K.u.k. Armee

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K.u.k. Armee
Infanteriefahne der k.u.k Armee entworfen 1915


Die k.u.k. Armee (kaiserliche und k√∂nigliche Armee) ‚Äď bis 1867 kaiserlich-k√∂nigliche Armee, kurz: k.k. Armee ‚Äď war das gemeinsame Heer √Ėsterreich-Ungarns und ab 1867 nur noch eine von insgesamt vier Teilstreitkr√§ften der neuen Doppelmonarchie.

Inhaltsverzeichnis

Besonderheit der Namensgebung

Der Oberbefehlshaber 1848‚Äď1916: Kaiser Franz Joseph I.

Die moderne Armee der Doppelmonarchie hat ihren Ursprung im Jahre 1806, als das Heilige R√∂mische Reich Deutscher Nation aufgel√∂st und √Ėsterreich unter Kaiser Franz I. ein eigenst√§ndiges Kaiserreich wurde.

Die Armee der Habsburger-Monarchie f√ľhrte bis dahin das Pr√§dikat kaiserlich nur im Rahmen ihrer Zugeh√∂rigkeit zur Reichsarmee. Bis dahin stellte ein Habsburger den ‚ÄěR√∂mischen Kaiser‚Äú, der gleichzeitig K√∂nig von Ungarn, K√∂nig von B√∂hmen und Erzherzog von √Ėsterreich war. Die neue Armee des Kaisertums √Ėsterreich wurde nun mit der Bezeichnung k.k. (kaiserlich-k√∂niglich) bedacht.

Im Zuge des √Ėsterreichisch-Ungarischen Ausgleichs vom 15. M√§rz 1867 wurde die √Ėsterreichisch-Ungarische Armee v√∂llig umgewandelt. Nachdem sich Ungarn durch eine Realunion mit √Ėsterreich praktisch die Autonomie erk√§mpft hatte, erfolgte auch die juristische Trennung der beiden Reichsh√§lften. Kaiser Franz Joseph I. ‚Äď bis dahin ‚ÄěKaiser von √Ėsterreich, K√∂nig von Ungarn‚Äú ‚Äď hatte fortan die Bezeichnung ‚ÄěKaiser von √Ėsterreich und K√∂nig von Ungarn‚Äú zu f√ľhren. Die Bezeichnung der gemeinsamen Armee war weiterhin k.k. Armee. Erst 1889 wurde auf Wunsch Ungarns das gemeinsame Heer, die Marine und das gemeinsame Kriegsministerium mit k.u.k. statt k.k. tituliert.

Neben dieser gemeinsamen Armee bestanden noch die:

Im Jahre 1915 entfielen alle Zusatzbezeichnungen und Ehrennamen der Regimenter, die von da an nur noch mit ihrer Nummer bezeichnet wurden.

Organisation

Im Gegensatz zur k.k. und k.u. Landwehr rekrutierte die k.u.k Armee ihre Truppen aus der gesamten Doppelmonarchie, also sowohl aus der cisleithanischen als auch aus der transleithanischen Reichsh√§lfte. Hierbei ist zu beachten, dass es deutsche und ungarische Regimenter gab. Alle Truppenteile, die nicht nach Ungarn beziehungsweise in die von Ungarn beanspruchten Gebiete von Rum√§nien (Siebenb√ľrgen und Banat), Serbien, Kroatien und der Slowakei (Oberungarn) geh√∂rten, wurden als ‚Äědeutsche Regimenter‚Äú bezeichnet, unabh√§ngig davon ob es sich um Polen oder Kroaten oder italienisch sprechende Tiroler handelte. Bereits in der Uniformierung unterschieden sich die ‚Äědeutschen Regimenter‚Äú und die ‚Äěungarischen Regimenter‚Äú.

  • 57 Infanterie-Regimenter wurden als ‚Äědeutsche Regimenter‚Äú
  • 45 Infanterie-Regimenter wurden als ‚Äěungarische Regimenter‚Äú bezeichnet.

