Karl V. (HRR)

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Karl V. (HRR)
Karl V. (GemÀlde von Tizian, wird heute Lambert Sustris zugeschrieben)

Karl V. (* 24. Februar 1500 in Gent; † 21. September 1558 im Kloster San JerĂłnimo de Yuste, Extremadura) aus dem Hause Habsburg, war von 1516 an König Karl I. von Spanien (spanisch Carlos I). Mit seiner Wahl im Jahre 1519 wurde er zunĂ€chst Römisch-deutscher König, er nannte sich aber nach seiner Krönung im Jahre 1520 „erwĂ€hlter“ Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (HRR). Im Jahre 1530 wurde er offiziell, als letzter römisch-deutscher Kaiser, durch den Papst zum Kaiser gekrönt. Am 23. August 1556 verzichtete er zugunsten seines Sohnes Philipp II. auf den spanischen Thron und zugunsten seines Bruders Ferdinand I. auf die KaiserwĂŒrde.

Karl V. verfolgte das Konzept der Universalmonarchie. Dem Kaiser kam danach Vorrang vor allen ĂŒbrigen Königen zu. Er verstand sich als Friedenswahrer in Europa, SchĂŒtzer des Abendlandes vor den Osmanen und sah sich zustĂ€ndig fĂŒr den Schutz und die Reform der Kirche. Um dieses Konzept durchsetzen zu können, kĂ€mpfte Karl mit Franz I. von Frankreich, der Ă€hnlich dachte, um die Vorherrschaft in Europa. Er konnte sich dabei finanziell auch auf die neuen Kolonien in Übersee stĂŒtzen. Er war zwar der mĂ€chtigste Herrscher in Europa, aber sein Ziel einer dauerhaften SchwĂ€chung des zeitweise mit den Osmanen verbĂŒndeten Frankreichs konnte er nicht erreichen.

Im Heiligen Römischen Reich ging es ihm darum, das monarchische gegenĂŒber dem stĂ€ndischen Prinzip zur Vorherrschaft zu bringen. Zu seiner Zeit wurden fĂŒr die kommenden Jahrhunderte wichtige Reichsgesetze erlassen. Darunter war etwa die nach ihm benannte Constitutio Criminalis Carolina. Er scheiterte aber mit dem Versuch, die kaiserliche Macht gegenĂŒber den ReichsstĂ€nden nachhaltig zu stĂ€rken.

Dies hing auch damit zusammen, dass in seiner Zeit mit der Reformation ein neuer Großkonflikt im Reich entstand, der sich teilweise mit den stĂ€ndischen KrĂ€ften verband. Karl V., oft durch Kriege abwesend, konnte die Ausbreitung der Reformation nicht verhindern. Zeitweise zielte er auf eine Überwindung der Spaltung ab. Er hat gegenĂŒber dem Papst die Einberufung des Konzils von Trient durchgesetzt, das aber nicht zur Versöhnung der Religionsparteien, sondern nach Karls Tod mit der Reform des Katholizismus zum Ausgangspunkt der Gegenreformation wurde. Nachdem seine AusgleichsbemĂŒhungen mit den Protestanten gescheitert waren, versuchte er nach dem Sieg im Schmalkaldischen Krieg mit dem Augsburger Interim den ReichsstĂ€nden eine Lösung des Religionskonflikts aufzuzwingen. In dem daraufhin ausbrechenden FĂŒrstenaufstand wurde er gezwungen mit dem Augsburger Religionsfrieden ein Nebeneinander der Konfessionen zu akzeptieren.

Karl trat resigniert von seinen HerrscherĂ€mtern zurĂŒck und zog sich völlig zurĂŒck. Zuvor hatte er noch die Nachfolge dergestalt geregelt, dass es zur Aufteilung seines Reiches zwischen der spanischen und der österreichischen Linie der Habsburger kam.

Inhaltsverzeichnis

Familie und Kindheit

Kaiser Maximilian mit Familie (der Sohn Philipp der Schöne, die Gattin Maria von Burgund, die Enkel Ferdinand I., Karl V. und sein Schwiegerenkel Ludwig II.)

Karl wurde als Ă€ltester Sohn Philipps I. des Schönen und Johannas von Kastilien am 24. Februar 1500 in Gent geboren. Benannt wurde er nach Karl den KĂŒhnen von Burgund. Nach seiner Geburt bekam er den Titel eines Grafen von Luxemburg verliehen.[1]

Karl war ein Enkel Ferdinands II. von AragĂłn und Isabellas I. von Kastilien sowie Maximilians I., römisch-deutscher König und seit 1508 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, und Marias von Burgund. Eine Tante war die Statthalterin der Niederlande Erzherzogin Margarete. Ein Bruder war Ferdinand, der spĂ€tere Kaiser. Die Ă€ltere Schwester war Eleonore, die in erster Ehe mit König Manuel I. von Portugal und in zweiter Ehe mit König Franz I. von Frankreich verheiratet war. Isabella war mit König Christian II. von DĂ€nemark und Maria war mit König Ludwig II. von Ungarn vermĂ€hlt. Die Schwester Katharina wurde mit König Johann III. von Portugal verheiratet.

Die Eltern begaben sich 1502 zur Anerkennung des Erbes der Mutter Johanna nach Spanien. Karls Vater kehrte einige Zeit darauf in die Niederlande zurĂŒck. Die Mutter verkraftete die Trennung nicht und folgte ihm nach. In dieser Zeit zeigten sich erste Anzeichen einer psychischen Erkrankung, spĂ€testens nach dem Tod ihres Mannes war sie auf Dauer geistig umnachtet. Sie litt wahrscheinlich unter einer chronischen Schizophrenie. Ihr Vater Ferdinand ließ sie in ein Schloss bei Valladolid bringen, wo sie bis zu ihrem Tod 1555 blieb.[2]

