Karl Friedrich Schinkel

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Karl Friedrich Schinkel
Karl Friedrich Schinkel 1826, Gemälde von Carl Begas

Karl Friedrich Schinkel (* 13. M√§rz 1781 in Neuruppin; ‚Ć 9. Oktober 1841 in Berlin) war ein preu√üischer Architekt, Stadtplaner, Maler, Grafiker und B√ľhnenbildner, der den Klassizismus in Preu√üen entscheidend mitgestaltete. Als Leiter der Oberbaudeputation unterstand ihm eine Revisionsabteilung, die fast alle staatlichen Bauvorhaben f√ľr das K√∂nigreich Preu√üen in √∂konomischer, funktionaler und √§sthetischer Hinsicht √ľberpr√ľfte. Schinkel war Oberlandesbaudirektor und Architekt des K√∂nigs. Seine Bauwerke pr√§gen heute noch das Stadtbild der Mitte Berlins. Nach ihm wurde die Schinkelschule benannt, bei der es sich um mehrere Generationen von Architekten handelt, die unter seinem stilbildenden Einfluss standen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Jugend und Studium

Der junge Schinkel

Karl Friedrich kam als Sohn von Johann Cuno Christoph und Dorothea Schinkel, geb. Rose, in Neuruppin zur Welt. Er war das zweite von f√ľnf Kindern. Sein Vater arbeitete als Archidiakon und Superintendent der Kirchen und Schulen des Kreises. Im Alter von sechs Jahren verlor Schinkel seinen Vater, der sich bei L√∂scharbeiten bei einem verheerenden Brand in Neuruppin eine Lungenentz√ľndung zugezogen hatte. Nach dem Tod des Vaters zog die Familie in das Predigerwitwenhaus um. 1794 entschloss sie sich, ihren Wohnsitz nach Berlin zu verlegen. Dort war Schinkel Sch√ľler am Berlinischen Gymnasium zum Grauen Kloster. Er war musikalisch und im Zeichnen begabt, ansonsten sind seine schulischen Leistungen nicht erw√§hnenswert. In Berlin galt zu dieser Zeit der junge Friedrich Gilly als das aufstrebende Talent unter den deutschen Architekten. Er hatte kurz zuvor mit seinem Denkmalsentwurf f√ľr Friedrich den Gro√üen f√ľr Aufsehen gesorgt. Nach dem Besuch einer Ausstellung mit Architekturzeichnungen Friedrich Gillys stand Schinkels Berufsziel fest: Er wollte Baumeister werden und begann schon fr√ľh zu zeichnen. 1798 verlie√ü Schinkel das Gymnasium und wurde zum Sch√ľler und engen Freund Friedrich Gillys und dessen Vater David. Ab 1798 besuchte er deren private Bauschule in Berlin, wo er wie alle anderen ihrer Architekturstudenten auch zugleich wohnte. 1799 schrieb er sich zus√§tzlich als Student an der neu gegr√ľndeten Berliner Bauakademie ein. Die Ausbildung war praxisorientiert. Lediglich im Winter sah sie Lehrstunden vor, den Sommer verbrachten die Studenten auf der Baustelle. Zus√§tzlich bereicherte Schinkel seine Ausbildung durch den Besuch von Vorlesungen an der Akademie der Sch√∂nen K√ľnste. Die Dauer seines Studiums ist ungewiss. Schon 1800 taucht sein Name in den Verzeichnissen nicht mehr auf, in diesem Jahr starb seine Mutter. Schinkel geh√∂rte aber zu den ersten, die die Fachpr√ľfungen f√ľr den Staatsdienst ablegten und den Titel eines Bauleiters oder Baustelleninspektors erlangten.[1] Nach dem fr√ľhen Tod seines Freundes Friedrich Gilly am 3. August 1800 f√ľhrte er dessen Bauprojekte unter der Leitung David Gillys fort, dazu geh√∂rte auch das klassizistische Schloss Owinsk. Auf dem Pfingstberg in Potsdam plante er den Pomonatempel, es ist das erste Bauwerk, das er realisierte.

Bildungsreise und Malerei

Mittelalterliche Stadt am Fluss von 1815, Nationalgalerie
Schinkels Tochter Marie

Schinkel unternahm 1803 seine erste Italienreise, deren Bedeutung f√ľr seinen k√ľnstlerischen Werdegang au√üer Zweifel steht. Er hat w√§hrend der Reise mit offenen Augen Eindr√ľcke aufgenommenen und in Skizzen, Tagebuchaufzeichnungen und Briefen festgehalten. Zahlreiche Landschaftszeichnungen und Aquarelle √ľberwiegen gegen√ľber reinen Architekturaufnahmen. Damals galt er Joseph Anton Koch und anderen Malern mehr als Landschaftsmaler denn als Architekt.[2] Die herausragende Stellung der Malerei in Schinkels gesamtem Lebenswerk erkennt man daran, dass er sich auch sp√§ter, als die Pflichten als Architekt immer gr√∂√üer wurden, best√§ndig der Malerei widmete. Letztendlich k√∂nnen Malerei und Architektur in seinem Werk nicht scharf getrennt werden.

In seinen Bildern erkennt man den Architekten und in seinen Bauten den Maler. Auf seiner Bildungsreise hielt er sich wochenlang in Dresden, Prag, Wien, Triest und anderen alten Adriast√§dten auf. Als er und sein Reisebegleiter Johann Gottfried Steinmeyer, der sp√§tere Architekt von Putbus, einmal in einer Herberge Zeuge einer pikanten Szene im Nachbarzimmer wurden, predigte Schinkel ‚ÄěRuhe und Bez√§hmung‚Äú als das ‚ÄěEdelste des Menschen‚Äú.[3] √úber Venedig, Padua, Ferrara, Bologna, Florenz und Siena gelangte er nach Rom. Dort traf er auf Wilhelm von Humboldt und gewann ihn zum Freund. Im April 1804 reiste er weiter nach Neapel und bestieg den Vesuv. Einen dreimonatigen Abstecher nach Sizilien betrachtete er als Kr√∂nung seiner Reise. Er fertigte auch dort zahlreiche Zeichnungen und Skizzen von Landschaften oder architektonischen Eindr√ľcken an. Der R√ľckweg f√ľhrte ihn √ľber Pisa, Livorno, Genua, Mailand, Turin und Lyon nach Paris, wo er im Dezember 1804 eintraf und unter anderem im Musee Napoleon die Beutekunst Bonapartes besichtigte. 1805 kehrte Schinkel √ľber Stra√üburg, Frankfurt und Weimar nach Berlin zur√ľck.