Die ‚ÄěBewaffnete Macht‚Äú stand unter dem Oberbefehl des Kaisers und K√∂nigs in seiner Funktion als ‚Äěallerh√∂chster Kriegsherr‚Äú (diese Bezeichnung war nach der gl√ľcklosen Truppenf√ľhrung von Kaiser Franz Joseph in Italien mehr von theoretischem Wert, da der tats√§chliche Oberbefehl in Friedenszeiten beim Kriegsministerium in Wien und im Kriegsfalle beim Generalstab und dessen Chef lag. Erst 1916 √ľbernahm Kaiser Karl I. auch wieder de facto den Oberbefehl.)

k.u.k. Kavallerie um 1900

Eine Besonderheit der √∂sterreichisch-ungarischen Armee waren die in fr√ľheren Jahren h√§ufigen Wechsel der Standorte. Die Bataillone der einzelnen Regimenter wurden in sehr kurzen Intervallen zu anderen Standorten verlegt. (1914 waren nur drei Infanterieregimenter der k.u.k Armee komplett in einer Garnison stationiert ‚Äď das Infanterieregiment 14 in Linz, das Infanterieregiment 30 in Lemberg und das Infanterieregiment 41 in Czernowitz. So konnte sich kein traditionelles Verh√§ltnis der Regimenter zu bestimmten Orten und deren Bev√∂lkerung bilden (wie es z.B. in der Preu√üischen Armee durchaus gef√∂rdert wurde). Die verlegten Soldaten dienten oft auch am anderen Ende des Reiches, womit man erreichen wollte, dass die Armee ohne Fraternisierung der Soldaten mit Teilen der Bev√∂lkerung im Falle innerer Unruhen ein zuverl√§ssigeres Instrument der Monarchie w√§re. (Die fl√§chendeckende Dislozierung war allerdings auch das Ergebnis fehlender Kasernen.) Nachdem in Jahren vor dem Ersten Weltkrieg gr√∂√üere Anstrengungen beim Bau neuer Kasernen unternommen worden waren, konnte diese Praxis stark eingeschr√§nkt werden.

Militärseelsorge

Da die Armee eine St√ľtze der Doppelmonarchie bilden sollte, wurde auf nationale und religi√∂se Besonderheiten bei der Einberufung selbst keine R√ľcksicht genommen. Demgegen√ľber wurden jedoch beim Dienst die religi√∂sen Vorschriften der verschiedenen Glaubensgemeinschaften peinlichst genau beachtet. Auch waren religi√∂se Zwistigkeiten zwischen z. B. serbischen (orthodoxen) und bosnisch-hercegowinischen (muslimischen) Soldaten im Gegensatz zu heute unbekannt. F√ľr die Soldaten j√ľdischen Glaubens gab es eigene Feldrabbiner, f√ľr die islamischen Glaubens Feldimame.

siehe Hauptartikel: k.u.k. Militärseelsorge

Wehrpflicht

Seit 1866 bestand die allgemeine Wehrpflicht. Sie umfasste den Dienst im Heere, der Kriegsmarine, der Landwehr und dem Landsturm.

Die Dauer der Dienstpflicht im stehenden Heere betrug 12 Jahre:

3 Jahre in der Linie (aktiv)
7 Jahre in der Reserve
2 Jahre in der Landwehr
k.u.k. Infanterie um 1900

Einjährig-freiwilliger Dienst war sowohl im Heer (resp. der Kriegsmarine) als auch in der Landwehr gestattet. Die allgemeine Dienstpflicht begann mit dem 21. Lebensjahr. Landsturmpflichtig waren alle Personen vom 19. bis zum 42. Lebensjahr, sofern sie nicht dem Heer, der Landwehr und der Ersatzreserve angehörten.

Friedenspräsenz im Juli 1914

Korpsbereiche √Ėsterreich-Ungarns 1906

Infanterie:

  • 102 Infanterie-Regimenter zu je vier Bataillonen
  • 4 Bosnisch-Hercegowinische Infanterie-Regimenter zu je vier Bataillonen
  • 4 Tiroler J√§ger-Regimenter (Kaiserj√§ger) zu je vier Bataillonen
  • 32 Feldj√§ger-Bataillone und 1 Bosnisch-Hercegowinisches Feldj√§ger-Bataillon

Kavallerie:

Es gab keinen Unterschied zwischen schwerer (Ulanen) und leichter (Husaren, Dragoner) Kavallerie. Die Namen basierten auf rein traditionellen Gr√ľnden.

Artillerie:

Train Truppe:

Technische Truppe:

Personalverluste bei Kriegshandlungen wurden durch die Marschbataillone ersetzt. Das System der Reserve Regimenter wie bei der deutschen Armee gab es nicht.

