian die platonische Akademie in Athen schließen, 542 wurde von ihm das altrömische Amt des Konsuls, vielleicht aus KostengrĂŒnden, faktisch abgeschafft. Die immer stĂ€rker hervortretende Sakralisierung des Kaisertums zerstörte die letzten Reste der vom Prinzipat geschaffenen Illusion, dass der Kaiser nur ein primus inter pares sei.

Heftige Kritik an der Politik Justinians Ă€ußerte der Geschichtsschreiber Prokopios von Caesarea, dessen Werke die wichtigste Quelle fĂŒr die Zeit Justinians darstellen. Weitere Informationen bieten unter anderem Johannes Malalas, Agathias und Menander Protektor.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines zur Person Justinians

Flavius Petrus Sabbatius Iustinianus war ein ungefĂ€hr 482 geborener Bauernsohn aus dem Dorf Tauresium (heute Taor) in der PrĂ€fektur Illyrien; der Name Sabbatius deutet vielleicht auf thrakischen Ursprung hin.[1] Seine Muttersprache war das Lateinische, und Tauresium gehörte zum Aufgabenbereich des römischen Bischofs; beides waren wohl GrĂŒnde fĂŒr Justinians starke Westorientierung. Prokopios wirft dem Kaiser fehlerhaftes Griechisch vor, tatsĂ€chlich war er wohl belesen und gebildet. Justinian, der Sohn der Vigilantia, war ein Neffe des spĂ€teren Kaisers Justin I., der seit etwa 470 im Heer Kaiser Leos I. und spĂ€ter unter Zenon und Anastasios I. Karriere machte. Zeitlebens sollte der soziale Aufsteiger Justinian Anfeindungen von Seiten der senatorischen Elite ausgesetzt sein.

BronzemĂŒnze mit der Legende DN IVSTINIANVS P F AVG („Unser Herr Justinian, der fromme, glĂŒckhafte Augustus“)

Schon zu Lebzeiten seines Onkels, der ihn in die Hauptstadt holte, ihm eine gute Ausbildung ermöglichte und ihn nach seiner Thronbesteigung (518) wohl frĂŒh zum Nachfolger aufbaute und vermutlich adoptierte (daher der Name Iustinianus), hatte Justinian nach Ansicht der meisten Forscher Einfluss auf die Reichspolitik. Diese traditionelle Sichtweise wurde jĂŒngst jedoch bestritten und wenigstens fĂŒr die frĂŒhen Jahre sollte man die Rolle Justinians wohl nicht ĂŒberbewerten.[2] 519 wurde Justinian zum comes ernannt, 521 wurde er magister equitum et peditum praesentalis und bekleidete sein erstes Konsulat (drei weitere folgten: 528, 533 und 534); seit 525 trug er den Titel Caesar und galt offiziell als Thronerbe.[3] Anfang April 527 wurde er schließlich zum Mitkaiser (Augustus) erhoben, am 1. August dann nach Justins Tod zum Alleinherrscher. Er war seit 524/525 mit der spĂ€teren Augusta Theodora I. verheiratet, der einige Quellen einen großen Einfluss auf Justinian nachsagen und die ebenfalls aus einfachsten VerhĂ€ltnissen stammte, und blieb kinderlos. Er hatte mehrere Vettern; der bedeutendste war Germanus, der auch ein talentierter Feldherr und wichtiger Vertrauter Justinians war.

Justinian I. starb am 14. November 565 in Konstantinopel, wo er sich fast seine gesamte Regierungszeit hindurch aufgehalten hatte. Nach dem Tod des Kaisers, der keinen Mitherrscher ernannt hatte, drohte zunĂ€chst ein Machtkampf zwischen zweien seiner Neffen, beide mit Namen Justin: dem General Justin, einem Sohn des oben genannten Germanus, und dem Chef der Hofhaltung, dem spĂ€teren Kaiser Justin II. Letzterer konnte sich schließlich durchsetzen; er ließ seinen Rivalen bald darauf ermorden.[4]

Außenpolitik

Das Oströmische Reich bei Justinians Tod 565

Im Verlauf des 5. Jahrhunderts war der Westen des Römischen Reiches der direkten kaiserlichen Kontrolle entglitten; doch die in Konstantinopel residierenden Herrscher hatten ihre AnsprĂŒche auf das Westreich nie aufgegeben und sahen sich nun als SouverĂ€n des Gesamtreichs. Sie wurden von fast allen gentilen Reichsbildungen auch tatsĂ€chlich als Oberherren anerkannt, doch agierten die Könige des Westens de facto weitgehend unabhĂ€ngig vom Willen Ostroms. Justinian gab sich mit diesem Zustand nicht zufrieden und strebte die Wiederherstellung der Macht des Kaisers ĂŒber die ganze spĂ€tantike Oikumene an (Restauratio imperii). Ob diese Offensive bereits von langer Hand geplant war oder erst nach den unerwartet raschen Erfolgen von Justinians Feldherr Belisar ĂŒber die Vandalen 534 zu einer AusprĂ€gung der justinianischen Politik wurde, ist in der Forschung umstritten und wird in den letzten Jahren vermehrt bezweifelt.[5] Unter Justinian, der als letzter römischer Kaiser Latein als Muttersprache sprach, wurden große Gebiete im Westen des alten Imperium Romanum mit militĂ€rischer Gewalt zurĂŒckerobert, und Ostrom wurde eine Weltmacht. Die Kriege Justinians wurden besonders von dem Zeitgenossen Prokopios von Caesarea in seinem acht BĂŒcher umfassenden griechischen Geschichtswerk (Bella oder Historien) eingehend geschildert.

Perserkriege

Das Hauptaugenmerk der oströmischen Außenpolitik lag allerdings nicht auf dem Westen, sondern auf dem Osten, wo die Römer seit Jahrhunderten dem mĂ€chtigen persischen Sassanidenreich gegenĂŒberstanden. Justinians Perserkrieg war dabei ein Erbe aus der Regierungszeit seines VorgĂ€ngers Justin I.; seit 526 wurde gekĂ€mpft. In Mesopotamien konnte Belisar 530/531 als neuer magister militum per Orientem erste Erfolge erzielen (Schlacht bei Dara), musste aber auch Niederlagen erleiden (wie bei Callinicum). Den Sieg bei Dara ließ der Kaiser durch die Errichtung eines heute verlorenen Reiterstandbildes feiern; die von seinem damaligen praefectus praetorio Flavius Iulianus verfasste Inschrift ist ĂŒberliefert (Anthol. Palat. 16,63); sie preist den Kaiser dafĂŒr, die „Meder niedergemacht“ zu haben. In Wahrheit aber endete der Krieg ohne einen eindeutigen Sieger. Mit dem neuen sassanidischen König Chosrau I. schloss Justinian Ende 532 ein von recht hohen (aber einmaligen) Zahlungen an die Perser begleitetes Abkommen, den „Ewigen Frieden“. Diese Ruhe im Osten machte Justinians anschließende Westpolitik erst möglich, da die Ressourcen Ostroms bereits stark beansprucht waren.

540 brachen die KĂ€mpfe allerdings erneut aus, als der Perserkönig den Frieden brach. Laut Prokopios stand dahinter die Sorge Chosraus, dass ein erneuertes Römerreich stĂ€rkere Ressourcen gegen Persien mobilisieren könne; eventuell spielte auch ein ostgotisches Hilfegesuch an Persien eine Rolle. Der Hauptgrund fĂŒr den persischen Angriff dĂŒrfte aber wohl einfach in der gĂŒnstigen Lage zu sehen sein: Chosrau I. suchte militĂ€rischen Ruhm und brauchte Geld, und da das römische Syrien nur schwach verteidigt war, wollte er vermutlich einfach einen PlĂŒnderungszug unternehmen und danach wieder Frieden schließen.[6] Überdies brach um diese Zeit die Macht der Hephthaliten, die Persien im Nordosten bedroht hatten, zusammen, so dass Chosrau gegenĂŒber Rom die HĂ€nde frei hatte.

Justinian scheint bereits 539 von den AngriffsplĂ€nen gewusst zu haben, konnte aber angesichts des Gotenkriegs (s. u.) nicht rechtzeitig Truppen an den Euphrat entsenden – versprochene VerstĂ€rkungen trafen nur in sehr geringer Zahl ein. Germanus wurde mit nur 300 Mann nach Antiochia am Orontes geschickt und konnte dort auch nichts ausrichten. Belisars Nachfolger im Orient, der magister militum Buzes, musste mit den lokalen römischen Truppen operieren, die der großen persischen Armee zahlenmĂ€ĂŸig weit unterlegen waren; er zog sich auf eine Verteidigungsstellung bei Hierapolis zurĂŒck und wartete ab. Die bedeutendsten StĂ€dte der Region unterwarfen sich Chosrau. Die grĂ¶ĂŸte Katastrophe fĂŒr die Römer war dann zweifellos die Eroberung, PlĂŒnderung und anschließende Zerstörung der Weltstadt Antiochia, wobei Chosrau gewaltige SchĂ€tze und zahlreiche Gefangene nach Persien ĂŒberfĂŒhrte, wo sie in einer eigenen Stadt nahe Ktesiphon angesiedelt wurden. Chosrau soll außerdem ein rituelles Bad im Meer genommen und dem Sonnengott geopfert haben. Andere StĂ€dte hatten mehr GlĂŒck als Antiochia und konnten sich frei kaufen oder hielten den persischen Angriffen stand. In Apameia am Orontes, das ihm die Tore öffnete, ließ der König Wagenrennen durchfĂŒhren und prĂ€sentierte sich dabei in kaiserlicher Pose, was eine unerhörte Provokation Justinians darstellte.

