Kalabrien

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Kalabrien
Kalabrien
Wappen der Region Kalabrien Flagge der Region Kalabrien
Basisdaten
Hauptstadt: Catanzaro
Provinzen: 5
Fl√§che: 15.080,55 km¬≤
Einwohner: 2.011.395 (31. Dez. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte: 133 Einwohner/km²
Website: www.regione.calabria.it
ISO 3166-2: IT-78
Präsident: Giuseppe Scopelliti (PdL)
Karte
Karte Italiens, Kalabrien hervorgehoben

Kalabrien (italienisch: Calabria) ist die s√ľdlichste Region des italienischen Festlandes. Bildlich gesprochen nimmt es die Stiefelspitze der italienischen Halbinsel ein. Es hat eine Fl√§che von 15.080 km¬≤ und 2.011.395 Einwohner (Stand 31. Dezember 2010). Die Hauptstadt der Region ist Catanzaro.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Kalabrien

Kalabrien grenzt im Norden an die Basilicata, im Westen an das Tyrrhenische Meer und im S√ľden und Osten an das Ionische Meer. Die K√ľste erstreckt sich √ľber eine L√§nge von 780 km. Die Stra√üe von Messina trennt Kalabrien von der Insel Sizilien.

Kalabrien ist fast vollst√§ndig von Gebirgsz√ľgen bedeckt. Im S√ľden liegt der Aspromonte mit dem Monte Cocuzza (1955 m). Es folgen die Gebirge der Sila und der Serre und im Norden das Massiv des Pollino mit dem h√∂chsten Berg der Region, dem Serra Dolcedorme (2267 m).

Kalabrien wird von zahlreichen Fl√ľssen durchzogen, die allerdings in den Sommermonaten kein Wasser f√ľhren. Der l√§ngste Fluss ist der Crati, der als einziger ganzj√§hrig Wasser f√ľhrt. Zu den gr√∂√üten Seen z√§hlen die Stauseen Lago di Cecita, Lago Arvo und Lago Ampollino.

Vor allem die s√ľdlichen Gebiete Kalabriens sind bedingt durch die Messina-Verwerfung immer wieder Erdbeben ausgesetzt. Am 5. Februar 1783 ereignete sich im s√ľdlichen Teil ein Erdbeben, das rund 300 D√∂rfer zerst√∂rte und etwa 30.000 Menschen das Leben kostete. Nachbeben folgten am 6. und 7. Februar und am 1. und 28. M√§rz. Es ist eines der am besten dokumentierten und untersuchten historischen seismischen Ereignisse in Italien und ging auch in die Forschungen von Giuseppe Mercalli ein.[2] Das Erdbeben von Messina 1908 zerst√∂rte Reggio Calabria nahezu vollst√§ndig.

Klima

In Kalabrien gibt es drei Klimazonen. Am Thyrrenischen Meer im Westen herrscht subtropisches Klima mit wenig Niederschl√§gen in den Wintermonaten. Am Ionischen Meer herrscht hei√ües, trockenes und niederschlagsarmes Klima vor. In den H√∂henlagen der Gebirgsz√ľge ist es im Vergleich zu den K√ľstenregionen k√ľhler, in den Wintermonaten f√§llt Schnee bis auf 1200 Meter. Die Durchschnittstemperaturen liegen je nach Gebiet zwischen 7 ¬įC und 15 ¬įC im Januar und zwischen 26 ¬įC und 34 ¬įC in den Monaten Juli und August. Selten gibt es Bodenfrost und es kann im Januar schon mal an die 20 ¬įC gehen. Ebenso liegt im Sommer die Temperatur immer √ľber 30 ¬įC und erreicht auch oft die 40 ¬įC. Nachttemperaturen von mehr als 25 ¬įC sind ganz normal f√ľr diese Region. Wochenlange D√ľrreperioden und Waldbr√§nde sind w√§hrend des Hochsommers nicht selten. Kalabrien hat 320 Sonnentage im Jahr und geh√∂rt damit zu den sonnigsten Regionen Europas.