Die Sprachen

Im Vielv√∂lkerstaat der k.u.k. Monarchie wurde Deutsch als gemeinsame Kommandosprache festgesetzt. Nur ein kleiner Teil der Armeeverb√§nde sprach ausschlie√ülich Deutsch. Allerdings gab es daneben noch die ‚ÄěDienstsprache‚Äú, die zum Verkehr der Dienststellen untereinander benutzt wurde. Sie war beim k.u.k. Heer deutsch, der einfache nicht-deutsch sprechende Soldat bekam jedoch nur die notwendigsten deutschen Kommandow√∂rter ‚Äď etwa 100 ‚Äď beigebracht, um den Dienstbetrieb aufrechterhalten zu k√∂nnen. Zus√§tzlich existierte noch die ‚ÄěRegimentssprache‚Äú. Das war die Sprache, die von der Mannschaft mehrheitlich gesprochen wurde. Sollte, wie beim Infanterie-Regiment Nr. 100 in Krakau, die Mannschaft sich aus 27¬†% Deutschen, 33¬†% Tschechen und 37¬†% Polen zusammensetzen, so gab es eben drei Regimentssprachen. Jeder Offizier hatte die Regimentssprache(n) innerhalb dreier Jahre zu erlernen. Insgesamt waren elf Sprachen offiziell anerkannt.

k.u.k. Feldartillerie um 1900

Rein deutschsprachige Infanterie-Regimenter waren nur:

Nationalit√§ten: 95% Deutsche ‚Äď 5% Andere
(Stab/II./III. Bataillon in Wien; I. Baon.: Wöllersdorf; IV. Baon.: Konjic)
Regimentskommandant: Oberst Rudolf Sterz Edler von Ponteguerra
Nationalit√§ten: 98% Deutsche ‚Äď 2% Andere
Regimentskommandant: Oberst Friedrich Edler von Löw
Nationalit√§ten: 94% Deutsche ‚Äď 6% Andere
(Stab/I./II./IV. Bataillon: Laibach; III. Baon.: Graz)
Regimentskommandant: Oberst Carl Weber
Alarm im Feldquartier
Nationalit√§ten: 98% Deutsche ‚Äď 2% Andere
(Stab/I./II. Bataillon: Br√ľnn; III. Baon.: Sarajevo; IV. Baon.: St. P√∂lten)
Regimentskommandant: Oberst Eduard Hentke
Nationalit√§ten: 97% Deutsch ‚Äď 3% Sonstige
(Stab/I. Bataillon: Bregenz; II. Baon.: Innsbruck; III. Baon.: Schwaz; IV. Baon.: Salzburg)
Regimentskommandant: Oberst Gustav Fischer
Nationalit√§ten: 97% Deutsche ‚Äď 3% Andere
(Stab/I./II./III. Bataillon: Prag; IV. Baon.: Eger in Böhmen)
Regimentskommandant: Oberst Adolf Brunswik von Korompa

In einem Gespr√§ch mit dem Publizisten Karl Tschuppik √§u√üerte sich der deutsche General Erich Ludendorff nach Kriegsende wie folgt √ľber die Vielsprachigkeit der √∂sterreichisch-ungarischen Armee:

‚ÄěDa inspizierte ich in Russisch-Polen die √∂sterreichische Front ‚Äď will in einer der Stellungen eine Ansprache halten ‚Äď verstehen die doch kein Wort. Lauter Ungarn. Ich setze meine Inspektionen fort ‚Äď lasse mir in die n√§chste Stellung einen ungarischen Dolmetsch kommen ‚Äď wieder nichts. Lauter Kroaten. Kroatischer Dolmetsch in die n√§chste Stellung ‚Äď lauter Tschechen ...‚Äú

‚Äď Erich Ludendorff [1]