Chosrau bot den Römern nun einen erneuten Friedensschluss an, doch Justinian scheint den Glauben an die sassanidische Vertragstreue verloren zu haben und lehnte ab. Der Krieg wurde fortgesetzt; aber es gelang den Römern nur langsam, die Lage zu stabilisieren. Die ohnehin stark beanspruchte oströmische Armee (die MannschaftsstĂ€rke betrug laut Agathias nur etwa 150.000 Mann, aber diese Angabe muss mit großer Vorsicht behandelt werden – viel wahrscheinlicher ist eine Zahl von gut 300.000 Soldaten) musste nun einen Zweifrontenkrieg fĂŒhren: gegen die Ostgoten in Italien und gegen die Perser im Osten. Überdies war der Balkanraum durch PlĂŒnderungszĂŒge der Awaren und Slawen bedroht.[7]

Die römisch-persische Grenze zum Zeitpunkt des Todes Justinians im Jahr 565.

Der östliche Kriegsschauplatz erstreckte sich schließlich vom Kaukasus (vor allem in Armenien, wo Justinians General Sittas bis zu seinem Tod 539 sehr erfolgreich operiert hatte, und um die wichtige Festung Petra am Schwarzen Meer wurde seit 541 erbittert gekĂ€mpft) bis nach Mesopotamien. Der wichtigste Streitpunkt und ein Zentrum der Kampfhandlungen zwischen Römern und Persern war vor allem Lazika, ein kleines Königreich am Schwarzen Meer, identisch mit dem frĂŒheren Kolchis. Der Krieg sollte bis 561/62 andauern (unterbrochen von einem Waffenstillstand, der sich bezeichnenderweise nicht auf Lazika bezog) und die Ressourcen Ostroms stark strapazieren. Anders als oft behauptet, vernachlĂ€ssigte Justinian dabei keineswegs die Verteidigung der Ostgrenze zugunsten seiner Eroberungen im Westen, im Gegenteil. Da sich im Orient bald ein militĂ€risches Patt entwickelte und sich die Perser um 560 mit einem neuen Feind, den TĂŒrken, konfrontiert sahen, waren sie 562 zum Frieden mit den Römern bereit. In diesem Vertrag, der von Petrus Patricius fĂŒr Justinian ausgehandelt wurde, ĂŒberließen die Perser den Römern Lazika – Justinian hatte die Ostgrenze also letztlich doch halten können, wenngleich er nun den Persern jĂ€hrlich Tribut zahlen musste. Es ist letztlich unklar, wie stark diese Zahlungen die römischen Kassen belasteten[8] – dennoch waren die Römer wohl mehrheitlich nicht glĂŒcklich mit der Tributverpflichtung. Justinians Nachfolger Justin II. versuchte dann auch, diesen Vertrag zu revidieren – mit allerdings katastrophalem Ergebnis.

Insgesamt betrachtet wird man, wie gesagt, wohl nicht sagen können, Justinian habe die Ostgrenze vernachlĂ€ssigt; seit 540 wurde die Mehrheit der römischen Truppen im Orient eingesetzt (was zur langen Dauer des Krieges in Italien beitrug). Im Kaukasus und in Mesopotamien operierten zeitgleich stets mindestens zwei große kaiserliche Armeen. Justinian war zwar im Osten eher defensiv tĂ€tig und widmete sich stĂ€rker der Politik im Westen (siehe unten), er entsandte aber nur dann Truppen nach Italien, wenn er sie im Osten entbehren zu können glaubte. Durch eine Mischung aus diplomatischen und militĂ€rischen Mitteln konnte der Kaiser die römische Position gegenĂŒber Persien dabei letztlich halten; die Verpflichtung zu jĂ€hrlichen Tributen wog dagegen gering, wurde aber als DemĂŒtigung empfunden. Sein Nachfolger Justin II. ging daher ab 572 wieder aggressiv gegen die Sassaniden vor – was allerdings nur in einen jahrelangen Krieg mĂŒndete, der erst 591 unter Maurikios vorĂŒbergehend beendet werden konnte, bevor Chosrau II. dann 602 den letzten und grĂ¶ĂŸten römisch-persischen Krieg begann (siehe Herakleios).[9]

Vandalenkrieg

Der Krieg gegen das Vandalenreich in Nordafrika (etwa deckungsgleich mit dem modernen Tunesien, siehe auch Africa) begann ursprĂŒnglich als eine Strafexpedition.[10] Der dem Katholizismus nicht feindlich gesinnte arianische König Hilderich war abgesetzt und durch Gelimer ersetzt worden. Justinian bestand nun auf der Wiedereinsetzung Hilderichs, was aber strikt abgewiesen wurde. Darauf entschied man in Konstantinopel nach lĂ€ngerer Debatte, militĂ€risch im Vandalenreich zu intervenieren und einen genehmen König einzusetzen. Den Charakter einer regelrechten Eroberungskampagne erhielt der Feldzug nach Ansicht viele Forscher (etwa Mischa Meier oder Hartmut Leppin) wohl erst im Nachhinein.

Belisar begann schließlich 533 mit einem höchstens 20.000 Mann starken Heer (bestehend aus 15.000 kaiserlichen Soldaten, 1000 foederati und den zahlreichen buccelarii Belisars) den Feldzug, der innerhalb kĂŒrzester Zeit abgeschlossen war. Hilfreich dabei war, dass der Vandalenkönig Teile seiner StreitkrĂ€fte nach Sardinien gesandt hatte, um eine dortige Revolte niederzuschlagen, und auch nicht mit einem Angriff der Oströmer gerechnet hatte. Gelimer ließ Hilderich hinrichten, doch Belisar besiegte die Vandalen bei Ad Decimum und Tricamarum. Am 15. September 533 fiel Karthago. Belisar nahm 534 schließlich auch Gelimer gefangen und fĂŒhrte ihn bei seinem „Triumphzug“ durch Konstantinopel. Statt wie geplant einen neuen Vandalenkönig einzusetzen, hatte man das Vandalenreich erobert. Vermutlich entstand erst jetzt, nach diesem ĂŒberraschend leichten Sieg, der Plan, auch Italien wieder der direkten kaiserlichen Herrschaft zu unterwerfen.

Doppelter solidus Justinians, der anlĂ€sslich des Sieges von 534 „das Heil und den Ruhm der Römer“ feiert (Umzeichnung).

Nordafrika wurde bereits 534 wieder in die regulĂ€re kaiserliche Verwaltung ĂŒbernommen; unter einem neuen praefectus praetorio per Africam standen sieben Provinzstatthalter, wĂ€hrend auf militĂ€rischer Seite kĂŒnftig ein magister militum per Africam das Oberkommando ĂŒber die duces von Tripolitania, Byzacena, Numidia, Mauretania Caesariensis und Sardinia innehatte.

Der unerwartete, rasche Sieg ĂŒber das gefĂŒrchtete Vandalenreich markierte den frĂŒhen Höhepunkt der justinianischen Herrschaft; der Kaiser hatte nicht nur einen scheinbar dauerhaften Frieden mit den Persern erzielt, sondern nun auch ein Kernland des Imperium Romanum mit scheinbar leichter Hand zurĂŒckgewonnen. In der Vorrede der Endfassung des Codex Iustinianus (siehe unten) nannte er sich im Dezember 534 daher selbstbewusst IMPERATOR CAESAR FLAVIUS IUSTINIANUS ALAMANNICUS GOTHICUS FRANCICUS GERMANICUS ANTICUS ALANICUS VANDALICUS AFRICANUS PIUS FELIX INCLITUS VICTOR AC TRIUMPHATOR SEMPER AUGUSTUS („Der Imperator Caesar Flavius Justinianus, Sieger ĂŒber Alamannen, Goten, Franken, Germanen, Anten, Alanen, Vandalen und Afrikaner, der Fromme, GlĂŒckliche, BerĂŒhmte, der Sieger und Triumphator, allzeit Augustus“).

Allerdings kam es in Nordafrika schon bald wieder zu KĂ€mpfen mit den Berbern (Mauren), die einen stĂ€ndigen Unruheherd darstellten, und auch zu mehreren Meutereien der oströmischen Garnisonstruppen, wie die unter Stotzas. Justinians General Johannes Troglita konnte die Berberrebellion nach langwierigen KĂ€mpfen jedoch niederschlagen und die verbliebenen Eindringlinge friedlich ansiedeln; auch ein vandalischer Restaurationsversuch 546 unter Guntarith scheiterte. Lange nahm die Forschung an, Nordafrika habe nach der RĂŒckeroberung einen massiven Niedergang erlebt, doch ist diese Annahme durch neue Untersuchungen revidiert worden.[11] Africa erlebte in den Jahrzehnten um 600 offenbar noch einmal eine bescheidene BlĂŒte und blieb immerhin bis 698 römisch und christlich.

