Karl II. (England)

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Karl II. (England)
König Karl II. (um 1680), Gemälde von Thomas Hawker

Karl II. (englisch Charles II, auch The Merry Monarch genannt; * 29. Mai 1630 in London; ‚Ć 6. Februar 1685 ebenda) war K√∂nig von England, Schottland und Irland (durch die Monarchisten am 30. Januar 1649 ausgerufen; Thronbesteigung nach der Wiederherstellung der K√∂nigsw√ľrde am 29. Mai 1660).

Inhaltsverzeichnis

Leben

Kindheit und Jugend

Karl war der zweite Sohn von König Karl I. von England, Schottland und Irland und der Königin Henrietta Maria, einer geborenen Prinzessin von Frankreich. Als Karl am 29. Mai 1630 zur Welt kam, war er der erhoffte Thronfolger, nachdem sein älterer Bruder bereits ein Jahr zuvor noch am Tage seiner Geburt verstorben war. Am 27. Juni 1630 wurde er nach den Riten der Church of England getauft. Die Zeremonie wurde vom Bischof von London, einem Freund von König Karl I., William Laud, vollzogen.

Obwohl alle Hoffnungen auf ihm ruhten, war seine Mutter Henrietta Maria nicht besonders begeistert vom Aussehen ihres Kindes. In einem Brief an ihre Schwester soll sie geschrieben haben, dass sie ein schwarzes Kind habe und sich sch√§men w√ľrde, es zu zeigen. √úber den kleinen Karl schrieb sie am 6. Mai 1631 in einem Brief an Madame St. George ebenso best√ľrzt: ... he is so ugly I am ashamed... but his size and fatness supply what he lacks in beauty, (...er ist so h√§sslich, dass ich mich sch√§me... aber seine Gr√∂√üe und Beleibtheit machen wett, was er an Sch√∂nheit vermissen l√§sst).

Karl II. als Kind, Gemälde von Anthonis van Dyck 1637

1631 wurde Karl seiner k√ľnftigen Erzieherin Mary Sackville, Countess of Dorset, √ľbergeben, die im Ruf stand, eine makellose Anglikanerin zu sein. In der Obhut der Countess k√ľmmerte sich als seine Erzieherin Mrs. Christabella Wyndham um den jungen Prinzen, die in seinem Leben sp√§ter noch eine Rolle spielen sollte. Er genoss eine liebevolle und umfassende Erziehung durch verschiedene Lehrer, u.a. durch Thomas Hobbes und wurde schon sehr fr√ľh von seinem Vater in die Belange des Landes eingef√ľhrt.

So waren er und sein Bruder James bei ihrem Vater Karl I., als dieser am 22. August 1642 das Kriegsbanner in Nottingham Castle hissen lie√ü und damit die kommende Schlacht er√∂ffnete (siehe auch Englischer B√ľrgerkrieg). Als sich die k√∂niglichen Kinder am n√§chsten Tag im Durcheinander der Schlacht in einer Scheune vor den Parlamentstruppen versteckten, kam es zu einer √ľberlieferten Begebenheit, die den Mut des jungen Prinzen beschrieb. Als die Kinder gefunden wurden, soll Karl seine Pistole gezogen, auf die M√§nner gezielt und gesagt haben: I fear them not. (Ich f√ľrchte sie nicht.) Karl wurde aus dieser Mutprobe befreit, da in diesem Moment royalistische Truppen die Scheune st√ľrmten und die Kinder befreiten.

Obwohl er den Titel des Prince of Wales annahm, wurde er ihm nie formell verliehen, weil der Englische B√ľrgerkrieg dies verhinderte. Um 1643/44 wurde Karl ein eigenes Ratgeber-Kollegium (auch Privy Council des Kronprinzen genannt) zugeteilt. Dieses council of advisers bestand unter anderem aus Edward Hyde, Sir Arthur Capel, Ralph Hopton, 1. Baron Hopton, und einer Auswahl von √ľberzeugten Royalisten von makellosem Ruf. Sir Edward Hyde blieb auch sp√§ter einer der engsten Vertrauten und Berater des sp√§teren K√∂nigs Karl II.

Karl II. als Prince of Wales, Gemälde von William Dobson um 1642

Heiratspläne und Flucht aus England

In dieser Zeit, um 1644, begann Karls Mutter bereits, Heiratspl√§ne f√ľr ihren Sohn zu schmieden. Eine der aussichtsreichsten Heiratskandidatinnen war Luise Henriette von Oranien. Die Ehre, die Ehe mit dem englischen Kronprinzen einzugehen, wurde von deren Vater Friedrich Heinrich von Oranien abgelehnt. Luise Henriette heiratete sp√§ter Kurf√ľrst Friedrich Wilhelm von Brandenburg. Auch die Pl√§ne, Karl mit Johanna, der zweiten Tochter von K√∂nig Johann IV. von Portugal oder mit der Tochter von Jean-Baptiste Gaston, Herzog von Orl√©ans, Anne Marie Louise d‚ÄôOrl√©ans zu verm√§hlen, zerschlugen sich. Karl heiratete sp√§ter Katharina Henrietta von Braganza, die j√ľngere Schwester von Johanna von Portugal.

V√∂llig unbeeinflusst von den wichtigen Heiratsallianzen, die seine Mutter f√ľr ihn plante, soll Karl mit 14 Jahren seine erste bekannte sexuelle Beziehung zu seiner ehemaligen Erzieherin Christabella Wyndham aufgenommen haben. In zeitgen√∂ssischen Schriften wird von einer Verf√ľhrung des fr√ľhreifen Prinzen durch Mrs. Wyndham berichtet. Mrs. Wyndham galt zu ihrer Zeit als gefeierte und opulente Sch√∂nheit und im Hinblick auf die sp√§tere M√§tressenwirtschaft des zuk√ľnftigen K√∂nigs wurde beiden diese amour√∂se Begegnung wohl eher angedichtet. Ob diese Verf√ľhrung wirklich stattfand, kann mit keiner zeitgen√∂ssischen Quelle belegt werden. Die Bekanntschaft des jungen Prinzen mit Mrs. Wyndham war immerhin so vertraut, dass sie ihn in der √Ėffentlichkeit spontan an sich zog und sein Gesicht mit K√ľssen bedeckte (dar√ľber berichtet Edward Hyde in seinen Lebenserinnerungen (Claredons History)).

In der Zwischenzeit hatte Karls Mutter, zusammen mit seiner j√ľngeren Schwester Henriette Anne, bereits die Flucht aus dem unsicheren England in das franz√∂sische Exil angetreten. Als Ruprecht von der Pfalz, Herzog von Cumberland, der Generalissimus aller k√∂niglichen britischen Armeen, die Stadt Bristol ab 1645 nicht mehr halten konnte und sie im September 1645 an Lord Fairfax √ľbergab, wurde auch √ľber ein sicheres Exil f√ľr Karl diskutiert. W√§hrend seine Mutter Henrietta Maria ihre Heimat Frankreich als Exil favorisierte, pl√§dierte Karl I. f√ľr Holland. Schon seit Beginn des Jahres 1646 auf der Flucht, landete Karl mit seinem Stab am 4. M√§rz 1646 in der Stadt St. Mary auf den Scilly-Inseln.

Der K√∂nig selbst wusste von der Flucht und dem neuen Aufenthalt seines Sohnes nichts. Am 22. M√§rz 1646 schrieb er in einem Brief an seinen Sohn: Hoping that this will find you safe with your mother.. (Hoffentlich erreicht dich dies {Schreiben} in Sicherheit mit deiner Mutter zusammen...). Auch das englische Parlament zeigte Interesse f√ľr den Prince of Wales. Man lud ihn in einem f√∂rmlichen Schreiben ein, in seine Heimat zur√ľckzukehren. Karl II. lehnte diese Einladung h√∂flich, aber bestimmt, ab. Sein Vater war f√ľr ihn au√üerhalb jeglicher Kontaktm√∂glichkeit im von den Truppen Cromwells belagerten Oxford.

Karl II. segelte am 16. April 1646 nach Jersey, wo er von der Bevölkerung begeistert empfangen wurde. Er bezog als neuen Wohnsitz das alte Schloss von Elisabeth I. (Elizabeth Castle) in Saint Helier. Hier soll er seine zweite dokumentierte Geliebte, Marguerite oder Margaret de Carteret, Tochter des Seigneur von Trinity Manor, kennengelernt und mit ihr einen unbeschwerten Sommer verbracht haben. Marguerite brachte bald darauf einen Sohn zur Welt, den sie James nannte. James de la Cloche, oder Jean de la Cloche, wurde von Karl jedoch nie offiziell anerkannt, obwohl Karl auch später nicht zögerte, sich zu seinen illegitimen Kindern zu bekennen. Als dieser später als Jesuitenmönch in ein Kloster eintreten wollte, wurden Briefe von ihm verbreitet, in denen er sich auf seine angeblich königliche Abstammung berief.

