Kapitol (Washington)

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Kapitol (Washington)
Westseite des Kapitols (2007)
Die Kuppel des Kapitols bei Nacht

Das Kapitol (englisch United States Capitol) ist der Sitz des Kongresses, der Legislative der Vereinigten Staaten von Amerika, in Washington, D.C. In ihm finden Sitzungen des Senats (Senate) und des ReprĂ€sentantenhauses (House of Representatives) statt. Neben den Parlamentskammern beherbergt das klassizistische Bauwerk zahlreiche Kunstwerke zur Geschichte der USA. Es ist mit drei bis fĂŒnf Millionen Besuchern im Jahr eines der populĂ€rsten Tourismusziele des Landes.

Das von 1793 bis 1823 erbaute und von 1851 bis 1863 umfassend erweiterte GebĂ€ude besteht aus einer Rotunde mit einer eindrucksvollen Kuppel, an die die beiden ParlamentsflĂŒgel anschließen. Das Kapitol ist 229 Meter lang, bis zu 107 Meter breit und an seiner höchsten Stelle 88 Meter hoch. Das Kapitol war nach dem Weißen Haus das erste grĂ¶ĂŸere Bauwerk in Washington, D.C., um das die Stadt herum entstand. Direkt um das Kapitol liegt der Kapitolkomplex, zu dem unter anderem die Library of Congress und die GebĂ€ude des Supreme Courts gehören.

Bauaufsicht und Verwaltung des Kapitols sowie des Kapitolkomplexes obliegen dem Architekten des Kapitols. PrĂ€gende Architekten in der Baugeschichte waren William Thornton, von dem die ursprĂŒngliche Planung stammt, Henry Latrobe, der das Kapitol in seiner ersten Version fertigstellte, und Thomas U. Walter, von dem die heutige Form der Kuppel und die Erweiterungsbauten der SeitenflĂŒgel stammen.

Die Bezeichnung Kapitol leitet sich vom wichtigsten der sieben HĂŒgel Roms, dem Kapitolinischen HĂŒgel, ab. In der Zeit des Klassizismus wurde dessen Name auf andere GebĂ€ude ĂŒbertragen, unter anderem auch auf den Sitz des amerikanischen Parlaments. Er soll damit die republikanische Tradition betonen, in der sich die USA sehen.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Luftaufnahme des Kapitolkomplexes und der National Mall von Nordost

Das Kapitol befindet sich in Washington, D.C. auf einem Plateau, das etwa 30 Meter ĂŒber den nahegelegenen Potomac River ragt. Da das Kapitol das erste große GebĂ€ude war, das in der Planhauptstadt Washington gebaut wurde, entstand der Rest der Stadt um es herum. Der Architekt Washingtons, Pierre Charles L'Enfant, ließ sich bei der Gestaltung der Stadt vom Palast in Versailles inspirieren. Daher verlaufen die Straßen um das Kapitol herum im Schachbrettmuster mit diagonalen Querstraßen. Noch heute liegen mehrere GrasflĂ€chen, Parks und öffentliche PlĂ€tze im direkten Umfeld des Kapitols.

Es liegt am östlichen Ende der National Mall inmitten des Kapitolkomplexes auf der Spitze des Capitol Hill in Washington, D.C. Von der Westseite des Kapitols besteht eine Sichtverbindung zum Washington Monument in der Mitte der National Mall sowie zum Lincoln Memorial am Westende der Mall. UrsprĂŒnglich bestand vom Kapitol auch eine Sichtverbindung zum nordwestlich gelegenen Weißen Haus. Diese ließ der tief mit dem Kongress zerstrittene PrĂ€sident Andrew Jackson jedoch durch ein GebĂ€ude des Finanzministeriums zubauen.

Andere GebĂ€ude des Capitol Complex sind beispielsweise die Library of Congress, die GebĂ€ude des Supreme Courts, die BĂŒrogebĂ€ude des Kongresses und das ElektrizitĂ€tswerk, das den ganzen Komplex versorgt. Mit zum Areal gehören der Botanische Garten des Kongresses sowie diverse Kunstwerke und Statuen. Wichtige Straßen, die am Kapitol vorbeilaufen, sind die First Street, die Constitution Avenue und die Independence Avenue.

Da das Kapitol als Mittelpunkt von Washington, D.C. geplant war, tragen alle Adressen in der Stadt die Kennzeichnung NE (North East), NW (North West), SE (South East) oder SW (South West), je nachdem, wo sie sich im VerhĂ€ltnis zur Rotunde des GebĂ€udes befinden. In der Rotunde selbst kennzeichnet ein Stein im Boden den Punkt, an dem sich die vier Bezirke treffen. Da das Kapitol aber nicht genau in der Mitte Washingtons liegt, bedeutet das, dass die West-Bezirke ein StĂŒck grĂ¶ĂŸer sind als die Ost-Bezirke.

Ein Netz von Tunneln und ein eigenes U-Bahn-System, die Congressional Subway, verbinden das Kapitol mit den BĂŒrogebĂ€uden der beiden Parlamentskammern.