Gotenkriege

Siehe auch: Gotenkriege

Verlauf der Gotenkriege

Schon kurz nach dem Sieg ĂŒber die Vandalen begann Justinian einen weiteren Krieg im Westen. Den Hintergrund fĂŒr das Eingreifen Ostroms in Italien bildeten dabei die Intrigen und ThronkĂ€mpfe nach dem Tod des bedeutenden Ostgotenkönigs Theoderich. Seine Tochter Amalasuntha suchte eine Anlehnung an Ostrom, wĂ€hrend Theoderichs Neffe Theodahad seine eigene Position stĂ€rken wollte. Nach dem Tod von Amalasunthas jungem Sohn Athalarich im Jahre 534 gelang es Theodahad, die KönigswĂŒrde zu erlangen. Das nun folgende diplomatische Intrigenspiel ist kaum zu durchschauen; sicher ist nur, dass Amalasuntha getötet wurde und Justinian dies zum Anlass nahm, RĂŒstungen einzuleiten. Die Spannungen fĂŒhrten schließlich 535 zum offenen Krieg (Gotenkrieg), doch wurden die KĂ€mpfe gegen die wehrhaften Ostgoten langwieriger als erwartet. Ein oströmischer Angriff auf Dalmatien scheiterte, wĂ€hrend Belisar Sizilien und bald darauf Neapel einnehmen konnte. Theodahad versagte vollkommen, worauf er von Witichis abgelöst wurde. Dieser organisierte den Widerstand recht erfolgreich, verlor aber Ende 536 Rom an Belisar. Versuche, die Stadt, die noch immer etwa 100.000 Einwohner hatte, erneut zu erobern, scheiterten. Es kam zu schweren KĂ€mpfen, die sehr wechselhaft verliefen und fĂŒr die Bevölkerung Italiens mit großen Lasten verbunden waren. So wurde das von oströmischen Truppen eroberte Mailand 538 von den Ostgoten grausam zurĂŒckerobert; zudem kam es zu Hungersnöten im Land. 538 war auch Narses, Belisars Konkurrent, mit nur geringen VerstĂ€rkungen nach Italien entsandt worden, doch fĂŒhrten Streitigkeiten zwischen den beiden Kommandeuren dazu, dass die Offensive gegen die Goten im Sande verlief und Narses bald darauf nach Konstantinopel zurĂŒckkehrte. Auch der Einfall der merowingischen Franken, die unter Theudebert I. 539 in Norditalien einfielen und diese Region grĂŒndlich verwĂŒsteten, forderte zahllose Opfer; dabei kĂ€mpften sie sowohl gegen die Goten als auch gegen die Oströmer, die beide vorher die Franken als mögliche VerbĂŒndete umworben hatten.

Im Mai 540 fiel das von Belisar belagerte Ravenna. Ostgotische Adlige hatten ihm die KaiserwĂŒrde im Westen angeboten, und Belisar war darauf eingegangen.[12] Witichis wanderte in die Gefangenschaft, wo er 542 im Range eines Patricius verstarb. Ob Belisar die KaiserwĂŒrde nur zum Schein annahm, ist unklar. Jedenfalls erweckte dies den Argwohn Justinians, der seinen GenerĂ€len ohnehin nie recht traute und einen zweiten Augustus neben sich nicht geduldet hĂ€tte. Sicher ist, dass Belisar seine Kompetenzen ĂŒberschritt, als er Witichis gefangen nahm, denn Justinian hatte zuvor mit den Ostgoten vereinbart, dass sich diese in Norditalien als Foederaten ansiedeln sollten. Belisar setzte sich ĂŒber diese Abmachung eigenmĂ€chtig hinweg; vielleicht hĂ€tte die Geschichte einen anderen Verlauf genommen, hĂ€tte er den kaiserlichen Willen befolgt: Ein transpadanisches Gotenreich hĂ€tte als Puffer gegen die Invasionen der Langobarden und Franken fungieren können, und zudem wĂ€re Italien wohl die zweite, blutigere Phase des Ostgotenkrieges erspart geblieben.

Das Restaurationswerk Justinians

Justinian begann sogleich, oströmische Beamte nach Italien zu entsenden, die sich offenbar vielfach eher als Herren denn als Befreier gaben: Aufgrund der sehr hohen Steuern, die sie einforderten, kam es in Italien bald darauf zu AufstĂ€nden, wobei sich der 542 in Pavia, wo sich die Reste der Ostgoten gesammelt hatten, zum neuen König erhobene Totila (eigentlich Baduila) als ein kluger Stratege erwies (Propagandakampagne, Bau einer Flotte). Nur kleine Truppenteile wurden Belisar, der 544 wieder das Kommando des italischen Kriegsschauplatzes ĂŒbernommen hatte, zur Niederschlagung der „Rebellion“ zur VerfĂŒgung gestellt, da Justinian seinem besten General nicht mehr recht vertraute und der Großteil der römischen Truppen im Osten benötigt wurde, wo es seit 540 wieder zu KĂ€mpfen mit den Persern gekommen war (siehe oben). Der so genannte zweite Gotenkrieg (541/42 bis 552) erwies sich als noch hĂ€rter als der vorangegangene. Ende 546 fiel Rom an Totila, der es jedoch bald darauf wieder verlor. Die KĂ€mpfe erstreckten sich ĂŒber ganz Italien und wurden mit großer Grausamkeit gefĂŒhrt. 549 wurde Belisar, dem Prokopios von Caesarea spĂ€ter zahlreiche VersĂ€umnisse vorwarf, abberufen und zunĂ€chst 550 durch Germanus, nach dessen plötzlichem Tod durch Narses ersetzt. Totila hatte derweil Ende 549 Rom ein zweites Mal eingenommen, konnte sich dort aber wieder nicht behaupten. Dieser Krieg ruinierte auch die wohlhabende weströmische Senatsaristokratie, die bis dahin ein TrĂ€ger der antiken Kultur gewesen war. Zum Ende des Jahrhunderts sollte der Senat in seiner bisherigen antiken Tradition dann aus den Quellen verschwinden.

Erst als mit den Persern ein Waffenstillstand geschlossen worden war, konnte Justinian 551 wieder genĂŒgend MĂ€nner an der Orientfront entbehren, um den lĂ€stigen Gotenkrieg zu entscheiden. Narses gelang es mit dieser neuen Armee Anfang Juni 552, das wieder gotische Ravenna zu erobern und bald darauf die Goten unter Totila bei Busta Gallorum entscheidend zu schlagen; Totila fiel dabei, womit das gotische Heer seinen Strategen verloren hatte. Unter ihrem letzten König Teja stellten sich die Goten im Oktober 552 am Mons Lactarius in Sichtweite des Vesuv noch einmal zum Kampf, den sie aber ebenfalls verloren. Einzelne gotische Garnisonen konnten sich noch einige Jahre halten, der Krieg war damit jedoch entschieden.

Italien wurde wie zuvor Africa wieder einem römischen praefectus praetorio unterstellt; das Land jedoch war verwĂŒstet. Die Pragmatische Sanktion, mit der es 554 administrativ wieder ins Imperium Romanum eingegliedert wurde, schaffte fast alle Ämter ab, die zuvor von weströmischen Senatoren besetzt worden waren, und trug damit noch zusĂ€tzlich zum Verschwinden dieser Aristokratie bei. Italien verlor seinen Sonderstatus und sollte wie eine gewöhnliche Provinz von Konstantinopel aus regiert werden; das alte Kernland des Imperiums stand nun zwar nach Jahrzehnten wieder unter direkter kaiserlicher Herrschaft, hatte aber sein Eigengewicht weitgehend eingebĂŒĂŸt. Lediglich der Stadt Rom gestand der Kaiser noch einige Privilegien zu, darunter die Wiederaufnahme der kostenlosen Getreidespenden an die nunmehr stark dezimierte Bevölkerung.

Bald nach Justinians Tod fielen die Langobarden 568 in Italien ein – eventuell im Zusammenhang mit einem gescheiterten Versuch des Narses, sie als Foederaten anzusiedeln – und nahmen es zum grĂ¶ĂŸeren Teil in Besitz. Als Teile Ostroms verblieben Genua bis 650, die Region um Ravenna (als Exarchat Ravenna) bis 751, Sizilien bis zum 9. Jahrhundert und Teile SĂŒditaliens bis 1071.[13]

Sonstige Außenpolitik

In Spanien konnte der bereits hochbetagte weströmische Senator Liberius im Auftrag Justinians 552 in Folge von inneren Wirren im Westgotenreich dessen sĂŒdliche Region um CĂłrdoba und Gibraltar fĂŒr das Imperium in Besitz nehmen. Dieser Raum, der im Wesentlichen der alten Provinz Baetica entsprach, wurde von Justinian als Spania reorganisiert, blieb knapp 80 Jahre oströmisch und unterstand einem eigenen magister militum. Die genauen Grenzen des Gebietes sind unklar.

Der Balkan kam wĂ€hrend der ganzen Regierungszeit Justinians nicht zur Ruhe. Immer wieder fielen Awaren, Slawen und Hunnen ein, daher wurde mit erheblichem Aufwand das Festungssystem erweitert und erneuert. Unter anderem wurde das vor Jahrzehnten wĂ€hrend der Hunnen- und GotenzĂŒge zerstörte Legionslager Singidunum an der Donau ab 535 als oströmisches Kastron, das den mittelalterlichen Kern der Stadt Belgrad begrĂŒndete, neu aufgebaut. Allerdings erwiesen sich diese Maßnahmen dennoch als nicht ausreichend, um die Sicherheit der Provinzen Moesia und Thrakien zu gewĂ€hrleisten: Das Hinterland war immer wieder PlĂŒnderungszĂŒgen ausgesetzt, da insbesondere die Donaugrenze vernachlĂ€ssigt wurde. 545 gewannen die Oströmer die Anten als VerbĂŒndete, die einen Teil der Donaugrenze fortan sicherten.