Zum Ende des Sommers 1646 segelte Karl von Jersey nach Frankreich, nachdem er in Briefen seines Vaters gebeten wurde, sich mit seiner Mutter und seiner Schwester zu vereinen. K√∂nigin Henrietta Maria bewohnte bereits das alte Schloss von Saint-Germain nahe Paris. Von ihrem Einkommen, das auf 1200 Francs pro Tag festgesetzt und von der franz√∂sischen Regierung gezahlt wurde, schickte sie das meiste Geld nach England, um den Kampf ihres Mannes zu unterst√ľtzen. Ihre Juwelen, sowie Silberbestecke und goldene Sch√ľsseln, hatte sie schon in England verkauft, so dass die k√∂nigliche Familie im franz√∂sischen Exil sehr √§rmlich lebte. Ihre j√ľngste Tochter Henriette Anne wurde 1646 aus dem belagerten Exeter geschmuggelt und lebte, getrennt von ihrer Mutter, in Paris. Die k√∂nigliche Familie war zerrissen.

Exil und B√ľrgerkrieg

Karl II., Gemälde von Peter Lely

In Frankreich teilte Karls bester Freund, George Villiers, 2. Duke of Buckingham, das k√∂nigliche Leben im Exil und die ausgef√ľllten Unterrichtsstunden mit dem Prinzen. Beide wurden von Thomas Hobbes in Mathematik, von Dr. John Earle in Literatur und von Dr. Brian Duppa in Naturwissenschaften unterrichtet.

Erst am 14. August wurde Karl mit seiner Familie offiziell vom jungen franz√∂sischen K√∂nig Ludwig XIV. und dessen Mutter Anna von √Ėsterreich empfangen. Das Treffen war eher distanziert, der 18-j√§hrige Karl konnte mit dem nur 10 Jahre alten K√∂nig noch nichts anfangen, au√üerdem sprach Karl kaum Franz√∂sisch, weshalb sich die beiden Cousins nur schweigend betrachteten. Weitere pers√∂nliche Begegnungen mit seinem Cousin Ludwig sind nicht bekannt. Erst als Karl 1660 den Thron bestieg, vertiefte sich die Beziehung. Bis zu Karls Tod sollten sich die beiden als politische Freunde betrachten und einen regen Briefwechsel pflegen.

Im Verlauf des Jahres 1648 wurde die Situation des englischen K√∂nigs, der noch immer unter schottischem Schutz stand, bedrohlicher. Karl I. suchte nach dem Scheitern aller milit√§rischen Optionen zun√§chst bei der schottischen Armee Zuflucht. Er verhandelte insgeheim mit den Schotten und dem englischen Parlament und versuchte, beide Seiten gegeneinander auszuspielen. Sein Vorteil war, dass ohne seine Zustimmung keine verfassungsgem√§√üe √Ąnderung der Regierungsform in England m√∂glich war.

Henrietta entschied, ihren Sohn nach Calais zu schicken, um von dort schneller in die zuk√ľnftigen Entwicklungen in England eingreifen zu k√∂nnen. Doch Kardinal Mazarin, als regierender Minister Frankreichs, stoppte diesen Vorsto√ü. Er lie√ü ausrichten, dass Karl Frankreich nicht verlassen d√ľrfe.

König Karl II. in jungen Jahren

Das Lavieren des K√∂nigs f√ľhrte unterdessen zu einem zweiten B√ľrgerkrieg, in dem die schottische Armee auf seiner Seite stand. Die Truppen von Oliver Cromwell gingen gegen deren Angriff auf Nordengland vor und besiegten die ehemaligen Verb√ľndeten. K√∂nig Karl I. versuchte nun, sich mit der Parlamentsmehrheit zu einigen und schloss den Vertrag von Newport, der ein Gesetz gegen H√§resie vorsah, in dem die Puritaner einen Angriff auf ihre Glaubensfreiheit sehen mussten. Cromwell und die mehrheitlich puritanischen Offiziere der Armee hatten bis dahin geglaubt, mit dem K√∂nig noch zu einer Einigung kommen zu k√∂nnen, und hatten selbst mit ihm verhandelt.

Im Juni 1648 entschied Kardinal Mazarin, der sich gegen den Ausbruch der Fronde wehren musste, dass Karls Hausarrest aufgehoben sei. Die Pl√§ne des Prinzen, direkt nach Schottland zu reisen, um dort mit den Truppen seines Vaters zusammenzusto√üen, wurden kurzfristig wieder ge√§ndert. Obwohl alleine die Reaktionen auf die Nachricht, dass der Prince of Wales die schottischen Truppen anf√ľhrt, immens sein w√ľrde, wurden diese Pl√§ne durch die antiparlamentarische Revolte der englischen Flotte vereitelt.

Karl reiste nach Den Haag und traf dort nach drei Jahren auf seinen j√ľngeren Bruder Jakob. In Den Haag lernte Karl auch seine erste bekannte M√§tresse, die walisische Adelige Lucy Walter, kennen. Ihr Sohn James, der am 9. April 1649 geboren wurde, wurde von Karl unverz√ľglich anerkannt und wurde sp√§ter James Scott, 1. Duke of Monmouth. Es kursierten sp√§ter Ger√ľchte, dass Karl Lucy geheiratet h√§tte und James eigentlich ein eheliches Kind und offizieller Thronfolger sei. Dieses Ger√ľcht wurde von den antikatholischen Stimmungsmachern in England sp√§ter nur zu gerne geglaubt und unterst√ľtzt, da Karl II. und seine sp√§tere Frau Katharina von Braganza keine Kinder hatten, und Katharina zus√§tzlich noch Katholikin war. Eine Urkunde oder ein anderer Beweis, dass Lucy Walter und Karl II. verheiratet waren, konnte niemals erbracht werden.

Die Revolte der englischen Flotte stellte sich unterdessen als Revolte von unzufriedenen Matrosen heraus, die von Jakob unterst√ľtzt wurden. Die Pl√§ne, nach Schottland zu segeln, wurden wieder aufgenommen und am 24. Juli 1648 traf Karl mit seinem Gefolge in Yarmouth (Isle of Wight) ein. Nach seiner Landung befreite Karl mit seinen Truppen die Stadt Colchester, die bereits von Fairfax eingenommen worden war. Er beschlagnahmte mehrere Schiffe und organisierte eine Blockade der Parlamentsflotte an der M√ľndung der Themse. Am 10. August versuchte John Maitland, 2. Earl of Lauderdale, Karl zur Reise nach Schottland zu √ľberreden. Kurz bevor sich Karl entscheiden konnte, wurden die schottischen Truppen von der Armee Cromwells bei Preston vernichtend geschlagen. Karl kehrte nach Den Haag zur√ľck, getrennt von seiner Mutter, aber zusammen mit seinem Bruder Jakob.

König von Schottland

Karl II., Maler unbekannt

Nach und nach erkannte Oliver Cromwell, dass Karl I. nicht bereit war, sich in eine neue Verfassungsordnung einbinden zu lassen. Als der K√∂nig es ablehnte, die presbyterianische Kirche in England zu etablieren, √ľbergaben die Schotten ihn an die englischen Parlamentstruppen. So lange der K√∂nig lebte, w√ľrde er f√ľr die Parlamentstruppen und Oliver Cromwell eine st√§ndige Bedrohung sein und neue B√ľrgerkriege heraufbeschw√∂ren k√∂nnen. Man nahm Karl I. daher gefangen und zwang das Parlament, ihn des Hochverrats anzuklagen. Karl wurde schuldig gesprochen und am 30. Januar 1649 vor dem Banqueting House in London enthauptet. Am 7. Februar 1649 wurde er auf dem Friedhof von Windsor Castle in Berkshire beerdigt.

Erst am 5. Februar 1649 erfuhr Karl vom Tode seines Vaters. Am 16. Februar 1649 wurde Karl II., bezeichnenderweise nur in Jersey, als neuer K√∂nig von England proklamiert mit den Worten: ‚ÄěVive le Roy Charles Second‚Äú (Lang lebe K√∂nig Karl II.). Wenige Wochen sp√§ter erkl√§rte das House of Commons England zur Republik und wurde von Oliver Cromwell unter dem neu geschaffenen Titel eines Lordprotektors bis zu seinem Tod 1658 regiert.