Dienstgrade, Rangabzeichen und Auszeichnungen

Auflistung der Dienstgrade der √Ėsterreichisch-Ungarischen Landstreitkr√§fte
Infanterie Kavallerie Artillerie Jäger Rangabzeichen Rangabzeichen Gebirgstruppe
Mannschaften
Infanterist /
Honvéd (ung.)
Dragoner / Husar / Ulan Kanonier Jäger
Gefreiter /
ŇźrvezetŇĎ
Gefreiter Vormeister
FŇĎtŇĪzer
Patrouillenf√ľhrer
J√°rŇĎrvezetŇĎ
Unteroffiziere
Korporal /
Tizedes
kapral (poln.)
Korporal Gesch√ľtz-Vormeister Unterj√§ger
Zugsf√ľhrer /
SzakaszvezetŇĎ
Zugsf√ľhrer Zugsf√ľhrer Zugsf√ľhrer
Feldwebel /
Ňźrmester
Wachtmeister Feuerwerker Oberjäger
Kadett-Feldwebel / Kad√©tŇĎrmester
(seit 1908 Kadett / Hadapród)
Kadett-Wachtmeister
(Kadett)
Kadett-Feuerwerker
(Kadett)
Kadett-Oberjäger
(Kadett)
Stabs-Feldwebel (ab 1913) /
T√∂rzsŇĎrmester
Stabs-Wachtmeister Stabs-Feuerwerker Stabs-Oberjäger
Offiziersstellvertreter (seit dem 6. Juni 1915) /
Tiszthelyettes
Offiziersstellvertreter Offiziersstellvertreter Offiziersstellvertreter
Offiziersanwärter
Kadett-Offiziersstellvertreter (bis 1908) /
Hadapród-Tiszthelyettes
Kadett-Offiziersstellvertreter Kadett-Offiziersstellvertreter Kadett-Offiziersstellvertreter
Fähnrich (ab 1908) /
Zászlós
Fähnrich Fähnrich Fähnrich
Subalternoffiziere
Leutnant /
Hadnagy
Leutnant Leutnant Leutnant
Oberleutnant /
FŇĎhadnagy
Oberleutnant Oberleutnant Oberleutnant
Hauptleute / Rittmeister
Hauptmann /
Sz√°zados
Rittmeister Hauptmann Hauptmann
Stabsoffiziere
Major /
Ňźrnagy
Major Major Major
Oberstleutnant /
Alezredes
Oberstleutnant Oberstleutnant Oberstleutnant
Oberst /
Ezredes
Oberst Oberst Oberst
Generale
Generalmajor /
Vez√©rŇĎrnagy
Generalmajor Generalmajor Generalmajor
Feldmarschalleutnant /
T√°borhadnagy
Feldmarschalleutnant Feldmarschalleutnant Feldmarschalleutnant
General der Infanterie
(seit 1908) /
Gyalogs√°gi t√°bornok
General der Kavallerie /
Lovass√°gi t√°bornok
Feldzeugmeister /
T√°borszernagy
General der Infanterie
Generaloberst (seit dem 22. Mai 1915 [P.V.Bl. 76 von 1915]) /
Vezérezredes
Generaloberst Generaloberst Generaloberst
Feldmarschall /
T√°bornagy
Feldmarschall Feldmarschall Feldmarschall
k.u.k. ungarischer Infanterist in Wintermarschadjustierung

Anmerkungen:

