Karl V. (Frankreich)

ÔĽŅ
Karl V. (Frankreich)
Karl V. von Frankreich (Musée du Louvre)

Karl V., genannt der Weise, (franz√∂sisch Charles V le Sage; * 21. Januar 1338 in Vincennes; ‚Ć 16. September 1380 im Schloss Beaut√©-sur-Marne bei Paris), war von 1364 bis 1380 K√∂nig von Frankreich. Er war der dritte K√∂nig aus dem Haus Valois, einem Seitenzweig der Kapetinger, und gilt als einer der gro√üen K√∂nige des franz√∂sischen Mittelalters.

Er war der älteste Sohn von König Johann II. dem Guten und dessen erster Gemahlin Jutta von Luxemburg.

Inhaltsverzeichnis

Kronprinz

Erster königlicher Dauphin

Am 29. M√§rz 1349 ernannte der Dauphin des Viennois (Grafschaft Albon), Humbert II., den Prinzen Karl zu seinem Erben, nachdem er dem weltlichen Leben entsagt hatte. Der Dauphin hatte sein F√ľrstentum (auch Dauphin√© genannt) nicht direkt an die franz√∂sische Krone ver√§u√üern k√∂nnen, da das Viennois ein Lehen des heiligen r√∂mischen Reichs (deutscher Nation) war und weder K√∂nig Philipp VI. noch Kronprinz Johann in eine direkte Vasallit√§t zum r√∂misch-deutschen Kaiser treten wollten. Daher wurde die Dauphin√© an den unm√ľndigen Prinzen Karl verkauft; als Kaufpreis diente die H√§lfte der Mitgift der bereits mit ihm verlobten Johanna von Bourbon.

Bereits am 16. Juli 1349 konnte Prinz Karl in die Dauphin√© als regierender F√ľrst einziehen, wo er am 8. April 1350 in Tain mit Johanna von Bourbon verheiratet wurde. In den folgenden Generationen des franz√∂sischen K√∂nigshauses wurde die Dauphin√© dem jeweiligen Thronfolger √ľbergeben, wodurch sich somit f√ľr ihn die Titulierung als ‚ÄěDauphin (Delfin)‚Äú allm√§hlich durchsetzte. Prinz Karl selbst verlie√ü die Dauphin√© bereits nach dem Tod seines Gro√üvaters im August 1350 f√ľr immer und wurde am Tag der Kr√∂nung seines Vaters am 26. September 1350 in Reims zum Ritter geschlagen. Die Dauphin√© wurde nun von Beamten der franz√∂sischen Krone verwaltet.

Herzog der Normandie

Die Gefangennahme König Karls des Bösen von Navarra in Rouen. (Miniatur aus der Chronik des Jean Froissart, 14. Jahrhundert)

Prinz Karl wurde von seinem Vater zun√§chst nicht in die Regierung einbezogen. Erst nach dem Mord an dem Conn√©table Charles de la Cerda im Februar 1354 und dem damit beginnenden Konflikt der Krone mit dem Haus Navarra-√Čvreux wurde ihm Verantwortung √ľbertragen. Nach einem kurzen Intermezzo als Graf des Poitou wurde er Ende 1354 zum Herzog der Normandie ernannt. Diese Region war in mehrerer Hinsicht von Bedeutung. Zum einen bestand der normannische Adel auf eine weitgehende Autonomie gegen√ľber der k√∂niglichen Zentralverwaltung; weiterhin besa√üen die √Čvreux hier gro√üen Grundbesitz, und au√üerdem war dieses Land der st√§ndigen Bedrohung durch England, dem Hauptfeind Frankreichs in dem seit 1337 tobenden hundertj√§hrigen Krieg, ausgesetzt.

Im M√§rz 1355 reiste Karl in die Normandie, um die dortigen St√§nde um Subsidien f√ľr seinen Vater zu ersuchen. Allerdings geriet er dort in eine Verschw√∂rung der √Čvreux um seinen Schwager, K√∂nig Karl II. von Navarra (gen: der B√∂se). Der G√ľnstling Navarras, Bischof Robert le Coq, versuchte Karl gegen den Vater zu vereinnahmen, indem er den K√∂nig des Mordes an dessen Ehefrau (und Mutter Karls) wegen eines Seitensprungs bezichtigte. Damit wurde Karl gegen√ľber aber auch eine m√∂gliche nichtlegitime Abstammung suggeriert, weshalb er nicht nur einen lebenslangen Hass gegen Robert le Coq entwickelte, sondern auch die Konspiration seinem Vater meldete. K√∂nig Johann II. ging mit den Verschw√∂rern zun√§chst milde um und gew√§hrte ihnen im Januar 1356 eine allgemeine Amnestie. Am 5. April 1356 aber veranstaltete Karl in Rouen ein Festessen, an dem der f√ľhrende normannische Adel teilnahm. K√∂nig Johann II. √ľberfiel dieses Fest, lie√ü den K√∂nig von Navarra gefangen nehmen sowie vier normannische Adlige in der Anwesenheit Karls enthaupten.