548 und 550 drangen slawische StĂ€mme ĂŒber die Donau erstmals ins Innere der Balkanhalbinsel vor und erreichten den Golf von Korinth, die Adria und die Ă€gĂ€ische KĂŒste. Die Infiltration slawischer StĂ€mme sollte sich in den nachfolgenden Jahrzehnten als folgenschweres Ergebnis justinianischer Politik zeigen, die zu einem völlig neuen demografisch-soziologischen Charakter der Balkanhalbinsel fĂŒhrte und dem Reich ĂŒber Jahrhunderte kostspielige militĂ€rische Operationen sowie eine mit der Kurie konkurrierende MissionstĂ€tigkeit abverlangte. 559 drangen hunnische Angreifer (wohl Kotriguren) unter ihrem HĂ€uptling Zabergan bis in die NĂ€he von Konstantinopel vor und bedrohten die Hauptstadt, sie konnten aber vom noch einmal reaktivierten Belisar abgewehrt werden. Einige Jahre nach Justinians Tod fiel 582 die SchlĂŒsselfestung Sirmium (heute Sremska Mitrovica) dem Ansturm der Awaren und unterworfener slawischer StĂ€mme zum Opfer. Obwohl einer seiner Nachfolger, Kaiser Maurikios, mit zahlreichen FeldzĂŒgen die VersĂ€umnisse der justinianschen Balkanpolitik aufzufangen versuchte, konnte er die Landnahme der Slawen auf dem Balkan letztendlich nur verzögern, denn seine Nachfolger schenkten der Balkanverteidigung nicht die nötige Aufmerksamkeit. Aus der Konsequenz der Völkerwanderungen der Slawen im 6. Jahrhundert und der spĂ€teren byzantinischen Mission hatte der byzantinische Kulturkreis seine natĂŒrliche Grenze an Drina und Save.

Es gelang Kaiser Justinian, Kontakte mit dem christlichen Reich von Aksum herzustellen (im heutigen Äthiopien, siehe dazu auch Ella Asbeha), wobei die Aksumiten bereits im Jahr 525 im Jemen gegen die Himjariten interveniert hatte, sehr zum Ärger der Sassaniden, die in dieser Region eigene Interessen verfolgten und die SĂŒdkĂŒste des persischen Golfs bald nach dem Tod des Kaisers eroberten. An der SĂŒdgrenze der Provinz Ägypten kam es zudem immer wieder zu KĂ€mpfen mit den Blemmyern. Aus dem Kaiserreich China konnten unter Justinian Seidenraupen eingefĂŒhrt werden, was die AbhĂ€ngigkeit von Importen verringerte und zur Entstehung einer eigenen Seidenproduktion fĂŒhrte. Auch in denjenigen Regionen des Mittelmeerraumes, die nicht der direkten Herrschaft Ostroms unterworfen waren, wurde der Vorrang des Kaisers zu dieser Zeit in der Regel anerkannt. Ebenso wie mit den Hunnen kam es auch mit den Franken immer wieder zu KĂ€mpfen, die aber nicht von entscheidender Bedeutung waren (siehe Gotenkriege in Italien).

Innenpolitik

Allgemeines

Justinian galt als ein „schlafloser Kaiser“, der sich um viele Belange persönlich kĂŒmmerte. Justinian verließ die Hauptstadt nur sehr selten und war ein wahrer „Innenpolitiker“, wobei er das GlĂŒck hatte, nicht nur ĂŒber kompetente zivile Mitarbeiter (Tribonian, Johannes der Kappadokier), sondern auch ĂŒber mehrere sehr fĂ€hige GenerĂ€le zu verfĂŒgen (Belisar, Narses, Germanus, Sittas, Mundus, Johannes Troglita), die seine Kriege fĂŒr ihn fĂŒhrten.

Halbfollis Justinians I.

Unter dem sozialen Aufsteiger Justinian erreichte die spĂ€trömische Herrscherideologie ihre höchste Steigerung; er konnte sich zwar nicht völlig von den Ă€lteren Wurzeln des Kaisertums lösen, betonte aber stĂ€rker als seine VorgĂ€nger, er habe seine Macht direkt von Gott (ek theou) erhalten. Allerdings musste er auch RĂŒckschlĂ€ge wie den unten besprochenen Nika-Aufstand hinnehmen, in dem er seinen Thron nur durch exzessive Gewalt sichern konnte. Seinen Berater, den einflussreichen praefectus praetorio Johannes den Kappadokier, ließ er 541 fallen, da dessen Macht von dem Kaiserpaar, aber vor allem von Theodora, als Gefahrenfaktor eingestuft wurde. Ähnlich erging es wenig spĂ€ter Belisar, der durch seine militĂ€rischen Siege zum Rivalen des Kaisers zu werden drohte, aber nicht so tief fiel wie Johannes. Es ist bezeichnend, dass Justinian seine Macht niemals mit einem Augustus oder Caesar teilte und auch keinen Nachfolger designierte.

Justinian sorgte sich auch um die StĂ€dte und die Provinzverwaltung sowie - vor allem in der zweiten HĂ€lfte seiner Regierung - um theologische Fragen. Er versuchte durch zahlreiche Gesetze und Verordnungen, die spĂ€trömische Administration des Reiches zu straffen und den aktuellen Erfordernissen anzupassen – nicht immer mit Erfolg, aber mit bemerkenswerter Energie. Die von ihm veranlasste Rechtskompilation war bahnbrechend und sollte bis in die Neuzeit nachwirken. Eine wichtige Quelle fĂŒr diese letzte Phase der spĂ€tantiken Verwaltungsgeschichte stellt dabei das Archiv des Beamten Dioskoros dar, der unter Justinian und seinen Nachfolgern wichtige Posten in Ägypten bekleidete. Noch wichtiger ist die Schrift De magistratibus des ehemaligen kaiserlichen Beamten Johannes Lydos, in der dieser Einblicke auch in die höheren RĂ€nge der spĂ€tantiken Verwaltung bietet.

Allerdings belasteten die Kriege - vor allem die im Orient - die Staatsfinanzen erheblich. Dies, die ungebremste Bauwut und insbesondere die Folgen der Pestepidemie sorgten fĂŒr immer höhere Belastungen, was schließlich möglicherweise zur Verelendung von Teilen der Bevölkerung fĂŒhrte. Andererseits erlebten Kleinasien, Ägypten und die nicht von persischen Invasionen betroffenen Gebiete Syriens und PalĂ€stinas unter Justinian eine wirtschaftliche BlĂŒte. Hier wahrten die StĂ€dte ihren klassisch-antiken Charakter, den sie vor allem sĂŒdlich der Donau bereits verloren. Inwiefern Justinian die KrĂ€fte des Reiches wirklich ĂŒberstrapazierte, ist bislang kaum zu sagen und sehr umstritten. Die spĂ€trömische Senatsaristokratie konnte im Osten weiter ihr enormes Sozialprestige, ihre klassische Bildung (paideia) und ein teilweise gewaltiges Vermögen alles in allem bewahren (ein Beispiel hierfĂŒr ist die hochadlige Anicia Juliana), es kam aber offenbar zu Spannungen zwischen den politisch weitgehend entmachteten Senatoren und dem Kaiser.[14]

Konsulardiptychon von 521 mit Justinians vollstÀndigem Namen vor seiner Kaisererhebung.

Nika-Aufstand

→ Hauptartikel: Nika-Aufstand

Das innenpolitisch markanteste Ereignis in Justinians Regierungszeit war wohl der so genannte Nika-Aufstand in Konstantinopel im Jahre 532, bei dem die rivalisierenden Zirkusparteien der Blauen und GrĂŒnen, verĂ€rgert durch Justinians Bestrebungen, ihre Macht einzuschrĂ€nken, sich gegen ihn zusammenschlossen und einen Gegenkaiser (Flavius Hypatius, den Neffen des frĂŒheren Kaisers Anastasios I.) ausriefen. Wahrscheinlich waren auch andere hochrangige Senatoren an der Revolte beteiligt. WĂ€hrend Justinian die Lage als verloren angesehen haben soll, weigerte sich angeblich (nach Prokopios) Justinians Frau, die Augusta Theodora, eine ehemalige Schauspielerin, aus der Hauptstadt zu fliehen.[15] Durch Verhandlungen des praepositus Narses mit den AufstĂ€ndischen und vor allem durch Belisars Einfall mit kaisertreuen Truppen in den Circus, wo sich die AufstĂ€ndischen versammelt hatten, konnte der Aufstand jedenfalls blutig niedergeschlagen werden. Hypatius und sein Bruder Pompeius wurden hingerichtet, und auch zahlreiche Aristokraten fanden dabei den Tod. Insgesamt sollen bei den Unruhen etwa 30.000 Menschen den Tod gefunden haben, und Teile der Hauptstadt brannten nieder.