Baugeschichte

Das Kapitol hat eine wechselhafte und anfangs von Fehlkonstruktionen geprĂ€gte Baugeschichte, die bis heute andauert. Nach dem Beschluss, eine Planhauptstadt zu errichten, begannen die Bauarbeiten am Kapitol 1793. 1800 war der NordflĂŒgel fertig; bevor das gesamte GebĂ€ude jedoch errichtet war, zerstörten britische Truppen es im Krieg von 1812 weitgehend. Bis zu seiner ersten Fertigstellung 1826 bestimmten sechs Architekten unter sechs US-PrĂ€sidenten ĂŒber die Gestalt des GebĂ€udes. Mehrere An- und Umbauten verĂ€nderten die Gestalt bis 1863 maßgeblich; unter anderem schufen sie die charakteristische heutige Form der Kuppel. Das 20. Jahrhundert sah vor allem die Ausweitung des Kapitols auf den Kapitolkomplex: AbgeordnetenbĂŒros, die Library of Congress und der Supreme Court zogen aus dem Kapitol aus und in angrenzende neue GebĂ€ude. Im Kapitol selbst rĂŒckte die Ostfront einige Meter nach vorne. Bestimmendes Bauprojekt im beginnenden 21. Jahrhundert ist ein großes neues Besucherzentrum, das unterirdisch unter dem Kapitol liegen wird.

Vorgeschichte: 1791–1793

Ausschreibung des Wettbewerbs zum Kapitolbau in Dunlap’s American Daily Advertiser (Philadelphia) 24. MĂ€rz 1792

Der Kontinentalkongress, der VorlĂ€ufer des US-Kongresses, tagte in Philadelphia, Baltimore, Lancaster, York, Princeton, Annapolis (Maryland State House) und Trenton. Der Kongress der Vereinigten Staaten tagte nach seiner GrĂŒndung 1789 in der Federal Hall in New York City. Artikel 1 der amerikanischen Verfassung sah damals schon eine Planhauptstadt als neue Hauptstadt der USA vor. Diese musste aber erst noch gebaut werden. Maryland trat den USA 10 Quadratmeilen Land ab, auf denen sie die Hauptstadt errichten konnten. Mit dem „Residence Act“ von 1791 beschloss der Kongress den spĂ€teren Umzug. WĂ€hrend der Bauphase zog der Kongress von 1790 bis 1800 in die Congress Hall in der provisorischen Hauptstadt Philadelphia um. Das Kapitol sollte Mittelpunkt der neuen Hauptstadt werden. Gebaut wurde das Kapitol auf dem Jenkin’s Hill, dem spĂ€teren Capitol Hill.

Thomas Jefferson plante anfĂ€nglich selbst einen Entwurf fĂŒr das Kapitol. Da dies jedoch nicht mit dem Ministeramt, welches er innehatte, vereinbar war, setzte der Kongress einen Ausschuss fĂŒr den District of Columbia ein, der die Gestaltung Washingtons und den Bau des Kapitols planen sollte. Dieser dreiköpfige Ausschuss vergab den Auftrag an Pierre L'Enfant, der schon den Ausbau der Federal Hall geplant hatte. Da L’Enfant sich jedoch weigerte, Zeichnungen anzufertigen, darauf bestand, er habe den Entwurf im Kopf, und sich ebenfalls weigerte, Weisungen des Ausschusses anzunehmen, trennte sich die Kommission noch vor Baubeginn von L’Enfant.

Im MĂ€rz 1792 schrieb sie auf Initiative Jeffersons einen Wettbewerb aus. Zur Jury gehörten neben Jefferson noch George Washington und der Ausschuss fĂŒr den District of Columbia. Die im MĂ€rz 1792 veröffentlichte Ausschreibung enthielt zwar Angaben zu GrĂ¶ĂŸe und Raumzahl des GebĂ€udes, jedoch keine stilistischen Vorgaben. Die meisten eingereichten VorschlĂ€ge orientierten sich an Renaissancebauten. Jefferson favorisierte allerdings ein stĂ€rker an antike Baustile angelehntes GebĂ€ude, das sich Ă€hnlich dem Pantheon in Rom um eine Rotunde konzentrieren sollte. Den Wettbewerb gewann der schottische Arzt William Thornton. Sein Entwurf lehnte sich an den französischen Klassizismus des 18. Jahrhunderts an und sah zwei FlĂŒgel vor, zwischen denen sich ein Mitteltrakt mit einer flachen Kuppel befindet. George Washington lobte Thorntos Entwurf fĂŒr seine „grandeur, simplicity and convenience“ (Grandeur, Einfachheit und Komfort).[1]

Baubeginn bis Fertigstellung NordflĂŒgel: 1793–1800

Zeichnung des Kapitols um 1800

George Washington legte am 18. September 1793 den Grundstein fĂŒr das zukĂŒnftige Parlament. Wo der Grundstein genau liegt, lĂ€sst sich heute nicht mehr zurĂŒckverfolgen. Einen Großteil der Bauarbeiten erledigten Sklaven, die „das Bauholz schnitten, die Steine legten und die Backsteine buken“[2]. UrsprĂŒnglich sollten in Europa angeworbene Arbeiter das GebĂ€ude errichten, jedoch fand das Angebot in Europa wenig Anklang, sodass die Bauherren auf Sklaven und bei spĂ€teren Ausbauarbeiten auf freigelassene Afroamerikaner zurĂŒckgriffen.[3]

Die ersten beiden Bauleiter waren Stephen H. Hallet und George Hadfield, die sich beide nicht lange im Amt hielten, da sie versuchten, die Gestaltung des GebĂ€udes ihren Vorstellung entsprechend zu verĂ€ndern. Der mittlerweile ebenfalls mit dem Bau des PrĂ€sidentenhauses beauftragte James Hoban ĂŒbernahm die Bauaufsicht fĂŒr das Kapitol. Im Jahre 1800 stellten die Bauarbeiter den NordflĂŒgel fertig. Im selben Jahr zogen der Kongress und der Supreme Court trotz der noch laufenden Bauarbeiten in das GebĂ€ude um. Der Kongress hielt dort am 17. November 1800 seine erste Sitzung ab.