Diese Handlung hatte die offene Allianz des Hauses √Čvreux unter Philipp von Navarra mit England und damit ein Wiederaufflammen des Krieges zur Folge. Am 19. September 1356 kam es zur Schlacht bei Maupertuis gegen den ‚Äěschwarzen Prinzen‚Äú, Edward of Woodstock, in der Frankreich nach der Schlacht von Cr√©cy (1346) erneut eine schwere Niederlage gegen England hinnehmen musste. K√∂nig Johann II. geriet in englische Gefangenschaft, Prinz Karl erntete von Seiten der franz√∂sischen Ritterschaft Spott und Verachtung, da er auf Weisung des Vaters das Feld verlassen hatte, noch bevor die Schlacht begann.

Regentschaft

Am 29. September 1356 zog Karl in Paris ein, ernannte sich zum Stellvertreter des K√∂nigs (lieutenant du roi) und √ľbernahm die Regierungsgesch√§fte. Der k√∂nigliche Rat berief f√ľr den 17. Oktober die St√§nde Nordfrankreichs zusammen, von denen sich Karl die Bewilligung neuer Steuern zur Finanzierung des Krieges erhoffte. Stattdessen wurde er allerdings mit einer Adelsfronde um Bischof Robert le Coq konfrontiert, die sich offen f√ľr den gefangenen K√∂nig von Navarra als Regenten aussprach. Karl st√ľtzte sich deshalb st√§rker auf den b√ľrgerlichen Stand um den Vorsteher der Pariser Handelsgilde √Čtienne Marcel, der zwar weitreichende Reformen des k√∂niglichen Staates verlangte, aber dennoch Karls Statthalterschaft unterst√ľtzte. Im Winter 1356 reiste Karl nach Metz, wo er sich mit seinem Onkel, Kaiser Karl IV., traf. Der Kaiser befand sich seit 1348 in einer Offensivallianz mit England gegen Frankreich, die allerdings bis dahin noch nicht aktiv wurde. Um auch weiterhin ein Stillhalten des Kaisers zu garantieren, leistete Karl ihm am Weihnachtsfeiertag den Lehnseid f√ľr die Dauphin√© sowie, als Stellvertreter seines unm√ľndigen Bruders Philipp des K√ľhnen, f√ľr die Freigrafschaft Burgund ab. Am selben Tag wurde Karl ein urkundlicher Zeuge des in Metz verk√ľndeten Teils der goldenen Bulle.

Nach der Niederschlagung des Aufstandes des √Čtienne Marcel 1358 zieht Prinz Karl in Paris ein. (Miniatur von Jean Fouquet, Grandes Chroniques de France, 15. Jahrhundert)

Im Fr√ľhjahr 1357 war Karl zur R√ľckkehr nach Paris gen√∂tigt, nachdem dort gewaltsame Unruhen ausgebrochen waren, die sich an einer von ihm angeordneten M√ľnzentwertung entz√ľndet hatten. Auf einem erneuten St√§ndetag nahm er gegen die Anordnungen seines Vaters das Reformprogramm √Čtienne Marcels an. Er erlaubte damit die Bildung eines aus den St√§nden zusammengesetzten Ratsgremiums, das an der politischen Entscheidungsfindung der Krone beteiligt sein sollte. Der franz√∂sische Staat nahm damit erstmals eine konstitutionelle Verfassung an, wof√ľr Karl von den St√§nden eine Sondersteuer von f√ľnf Millionen Livre bewilligt bekam. Weiterhin gelang ihm die Aushandlung eines Waffenstillstandes mit England, wenngleich Nordfrankreich auch weiterhin von S√∂ldnerbanden (Routiers) heimgesucht wurde. Die Lage versch√§rfte sich schlagartig, als im November 1357 dem K√∂nig von Navarra die Flucht aus seinem Gef√§ngnis gelang. W√§hrend ein gro√üer Teil des normannischen Adels zu Navarra abfiel, spielte sich √Čtienne Marcel in Paris als wahrer Herr des Staates auf. Nachdem ihm Karl die Zustimmung zu weiteren Reformma√ünahmen verweigert hatte, kam es zum offenen Aufstand der Pariser B√ľrgerschaft. Unter der F√ľhrung Marcels st√ľrmte das Volk am 22. September 1358 den k√∂niglichen Palast und erschlug vor Karls Augen die Marsch√§lle der Normandie und Champagne. Karl wurde gen√∂tigt, sich von der B√ľrgerschaft formell als Regent des K√∂nigreichs anerkennen zu lassen und weitere personelle Umstrukturierungen seines Hofstaates zu tolerieren.