Nach dem Ende des Aufstands blieb es in Konstantinopel jahrelang ruhig; Justinians Herrschaft wurde im Inneren nicht mehr bedroht. Ein Usurpationsversuch des Johannes Cottistis brach 537 binnen Tagen in sich zusammen. Erst in den letzten Jahren Justinians kam es wieder zu Unruhen unter der Bevölkerung.

Die Pest und ihre Folgen

Seit 541 tobte die sogenannte Justinianische Pest (wahrscheinlich handelte es sich um Beulenpest) im ganzen Reich, an der wohl auch Justinian selbst erkrankte; sein wichtigster Jurist Tribonian verstarb sogar – und mit ihm zahllose andere. Prokopios hat einen erschĂŒtternden Bericht ĂŒber das WĂŒten der Seuche in Konstantinopel hinterlassen. Die Folgen waren offenbar weitreichend: Es kam zu Hungersnöten, und es entwickelte sich offenbar eine Endzeitstimmung, die durch andere Faktoren wie Kriege und zahlreiche Erdbeben noch verstĂ€rkt wurde. Wie schwerwiegend die Auswirkungen der Seuche wirklich waren, ist aber umstritten.

Vielleicht auch als Folge der Katastrophen (siehe auch die Hypothese zu den KlimaverĂ€nderungen von 535–536) wandte sich Justinian nun verstĂ€rkt theologischen Fragen zu. Es kam zu einer gewissen ZĂ€sur in seiner Regierungszeit; seine Politik war, auch bedingt durch die RĂŒckschlĂ€ge in den Kriegen, alles in allem weniger dynamisch als zu Beginn. Insgesamt können die enormen Menschenverluste durch die Pest wohl als einer der wichtigsten Einzelfaktoren fĂŒr den Untergang der antiken Zivilisation gesehen werden.

Rechtskompilation

Eine der grĂ¶ĂŸten und langfristig wichtigsten Leistungen Justinians war zweifellos die Kodifikation des römischen Rechts. Bereits 529 wurde der aus frĂŒheren privaten und öffentlichen Sammlungen kompilierte Codex Iustinianus veröffentlicht, 533 erschienen die Digesten (auch Pandekten genannt), eine Sammlung von Schriften klassischer römischer Juristen, die die zweite Gruppe geltenden Rechts neben den kaiserlichen Gesetzen darstellten, wobei vor allem Tribonian großen Anteil am Erfolg hatte. Im selben Jahr wurden auch die Institutionen veröffentlicht, eine Art juristisches Lehrbuch. Ende 534 wurde dann die zweite, endgĂŒltige Version des Codex Iustinianus vorgelegt. Den Abschluss dieses Corpus Iuris Civilis bildete eine Novellensammlung, in der die nach Erscheinen des Codex veröffentlichten Verordnungen Aufnahme fanden.

Die Wirkung des (erst im Mittelalter so genannten) Corpus Iuris war weitreichend: Im 12. Jahrhundert wurde das Corpus an der Rechtsschule von Bologna rezipiert und bildete mit das GrundgerĂŒst fĂŒr die Programmatik der Staufer, die sich an die spĂ€tantike Kaiseridee anlehnten. Am Ende des Mittelalters galt es als allgemein anerkanntes Recht und beeinflusste auch die folgende Gesetzgebung.

BautÀtigkeit

Die Hagia Sophia heute. Die Minarette wurden nach der Eroberung Konstantinopels durch die TĂŒrken 1453 errichtet.
Gesamtplan der protobyzantinischen Stadt Justiniana prima (530–615).
1 Episkopalbasilika
2 Atrium und Brunnen der Episkopalbasilika
3 Baptisterium
4 „Consignatorium“
5 Straße der Akropolis
6 „Episkopalpalast“
7 Tor der Akropolis
8 Kreisförmiger Platz
9 Nordstraße der Oberstadt
10 SĂŒdstraße der Oberstadt
11 Weststraße der Oberstadt
12 Oststraße der Oberstadt
13 Osttor der Oberstadt
14 GebÀude im Nordwesten des Kreisplatzes
15 GebÀude im Nordosten des Kreisplatzes
16 GebĂ€ude im SĂŒdwesten des Kreisplatzes
17 GebĂ€ude im SĂŒdosten des Kreisplatzes
18 Kirche mit Krypta
19 GebĂ€ude an der SĂŒdstraße der Oberstadt
20 SĂŒdtor der Oberstadt
21 Kreuzförmige Kirche
22 Kirche am Fuße der Akropolis
23 „Urbane Villa“
24 Turm d'angle im SĂŒdwesten der Oberstadt (Reservoir)
26 Zisterne der Unterstadt
27 Doppelkirche
28 Kirche „à transept“
33 Therme
41 Quadratischer Turm der Mauern der Unterstadt

Justinian entfaltete eine rege BautĂ€tigkeit. So ließ er unter anderem die alte Kirche der Heiligen Weisheit, die Hagia Sophia, in Konstantinopel nach ihrer Zerstörung im Nika-Aufstand durch einen prachtvollen Neubau ersetzen, dessen gewaltige Kuppel nach einem Erdbeben noch vor Justinians Tod nochmals erneuert werden musste. Dieser weltberĂŒhmte Bau, der maßgeblich von den Architekten Anthemios von Tralleis und Isidor von Milet geprĂ€gt war, gilt als das letzte Meisterwerk der spĂ€tantiken Architektur. Justinians Hagia Sophia war sieben Jahrhunderte lang die grĂ¶ĂŸte Kirche ĂŒberhaupt; die GrĂ¶ĂŸe der Kuppel wurde erst nach ĂŒber einem Jahrtausend vom Petersdom ĂŒberboten. Seit 641 wurden dort die Kaiser gekrönt, 1453 wurde sie zur Moschee. Bis heute ist sie das Wahrzeichen Istanbuls. Im Zuge der Neugestaltung Konstantinopels nach dem Nika-Aufstand ließ der Kaiser auch eine SiegessĂ€ule mit seiner Reiterstatue (sogenannte Justinian-SĂ€ule) auf dem Augustaion (sĂŒdwestlich der Hagia Sophia) errichten.

Auch Antiochia am Orontes wurde nach einem schweren Erdbeben und der Eroberung durch die Sassaniden 540 wieder aufgebaut. In Ephesos ließ Justinian unter anderem eine prĂ€chtige Kirche errichten, auch das berĂŒhmte Sinaikloster geht auf ihn zurĂŒck. Die Zahl der großen und kleinen StĂ€dte im Oströmischen Reich wird zu seiner Zeit auf etwa 900 geschĂ€tzt, und besonders in den ProvinzhauptstĂ€dten entfaltete sich noch einmal eine zum Teil rege Bau- und RenovierungstĂ€tigkeit. Justinian regelte per Gesetz, welcher Anteil an den Steuern den poleis zukommen sollte, um den Unterhalt der öffentlichen Bauten (Theater, BĂ€der etc.) zu gewĂ€hrleisten. Die Krisen, die das Reich seit 540 trafen, ließen die kaiserliche Politik zur Förderung der StĂ€dte aber letztlich scheitern.

Das römische Festungssystem wurde vor allem an der Donau stark erweitert, insbesondere wurde Singidunum, das heutige Belgrad, durch eine neue Burg befestigt, hielt jedoch langfristig dem Ansturm der Slawen bzw. der Awaren nicht stand, die 582 die SchlĂŒsselstadt Sirmium an der Save nehmen sollten. Auch an der Grenze zum Sassanidenreich wurden insbesondere nach 540 neue Befestigungen errichtet.

Unter den profanen Ingenieursbauten ist die monumentale SangariusbrĂŒcke in Bithynien zu nennen, deren Bau vom Kaiser aus strategischen Gesichtspunkten veranlasst wurde. Des Weiteren wurde auf kaiserliche Anweisung hin die Stadt Justiniana Prima (530–615) im heutigen Serbien als neue Bischofsstadt prĂ€chtig ausgebaut; entweder handelt es sich dabei um seinen Heimatort oder um eine in der NĂ€he liegende Ortschaft, moderner Name Caricin Grad (serb. = Kaiserinnenstadt). Laut einer heute im Pergamonmuseum in Berlin befindlichen Inschrift ließ der Kaiser zudem 538 das berĂŒhmte Markttor von Milet erneuern (dass er zugleich eine neue Stadtmauer errichten ließ, die nur noch einen Bruchteil des Stadtgebietes einschloss, gilt hingegen heute als Irrtum der Ă€lteren Forschung – die Befestigung entstand erst im 7. Jahrhundert).

Die umfassenden BautĂ€tigkeiten Justinians, die Prokopios in einem eigenen Werk feierte, konnten jedoch nur durch reichlich fließende Steuern finanziert werden. Die hohe fiskalische Belastung war vielleicht ein Auslöser fĂŒr den Nika-Aufstand 532, doch ist dies umstritten.