Nach der Niederlage gegen die Franzosen in der Schlacht bei Jena und Auerstedt war es in Preu√üen nicht m√∂glich, gr√∂√üere Bauprojekte zu realisieren. Schinkel hatte eine Doppelbegabung als Maler und Architekt. Dies pr√§gte den Charakter seiner Bilder, die er nun schuf und bei denen h√§ufig utopische und ideale Stadtlandschaften im Zentrum stehen. 1807 bis 1815 malte er unter anderem Panoramen und Dioramen f√ľr Wilhelm Ernst Gropius (1765‚Äď1852), der in Schinkels damaligem Wohnhaus ein Caf√© betrieb und seit 1806 eine Maskenfabrik und ein Figurentheater besa√ü. Dessen Sohn Karl Wilhelm Gropius, der Dekorationsmaler, Verleger, Schausteller und ab 1820 k√∂niglicher Theaterinspektor war, z√§hlte ebenfalls zu Schinkels Bekanntenkreis. In dem von franz√∂sischen Truppen besetzten Berlin zeigte Schinkel 1807 die ersten Panoramabilder, darunter Konstantinopel und Jerusalem. Das Panorama von Palermo war 1808 besonders erfolgreich. Als das vor Napoleon geflohene K√∂nigspaar Friedrich Wilhelm III. und Luise im Dezember 1809 aus Ostpreu√üen zur√ľckkehrte, lie√ü es sich Schinkels neue Panoramabilder zeigen. 1809 ging Schinkel die Ehe mit Susanne Berger, der Tochter eines Stettiner Kaufmanns, ein. Gemeinsam hatten sie vier Kinder: Marie (* 1810), Susanne (* 1811), Karl Raphael (* 1813) und Elisabeth (* 1822).

In der Oberbaudeputation

Schinkel 1824 (Zeichnung von Wilhelm Hensel)

Auf Vermittlung Wilhelm von Humboldts erhielt Schinkel 1810 eine Anstellung zun√§chst als Dezernent f√ľr k√ľnstlerische Fragen und dann als Geheimer Oberbauassessor bei der Berliner Oberbaudeputation. F√ľr das Berliner Stadtschloss entwarf er die Inneneinrichtung der R√§ume K√∂nigin Luises. Gemeinsam mit Clemens Brentano, mit dem ihn eine unzertrennliche Freundschaft verband,[4] besuchte er 1811 Graf Hermann von P√ľckler-Muskau. Er wurde zum Mitglied der Berliner Akademie der K√ľnste ernannt. Zu Weihnachten zeigte Schinkel das Panoramabild Der Brand Moskaus, der erst im selben Jahr stattgefunden hatte. Er wurde am 13. M√§rz 1813 dazu aufgefordert, das Eiserne Kreuz nach einer Skizze des K√∂nigs zu gestalten.[5] Nach der auf den Geburtstag K√∂nigin Luises r√ľckdatierten Urkunde vom 10. M√§rz 1813 sollte es alleinig f√ľr die Befreiungskriege gestiftet werden, da die Unterwerfung durch Napoleon und die Flucht des K√∂nigspaars aus Berlin als eiserne Zeit empfunden worden war. Es war die erste Auszeichnung in Preu√üen, die jedermann f√ľr seine Tapferkeit ohne Ansehen seines Standes verliehen werden konnte. 1814 ersetzte Schinkel noch die Lorbeerkranztroph√§e der Schadowschen Quadriga auf dem Brandenburger Tor durch ein eichenlaubumkr√§nztes und von einem Adler bekr√∂ntes Eisernes Kreuz und verwandelte so die Friedensbringerin[6] in die Siegesg√∂ttin Viktoria,[7] um die R√ľckkehr der nach Paris verschleppten Plastik nach Berlin und den Sieg √ľber die napoleonischen Truppen zu feiern. Es kam immer wieder zu einer Neuauflage des Eisernen Kreuzes und noch heute ist es das Hoheitszeichen der Bundeswehr. 1814 zog Schinkel in die Friedrichstra√üe um. In der Akademieausstellung zeigte er die √Ėlbilder Schloss am See und Altan mit Fernblick. Als Panoramen zu Weihnachten schuf er zwei Ansichten der Insel Elba, wohin Napoleon zuerst verbannt worden war. Nach dem Tod Paul Ludwig Simons 1815 wurde er zum Geheimen Oberbaurat ernannt und konnte sich endlich seiner eigentlichen Profession, der Architektur, widmen. In dieser Position war er nicht nur daf√ľr verantwortlich, Berlin in eine repr√§sentative Hauptstadt f√ľr Preu√üen umzugestalten, sondern auch f√ľr Projekte in den preu√üischen Territorien vom Rheinland im Westen bis K√∂nigsberg im Osten. Dabei waren nach den napoleonischen Kriegen aufgrund einer knappen Staatskasse preiswerte L√∂sungen f√ľr die massenhaft anstehenden Bauaufgaben gefragt.

‚ÄěEurop√§ische Baukunst [ist] gleichbedeutend mit griechischer Baukunst in ihrer Fortsetzung. Keine Maskerade ‚Äď das Nothwendige der Construction sch√∂n zu gestalten ist Grundsatz Griechischer Architektur und mu√ü Grundsatz bleiben f√ľr deren Fortsetzung.‚Äú

‚Äď Karl Friedrich Schinkel[8]

Staatsbauten und Gutachten

K√∂nigswache (Neue Wache), heute Zentrale Gedenkst√§tte f√ľr die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft
Treppenanlage f√ľr das Alte Museum, Zeichnung von Schinkel, 1829

Ab 1815 verwirklichte Schinkel bedeutende Staatsbauten wie die K√∂nigswache, das Schauspielhaus und das Alte Museum. Zudem trat er als Gutachter auf. Im Januar 1816 wurde Mozarts Zauberfl√∂te mit den B√ľhnenbildern Schinkels aufgef√ľhrt. Gemeinsam mit seiner Frau Susanne und der Tochter Marie reiste er nach Weimar und besuchte dort Johann Wolfgang von Goethe. Unter anderem erstellte er mehrere Gutachten zum K√∂lner Dom, den er 1816 auf einer Reise als ruin√∂sen Torso kennengelernt hatte, und der ihn so begeisterte, dass er sich f√ľr die Rettung des Erhaltenen und den Weiterbau einsetzte. Wie wichtig ihm die Malerei f√ľr seine Arbeit als Architekt war, kann man daran ermessen, dass Schinkel die Umgebung des K√∂lner Domes nach einem eigenen Gem√§lde gestalten wollte, welches er drei Jahre fr√ľher geschaffen hatte.[9] Sp√§ter pl√§dierte er gegen Verfall und Abriss historischer Bauwerke und lie√ü Denkmalverzeichnisse anlegen. Das Schauspielhaus am Gendarmenmarkt brannte am 29. Juli 1817 fast vollst√§ndig ab. Der Architekt Carl Ferdinand Langhans reichte f√ľr die Wiedererrichtung Baupl√§ne ein, die aber nicht bef√ľrwortet wurden. Ab 1818 wurde es dann nach den Pl√§nen Schinkels gebaut. Gemeinsam mit Christian Daniel Rauch und Christian Friedrich Tieck besuchte er 1820 Goethe.