Aber bald darauf gelang es ihm, aus Paris zu fliehen und im Mai 1359 die St√§nde in Compi√®gne einzuberufen, die ihm ihre Loyalit√§t bekundeten. Von den Vorg√§ngen in Paris ermutigt, brach kurze Zeit sp√§ter im Beauvaisis erstmals in der franz√∂sischen Geschichte ein offener Aufstand der Bauernschaft gegen die adlige Grundherrschaft aus. Die sogenannte ‚ÄěJacquerie‚Äú (nach dem Spottnamen Jacques Bonhomme) breitete sich schnell in der ganzen √éle de France, der Picardie, dem Artois und der Champagne bis nach Lothringen aus. Karl blieb w√§hrend des Aufstandes weitgehend tatenlos, wovon zun√§chst K√∂nig Karl der B√∂se von Navarra profitierte. Bis zum Juni 1358 schlug Navarra den Aufstand mit aller H√§rte nieder und zog anschlie√üend in Paris ein, wo er von √Čtienne Marcel als neuer Regent empfangen wurde. Aber gegen Marcel und Navarra formierte sich innerhalb der Pariser B√ľrgerschaft eine nationalfranz√∂sische Opposition, die sich am 31. Juli gewaltsam erhob und Marcel ermordete. Wenige Tage sp√§ter konnte Karl wieder in Paris einziehen, stellte die althergebrachte Ordnung wieder her und erlie√ü eine allgemeine Amnestie. Bischof Robert le Coq aber starb unter ungekl√§rten Umst√§nden auf seinem Weg in das Klosterexil.

Im Juli 1359 schloss Karl in Pontoise einen formellen Frieden mit Karl dem B√∂sen von Navarra, wenngleich seine Haltung zum Hause √Čvreux stets ambivalent blieb. Den Krieg gegen England wollte er fortf√ľhren, auch gegen den Willen seines Vaters. Als dieser gegen√ľber Eduard III. f√ľr seine Freilassung weitreichende Zugest√§ndnisse machte, erhielt Karl von seiten der St√§nde die notwendige Unterst√ľtzung, um diese Bedingungen abzulehnen. Der K√∂nig von England betrachtete dies als Friedensbruch und f√ľhlte sich erm√§chtigt, einen ‚Äěgerechten Krieg‚Äú gegen Frankreich zu f√ľhren. Im Herbst 1359 landete er mit einem gro√üen Heer in Calais und marschierte in die Champagne. Er beabsichtigte, Reims einzunehmen, um sich dort zum K√∂nig von Frankreich kr√∂nen zu lassen. Karl aber verbot seinen Feldherren, eine offene Feldschlacht gegen Eduard zu suchen, und verst√§rkte die Befestigungen aller St√§dte des Landes. W√§hrend Eduard den Winter √ľber vergeblich Reims belagerte, ordnete Karl ein Kommandounternehmen zur Befreiung seines Vaters an. Die Aktion im April 1360 an der englischen K√ľste bei Rye scheiterte zwar, versetzte aber England in Panik. Eduard brach die Belagerung von Reims ab, zog gegen Paris und schloss die Stadt ein. Aber auch hier konnte Karl, beg√ľnstigt durch den Ausbau der Stadtbefestigungen durch √Čtienne Marcel, ausharren. Eduard zog weiter nach Chartres, an deren Stadtmauern er ebenso scheiterte. Nachdem ein schwerer Hagelschauer dem englischen Heer schwere Verluste zugef√ľgt hatte, bekundete Eduard seinen Friedenswillen gegen√ľber Karl. In Anbetracht der schweren Verw√ľstungen im Land war auch Karl nun bereit, den Bedingungen von 1358 zuzustimmen, und schloss am 8. Mai 1360 den unvorteilhaften Frieden von Br√©tigny, bei dem er f√ľr seinen Vater ein L√∂segeld von 3 Millionen Livres aufbringen und weitreichende territoriale Zugest√§ndnisse, vor allem in Aquitanien und Bretagne, an die englische Krone best√§tigen musste.

Zwischenzeit

Nach der R√ľckkehr K√∂nig Johanns II. war Karl erneut weitgehend von der Regierung ausgeschlossen. Zusammen mit seinem Vertrauten und Feldhauptmann Bertrand du Guesclin widmete er sich haupts√§chlich der Bek√§mpfung der Soldbanden in der Normandie. Nachdem es nach dem Tod Philipps von Navarra (August 1363) und der Belehung des Prinzen Philipp dem K√ľhnen mit dem Herzogtum Burgund zu erneuten Streit mit dem Hause √Čvreux kam, nahm Karl dies als Vorwand, um den Krieg gegen Karl den B√∂sen wieder aufzunehmen. Er befahl dem Hauptmann du Guesclin den Angriff auf die Positionen Navarras in der Normandie, wo Mantes und Meulan erobert werden konnten.