Seine Eltern sah Karl nur selten, seine Mutter erst 1517 als er nach Spanien kam. Er wuchs zusammen mit seinen Schwestern Eleonore und Isabella faktisch elternlos in Mecheln und BrĂŒssel in den Niederlanden am Hof der Tante Margarete auf, die Vormund von Karl war. Erzogen wurde er im Geist der Kultur Burgunds in französischer Sprache. Adrian von Utrecht, der spĂ€tere Papst Hadrian VI., ĂŒbernahm die religiöse Erziehung in der Tradition der Devotio moderna. Guillaume II. de CroĂż fĂŒhrte ihn in das höfische Leben und in die Politik ein.[3] Karl hatte nur bescheidene Sprachkenntnisse in Latein, Spanisch und Deutsch und beherrschte auch das FlĂ€mische nicht gut. Obwohl er körperlich schwach und krĂ€nklich war, konnte er wegen seines starken Willens die wichtigsten militĂ€rischen FĂ€higkeiten erlernen, um spĂ€ter bei Jagden und Turnieren große Geschicklichkeit und Ausdauer zu zeigen. Bereits in seiner Jugend trat er mit hoheitlicher WĂŒrde auf, wurde aber im Laufe seines Lebens immer unnahbarer.[4]

Herrschaftsbeginn und Machtgrundlagen

Burgundisches und spanisches Erbe

Herrschaftsbereich Karls V.
Violett: Kastilien
Weinrot: Besitzungen Aragons
Orange: Burgundische Besitzungen
Gelb: Österreichische Erblande
Beige: Heiliges Römisches Reich

Durch den Tod von Juan und Isabella, die Geschwister der Mutter, sowie Isabellas Sohn Miguel, hatte Karls Mutter Aussicht auf die Throne von Kastilien und Aragon. Diese wurde 1502 von den Cortes in Toledo und Salamanca 1502 zusammen mit ihrem Mann als Erbin anerkannt.[5] Nachdem Königin Isabella 1504 starb, wurde Johanna von Kastilien Königin von Kastilien. Als 1506 sein Vater starb, erbte Karl mit sechs Jahren die nördlichen Teile des ehemaligen Herzogtums Burgund, d. h. die heutige Picardie, Belgien und die Niederlande. Die Regentschaft in Kastilien ĂŒbernahm König Ferdinand. Auf DrĂ€ngen des burgundischen Hochadels wurde er frĂŒhzeitig im Jahr 1515 fĂŒr volljĂ€hrig und damit fĂŒr regierungsfĂ€hig erklĂ€rt. Damit ĂŒbernahm er die Herrschaft im Herzogtum Burgund. Als König Ferdinand 1516 starb, kam das Erbe in Spanien hinzu, obwohl der alte König lieber den in Spanien aufgewachsenen Ferdinand als Nachfolger gesehen hĂ€tte. Karl wurde daher als Nachfolger seines Großvaters König von Aragon. Da die Mutter als Erbin von Kastilien regierungsunfĂ€hig war, hatte Karl bis zu ihrem Tod im Jahr 1555 die Regentschaft inne und ließ sich auch als König titulieren. In Spanien wurde der Erbanspruch zwar anerkannt, aber er wurde gedrĂ€ngt zur BestĂ€tigung nach Spanien zu kommen. Die Reise verzögerte sich. Um das spanische Erbe zu sichern, schloss Karl 1516 den Vertrag von Noyon zur VerstĂ€ndigung mit Frankreich. Dieser Kurs entsprach der profranzösischen Haltung eines Teils der burgundischen Hocharistokratie, zu der auch wichtige Berater Karls zĂ€hlten.[6]

Karl reiste erst 1517 nach Spanien um von den Cortes von Kastilien und Aragon bestĂ€tigt zu werden. Zum ersten Mal traf er seinen Bruder Ferdinand. Um Ferdinand als möglichen Rivalen auszuschalten, schickte er diesen kurze Zeit spĂ€ter in die Niederlande. Problematisch war, dass Karl zunĂ€chst kein Spanisch sprach und mit der Besetzung der wichtigsten Posten mit burgundischen Vertrauten Unmut erregte. Die Huldigung der kastilischen StĂ€nde erfolgte 1518 und die der von Aragon 1519. Dabei musste Karl den StĂ€nden verschiedene ZugestĂ€ndnisse machen. Darunter waren die Bestimmungen, kein Gold ins Ausland bringen zu lassen und Ämter nur an Einheimische zu vergeben. Er wurde gebeten, Spanisch zu lernen und bald zu heiraten.

Zu seinem Herrschaftsbereich gehörten damit auch die Königreiche Navarra, Neapel, Sizilien, Sardinien und die spanischen Kolonien in Amerika. Da er erstmals in einer Person die Kronen von Kastilien und Aragonien vereinte, gilt er als erster König von Spanien.[7][8][9][10][11]

Königswahl im Reich

Der junge Karl (GemÀlde von Bernaerd van Orley)

Als 1519 sein Großvater Maximilian I. starb, erbte Karl auch die Habsburgischen Lande im Heiligen Römischen Reich (mit dem Kernland Österreich).

Vor seinem Tod war es Maximilian nicht mehr gelungen, die Nachfolge im Reich zu klĂ€ren. Ganz unumstritten war Karls Bewerbung nicht. Spanische Kreise befĂŒrchteten, dass dadurch die iberische Halbinsel an den Rand von Karls Interesse geraten könnte. Vorangetrieben wurde die Wahl vor allem von dem seit 1518 amtierenden Großkanzler Mercurino Arborio di Gattinara.[12] Um Maximilians Nachfolge als Römisch Deutscher König und Kaiser bewarben sich neben Karl auch Franz I. von Frankreich und Heinrich VIII. von England. Am Ende des Wahlkampfs brachte die Kurie auch noch den KurfĂŒrsten Friedrich von Sachsen ins Spiel. Auch Karls Bruder Ferdinand war zeitweise als Kandidat im GesprĂ€ch.