Auf die Enthauptung von Karl I. reagierten die europ√§ischen Herrschaftsh√§user mit schockierten Briefen an den neuen K√∂nig. Kurf√ľrst Friedrich Wilhelm von Brandenburg schrieb Karl II. in einem Brief folgende Zeilen:

The occaison seems suitable for all Christian princes
to come to help of His Majesty, to avenge as befits,
the dreadful and never-before-heard-of-deed...
Die Gelegenheit scheint angemessen f√ľr alle christlichen F√ľrsten
Seiner Majestät zu Hilfe zu kommen, es ziemt sich zu rächen,
diese schreckliche und nie zuvor gehörte Tat...

Landgr√§fin Amalie Elisabeth von Hessen-Kassel schickte einen gleichlautenden Brief, konnte aber in Ermangelung an Geld und Truppen nur moralischen Beistand leisten. Ebenso wie die Briefe von Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg, dem Erzbischof von Mainz und Bischof von W√ľrzburg Johann Philipp von Sch√∂nborn und Melchior Graf von Hatzfeldt, die alle die Enthauptung von Karl I. verdammten, aber echte Unterst√ľtzung f√ľr einen Feldzug nicht aufbringen konnten, oder wollten.

Nach dem Tod seines Vaters wurde Karl mit der Ausrufung zum K√∂nig von Schottland in Edinburgh die M√∂glichkeit gegeben, den Thron Schottlands zu besteigen, wenn er das Scottish Covenant, die Zusicherung der Glaubensfreiheit f√ľr schottische Presbyterianer, unterzeichnen w√ľrde. Mit seiner Ankunft in Schottland am 23. Juni 1650 signierte er die Erkl√§rung. So wurde er am 1. Januar 1651 in Scone zum K√∂nig von Schottland gekr√∂nt. In Schottland fand er auch die n√∂tige Unterst√ľtzung, um gegen den Lordprotektor Oliver Cromwell vorzugehen.

Der Kampf gegen Cromwell scheiterte am 3. September 1651 mit der Niederlage Karls in der Schlacht von Worcester. Nur der Umstand, dass er sich in der Krone einer Eiche des Boscobel House verbergen konnte, gab ihm die Möglichkeit, verkleidet auf den Kontinent zu fliehen. Das englische Parlament setzte ein Kopfgeld von £ 1000 auf Karl II. aus. Über alle Personen, die ihm bei seiner Flucht aus England geholfen hatten, wurde die Todesstrafe wegen Hochverrats verhängt. Nach einer sechswöchigen Flucht durch England gelang es Karl am 16. Oktober 1651, in Fécamp in der Normandie zu landen. Er war zwar König von Schottland, lebte aber wieder im Exil.

Karl II. war nun gezwungen, vor allem durch den chronischen Geldmangel der k√∂niglichen Familie, in Den Haag zu leben. Obwohl er durch seine Mutter mit dem franz√∂sischen Hof und durch seine Schwester Mary mit dem holl√§ndischen Hof verwandt war, konnte er nicht gen√ľgend Geldmittel aufbringen, um eine wirkungsvolle und schlagkr√§ftige Armee gegen Cromwell zusammenzustellen.

Leben im Exil

Obwohl Karl K√∂nig war, hatte er kein K√∂nigreich und daher kein Einkommen. Sein Leben hing von den Zahlungen seiner Mutter ab, die Geld von der franz√∂sischen Regierung erhielt. Henrietta Maria musste √ľber ihre Ausgaben genau Buch f√ľhren und ging sogar soweit, schriftlich alle Ausgaben f√ľr ihren Sohn festzuhalten, wann immer sie f√ľr ihn, sogar f√ľr sein Essen, Geld ausgeben musste. Durch ihre finanzielle Lage und im Gef√ľhl der v√∂lligen Abh√§ngigkeit wurde Henrietta Maria immer verbitterter und die Beziehung zu ihrem √§ltesten Sohn litt unter Spannungen. Durch den Ausbruch des franz√∂sischen B√ľrgerkrieges wurden die Unterhaltszahlungen f√ľr die englische K√∂nigin und ihre Familie zeitweise eingestellt. Ab dem Sommer 1653 erhielten Karl, wie auch seine Mutter, wieder ihre vollen Bez√ľge.

Von Kardinal Mazarin zeitweise als Gast behandelt, dann wieder ohne Geld unter Hausarrest gestellt, ergriff Karl die g√ľnstige Gelegenheit und reiste 10 Tage nach Erhalt des Geldes aus Frankreich nach Spa ab. In Spa erlaubte sich Karl mit seinem kleinen Hofstaat den Luxus eines unbeschwerten Lebens und traf sich mit seiner Schwester Mary. Mary hatte den holl√§ndischen Statthalter Wilhelm II. von Oranien geheiratet, der inzwischen verstorben war und sie als Witwe und verschuldet mit seinem kleinen Sohn und Nachfolger Wilhelm III. von Oranien zur√ľcklie√ü.

Zusammen mit seiner Schwester reiste Karl am 7. September 1654 nach Aachen. In Aachen besuchten sie den Aachener Dom und das Grab von Karl dem Gro√üen. Bis in den Herbst blieb die Gesellschaft dort und reiste sp√§ter weiter nach K√∂ln. √úber den Winter, fast ein ganzes Jahr, blieb Karl in K√∂ln und reiste erst im Herbst 1655 nach Frankfurt am Main, um die bekannte Handelsmesse zu besuchen. Im M√§rz 1656 erhielt er die Erlaubnis nach Br√ľssel zu reisen, um von dort in Br√ľgge einen st√§ndigen Haushalt einzurichten. Seine Haushaltsg√ľter wurden ihm nur teilweise aus K√∂ln nachgeliefert, da er in der Stadt noch offene Rechnungen hatte. Bis zur Bezahlung dieser Rechnungen behielten seine Gl√§ubiger einen Teil des k√∂niglichen Haushalts ein.

Im Br√ľgge begegnete man dem englischen K√∂nig ohne Land ausgesprochen freundlich und machte ihn zum Schirmherrn der Gilden von St. George und St. Sebastian. Das Gefolge von Karl, das sich ebenfalls in Br√ľgge niederlie√ü, stand im Ruf, ausschweifende und z√ľgellose Orgien zu feiern. Einer der Spione von John Thurloe berichtete, dass Trunkenheit, Unzucht und Ehebruch normale S√ľnden im Gefolge des K√∂nigs seien (A Collection of the State Papers of John Thurloe). Auch wurden in jedem Bericht die neuen Frauen, mit denen Karl verkehrte, ausf√ľhrlich beschrieben und erw√§hnt. Seit der Geburt seines Sohnes James Croft hatte sich Karl auch zur Vaterschaft von Charlotte Jemima Henrietta Maria Boyle, seiner Tochter mit Elizabeth Killigrew, bekannt. Karls Haupt-M√§tresse in Br√ľgge war allerdings Catherine Pegge, Lady Green. Von Br√ľgge aus zog Karl wieder nach Den Haag, wo auch seine Aff√§re mit Barbara Villiers begann.

Obwohl ihre Aff√§re 1655 bereits beendet war, machte Karl das Leben und der Umgang seiner Geliebten Lucy Walter offensichtlich Probleme. Um 1655 st√ľrzte sich Lucy in rascher Reihenfolge in zahlreiche Aff√§ren, bis es Karl II., dem jede gew√∂hnliche Hure gerade recht war (a common whore is good enough), zu viel wurde. 1655 bat er seinen Freund und Vertrauten Theobald Taaffe, 1. Earl of Carlingford, Lucy m√∂glichst schnell aus der Gegend von Den Haag zu entfernen.

Advise her, both for her sake and mine,
that she goes to some place other than the Hague,
for her stay there is very prejudicial to us both.
Rate ihr, ihretwegen und meinetwegen,
dass sie zu einem anderen Platz mit Ausnahme von Den Haag geht,
ihr Bleiben ist sehr nachteilig f√ľr uns beide

1656 wurde Lucy sogar beschuldigt, zwei weitere illegitime Kinder, deren V√§ter unbekannt blieben, abgetrieben zu haben. Des Weiteren beschuldigte man sie, ein Dienstm√§dchen ermordet zu haben. Beide Anklagen wurde sp√§ter fallengelassen. Im Sommer des gleichen Jahres kehrte sie mit ihren Kindern James und Mary zur√ľck nach England. Die Familie wurde nach ihrer Ankunft von den Abgesandten Oliver Cromwells sofort verhaftet und in ein Gef√§ngnis eingeliefert. Bei ihrer Verhaftung wurde Lucy Walter zum ersten Mal offiziell als Frau und Geliebte von Charles Stuart (the wife and mistress of Charles Stuart) bezeichnet, was sp√§ter dem Ger√ľcht um eine heimliche Hochzeit zwischen Karl II. und Lucy Nahrung geben sollte. Lucy Walter schaffte es, mit ihren Kindern aus dem Gef√§ngnis entlassen zu werden, und reiste zur√ľck nach Den Haag. Taafe, inzwischen wieder als Vermittler zwischen Lucy und Karl II. t√§tig, sicherte ihr eine regelm√§√üige Pensionszahlung zu, vor allem, um den gemeinsamen Sohn James gut versorgt zu sehen. 1658 erreichten die k√∂niglichen Vermittler, dass Lucy ihren Sohn James unter Karls Obhut stellte. Lucy weigerte sich erst ihren Sohn abzugeben, wurde aber umgestimmt. James sah seine Mutter nie wieder. Lucy starb im September oder Oktober 1658 in Paris.