Anfang 1364 wurde Karl erneut Regent des Königreichs, als König Johann II. sich freiwillig wieder in die Gefangenschaft nach England begab, nachdem dort der als Geisel verbliebene Prinz Ludwig von Anjou geflohen war. In London starb der König kurz darauf, am 8. April 1364.

Herrschaft

Erste Regierungsjahre

oben: Krönung König Karls V.
unten: Bertrand du Guesclin siegt in der Schlacht von Cocherel
(Darstellung aus La Toison d'or des Guillaume Fillastre, 15. Jahrhundert)

Am 17. April 1364 wurde der Tod des K√∂nigs in Frankreich bekannt, und bereits am folgenden Tag lie√ü Karl seine Dokumente als K√∂nig beurkunden. Er erbte ein von Krieg und Pest zerr√ľttetes Land, dessen Produktivit√§t durch die Zerst√∂rungen sank. Das einfache Landvolk floh vor den marodierenden Soldbanden in die sicheren St√§dte, wodurch es auch zu einem Einbruch der landwirtschaftlichen Ertr√§ge kam. Das franz√∂sische K√∂nigtum hatte unter den Valois durch die vergangenen Niederlagen und den damit einhergehenden sozialen und wirtschaftlichen Krisen erheblich an Macht verloren. Dazu beigetragen hatten unter anderen auch die von Johann II. vorgenommenen Apanagierungen der j√ľngeren K√∂nigs√∂hne mit gro√üen Lehnsterritorien, die somit der k√∂niglichen Dom√§ne verloren gingen. Karls j√ľngere Br√ľder erhielten so unter anderem die Regionen Anjou, Maine, Touraine und das Berry. Wenngleich die Krone in diesen Gebieten wichtige Hoheitsrechte wie das M√ľnz- und Gerichtswesen behielt, entstanden daraus in der Folge m√§chtige F√ľrstent√ľmer, die einen gewichtigen Einfluss auf die Politik Frankreichs nahmen. Zusammen mit den bereits bestehenden Herzogt√ľmern von Bourbon und Alen√ßon bildeten sie eine sogenannte zweite Feudalit√§t. Besonders das Herzogtum Burgund errang sp√§ter eine herausragende Stellung.

Der wenig soldatische und durch eine chronische Schwindsucht Zeit seines Lebens gesundheitlich beeintr√§chtigte K√∂nig Karl V. wollte bereits unmittelbar nach seinem Herrschaftsantritt den Krieg gegen England wieder aufnehmen. Sein erstes Ziel war aber die endg√ľltige Unterwerfung K√∂nig Karls des B√∂sen von Navarra. Am 16. Mai 1364 konnte Bertrand du Guesclin in der Schlacht von Cocherel einen entscheidenden Sieg √ľber ein navarresisches Heer erringen. Nur drei Tage sp√§ter wurde Karl in der Kathedrale von Reims gekr√∂nt und gesalbt. Als n√§chstes ging er daran, im bretonischen Erbfolgekrieg, der letztlich ein Stellvertreterkrieg zwischen Frankreich und Englands war, eine milit√§rische Entscheidung zu suchen. Hier aber wurde das Heer von du Guesclin am 29. September 1364 in der Schlacht von Auray geschlagen, Guesclin geriet in Gefangenschaft, und der franz√∂sische Pr√§tendent auf die Bretagne, Karl von Blois, fiel. Diese Niederlage konnte Karl aber durch diplomatisches Geschick weitgehend ausgleichen, indem er im ersten Vertrag von Gu√©rande (12. April 1365) den englischen Pr√§tendenten, Johann von Montfort, als Herzog der Bretagne anerkannte und dieser im Gegenzug sein B√ľndnis mit England aufgab und dem franz√∂sischen K√∂nig huldigte. Auch mit Karl dem B√∂sen konnte mit einem in Pamplona geschlossenen Vertrag (Mai 1365) ein zehnj√§hriger Frieden erreicht werden, wodurch Navarra in der franz√∂sischen Politik weitgehend neutralisiert wurde.