Flora und Fauna

Die Region verf√ľgt √ľber einen reichen Baumbestand mit zum Teil jahrhundertealten Buchen- und Pinienw√§ldern. Die dichtesten Waldgebiete Italiens liegen im Aspromonte. Hier gedeiht auch die f√ľr Kalabrien typische Zitruspflanze Bergamotte. Im Pollinogebirge ist die Lorica-Kiefer heimisch, eine der √§ltesten Baumarten Europas. In den W√§ldern leben W√∂lfe, Wildkatzen, Schlangen und Greifv√∂gel. Der f√ľr die Berge der Sila und der Serra typische Baum ist die Schwarzkiefer, die bis zu 50 m hoch wird. Die W√§lder dieser Gegend sind auch bekannt f√ľr ihren Pilzreichtum. Hier sind vorwiegend F√ľchse, Hasen und Wildschweine beheimatet. In den K√ľstenregionen gedeihen Palmen, Kakteen, Opuntien, Agaven, Pinien, Oliven-, Zitronen- und Orangen- sowie Eukalyptusb√§ume.

Um Flora und Fauna zu sch√ľtzen, wurden drei Regionalparks eingerichtet. Der Parco Nazionale del Pollino im Norden erstreckt sich bis in die Basilikata. S√ľdlich liegen der Parco Nazionale della Sila und der Parco Nazionale dell' Aspromonte.

Geologie

Geotektonische Karte des zentralen Mittelmeergebietes und des kalabrischen Bogens; die blaue Linie zeigt die Position des Querschnittes an; aus van Dijk (1992)[3]
Geotektonischer Querschnitt des kalabrischen Bogens; links: Nordwesten,rRechts: S√ľdosten; aus van Dijk (1992)[3]

Kalabrien ist aktuell zum gro√üen Teil eine Gebirgsregion. Das "Kalabrische Gebirge" beschreibt im S√ľdwesten Italiens einen Bogen, den "Kalabrischen Bogen". Dieser verbindet die Apenninen, also das orografische "R√ľckgrat" Italiens, mit den Maghrebiden, dem Hochgebirgszug im Norden Siziliens. Das kalabrische Gebirge ist dreigeteilt in die Sierra Dolcedorme im Norden, das Silagebirge in der Mitte Kalabriens und den Aspromonte im S√ľdwesten der Region. Ein Teil reicht sogar √ľber die Stra√üe von Messina hin√ľber und bildet mit den Monti Peloritani die Nordwestecke Siziliens. Das Kantabrische Gebirge bildet jedoch geologisch eine Einheit. Es besteht √ľberwiegend aus pal√§ozoischen Graniten und Gneisen. Stellenweise sind mesozoische bis mioz√§ne Deckschichten vorhanden. Die K√ľstenregionen und die T√§ler des Crati, Neto und kleinerer Fl√ľsse werden von Sedimenten des Mittleren Mioz√§n bis hin zu holoz√§nen Sedimenten gepr√§gt. Das kalabrische Gebirge entstammt der variskischen Gebirgsbildungsphase, ist also √§lter als die im Norden und S√ľdwesten anschlie√üenden Apenninen und Maghrebiden. Seit seiner Heraushebung findet auch ein stetiger Abtrag des Gebirges statt. Der Abtragungsschutt wurde seither vor allem im Westen des Ionischen Meeres abgelagert, zum Teil auch in die Hebung des Gebirges mit einbezogen. Die Nordostgrenze folgt einer sogenannten "Transform fault", also einer innerhalb der kontinentalen Platte gelegenen geologischen St√∂rungszone. Dort werden die beiden angrenzenden Kontinentalplatten aneinander vorbei geschoben. Im S√ľdosten des Kalabrischen Gebirges kommt es zur Subduktion, also zum Absinken von basaltischem Ozeanboden der Afrikanischen Platte unter die aus leichteren Materialien bestehende Adriatische Platte. Die Subduktion der Afrikanischen Platte hat zur Heraushebung des Kalabrischen Gebirges gef√ľhrt. Studien haben ergeben, dass diese Gesteine der oberen Schichten einen Haufen von Deckschichten, der Apennin und die sizilianischen Maghrebiden, formen.[3]

