Kappelrodeck

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kappelrodeck
Kappelrodeck
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kappelrodeck hervorgehoben
48.5911111111118.1175220
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Ortenaukreis
Höhe: 220 m ü. NN
Fläche: 17,93 km²
Einwohner:

5.783 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 323 Einwohner je km²
Postleitzahl: 77876
Vorwahl: 07842
Kfz-Kennzeichen: OG
Gemeindeschlüssel: 08 3 17 056
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 65
77876 Kappelrodeck
Webpräsenz: www.kappelrodeck.de
Bürgermeister: Stefan Hattenbach
Lage der Gemeinde Kappelrodeck im Ortenaukreis
Ill (Elsass) Ill (Elsass) Frankreich Landkreis Rastatt Baden-Baden Landkreis Calw Landkreis Emmendingen Landkreis Freudenstadt Rheinau (Baden) Lauf (Baden) Sasbach Landkreis Rastatt Landkreis Rottweil Schwarzwald-Baar-Kreis Achern Achern Achern Appenweier Bad Peterstal-Griesbach Berghaupten Biberach (Baden) Durbach Ettenheim Fischerbach Friesenheim (Baden) Gengenbach Gutach (Schwarzwaldbahn) Haslach im Kinzigtal Hausach Hofstetten (Baden) Hohberg Hornberg Kappel-Grafenhausen Kappel-Grafenhausen Kappelrodeck Willstätt Kehl Kehl Kippenheim Kippenheim Kippenheim Lahr/Schwarzwald Lauf (Baden) Lauf (Baden) Lautenbach (Ortenaukreis) Mahlberg Mahlberg Mahlberg Meißenheim Mühlenbach (Schwarzwald) Neuried (Baden) Nordrach Oberharmersbach Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberwolfach Offenburg Ohlsbach Oppenau Ortenberg (Baden) Ottenhöfen im Schwarzwald Renchen Renchen Ringsheim Ringsheim Rust (Baden) Rheinau (Baden) Rheinau (Baden) Rheinau (gemeindefreies Gebiet) Sasbach Sasbach Sasbach Sasbachwalden Schuttertal Schutterwald Schwanau Seebach (Baden) Seelbach (Schutter) Steinach (Ortenaukreis) Willstätt Willstätt Wolfach Zell am Harmersbach RheinKarte
Über dieses Bild

Kappelrodeck ist eine Gemeinde im Ortenaukreis in Baden-Württemberg, Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Kappelrodeck liegt im Achertal rund 20 Kilometer nördlich von Offenburg und rund 20 Kilometer südlich von Baden-Baden. Bei klarem Wetter hat man einen Blick bis nach Straßburg, das sich rund 25 Kilometer westlich von Kappelrodeck befindet.

Nachbargemeinden

Die Gemeinde grenzt im Norden an Sasbachwalden, im Osten an Seebach, im Südosten an Ottenhöfen, im Süden an Lautenbach und die Stadt Oberkirch, im Westen an die Stadt Renchen und im Nordwesten an die Stadt Achern.

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde Kappelrodeck mit der ehemals selbstständigen Gemeinde Waldulm gehören 33 Dörfer, Weiler, Zinken, Höfe und Häuser. Zur Gemeinde Kappelrodeck in den Grenzen vor der Gemeindereform der 1970er Jahre gehören das Dorf Kappelrodeck, die Zinken Auf der Klaus, Bei der Hammerschmiede, Bernhardshöfe, Iberg und Steinebach, die Siedlung Brandrain, die Höfe Eckelshalde (Häselshof), Erb, Ganseck, Häselhof, Hagenberg, Heidenhöfe, Lammhöfe, Langenberg, Ottenberg, Waidhof (Schloßhof) und Wolfersberg, die Wohnplätze Freiamt, Mattenmühle, Scheuerhof, Widig und Zuckerberg und Schloss und Haus Rodeck. Zur ehemaligen Gemeinde Waldulm gehören die Zinken Blaubronn-Zinsel, Oberberg, Schwend, Tal, Unterberg und Weiher, Häuser und Höfe Pfaffenbach und Ziegelhöfe und der Ort Winterbürg.[2]

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung als A Capelle apud Rodecke stammt aus dem Jahre 1349, bereits 100 Jahre früher (1244) wurde Waldulm erwähnt. Aus 1587 stammt die Bezeichnung „Capelle prope Rodecke“ im Laufe der Jahre folgte die Bezeichnung „Cappel unter Rodeck“. Schließlich wurde die Bezeichnung „Obercappell“ verwendet um Verwechslungen mit „Unterkappel“ (heute Kappelwindeck Stadt Bühl) zu vermeiden.