‚ÄěHerr Geheimer Rath Schinkel machte mich mit den Absichten seines neuen Theaterbaues bekannt, und wies zugleich unsch√§tzbare landschaftliche Federzeichnungen vor, die er auf einer Reise in Tyrol gewonnen hatte. Die Herren Tieck und Rauch modellirten meine B√ľste, ersterer zugleich ein Profil von Freund Knebel. Eine lebhafte, ja leidenschaftliche Kunstunterhaltung ergab sich dabei, und ich durfte diese Tage unter die sch√∂nsten des Jahres rechnen. [‚Ķ] Die Freunde begaben sich nach Weimar, wohin ich ihnen folgte, und die angenehmsten Stunden wiederholt geno√ü. Es hatte sich in den wenigen Tagen so viel Productives, Anlage und Ausf√ľhrung, Plane und Vorbereitung, Belehrendes und Erg√∂tzliches zusammengedr√§ngt, da√ü die Erinnerung daran immer wieder neu belebend sich erweisen mu√üte.‚Äú

‚Äď Johann Wolfgang von Goethe[10]

Es entstand das √Ėlgem√§lde Schloss am Strom. Schinkel wurde zum Professor der Baukunst berufen und Senatsmitglied der Akademie der K√ľnste zu Berlin. Er hielt aber keine Vorlesungen, sondern nahm lediglich Pr√ľfungen ab und urteilte als Juror in Preisgerichten. Von 1819 bis 1840 gab er 28 Hefte seiner Sammlung architectonischer Entw√ľrfe mit insgesamt 174 gro√üformatigen in Kupfer gestochenen Zeichnungen heraus. In diesen Heften kann man gleichzeitig die Pl√§ne zu seinem sog. architektonischen Lehrbuch sehen. Schinkel wollte kein hermetisch abgeschlossenes Lehrbuch schreiben, wie es f√§lschlich nach seinem Tod aus seinem Nachlass rekonstruiert wurde, sondern reagierte dynamisch und flexibel auf jede neue Bauaufgabe.[11]

Dienst- und Kunstreisen

Bildtafel 1 der Vorbilder f√ľr Fabrikanten und Handwerker

Gemeinsam mit seiner Familie reiste Schinkel 1821 im Sommer f√ľr f√ľnf Wochen nach Stettin. Er verbrachte auch eine Woche auf R√ľgen. Zum K√∂lner Dom erstellte er ein ausf√ľhrliches Gutachten. Von 1822 bis 1837 gab Schinkel gemeinsam mit Christian Peter Wilhelm Beuth die Vorbilder f√ľr Fabrikanten und Handwerker heraus. Bei diesem aufw√§ndigen Werk mit gro√üformatigen Kupferstichen handelte es sich um eine umfangreiche Sammlung von Abbildungen von Formen und Mustern, die sich √ľberwiegend an der Antike orientierten. Es sollte als √§sthetische Orientierungshilfe f√ľr Gewerbeschulen und Produzenten zu der Einheit von N√ľtzlichkeit und Sch√∂nheit bei Gebrauchsgegenst√§nden beitragen und die beginnende Industrialisierung Preu√üens f√∂rdern. Schinkel bezog seinen neuen Wohnsitz Unter den Linden 4a. Am 17. August 1822 wurde seine Tochter Elisabeth geboren. 1823 bekam Kronprinz Friedrich Wilhelm zu seiner Hochzeit Schloss Stolzenfels am Rhein geschenkt, Schinkel entwarf die ersten Pl√§ne zum Umbau. 1824 ging er auf eine Dienstreise nach Italien, um Informationen √ľber die Anordnung von Kunstwerken in Museen zu sammeln. Er hatte von Minister Karl vom Stein zum Altenstein den Auftrag erhalten, seine Reise in unmittelbaren Zusammenhang mit dem Museumsbau und dem Sammlungsaufbau in Berlin zu stellen.[12] Seine Reisebegleiter waren auf dieser zweiten Italienreise Gustav Friedrich Waagen, August Kerll und Henri Fran√ßois Brandt. In einem Brief zu Ende der Reise beklagte sich Schinkel gegen√ľber seiner Frau √ľber die Scherze des ‚Äětrivial‚Äú gewordenen Brandt. ‚ÄěAu√üer einigem Spa√ü, den er uns gemacht, hat er uns nichts genutzt, wohl aber wir ihm.‚Äú[13] Auf dem R√ľckweg besuchte er ein weiteres Mal Goethe in Weimar. 1825 malte Schinkel sein letztes bedeutendes Gem√§lde Blick in Griechenlands Bl√ľte. Die j√ľngste Tochter des K√∂nigs Prinzessin Luise erhielt es als Geschenk zur Hochzeit mit Prinz Friedrich der Niederlande. Mit den Entw√ľrfen f√ľr das Schloss Charlottenhof, die Potsdamer Nikolaikirche und das Rathaus in Kolberg begann Schinkel 1826. Er unternahm au√üerdem mit seinem Freund Beuth, dem F√∂rderer der preu√üischen Industrialisierung, eine mehrmonatige Reise √ľber Frankreich nach England und Schottland, um dort die Architektur und das vergleichsweise hoch entwickelte Ingenieurswesen zu studieren. Die Eindr√ľcke von dieser Reise hat er in Tagebucheintragungen, Briefen und Skizzen ausf√ľhrlich dokumentiert.