Die eigentliche Wahlauseinandersetzung fand zwischen Karl und Franz I. statt. Diese ĂŒbertraf in ihrer IntensitĂ€t alle frĂŒheren und folgenden Wahlen dieser Art. Beide vertraten ein universalmonarchisches Konzept und wollten die Trennung Europas in Einzelstaaten ĂŒberwinden. Ein dominanter Herrscher sollte den innereuropĂ€ischen Frieden sichern und das Abendland vor den Osmanen schĂŒtzen. Kritik daran etwa von Erasmus von Rotterdam blieb nicht aus, aber die Ideen eines einheitlichen Europas war durchaus wirkmĂ€chtig.[13] FĂŒr Karl sprach die Tradition der habsburgischen Kaiser und die Bedeutung der Familie im Reich. Auf der anderen Seite war er durch seine außerdeutschen Besitzungen deutlich mĂ€chtiger als seine Vorfahren und seine bisherigen Schwerpunkte lagen außerhalb des Reiches. Dies ließ bei den ReichsfĂŒrsten die Furcht vor einer Übermacht des Monarchen ĂŒber die ReichsstĂ€nde entstehen. Der französische König war dagegen keine Bedrohung fĂŒr den Einfluss der ReichsstĂ€nde. Auch Papst Leo X. wollte eine habsburgische Dominanz verhindern. Beide Seiten wandten erhebliche Finanzmittel auf, um die Wahl fĂŒr sich zu entscheiden.

Erhebliche Bedeutung fĂŒr den Erfolg Karls hatte eine geschickte Propaganda zu seinen Gunsten, die ihn zum „deutschen“ Kandidaten stilisierte. Dies war keineswegs einfach, reichte doch nur eine Ahnenreihe nach Deutschland zurĂŒck. Auch konnte Karl noch kein Deutsch. MilitĂ€rische UnterstĂŒtzung fand Franz I. in Herzog Karl von Geldern, der gerade in die Hildesheimer Stiftsfehde involviert war. Zu Gunsten Karls wirkte sich auch die Auseinandersetzung um Herzog Ulrich von WĂŒrttemberg aus. Nach dessen Vorgehen gegen die Reichsstadt Reutlingen hat ihn der SchwĂ€bische Bund abgesetzt. Die Habsburger warben die nun freien Truppen des Bundes an und verfĂŒgten so wĂ€hrend der Wahlauseinandersetzungen ĂŒber militĂ€rische KrĂ€fte in Oberdeutschland. Einige Zeit spĂ€ter kam WĂŒrttemberg unter die Verwaltung der Habsburger. Den Ausschlag aber gab die finanzielle UnterstĂŒtzung durch die Fugger. Diese erklĂ€rten sich bereit im Fall einer Wahl den Großteil der Wahlforderungen der KurfĂŒrsten zu begleichen. Im Gegenzug erhielten die Fugger weitgehende wirtschaftliche Privilegien im Reich. Die Gesamtkosten der Wahl lagen bei 852.000 Gulden, davon brachten die Fugger mehr als eine halbe Million auf.

Zwischen KurfĂŒrsten und Karls Gesandten wurde ein Wahlkapitulation ausgehandelt. Dies war bei einer Königswahl eine neue Erscheinung. Der Inhalt hatte fast den Charakter eines Reichsgrundgesetzes, wie sie etwa die Goldene Bulle darstellte. Darin kam Karl den ReichsstĂ€nden in verschiedenen Punkten bis hin zur Regierung des Reiches und der Ă€ußeren Politik entgegen. Zugesagt wurde etwa die Einrichtung eines Reichsregiments. Die Furcht vor einer Fremdherrschaft kam in Bestimmungen zum Ausdruck in wichtige ReichsĂ€mter nur Deutsche einzusetzen und fremdes Kriegsvolk durfte nicht auf Boden des Reiches stationiert werden. Auch sollten die Geldforderungen der Kurie begrenzt und die großen Handelsgesellschaften abgeschafft werden. Letztere Forderung scheiterte an den GegenkrĂ€ften der oberdeutschen HandelshĂ€user. Auf ihre Intervention hin unterzeichnete Karl 1525 ein neues Handelsgesetz, dass ihren wirtschaftlichen Interessen entgegenkam.[14][15][16]

Am 28. Juni 1519 wĂ€hlten die KurfĂŒrsten Karl in Frankfurt am Main in Abwesenheit zum römisch-deutschen König. Seine Krönung fand am 23. Oktober 1520 in Aachen statt. Anschließend nannte sich Karl „ErwĂ€hlter Römischer Kaiser“. Papst Leo X. willigte am 26. Oktober 1520 in das FĂŒhren dieses Titels ein.[17]

Karl trug die offiziellen Titel:

Karl V., von Gottes Gnaden erwĂ€hlter Römischer Kaiser, zu allen Zeiten Mehrer des Reichs, in Germanien, zu Spanien, beider Sizilien, Jerusalem, Ungarn, Dalmatien, Kroatien, der Balearen, der kanarischen und indianischen Inseln sowie des Festlands jenseits des Ozeans König, Erzherzog von Österreich, Herzog von Burgund, Brabant, Steier, KĂ€rnten, Krain, Luxemburg, Limburg, Athen und Patras, Graf von Habsburg, Flandern, Tirol, Pfalzgraf von Burgund, Hennegau, Pfirt, Rousillion, Landgraf im Elsaß, FĂŒrst in Schwaben, Herr in Asien und Afrika.

Sein Wahlspruch lautete: plus Ultra (lat. – immer weiter).

Überseeische Besitzungen

„Allegorie auf Kaiser Karl V. als Weltenherrscher“ (GemĂ€lde von Peter Paul Rubens). Der Spruch: „In meinem Reich geht die Sonne niemals unter“ wird Karl V. zugesprochen, dies traf jedoch nicht zu.