Religionspolitik

In der christlichen Kirche seiner Zeit spielte Justinian eine dominierende Rolle. Justinian verfasste angeblich selbst theologische Traktate und leitete Kirchenversammlungen. Das Zusammenspiel (die Symphonia) von spĂ€tantikem Staat und christlicher Kirche erreichte in dieser Zeit seinen Höhepunkt; der Kaiser beanspruchte, seine Herrschaft direkt von Gott (ek theou) erhalten zu haben. Justinian ging auch entschlossen gegen die verbliebenen Nichtchristen im Reich vor, vor allem im sĂŒdlichen Ägypten. Eifrig um Christianisierung bemĂŒht, ließ der Kaiser 529 zudem die Platonische Akademie in Athen, einen Hort paganer neuplatonischer Philosophie, schließen – vermutlich um damit den Einfluss des Heidentums auf Wissenschaft und Bildung zurĂŒckzudrĂ€ngen, vielleicht auch nur, um ein Zeichen zu setzen. Sieben heidnische Philosophen (darunter Damaskios und Simplikios) ĂŒbersiedelten daraufhin 531 kurzzeitig nach Persien, kehrten aber schon 532 wieder in das Imperium zurĂŒck.[16] Zwar sollen noch in den 540er Jahren 80.000 kleinasiatische „Heiden“ bzw. „Hellenen“ getauft und ihre Tempel zerstört worden sein, doch insgesamt dĂŒrfte die Zahl der AnhĂ€nger der alten Religion inzwischen eher gering gewesen sein. Es gab allerdings noch immer einige bedeutende pagane „Inseln“ im christlichen Reich, zum Beispiel die Stadt Carrhae in der heutigen TĂŒrkei oder das syrische Baalbek. Der berĂŒhmte Isis-Tempel von Philae in Ägypten, bis dahin das letzte offiziell geduldete pagane Heiligtum im Imperium, wurde um 536 durch kaiserliche Truppen geschlossen. Wie stark die vorchristlichen Kulte unter Justinian noch waren, lĂ€sst sich kaum abschließend beurteilen. Der Vorwurf des heimlichen Heidentums entwickelte sich zu einem beliebten Instrument, um unliebsame Angehörige der Oberschicht zu belasten.

Justinian ordnete 545/6 die Verfolgung nichtchristlicher Grammatiker, Rhetoren, Ärzte und Juristen an und ließ im Jahre 562 heidnische BĂŒcher öffentlich verbrennen.[17] Die Kindstaufe wurde zwangseingefĂŒhrt, die Nichtbeachtung mit dem Verlust von Eigentum und BĂŒrgerrecht bestraft, das Festhalten am „hellenischen“ Glauben bzw. die Apostasie nach der Taufe mit der Todesstrafe.[18] Dies war ein entscheidender Schritt, da nun praktisch jeder Reichsbewohner bereits als Kind getauft wurde und ein Abfall vom Christentum als grundsĂ€tzlich todeswĂŒrdiges Verbrechen galt. Besonders die ManichĂ€er wurden nicht nur von Justinian, sondern auch in Persien schwer verfolgt und mussten in der Folge nach Indien und China auswandern.[19] Die Rechtslage der Juden verschlechterte sich, doch wurde ihre Religion als einzige neben dem Christentum weiterhin offiziell geduldet.

Einen guten Überblick bezĂŒglich der eschatologischen Erwartungen im „Zeitalter Justinians“ (z. B. im Hinblick auf die Pestepidemie und mehrere Naturkatastrophen) gibt Mischa Meier, Das andere Zeitalter Justinians. Inwiefern die enttĂ€uschten Parusieerwartungen der Jahre um 500 aber tatsĂ€chlich auch fĂŒr die Zeit um 540 von Bedeutung waren und ob die Quellen, die Meier anfĂŒhrt, wirklich reprĂ€sentativ sind, bedarf durchaus noch der weiteren Diskussion.

In der Frage innerkirchlicher HĂ€resien scheiterten Justinians AusgleichsbemĂŒhungen; seine Verurteilung der monophysitischen (miaphysitischen) Lehre, welcher unter anderem selbst Kaiserin Theodora folgte, verschĂ€rfte nur die schon existierenden Spannungen zwischen den monophysitischen Kirchen Syriens und Ägyptens und der antimonophysitisch bzw. chalcedonensisch eingestellten römischen und konstantinopolitanischen Kirche.

Justinians harte Religionspolitik fĂŒhrte im Sommer 529 zu einem Aufstand der Samaritaner, einer Splittergruppe des Judentums, in PalĂ€stina, der blutig niedergeschlagen wurde (zu den HintergrĂŒnden siehe Julian ben Sabar). Überlebende wurden zwangschristianisiert. Die Montanisten, Christen mit abweichenden Endzeiterwartungen, begingen kollektiven Selbstmord, indem sie sich in ihre Kirchen einschlossen und diese anzĂŒndeten, ihr Schrifttum ging verloren.[20] Justinian persönlich gab sich sehr fromm und als ĂŒberzeugter AnhĂ€nger der orthodoxen Kirche, der auch als Kaiser die strengen Fastenzeiten strikt einhielt. Der angeblich von Justinian selbst verfasste Hymnus, „O einzig-gezeugter Sohn und Wort Gottes“ gehört bis heute zur Liturgie der orthodoxen Kirche.

Justinian ließ im Januar 543 einen Erlass gegen Origenes (185-254) veröffentlichen, der auch neun doktrinale Anathematismen beinhaltete, welche die Lehre des Origenes zum Inhalt hatten; ein zehnter Anathematismus zielte auf die Person des Origenes, dessen Lehren bereits seit Jahrhunderten umstritten waren. Von der stĂ€ndigen Synode wurde der Erlass kurz darauf bestĂ€tigt.

Fast gleichzeitig brach der erbittert gefĂŒhrte Dreikapitelstreit aus; beide Konflikte wurden teils zeitgleich gefĂŒhrt, inhaltlich hatten sie jedoch keine Gemeinsamkeit. Im Dreikapitelstreit ging es um die Schriften dreier christlicher Autoren aus dem 5. Jahrhundert, die im Verdacht standen, dem bereits 431 verworfenen Nestorianismus anzuhĂ€ngen. Namentlich waren dies Ibas von Edessa, Theodor von Mopsuestia und der Kirchenhistoriker Theodoret. Auch gegen sie ließ Justinian 544/45 eine Schrift verfassen, wogegen sich auch in den Reihen der Patriarchen erheblicher Widerstand formierte; selbst der römische Bischof Vigilius, welcher der Schrift zuerst zögernd zugestimmt hatte, musste seine Zustimmung auf Druck mehrerer westlicher Kirchen (unter anderem der von Africa) wieder zurĂŒckziehen. 546 ließ ihn Justinian in Rom festnehmen und nach Konstantinopel bringen. 548 stimmte Vigilius in der Schrift Iudicatum nochmals der kaiserlichen Position zu, nur um angesichts des massiven Widerstands der nordafrikanischen Christen erneut umzuschwenken.

Der Kaiser berief daher 553 das zweite Konzil von Konstantinopel ein, das als das FĂŒnfte Ökumenische Konzil (das letzte der SpĂ€tantike) in die Geschichte einging. Auch hier kam die Kontroverse um Origenes und um den Dreikapitelstreit noch einmal zur Sprache; Justinian ließ keinen Zweifel daran, dass er eine Verurteilung der drei Autoren wĂŒnschte, und setzte zu diesem Zweck auch Vigilius massiv unter Druck. Dieser stimmte den BeschlĂŒssen des Konzils schließlich zu, womit sie ökumenischen Rang erhielten. Ein Ausgleich mit den Monophysiten konnte aber nicht erreicht werden, und trotz der Anerkennung der KonzilsbeschlĂŒsse durch Vigilius, der auf dem RĂŒckweg nach Rom verstarb, stießen sie im Westen noch lange auf Widerstand. Kurz vor seinem Tod entfernte sich der Kaiser dann durch die Propagierung des Aphthartodoketismus selbst wieder von der Orthodoxie.

In theologischen Fragen nĂ€herte sich Ostrom unter Justinian bereits erkennbar dem byzantinischen Mittelalter an. Teils wird Justinian vorgeworfen, zu einer VerhĂ€rtung der Fronten beispielsweise in der Auseinandersetzung mit den Monophysiten beigetragen und somit indirekt die Kraft des Reiches geschwĂ€cht zu haben. Der Kaiser selbst, der eine enge VerknĂŒpfung von Kaisertum und Kirche anstrebte, wollte wohl eher das Reich durch eine gemeinsame Religion bzw. Konfession stĂ€rken – und wie fĂŒr die SpĂ€tantike typisch war dabei die Frage nach dem „richtigen“ Dogma von entscheidender Bedeutung, da sonst Verdammung statt Erlösung drohte.

In der orthodoxen Kirche werden Justinian und auch seine Frau Theodora I. (obwohl sie sich fĂŒr den Monophysitismus einsetzte) als Heilige verehrt. Justinians Gedenktag ist sein vermutlicher Todestag, der 14. November.

Wirkung

Justinian ist bis in die jĂŒngste Vergangenheit hinein oft als eine leuchtende Herrscherfigur der SpĂ€tantike gefeiert worden, und fraglos zĂ€hlt er neben Diokletian, Konstantin und Theodosius I. zu den bedeutendsten spĂ€trömischen Kaisern. Dennoch ist eine grundsĂ€tzliche Bewertung des Augustus schwierig.