SchĂ€den im Krieg von 1812 bis erste Fertigstellung: 1800–1829

Kapitol im Jahre 1846
SeitenflĂŒgel des Kapitols im Jahr 1842. Zeichnung aus der Illustrated London News.

1803 ernannte der amtierende PrĂ€sident Thomas Jefferson den Architekten Henry Latrobe zum Leiter der Bauarbeiten an den RegierungsgebĂ€uden im District of Columbia. Materialknappheit und ein Mangel an fachkundigen ArbeitskrĂ€ften verschleppten und verteuerten die Bauarbeiten. Bereits 1806 litt der NordflĂŒgel unter einem undichten Dach, bröckelndem Putz und schimmelnden Fußböden, sodass Latrobe eine komplette Neugestaltung des Innenraums begann. Der SĂŒdflĂŒgel wurde schließlich 1811 fertig, anstelle des geplanten eindrucksvollen Mittelteils verband jedoch nur ein ĂŒberdachter Gang aus Holz die beiden GebĂ€ude. Da der Kongress das Geld fĂŒr den Weiterbau strich, um den Krieg gegen Großbritannien zu finanzieren, verließ Latrobe 1813 Washington. Am 24. August 1814 steckten britische Truppen das GebĂ€ude im Britisch-Amerikanischen Krieg in Brand. Es brannte bis auf die AußenwĂ€nde des NordflĂŒgels vollstĂ€ndig nieder und hinterließ in Latrobes Worten „A most magnificent ruin“ [4]. Erst 1815 kehrte Henry Latrobe nach Washington zurĂŒck und konnte die InnenrĂ€ume und den Mitteltrakt im Zuge des Neuaufbaus völlig neu gestalten. Nach seinen PlĂ€nen wurden die InnenrĂ€ume klassizistisch dekoriert, fĂŒr den Mitteltrakt sah er eine Rotunde sowie eine flache Kuppel vor, die entgegen Thorntons PlĂ€nen aus gemauerten Steinen und nicht aus Holz ausgefĂŒhrt werden sollte.

Zur AusfĂŒhrung des Mitteltrakts unter Latrobe und nach dessen PlĂ€nen kam es jedoch nie, da Latrobe den geplanten Zeitrahmen und die Kostenplanungen ĂŒberschritt und Richard Bulfinch 1817 mit der WeiterfĂŒhrung des Baus beauftragt wurde. Dieser Ă€nderte die PlĂ€ne wiederum, da er mehr dem traditionellen Klassizismus zugeneigt war, und ließ eine klassisch hohe Kuppel aus Holz mit einer Kupferverkleidung errichten. Bulfinch fĂŒhrte auch erstmals Marmor als Baustoff ein, der am oberen Potomac entdeckt worden war. Zwei neue SĂ€ulenordnungen spiegelten das gewachsene amerikanische Selbstbewusstsein wider: FeldfrĂŒchte des Landes, auf denen der amerikanische Wohlstand beruhte, schmĂŒckten die Kapitelle. So erhielt der Eingang zum Senat SĂ€ulenkapitelle in der Form von TabakblĂ€ttern, an anderer Stelle wurden Kapitelle mit Maiskolben und Maispflanzen verziert. 1826 war das Kapitol fertiggestellt. Bulfinch arbeitete noch drei Jahre an der Innenarchitektur, bevor er 1829 Washington verließ.

Erste Erweiterung: 1851–1863

Bauarbeiten am Kapitol, 1860.

Im Laufe der darauffolgenden Jahre gewannen die Vereinigten Staaten an GrĂ¶ĂŸe und Bedeutung. Um sowohl die Delegierten der neuen Staaten unterbringen zu können als auch das Kapitol reprĂ€sentativer zu gestalten, schrieb der Kongress 1851 abermals einen Wettbewerb aus. Thomas U. Walter ging mit drei anderen Mitbewerbern als Sieger hervor.

Sein vom Kongress akzeptierter Entwurf sah einen Anbau der SeitenflĂŒgel vor, der sich im rechten Winkel zu den alten FlĂŒgeln befand. Die Zusatzbauten hatten so ihre grĂ¶ĂŸte Ausdehnung in Ost-West-Richtung.