Die Kosten fĂŒr Armee und Flotte stiegen vor allem in den 1530er Jahren stark an. Finanziert wurde die weitgespannte Machtpolitik des Kaisers nicht zuletzt durch die spanischen EinkĂŒnfte. Aber diese reichten bald nicht mehr aus. Immer wichtiger wurden die Gold- und Silberlieferungen der Konquistadoren aus den neu eroberten LĂ€ndern auf dem amerikanischen Kontinent.[18] Ein FĂŒnftel der Einnahmen standen der Krone zu. Wenn auch die Eroberungen nicht zentral gelenkt worden waren, hat Karl doch die Expansionspolitik gefördert. So hat er die Weltumsegelung des Magellan mitfinanziert. Ohne die reichen Goldsendungen von HernĂĄn CortĂ©s aus Neu-Spanien und Francisco Pizarro aus Peru wĂ€ren die Kriege des Kaisers so nicht durchfĂŒhrbar gewesen.[19] Die Eroberungen machten Karl zum Herrn eines Reiches, in dem, wie es hieß, „die Sonne nicht untergeht.“

Durch die neuen Besitzungen in Amerika regierte Karl V. ĂŒber ein Reich, von dem er angeblich selber gesagt haben soll, dass in ihm die Sonne nie unterging. Diese Annahme Karls ging jedoch dem Historiker Ferdinand Seibt zufolge auf einen Irrtum in der zeitgenössischen Berechnung des Erdumfanges zurĂŒck. Da Christoph Kolumbus ja der festen Überzeugung war, 1492 den Seeweg nach Indien entdeckt zu haben, wurde der Umfang der Erde mindestens um die HĂ€lfte falsch berechnet, wobei nach dieser Berechnung tatsĂ€chlich in Karls Reich die Sonne nie untergegangen wĂ€re.

In der mittleren Phase seiner Herrschaftszeit bezog Karl aus den spanischen Besitzungen pro Jahr immerhin eine Million Dukaten. Der Leiter der spanischen Angelegenheiten Francisco de los Cobos y Molina baute eine wirkungsvolle BĂŒrokratie auf, um die Gelder einzutreiben.[20]

Gerechtfertigt waren die Eroberungen in Übersee nach Meinung des Kaisers durch die Bekehrung der Heiden zum Christentum. Auch unter Einfluss von Bartolome de las Casas versuchte Karl durch verschiedene Verordnungen und Gesetze der Versklavung der Indianer entgegen zu wirken. In den 1540er Jahren wurde sogar eine Befreiung aller Indios befohlen. Letztlich scheiterten diese Versuche jedoch an den Gegebenheiten in den Kolonien und an dem GoldbedĂŒrfnis Karls.

In Spanien wurde damit begonnen die Verwaltung und Ausbeutung der neuen Kolonien zu organisieren. Sevilla wurde 1525 zum Monopolhafen fĂŒr den Verkehr mit Amerika. Dort war mit dem Indienrat auch die zentrale Behörde der Kolonien angesiedelt. Im Jahr 1535 wurde das Vizekönigreich Neuspanien (Mexiko) und 1542 das Vizekönigreich Peru gegrĂŒndet. Nach der Erschließung der Silberminen von PotosĂ­ seit 1541 erreichten in den Jahren zwischen 1541 und 1560 480 Tonnen Silber und 67 Tonnen Gold Spanien.

Das Edelmetall diente als Basis fĂŒr Anleihen. Trotz der hohen Einnahmen reichten die EinkĂŒnfte aber nicht, um die Ausgaben fĂŒr Karls Machtpolitik zu decken. Zeitweise wurden die amerikanischen Besitzungen an die GlĂ€ubiger verpfĂ€ndet. So kam etwa 1527 das heutige Venezuela an die Welser, die dies Gebiet bis 1547 ausbeuteten. Insgesamt hat die Politik der Anleihen die Verschuldung insbesondere Spaniens stark beschleunigt.[21][22]

Herrschaftsorganisation und SelbstverstÀndnis

Krönung in Aachen

Karl erreichte die Nachricht von der Kaiserwahl an seinem Hof in Barcelona. Er reiste 1520 von Spanien ĂŒber England und die Niederlande ins Reich. Die Krönung zum römisch-deutschen Kaiser erfolgte am 23. Oktober 1520 im Kaiserdom zu Aachen durch den Kölner Erzbischof Hermann V. von Wied. Mit Karls Herrschaftsantritt verbanden sich große Hoffnungen. Martin Luther schrieb. „Gott hat uns ein junges, edles Blut zum Haupt gegeben und damit viel Herzen zu großer guter Hoffnung erweckt.“[23]

Zum Aufbau von Institutionen, die den gesamten Herrschaftskomplex umfassten ist es nie gekommen. Die einzelnen Teile wurden allein durch die Person des Kaisers zusammen gehalten. Der Hof Karls gehörte zu den komplexesten seiner Zeit. Eine Aufgabe war es, die verschiedenen Bestandteile („Casas“) in irgendeiner Form zusammenzufĂŒhren. Neben dem burgundischen Haus hatten die Kronen von Aragon und Kastilien besonderes Gewicht. Karl ĂŒbte seine Herrschaft weniger durch den Versuch einer Zentralisation sondern durch Koordination aus. Wichtig waren persönliche und Klientelbeziehungen, der Hof und das Königshaus. Insbesondere die anfĂ€ngliche Vorherrschaft der Burgunder löste Anfangs bei den spanischen Eliten Unmut aus. Die Prachtentfaltung war unter Karl deutlich schwĂ€cher ausgeprĂ€gt als bei frĂŒheren Herrschern ĂŒber Burgund. Allerdings zu bestimmten AnlĂ€ssen entfaltete auch der Hof unter Karl noch seine Pracht. Der Kaiser ĂŒbertrug das burgundische Hofzeremoniell nach Spanien - dieses wurde daher spĂ€ter spanisches Hofzeremoniell genannt. Dieses wurde zu Karls Zeit kirchlich-sakral aufgeladen.[24]

Zur Sicherung der Macht in seinem weit gespannten Herrschaftsbereich setzte er Familienangehörige als Regenten und Statthalter in den spanischen LĂ€ndern, in den Niederlanden, in den Erblanden und auch im Reich ein. So erhielt der Bruder Ferdinand im Wormser Vertrag von 1521 und im BrĂŒsseler Vertrag von 1522 nach und nach die österreichischen Erblande sowie WĂŒrttemberg. Die letzten Reste landesherrlicher Rechte in Deutschland trat Karl 1525 an Ferdinand ab. Dieser vertrat den Kaiser bei Bedarf im Reich. Der Kontakt zwischen den Reichsteilen wurde schriftlich aufrechterhalten. Zehntausende von Briefen zeugen von der IntensitĂ€t dieser Kommunikation. So blieb der Kaiser auch bei Abwesenheit ĂŒber die Geschehnisse informiert und konnte entsprechende Anweisungen geben. Allerdings erschwerte die Entfernung etwa zwischen Spanien und dem Reich die Entscheidungen sehr, zumal Ferdinand zunĂ€chst kaum eigenen Handlungsspielraum zugebilligt bekam.[25]