1316 wechselte Kappelrodeck vom Ortenauer Reichsland in der Herrschaftsgewalt und Gerichtsbarkeit des Fürstbischof Johann I. von Straßburg.

Durch die Enge des Tales kam es zu Aussiedlungen in platzreichere Gebiete, es entstanden die Ortsteile Bernhardshöfe, Heidenhöfe, Ottenberg, Iberg, Steinebach, und einzelne Höfe wie z. B. Ganzeck oder Wolfersberg.

Die meisten Anwohner jedoch siedelten sich rund um die namensgebende Kapelle an. Die Kapelle bildete den Dorfmittelpunkt und bot durch die leicht erhöhte Lage Schutz vor Hochwasser und Überschwemmung. Hier führte auch die Brücke über die Acher, welche überquert werden musste, um ins hintere Achertal zu gelangen. Durch Überschwemmungen bei starken Regenfällen oder Schneeschmelze war die Brücke allerdings oft überflutet, was teilweise lange Wartezeiten bedeutete. In Kappelrodeck und Umgebung hatten viele Adelsgeschlechter ihren Sitz, wie die Pfalzgrafen und Markgrafen von Baden, die Dynastien der Ebersteiner und Staufenburger sowie die Edlen von Bach, Bosenstein und Rodeck. Außerdem hatten einige Klöster wie das nahe Allerheiligen oder das entferntere St. Georgen Besitz in der Region.

Kappelrodeck war einer der sechs Gerichtsbezirke. Die Rechtspflege wurde vom landesherrlichen Schultheiß oder einem Stabhalter mit vom Gericht vorgeschlagenen und vom Amt bestätigten Geschworenen (Gerichtszwölfer) ausgeübt. Das „Kappler“ Gericht war das Größte der sechs Bereiche und umfasste den „Flecken Kappel „am Wege bei Rodeck“ die Rotten Bernhardshöfe und Steinebach, am Bach und Furschenbach; die Rotten Grimmerswald und Seebach am Fuß der Hornisgrinde; Ottenhöfen und Hagenbruck; das Dorf Waldulm und die Rotten im Tal und auf dem Berg wie auch die Rotten links und rechts des Sonderwassers. Es zählten all die Höfe und Weiler im Atzel-, Heiden-, Wolfers-, Simmers-, und Lauenbach dazu sowie dann jenseits der Acher die Berg- und Talbereiche bis hinauf auf die Hornisgrinde“. Es gab in dieser drei Gerichte: das Grundherrliche oder Hubengericht und gemeindliche oder Bauerngericht sowie das landesherrliche oder öffentliche Gericht, auch Landgericht genannt.

Die beiden ersteren befassten sich hauptsächlich mit dem Bereich des Ackerbaus und der Viehzucht und nahmen die Aufgaben der Dorf-, Feld- und Waldpolizei wahr. Todesurteile wurden an der Gemarkungsgrenze im Bereich Galgenfeld vollstreckt. Späterer Platz für Hinrichtungen fanden in der Herrenmatte, dem heutigen Festplatz, statt.

Kappelrodeck war ein bekannter Marktflecken mit Verbindungen nach Achern und Sasbach sowie anderen Orten entlang der „Ortenauer Bergstraße“ (heutige B 3).

1601 erschütterte ein schweres Erdbeben die Region, danach folgte der Dreißigjährige Krieg mit Durchzügen, Einquartierungen, Kriegskontributionen und Lösegeldern, Räubereien und Plünderungen. Ende des Krieges wurde das Amt Oberkirch, dem Kappelrodeck unterstand an Württemberg verpfändet und 1663 vom Straßburger Bischof zurückgekauft.

Die zweite Hälfte des Jahrhunderts war gekennzeichnet von den Kriegen Ludwig XIV., dessen Verheerungen und Auswirkungen teilweise schlimmer waren als der vorhergegangene 30-Jährige Krieg.