Unter Justinian wurden die letzten Reste der alten römischen VolkssouverĂ€nitĂ€t (die allerdings schon lange nur mehr auf dem Papier existierte) beseitigt und durch ein konsequentes Gottesgnadentum ersetzt. Allerdings blieb die schweigende Zustimmung (das silentium) der Vertreter von Volk und Heer auch unter Justinian unverzichtbare Legitimation der kaiserlichen Herrschaft. Was die außenpolitischen Erfolge anging, so waren diese von sehr unterschiedlicher Nachhaltigkeit: Africa blieb 160, Spania immerhin 70 Jahre römisch; in Italien gingen die zurĂŒckeroberten Gebiete dagegen bereits ab 568 zu großen Teilen wieder verloren. Im Osten musste das Reich um das nackte Überleben kĂ€mpfen und sich den Frieden teuer erkaufen, wobei der oft erhobene Vorwurf, Justinian habe die Perserfront vernachlĂ€ssigt, um im Westen tĂ€tig zu sein, allerdings auf sehr schwachen Argumenten beruht: Im Gegenteil, die Hauptmacht der römischen Truppen widmete sich vor 532 und nach 540 der Abwehr der sassanidischen Angriffe.

Die noch immer zahlreichen StĂ€dte des oströmischen Reiches scheinen zumindest bis zur Pest ebenfalls bis zu einem gewissen Grad floriert zu haben, und auch lĂ€ndliche Regionen in Ägypten, Syrien und Kleinasien prosperierten. Allerdings erwies sich die Pestepidemie ab 541 als verheerend. Große Teile des Reiches waren betroffen; die finanzielle Kraft wurde dadurch ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen und das militĂ€rische Potenzial des Imperiums verringert. Allerdings trug der Kaiser gerade an dieser Katastrophe, deren Folgen schwer abzuschĂ€tzen sind, keine Schuld. Seine Regierungszeit war fĂŒr die Bevölkerung dennoch zweifellos teils mit schweren Lasten verbunden und von einer zunehmend intoleranten Religionspolitik geprĂ€gt (das Ziel, das Reich religiös durch das Chalkedonense zu einen, erreichte Justinian damit allerdings so wenig wie seine VorgĂ€nger).

Kritik am Kaiser hatten bereits Zeitgenossen geĂŒbt, hier vor allem Prokopios in seiner Geheimgeschichte. Dabei ist nach wie vor die Frage zu klĂ€ren, ob Justinians Politik sich tatsĂ€chlich wesentlich von der seiner VorgĂ€nger unterscheidet und ob sein Agieren nicht in vielem nur als Pragmatismus zu erklĂ€ren ist. Das Bild, das Prokopios von Justinian entwirft, ist von tiefem Hass gegen den Kaiser erfĂŒllt:

„Und dass er kein menschliches Wesen, sondern, wie man vermutet hat, die Verkörperung eines DĂ€mons in menschlicher Gestalt war, kann man erschließen, wenn man die Schwere der Untaten ermisst, welche er an der Menschheit verĂŒbte. Denn in dem Maße, wie die Taten eines Mannes ĂŒberragend sind, offenbart sich die Macht dessen, der sie verĂŒbt. Nun die genaue Zahl jener festzustellen, die durch ihn zerstört wurden, wĂ€re nicht möglich, denke ich, weder fĂŒr einen Menschen, noch fĂŒr Gott. Denn man könnte schneller, so denke ich, alle Sandkörner zĂ€hlen als die unermessliche Zahl jener, welche dieser Kaiser zerstörte.“[21]

Im Bereich der Jurisprudenz war Justinian wegweisend, wĂ€hrend die spĂ€tantike Kultur unter Justinian noch einmal eine letzte BlĂŒte erlebte: Prokopios von Caesarea, Agathias, Simplikios und Corippus verfassten bedeutende Werke in klassischer Tradition. Zugleich wiesen andere Entwicklungen bereits auf die Zukunft voraus: Zu nennen sind die Kirchengeschichte des Euagrios Scholastikos, die Weltchronik des Johannes Malalas und die – nur teilweise ĂŒberlieferten – Werke des Johannes von Ephesos, die recht bald nach Justinians Tod entstanden sind und nach Ansicht mancher Forscher bereits in eine andere Richtung weisen.

Eine gewisse ZĂ€sur ist wohl in den 540er Jahren zu sehen. War die Zeit vorher von Dynamik gekennzeichnet (Rechtskodifikation, BautĂ€tigkeit, Restaurationspolitik), folgte nun eine Phase nachlassender AktivitĂ€t, auch bedingt durch die Katastrophen der Pest und die andauernden Kriege im Westen und Osten, und der Kaiser wandte sich verstĂ€rkt der Religionspolitik zu – zumindest ist dies die Kernthese der vielbeachteten Monografie von Mischa Meier (Das andere Zeitalter Justinians). Allerdings gelangen drei spektakulĂ€re außenpolitische Erfolge – der Sieg ĂŒber die Ostgoten, die Eroberung von Teilen Spaniens und der Friedensschluss mit Persien – noch am Anfang der 550er bzw. 560er Jahre, so dass man den Einschnitt der Jahre um 542 vielleicht auch nicht ĂŒberbewerten sollte. Ostrom war am Ende von Justinians Regierungszeit zweifellos wieder die Vormacht im Mittelmeer, ganz nach dem antiken Reichsideal, allerdings erkauft mit hohen Opfern.[22]

In der Zeit Justinians wurde in vielen Bereichen der Weg fĂŒr das Byzantinische Reich bereitet, auch wenn dies noch ein langer Prozess sein sollte. Insbesondere zu Beginn seiner Regierung war das Reich noch klar römisch, zum Ende hin ist eine Zunahme der „byzantinischen“ ZĂŒge (gerade im religiösen Bereich) zu erkennen. Die Verwaltung des Reiches hielt unter Justinian allerdings zumeist noch an der typisch spĂ€tantiken Teilung von militĂ€rischer und ziviler Gewalt fest, und auch die zunehmende VerdrĂ€ngung der lateinischen Sprache aus Verwaltung, MilitĂ€r und Gesellschaft war bei Justinians Tod noch nicht abgeschlossen. Ein Wechsel deutete sich bereits an, doch der endgĂŒltige Bruch mit den antiken Traditionen erfolgte erst im Verlauf des siebten Jahrhunderts.

Die Frage, inwiefern der Kaiser fĂŒr die RĂŒckschlĂ€ge und Katastrophen, die das Reich in seinen spĂ€teren Jahren und nach seinem Tod trafen, tatsĂ€chlich persönlich verantwortlich war, kann durchaus unterschiedlich beantwortet werden. Vielleicht sollte man den faktischen Handlungsspielraum eines spĂ€tantiken Herrschers nicht ĂŒberschĂ€tzen und Justinian als einen innerhalb dieses Rahmens ungewöhnlich engagierten und fĂ€higen Monarchen betrachten – als den letzten römischen Kaiser, der diesen Namen wirklich mit Recht trug und der das Imperium Romanum noch einmal zur Vormacht der Mittelmeerwelt machte. Zwar darf man auch den sukzessiven Zusammenbruch der justinianischen Ordnung bald nach seinem Tod nicht außer Acht lassen, doch Forscher wie Chris Wickham haben jĂŒngst betont, dass der Kaiser am Ende seines Lebens eine beachtliche Bilanz hinterlassen habe, wĂ€hrend die Annahme, seine Politik habe die KrĂ€fte des Imperiums entscheidend ĂŒberfordert, kaum zu beweisen sei und sich nur aus der RĂŒckschau ergebe.[23] Der Ausgang der Diskussion ist offen.

Quellen

Die wichtigste Quelle zur Regierungszeit Justinians I. stellen die Werke des Prokopios von Caesarea dar, wobei dessen Geheimgeschichte mit Ă€ußerster Vorsicht zu lesen ist, da in dieser stark polemisiert wird. An Prokop schließt Agathias an, ohne jedoch dessen Niveau zu erreichen. Des Weiteren sei unter anderem auf Menander Protektor, Johannes Malalas und die diversen Chroniken hingewiesen (z. B. des Victor von Tunnuna). Eine wichtige Quelle ist auch das so genannte Corpus Iuris Civilis, zumal vor allem in den Vorreden Justinians Herrschaftsauffassung greifbar wird.

  • Corpus Iuris Civilis. Diverse Editionen, z. B. ISBN 3-8252-1764-7.
  • Prokopios: Werke gr.-dt. (BĂŒcherei Tusculum), 5 BĂ€nde, herausgegeben von Otto Veh, MĂŒnchen 1961ff.