  1. Die Kadetten in ihrer Eigenschaft als Anwärter zum Berufsoffizier waren in die Hierarchie der Mannschaften und Unteroffiziere eingegliedert. Die Kadettendienstgrade rangierten vor den jeweiligen Normaldienstgraden gleichen Ranges, jedoch hinter den jeweils nächsthöheren Normaldienstgraden (z. B. stand der Kadett-Gefreite vor dem Gefreiten, doch hinter dem Korporal, der wiederum dem Kadett-Korporal nachgeordnet war).
  2. √Ąu√üerliches Unterscheidungsmerkmal der Kadett-Dienstgrade war die besondere Distinktionsborte an den Kragenenden. Diese glich der gezackt gemusterten dessinierten Distinktionsborte der Feldwebel, war jedoch goldfarben statt kaisergelb. Hatte der Kadett eine Charge inne, kamen die entsprechenden Distinktionssterne hinzu, z.¬†B. f√ľr den Kadett-Gefreiten ein sechsspitziger Stern aus wei√üem Tuch (seit 1901: Celluloid) oder drei Sterne f√ľr den Kadett-Zugsf√ľhrer. Bekleidete ein Kadett die Feldwebel-Charge, so legte er zus√§tzlich das kaisergelbe Feldwebel-Distinktions B√∂rtchen an, das am oberen Rand des Goldb√∂rtchen zur H√§lfte vorzustehen hatte. Den Kadett-Offiziersstellvertreter kennzeichnete neben dem Goldb√∂rtchen ein darauf befestigter silberner Leutnantstern, jedoch plattiert (statt erhaben, wie bei Offizieren √ľblich). Zur Ausgehadjustierung war den Kadetten die schwarze, gelbseiden verzierte Kappe der F√§hnriche erlaubt.
  3. Der Dienstgrad Kadett-Offiziersstellvertreter wurde 1908 umbenannt in Fähnrich. Dienstabzeichen war seit 1871 die am Leibriemen getragenen Kartentasche aus geschwärztem Leder; außerdem die schwarze Offizierskappe, jedoch mit kaisergelben Seidenverzierungen (statt aus Gold). Im selben Jahr ersetzte Kadett (ung. Hadapród) die bisherige Bezeichnung Kadett-Feldwebel.
  4. Die Kadetten sind nicht zu verwechseln mit dem noch in Ausbildung befindlichen ‚ÄěZ√∂gling‚Äú (Novend√©k) einer Milit√§ranstalt. Innerhalb des Kadettenkorps konnte ein Z√∂gling den Rang eines Z√∂gling-Unteroffiziers (Novend√©kaltiszt; kein wirklicher Milit√§rsdienstgrad) erreichen.
  5. Der Offiziersanw√§rter (Tisztjel√∂lt) der Reserve versah seine milit√§rische Ausbildung als Einj√§hrig-Freiwilliger (‚ÄěEF‚Äú) (Egy√©gvi √Ėnk√©ntesi). √Ąu√üeres Kennzeichen waren kaisergelb-seidene, schwarzgeteilte Querborten (‚ÄěIntelligenzb√∂rtel‚Äú) am oberen Rand der √Ąrmelaufschl√§ge. Die Borten wurden seit 1915 nach der bestandenen Abschlusspr√ľfung entfernt, statt dessen trug nun der Reservist auf den Kragenspiegeln (Paroli) je einen blanken ‚ÄěEF‚Äú-Knopf. Dieser war hinter den Distinktions-Abzeichen des Titular-Dienstgrades anzubringen. Die Kn√∂pfe wurden mit Bef√∂rderung zum Offizier abgelegt.
  6. Zus√§tzlich zu den Rangsternen am Kragen (‚ÄěDistinktionen‚Äú) kennzeichneten kaisergelbe Distinktionsborten an der Paradekopfbedeckung (Tschako, Helm) die einzelnen Dienstgrade. Der Gefreite war an einer kaisergelben, schwarz-geritzten 1/5 √∂sterreichisches Zoll (~0,5 cm) dicken Rundschnur zu erkennen. Korporale trugen eine 1 1/2 Zoll (~4 cm) breite kaisergelbe dessinierte (= mit Zick-Zack-Muster verziert) Distinktionsborte. Von gleicher Machart und Breite, mittig jedoch von einem 1/24 Zoll (~1 mm) schmalen schwarzen Streifen geteilt, war die Distinktionsborte f√ľr Zugsf√ľhrer, Wachtmeister und Kadett-Offiziersstellvertreter (F√§hnriche). Die Distinktionsborten und Schn√ľre waren f√ľr Mannschaften und Unteroffiziere aus kaisergelber Schafswolle, f√ľr F√§hnriche seit 1908 aus kaisergelber Seide, f√ľr Offiziere aus Goldgespinst. Bei privat angeschafften Sonderausf√ľhrungen f√ľr Mannschaften und Unteroffiziere waren ebenfalls Seidenverzierungen erlaubt.
  7. Der Stock (Rumpf) des 1871 eingef√ľhrten Infanterie-Tschakos M. 1871 bestand aus schwarzem Filz und war von konischer Form; Sonnenschirm, Kopfriemen, Schwei√üleder und Sturmband waren aus schwarzem Leder. Die Front schm√ľckten der k(u.)k. Adler aus Messing sowie die Tschakorose (Kokarde) von etwa 1 Zoll (~2,63 cm) Durchmesser aus Messingblech, das √ľber einen Weichholzkern gezogen war; das Mittelfeld der Rose war schwarz lackiert. Kadetten und Einj√§hrig-Freiwilligen waren seit 1871 Montursorten aus feinem, leichterem Material (z.¬†B. mit Stoff √ľberzogene Pappe oder Wei√üblech) erlaubt. Der Infanterie-Offiziersschako M. 1871 unterschied sich vom Mannschaftsmodell durch einen au√üen schwarz lackierten Lederschirm, der 2 mm vom Rand mit einem 1,3 cm breiten Streifen aus Goldf√§den bestickt war. Den Schirmansatz schm√ľckte eine 4 mm breite mattgoldenen Kettenschnur, Adler und Sturmbandschnalle waren vergoldet. Die Rose der Offiziere war aus 2 mm dicken Goldbouillons (= Goldf√§den), die √ľber einen Holzkern geflochten wurden. Das schwarzsamtene Mittelfeld schm√ľckten die goldgestickten, ineinander verschlungenen Initialen ‚ÄěFJI‚Äú des ‚ÄěAllerh√∂chsten Namenszugs‚Äú (= das Namensk√ľrzel des von 1848 bis 1916 regierenden Kaisers Franz Josef I.).
  8. Die Kragendistinktion des Ende 1913 eingef√ľhrten Dienstgrades Stabsfeldwebel bzw. Stabswachtmeister bestand anfangs aus der 1,3 cm breitem dessinierten Feldwebel-Borte aus kaisergelber Seide, die zus√§tzlich ein 2 mm breiter, eingewebter schwarzer Streifen teilte. 3 mm oberhalb der Feldwebelborte bildete ein 6 mm breites Goldb√∂rtchen eine zus√§tzliche Verzierung. Dazu wurden drei wei√üe Rangsterne aus Zelluloid aufgen√§ht. Im Juni 1914 wurde die Distinktion merklich ver√§ndert: Die obere und die untere Borte waren nun silbern ausgef√ľhrt; der schwarze Mittelstreifen der unteren Borte entfiel. Au√üerdem wurden die drei Rangsterne jetzt aus wei√üer Seide aufgestickt.
  9. Stabsfeldwebel/Stabswachtmeister und Offiziersstellvertreter wurden 1915 in der neuen Dienstgradgruppe Höhere Unteroffiziere zusammengefasst.