Große Hochwasser waren 1716 und 1778 zu verzeichnen. Auch die Französische Revolution 1789 machte sich im Achertal bemerkbar. Konkret wurde 1799 ein französischer Soldat erschossen, was zu einer Auseinandersetzung mit den Französischen Soldaten führen sollte. Mit Unterstützung der österreichischen Blankensteiner Husaren und der Infanterie unter Führung von Graf Hardeck versammelte sich das ganze Tag am „Birkköpfl“ um die anrückende Armee der Franzosen zu empfangen. Durch einen gezielten Abschuss des französischen Offiziers durch einen Scharfschützen konnte die Situation entspannt werden und die französischen Streitkräfte zogen sich zurück. Durch Wachen sowie Ausschauplätzen am „Bienenbuckel“ konnte frühzeitig vor einer neuen Gefahr durch französische Streitkräfte gewarnt werden. Die waffenfähigen Einwohner sammelten sich nach Alarmsignal im Oberdorf auf der „Ladstatt“, wo die Schusswaffen geladen wurden, und eilten danach direkt zum bedrohten Ort. Über einen Einsatz berichtete sogar die „Frankfurter Reichs-Ober-Post-Amts-Zeitung“ vom 8. Juni 1799: „Am 21. Mai 1799 früh nach 8 Uhr rückten die Franzosen gegen 3000 Mann stark mit 3 Kanonen gegen das Oberkappeltal an. Allein 3 Züge von Blankenstein Husaren unter dem Rittmeister Illesy und eine Kompanie vom Gradiskanerbatallion beschäftigen den Feind solange, bis der Baron Leopold von Neuenstein und Lorenz Winter, Ochsenwirt von Kappel, die mit der Landarbeit beschäftigten Kapplertalbewohner zusammenholten und dann gemeinschaftlich mit dem kaiserlichen Militär gegen den Feind fochten. Sie brachten nachmittags um 4 Uhr denselben gänzlich zum Weichen mit einem Verlust von 400 Toten und Verwundeten, während erstere selbst nur 19 Mann und 23 Pferde einbüßten. Die Franzosen verbrannten auf ihrem Rückzug zu Waldulm 5 Taglöhnerhäuser, 2 Scheunen und eine Mühle“. Die Kriegshandlungen zogen sich von Frühjahr 1799 bis hinein in den Sommer 1799.

Mit der Neuordnung 1803 wechselte Kappelrodeck von der bischöflich-straßburgerischen Herrschaft an das badische Herrscherhaus. Der Ort erlebte nun ruhigere Zeiten, was eine Steigerung der Einwohnerzahlen zufolge hatte. Auch wurden in diesen Jahren die ersten Vereine gegründet.

Bei einem Hochwasser 1824 wurde eine Holzbrücke die das Gasthaus Löwen mit einem gegenüberliegenden Haus verband weggespült. Hierbei kamen auch der damalige Wirt des Gasthauses und seine Frau ums Leben. Weitere Überschwemmungen waren 1938 und 1947 vor allem im Bereich der heutigen Straße „Venedig“.

Technisierung Industrialisierung und Bahnanschluss 1898 läuteten das 20. Jahrhundert ein. Kappelrodeck wurde von beiden Weltkriegen durch äußere Einflüsse ziemlich verschont, allerdings wurden auch hier, wie überall in Deutschland die wehrfähigen Männer in den Kriegsdienst berufen. Im Zuge der Gemeindereform wurde Waldulm am 1. Januar 1974 in die Gemeinde Kappelrodeck eingegliedert. 1994 feierte Waldulm sein 750-jähriges und 1999 Kappelrodeck sein 650-jähriges Ortsjubiläum. Im selben Jahr konnte die für die Gemeinde und die Ortsentwicklung so wichtige, jahrzehntelang angestrebte Umgehungsstraße dem Verkehr übergeben werden.

Religionen

Da die Reformation an Kappelrodeck vorbeigegangen ist, ist der Ort auch heute noch vorwiegend römisch-katholisch geprägt. Sowohl im Hauptort als auch in Waldulm bestehen katholische Gemeinden. Inzwischen gibt es jedoch auch eine evangelische Gemeinde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Schloss Rodeck

Schloss Rodeck, aus dem 11. bis 13. Jahrhundert gehörte anfangs den Herren von Röder. Das heutige Schloss entstand 1879 auf der Grundlage der einstigen Burg. Mit der Hilfe des Architekten Kessler ließ der damalige Besitzer, Oberappelationsgerichtsrat Heinrich Friedrich Schliephacke (* 1839 in Roklum; † 1911 auf Schloss Rodeck) mit seiner Frau Marie Therese, geb. Heyne-Hedersleben (* 1846 auf Klostergut Hedersleben; † 1890 auf Schloss Rodeck) die Burg im Stile der Neorenaissance umbauen. Nachdem die Familie Schliephacke das Schloss nach den Wirren der Inflation veräußert hatte, wechselten die Besitzer häufig, bis es dann nach dem Krieg als Altenheim des Landkreises genutzt wurde. Heute ist es in Privatbesitz.