Es gab auf Reichsebene zeitweise fĂŒhrende Berater oder „Minister.“ Besonders mĂ€chtig waren Guillaume II. de CroĂż und Mercurino Arborio di Gattinara. In militĂ€rischen Dingen vertraute er in den ersten Jahren Charles de Lannoy. Welche Rolle Karl selbst in der FrĂŒhzeit seiner Herrschaft spielte, ist nicht ganz klar. Sicher ist, dass die Rolle seiner Vertrauen betrĂ€chtlich war. Nicolas Perrenot de Granvelle und sein Sohn Antoine Perrenot de Granvelle hatten spĂ€ter deutlich weniger Einfluss. Um 1530 kam es zu einer Zweiteilung der Spitzenpositionen. Das spanische Staatssekretariat unter Francisco de los Cobos war zustĂ€ndig fĂŒr die spanischen Gebieten unter Einschluss der ĂŒberseeischen Besitzungen und Italien. Daneben bestand ein burgundisches Staatssekretariat fĂŒr die burgundischen Besitzungen unter Granvella. De facto war diesem auch das Amt des Reichsvizekanzlers untergeordnet. Der Mainzer Erzbischof als Reichserzkanzler gab seine Kompetenzen weitgehend an Gattinara ab. In seinen letzten Jahren der Herrschaft wurde so etwas wie ein fĂŒr das gesamte Reich zustĂ€ndiges Kabinett geschaffen, dass sich aber als wenig effektiv erwies.

Karl war der letzte Kaiser ohne eine feste Residenz. Der Hof mit 1000 bis 2000 Personen zog daher hĂ€ufig umher. Insbesondere die ReichsstĂ€dte haben unter den damit verbundenen Belastungen stark gelitten. Der Hofstaat war multinational und Ă€hnliches galt fĂŒr die Truppen. Insbesondere die Spanier waren im Reich ausgesprochen unbeliebt.[26][27][28]

Karl sah im Kaisertum die universale Ordnungsmacht in Europa oberhalb den Einzelstaaten. Zu seinen Aufgaben gehörte die Abwehr der UnglĂ€ubigen und die Sicherung des Friedens innerhalb des Abendlandes. Hinzu kam der Schutz aber auch die Reform der Kirche. Der Großkanzler Mercurino Gattinara mit seiner Vorstellung des Kaisers als dominum mundi d.h. als Weltmonarch hat Karls SelbstverstĂ€ndnis stark geprĂ€gt.[29]

Reichstag von Worms 1521

Luther auf dem Reichstag in Worms (kolorierter Holzschnitt, 1557).
→ Hauptartikel: Reichstag zu Worms (1521)

Die Situation im Reich war bei Karl Machtantritt schwierig. Unter den Bauern und Ă€rmeren Stadtbewohnern machte sich Unruhe breit. Auch die Reichsritterschaft war unruhig. Insbesondere begann die Reformationsbewegung um Martin Luther an Bedeutung zu gewinnen. Karl V. folgte in der Sache Luther zunĂ€chst seinen Beratern aus dem Umfeld des Humanismus und sagte Ende November 1520 ein Schiedsgerichtsverfahren zu. Luther wurde 1521 vom Papst exkommuniziert. Zu der in solchen FĂ€llen ĂŒblichen Vollstreckung der Reichsacht kam es nicht, da Luther unter dem Schutz des KurfĂŒrsten Friedrich des Weisen stand. Dieser forderte ohne BerĂŒcksichtigung des römischen Ketzerprozeßes eine KlĂ€rung des Fall auf reichsrechtlicher Basis. Damit wurde das bisherige VerhĂ€ltnis von Reich und Kirche in Frage gestellt. Zur KlĂ€rung der Frage war der Reichstag das geeignete Forum. Karl ließ sich auf einen Kompromiss ein und lud Luther nach Worms ein, damit dieser dort seine Lehren widerrufen sollte. WĂŒrde Luther standhaft bleiben, drohte Karl mit der Vollstreckung der Acht. Zwischen Kaiser und Papst Leo X. wurde die Causa Luther fĂŒr politische Zwecke genutzt. Sie diente als Druckmittel des Kaisers um eine AnnĂ€herung an die Kurie zu erreichen.[30][31]

Der erste Reichstag zur Zeit Karl V. fand in Reichstag zu Worms im Jahr 1521 statt. Dabei standen Fragen der Reichsreform und der Umgang mit der von Martin Luther ausgehenden reformatorischen Bewegung im Mittelpunkt. Was die Fragen der Reichsverfassung anging, ging es zunĂ€chst um den Konflikt zwischen Kaiser und ReichsstĂ€nden um die Regierungsgewalt. Diese Frage war unter Maximilian I. nicht eindeutig geklĂ€rt worden und die StĂ€nde verlangten erneut durch Einsetzung eines Reichsregiments an der Regierung beteiligt zu werden. Dies hatte Karl auch in seiner Wahlkapitulation zugesichert. Karl bestand aber darauf, dass das Reichsregiment nur bei Abwesenheit des Kaisers wirksam werden sollte. In der am 26. Mai 1521 beschlossenen Regimentsordnung konnte er sich damit weitgehend durchsetzen. Außerdem wurde mit seinem Bruder Ferdinand als Statthalter und Leiter des Reichsregiments der kaiserliche Einfluss auch bei dessen Abwesenheit weitgehend gesichert. Aber letztlich handelte es sich bei der Entscheidung nur um einen Kompromiss zwischen dem stĂ€ndischen und dem monarchischen Prinzip. Ein Konflikt zwischen Kaiser und ReichsstĂ€nden war daher nicht auszuschließen. Weitere Fragen die es zu klĂ€ren galt, betrafen das Reichskammergericht und Ordnung des Landfriedens. In Hinsicht des in Krise geratenen Reichskammergerichts konnte ein tragfĂ€higer Kompromiss zwischen dem Kaiser und den ReichsstĂ€nden erzielt werden, der dazu beitrug, dass das Gericht an Ansehen und Bedeutung gewann. Auch mit Blick auf den Landfrieden wurde die Exekution der Urteile des Gerichts den Reichskreise ĂŒbertragen. Damit wurde den Reichskreisen eine den einzelnen ReichsstĂ€nden ĂŒbergeordnete Kompetenz ĂŒbertragen. Ebenso geregelt wurden die Reichsfinanzen, die auf eine tragfĂ€hige Basis gestellt wurde. Als Finanzierungsmittel einigte man sich schließlich auf das System von MatrikularbeitrĂ€gen. Im Grundzug galt diese Regelung bis zum Ende des Reiches.[32][33]

