Karl Hermann von Heyden

Karl Hermann von Heyden (* 2. August 1840 in Frankfurt am Main; † 22. März 1917 ebenda) war ein preußischer Offizier und Kammerherr. Er gilt als einer der Begründer der modernen Phaleristik.

Leben

Karl Hermann von Heyden wurde als Sohn des Schöffen und Bürgermeisters Carl Heinrich Georg von Heyden in Frankfurt am Main geboren. Von 1847 bis 1854 besuchte er eine Erziehungsanstalt in seiner Heimatstadt und wurde am 2. Mai 1854 im Kadettenhaus Bensberg angenommen. 1860 erfolgte seine Ernennung zum Secounde-Leutnant im Königlich-Preußischen 2. Garde-Regiment zu Fuß. Drei Jahre später wurde er in das 4. Rheinische Infanterie-Regiment Nr. 30 versetzt. Am Krieg gegen Österreich 1866 nahm er als Adjutant seines Regiments teil. Im Krieg gegen Frankreich erhielt er, inzwischen zum Hauptmann befördert, für die Schlacht an der Lisaine 1871 das Eiserne Kreuz II. Klasse.

1884 wurde er zum Major befördert und in das 2. Thüringische Infanterie-Regiment Nr. 32 versetzt. Da seine Gesundheit im Verlauf der Zeit erheblich gelitten hatte, ließ er sich 1887 in den Ruhestand versetzen und wurde noch 1897 zum Oberstleutnant d.D. befördert.

Ende Dezember 1887 trat er in den Hofdienst des Herzogs Georg II. von Sachsen-Meiningen ein und wurde Kammerherr von Prinzessin Marie Elisabeth. Aus gesundheitlichen Gründen ließ er sich 1901 in den Ruhestand versetzen und zog in seine Heimatstadt Frankfurt am Main zurück. 1903 siedelte er nach Wiesbaden über, nahm aber 1915 seinen Wohnsitz wieder in Frankfurt am Main. Mitte März 1917 erkrankte Karl Hermann von Heyden schwer und starb am 22. März 1917.

Schon als junger Offizier hatte sich Karl Hermann von Heyden mit der Numismatik beschäftigt. Von dieser kam er zur Phaleristik. Er begann deutsche und ausländische Orden und Ehrenzeichen und Medaillen zu sammeln und verfasste darüber einige Bücher, die auch heute noch als Standardwerke dienen. Er gilt als einer der Mitbegründer der modernen wissenschaftlichen Phaleristik.

Werke

  • Der Concordien-Orden, Die Ehren-Medaillen, sowie die Feldzugs- und Dienstalterszeichen des Grossherzogtums, des General-Gouvernements und der Freien Stadt Frankfurt. Frankfurt am Main 1890, ISBN 3-932543-64-5.
  • Ehren-Zeichen (Kriegs-Denkzeichen, Verdienst- und Dienstalters-Zeichen) der erloschenen und blühenden Staaten Deutschlands und Österreich-Ungarns, Meiningen 1897,
  • Ehrenzeichen (Kriegs-Denkzeichen, Verdienst-, Dienstalters-Zeichen, Rettungs-Medaillen) und Abzeichen in Frankreich und Belgien. Keller, Frankfurt am Main 1903.
  • Ehrenzeichen (Kriegs-Denkzeichen, Verdienst-, Dienstalters-Zeichen, Rettungs-Medaillen) und Abzeichen im Königreich Italien und in seinen erloschenen Staaten. Wiesbaden 1910, ISBN 3-932543-71-8.

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