Zur gleichen Zeit, am 3. September 1658 starb Oliver Cromwell in England. Sein Sohn Richard Cromwell, sein ruhmloser Nachfolger, regierte nur bis April 1659. Der Weg zum Thron von England war freier als je zuvor f√ľr Karl.

Wiederherstellung der Monarchie und Herrschaft

Karl II., Gem√§lde von John Michael Wright (1617‚Äď1700)

Das englische Parlament verlieh Karl II. im Mai 1660 die K√∂nigsw√ľrde. Am 23. Mai 1660 erreichte Karl Dover und an seinem drei√üigsten Geburtstag, dem 29. Mai 1660, zog er in einer umjubelten Prozession in London ein. Die Wiederherstellung der Monarchie (Restauration) wurde zu einer der bedeutenden Epochen Englands und Karl II. gilt als letzter englischer K√∂nig, der eine absolute Monarchie ins Leben rief und charismatisch √ľber sein Land herrschte.

Ein sehr schmeichelhaftes, aber ausf√ľhrliches Portr√§t von Karl, wurde von Sir Samuel Tuke 1660 geschrieben:

He is somewhat taller than the middle stature
of Englishmen (...) His face is rather grave
than severe which is very much softened
whensoever he speaks; his complexion is
somewhat dark, but much enlightened by his eyes,
which are quick and sparkling.
(...) His hair, which he hath in great plenty
is of shinig black, not frizzle, but so naturally
curling into great rings that they do very much
recommend his person when he either walks, dances,
plays at pall mall, at tennis, or rides the great horse
which are his usuall exercise. To the gracefulness
of his deportment may be joined his easiness of
access, his patience in attention, and the gentleness
both in the tune and style of his speech...
(Sir Samuel Tuke, A Character of Charles II. (1660)
Er ist etwas größer als die mittlere Statur
eines Engländers (...) Sein Gesicht ist eher
ernst als streng, was sich sehr abmildert,
wenn er spricht; seine Hautfarbe ist etwas dunkel,
aber wird sehr aufgehellt durch seine Augen,
die schnell und leuchtend sind (...) Sein Haar
von dem er viel hat, ist von strahlendem Schwarz
nicht kraus, aber so nat√ľrlich gelockt in gro√üen
Locken, dass es seine Person sympathisch macht,
wenn er läuft, tanzt, Pall Mall spielt, beim Tennis,
oder wenn er sein Streitross reitet, was
seine normalen √úbungen sind. Die Anmut seiner
Haltung und seines Benehmens geht zusammen mit
seiner Zugänglichkeit, seiner geduldigen
Aufmerksamkeit und der Liebensw√ľrdigkeit in der
Melodie und dem Stil seiner Rede (Sprache)...

Bereits in den fr√ľhen Jahren seiner Regentschaft war Edward Hyde der Berater von Karl, den er 1661 zum Earl of Clarendon machte. Clarendon war zugleich Schwiegervater des j√ľngeren Bruders Karls II., dem Duke of York und sp√§teren Jakob II.. Jakob hatte Lady Anne Hyde, die Tochter von Edward Hyde, heimlich am 24. November 1659 in Breda (Holland) geheiratet. Die offizielle Hochzeit fand am 3. September 1660 in London statt.

Mit seinem Einzug in Whitehall bezog auch Barbara Villiers, die offizielle M√§tresse des K√∂nigs, ihre Wohnung im k√∂niglichen Palast. 1661 brachte sie ihr erstes von f√ľnf Kindern mit Karl zur Welt, Anne Palmer. Barbaras Sch√∂nheit wurde von Samuel Pepys oft beschrieben und ger√ľhmt, und Sir Peter Lely malte mehrere Portr√§ts von ihr. Lely war so hingerissen von Barbara, dass er sich laut Pepys au√üerstande sah, ihre Sch√∂nheit in Bildern festzuhalten:

it was beyond the compass of art to give {her} her due,
as to her sweetness and exquisite beauty.
(Samuel Pepys, Diary)
es lag jenseits der k√ľnstlerischen M√∂glichkeiten,
ihrer S√ľ√üe und ausgesuchten Sch√∂nheit gerecht zu werden (in einem Bild).

Da Barbara verheiratet war und ihre enge Beziehung zum K√∂nig nicht geheimhielt, machte Karl ihren Mann Roger Palmer im November 1661 zum 'Baron Limerick und Earl of Castlemain. Dieser Titel diente vor allem dazu, die Kinder mit Barbara Palmer zu versorgen. Der Titel war nicht vererbbar seitens Roger Palmer und wurde ausdr√ľcklich ebenfalls den Kindern von Barbara verliehen: children gotten on Barbara Palmer, now wife (Kinder von Barbara Palmer, jetzt Ehefrau).

Heirat und Mätressenwirtschaft

Katharina von Braganza

Da Karl bisher nur illegitime Kinder mit verschiedenen Frauen hatte, und um die Thronfolge sicherzustellen, wurde nach langjähriger Verlobungs- und Verhandlungszeit die Hochzeit mit Katharina von Braganza, einer portugiesischen Prinzessin, auf den 31. Mai 1662 festgesetzt.

Katharina brachte als Mitgift die Hafenstadt Tanger, die indische Stadt Bombay sowie Handelsprivilegien f√ľr Brasilien, ganz Ostindien und 300.000 englische Pfund in die Ehe ein. Karl II. musste seiner neuen Frau die freie Aus√ľbung ihres Glaubens zusichern, allen englischen Untertanen in Portugal volle kommerzielle und religi√∂se Freiheit garantieren und Portugal milit√§rischen Schutz vor Spanien und Frankreich zusichern. Am 25. April 1662 segelte Katharina mit ihrem Gefolge nach England, wo sie am 13. Mai in Portsmouth landete.

√úberliefert ist die angebliche √Ąu√üerung von Karl, als er seine zuk√ľnftige Frau zum ersten Mal sah. So soll der englische K√∂nig, von der portugiesischen Haarmode verwirrt, gesagt haben: My god, they sent me a bat instead of a woman. (Mein Gott, sie haben mir eine Fledermaus geschickt, anstelle einer Frau). Ebenfalls √ľberliefert ist, so schreibt es die Biografin von Karl II., Antonia Fraser, die Bitte von Katharina nach einer Tasse Tee und die Antwort von Karl: We don‚Äôt drink tea in England. But maybe some ale will do (In England trinken wir keinen Tee. Vielleicht w√ľrde ein Bier reichen?). Tee war zur damaligen Zeit in England noch kaum bekannt.

Katharina wusste zur Zeit ihrer Hochzeit wenig vom höfischen Leben. Sie war in der Abgeschiedenheit eines Klosters erzogen worden und sehr religiös. Sie sprach kaum Englisch und wenig Französisch, so dass ein Gespräch oder eine Annäherung an ihren Mann ein Problem war. Noch weniger wusste sie von den höfischen Intrigen oder Ränkespielen, und dass ihr Mann ein großer Liebhaber der Frauen und zur Zeit ihrer Heirat bereits Vater einiger illegitimer Kinder war. Seine Favoritin war zu dieser Zeit unangefochten Barbara Villiers, Lady Castlemaine.