Bekannt geworden ist der Reichstag zu Worms durch die Lutherfrage. Welche Haltung der Kaiser zu Luthers Positionen vor dem Reichstag hatte, ist nicht ganz eindeutig. Persönlich scheint er ein durchaus differenziertes VerhĂ€ltnis zu den reformatorischen Thesen gehabt zu haben. Allerdings nach dem Urteil des römischen Ketzerprozesses hielt er Luther fĂŒr ĂŒberfĂŒhrt. Außerhalb des Reiches ließ er die Schriften verbieten und gegen Luthers AnhĂ€nger vorgehen.

Im Vorfeld des Reichstages hatte es von Seiten des Kaiserhofs Verhandlungen sowohl mit Kursachsen wie auch mit der Kurie in Rom gegeben. Eine feste Linie scheinen Karl V. und seine Berater zunĂ€chst nicht gehabt zu haben. Allerdings wollte der Kaiser eine Mitbestimmung der ReichsstĂ€nde in der Frage der VerhĂ€ngung der Reichsacht verhindern. Dies gelang ihm nicht. Karl V. sah sich gezwungen Luther freies Geleit nach Worms zuzusichern. Am 17. MĂ€rz fand in Anwesenheit des Kaisers ein erstes Verhör Luthers statt. In einem weiteren Verhör am nĂ€chsten Tag verweigerte er den Widerruf seiner Schriften, solange niemand sie auf Basis der Bibel widerlegt hĂ€tte. Nach der Abreise Luthers gab Karl V. am 19. April eine ErklĂ€rung ab, in der er sich zur tausendjĂ€hrigen christlichen Tradition, zur Treue gegenĂŒber Rom und zum Schutz der römischen Kirche bekannte. Auf den Inhalt der Lehre Luthers ging er nicht ein. Nach einiger Vorbereitungszeit erließ Karl V. am 8. Mai das Wormser Edikt, dass die Reichsacht ĂŒber Luther verhĂ€ngte und seine Schriften verbot. Allerdings konnte er damit die reformatorische Bewegung nicht mehr aufhalten, zumal Luther von Friedrich dem Weisen auf der Wartburg in Sicherheit gebracht wurde. In Geheimverhandlungen zwischen Friedrich und dem kaiserlichen Hof kam es zu der Einigung, dass Sachsen das Edikt nicht offiziell zugestellt wurde. Der Hintergrund fĂŒr die kaiserliche ZurĂŒckhaltung waren die Auseinandersetzungen mit Frankreich. Insgesamt spielte das Reich zu dieser Zeit fĂŒr Karl nur eine Nebenrolle. Ein wirkliches VerstĂ€ndnis fĂŒr das Reich und seine Probleme fand Karl auf dem Reichstag nicht.[34] [35][36]

Herrschaftssicherung in Spanien

Hinrichtung der Comuneros (HistoriengemĂ€lde von Antonio Gisbert (1834–1901))

WĂ€hrend Karls Abwesenheit war Adrian von Utrecht Regent in Spanien. Gegen seine Regentschaft erhob sich schon 1519 die Aufstandsbewegung der Comuneros. Diese wurde vor allem vom BĂŒrgertum der StĂ€dte Kastiliens insbesondere von den Einwohnern von Toledo getragen. UnterstĂŒtzung fand sie bei Teilen der Geistlichkeit und des Adels. Ihr Ziel war es die königliche Macht zu Gunsten des Cortes zu beschrĂ€nken. Im Königreich Valencia kam er zu einer sozialrevolutionĂ€ren Bewegung, die unter dem Namen GermanĂ­a bekannt wurde. Eine Zusammenarbeit der Bewegungen in den verschiedenen spanischen Territorien erfolgte nicht. Besorgt durch die antifeudale Haltung der AufstĂ€ndischen in Valencia stellte sich ein Großteil des Adels auf Seiten Karls. Die AufstĂ€ndischen unter Juan de Padilla wurden 1521 bei Villalar besiegt. Karl reiste selbst zur KlĂ€rung der VerhĂ€ltnisse im Winter 1521/22 nach Spanien. Karl betonte zwar Milde walten zu lassen, aber er sah in dem Aufstand ein Vergehen gegen die göttliche Ordnung. Es kam zu mehreren Todesurteilen und dem Einziehen von Vermögen. Unter den Hingerichteten war auch ein Bischof, was Karl die Exkommunikation fĂŒrchten ließ. Auch wenn einige Zeit spĂ€ter die pĂ€pstliche Absolution eintraf, haben die Hinrichtungen Karl bis zu seinem Tod stark beschĂ€ftigt. Im Laufe seiner Herrschaft gelang es Karl den politischen Einfluss des Hochadels zu begrenzen, ohne ihre sonstigen Privilegien anzutasten. Damit sicherte er sich deren Gefolgschaft. Die spanische Inquisition die gegen Juden und Moslems vorging, blieb auch unter Karl V. in Funktion. In Hinblick auf die Notwendigkeit des Kampfes gegen Ketzer und der Verteidigung des Katholizismus waren sich Karl und die fĂŒhrenden KrĂ€fte in den spanischen Gebieten einig. Nach der Sicherung der Macht zu Gunsten der Krone wurde Spanien zu einer zentralen Machtbasis des Kaisers.[37][38][39]