Die Neogene Evolution des zentralen Mittelmeer-Systems wird dominiert von der Migration des kalabrischen Bogens nach S√ľdosten, wo er die Afrikanische Platte und ihren Promontori √ľberschiebt (Argand, 1916; Boccaletti und Guazzone, 1972). Die wichtigsten tektonischen Elemente der kalabrischen Bogen sind die s√ľdlichen italienischen Apenninen, der "Kalabrien-Peloritani", oder einfach "kalabrische Block" und die sizilianischen Maghrebiden. Das Bergvorland besteht aus der Apulien-Plattform, die Teil der Adria-Platte ist, und die Ragusa oder Hybleische-Plattform, die eine Verl√§ngerung der Afrikanischen Platte bildet. Diese Plattformen werden von den Becken des Ionischen Meeres getrennt. Das Becken des Tyrrhenischen Meeres wird als Hinter-Bogen-Becken bezeichnet. Dieses Subduktions-System zeigt, wie die s√ľdliche Platte mit afrikanischer Affinit√§t unterhalb der n√∂rdlichen Platte mit europ√§ischer Affinit√§t abtaucht.[3]

Die schriftliche Erfassung der faszinierenden Geologie Kalabriens erfolgt seit mehr als einem Jahrhundert. F√ľr Einzelheiten √ľber die √§ltere Literatur, also aus der Zeit vor 1973, wird der Leser √ľber die √úberpr√ľfung der Ogniben (1973) bezeichnet. Ippolito (1959) pr√§sentiert eine vollst√§ndige Bibliographie der Literatur √ľber die kalabrische Geologie, die bis zu diesem Zeitpunkt ver√∂ffentlicht wurde. Interessante B√ľcher, Rezensionen und wichtige "Meilensteine" √ľber die Geologie der kalabrischen Bogen sind folgende: Cortese (1895), Limanowski (1913), Quitzow (1935), Caire et al. (1960), Caire (1961), Grandjacquet et al. (1961), Ogniben (1969, 1973), Caire (1970, 1975, 1978), Burton (1971), Amodio-Morelli et al. (1976), Dubois (1976), und Grandjacquet Mascle (1978), Moussat (1983), van Dijk (1992) und van Dijk et al. (2000). Die fr√ľheren Arbeiten befassen sich haupts√§chlich mit der Entwicklung der Grundgebirge des Gebietes. Das Neogen sediment√§rer Abfolgen wurde lediglich als "post-orogenen" Polsterung der "neo-tektonische" Streck-Strukturen betrachtet. Im Laufe der Zeit kann jedoch eine Verschiebung in der zeitlichen Bedeutung dieser Begriffe festgestellt werden, von post-Sp√§t Eoz√§n zu post-Fr√ľh Mioz√§n zu post-Mitte Pleistoz√§n.[3]

Im Moment ist das Gebiet seismisch und vulkanisch hochaktiv. Dies wird allgemein der Wiederherstellung eines Gleichgewichts nach der j√ľngsten (Mitte Pleistoz√§n) Deformationsphase zugeschrieben. Einige Autoren glauben dass der Subduktionsprozess noch im Gange ist.

Geschichte

Fundst√ľcke und Steinritzzeichnungen belegen, dass Kalabrien in der Steinzeit besiedelt war. Aus der Zeit von 1600 v. Chr. bis 800 v. Chr. sind erste Ansiedlungen von Enotriern, Bruttiern, Italikern und Sikulern bekannt. Ab 800 v. Chr. wurden die urspr√ľnglichen Bewohner im Zuge der griechischen Kolonisation ins Landesinnere zur√ľckgedr√§ngt. Bis 500 v. Chr. waren alle Orte an der K√ľste griechisch. Nach dem zweiten punischen Krieg wurde Kalabrien r√∂mische Provinz.