Barbara Villiers, Gemälde von Peter Lely

1662 kam es zur sogenannten Bedchamber Crisis, in der sich Barbara sogar gegen die ausdr√ľcklichen W√ľnsche von Katharina durchsetzen konnte. Barbara behielt gegen den Wunsch von Katharina ihre Wohnung in Whitehall und wurde wenig sp√§ter Kammerfrau (Lady of the Bedchamber) der K√∂nigin, hatte also Zutritt zu den privaten R√§umen von Katharina. Das Verh√§ltnis zur K√∂nigin, die im Gegensatz zu Barbara kinderlos blieb und sie als offizielle M√§tresse akzeptieren musste, war sehr angespannt. Im gleichen Jahr erwirkte Barbara die Entlassung einer Hofdame von Katharina, da diese es gewagt hatte, sich mit ihr zu streiten. Der K√∂nig, so schien es lange Zeit, war pures Wachs in den H√§nden seiner M√§tresse. Bis 1663 hatte sie mehr Einfluss am englischen Hof als die K√∂nigin und viele Berater des K√∂nigs. Vor allem im k√∂niglichen Berater Edward Hyde hatte Barbara einen Erzfeind, dem ihre Position als Kammerfrau der K√∂nigin Katharina missfiel. 1667 wurde Hyde nach den Niederlagen im Krieg mit Holland des Hochverrats angeklagt und floh daraufhin nach Frankreich. Als sich Barbara 1662 offiziell zum katholischen Glauben bekannte, erhielt sie von Karl die Erlaubnis, sich eine Privatkapelle in Whitehall einzurichten. Auf die Nachfragen seiner Minister, ob dies klug sei, antwortete Karl: I am less concerned with women's souls than with their bodies (Ich interessiere mich weniger f√ľr die Seele von Frauen als f√ľr ihren K√∂rper).

Nell Gwyn, Gemälde von Peter Lely
Louise de Kérouaille, Herzogin von Portsmouth

Katharina lernte mit der Zeit die vielen Liebschaften ihres Mannes, u.a. zu Nell Gwyn und Louise de K√©rouaille, zu ignorieren oder zu akzeptieren. Die Ausma√üe der M√§tressenwirtschaft am englischen Hof waren so gro√ü und bekannt, dass zeitgen√∂ssische Autoren und Diplomaten auch von der Herrschaft der Unterr√∂cke sprachen, wenn sie vom englischen K√∂nigshof berichteten. Trotz dieser Dem√ľtigungen lernte Katharina schnell mit ihren Konkurrentinnen, die ihr gesellschaftlich weit unterlegen waren, umzugehen. Als Katharina ihren Mann, der wegen einer angeblichen Erk√§ltung nicht zum Abendessen erschien, besuchen wollte, und unter dem Bett den Fu√ü von Nell Gwyn, einer sp√§teren M√§tresse von Karl, sah, soll sie ausgerufen haben: Ha, I will be off. I see it is not you who had the cold (Ha, ich werde dann gehen. Ich sehe, dass es nicht Ihr seid, der die Erk√§ltung hatte). So lernte Katharina nicht nur den englischen Humor und Ausdruck kennen und sch√§tzen, sie war als begabte Bogensch√ľtzin bekannt und wurde Schirmherrin vieler Sch√ľtzenvereine.

Trotz ihres v√∂lligen Desinteresses an der englischen Politik wurde Katharina von protestantischen Fanatikern vorgeworfen, sie w√ľrde zugunsten der englischen Katholiken Druck auf Karl II. aus√ľben und w√§re an Komplotten beteiligt. Katharina mischte sich nie in politische Angelegenheiten ein, was ihr die Sympathie ihres Mannes einbrachte, der sie sp√§ter immer mehr zu seiner engsten Vertrauten machte. Als sie wegen einer Fehlgeburt lebensgef√§hrlich erkrankte, unterbrach Karl II. eine Gesellschaft, zu der er geladen war, und pflegte sie. Die Kinderlosigkeit wurde ihr von der antikatholischen Opposition in England negativ ausgelegt, da die Fruchtbarkeit des K√∂nigs durch zahlreiche illegitime Kinder bewiesen war. Man deutete ihre Unfruchtbarkeit als Zeichen des Himmels, dass ihre Ehe nicht gewollt sei, und beschuldigte sie sp√§ter (Popish Plot), sogar Pl√§ne zur Ermordung ihres Mannes geschmiedet zu haben.

Im Jahr 1662 verkaufte Karl die Stadt D√ľnkirchen seinem Cousin Ludwig XIV. Als Anerkennung f√ľr die Unterst√ľtzung zur Wiederherstellung der Monarchie, √ľberschrieb Karl acht englischen Adeligen die nordamerikanischen L√§nder Carolina (benannt nach seinem Vater).

Dutch Gift

In den Jahren 1660/61 verfolgte Amsterdam als das damalige politische, kulturelle und wirtschaftliche Zentrum der Republik der Vereinigten Niederlande eine pro-englische Strategie, welche ihr die milit√§rische Unterst√ľtzung gegen Spanien und den freien Handel (vrij schip, vrij goed) sicherte. Schlussendlich brauchte man einen starken Verb√ľndeten, um das republikanische System in den Niederlanden zu sichern. Aus diesem Grund wurde unter der Leitung der Gebr√ľder Cornelis und Andries de Graeff eine Kommission gegr√ľndet, welche dem englischen K√∂nig Karl II. zahlreiche wertvolle Gem√§lde und Kunstgegenst√§nde √ľberreichte. Diese Schenkung erhielt den Namen Dutch Gift.[1]

Katastrophen und fehlende Thronerben

Nachdem London 1665 von einer verheerenden Pestepidemie, der Gro√üen Pest, heimgesucht wurde, die √ľber 70.000 Menschenleben forderte, verw√ľstete im September 1666 der Gro√üe Brand weite Teile der City of London. Etwa 13.000 H√§user und 89 Kirchen fielen den Flammen zum Opfer. F√ľr diese Katastrophen machte man auch Katharina und ihren katholischen Glauben zum S√ľndenbock. In den protestantischen Kreisen wurde die Forderung nach einer offiziellen Scheidung von Katharina laut. Da sie weiterhin kinderlos blieb, war der n√§chste Thronanw√§rter Karls j√ľngerer Bruder Jakob, der Duke of York. Jakob hatte sich bereits 1672 offiziell zum katholischen Glauben bekannt und beschwor damit das alte Schreckgespenst der meisten Protestanten herauf. Die Protestantenverfolgungen der Bartholom√§usnacht in Frankreich und der englischen K√∂nigin Maria I. waren die gr√∂√üten Bef√ľrchtungen der meisten Engl√§nder, die die Wiederkehr eines katholischen K√∂nigs in England ablehnten. So l√∂ste die Kinderlosigkeit von Katharina zugleich eine Staatsaff√§re aus, die den illegitimen Sohn ihres Mannes mit der walisischen Adeligen Lucy Walter f√ľr viele Engl√§nder zum eigentlich berechtigten Thronanw√§rter machte - James Scott, 1. Duke of Monmouth. James war zwar illegitim, aber er war Protestant und der Erstgeborene von Karl II. Die Rufe nach Scheidung von Katharina und Anerkennung seines Erstgeborenen, damit die protestantische Thronfolge in England sichergestellt sei, wurden mit der Zeit immer lauter. Karl II. widersprach diesen Forderungen ausdr√ľcklich und weigerte sich, seine Ehe vom Parlament scheiden zu lassen. Ebenso ausdr√ľcklich weigerte er sich, dem Druck der √Ėffentlichkeit und den Ger√ľchten um eine heimliche Heirat zwischen ihm und Lucy Walter Nahrung zu geben, indem er seinen Sohn James als Thronfolger vom Parlament best√§tigen lie√üe.

Die Gr√ľnde, aus denen Karl II. sich nicht scheiden und auch seinen Sohn James Scott, 1. Herzog von Monmouth, nicht legitimieren lie√ü, liegen nicht in seiner starken Liebe zu Katharina oder einer Abneigung gegen√ľber James. Karl f√ľhlte sich als Monarch und absolutistischer Herrscher, der dem englischen Parlament keinen Pr√§zedenzfall in die H√§nde spielen wollte, √ľber die Privatangelegenheiten des K√∂nigs zu entscheiden. Seine K√∂nigsw√ľrde war f√ľr ihn der Wille Gottes und zugleich war es seine Aufgabe, diesen Gotteswillen gegen den Willen von Parlament und Volk zu verteidigen. Da sein Vater durch die Entscheidung des Parlaments zum Tode verurteilt worden war, war Karl II. in der Wahrung seiner Interessen umso unerbittlicher.