Literatur

  • Klaus Bringmann: Justinian. In: Manfred Clauss (Hrsg.): Die römischen Kaiser. C.H. Beck, MĂŒnchen 1997, S. 431–450, ISBN 3-406-47288-5 (recht informative, knappe biografische Skizze).
  • Robert Browning: Justinian und Theodora. LĂŒbbe, Bergisch Gladbach 1988 (engl. Justinian and Theodora. London 1971, mehrere Nachdrucke).
  • John Bagnell Bury: History of the Later Roman Empire. 2 BĂ€nde, New York 1958 (Nachdruck von 1923). Bd. 1, ISBN 0-486-20398-0, Bd. 2, ISBN 0-486-20399-9 (Älteres Standardwerk, aber immer noch empfehlenswert, wenn auch freilich in Teilen veraltet. Besonders sei auf Bd. 2 hingewiesen, in dem ausfĂŒhrlich die Regierung Justinians beleuchtet wird. Es findet sich dort auch Ă€ltere Literatur).
  • Averil Cameron u. a. (Hrsg.): The Cambridge Ancient History. 2. Auflage. Bd. 14, Cambridge 2000, ISBN 0-521-32591-9 (Besonders S. 63ff. Englisches Standardwerk zur SpĂ€tantike mit BeitrĂ€gen von ausgewiesenen Experten. Sehr empfehlenswert, gerade fĂŒr den soziokulturellen Hintergrund. Dort auch weiterfĂŒhrende Literatur grĂ¶ĂŸtenteils jĂŒngeren Datums.).
  • Brian Croke: Justinian under Justin. Reconfiguring a Reign. In: Byzantinische Zeitschrift 100, 2007, S. 13–56, ISSN 0007-7704.
  • James A. S. Evans: The Age of Justinian. The Circumstances of Imperial Power. London und New York 1996, ISBN 0-415-23726-2 (Biografie, die lesbar, gut und zuverlĂ€ssig informiert).
  • James A. S. Evans: The Emperor Justinian and the Byzantine Empire. Greenwood Guides to Historic Events of the Ancient World. Greenwood, Westport Con 2005, ISBN 0-313-32582-0 (Vor allem aufgrund des Anhangs mit ausgesuchten, ins Englische ĂŒbersetzten Quellen hilfreich).
  • James A.S. Evans: The empress Theodora. Partner of Justinian. Austin 2002, ISBN 0-292-72105-6 (Leicht romantisierend, dennoch eine nĂŒtzliche und solide EinfĂŒhrung, die dem populĂ€rwissenschaftlichen Werk von P. Cesaretti (Theodora. Kaiserin von Byzanz) auf jeden Fall vorzuziehen ist)
  • Hartmut Leppin: Justinian. Das christliche Experiment. Klett-Cotta, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-608-94291-0 (aktuelle Biografie).
  • Harmut Leppin: Justinian und die Wiederherstellung des Römischen Reiches. Das Trugbild der Erneuerung. In: Mischa Meier (Hrsg.): Sie schufen Europa, C. H. Beck, MĂŒnchen 2007, S. 176–194.
  • Michael Maas (Hrsg.): The Cambridge Companion to the Age of Justinian. Cambridge 2005. ISBN 0-521-52071-1 (Eine hervorragende Aufsatzsammlung zu zentralen Themen (StĂ€dte, Pest, Krieg, Administration, Ideologie, Beziehungen zu den Nachbarn des Reiches und zu den Juden usw.), die auch eine umfassende Bibliografie bietet und besonders empfohlen werden kann) Besprechung
  • Otto Mazal: Justinian I. und seine Zeit. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2001. (Konservative, umfassende und teilweise bereits ĂŒberholte Gesamtdarstellung.)
  • Mischa Meier (Hrsg.): Justinian. WBG, Darmstadt 2011, ISBN 978-3-534-23001-3.
  • Mischa Meier: Justinian. Herrschaft, Reich und Religion. C. H. Beck, MĂŒnchen 2004, ISBN 3-406-50832-4 (Knappe, aber dennoch sehr informative Biografie. Zudem stark problemorientiert und gut lesbar, die Beurteilung des Kaisers ist aber vielleicht zu negativ).
  • Mischa Meier: Das andere Zeitalter Justinians. Kontingenzerfahrung und KontingenzbewĂ€ltigung im 6. Jahrhundert n. Chr. 2. Auflage. Göttingen 2004, ISBN 3-525-25246-3 (Detaillierte, umfangreiche Studie, die von einem interessanten Ansatz die Regierungszeit Justinians beleuchtet, der Katastrophenangst und den Endzeiterwartungen der Bevölkerung. FĂŒr historische Laien allerdings nicht unproblematisch zu lesen, zudem bedĂŒrfen viele von Meiers Thesen noch eingehenderer Diskussion).
  • Berthold Rubin: Das Zeitalter Justinians. Bd. 1, Berlin 1960 (2. Band 1995 aus dem Nachlass herausgegeben) .
  • Peter Sarris: Economy and society in the Age of Justinian. Cambridge University Press, Cambridge 2006, ISBN 0-521-86543-3.
  • Georges Tate: Justinien. L’épopĂ©e de l’Empire d’Orient (527–565). Fayard, Paris 2004.
  • Edward Watts: Justinian, Malalas, and the End of Athenian Philosophical Teaching in AD 529. In: Journal of Roman Studies 94, 2004, S. 168–182, ISSN 0075-4358.

Weblinks

 Commons: Justinian I â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Wikisource: Flavius Petrus Sabbatius Iustinianus â€“ Quellen und Volltexte (Latein)

PrimÀrquellen

Allgemeine Links zu Justinian

Anmerkungen

  1. ↑ Evans, Age of Justinian, S. 1f.
  2. ↑ Brian Croke, Justinian under Justin.
  3. ↑ Vgl. dazu Brian Croke, Justinian under Justin, S. 43ff.
  4. ↑ Zu den Nachfolgern Justinians vgl. Harry Turtledove, The Immediate Successors of Justinian: A Study of the Persian Problem and of Continuity and Change in Internal Secular Affairs in the Later Roman Empire during the Reigns of Justin II and Tiberius II Constantine (A.D. 565–582), Diss. University of California 1977.
  5. ↑ Vgl. zuletzt Hartmut Leppin: Justinian. Stuttgart 2011, S. 149f.
  6. ↑ Vgl. dazu Henning Börm: Der Perserkönig im Imperium Romanum. In: Chiron 36, 2006, S. 299-328.
  7. ↑ Vgl. zum Balkan den Überblick bei Otto Mazal: Justinian und seine Zeit, Köln 2001, S. 182-194.
  8. ↑ Zur These, dass die Zahlungen ökonomisch nicht ins Gewicht fielen, sondern Symbol persischer Überlegenheit waren, vgl. Henning Börm: „Es war allerdings nicht so, dass sie es im Sinne eines Tributes erhielten, wie viele meinten...“. AnlĂ€sse und Funktion der persischen Geldforderungen an die Römer (3. bis 6. Jh.). In: Historia 57, 2008, S. 327ff..
  9. ↑ Vgl. zu Justinians Perserkriegen Rubin, Das Zeitalter Justinians, Bd. 1, S. 245ff.; jetzt zusammenfassend und mit Verweisen auf die aktuelle Literatur: Geoffrey Greatrex, Byzantium and the East, in: Michael Maas (Hg.), The Cambridge Companion to the Age of Justinian, Cambridge 2005, S. 486ff.
  10. ↑ Vgl. zu Justinians Vandalenkrieg Hartmut Leppin: Justinian. Stuttgart 2011, S. 150-160.
  11. ↑ Vgl. dazu Yves ModĂ©ran: Byzanz' letzte Bastion in Afrika. In: Badisches Landesmuseum (Hg.), Das Königreich der Vandalen, Mainz 2009, S. 376.
  12. ↑ Vgl. Henning Börm, Das weströmische Kaisertum nach 476. In: Josef Wiesehöfer u. a. (Hg.), Monumentum et instrumentum inscriptum, Stuttgart 2008, S. 47ff.
  13. ↑ Allgemein zu den Kriegen Justinians vgl. unter anderem Bury, History of the Later Roman Empire, Bd. 2, sowie Evans, Justinian.
  14. ↑ Allgemein zu Fragen der Innenpolitik, aber auch bezĂŒglich des kulturellen Lebens, empfehlen sich die entsprechenden Abschnitte in Maas, Cambridge Companion to the Age of Justinian, wo ein knapper Überblick mit Verweisen auf Quellen und die moderne Literatur geboten wird.
  15. ↑ Theodoras bei Prokop ĂŒberlieferte Rede ist sehr wahrscheinlich unhistorisch, vgl. Mischa Meier: Zur Funktion der Theodora-Rede im Geschichtswerk Prokops (BP 1,24,33-37). In: Rheinisches Museum fĂŒr Philologie 147 (2004), S. 88ff.
  16. ↑ Vgl. Edward Watts: Where to Live the Philosophical Life in the Sixth Century? Damascius, Simplicius, and the Return from Persia. In: Greek, Roman, and Byzantine Studies 45 (2005) S. 285-315.
  17. ↑ W. Speyer: BĂŒchervernichtung und Zensur des Geistes bei Heiden, Juden und Christen (Bibliothek des Buchwesens 7). Stuttgart 1981, S. 136
  18. ↑ Codex Iustinianus I,11,10.
  19. ↑ Siehe Codex Iustinianus I,5,12,3.
  20. ↑ Otto Mazal: Justinian und seine Zeit. Köln 2001, S. 203.
  21. ↑ Prokopios, Geheimgeschichte 18,1.
  22. ↑ Vgl. dazu Mischa Meier, Justinian. Herrschaft, Reich und Religion; siehe nun jedoch auch Michael Maas (Hrsg.), The Cambridge Companion to the Age of Justinian. Siehe auch Harmut Leppin, (K)ein Zeitalter Justinians – Bemerkungen aus althistorischer Sicht zu Justinian in der jĂŒngeren Forschung. Aufsatz im Rahmen des 21st International Congress of Byzantine Studies; hier online (PDF).
  23. ↑ Vgl. Chris Wickham: The Inheritance of Rome. London 2009, S. 94f.: Justinian's reign does not seem to have been a negative turning point for the empire. But the controversy over it does at least mark respect.


VorgÀnger Amt Nachfolger
Justin I. Kaiser von Byzanz
527–565
Justin II.
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