Leiter der Oberbaudeputation

Potsdamer Nikolaikirche

Silvester 1828 wurde Schinkel zu einer Feier in das Palais des Prinzen Carl von Preu√üen eingeladen, auch der K√∂nig nahm daran teil. Von Ende Juli bis September 1830 reiste Schinkel mit seiner ganzen Familie √ľber die Schweiz nach Mailand und Venedig. Im September erfolgte dann die Grundsteinlegung f√ľr die Nikolaikirche in Potsdam. Am 23. Oktober besichtigte der K√∂nig die Friedrichswerdersche Kirche. Im Treppenhaus des Alten Museums wurde am 27. November eine B√ľste Schinkels aufgestellt, die Tieck gestaltet hatte. Am 16. Dezember erfolgte dann die Bef√∂rderung zum geheimen Oberbaudirektor und Leiter der Oberbaudeputation als Nachfolger Johann Albert Eytelweins. Die Oberbaudeputation war eine Revisionsabteilung, die alle staatlichen Bauvorhaben f√ľr das K√∂nigreich Preu√üen, die 500 Taler √ľberstiegen, in √∂konomischer, funktionaler und √§sthetischer Hinsicht begutachtete. Dabei behielt sich Schinkel vor, s√§mtliche Entw√ľrfe zu √ľberarbeiten, was zu einer stilistischen Optimierung der √∂ffentlichen Bauten in ganz Preu√üen f√ľhrte. Der Schinkel-Stil wurde zur Mode. Er f√ľhlte sich schon seit langer Zeit stark √ľberlastet und war gesundheitlich angeschlagen. Zum ersten Mal ging er 1831 nach Marienbad in die Kur, zahlreiche weitere Kuraufenthalte folgten. F√ľr einen Palast auf der Akropolis in Athen machte Schinkel mit umfangreichen Pl√§nen und Zeichnungen 1834 einen Vorschlag. Gemeinsam mit seiner Frau Susanne unternahm er im Sommer 1835 eine Dienstreise, die ihn bis nach R√ľgen f√ľhrte. Dort √ľbernachtete das Ehepaar im Leuchtturm auf Kap Arkona. 1836 bezogen sie die neue Dienstwohnung im Obergeschoss der Berliner Bauakademie. Er entwarf die Pl√§ne f√ľr das Schloss und die Kirche Erdmannsdorf, womit er sich sehr intensiv besch√§ftigte. Auf eine Dienstreise nach Schlesien nahm er die ganze Familie mit, eine Kur in den b√∂hmischen B√§dern und Bad Gastein schloss sich an. 1838 wurde Schinkel zum Oberlandesbaudirektor ernannt, damit war er als der Architekt des K√∂nigs auf dem H√∂hepunkt seiner Baumeisterkarriere angelangt.[14] Er entwarf das Schloss Orianda auf der Krim, das niemals gebaut wurde. Im gleichen Jahr erschien von Franz Kugler die erste Monographie √ľber ihn.[15] Im September fertigte er sein letztes Gutachten √ľber den Aufbau des K√∂lner Doms. Am Geburtstag des Kronprinzen am 18. Oktober 1838 wurde der Grundstein f√ľr Schloss Kamenz gelegt.

Krankheit und Tod

Schinkels Grab in Berlin

Seit den sp√§ten 1830er Jahren gesundheitlich geschw√§cht, minderte Schinkel sein enormes Arbeitspensum dennoch kaum. In einem Brief an Prinzessin Marianne erw√§hnte er 1839 seinen schlechten Gesundheitszustand. Als er im Fr√ľhjahr 1840 mit der Eisenbahn nach Potsdam fuhr, befiel ihn eine L√§hmung der rechten Hand. Im Juli war er in Bad Gastein zur Kur und stellte erschreckt fest, dass sein Geruchssinn immer schlechter wurde und am Ende ganz erlosch. Nach dem Tod des K√∂nigs vers√§umte er die Kr√∂nungsfeierlichkeiten Friedrich Wilhelms IV., was dieser als Kr√§nkung auffasste. Bei einem letzten Zusammentreffen fielen einige sarkastische Worte, nach denen der K√∂nig ihn einfach stehen lie√ü.[16] In Berlin erlitt Schinkel im September 1840 wahrscheinlich mehrere Schlaganf√§lle mit einer Halbseitenl√§hmung rechts sowie einer Seh- und Sprachst√∂rung. Nach einj√§hrigem Siechtum starb er in seiner Dienstwohnung in der Berliner Bauakademie. Die Obduktion ergab eine schwere Arteriosklerose der Hirngef√§√üe als Ursache seines Schlaganfalls.[17] Am 12. Oktober 1841 wurde er beigesetzt. Sein Ehrengrab auf dem Friedhof der Dorotheenst√§dtischen und Friedrichswerderschen Gemeinden befindet sich in der Abteilung CAL G1. Es tr√§gt als Schmuck ein von August Kiss gefertigtes Portr√§tmedaillon. K√∂nig Friedrich Wilhelm IV. kaufte 1842 den k√ľnstlerischen Nachlass f√ľr ein Museum an. In seiner Wohnung im zweiten Obergeschoss der Berliner Bauakademie wurde auf Initiative des K√∂nigs das erste Schinkel-Museum eingerichtet, das dort von 1844 bis 1873 bestand und als Vorl√§ufer sp√§terer K√ľnstlermuseen gilt. Heute ist als Schinkelmuseum die von ihm erbaute Friedrichswerderschen Kirche bekannt, in der sich unter anderem eine Ausstellung zu seinem Leben und Werk befindet. Schinkels stilbildendes Wirken in Preu√üen f√ľhrte √ľber seine ber√ľhmten Sch√ľler Ludwig Persius und Friedrich August St√ľler zu einer gestalterischen Tradition, die man r√ľckblickend als Schinkelschule bezeichnet hat.

Wirken

Architektur

Klassizismus

Das Schauspielhaus um 1825
Altes Museum in Berlin, kolorierte Radierung von Friedrich Alexander Thiele, 1830