Karl war seit langem mit Maria Tudor, der Tochter Heinrich VIII. verlobt. Auch wegen finanzieller Vorteile entschloss er sich aber zur Heirat mit Isabella, der Tochter des portugiesischen Königs. Damit verbunden war eine Mitgift von einer Million Dukaten. Die Hochzeit fand am 10. MÀrz 1526 in Sevilla statt.[40]

EuropÀische Machtpolitik

→ Hauptartikel: Italienische Kriege

Krieg bis zum Frieden von Madrid

Um seinen Anspruch als ĂŒberragende europĂ€ische Ordnungskraft RealitĂ€t werden zu lassen, bedurfte es einer den anderen Staaten ĂŒberlegene Macht. Dabei spielte Italien eine wichtige Rolle. Das Land war reich und wenn es dort gelang maßgeblichen Einfluss zu gewinnen, war die europĂ€ische Hegemonie möglich. Daneben wollte Karl, dass 1477 an Frankreich gefallene Herzogtum Burgund zurĂŒck gewinnen. Damit wollte er auch Dijon gewinnen, wo seine burgundischen Vorfahren begraben lagen. Wie wichtig ihm das war, machte sein Testament von 1522 deutlich. Sollte er sterben und das Herzogtum Burgund in kaiserlicher Hand sein, wollte er neben seinen Vorfahren in der KartĂ€userkirche in Dijon bestattet werden. Damit stellte er den Kompromiss der Aufteilung des burgundischen Erbes von 1477 in Frage. Auch wollte Karl die französischen Lehnsrechte in Flandern und im Artois los werden. Auch die Provence beanspruchte er als Reichslehen fĂŒr sich. Das Languedoc forderte er als frĂŒheres Lehen des Königreichs Aragon ebenfalls von Frankreich zurĂŒck.

Franz I. war keineswegs bereit diesen AnsprĂŒchen nachzugeben. Umgekehrt dachte er selbst daran seine Macht auszuweiten. Auch fĂŒr ihn spielte Italien eine wichtige Rolle. Nach seinem Sieg ĂŒber die Schweizer 1515 waren große Teile Oberitaliens und insbesondere Mailand in seiner Hand. Auch erhob er AnsprĂŒche auf das Königreich Neapel und die 1512 an Spanien gefallenen Teile des Königreichs Navarra.[41]

Schlacht bei Pavia von 1525

Schon 1520 hatte Karl die Duldung Heinrichs VIII. fĂŒr seinen geplanten Krieg gegen Frankreich erreicht. Ein Jahr spĂ€ter konnte er den Papst sogar fĂŒr ein antifranzösisches BĂŒndnis gewinnen. Vor diesem Hintergrund begann der Krieg. ZunĂ€chst marschierte der im französischen Exil lebende König von Navarra Henri d'Albret ins spanische Navarra ein, musste sich aber nach ein paar Wochen wieder zurĂŒck ziehen. Auch an der niederlĂ€ndisch-französischen Grenze kam es zu KĂ€mpfen. In der zweiten HĂ€lfte des Jahres begann der direkte Krieg zwischen Karl V. und Franz I. KriegsschauplĂ€tze waren die Champagne und Oberitalien. Im November des Jahres trat auch Heinrich VIII. auf Seiten des Kaisers in den Krieg ein. Anfangs waren die Kaiserlichen erfolgreich. Bis Mai 1522 war Oberitalien in kaiserlicher Hand. Die Sforza erhielten Mailand als Teil Reichslehen zurĂŒck. Herzog Charles III. de Bourbon-Montpensier fiel vom französischen König ab, aber die PlĂ€ne ein eigenes Territorium zu Lasten der französischen Krone zu erwerben scheiterte und er musste ins Exil an den kaiserlichen Hof fliehen. FĂŒr den Kaiser problematisch wurde es, dass der Papst und Venedig immer stĂ€rker zur Seite Frankreichs tendierten. Außerdem entwickelte sich in Italien eine antikaiserliche Stimmung.

Die Franzosen begannen nun auch militĂ€rische Erfolge zu erringen. Eine englische Invasion in Frankreich scheiterte ebenso wie 1524 der Vormarsch der Kaiserlichen in die Provence. Im Gegenzug gelang es den Franzosen fast ganz Oberitalien zu kontrollieren. Sie eroberten Mailand zurĂŒck und belagerten Pavia. Aber 1525 nahmen Karls Truppen Franz I. in der Schlacht bei Pavia (24. Februar) gefangen.[42][43]

Franz I. wurde nach Spanien gebracht und dort gefangen gehalten. Wie man mit dem gefangenen König umgehen sollte, war zwischen Karl und seinen Beratern umstritten. Gattinara hĂ€tten ihn am liebsten töten lassen. Auch eine faktische Zerschlagung Frankreichs hat dieser vorgeschlagen. Andere plĂ€dierten fĂŒr einen maßvollen Frieden. Dem schloss sich Karl an.[44] [45] Dies fĂŒhrte 1526 zur Unterzeichnung des Vertrags von Madrid, in dem Frankreich auf seine AnsprĂŒche in Norditalien verzichtete. Außerdem wurde das Herzogtum Burgund wieder hergestellt. Frankreich musste auch auf die Lehnsrechte in Flandern und Artois verzichten. Von Seiten des Kaisers waren die Friedensbedingungen als milde und Geste der Versöhnung gedacht. Auch das Versprechen seine Schwester Eleonore dem französischen König zur Frau zu geben, zielte in diese Richtung. Karl hoffte Franz I. zum gemeinsamen Kampf gegen die Osmanen und gegen die Lutheraner bewegen zu können. Auf französischer Seite wurde der Friede nicht als mĂ€ĂŸig, sondern als Unterwerfungsfriede angesehen.[46][47][48]

Krieg gegen die Heilige Liga von Cognac

Die PlĂŒnderung Roms
GemÀlde von Johann Lingelbach aus dem 17. Jh.