Außenpolitische Konflikte

Die fr√ľheren Einschr√§nkungen des holl√§ndischen Handels (Navigation Acts, 1650) f√ľhrten zwischen 1665 bis 1667 zum zweiten Holl√§ndischen Krieg (Englisch-Niederl√§ndischer Krieg (1665‚Äď1667)). Zun√§chst konnte England die holl√§ndische Besitzung Nieuw Amsterdam erobern. Nieuw Amsterdam wurde sp√§ter zu Ehren von Karls j√ľngerem Bruder, Jakob, Duke of York, in New York umbenannt. 1667 gelang der holl√§ndischen Flotte ein √úberraschungsangriff auf englischem Boden. Die holl√§ndische Flotte segelte die Themse stromaufw√§rts, versenkte alle vor Anker liegenden Schiffe und schleppte das Flaggschiff (die Royal Charles) als Troph√§e zur√ľck nach Holland. Mit dem Frieden von Breda wurden 1667 alle Kampfhandlungen mit Holland beigelegt. Als direkte Folge der Niederlage der englischen Flotte wurde Edward Hyde, 1. Earl von Clarendon, aus allen Diensten und √Ąmtern des K√∂nigs entlassen. Das englische Parlament klagte ihn des Hochverrats an und Hyde fl√ľchtete nach Frankreich, wo er 1674 in Rouen starb. Nachdem Karl seinen engsten und langj√§hrigen Berater als S√ľndenbock f√ľr die Niederlage der englischen Flotte missbrauchte, bildete sich ein neuer Beraterstab um den K√∂nig, der sich Cabal nannte, und aus folgenden Personen bestand: George Villiers, 2. Duke of Buckingham, Anthony Ashley-Cooper, 1. Earl of Shaftesbury, Thomas Clifford, Henry Bennet und John Maitland, 1. Duke of Lauderdale.

Im Jahre 1668 verb√ľndete sich England mit Schweden und dem einstigen Feind Holland zur Tripleallianz, um der aggressiven Au√üenpolitik (Devolutionskrieg 1667‚Äď1668) von Ludwig XIV. besser zu begegnen. Die Tripleallianz wurde durch den Vertrag von Dover (Treaty of Dover) zerst√∂rt, an dessen Ausarbeitung Karls j√ľngste Schwester, Henriette Anne, ma√ügeblich beteiligt war. Ludwig XIV. schloss mit seinem Cousin Karl ein Abkommen, das j√§hrliche Zahlungen von ¬£ 200.000 an Karl II. vorsah. Im Gegenzug versprach Karl, den franz√∂sischen K√∂nig mit Truppen zu unterst√ľtzen und sich √∂ffentlich zum katholischen Glauben zu bekennen. Die Glaubensklausel wurde an folgende Einschr√§nkung gekn√ľpft: as soon as the welfare of his realm will permit (so schnell es das Wohlergehen seines K√∂nigreichs zul√§sst). Ludwig XIV. versprach Karl f√ľr die Durchsetzung seines neuen Glaubensbekenntnisses die Unterst√ľtzung von 6000 Soldaten. Der englische K√∂nig war klug genug, dieses Abkommen geheim zu halten. Es bleibt bis heute unklar, ob Karl II. jemals wirklich vorhatte, die Glaubensklausel umzusetzen.

Glaubenskonflikte

Am 15. M√§rz 1672 gab Karl die Erkl√§rung zur Gew√§hrung der Gewissensfreiheit (Royal Declaration of Indulgence) heraus.[2] Sein Vorhaben, sie von Parlament bewilligen zu lassen, scheiterte. Diese Deklaration hatte ihren Ursprung im oben genannten Vertrag von Dover. Auch wenn Karl offiziell bis zu seinem Tod den protestantischen Glauben behielt, spiegelt die Deklaration ein weiteres Ziel der Abmachung wider: Toleranz gegen√ľber den englischen Katholiken. In dieser Deklaration Karls II. wurde die sofortige Aussetzung der Strafgesetze gegen Dissenters und Recusants gefordert. Den protestantischen Dissenters sollte es danach erlaubt sein, nur an festgesetzten Orten mit gesetzlich genehmigten Predigern √∂ffentliche Gottesdienste zu halten, den Katholiken wurde erneut die Erlaubnis privater Gottesdienste versprochen. Zus√§tzlich begnadigte der K√∂nig fast 500 inhaftierte Dissenters. Die Deklaration war nur f√ľr ein Jahr in Kraft und wurde dann zur√ľckgenommen.

Ein weiterer Schritt des Parlaments zur Ausgrenzung der papistischen Kr√§fte in England wurde der erste Test Act. Darin wurde festgelegt, dass alle Beamten in Verwaltung, Justiz, Kirche oder Milit√§r den Supremats- und Loyalit√§tseid unter Zeugen ablegen mussten. Ebenso mussten sie fortan eine Erkl√§rung gegen die Transsubstantiationslehre der katholischen Kirche unterzeichnen, die sie dann wiederum durch den √∂ffentlichen Empfang der Kommunion in der Kirche von England best√§tigen mussten. Am 5. Februar 1673 folgte ein Gesetz, welches regelte, dass in den Kapellen von Katharina von Braganza nur noch Geistliche portugiesischer Nationalit√§t wirken durften. Engl√§ndern wurde der Besuch der Messen in katholischen Kapellen ausdr√ľcklich untersagt und f√ľr die Einhaltung dieses Verbots wurde auch Katharina haftbar gemacht. Eine direkte Entwicklung des Test Act war, dass Barbara Villiers, deren Verh√§ltnis mit dem K√∂nig schon seit 1670 nicht mehr zum besten stand, ihre Stellung bei Hofe verlor.

Die Problematik der Thronfolge, damit verbunden die Angst vor einem katholischen K√∂nig, versch√§rfte sich weiter als sich Anne Hyde, die Mutter der sp√§teren englischen K√∂niginnen Maria II. und Anna, zum Katholizismus bekannte. Jakobs zweite Frau, die italienische Prinzessin Maria Beatrix von Modena, war ebenfalls katholisch. So erhob sich nach 1672 f√ľr viele Anglikaner das Schreckgespenst einer Linie katholischer Herrscher in England, da Jakob bereits zwei Kinder mit Anne hatte und die Chancen auf Kinder mit Maria sehr hoch waren, die ebenfalls katholisch getauft w√ľrden. Das Parlament versuchte. Karls Erkl√§rung zur Gew√§hrung der Gewissensfreiheit (Declaration of Indulgence) vom K√∂nig selbst zur√ľcknehmen zu lassen. Als diese Forderung Karl nicht beeindruckte, begann eine Kampagne, welche zum Ziel hatte, Jakob von der Thronfolge auszuschlie√üen.

1678 erlie√ü das Parlament ein Gesetz, nach der es Katholiken verboten wurde, einen Sitz in einem der beiden H√§user des Parlaments einzunehmen. Diese Gesetzgebung entsprang auch dem Verdacht einer m√∂glichen Gegenreformation in England. Da die Gegenreformation in ganz Europa auf dem Vormarsch war, wollte man dieser Entwicklung damit entgegenwirken und alle noch verbliebenen heimlichen Katholiken endg√ľltig aus wichtigen √Ąmtern entfernen.

Die panische Angst vor katholischen Intrigen und papistischen Verschw√∂rungen in England, spielte dem Prediger Titus Oates in die H√§nde. Zusammen mit Israel Tonge verbreitete er 1678 Ger√ľchte √ľber eine Verschw√∂rung zur Ermordung des K√∂nigs und zur Ausrottung des Protestantismus in England (‚ÄěPopish Plot‚Äú). Obwohl der K√∂nig die Erz√§hlungen von Titus Oates als L√ľgen bezeichnete, verbreiteten sie sich rasch und gewannen, vor allem durch die Unterst√ľtzung von Lord Danby, Glaubw√ľrdigkeit. Private Briefe wurden ver√∂ffentlicht, in denen der ehemalige Sekret√§r von Jakob II., Edward Colemann, mit Jesuiten und franz√∂sischen Agenten wegen eines Sturzes des englischen Protestantismus mit Hilfe Frankreichs korrespondiert hatte. Au√üerdem wurde Sir Edmund Godfrey, der Friedensrichter, der Titus Oates Aussagen aufgenommen hatte, ermordet. Titus Oates nannte in seinen Aussagen die Namen von Mitgliedern eines, angeblich wirklich bestehenden katholischen Schattenkabinetts. So wurden der 72-j√§hrige Henry Arundell, 3. Baron Arundell of Wardour, und der 64-j√§hrige John Belasyse, 1. Baron Belasyse, sowie weitere Mitglieder der Peers und des House of Lords des Hochverrats angeklagt.