Schinkel war nicht nur der klassizistische Stararchitekt des K√∂nigreichs Preu√üen, er leistete auch auf den Gebieten Innenarchitektur, Design und Malerei Herausragendes. Er war beeinflusst von dem feinsinnigen, mit der franz√∂sischen Revolutionsarchitektur verwandten Klassizismus seines Lehrers Friedrich Gilly. Seine klare Formensprache befindet sich mit ihrer Abkehr von den konkav und konvex schwingenden, √ľberbordenden Fassaden des Barock im Einklang mit der preu√üischen Aufkl√§rung. Gro√üen Einfluss auf Schinkel und seine Zeitgenossen hatte das bereits 1762 erschienene Werk The Antiquities of Athens der Architekturgeschichtler James Stuart und Nicholas Revett. Gestalt, Masse, Details und Verwendung antiker Elemente sind nun nicht mehr ausschlie√ülich von dem Talent und der Fantasie des Architekten abh√§ngig. Steht beispielsweise bei Carl Gotthard Langhans' Brandenburger Tor von 1788 die dorische S√§ule noch auf einer Basis, so verzichtet Schinkel aufgrund seiner Kenntnis antiker St√§tten bei seiner Neuen Wache darauf. Seine ber√ľhmtesten Geb√§ude findet man in Berlin und Potsdam. Zu den H√∂hepunkten seines Schaffens z√§hlt das Schauspielhaus (1819‚Äď1821) auf dem Gendarmenmarkt, das ein 1817 vom Feuer zerst√∂rtes √§lteres Theater ersetzte. Nach der Teilzerst√∂rung im Zweiten Weltkrieg wurde das Geb√§ude in den 1980er Jahren rekonstruiert. Zu den bedeutenden Geb√§uden geh√∂rt auch das Alte Museum; es war das erste √∂ffentliche Museum Berlins und vollendete st√§dtebaulich den Lustgarten gegen√ľber dem k√∂niglichen Schloss. Diesem lag ein Entwurf zugrunde, den er gemeinsam mit seinem engen Freund, dem Oberbaurat und sp√§teren Direktor der Bauakademie Johann Carl Ludwig Schmid, entwickelt hatte. 1821 zeichnete er einen Entwurf f√ľr den Bau der Sing-Akademie zu Berlin, der zwar genehmigt, jedoch wegen der zu hohen Kosten zugunsten eines Entwurfs von Carl Theodor Ottmer verworfen wurde. Bereits 1812 hatte Schinkel ‚Äď der mit Sing-Akademie-Direktor Carl Friedrich Zelter befreundet war, 1813 zum Ehrenmitglied der Zelterschen Liedertafel ernannt wurde und dessen Frau im Chor der Sing-Akademie mitsang ‚Äď den Entwurf f√ľr einen Konzertsaal an der K√∂niglichen Akademie der K√ľnste angefertigt, der jedoch ebenfalls nicht zur Ausf√ľhrung gekommen war. 1825 konzipierte er im Auftrag des K√∂nigs Friedrich Wilhelm III. die sp√§ter sogenannte Normalkirche Schinkels, bei der ihm sein erster Kirchenbau, die ein Jahr zuvor vollendete Sankt-Nicolai-Kirche in der Magdeburger Neuen Neustadt, als Vorlage diente. Der schlichte klassizistische Rundbogenbau wurde zur Kostenersparnis in D√∂rfern wie L√ľtte und kleinen St√§dten Preu√üens errichtet. Zwischen 1827 und 1828 entwarf er eines der ersten Kaufh√§user f√ľr einen Standort Unter den Linden, welches allerdings wie viele seiner gro√üen Ideen nicht realisiert wurde.

Neugotik

Friedrichswerdersche Kirche
‚ÄěBauakademie‚Äú, Gem√§lde von Eduard Gaertner, 1868

Zwar kannten bereits das Rokoko und der englische Barock vereinzelt Nachahmungen des gotischen Stils. Verst√§rkt wurde diese Tendenz aber erst unter dem Einfluss der Romantik zu Anfang des 19. Jahrhunderts. Der neugotische Stil verweist zur√ľck auf das Mittelalter, um diese geschichtliche Epoche als goldenes Zeitalter zu verkl√§ren und in die Gegenwart zu verl√§ngern. Neben seinen klassizistischen Bauten erschloss Schinkel auch die gotische Formensprache neu und griff damit dem Historismus bzw. Eklektizismus vor. Der junge Schinkel erkannte eine Verbindung zwischen der Gotik und der Natur als Hort der Freiheit. Die Gotik wirkt als regellose und freie Architektur. Die Natur erscheint frei, weil sie dem gesellschaftlichen Zugriff nicht ausgeliefert ist. Auf Gotik und Natur werden die gleichen Wesensmerkmale und die gleichen Werkkategorien projiziert. An der Gotik werden Kriterien der Natur aufgezeigt. Landschafts- und Naturformen werden daf√ľr wie gotische Architekturformen beschrieben.[18] Zwischen der freien Gotik und dem zweckgebundenen klassizistischen Stil sah der junge Schinkel einen Antagonismus. In der gotischen Architektur konkretisiert sich subjektive Freiheit, im Klassizismus eine objektive Notwendigkeit und ein daraus entspringendes kategorisches Sollen.[19]

‚ÄěDie Verzierung der Goten dient einer frei wirkenden Idee, die der Antike einem Erfahrungsbegriff. Beide wollen charakterisieren, aber die eine charakterisiert nur die auf eine psychische N√ľtzlichkeit gehende Zweckm√§√üigkeit, die andere hat den Zweck, eine freie Idee zu charakterisieren.‚Äú

‚Äď Karl Friedrich Schinkel.[20]

Schloss Ehrenburg in Coburg geh√∂rte dabei im Jahr 1810 zu seinen ersten an der Gotik orientierten Entw√ľrfen. Das gusseiserne neugotische Kriegerdenkmal f√ľr den Berliner Kreuzberg entwarf Schinkel 1818. F√ľr die Friedrichswerdersche Kirche hatte Schinkel 1821 drei verschiedene Entw√ľrfe angefertigt: eine klassische, eine gotische und eine Renaissance-Version. Gebilligt wurde dann die gotische Fassung. Schinkel etablierte gotische Formen und unverputzte Klinker als Au√üenmaterial. Es handelt sich um den ersten Sichtziegel-Sakralbau seit dem Mittelalter. Zu seinen innovativsten Bauten z√§hlt die von Emil Flaminius ausgef√ľhrte Bauakademie (1832‚Äď1836), die eine zukunftsweisende bauliche Gliederung und ebenfalls eine blanke Klinkerfassade mit vielen kunstvollen Reliefplatten aus Terrakotta aufwies. Mit ihrer funktionalen Schlichtheit beeinflusste sie ganze Generationen von Architekten bis hin zum Bauhaus. Mit ihr hat Schinkel eine eigenst√§ndige Formensprache entwickelt. Sie gilt als das Bauwerk Schinkels, das am deutlichsten in die Zukunft weist und als Hauptwerk seines Technizismus anzusehen ist.[21]

Entw√ľrfe als selbst√§ndige Werke

Empfangssaal Akropolis
Terrasse Orianda
B√ľhnendekoration Zauberfl√∂te

Schinkels Bedeutung liegt nicht nur in architektonischen Entw√ľrfen f√ľr die Geb√§ude, die tats√§chlich gebaut wurden, sondern auch in seinen theoretischen Arbeiten. Dazu z√§hlen insbesondere die unausgef√ľhrten Pl√§ne f√ľr die Umgestaltung der Athener Akropolis in einen K√∂nigspalast und f√ľr die Errichtung des Orianda-Palasts auf der Krim. Diese wurden in seiner Sammlung architektonischer Entw√ľrfe (1820‚Äď1837) und seinen Werken der h√∂heren Baukunst (1840‚Äď1842; 1845‚Äď1846) ver√∂ffentlicht. Schinkels Pl√§ne f√ľr ein K√∂nigsschloss auf der Akropolis, die er im Auftrag des preu√üischen Kronprinzen f√ľr K√∂nig Otto I. von Griechenland 1834 fertigte, h√§tten zu einer vollst√§ndigen √úberbauung des Burgbergs durch eine antikisierende Palastarchitektur gef√ľhrt. Die Ruinen von Parthenon, Propyl√§en, Erechtheion und Niketempel sollten in die G√§rten dekorativ integriert werden. Die Pl√§ne wurden unter dem Gesichtspunkt des Denkmalschutzes von Leo von Klenze als ‚ÄěSommernachtstr√§ume‚Äú heftig kritisiert und die Akropolis zum ausschlie√ülichen Bet√§tigungsfeld der Arch√§ologen erkl√§rt.[22] Den Auftrag f√ľr Schloss Orianda hatte Schinkel 1838 von der Zarin Alexandra Feodorowna erhalten, die sich einen Palast im warmen Klima der Krim w√ľnschte. Er sollte an den Ufern des Schwarzen Meers im klassizistischen Stil errichtet werden.