Nach diesen Erfolgen ging Karl V. die Beseitigung des S√∂ldnerproblems an. Die seit dem Frieden von Br√©tigny besch√§ftigungslos gewordenen Soldbanden (auch Grandes Compagnies genannt) stellten mit ihren Pl√ľnderungen besonders f√ľr die Landbev√∂lkerung eine st√§ndige Gefahr dar. Ein Cousin Karls, Jacques de Bourbon, hatte im Kampf gegen sie das Leben verloren. Karl beauftragte Guesclin, die S√∂ldner zu sammeln und sie nach Spanien zu f√ľhren. Dort sollten sie den kastilischen Thronpr√§tendenten Heinrich von Trast√°mara im Kampf gegen dessen Halbbruder, K√∂nig Peter den Grausamen, unterst√ľtzen. Wie schon in der Bretagne sollte hier f√ľr Frankreich ein wichtiger Nebenkriegsschauplatz im hundertj√§hrigen Krieg und die gr√∂√üte Kriegsflotte Westeuropas gewonnen werden, da Peter der Grausame die Unterst√ľtzung Englands genoss. Nach einem erfolgreichen Feldzug konnte Guesclin 1366 in Burgos einziehen und dort Heinrich von Trast√°mara zum K√∂nig kr√∂nen lassen. Eine erneute Niederlage und Gefangenschaft Guesclins in der Schlacht von N√°jera 1367 gegen den ‚Äěschwarzen Prinzen‚Äú konnte in der Schlacht von Montiel 1369 wettgemacht werden. Trast√°mara t√∂tete eigenh√§ndig Peter den Grausamen und machte Kastilien zu einem verl√§sslichen Verb√ľndeten Frankreichs.

Krieg mit England

Frankreich während der Herrschaft König Karls V.

Karl V. f√ľhlte sich nun stark genug f√ľr eine direkte Konfrontation mit England. Anlass gab ihm im Dezember 1368 eine Klage des Grafen Johann I. von Armagnac gegen eine Sondersteuer des ‚Äěschwarzen Prinzen‚Äú. Dieser regierte seit dem Frieden von Br√©tigny 1360 als souver√§ner englischer F√ľrst in Aquitanien (Guyenne) und betrachtete Armagnac als einen seiner Vasallen. Karl jedoch konnte sich auf ein Rechtsgutachten der Universit√§ten von Bologna, Toulouse und Montpellier st√ľtzen, welche die Rechtm√§√üigkeit der Klage des Grafen von Armagnac vor seinem Gericht best√§tigten. Im Frieden von Br√©tigny wurden zwar weitreichende Gebiets- und Hoheitsabtretungen der franz√∂sischen Krone an England vereinbart, jedoch war bis zum Jahr 1369 der Vertrag von Calais, welcher die Verzichtserkl√§rungen best√§tigen sollte, noch nicht unterzeichnet worden. Nachdem der ‚Äěschwarze Prinz‚Äú mehreren Vorladungen vor das k√∂nigliche Parlament in Paris nicht nachgekommen war, lie√ü ihn Karl als Rechtsbrecher √§chten und erkl√§rte ihm den Krieg.

Zu den diplomatischen Vorbereitungen des Krieges geh√∂rte die im Juni 1369 von Karl eingeleitete Ehe der Erbin der Grafschaft Flandern mit seinem j√ľngeren Bruder, Herzog Philipp dem K√ľhnen von Burgund. Das seit dem Beginn des hundertj√§hrigen Krieges f√ľr England als kontinentaler Br√ľckenkopf dienende Flandern konnte somit n√§her an Frankreich gebracht werden. Karl ernannte 1370 Guesclin zu seinem Conn√©table und einigte sich mit ihm und den Marsch√§llen Sancerre und Blanville auf die Strategie eines Kleinkrieges, indem offene Feldschlachten nur bei einer deutlichen zahlenm√§√üigen √úberlegenheit gewagt werden sollten. Zus√§tzlich verf√ľgte Karl den Ausbau der Befestigungsanlagen der gr√∂√üeren St√§dte und den Bau einer Kanalflotte, die allerdings durch einen √úberfall des Duke of Lancaster vernichtet wurde. Bis zum Ende des Jahres 1370 konnte das Limousin, Rouergue, Quercy, Agenais und P√©rigord von der englischen Besetzung dauerhaft zur√ľckerobert werden; der ‚Äěschwarze Prinz‚Äú r√§chte sich daf√ľr mit einem Massaker an der Bev√∂lkerung von Limoges. Ein Feldzug von Robert Knolles, der von Calais an Paris vorbei bis in das Anjou verlief, konnte mit einem Sieg Guesclins in der Schlacht von Pontvallain im Dezember 1370 abgewehrt werden. Mit Hilfe einer kastilischen Flotte wurde im September 1372 der Seehafen La Rochelle erobert und der englischen Flotte eine schwere Niederlage zugef√ľgt, wodurch der ‚Äěschwarze Prinz‚Äú von England weitgehend abgeschnitten war. Anschlie√üend entsandte Karl den Conn√©table Guesclin in die Bretagne, wo Herzog Johann V. sich zu einem neuen B√ľndnis mit England bekannt hatte. Da der Herzog zugleich dem englischen K√∂nig gehuldigt hatte, verurteilte ihn das Pariser Parlament wegen Felonie, was es Karl erlaubte, die Bretagne als erledigtes Lehen einzuziehen. Guesclin konnte bis Ende des Jahres 1373 die gesamte Bretagne mit Ausnahme von vier K√ľstenst√§dten erobern, Herzog Johann V. war nach England geflohen. Ein 1373 unternommener Feldzug des Duke of Lancaster von Calais durch die Champagne und das Berry bis in die Gascogne blieb f√ľr Frankreich weitgehend folgenlos.