Orden und Auszeichnungen (Beispiele)

Die Orden eines Zugf√ľhrers des 2. Regiments der Tiroler Kaiserj√§ger

Die hier aufgef√ľhrten Orden und Auszeichnungen sind:

  • die gro√üe silberne Tapferkeitsmedaille (Kaiser Karl I. / verliehen nach J√§nner 1917)
  • die kleine silberne Tapferkeitsmedaille (Kaiser Karl / verliehen nach J√§nner 1917)
  • die bronzene Tapferkeitsmedaille (Kaiser Franz-Josef / verliehen vor J√§nner 1917)
  • das Karl-Truppenkreuz. Voraussetzung f√ľr die Verleihung waren mindestens 12 Wochen Fronteinsatz und Teilnahme an mindestens einer Schlacht.
  • die Verwundetenmedaille (Blessierten-Medaille). Die Medaille wurde nach der ersten erlittenen Verwundung verliehen (nach J√§nner 1917).
  • die Erinnerungsmedaille des Landes Tirol an seine Verteidiger

Anmerkung: Die Abschnitte ‚ÄěDienstgrade‚Äú und ‚ÄěOrden und Auszeichnungen (Beispiele)‚Äú entsprechend der k.k. Landwehr und der k.u. Landwehr und sind hier nicht extra aufgef√ľhrt.

Geschichte

Nach den erfolgreichen Befreiungskriegen gegen das Napoleonische Frankreich 1813 bis 1815 kehrte zun√§chst Ruhe in die Armee ein. Der Deutsche Bund, dessen Pr√§sident stets der √∂sterreichische Kaiser war, wurde gegr√ľndet und mit ihm das Bundesheer. Dabei stellte √Ėsterreich-Ungarn einen bedeutenden Teil seiner Streitkr√§fte f√ľr das Bundesheer bereit.

Im Jahre 1840 verf√ľgte die k.k. Armee im Mobilmachungsfall √ľber insgesamt 527.224 Mann und stellte nach Aufforderung das I., II. und III. Armeekorps des Bundesheeres mit insgesamt 94.822 Mann und 192 Kanonen. Diese drei Armeekorps setzten sich zusammen aus:

69.826 Mann Infanterie
3.675 Mann J√§ger und Sch√ľtzen
13.546 Mann Kavallerie
6.827 Mann Artillerie
948 Mann Pioniere und Pontonniers
192 Gesch√ľtze
√Ėsterreichische Schildwache 1839

Au√üerdem stellte die k.k. Armee Garnisonstruppen f√ľr die Bundesfestungen Ulm, Rastatt, Mainz und Luxemburg.