‚ÄěDiese Aufgabe, welche eine Menge perspektivischer und architektonischer Zeichnungen forderte [‚Ķ] h√§tte mir noch mehr Genuss gew√§hrt, w√§re sie in eine ganz gesunde Periode meines Lebens gefallen, so musste ich mit mir viele K√§mpfe bestehen, um mich hintereinander daran zu halten. Diese Arbeit h√§tte sich zu einer Ausstellung wohl qualifiziert, aber die schleunige Absendung hinderte dieses Unternehmen.‚Äú

‚Äď Karl Friedrich Schinkel[23]

Mit unersch√∂pflicher Phantasie hat Schinkel ein Traumschloss statt einer einfachen Sommerresidenz zu Papier gebracht: Ein Portikus mit Karyatiden auf der vorgelagerten Terrasse gibt den Blick aufs Meer frei. B√§ndergeschm√ľckte S√§ulen und Wasserspiele stehen im Innenhof. F√ľr die Hofmitte ist ein tempelartiger Pavillon geplant, unter dem in einem m√§chtigen Gew√∂lbe Kunst aufgestellt werden sollte. Als Dank erhielt Schinkel von der Zarin eine Perlmuttdose.[24]

Gem√§lde, B√ľhnenbilder und Design

Neben seinen zahlreichen Bauten schuf Schinkel auch Werke als Maler, B√ľhnenbildner, Innenarchitekt und Designer. In seinen Bildern entwickelte er teilweise architektonische L√∂sungen, die er sp√§ter in seinen Bauten verwirklichte. In der Berliner Kunstausstellung von 1810, wo auch das Gem√§lde Der M√∂nch am Meer von Caspar David Friedrich gezeigt wurde, stellte Schinkel die Lithographie Gotische Kathedrale hinter B√§umen aus. Die Berliner K√∂niglich Preu√üische Akademie der K√ľnste nahm Schinkel 1811 als ihr Mitglied auf. Ab 1815 folgten dann gro√üformatige Bilder. Ruhm erlangte er mit seinen B√ľhnenbildern im Rahmen einer Reform des Berliner Theaters wie beispielsweise 1816 zu Mozarts Zauberfl√∂te, die teilweise auch in zeitgen√∂ssischen Inszenierungen Verwendung fanden.[25] F√ľr das Nationaltheater am Gendarmenmarkt entwarf er bis 1832 B√ľhnenbilder f√ľr insgesamt 42 St√ľcke. Sein Meisterwerk als Maler schuf er mit den Entw√ľrfen f√ľr das Wandbildprogramm des Alten Museums in Berlin. In diesem monumentalen Bilderzyklus entwickelte er eine Synthese aus gotischem und klassischem Stil. Schinkel war damit ab 1823 bis zu seinem Tode besch√§ftigt. Sein letztes gro√üformatiges Gem√§lde Blick in Griechenlands Bl√ľte aus dem Jahre 1825 idealisiert die antike Baukunst. F√ľr k√∂nigliche Schl√∂sser und Landsitze entwarf Schinkel die Innenarchitektur und zahlreiche M√∂bel. Gut erhalten sind diese Arbeiten im Schloss Charlottenhof und im Neuen Pavillon. Gartenm√∂bel aus Gusseisen nach seinen Entw√ľrfen werden noch heute hergestellt. Ebenso fertigt die K√∂nigliche Porzellan-Manufaktur Berlin (‚ÄěKPM‚Äú) noch einige Entw√ľrfe, wie die Vasen ‚ÄěFidibus‚Äú, ‚ÄěTrompetenform‚Äú, den zweiteiligen ‚ÄěZuckerkorb‚Äú und den ‚ÄěSchinkelkorb‚Äú.

Einzelne Werke

Gebäude

Schloss Glienicke
Der Gartenhof in Glienicke, Gemälde nach Wilhelm Schirmer
Schloss Charlottenhof

Kleinarchitekturen

Gustav-Adolf-Denkmal

Lebenswerk

  • Karl Friedrich Schinkel: Lebenswerk. Begr. von Paul Ortwin Rave, hrsg. von Helmut B√∂rsch-Supan und Gottfried Riemann. 20 B√§nde. Dt. Kunstverlag, Berlin und M√ľnchen 1939‚Äď2007

Ehrungen und Mitgliedschaften

Karl Friedrich Schinkel 1836
  • Ordentliches Mitglied der K√∂niglich Preu√üischen Akademie der K√ľnste (1811)
  • Ehrenmitglied des K√∂niglich Bayerischen Polytechnischen Vereins, M√ľnchen (1819)
  • Roter Adlerorden III. Klasse (1821)
  • Ausw√§rtiges Mitglied der Acad√©mie royale des beaux-arts, Paris (1824)
  • Ehrenmitglied der K√∂niglichen Akademie der Sch√∂nen K√ľnste, Kopenhagen (1824)
  • Ehrenmitglied der Accademia di San Luca, Rom (1825)
  • Roter Adlerorden III. Klasse mit Schleife (1833)
  • Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft zur Erforschung Vaterl√§ndischer Alterth√ľmer, Leipzig (1834)
  • Ehrenmitglied der Akademie der Sch√∂nen K√ľnste, St. Petersburg, Fach B√ľhnendekoration (1834)
  • Ehrenmitglied und korrespondierendes Mitglied des Royal Institute of British Architects, London (1835)
  • Komturkreuz des K√∂niglich Griechischen Erl√∂ser-Ordens (1836)
  • Roter Adlerorden II. Klasse mit Eichenlaub (1836)
  • Ehrenmitglied der Akademie der Vereinigten Bildenden K√ľnste, Wien (1836)
  • Ehrenmitglied der Akademie der Bildenden K√ľnste, St. Petersburg (1838)
  • Ritterkreuz des K√∂niglich Schwedischen Nordstern-Ordens (1839)
  • Ehrenmitglied der Akademie der K√ľnste, Stockholm (1840)
  • Komturkreuz des K√∂niglich D√§nischen Danebrog-Ordens (1840)
  • Seit 1852 schreibt der Architekten- und Ingenieursverein zu Berlin j√§hrlich den Schinkelwettbewerb mit einem Preis f√ľr junge Architekten, Ingenieure und K√ľnstler zu Ehren Schinkels aus.
  • Sein Denkmal ‚Äď geschaffen von Friedrich Drake ‚Äď steht seit 1996 wieder auf dem Schinkelplatz in Berlin-Mitte.
  • 1966 gab die DDR, als erste Gedenkm√ľnze, eine 10 Mark Gedenkm√ľnze heraus.
  • 2006 gab das Bundesministerium der Finanzen eine 10-Euro-Silbergedenkm√ľnze heraus und es wurde eine Sonderbriefmarke zur Erinnerung an Schinkel aufgelegt.