Unter Vermittlung des Grafen Ludwig II. von Flandern konnte 1375 in Br√ľgge ein auf zwei Jahre begrenzter Waffenstillstand mit England ausgehandelt werden. Da innerhalb dieses Zeitraums sowohl der ‚Äěschwarze Prinz‚Äú wie auch K√∂nig Eduard III. von England starben und mit Richard II. ein unm√ľndiger K√∂nig in England auf den Thron kam, kam der hundertj√§hrige Krieg von dieser Seite aus weitgehend zum Erliegen. Karl V. aber hatte damit die Revision des Friedens von Br√©tigny erreicht und die Engl√§nder nahezu aus ganz Frankreich vertrieben. Ihnen blieben auf dem Festland lediglich einige K√ľstenorte wie Calais, Gu√ģnes und Brest sowie dem Landstriche um Bordeaux erhalten. Dadurch auch auf dem maritimen Kriegsschauplatz beg√ľnstigt, kam Frankreich in den folgenden Jahren mit seiner Flotte unter dem Admiral Jean de Vienne in die Lage, offensiv gegen England vorgehen zu k√∂nnen. Karl hatte zugleich mit der Wettmachung der Niederlagen seines Vaters und Gro√üvaters dem K√∂nigtum des Hauses Valois zum entscheidenden Durchbruch in der Akzeptanz unter den franz√∂sischen St√§nden verholfen.

König Karl V. von Frankreich (mitte) empfängt Kaiser Karl IV. (links) und dessen Sohn König Wenzel (rechts). (Miniatur von Jean Fouquet, Grandes Chroniques de France, 15. Jahrhundert)

Das große abendländische Schisma

Im Januar 1378 empfing Karl V. seinen Onkel, den r√∂mischen Kaiser Karl IV., und dessen Sohn, den r√∂mischen K√∂nig Wenzel in Paris. Anlass zu diesem Treffen bot unter anderem die anstehende Nachfolgefrage in Polen, wo die kaiserliche Dynastie der Luxemburger in Konflikt mit dem Haus Anjou, einer Vetternlinie des franz√∂sischen K√∂nigshauses, stand. Es waren aber auch ungekl√§rte Rechtsfragen bez√ľglich der Provence und der Freigrafschaft Burgund zu besprechen. Der Kaiser ernannte den √§ltesten Sohn und Thronfolger Karls V. zum Vikar f√ľr das gesamte K√∂nigreich Burgund (Arelat), also zum faktischen Regenten dieses Reichslandes, das dadurch noch st√§rker an die franz√∂sische Krone gebunden wurde. Welche Zugest√§ndnisse Karl V. daf√ľr machte, ist unbekannt, vermutlich gab er lediglich der bereits im Jahr zuvor geschehenen R√ľckkehr des Papsttums von Avignon nach Rom seine formelle Zustimmung.

Papst Gregor XI., der letzte Papst des babylonischen Exils, starb bereits im M√§rz 1378 in Rom. Die Kurie w√§hlte zun√§chst den Italiener Bartolomeo Prignano als Urban VI. zum neuen Kirchenoberhaupt. Nach einem Aufstand der Stadtbev√∂lkerung Roms aber erkl√§rte eine Gruppe italienischer und franz√∂sischer Kardin√§le die Wahl f√ľr ung√ľltig und w√§hlte den Grafen Robert von Genf als Clemens VII. zu ihrem Papst. Urban VI. hatte allerdings schon die Anerkennung Kaiser Karls IV. erhalten und konnte sich in Italien weitgehend gegen Clemens VII. behaupten, der mit seinen Anh√§ngern nach Avignon geflohen war. Nach eingehender Beratung mit Rechtsgelehrten der Universit√§ten von Paris und Orl√©ans wie auch dem Klerus seines Landes erkannte Karl V. am 16. November 1378 Clemens VII. als rechtm√§√üigen Papst an; das so genannte gro√üe abendl√§ndische Schisma nahm damit seinen Anfang. Urban VI., der in Deutschland und England anerkannt wurde, erkl√§rte Karl zum Schismatiker und belegte ihn mit dem Kirchenbann. Vor allem aber setzte Karl V. damit sein gerade erst erlangtes gutes Einvernehmen mit seinem kaiserlichen Onkel aufs Spiel. Der aber starb schon am 29. November 1378 in Prag, und sein nachfolgender Sohn, K√∂nig Wenzel, hatte nicht die Autorit√§t, um sich bei seinen deutschen F√ľrsten durchzusetzen und Frankreich gef√§hrlich zu werden.