Kirche St. Nikolaus

Bereits im 11. Jahrhundert stand nahe der Acherbrücke eine kleine Kapelle, die St. Nikolaus geweiht war. Der Name des Ortes Kappelrodecks geht auf diese kleine Kapelle zurück. Es ist nicht genau überliefert wer diese Kapelle errichtet hat, es wird angenommen, dass Ritter von Calw, die den Fronhof, den späteren Georgenhof bewirtschafteten, die Kapelle errichteten.

Die Kapelle sowie die religiösen Mitglieder gehörten der Pfarrei St. Stephan in Oberachern an.

1318 kaufte der Bischof von Straßburg den Georgenhof mit allen Rechten und Pflichten wie Gerichtsbarkeit, Zwing- und Bannrecht. Bis zur Neuordnung 1803 unterstand das Kapplertal der Herrschaft dem Hochstift von Straßburg.

Da die Oberacherner Pfarrei große Zuwächse in Personenzahl und Einzugsgebiet hatte, wollten die Kappler Bürger eine eigene Pfarrei. Konrad Munhard, Pfarrer von Friesenheim, spendete 1387 Priester- und Altarpfründe und stattete die Kappelrodecker Kapelle mit Zustimmung des Bischofs „mit Zinsen und Gültern von Gütern zu Kappel, Achern, Sasbach, Önsbach, Fautenbach, Renchen und Oberkirch aus.“ Munhard war bis zu seinem Tod 1395 Kaplan der Kapelle und für die Seelsorge zuständig. Nach dem Tod des Kaplans gehörte Kappelrodeck wieder zur Pfarrei St. Stephan Oberachern.

Erst am 2. Juli 1447 wurde die Kapelle zur Pfarrkirche St. Nikolaus ernannt, der erste Priester war Wenzeslaus Fabry von Lichtenberge.

Im Jahre 1472 wurde eine richtige Pfarrkirche gebaut, als Ersatz für die inzwischen zu klein gewordene Kapelle. Die Kirche wurde gestiftet von Pfarrer Konrad Hund der dem Adelsgeschlecht Hund von Bernshofen angehörte.

Ein Brand zerstörte 1570 die Kirche und das dazugehörige Pfarrhaus fast vollständig. Die Gemeinde wurde danach von der Pfarrei in Waldulm mitbetreut. Erst im Jahre 1609 gab es wieder einen Pfarrer in Kappelrodeck. Die abgebrannte Kirche wurde nur notdürftig instand gesetzt. So gab es nur 1 Silberkelch aber kein ewiges Licht, keine Monstranz oder Ziborium. Da aus den Altären die Reliquien erbrochen waren musste ein neuer Altarstein beschafft werden.

Erst 140 Jahre nach dem Brand kam es zum Wiederaufbau der Kirche. Im Jahre 1712 wurden der Kirchturm und das Kirchenschiff erneuert und vergrößert. Bei einer Kirchenvisitation 1761 wurde ein Neubau der Kirche angeordnet.

Die Kirche besaß zu diesem Zeitpunkt 4 Glocken, die älteste Glocke war von 1570. An der Nordseite der Kirche wurde 1773 ein steinernes Kreuz der Jesuitenmission errichtet. Der Friedhof um die Kirche wurde 1767 und 1779 vergrößert. 1767 gab es eine Erweiterung der Kirche durch eine Emporkirche. Die Kirche war bekannt als Wallfahrtskirche mit Nothelferaltar sowie einem Gemälde der Nothelfer. 1776 wurde die Kirche erneuert. Zum angeordneten Neubau kam es erst 140 Jahre nach der Kirchenvisitation.

Im Jahre 1821 wurde die Pfarrei geteilt und in Ottenhöfen eine eigene Pfarrei errichtet. 1902 begann der Neubau der Pfarrkirche. Da die alte Pfarrkirche für den Neubau abgerissen werden musste, war von 1902 bis 1904 eine Notkirche im „Kranzsaal“ eingerichtet.

Am 17. November 1903 fand die feierliche Grundsteinlegung mit Festrede durch Prälat Franz Xaver Lender statt. Im Herbst 1904 wurde mit einer feierlichen Prozession das Allerheiligste in den „Achertäler Dom“ gebracht. Der Kirchturm ist nun 76 Meter hoch und die Kirche dreischiffig gebaut. Die Mauern bestehen aus Buntsandstein, das Dach ist mit Schieferplatten gedeckt. 1906 wurde ein neues Geläut installiert. Der Innenausbau war 1907 beendet, so dass am 9. Mai 1907 die Kirche durch Erzbischof Thomas Nörber feierlich geweiht werden konnte.