Das durch die ErweiterungsflĂŒgel in die LĂ€nge gezogene GebĂ€ude erhielt eine neue Kuppel gewaltigen Ausmaßes. Zur Kuppel ließ er sich durch die Sankt Petersburger Isaakskathedrale und den Pariser Invalidendom inspirieren, der ebenso wie die Kapitol-Kuppel doppelt gehalten ist. In der Mitte der inneren Kuppel befindet sich ein Opaion, durch den man das in die Ă€ußere Kuppel gemalte GemĂ€lde The Apotheosis of Washington sehen kann. Außen auf der Kuppel befindet sich seit 1863 die Statue Freedom. Der nun nicht mehr aus Holz errichtete GebĂ€udeteil war dreimal so hoch wie sein VorgĂ€nger. Ein Kuppelbau mit diesen Ausmaßen war 1851 ein technisches Wagnis, da zum ersten Mal Gusseisen zum Bau einer solch großen Kuppel verwendet wurde. Walter erhoffte sich, so die Ausgewogenheit der klassischen Proportionen wiederherstellen zu können.

Die Bauleitung befand sich ab 1853 in den HĂ€nden von Montgomery C. Meigs vom Army Corps of Engineers. Er suchte auch die Maler und Bildhauer aus, die die InnenrĂ€ume dekorierten, und schlug ihnen die Themen vor, die die europĂ€isch-amerikanische Dominanz des Kontinents ausdrĂŒcken sollten.

GebÀudeerweiterungen im 20. Jahrhundert

Ostseite des Kapitols

Die neue Kuppel stellte jedoch keine neue Ausgewogenheit her, sondern dominierte das GebĂ€ude. 1904 begann der Bau einer neuen Ostseite, der dem Plan der Architekten CarrĂšre and Hastings folgte, die auch die damaligen neuen BĂŒrogebĂ€ude von Senat und House gestalteten. 1958 begannen die Bauarbeiten an einer weiteren Erweiterung der Ostseite. Die ursprĂŒnglich aus Sandstein gebaute Fassade wurde zehn Meter weiter vorne aus Marmor dupliziert und mit dem alten GebĂ€ude verbunden. Die alte Fassade blieb dabei erhalten, bildet nun aber einen Teil der Innenarchitektur. Da dabei der ehemalige Eingangsbereich entfernt wurde, waren die Korinthischen SĂ€ulen, die ihn vorher schmĂŒckten, zeitweise heimatlos. Erst Landschaftsdesigner Russel Page verschaffte ihnen eine neue Heimat im National Arboretum, wo sie um den Capitol Reflection Pool herum aufgebaut sind.

Der Kapitolkomplex: 1897–1992

Aktuelle Karte des Kapitolkomplexes

Neben den Baumaßnahmen am Kapitol, die seit 1863 vor allem die Ă€ußere Gestalt des GebĂ€udes betrafen, entstanden seit dem spĂ€ten 20. Jahrhundert weitere GebĂ€ude. Das Kapitol beherbergte bis dahin nicht nur sĂ€mtliche RĂ€ume von Senat und ReprĂ€sentantenhaus, sondern auch die Library of Congress, den Supreme Court der Vereinigten Staaten und die Bundesbezirksgerichte.

Mit fortschreitender Modernisierung, innerem Wachstum und der Zunahme der Ă€ußeren Bedeutung der USA begannen alle Institutionen, neues Personal anzustellen. FĂŒr dieses und ihre Ausstattung wurden neue RĂ€ume benötigt. Der Kongress kaufte Land direkt neben dem Kapitol und begann dort, neue GebĂ€ude zu errichten. Ab 1897 entstand das Thomas Jefferson Building der Library of Congress (LOC), die 1939 und 1980 weitere GebĂ€ude baute. 1908 beziehungsweise 1909 entstanden die ersten externen BĂŒrogebĂ€ude von Senat (Senate Office Buildings – SOB) und ReprĂ€sentantenhaus (House Office Buildings – HOB), deren Zahl mittlerweile auf sieben angewachsen ist. 1935 zog der Supreme Court in sein neues GebĂ€ude, das seit 1992 ebenfalls einen weiteren Anbau hat.

ZusĂ€tzlich zu GebĂ€uden fĂŒr bereits existierende Institutionen kamen noch die Congressional Subway hinzu, die das Kapitol mit den BĂŒrogebĂ€uden des Kongresses verbindet, der botanische Garten (United States Botanical Gardens – USBG) und sein Hauptquartier sowie ein eigenes ElektrizitĂ€tswerk fĂŒr den gesamten Komplex.

Das neue Besucherzentrum

→ Hauptartikel: United States Capitol Visitor Center

Am 20. Juni 2000 begannen die Bauarbeiten fĂŒr das neue United States Capitol Visitor Center, das am 2. Dezember 2008 eröffnet hat. Der neue Bereich soll GĂ€sten ihren Besuch erleichtern und die bisher bestehenden Besucherschlangen vom Parkplatz entfernen helfen. Das Visitor Center besteht aus einer großen Eingangshalle, umfassenden RĂ€umlichkeiten fĂŒr SicherheitsĂŒberprĂŒfungen, zwei KinosĂ€len, AusstellungsrĂ€umen, Restaurants sowie diversen RĂ€umen fĂŒr den Kongress. Einer davon wird ein Plenarsaal mit 450 PlĂ€tzen sein, der fĂŒr Sitzungen genutzt werden soll, falls die eigentlichen PlenarsĂ€le gerade renoviert werden. Das GebĂ€ude soll 554 Millionen USD kosten und steht unter immenser Kritik, vor allem da die Baukosten seit dem Baubeginn stark stiegen, wĂ€hrend die Bauarbeiten ursprĂŒnglich bereits Ende 2005 fertiggestellt sein sollten. Die Ostseite des GebĂ€udes, an der bis 1981 die meisten US-PrĂ€sidenten ihren Amtseid schworen, ist seitdem eine Baustelle, soll danach aber wieder in ihren vorherigen Zustand zurĂŒckgebaut werden.