Im Altertum hie√ü das heutige Gebiet Kalabriens Bruttium. Mit Calabria wurde der Stiefelabsatz Italiens bezeichnet, die Halbinsel Salento in Apulien. Diese Bezeichnung wurde im fr√ľhen Mittelalter, als beide Gebiete unter byzantinische Herrschaft gerieten und verwaltungsm√§√üig eine Einheit bildeten, auf das bisherige Bruttium √ľbertragen.

Vom 6. bis ins 11. Jahrhundert geh√∂rte Kalabrien zum byzantinischen Reich. Die K√ľstenorte wurden immer wieder von Arabern heimgesucht und gepl√ľndert. Im 11. Jahrhundert wurde Kalabrien von den Normannen erobert. Ab 1130 z√§hlte es unter Roger II. zusammen mit anderen s√ľditalienischen Gebieten zum K√∂nigreich Sizilien. Ende des 13. Jahrhunderts fiel das s√ľditalienische Festland unter die Herrschaft von Anjou und bildete das K√∂nigreich Neapel. In den folgenden Jahrhunderten geriet das K√∂nigreich unter die Kontrolle der Krone Aragon, der Habsburger und der Bourbonen. Im Zuge des Risorgimento gelangte es 1861 zum vereinten K√∂nigreich Italien.

In den folgenden Jahren kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen mit Briganten, die sich gegen die neuen Machthaber auflehnten. Wirtschaftliche Not f√ľhrte Ende des 19. Jahrhunderts dazu, dass jeder dritte Einwohner Kalabrien verlie√ü.

1946 wurde Italien eine Republik und Kalabrien eine italienische Region. In den 1960er Jahren emigrierten 338.000 Kalabresen, um im Norden Italiens oder im Ausland Arbeit zu finden.

Verwaltung und Bevölkerung

Kalabrien ist unterteilt in f√ľnf Provinzen. Die s√ľdlichste Provinz ist Reggio Calabria, der sich nordwestlich die fl√§chenm√§√üig kleinste Provinz Vibo Valentia und nord√∂stlich die Provinzen Catanzaro und Crotone anschlie√üen. N√∂rdlichste und gr√∂√üte Provinz ist Cosenza. Die Hauptstadt der Region ist Catanzaro. Der Regierungssitz liegt in Reggio Calabria.

Die Bevölkerung ist vorwiegend römisch-katholisch, wobei die Marienverehrung und die Verehrung Schutzheiliger im Vordergrund steht. Die Kirchenregion Kalabrien umfasst drei Kirchenprovinzen und insgesamt zwölf Diözesen.

Neben italienisch werden mehrere Dialekte gesprochen, in einigen Orten des Aspromonte grecanisch. Eigene Traditionen werden in den Orten mit vorwiegend albanischer Bevölkerung gepflegt.

Zu den international bekannten Persönlichkeiten Kalabriens zählen u. a. der Modedesigner Gianni Versace und der Fußballspieler Gennaro Gattuso.

Die Provinzen Kalabriens
Provinz Fläche (km²) Einwohnerzahl
(31. Dezember 2010)
Bevölkerungs-
dichte (Einw./km²)
Provinz Catanzaro 2391 368.597 154
Provinz Cosenza 6650 734.656 110
Provinz Crotone 1717 174.605 102
Provinz Reggio Calabria 3183 566.977 178
Provinz Vibo Valentia 1139 166.560 146

Wirtschaft

Fr√ľchte der Bergamotte

Haupterwerbsquelle in Kalabrien sind die Land- und Forstwirtschaft. In den fruchtbaren Ebenen an den K√ľsten und in den Flusst√§lern gedeihen Zitrusfr√ľchte, Oliven und eine Vielzahl anderer Obst- und Gem√ľsesorten. Typische Produkte sind die Bergamotte und rote Zwiebeln. Auch der Weinbau spielt eine Rolle. Besonders die DOC-Regionen (Denominazione d'Origine Controllata) bei Cir√≤, Lamezia Terme, im Savutotal und bei Reggio Calabria bringen gute Rot-, Rosato- und Wei√üweine hervor. Neben der Landwirtschaft spielen die Forstwirtschaft, der Fischfang, die Viehhaltung und die Produktion verschiedener K√§sesorten eine wichtige Rolle.