Diese Falschanklagen hatten zur Folge, dass ein zweiter Test Act erlassen wurde, welcher die Katholiken endg√ľltig aus dem Parlament ausschloss und allen Abgeordneten erneut eine Erkl√§rung abverlangte, in der die Transsubstantiationlehre und jegliche sonstigen g√∂tzendienerischen und abergl√§ubischen Riten der katholischen Kirche verworfen wurden. Als Titus Oates dann Katharina von Braganza beschuldigte, ihren Mann vergiften zu wollen, geriet Karls Frau in akute Gefahr. Die Beschuldigungen von Oates wurden so ernst genommen, dass man am 8. November 1678 ihre Gem√§cher in Somerset House durchsuchte. Am 28. November wurde sie von der Untersuchungskommission wegen Hochverrats angeklagt. Die Anklagen wurden sp√§ter fallengelassen. Titus Oates, den der K√∂nig pers√∂nlich verh√∂rte und in seinen Aussagen Ungereimtheiten und Widerspr√ľche aufdeckte, lie√ü der K√∂nig verhaften und in ein Gef√§ngnis einliefern. Das Parlament befreite Oates, der bis 1681 als freier Mann immer wieder Komplotte anzeigte und vor allem unschuldige Menschen anklagte. Der englische Richter George Jeffreys, auch Hanging Judge Jeffreys genannt, bezeichnete Oates als Schande f√ľr die Menschheit. 1681 wurde Oates zu einer Haftstrafe verurteilt, er starb am 13. Juli 1705.

Auflösung des Parlaments

Thomas Osborne, Lord Danby, ein √ľberzeugter Anti-Katholik, der Titus Oates dabei unterst√ľtzt hatte seine Anschuldigungen √∂ffentlich bekannt zu machen, wurde im Verlauf des Jahres 1678 durch das britische Unterhaus des Hochverrats angeklagt. Die Anklage wurde mit seiner Unterst√ľtzung von Oates Anschuldigungen begr√ľndet. Ohne seine Einmischungen h√§tten die Anschuldigungen von Oates niemals solche Ausma√üe annehmen k√∂nnen, der den Frieden im Lande erheblich beeintr√§chtigte. Obwohl die Stimmung in England einen Krieg mit dem katholischen Frankreich bef√ľrwortete, hatte Karl in geheimen Verhandlungen mit dem franz√∂sischen K√∂nig eine √úbereinkunft getroffen. Im Fall kriegerischer Ausschreitungen w√ľrde sich England offiziell neutral verhalten, gegen die Zahlung bestimmter Gelder aus Frankreich. Lord Danby, der Frankreich ablehnend gegen√ľber stand, beugte sich in diesem Falle den W√ľnschen des K√∂nigs. Trotz seines Einlenkens wurde die Anklage gegen ihn aufrechterhalten. Am 24. Januar 1679 l√∂ste Karl das Parlament auf, um Lord Danby vor der Anklage und einer Verurteilung zu bewahren.

Im M√§rz des gleichen Jahres wurde ein neues Parlament eingesetzt, das sich dem K√∂nig gegen√ľber eher feindselig verhielt und seine Entscheidungen blockierte. Lord Danby wurde gezwungen, seinen Posten als Lord High Treasurer aufzugeben und erhielt eine Begnadigung durch den K√∂nig. Trotz der k√∂niglichen Begnadigung und der Aufl√∂sung des alten Parlamentes wurden sofort alle Anklagepunkte gegen Lord Danby durch das neue Parlament wieder aufgenommen. W√§hrend das House of Lords als Strafe f√ľr Lord Danby das Exil vorschlug, war dies f√ľr das House of Commons keine ausreichend harte Strafe. Gemeinsam beschloss man, die Anklage fallenzulassen und eine Parlamentsverurteilung auszusprechen. In diesem Falle beugte sich Karl den W√ľnschen seiner Opponenten und verpflichtete sich, Lord Danby in den Tower von London einliefern zu lassen, wo er f√ľr f√ľnf Jahre verblieb.

Das neue Parlament verabschiedete im gleichen Jahr die Exclusion Bill. Diese Ausschlussakte hatte das Ziel, den Bruder des K√∂nigs (den sp√§teren Jakob II.) aus der Thronfolge auszuschlie√üen und f√ľr immer zu verhindern, dass ein katholischer K√∂nig den Thron von England besteigen w√ľrde. Anthony Ashley-Cooper, 1. Earl of Shaftesbury, und ehemaliges Mitglied der Cabal, brachte die Exclusion Bill zur Abstimmung im Parlament ein. Auch wurde im Parlament wieder die Forderung nach der Legitimierung von James Scott, 1. Duke of Monmouth, diskutiert. Aus den Adhorrers ‚Äď jene Parlamentarier, die gegen den Exclusion Bill stimmten, entwickelte sich sp√§ter die englische Tory-Partei. Aus den Petitioners ‚Äď jenen Parlamentariern, die den Exclusion Bill unterst√ľtzen, entwickelte sich sp√§ter die englische Whig-Partei.

Im Dezember 1679 wurde das Parlament durch Karl wieder aufgel√∂st. Der Standpunkt des englischen K√∂nigs war klar. Keine weltliche Macht hatte in die, seiner Ansicht nach durch Gottesgnadentum verliehene Thronfolge, einzugreifen. Aus der Bef√ľrchtung heraus, dass die Exclusion Bill doch vom Parlament bewilligt w√ľrde, wurde das Parlament in den Jahren 1680 und 1681 immer wieder aufgel√∂st.

Im Verlauf des Jahres 1680 begann sich die breite Zustimmung im Parlament f√ľr die Exclusion Bill aufzul√∂sen. Die Stimmung im Ober- und Unterhaus, sowie die der zeitgen√∂ssischen Quellen wandelte sich von offener Feindseligkeit gegen den K√∂nig zu einem Anstieg von Loyalit√§tsbekundungen. Trotzdem lie√ü Karl das Parlament aufgel√∂st und regierte ab 1681 als absolutistischer Monarch ohne Parlament weiter.

Lebensende

M√ľnze Karls II., 1683. Die Pr√§gung lautet: CAROLUS II DEI GRATIA (Karl II. durch die Gnade Gottes)

Kurz vor dem Tode Karls II. wurde ein Komplott zur Ermordung des K√∂nigs und des Duke of York aufgedeckt (Rye House Plot). Der Plan war, beide zu ermorden, w√§hrend sie die Pferderennen in Newmarket besuchten. Ein gro√ües Feuer, das kurz vorher in Newmarket ausbrach, verhinderte den Besuch der k√∂niglichen Br√ľder und vereitelte damit die Mordpl√§ne. Die protestantischen Politiker Algernon Sidney und Lord William Russell wurden beschuldigt, die treibenden Kr√§fte bei der Planung gewesen zu sein und des Hochverrats angeklagt. Ungeachtet der d√ľnnen Beweislage wurden beide zum Tode verurteilt.

K√∂nig Karl II. starb unerwartet und nach kurzer Erkrankung an Harnvergiftung (Ur√§mie). Kurz bevor er starb, trat er zum katholischen Glauben √ľber. Am Morgen des 6. Februar 1685 (einem Mittwoch) erhielt er die Sterbesakramente durch den Priester John Huddleston. Kurz danach starb Karl II. und wurde in der Westminster Abbey beigesetzt.

Erbe

Karl II. hinterlie√ü keine legitimen Nachkommen. Er hinterlie√ü eine gro√üe Anzahl illegitimer Kinder, die er alle offiziell anerkannte und adelte. Seine bekanntesten Nachkommen unserer Zeit sind Prinzessin Diana und Camilla Parker Bowles. Sein Nachfolger wurde sein j√ľngerer Bruder als Jakob II. von England und Jakob VII. von Schottland, der zuvor zum Katholizismus konvertierte und im Volk allgemein unbeliebt war. Jakob war der letzte katholische K√∂nig von England, als er 1688 in Folge der Glorious Revolution entthront wurde. Nach dem Tode von Karl II. beanspruchte James Scott, 1. Duke of Monmouth, anstelle seines Onkels Jakob II. den Thron, seine Truppen wurden am 6. Juli 1685 bei dem √Ėrtchen Sedgemoor geschlagen. James Scott, 1. Duke of Monmouth and Buccleuch, wurde am 15. Juli 1685 gefangengenommen und schlie√ülich im Tower zu London hingerichtet.

In die Regierungszeit Karls II. fiel auch die Schaffensperiode des wohl gr√∂√üten englischen Komponisten Henry Purcell. Karl II. war ein gro√üer F√∂rderer der K√ľnste und Wissenschaften. Er unterst√ľtzte die Gr√ľndung der Royal Society, eine wissenschaftliche Gruppe zu deren ersten Mitgliedern Robert Hooke, Robert Boyle und Sir Isaac Newton geh√∂rten. Weiter war er der pers√∂nliche F√∂rderer von Sir Christopher Wren, dem Architekten, der London nach dem gro√üen Feuer (1666) wiederaufbaute. Wren arbeitete die Pl√§ne f√ľr das K√∂nigliche Krankenhaus von Chelsea aus, das Karl 1681 in ein Heim f√ľr ehemalige Soldaten umwandelte. Sein Denkmal steht noch heute vor dem Krankenhaus.