Tod

Im Juli 1380 starb Karls langj√§hriger Freund und treuer Feldherr Bertrand du Guesclin; Karl gew√§hrte ihm die Bestattung in der k√∂niglichen Abtei von Saint-Denis. Selbst wieder schwer erkrankt, zog sich Karl in das Schloss Beaut√©-sur-Marne in der N√§he von Paris zur√ľck; einem Feldzug des Earl of Buckingham durch Nordfrankreich setzte er nichts entgegen. Am 16. September rief er ein letztes Mal seine R√§te zusammen und sprach sich erneut f√ľr Papst Clemens VII. aus. Eine Herdsteuer, die sein Vater eingef√ľhrt hatte, nahm er zur√ľck. In der folgenden Nacht starb er, angeblich in den Armen seines Kammerherrn Bureau de la Rivi√®re. Am 26. September wurde er in Saint-Denis begraben, seine Organe wurden an der Seite seiner Mutter in der Abtei Maubuisson und sein Herz in Rouen bestattet.

Jean Corbechon pr√§sentiert K√∂nig Karl V. seine √úbersetzung des ‚ÄěLivre des Propri√©t√©s des choses‚ÄĚ. (Miniatur aus dem 15. Jahrhundert, Biblioth√®que Nationale de France)

K√∂nig Karl V. galt als ein den Wissenschaften und K√ľnsten zugewandter M√§zen. Sein Hof war ein Sammelpunkt der Gelehrten wie Eustache Deschamps und Philippe de M√©zi√®res oder Astrologen wie Tommaso di Pizzano. In dessen Tochter Christine de Pizan fand er eine dankbare Biografin, der er unter anderem seinen Beinamen verdankte. Weiterhin war Karl V. als Leser und Sammler von B√ľchern bekannt, er lie√ü zum Beispiel √úbersetzungen der Werke des Aristoteles bei Nikolaus von Oresme und des Civitate Dei des Augustinus bei Raoul de Presles in Auftrag geben. In dem von ihm ausgebauten H√ītel Saint-Paul richtete er eine Bibliothek ein, die zum Grundstock der heutigen franz√∂sischen Nationalbibliothek wurde. Weitere Bauwerke aus seiner Herrschaft waren der zum repr√§sentativen Palais erweiterte Louvre und die Stadtfestung Bastille.

Karl hinterlie√ü seinem unm√ľndigen Sohn, K√∂nig Karl VI., ein weitaus besser geordnetes und gegen√ľber England st√§rkeres Reich, als er es von seinem Vater geerbt hatte. Allerdings war mit England noch kein formeller Frieden erreicht, und auch die wirtschaftlichen Probleme des Landes waren noch nicht ganz behoben. Seine starke Zentralisierung und der hohe Steuerdruck riefen auch Unzufriedenheit hervor, so dass 1379 in der Bretagne, in Flandern und im Languedoc Aufst√§nde ausbrachen, die bei seinem Tod noch nicht beendet waren. Um einen m√∂glichst schnellen Herrschaftswechsel auf seinen Sohn zu erm√∂glichen, hatte Karl V. im Jahr 1375 das M√ľndigkeitsalter franz√∂sischer K√∂nige auf f√ľnfzehn Jahre gesetzlich verankert. Dennoch √ľbernahmen nach seinem Tod seine Br√ľder in der so genannten Regierung der Herz√∂ge f√ľr Karl VI. bis zu dessen zwanzigstem Geburtstag die Regentschaft.

Nachfahren

König Karl V. von Frankreich im Kreis seiner Familie. (Miniatur aus dem 14. Jahrhundert)

Aus seiner Ehe mit Johanna von Bourbon (* 3. Februar 1338; † 6. Februar 1378) gingen folgende Kinder hervor:

  • Johanna (* September 1357; ‚Ć 21. Oktober 1360)
  • Johann (1358‚Äď1358)
  • Bonne (* 1360; ‚Ć 7. November 1360)
  • Johanna (*/‚Ć 7. Juni 1366)
  • Karl VI. (* 3. Dezember 1368; ‚Ć 21. Oktober 1422) ‚ąě 17. Juli 1385 mit Isabeau de Bavi√®re
  • Marie (* 27. Februar 1370; ‚Ć Juni 1377)
  • Ludwig (* 13. M√§rz 1372; ‚Ć 23. November 1407), Herzog von Orl√©ans, ‚ąě 17. August 1389 mit Valentina Visconti
  • Isabelle (* 24. Juli 1373; ‚Ć 13. M√§rz 1377)
  • Katharina (* 4. M√§rz 1377; ‚Ć August 1388) ‚ąě 5. August 1386 mit Jean de Berry, Comte de Montpensier

Zudem war er noch Vater der unehelichen S√∂hne Oudard d'Attainville (* 1360; ‚Ć 1415), und ‚Äď aus seiner Beziehung mit Biette Cassinel ‚Äď Jean de Montaigu (* 1363; ‚Ć 17. Oktober 1409).