Gestalt

Das Kapitol besteht aus einer zentralen Rotunde, die im Osten und Westen von Portiken eingefasst wird, sowie aus einem Nord- und einem SĂŒdflĂŒgel, die die ArbeitsrĂ€ume enthalten und ebenfalls vorgelagerte Portiken besitzen. Ältere Fassadenteile sind noch in Sandstein gebaut, der zwischen 1983 und 1987 zu einem Großteil durch Kalkstein ersetzt und mit einem GerĂŒst aus rostfreiem Stahl verstĂ€rkt wurde, spĂ€ter gebaute GebĂ€udeteile sind im bestĂ€ndigeren Marmor eingefasst. Die Westfront mit dem Haupteingang durch die Kolumbus-Tore wendet sich der National Mall zu. Auf den Haupteingang fĂŒhren auf der Westseite zwei Treppen zu. Auf der Ostseite liegen die beiden Außentreppen je am House- und am SenatsflĂŒgel. Unterhalb der Senatstreppe befindet sich die U-Bahn-Station des Congressional Subway.

Auf der Rotunde sitzt eine eindrucksvolle Kuppel, auf deren Spitze die sechs Meter hohe Bronzestatue Statue of Freedom steht. Sie zeigt eine klassische weibliche Freiheitsfigur, deren Hand auf einem Schwert ruht. Die Figur trĂ€gt einen römischen Helm, den die amerikanischen Symbole Federn, Vogelklauen und einem Adlerkopf krönen. Die Statue steht auf einem gusseisernen Erdball, auf dem das Motto der USA, „E Pluribus Unum“, eingraviert ist.

Westseite vom Reflecting Pool aus

Das Kapitol hat eine GrundflĂ€che von knapp 16.300 Quadratmetern oder gut 1,6 Hektar. Von Nord nach SĂŒd misst es knapp 229 Meter, an der breitesten Stelle ist es knapp 107 Meter breit, von der Grundlinie an der Ostfront von der Spitze zur Statue of Freedom betrĂ€gt die Höhe knapp 88 Meter. Die FlĂŒgelbauten haben je fĂŒnf Stockwerke, das GebĂ€ude hat insgesamt 658 Fenster, davon 108 in der Kuppel.

Auf dem GebĂ€ude kann man bis zu vier US-Flaggen wehen sehen. Zwei davon befinden sich auf der Ost- und Westseite der Kuppel und waren seit dem Ersten Weltkrieg ununterbrochen gehisst. Die anderen beiden befinden sich ĂŒber dem Nord- und SĂŒdflĂŒgel und sind nur aufgezogen, wenn die jeweilige Parlamentskammer tagt. Mehrere weitere Flaggenmasten westlich der Kuppel können auf Anforderung von Kongressmitgliedern geflaggt werden, sind aber vom Boden aus nicht sichtbar.

RĂ€ume

Kuppel von innen

Das Kapitol beherbergt in seinen drei GebĂ€udeteilen etwa 540 RĂ€ume und 850 GĂ€nge. Darunter befinden sich neben zahlreichen BĂŒro- und AusschussrĂ€umen die PlenarsĂ€le von Kongress und Senat, die dazugehörigen Besuchergalerien sowie zahlreiche AusstellungsrĂ€ume und -hallen inklusive der Rotunde.

Die Hauptebene des GebĂ€udes befindet sich im zweiten Stockwerk. Dort liegen der ĂŒber Außentreppen erreichbare Haupteingang auf der Westseite, die BodenflĂ€che der Rotunde und die PlenarsĂ€le von ReprĂ€sentantenhaus und Senat. Der dritte Stock darĂŒber enthĂ€lt die Besucher- und Pressegalerien fĂŒr die PlenarsĂ€le sowie die BĂŒros der ParlamentsprĂ€sidien und FraktionsfĂŒhrungen. Im ersten Stock unter der Rotunde befindet sich die sogenannte Krypta Washingtons, unter den PlenarsĂ€len liegen AusschussrĂ€ume und die BĂŒros wichtiger Kongressangestellter. Im Erdgeschoss und im vierten Stock befinden sich weitere BĂŒros, MaschinenrĂ€ume und andere RĂ€ume, die vor allem der Hauserhaltung dienen.

Im GebĂ€ude gibt es eine strikte Trennung zwischen dem nördlichen SenatsflĂŒgel und dem sĂŒdlichen House-FlĂŒgel, die sich auch in den Raumbezeichnungen wiederfindet: entweder tragen diese das PrĂ€fix S (Senat) oder das PrĂ€fix H (House). In den BĂŒrogebĂ€uden setzt sich diese Unterscheidung fort. BĂŒrogebĂ€ude des Senats befinden sich nördlich der Rotunde; RĂ€ume in ihnen sind als SOB (Senate Office Building) gekennzeichnet. House-GebĂ€ude befinden sich sĂŒdlich der Rotunde; ihre RĂ€ume tragen die Bezeichnung HOB (House Office Building).