Die neuen Glocken mussten für den Kriegseinsatz im Ersten Weltkrieg abgenommen werden. Neue Glocken wurden 1929 installiert. Diese mussten im Zuge des Zweiten Weltkrieges 1942 wieder abgenommen werden. Zum Glück wurde die Kirche bei beiden Weltkriegen nicht beschädigt. Im Jahre 1948 konnte dann das 3. Geläut installiert werden, das bis heute in der Kirche zu finden ist.

Die im Jahr 1905 gebraucht gekaufte, unpassende Orgel wurde 1963/1964 durch eine angemessene Orgel mit 44 Registern ersetzt. 1977 wurde eine Innen- und Außenrennovation durchgeführt.

Ab April 2008 wird die Pfarrkirche St. Nikolaus von innen renoviert. Der Renovierungsprozess wurde im Winter 2008 abgeschlossen .

Politik

Gemeinderat

Die Gemeinderatswahl am 7. Juni 2009 brachte folgende Sitzverteilung: CDU 8 Sitze (unv) FWG 9 Sitze (+1) SPD 1 Sitz (-1). Waldulm verfügt über einen Ortschaftsrat.

Wappen

Kappelrodeck besitzt ein redendes Wappen ähnlich der Wappen der Stadt Bühl oder der früheren Gemeinde Gamshurst (gehört heute zu Achern). Die in einem Schrägrechtsbalken stehende Kapelle stellt einen direkten Bezug zum ursprünglichen Ortsnamen „Cappel unter Rodeck“ her. Der silber-gefärbte Schrägbalken soll auf die jahrhundertelange Zugehörigkeit zum Bistum Straßburg hinweisen. Die Beantragung neuer Dienststempel im Dezember 1900 sollte die Kapelle durch eine reine Farbkomposition ersetzt werden, was der damalige Gemeinderat verhinderte. Eine befriedigende Lösung wurde erst 1955 gefunden. Es ist nun eine Kombination des Wappens des Bistums Straßburg mit der Kapelle (Silberner Schrägbalken auf Rotem Grund mit Kapelle) Dieses Wappen wird seither in Kappelrodeck verwendet und ziert auch das Rathaus.

Partnerschaften

Kappelrodeck unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu Rosheim im Elsass in Frankreich. Die Partnerschaftsurkunde zwischen beiden Orten wurde am 9. Oktober 1994 in Kappelrodeck und am 12. März 1995 in Rosheim unterzeichnet.

Wirtschaft und Infrastruktur

Weinbau

Kappelrodeck ist ein Weinbauort, dessen Lagen zur Weinbauregion Ortenau im Weinbaugebiet Baden gehören. Er stellte 1968/69 mit Gisela Zeferer die Badische Weinkönigin.

Bereits 18 Bundesehrenpreise der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft e. V. (DLG) gingen nach Kappelrodeck an die Winzerkeller Hex vom Dasenstein eG, sechsmal davon sogar in Gold. In den Jahren 2004, 2005, 2006 und 2007 belegten die Winzer aus Kappelrodeck sogar den 1. Platz in der DLG-Top-100-Liste der besten deutschen Weinerzeuger und tragen daher den Titel "Bester Weinerzeuger Deutschlands" [3].

Das Weingut Tobias Köninger ist das einzige private Weingut in Kappelrodeck.

Im Ortsteil Waldulm befindet sich die Waldulmer Winzergenossenschaft die ebenfalls zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten hat.

Obstbrennerei

Entlang des Tales haben sich viele Obstbrennereien etabliert, von denen die bekanntesten wohl die Brennerei Scheibel, Edelbrände Weissenbach, Edelbrände Kohler und Brennerei Theo Künstel sind. Eine Spezialität und Rarität stellt die Verarbeitung der Zibarte zum Zibärtle genannten Edeldestillat dar.

Verkehr

Durch die Achertalbahn (AchernOttenhöfen im Schwarzwald) ist Kappelrodeck an das überregionale Schienennetz angebunden.

Bildungseinrichtungen

Im Hauptort gibt es mit der Schloßbergschule eine Grund-, Haupt- und Werkrealschule. In Waldulm besteht eine Grundschule.

Justiz

Kappelrodeck gehört zum Bezirk des Amtsgerichts Achern.

Besonderes

In Kappelrodeck gibt es eine der letzten noch regelmäßig genutzten Ortsrufanlagen in Deutschland.

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2010 (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2, S. 343–345.
  3. Winzerkeller ⇒ Auszeichnungen

Weblinks

 Commons: Kappelrodeck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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