Weblinks

 Commons: Karl V. von Frankreich ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Vorgänger Amt Nachfolger
Humbert II. Dauphin von Viennois
1349‚Äď1364
Karl VI.
Ludwig von Anjou Graf von Poitou
1354‚Äď1364
französische Krondomäne
französische Krondomäne Herzog von Normandie
1355‚Äď1364
Johann II. der Gute König von Frankreich
Blason France moderne.svg

1364‚Äď1380
Karl VI.

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen W√∂rterb√ľchern nach:

  • Karl VIII. (Frankreich) ‚ÄĒ Karl VIII. von Frankreich. (√Čcole Fran√ßaise, 16. Jahrhundert, Mus√©e Cond√© in Chantilly) Karl VIII. der Freundliche oder der H√∂fische (frz. Charles VIII l Affable oder le Courtois; * 30. Juni 1470 in Amboise; ‚Ć 7. April 1498 ebenda) war von 1483… ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Karl IX. (Frankreich) ‚ÄĒ Karl IX. von Frankreich, Portr√§t nach einem Gem√§lde von Fran√ßois Clouet Karl IX. (* 27. Juni 1550 in Saint Germain en Laye; ‚Ć 30. Mai 1574 in Vincennes), 1559 1560 Herzog von Orleans,[1] war K√∂nig von Frankreich 1560 bis 1574 ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Karl VII. (Frankreich) ‚ÄĒ Karl VII. (Portr√§t von Jean Fouquet) Eigenh√§ndige Unterschrift Karls VI ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Karl X. (Frankreich) ‚ÄĒ K√∂nig Karl X. von Frankreich Karl X. Philipp (Charles X Philippe) (* 9. Oktober 1757 in Versailles; ‚Ć 6. November 1836 in G√∂rz, √Ėsterreich) aus dem Haus Bourbon war der letzte Herrscher Frankreichs ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Karl VI. (Frankreich) ‚ÄĒ Karl VI. der Vielgeliebte oder der Wahnsinnige, (franz√∂sisch Charles VI le Bien Aim√© oder le Fou; * 3. Dezember 1368 in Paris; ‚Ć 21. Oktober 1422 ebenda) war von 1380 bis 1422 K√∂nig von Frankreich. Leben ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Karl IV. (Frankreich) ‚ÄĒ Karl IV. der Sch√∂ne, frz. Charles IV le Bel; (* 11. Dezember 1295; ‚Ć 1. Februar 1328 in Vincennes) war von 1322 bis 1328 K√∂nig von Frankreich und (als Karl I.) K√∂nig von Navarra. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Nachfahren 3 ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Karl III. (Frankreich) ‚ÄĒ Karl III. der Einf√§ltige (im Sinne von: der Geradlinige; lateinisch Carolus Simplex, franz√∂sisch Charles le Simple; * 17. September 879; ‚Ć 7. Oktober 929 in P√©ronne) war K√∂nig der Westfranken bzw. von Frankreich von 893/98 bis 923. Er stammte aus ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Karl II. (Frankreich) ‚ÄĒ Stifterbild aus dem Gebetbuch Karls des Kahlen Karl II., auch Karl der Kahle, (* 13. Juni 823 in Frankfurt am Main; ‚Ć 6. Oktober 877 in Avrieux bei Modane) aus der Familie der Karolinger war westfr√§nkischer K√∂nig (843 bis 877) und Kaiser von 875… ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Karl (Burgund) ‚ÄĒ Karl der K√ľhne als Graf von Charolais, um 1460 mit dem Orden vom Goldenen Vlies Das Gem√§lde wird Rogier van der Weyden zugeschrieben. Original in Berlin, Staatliche Museen Karl I. ¬ęder K√ľhne¬Ľ (frz. Charles Ier le T√©m√©raire oder le Hardi) (* 10.… ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Karl der F√ľnfte von Frankreich ‚ÄĒ Karl V. von Frankreich Karl V. von Frankreich empf√§ngt Kaiser Karl IV ‚Ķ   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link
… Do a right-click on the link above
and select ‚ÄúCopy Link‚ÄĚ

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.