Durch das ganze GebĂ€ude verstreut stehen die Statuen der National Statuary Hall Collection – insgesamt 100 Statuen berĂŒhmter Amerikaner: je zwei pro Bundesstaat, die auch die Bundesstaaten ausgesucht haben. UrsprĂŒnglich begann die Ausstellung im SĂŒdflĂŒgel in der National Statuary Hall (Ehemals: Old Hall), breitet sich aber inzwischen ĂŒber das ganze GebĂ€ude aus.

Rotunde und Kuppel

→ Hauptartikel: Rotunde des United States Capitol

LĂ€ngsschnitt durch Rotunde und Kuppel; Originalzeichnung von Thomas U. Walter, 1859

Besucher des Kapitol gelangen durch das neue United States Capitol Visitor Center in die Rotunde. Diese hat einen Durchmesser von gut 29 Metern und eine Höhe von knapp 55 Metern. Vom Erdgeschoss bis zur Kuppel des Doms sind es 365 Treppenstufen.

Unter der Rotunde befindet sich ein als „the Crypt“ bekannter Abschnitt. UrsprĂŒnglich sollte man von ihm auf das Grab George Washingtons herabblicken können. Allerdings vereitelte seine Frau Martha den Plan, indem sie ihn auf seiner Farm Mount Vernon beisetzen ließ. Seit Washington lagen acht PrĂ€sidenten, die im Amt verstorben waren, in der Rotunde aufgebahrt; ebenso wie die SicherheitsmĂ€nner, die beim Amoklauf im Kapitol 1998 getötet wurden, und zuletzt die farbige BĂŒrgerrechtlerin Rosa Parks. Im Normalfall befinden sich dort Ausstellungen zur Geschichte der USA.

In der Rotunde unterhalb der Kuppel befinden sich acht GemĂ€lde verschiedener Maler, die die Entwicklung der USA als Nation zeigen. Auf der Ostseite stellen vier von ihnen bedeutende Ereignisse bei der Entdeckung Amerikas dar: die Taufe Pocahontas' (John Gadsby Chapman), die Landung der Pilger von der Mayflower (Robert W. Weir), die Entdeckung des Mississippi River durch Hernando de Soto (William H. Powell) und die Landung des Kolumbus (John Vanderlyn). Die Darstellungen bilden aber kaum die Wirklichkeit der amerikanischen Geschichte ab. Sie geben eher ein Bild davon, wie die Nation sich in den 1850ern selbst sehen wollte, als zu zeigen, wie die FrĂŒhgeschichte der USA tatsĂ€chlich verlief.

Auf der Westseite finden sich Darstellungen von Ereignissen aus dem Revolutionskrieg: Die Unterzeichnung der UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung, die Kapitulation von Lord Cornwallis, die Kapitulation von General Burgoyne und George Washington, der nach gewonnenem Krieg als Commander-in-chief zurĂŒcktritt. Alle GemĂ€lde auf der Westseite malte der Teilnehmer am Revolutionskrieg John Trumbull, dessen Gesicht man im Hintergrund bei der Kapitulation Cornwallis’ entdecken kann.

Constantino Brumidi malte direkt in der Kuppel die Apotheosis of Washington. Die Kuppel unten umlaufend ist eine von ihm begonnene durchgehende Darstellung der amerikanischen Geschichte, die in chronologischer Ordnung mit der Landung von Christoph Columbus beginnt und mit dem Flug der Wright-BrĂŒder in der Kitty Hawk endet. Das 1878 begonnene GemĂ€lde stellte Allyn Cox schließlich 1987 fertig, zwischen Brumidi und Cox arbeiteten noch Filippo Castoggini und Charles Ayer Whipple an dem Kunstwerk.

Neueren Datums sind einige Plastiken in der Rotunde, namentlich eine BĂŒste Martin Luther Kings und ein Denkmal fĂŒr die US-amerikanische Frauenbewegung.

siehe auch

NordflĂŒgel: Senat

Alter Sitzungssaal des Senats

Im Kapitol befinden sich zahlreiche Kunstwerke, die die Amerikanische Geschichte und die Gesetzgebung darstellen. 1856 brachte Brumidi die erste Wandmalereien im Gang des ersten Stocks auf der Senatsseite an. Die als „Brumidi corridors“ bekannten GĂ€nge zeigen Szenen aus der amerikanischen Geschichte, allerdings Ă€hnlich wie in der Rotunde sind sie eher der teleologischen Geschichtsschreibung der USA als erwĂ€hltes Land fĂŒr die EuropĂ€er denn einer realistischen Darstellung frĂŒherer Ereignisse verpflichtet. Die GemĂ€lde, die Brumidi malte, bilden Benjamin Franklin, John Fitch, Robert Fulton und den Louisiana Purchase ab. Ebenso malte er einheimische Tiere und Pflanzen, der USA. Er ließ absichtlich Platz frei, damit spĂ€ter andere Ereignisse dort aufgemalt werden konnte. Unter den neuen Bildern sind die Spirit of St. Louis, die Landung auf dem Mond und die Challenger-Crew. Im selben Stockwerk befindet sich noch eine einzige marmorne Badewanne. Sie ist ein Relikt der einst opulenten SenatsbĂ€der, die der Kongress bauen ließ, bevor Washington ĂŒber eine moderne Wasserversorgung verfĂŒgte. In ihnen konnten die Kongressmitglieder Badewannen, einen Friseursalon und einen Massagesalon besuchen.