Literatur

  • Barry Bergdoll: Karl Friedrich Schinkel. Preu√üens ber√ľhmtester Baumeister. Klinkhardt & Biermann, M√ľnchen 1994
  • Helmut B√∂rsch-Supan: Karl Friedrich Schinkel. Bild-Erfindungen (Karl Friedrich Schinkel Lebenswerk, hrsg. von Helmut B√∂rsch-Supan und Gottfried Riemann Band 20). Deutscher Kunstverlag, M√ľnchen/Berlin 2007, ISBN 978-3-422-06672-4
  • Wolfgang B√ľchel: Karl Friedrich Schinkel. 2. Aufl. Rowohlt, Hamburg 1998
  • Annette Dorgerloh, Michael Niedermeier, Horst Bredekamp (unter Mitarbeit von Axel Klausmeier) (Hrsg.): Klassizismus ‚Äď Gotik. Karl Friedrich Schinkel und die patriotische Baukunst. Deutscher Kunstverlag, M√ľnchen/Berlin 2007, ISBN 978-3-422-06686-1
  • Joachim Fest: Architekt einer √úbergangsepoche. Karl Friedrich Schinkel. In: Aufgehobene Vergangenheit. Portraits und Betrachtungen, dtv, M√ľnchen 1993, S. 172-193
  • Andreas Haus: Karl Friedrich Schinkel als K√ľnstler. Ann√§herung und Kommentar. Deutscher Kunstverlag, Berlin 2001, ISBN 3-422-06317-X
  • Andreas Haus: Schinkel, Karl Friedrich. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 22, Duncker & Humblot, Berlin 2005, S. 795‚Äď798. (Onlinefassung)
  • Peter Kr√§nzle: Karl Friedrich Schinkel. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 9, Herzberg 1995, ISBN 3-88309-058-1, Sp. 215‚Äď226.
  • Hans-Joachim Kunst: Gotikrezeption bei Kaspar David Friedrich und Karl Friedrich Schinkel. In: Melanie Ehler, Matthias M√ľller (Hrsg.): Schinkel und seine Sch√ľler. Helms, Schwerin 2004
  • Heinz Ohff: Karl Friedrich Schinkel. Edition Jaron, Berlin 2003, ISBN 3-89773-122-3
  • Heinz Ohff: Karl Friedrich Schinkel oder Die Sch√∂nheit in Preu√üen. Piper Verlag, M√ľnchen 2000, ISBN 3-492-22965-4
  • Martin Steffens: K. F. Schinkel, 1781‚Äď1841. Ein Baumeister im Dienste der Sch√∂nheit. Taschen-Verlag, K√∂ln 2003, ISBN 3-8228-2443-7
  • J√∂rg Trempler: Das Wandbildprogramm von Karl Friedrich Schinkel, Altes Museum Berlin. Mann Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-7861-2333-0
  • J√∂rg Trempler: Schinkels Motive. Matthes & Seitz, Berlin 2007, ISBN 978-3-88221-866-4 (Rezension auf H-ArtHist (H-Net))
  • Franz Vallentin: Schinkel, Friedrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 54, Duncker & Humblot, Leipzig 1908, S. 17‚Äď28.
  • Christoph Werner: Schloss am Strom. Die Geschichte vom Leben und Sterben des Baumeisters Karl Friedrich Schinkel. Bertuch-Verlag, Weimar 2004, ISBN 3-937601-11-2
  • Mario A. Zadow: Karl Friedrich Schinkel. Leben und Werk. Edition Axel Menges, Stuttgart 2001, 3. Auflage 2003 ISBN 3-932565-29-0
  • Mario A. Zadow: Karl Friedrich Schinkel ‚Äď ein Sohn der Sp√§taufkl√§rung. Die Grundlagen seiner Erziehung und Bildung. Stuttgart 2001 ISBN 3-932565-23-1
  • Hermann Ziller: Schinkel. Knackfu√ü K√ľnstler-Monographien XXVIII. Velhagen & Klasing, Bielefeld und Leipzig 1897
  • Karl Friedrich Schinkel - Architekt, Maler, M√∂belgestalter, B√ľhnenbildner und Kunstphilosoph" U. Michas: "Jeder freie Moment ist ein seliger", R. G. Scharmann: "... Schinkel und das preu√üische K√∂nigshaus", E. B√∂rsch-Supan: "Kirchen als ¬īMonumente¬ī der Befreiungskriege", J. Feustel: "Hinzeigen auf die h√∂here Welt", R. Schmook: "Schinkels l√§ndliche Bauten im Oderland" In: "Die Mark Brandenburg", Heft 61, Marika Gro√üer Verlag Berlin, 2006 ISBN 978-3-910134-24-9