Feldz√ľge der k.k./ k.u.k. Armee

Siehe auch

Literatur

  • Manfried Rauchensteiner: Der Tod des Doppeladlers: √Ėsterreich-Ungarn und der Erste Weltkrieg, 2. Aufl., Verlag Styria, Graz 1994.
  • Manfried Rauchensteiner: √Ėsterreich-Ungarn und der Erste Weltkrieg: Bildband, Steirische Verlagsgesellschaft, Graz 1998.
  • Heinz von Lichem: Der Tiroler Hochgebirgskrieg 1915‚Äď1918. Steiger Verlag, Berwang (Tirol) 1985, ISBN 3-85423-052-4.
  • Johann Christoph Allmayer-Beck: Die bewaffnete Macht in Staat und Gesellschaft. In: Adam Wandruszka, Peter Urbanitsch (Hg.), Die bewaffnete Macht (Die Habsburgermonarchie (1848‚Äď1918) 5, Wien 1987) 1-141.
  • L. W. Seidel (Hrsg.): Seidels kleines Armeeschema. Dislokation und Einteilung des k.k. Heeres, der k.k. Kriegsmarine, der k.k. Landwehr und der k√∂niglich ungarischen Landwehr. Seidel, Wien 8. Jg. (1861) bis 61. Jg. (1907), (Vorg√§nger: "K.K. √∂sterreiches Armee-Schema auf das Jahr ...")
  • √Ėsterreichisches Staatsarchiv/Kriegsarchiv in Wien (Adjustierungsvorschrift f√ľr das k.u.k. Heer Wien 1912)
  • Glenn Jewison, J√∂rg C. Steiner: The Austro-Hungarian Land Forces 1848-1918
  • Johann C. Allmayer-Beck, Erich Lessing: Die K.u.k. Armee. 1848-1918. Verlag Bertelsmann, M√ľnchen 1974, ISBN 3-570-07287-8.
  • Das k.u.k. Heer im Jahre 1895 Schriften des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien - Leopold Stocker Verlag, Graz 1997
  • √Ėsterreichisches Staatsarchiv/Kriegsarchiv, Wien
  • Heinz von Lichem: Spielhahnsto√ü und Edelwei√ü, Leopold Stocker Verlag, Graz 1977
  • Graf Bossi Fedregotti: Kaiserj√§ger, Stocker Verlag, Graz 1977
  • Carl von Bardolff: Soldat im alten √Ėsterreich, Diederichs Verlag, Jena 1938
  • Julius Lohmeyer: Das Milit√§r Bilderbuch ‚Äď Die Armeen Europas, Carl Flemming Verlag, Glogau o.J.
  • Hubert Frankhauser, Wilfried Gallin: Unbesiegt und doch geschlagen, Verlagsbuchhandlung St√∂hr, Wien 2005
  • Rest-Ortner-Ilmig: Des Kaisers Rock im Ersten Weltkrieg ‚Äď Uniformierung und Ausr√ľstung der √∂sterreichisch-ungarischen Armee von 1914 bis 1918, Verlag Militaria, Wien 2002, ISBN 3-9501642-0-0.
  • Oskar Br√ľch, G√ľnter Dirrheimer: Schriften des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien, Band 10: Das k.u.k. Heer 1895, Milit√§rwissenschaftliches Institut, Stocker Verlag, Graz 1997, ISBN 3-7020-0783-0.
  • Heinz von Lichem: Spielhahnsto√ü und Edelwei√ü ‚Äď die Friedens- und Kriegsgeschichte der Tiroler Hochgebirgstruppe ‚ÄěDie Kaisersch√ľtzen‚Äú von ihren Anf√§ngen bis 1918, Stocker Verlag, Graz 1977, ISBN 3-7020-0260-X.
  1. ‚ÜĎ Friedrich Torberg: Die Tante Jolesch. Verlag LangenM√ľller, M√ľnchen 2008 (Erstver√∂ffentlichung 1975), S. 177

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