Im selben Stockwerk liegt der alte Sitzungssaal des Supreme Courts, der seit 1972 wieder in seinen Zustand aus der Mitte des 19. Jahrhundert zurĂŒckversetzt wurde. Der 23 Meter lange und 16 Meter breite Raum hat eine halbkreisförmige Decke. Die Inneneinrichtung besteht aus Mahagoni, der Boden ist dort, wo die Richter saßen, um 30 Zentimeter gegenĂŒber dem restlichen Boden erhöht. Es handelt sich dabei um einen der wenigen GebĂ€udeteile, der 1814 den Brand des Kapitols ĂŒberstand.

Im Zweiten Stock schließt sich direkt an die Rotunde der alte Sitzungssaal des Senats an, der heute nicht mehr als solcher genutzt wird und wieder in den Zustand des 19. Jahrhunderts zurĂŒckversetzt wurde. Nicht weit davon entfernt liegt der heutige Sitzungssaal, dessen Inneneinrichtung zumindest in Teilen noch aus dem frĂŒhen 19. Jahrhundert stammt.

SĂŒdflĂŒgel: ReprĂ€sentantenhaus

George W. Bush hÀlt seine State of the Union Address im Plenarsaal des ReprÀsentantenhauses, 2003.

Im ersten Stock des House-FlĂŒgels befindet sich die sogenannte SĂ€ulenhalle, eigentlich ein Gang, der den ganzen FlĂŒgel in Nord-SĂŒd-Richtung durchlĂ€uft. Sie ist nach den 28 MarmorsĂ€ulen benannt, die den Gang sĂ€umen. In Variation von korinthischen SĂ€ulen befinden sich hier auch Kapitelle mit Tabakspflanzen und anderen einheimischen Pflanzenarten.

Direkt an die Rotunde schließt sich im Zweiten Stock der alte Sitzungssaal des ReprĂ€sentantenhauses an, die Statuary Hall. In dem aus Sandstein, Marmor und Gips gebauten Saal befindet sich der grĂ¶ĂŸte Teil der National Statuary Collection. Der Saal diente von 1819 bis 1857 als Sitzungssaal des ReprĂ€sentenhauses; da seine Akustik aber zu Echos fĂŒhrte, zog das House schließlich in einen neuen Plenarsaal um. Nach mehreren PlĂ€nen, ihn abzureißen oder umzubauen, entschloss sich der Kongress, den Saal fĂŒr Kunstausstellungen zu nutzen. Er baute ihn um und begann die Staaten aufzufordern, Statuen fĂŒr die National Statuary Hall Collection anzufertigen. 1990 war die Sammlung schließlich komplett, hatte sich aber ĂŒber die ursprĂŒnglichen Halle quer durch das KapitolgebĂ€ude ausgebreitet. Neben den Statuen bekannter Amerikaner befinden sich noch zwei Statuen im Saal, die schon den ursprĂŒnglichen Sitzungssaal schmĂŒckten: Enrico Causicis Liberty and the Eagle sah einst dem Speaker of the House ĂŒber die Schulter; ĂŒber der TĂŒr zur Rotunde befindet sich Carlo Franzonis Car of History, die Klio, die Muse der Geschichte, zeigt, wie sie den Wagen der Zeit fĂ€hrt und das Geschehen im Saal aufzeichnet. Im Wagenrad befindet sich die Uhr des ReprĂ€sentantenhauses.

Den aktuelle Sitzungssaal des ReprĂ€sentantenhauses schmĂŒcken Plaketten berĂŒhmter Gesetzgeber von Hammurapi und Salomon ĂŒber den oströmischen Kaiser Justinian I., den französischen König Ludwig IX., die Schriftsteller Hugo Grotius und William Blackstone bis hin zu NapolĂ©on Bonaparte, George Mason und Thomas Jefferson.

Ähnlich wie im SenatsflĂŒgel beherbergt auch der House-FlĂŒgel patriotische Werke der bildenden Kunst. Bilder Emanuel Leutzes sind ĂŒber das ganze GebĂ€ude verteilt, das bekannteste Werk ist aber Westward the course of empire takes its way: das 20 mal 30 Fuß (zirka 6x9m) große WandgemĂ€lde befindet sich in einem Treppenaufgang. Analog zu den Brumidi-GĂ€ngen des Senats befinden sich im House die Cox-GĂ€nge, die das ReprĂ€sentantenhaus 1971 in Auftrag gab. Sie gliedern sich in drei Teile: zum einen zeigen sie wie die Brumidi-GĂ€nge Szenen aus der amerikanischen Geschichte, darunter beispielsweise den Mayflower Compact, die UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung, Abraham Lincolns zweiten Amtseid 1865 oder einen Suffragettenmarsch von 1917. Zum zweiten Bilder der verschiedenen GebĂ€ude, in denen der US-Kongress und seine VorlĂ€ufer tagten, und als drittes Karten und Szenen aus der Erkundung des Landes, die das Wachstum der USA darstellen. Der jĂŒngste Teil stammt aus den Jahren 1993/1994 und wurde von EverGreene Painting Studios, Inc. nach Cox’ PlĂ€nen ausgefĂŒhrt, da dieser mittlerweile gestorben war.