Weblinks

 Commons: Karl Friedrich Schinkel ‚Äď Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Barry Bergdoll, Karl Friedrich Schinkel. Preu√üens ber√ľhmtester Baumeister, M√ľnchen 1994, S. 15.
  2. ‚ÜĎ Brief an Carl Gotthard Gra√ü, in: Gottfried Riemann (Hrsg.), Karl Friedrich Schinkel, Reisen nach Italien. Tageb√ľcher, Briefe, Zeichnungen, Aquarelle, Berlin 1979, S. 165.
  3. ‚ÜĎ Brief an Friedrich Moser, in: Gottfried Riemann (Hrsg.), Karl Friedrich Schinkel, Reisen nach Italien. Tageb√ľcher, Briefe, Zeichnungen, Aquarelle, Berlin 1979, S. 167.
  4. ‚ÜĎ Heinz Ohff: Karl Friedrich Schinkel oder Die Sch√∂nheit in Preu√üen. Piper, M√ľnchen 1997, S. 82.
  5. ‚ÜĎ Paul Ortwin Rave: Karl Friedrich Schinkel. Lebenswerk. Berlin III. Berlin 1962, S. 259 f.
  6. ‚ÜĎ ‚ÄěDas Brandenburger Tor erhielt 1791 den Namen Friedenstor. Diese Sinngebung interpretiert auch der bildliche Schmuck. Die G√∂ttin in der Quadriga wird durch die Reliefs auf der Attika der Stadtseite als Friedensbringerin erkl√§rt, sie ist Nike und Eirene in einer Person.‚Äú Willmuth Arenh√∂vel (Hrsg.): Berlin und die Antike: Katalog, Deutsches Arch√§ologisches Institut, Staatliche Museen Preussischer Kulturbesitz, Berlin 1979, S. 182
  7. ‚ÜĎ Michael S. Cullen und Uwe Kieling: Das Brandenburger Tor. Ein deutsches Symbol, 1999, S. 51; Dieter Zimmer und Carl-Ludwig Paeschke: Das Tor. Deutschlands ber√ľhmtestes Bauwerk in zwei Jahrhunderten, 1991, S. 45; Ulrike Krenzlin: Johann Gottfried Schadow. Die Quadriga, 1991, S. 45 ff.
  8. ‚ÜĎ Vorwort zur geplanten Schrift Das architektonische Lehrbuch. M√ľnchen 1979, Nachdruck 2000, Karl Friedrich Schinkel, Lebenswerk, S. 114.
  9. ‚ÜĎ J√∂rg Trempler: Schinkels Motive. Berlin 2007, S. 159-160.
  10. ‚ÜĎ Johann Wolfgang von Goethe, Goethe's s√§mmtliche Werke. Vollst√§ndige, neugeordnete Ausgabe.J.G. Cotta, Stuttgart und T√ľbingen 1850-51, Bd. 21, S. 267.
  11. ‚ÜĎ Kurt W. Forster: Warum Schinkel kein architektonisches Lehrbuch geschrieben hat, als Einleitung in: J√∂rg Trempler, Schinkels Motive. Berlin 2007, S. 7‚Äď31.
  12. ‚ÜĎ Brief des Ministers, in: Gottfried Riemann (Hrsg.), Karl Friedrich Schinkel, Reisen nach Italien. Tageb√ľcher, Briefe, Zeichnungen, Aquarelle. Berlin 1979, S. 639-641.
  13. ‚ÜĎ Brief an Susanne Schinkel, in: Gottfried Riemann (Hrsg.), Karl Friedrich Schinkel, Reisen nach Italien. Tageb√ľcher, Briefe, Zeichnungen, Aquarelle. Berlin 1979, S. 378.
  14. ‚ÜĎ Christine L√∂ser: Karl Friedrich Schinkel bei der Oberbaudeputation. Berlin 1994, S. 48.
  15. ‚ÜĎ Franz Kugler: K. F. Schinkel ‚Äď eine Charakteristik seiner k√ľnstlerischen Wirksamkeit, 1838.
  16. ‚ÜĎ Heinz Ohff: Karl Friedrich Schinkel oder Die Sch√∂nheit in Preu√üen. Piper, M√ľnchen 1997, S. 241.
  17. ‚ÜĎ Zur Krankengeschichte und den erschreckenden Behandlungsmethoden ausf√ľhrlich Dr. A. P√§tsch: Schinkels letzte Krankheit und Leichenbefund. In: Wochenschrift f√ľr die gesamte Heilkunde 49, 4. Dezember 1841, S. 793 ff.; kritische Anmerkungen dazu aus medizinischer Sicht bei Roland Schiffter: ‚Äú‚Ķ ich habe immer kl√ľger gehandelt ‚Ķ als die philisterhaften √Ąrzte ‚Ķ‚Äú romantische Medizin im Alltag der Bettina von Arnim ‚Äď und anderswo. W√ľrzburg 2006, S. 120 ff.
  18. ‚ÜĎ Hans-Joachim Kunst: Gotikrezeption bei Kaspar David Friedrich und Karl Friedrich Schinkel. In: Melanie Ehler, Matthias M√ľller (Hrsg): Schinkel und seine Sch√ľler. Helms, Schwerin 2004, S. 28.
  19. ‚ÜĎ Hans-Joachim Kunst: Gotikrezeption bei Kaspar David Friedrich und Karl Friedrich Schinkel. In: Melanie Ehler, Matthias M√ľller (Hrsg): Schinkel und seine Sch√ľler. Helms, Schwerin 2004, S. 29.
  20. ‚ÜĎ Zitiert nach Goerd Peschken: Das architektonische Lehrbuch. 1979, S. 36.
  21. ‚ÜĎ Wolfgang B√ľchel: Karl Friedrich Schinkel, 1998, S. 116.
  22. ‚ÜĎ Klaus Jan Philipp: Sommernachtstr√§ume ‚Äď Karl Friedrich Schinkels und Leo von Klenzes Entw√ľrfe f√ľr ein Schlo√ü in Athen. In: Susan M. Peik (Hrsg.): Karl Friedrich Schinkel. Stuttgart 2001, S. 100 ff.
  23. ‚ÜĎ Brief an Weyer vom 17. April 1839.
  24. ‚ÜĎ Mario Zadow: Karl Friedrich Schinkel. Leben und Werk. Berlin 1980, S. 194.
  25. ‚ÜĎ Beispielsweise leicht modifiziert in der Berliner Staatsoper Unter den Linden in der Zauberfl√∂ten-Inszenierung von August Everding.
  26. ‚ÜĎ Oberbaurat G√ľnther hatte die Idee, den Bau auf quadratischem Grundriss zu planen und die W√§rterwohnung zu integrieren, die Ausf√ľhrung wurde Oberbaurat Michaelis und J.M. L√ľbke √ľbertragen. L√ľbke √ľberarbeitete die Entw√ľrfe 1826 und f√ľhrte die Arbeiten bis 1829 zu Ende. Vgl. Andreas Bernhard: Kap Arkona, Leuchtturm. in: Andreas Bernhard, Haus der Brandenburgisch-Preu√üischen Geschichte (Hrsg.): Karl Friedrich Schinkel. F√ľhrer zu seinen Bauten. Band II, 2006, S. 65 f. Grundlegend f√ľr die Zweifel an der Urheberschaft Schinkels waren die quellenanalytischen Studien von Reinhart Strecke: Schinkel und der Leuchtturm auf Kap Arcona. Jahrbuch preu√üischer Kulturbesitz 32, Berlin 1995. Eine Miturheberschaft Schinkels, der die Pl√§ne abgezeichnet hat, kann nicht v√∂llig ausgeschlossen werden.
  27. ‚ÜĎ August Grisebach: Carl Friedrich Schinkel ‚Äď Architekt St√§dtebauer Maler. Piper, M√ľnchen 1981.
  28. ‚ÜĎ Usti Aussig
  29. ‚ÜĎ Kurzbeschreibung und Bild in der Internetpr√§senz von Villeroy & Boch, abgerufen am 23. August 2011.

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