Es werden Schwefel und Steinsalz abgebaut. Industrie entwickelte sich in Kalabrien erst nach Wirtschaftsreformen in den 1970er Jahren, spielt aber nach wie vor eine untergeordnete Rolle. Große Hoffnungen ruhen auf dem Tourismus, der in letzter Zeit besonders durch den Flughafen Lamezia Terme einen Aufschwung erlebte.

Die Arbeitslosenquote Kalabriens liegt deutlich √ľber dem italienischen Gesamtdurchschnitt.

Kriminalität

Der Einfluss der mafiösen ’Ndrangheta in Kalabrien ist sehr stark.

‚ÄúIf it were not part of Italy, Calabria would be a failed state.‚ÄĚ

‚ÄěWenn Kalabrien nicht ein Teil Italiens w√§re, w√§re es ein gescheiterter Staat‚Äú

‚Äď J. Patrick Thrun, US-Generalkonsul in Neapel (2008)[4]

Bis zu 70 % der dort ans√§ssigen Unternehmen sollen an sie Schutzgeld zahlen, die restlichen 30 % sollen direkt von ihr kontrolliert werden.[5] Die ‚ÄôNdrangheta erwirtschaft vermutlich √ľber drei Prozent des BIP bzw. 44 Milliarden ‚ā¨ steuerfrei.[6] Die Korruption f√ľhrt zu einem fortw√§hrenden Braindrain nach dem Norden und in das Ausland.

Verkehr

Kalabrien ist √ľber die Autobahn A3 am Tyrrhenischen Meer und eine Bahnlinie mit den n√∂rdlichen Regionen Italiens verbunden. Au√üerdem ist entlang des Ionischen Meeres die SS 106 Ionica, sie ist die Verbindung f√ľr den Osten der Region mit dem Norden des Landes. Von den Flugh√§fen Lamezia Terme und Reggio Calabria verkehren t√§glich Linienfl√ľge nach Rom und Mailand, in den Sommermonaten Charterfl√ľge ins europ√§ische Ausland. Von Villa San Giovanni und von Reggio Calabria aus verkehren F√§hren nach Sizilien. Der geplante Bau einer Br√ľcke √ľber die Stra√üe von Messina wird seit der Wiederwahl Berlusconis 2008 wieder vorangetrieben.

Kultur

Architektur

Die Überreste antiker Bauwerke in Kalabrien sind u. a. in den Ausgrabungsstätten von Lokroi und Sybaris zu besichtigen. Auch das Museo Nazionale della Magna Grecia in Reggio Calabria zeigt antike Architekturfragmente. Aus byzantinischer Zeit sind Kirchenbauten erhalten wie z. B. die Cattolica in Stilo, die Oratorien San Marco und Panaghia in Rossano und die Chiesa San Giovanello in Gerace. Unter normannischer Herrschaft entstanden neben weiteren Kirchenbauten auch zahlreiche Befestigungsanlagen. Dazu zählen die Kastelle von Vibo Valentia, Nicotera, Cosenza und Crotone. Auf Grund schwerer Erdbeben wurden viele historische Bauten zerstört und wieder neu aufgebaut. Ein Beispiel neoromanischer Architektur ist die Kathedrale von Reggio Calabria, die nach dem Erdbeben 1908 neu erbaut wurde.

Malerei und Literatur

Einer der bekanntesten Maler aus Kalabrien ist Mattia Preti, der durch seine Freskenmalerei im Barockstil ber√ľhmt wurde. Zu den Vertretern moderner Kunst z√§hlt der Maler und Fotograf Mimmo Rotella, der einer der bedeutendsten italienischen Pop-Art-K√ľnstler war.

In Reggio Calabria wird jährlich der Literaturpreis Premio Internazionale di Poesia Nosside verliehen.