Sicherheit

FĂŒr die Sicherheit am Kapitol ist die United States Capitol Police zustĂ€ndig. Waren Teile des GebĂ€udes bis 1969 frei zugĂ€nglich, begann der Kongress seitdem, Wachen aufzustellen. Seit dem 11. September 2001 haben auch die Sicherheitsmaßnahmen am Kapitol zugenommen. Entgegen den vorherigen Regeln dĂŒrfen Besucher das GebĂ€ude nur noch als Teil einer gefĂŒhrten Gruppe betreten. Das neue Visitor Center soll unter anderem dazu dienen, Besucher sorgfĂ€ltiger durchsuchen zu können, bevor sie das Kapitol betreten. In den Straßen um das Kapitol herum, fĂŒhrte die Kapitolpolizei zudem zahlreiche andere Maßnahmen durch. Eine Straße schloss sie seitdem komplett.[5] Die Capitol Police hat diverse Checkpoints errichtet, an denen sie vorbeifahrende Fahrzeuge anhalten kann. Auf den Hauptdurchfahrtsstraßen versenkte die Polizei Barrikaden, die sie im Notfall hochziehen kann. LKWs und Kleinbusse sind generell nicht mehr in diesen Straßen erlaubt. In den Nebenstraßen stehen die Barrikaden grundsĂ€tzlich aufgerichtet, Fahrzeuge dĂŒrfen sie erst passieren, wenn die Insassen eine Genehmigung dafĂŒr vorweisen können.

Neben den Straßen errichtete die Capitol Police zahlreiche Barrieren.[6] Sie reichen von hunderten Pollern, die sich neben den Fahrbahnen befinden, bis hin zu Betonsperren (Jersey barriers), die alle verhindern sollen, dass ein Fahrzeug die Fahrbahn verlassen und auf das KapitolgelĂ€nde fahren kann.

Im politischen Leben

John Roberts nimmt Barack Obama auf den Stufen des Kapitols den Amtseid ab
Demonstranten marschieren auf das Kapitol zu

Das Kapitol und besonders seine Kuppel ist zu einem Symbol fĂŒr das politische Amerika geworden. Neben den Ereignissen, die direkt mit dem Kongress zusammenhĂ€ngen, spielte das Kapitol auch aus anderen GrĂŒnden immer wieder eine Rolle im politischen Leben der USA. Die meisten PrĂ€sidenten schworen ihren Amtseid vor dem Kapitol. Bis 1977 vor der Ostfront, 1981 verlegte Ronald Reagan das Prozedere durch sein Beispiel vor die Westfront.

Das Kapitol befindet sich auf der RĂŒckseite der 50-Dollar-Note und ist ein ausgesprochener Touristenmagnet. JĂ€hrlich besuchen etwa 3 bis 5 Millionen Besucher das GebĂ€ude. Genauso aber ist es Ziel von Demonstrationen, die auf der National Mall bis zum Kapitol gehen.

Weniger friedliche Protestkundgebungen gegen die USA fanden bisher dreimal im Kapitol statt: 1954 eröffneten Nationalisten aus Puerto Rico von der Besuchergalerie aus das Feuer auf den Senat, jedoch ohne grĂ¶ĂŸeren Schaden anzurichten. 1975 explodierte eine Bombe vor dem Plenarsaal des Senats. Am 24. Juli 1998 stĂŒrmte Russell Eugene Weston Jr. in das Kapitol und eröffnete das Feuer auf die Anwesenden. Dabei starben zwei Beamte der United States Capitol Police. Weston wurde im nachfolgenden Verfahren von einem Gericht fĂŒr schuldunfĂ€hig erklĂ€rt. Das Kapitol war das wahrscheinliche Ziel der Terroristen, die den United Airlines Flight 93 am 11. September 2001 in ihre Gewalt brachten, durch die Passagiere aber gehindert wurden, ihr Ziel anzufliegen.

Anmerkungen

  1. ↑ Architekt des Kaptitols: Eine kurze Baugeschichte
  2. ↑ „who cut the logs, laid the stones and baked the bricks.“ Capitol slave labor studied, Washington Times, 1. Juni 2005
  3. ↑ http://www.whitehousehistory.org/05/subs/05_c.html
  4. ↑ „Eine höchst prĂ€chtige Ruine. Architekt des Kapitols: „A Brief Construction History of the Capitol“
  5. ↑ Street Closing Irks D.C. Leaders, Washington Post, 3. August 2004
  6. ↑ Capitol Police

Literatur

  • William C. Allen und Architect of the Capitol: History of the United States Capitol: A Chronicle of Design, Construction, And Politics University Press of the Pacific 2005. ISBN 1-4102-1235-1.
  • Emily Cole (Hg.): The Grammar of Architecture. Boston, New York, London, 2002.
  • Vivien Fryd: Art & Empire: Politics Of Ethnicity In U.S. Capitol 1815–1860 Ohio University Press 2001. ISBN 0-8214-1342-2.
  • Henry Hope Reed und Anne Day: The United States Capitol: Its Architecture and Decoration W. W. Norton & Company 2005. ISBN 0-393-03831-9.
  • Barbara A. Wolanin und Architect of the Capitol: Constantino Brumidi: Artist of the Capitol University Press of the Pacific 2005. ISBN 1-4102-2269-1.

Weblinks

 Commons: U.S. Kapitol â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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