Der Gedenktag von Karls Wiedererlangung der Herrschaft (Restauration), der auch sein Geburtstag ist (29. Mai), wird in England als Oak Apple Day gefeiert. Eine Erinnerung an sein Versteck in einer Eiche, durch die ihm 1651 die Flucht aus England gelang.

Karls Beziehungen sowie die Geschichte seiner Herrschaft wurden in dem 2003 ausgestrahlten BBC-Film Charles II: The Power and The Passion dargestellt.

Geschwister

  1. Karl Jakob (*/† 13. Mai 1629), Herzog von Cornwall und Rothesay
  2. Mary (1631‚Äď1660) ‚ąě Willem II von Oranien
  3. Jakob II. (1633‚Äď1701)
  4. Elisabeth (29. Dezember 1635‚Äď8. September 1650)
  5. Anne (17. M√§rz 1637‚Äď5. November 1640)
  6. Catherine (*/† 29. Juni 1639)
  7. Heinrich (8. Juli 1640‚Äď13. September 1660), Herzog von Gloucester
  8. Henriette Anne, genannt Minette (1644‚Äď1670) ‚ąě Philippe d'Orl√©ans.

Nachkommen

K√∂nig Karl II. hinterlie√ü keine legitimen Kinder und Thronerben. Er war Vater zahlreicher Kinder mit seinen offiziellen M√§tressen, die er fast alle anerkannte. Die Anzahl weiterer illegitimer Kinder soll bei 350 liegen, eine Zahl, die ihm schon zu Lebzeiten zugeschrieben und nie √ľberpr√ľft wurde.

  • Kind mit Marguerite oder Margaret de Carteret:
  • Einige Autoren berichten, sie habe 1646 einen Sohn zur Welt gebracht: James de la Cloche oder auch de Carteret genannt, er sei im Jahre 1667 gestorben.
  • Kind mit Elizabeth Killigrew (* 1622; ‚Ć 1680):
  • Charlotte Jemima Henrietta Maria Boyle, Fitzcharles (* 1650; ‚Ć 1684)
  • Kinder mit Catherine Pegge, Lady Green:
  • Charles Fitzcharles, (* 1657; ‚Ć 1680), 1. Earl of Plymouth, auch Don Carlos genannt, zum Earl of Plymouth erhoben (1675)
  • Catherine Fitzcharles (* 1658, starb noch im Kleinkindalter)
  • Anne Palmer (* 1661; ‚Ć 1722), m√∂glicher Vater war auch der Earl of Chesterfield, sie wurde sp√§ter zur Countess of Sussex ernannt und von Karl anerkannt.
  • Charles (Fitzroy) Palmer (* 1662; ‚Ć 1730), sp√§ter wurde er zu Lord Limerick, Earl of Southampton, Duke of Southampton und zum Herzog von Cleveland ernannt.
  • Henry Fitzroy (* 1663; ‚Ć 1690), wurde sp√§ter zum Earl of Euston und Duke of Grafton ernannt.
  • Charlotte Fitzroy (* 1664; ‚Ć 1718), wurde sp√§ter zur Countess of Lichfield ernannt.
  • George Fitzroy (* 1665; ‚Ć 1716), wurde sp√§ter zum Earl of Northumberland und Duke of Northumberland ernannt.
  • Barbara (Benedicta) Fitzroy (* 1672; ‚Ć 1737), sie wurde zwar anerkannt, aber war vermutlich die Tochter von John Churchill, 1. Duke of Marlborough.
  • Kinder mit Nell Gwyn (* 1650; ‚Ć 1687):
  • Charles Beauclerk (* 1670; ‚Ć 1726), wurde sp√§ter zum Earl of Burford, dann zum Duke of St. Albans ernannt.
  • James Beauclerk (* 1671; ‚Ć 1681)
  • Kind mit Mary 'Moll' Davis:
  • Mary Tudor (* 1673; ‚Ć 1726), verheiratet mit Edward Radclyffe, 2. Earl of Derwentwater (1655‚Äď1705). Nach Edwards Tod heiratete sie den Erben und Sohn von Col. James Graham, Henry Graham. Nach dem Tode von Henry heiratete sie 1707 James Rooke.

Weitere bekannte Mätressen und Geliebte:

  • Cristabella Wyndham, seine Ziehmutter, die ihn angeblich als Vierzehnj√§hrigen verf√ľhrte
  • Hortensia Mancini, Herzogin von Mazarin
  • Winifred Wells, eine der Hofdamen der K√∂nigin
  • Mrs Jane Roberts, die Tochter eines Pfarrers
  • Mary Sackville - Witwe des Earl of Falmouth
  • Elizabeth Fitzgerald, Countess of Kildare

Vorfahren

 
 
Henry Stewart
 
Maria Stuart
 
Friedrich II. von Dänemark
 
Sophie von Mecklenburg
 
Anton von Bourbon
 
Johanna von Albret
 
Franz I. de’ Medici
 
Johanna von √Ėsterreich
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Jakob VI. von Schottland
 
 
 
 
 
Anna von Dänemark
 
 
 
 
 
Heinrich IV. von Frankreich
 
 
 
 
 
Maria von Medici
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Karl I.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Henrietta Maria von Frankreich
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Karl II.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Literatur

  • Allen Andrews: The Royal Whore, Barbara Villiers, Countess Castlemaine. Hutchinson, London 1971, ISBN 0-09-107040-6.
  • Peter Cunningham: The Story of Nell Gwyn and the sayings of Charles II. W.W. Gibbings, London 1892, ISBN 1-4179-5888-X.
  • Antonia Fraser: King Charles II. Phoenix Books, London 2004, ISBN 0-7538-1403-X.
  • Eleanor Herman: Liebe im Schatten der Krone. Die Geschichte der k√∂niglichen M√§tressen. Fischer, Frankfurt/M. 2004, ISBN 3-596-15987-3.
  • T. G. Lamford: The Defence of Lucy Walter. Salus Publications, Hampshire 2001, ISBN 0-9539249-0-4.
  • Derek Parker: Nell Gwyn. Sutton, London 2000, ISBN 0-7509-1992-2.
  • Kathleen Winsor: Amber. Heyne, M√ľnchen 2004, ISBN 3-453-87348-3.
  • Charles Beauclerk: Nell Gwyn. Schauspielerin und Geliebte des K√∂nigs, Osburg Verlag Berlin 2008, ISBN 978-3-940731-10-4

Verfilmungen

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Google Buchsuche: Israel, J.I. (1995) The Dutch Republic, p. 750.
  2. ‚ÜĎ Wikisource: Text der Royal Declaration of Indulgence (englisch)

Weblinks

 Commons: Karl II. (England) ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Titel neu geschaffen Prince of Wales
Herzog von Cornwall
Earl of Chester

1630‚Äď1649
Titel erloschen
Karl I. König von England
1660‚Äď1685
Jakob II./VII./II.
König von Schottland
1660‚Äď1685
König von Irland
1660‚Äď1685

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  • Karl II. ‚ÄĒ Die folgenden Liste enth√§lt Herrscher mit dem Namen Karl (oder Carl) bzw. dem franz√∂sisch/englischen √Ąquivalent Charles, oder dem spanischen √Ąquivalent Carlos: Inhaltsverzeichnis 1 Karl 1.1 Karl I. 1.2 Karl II. 1.3 Karl III. 1.4 Karl IV. bis Karl ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Karl III. ‚ÄĒ Die folgenden Liste enth√§lt Herrscher mit dem Namen Karl (oder Carl) bzw. dem franz√∂sisch/englischen √Ąquivalent Charles, oder dem spanischen √Ąquivalent Carlos: Inhaltsverzeichnis 1 Karl 1.1 Karl I. 1.2 Karl II. 1.3 Karl III. 1.4 Karl IV. bis Karl ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Karl IV. ‚ÄĒ Die folgenden Liste enth√§lt Herrscher mit dem Namen Karl (oder Carl) bzw. dem franz√∂sisch/englischen √Ąquivalent Charles, oder dem spanischen √Ąquivalent Carlos: Inhaltsverzeichnis 1 Karl 1.1 Karl I. 1.2 Karl II. 1.3 Karl III. 1.4 Karl IV. bis Karl ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Karl IX. ‚ÄĒ Die folgenden Liste enth√§lt Herrscher mit dem Namen Karl (oder Carl) bzw. dem franz√∂sisch/englischen √Ąquivalent Charles, oder dem spanischen √Ąquivalent Carlos: Inhaltsverzeichnis 1 Karl 1.1 Karl I. 1.2 Karl II. 1.3 Karl III. 1.4 Karl IV. bis Karl ‚Ķ   Deutsch Wikipedia


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