Volkskunst und Brauchtum

Zu den traditionellen Kunsthandwerken Kalabriens zählen die Holzschnitzerei, die Weberei, die Korbflechterei und die Herstellung von Keramikwaren. In den Gebirgsgegenden der Sila und der Serre werden Pfeifen und Musikinstrumente geschnitzt, im Aspromonte mit religiösen Motiven verzierte Haushaltsgegenstände. In der Weberei werden unterschiedliche Materialien wie Wolle, Baumwolle, Leinen und Hanf kombiniert und zu Stoffen und Flickenteppichen, den pezzare, verarbeitet.

Wichtigste Feiertage der Kalabresen sind neben Weihnachten und Ostern die Gedenktage der zahlreichen Schutzheiligen der verschiedenen Provinzen und Gemeinden. Der Schutzpatron Kalabriens ist Franz von Paola. Anlässlich der Feierlichkeiten finden aufwändige Prozessionen statt. Traditioneller Volkstanz Kalabriens ist die Tarantella.

Sport

Beliebteste Sportart ist wie √ľberall in Italien Fu√üball. Der Fu√üballverein Reggina Calcio aus Reggio Calabria wurde 1914 gegr√ľndet und spielt in der Serie B (2010/11). Heimspiele des Vereins finden im Stadio Oreste Granillo statt, das 27.454 Zuschauern Platz bietet. Die Vereine FC Crotone und Cosenza Calcio 1914 spielen in der Serie B bzw. Lega Pro Prima Divisione und der Verein FC Catanzaro in der Lega Pro Seconda Divisione. Bekannteste Fu√üballspieler aus Kalabrien sind Gennaro Gattuso, Vincenzo Iaquinta, Giuseppe Sculli, Sergio Floccari und Alessandro Rosina, die in der italienischen Nationalmannschaft mitspielen.

Personen

Siehe: Liste bekannter Personen Kalabriens

Literatur

  • Francesco A. Cuteri: Wege im antiken Kalabrien: arch√§ologische Routen in den Provinzen Kalabriens [Trad. a cura di Hansj√∂rg Tschenett]. Koin√©, Rom 2004
  • Ekkehart Rotter: Kalabrien, Basilikata. DuMont Kunst Reisef√ľhrer, Ostfildern 2002, ISBN 3-7701-5541-6

Weblinks

 Commons: Kalabrien (Kategorie) ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Kalabrien ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Statistiche demografiche ISTAT. Bev√∂lkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica vom 31. Dezember 2010.
  2. ‚ÜĎ Istituto Nazionale di Geofisica, Catalogo dei forti terremoti in Italia dal 461 a.C. al 1980, Roma 1995, S. 334-346
  3. ‚ÜĎ a b c d e J. P. van Dijk (1992); Late Neogene fore-arc basin evolution in the Calabrian Arc (Central Mediterranean). Tectonic sequence stratigraphy and dynamic geohistory. With special reference to the geology of Central Calabria. Geologica Ultrajectina, 92, 288 pp.; Mann kann darin eine vollst√§ndige Bibliografie finden, und auch in: J. P. van Dijk, M. Bello, G. P. Brancaleoni, G. Cantarella, V. Costa, A. Frixa, F. Golfetto, S, Merlini, M. Riva, S. Toricelli, C. Toscano, und A. Zerilli (2000): A new structural model for the northern sector of the Calabrian Arc. Tectonophysics, 324, S. 267-320.
  4. ‚ÜĎ Wikileaks: Cablegate, CAN CALABRIA BE SAVED?, (ID:08NAPLES96), Kabel vom 6. Juni 2008, ver√∂ffentlicht am 7. Januar 2011, abgerufen am 14. Januar 2011.
  5. ‚ÜĎ Bericht in Spiegel online
  6. ‚ÜĎ Wikileaks:Ver√∂ffentlichung von Depeschen US-amerikanischer Botschaften durch WikiLeaks, ORGANIZED CRIME IN ITALY II: HOW ORGANIZED CRIME DISTORTS, (ID:08NAPLES37), Kabel vom 2. Dezember 2008, ver√∂ffentlicht am 7. Januar 2011, abgerufen am 14. Januar 2011.



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