Nachdem Franz wieder frei war, widerrief er den Vertrag, da er ihm in Gefangenschaft aufgezwungen worden war. Ihm gelang es seinerseits ein breites antikaiserliches BĂŒndnis, die Heilige Liga von Cognac, zustande zu bringen. Dem gehörte der Papst, Venedig, Florenz und schließlich sogar auch Mailand an. Auch das Herzogtum Bayern gehörte der antihabsburgischen Opposition an. Schon zuvor kam es zur VerstĂ€ndigung mit Heinrich VIII. Der Krieg setzte erneut ein und die Situation wurde fĂŒr Karl V. noch bedrohlicher als die Osmanen 1526 die österreichischen Erblande bedrohten.[49]

Eine langfristig wirkende Verschiebung der europĂ€ischen MachtverhĂ€ltnisse war die Expansion des Osmanischen Reiches. Die Eroberungen und Expeditionen der osmanischen StreitkrĂ€fte entlang der MittelmeerkĂŒste und den Balkan hinauf Richtung Wien bedrohten die LĂ€nder Habsburgs und den Frieden in Westeuropa. 1521 eroberten die TĂŒrken Belgrad. 1526 siegten sie in der Schlacht von Mohacs ĂŒber Ludwig II. von Ungarn, der in der Schlacht fiel. Damit hatte Ferdinand Anspruch auf das Erbe Böhmen und Ungarn. Um den Besitz Ungarn kam es zum Krieg mit den Osmanen und diese standen 1529 mit einer Armee von 120.000 Mann vor Wien. Karl V. konnte seinem Bruder Ferdinand I. jedoch auf Grund seiner AktivitĂ€ten in Italien nicht zu Hilfe kommen. Ferdinand konnte nur einen kleinen Teil Ungarns beherrschen.

Der Krieg gegen Frankreich ĂŒberforderte zunehmend die kaiserlichen Finanzen. Die Landsknechte in Oberitalien wurden unzufrieden und ihr Kommandant Georg von Frundsberg erlitt einen Schlaganfall, als er versuchen wollte, ihre Meuterei zu verhindern. Die Armee zog gegen Rom, von den Landknechten als „Hure Babylon“ angesehen. Karl von Bourbon, der die Truppen fĂŒhrte, starb bei der am 5. Mai 1527 erfolgten StĂŒrmung der Stadt. Ohne FĂŒhrer plĂŒnderten die kaiserlichen Truppen beim sogenannten Sacco di Roma die Stadt. FĂŒr die Stadt Rom war dies ein Schlag, von dem sie sich nur langsam erholte. Papst Clemens VII. war in die Engelsburg geflĂŒchtet und musste sich Anfang Juni 1527 ergeben. Wieder war ein Gegner in der Hand der Kaiserlichen und wieder setzte sich Karl mit einer milden Behandlung des Gegners durch. Obwohl nicht verantwortlich, wurde der Vorgang als Beleg fĂŒr die Bedrohung des Papsttums durch den Kaiser und fĂŒr die gewalttĂ€tige Politik des Kaisers in Italien angesehen. Dadurch wurde die antikaiserliche Koalition in Italien gestĂ€rkt und die Kaiserlichen gerieten immer stĂ€rker in BedrĂ€ngnis. Zu Gute kam Karl, dass Andrea Doria mit der genuesischen Flotte auf die Seite des Kaisers wechselte, nachdem er die UnabhĂ€ngigkeit der Republik Genua garantiert hatte. Damit brach der Nachschub der Franzosen und ihrer VerbĂŒndeten in Italien zusammen und die antikaiserlichen KrĂ€fte erlitten militĂ€rische Niederlagen. Franz I. musste erneut Frieden schließen.[50][51][52]

Der 1529 mit Frankreich unterzeichnete Damenfriede von Cambrai schrieb den Verzicht Frankreichs auf italienische Gebiet fest. Der Verzicht auf die französischen LehnsansprĂŒchen in Flandern und Artois wurde bestĂ€tigt. Der Kaiser verzichtete seinerseits auf den Anspruch auf das Herzogtum Burgund. Mit dem Frieden war die Vorherrschaft Karls und seiner Nachfolger ĂŒber Italien bis zum Ende des 16. Jahrhunderts gesichert. Im Friede von Barcelona gewĂ€hrte Karl dem Papst gĂŒnstige Friedensbedingungen und schloss mit diesem eine Defensivallianz ab. Die Abhaltung eines Konzils zu einer Kirchenreform konnte Karl aber nicht durchsetzen. Die Aussöhnung mit dem Papst fĂŒhrte dazu, dass Clemens VII. Karl am 24. Februar 1530 in Bologna zum Kaiser krönte. Karl V. war damit der letzte Römische Kaiser, dessen Kaisertum durch die Krönung durch den Papst bestĂ€tigt wurde.[53][54] Zwei Tage zuvor erhielt Karl aus den HĂ€nden des Papstes zudem die Eiserne Krone der Langobarden.[55]

KĂ€mpfe gegen Osmanen und Franzosen

Der Friede war indes nur von kurzer Dauer. Im Jahr 1532 kam es zu einem neuen großen Feldzug gegen die Osmanen. Daran nahm Karl V. selbst teil, ohne das dieser Krieg eine Entscheidung gebracht hĂ€tte. Karl kehrte nach Spanien zurĂŒck, um von dort einen „Kreuzzug“ gegen die Osmanen zu starten. Den Kampf auf dem Kontinent ĂŒberließ er aber seinem Bruder.[56]

Feierlicher Einzug von Karl V. und Franz I. im Jahr 1540 in Paris
Karl V. verkĂŒndet dem Papst 1535 den Sieg in Tunis

Das VerhĂ€ltnis zu Papst Clemens VII., der sich immer mehr Frankreich anschloss, verschlechterte sich. Auch Heinrich VIII. wandte sich eher gegen die Habsburger.[57] Es gelang Franz I. allerdings nicht mit den deutschen Protestanten ein antikaiserliches BĂŒndnis zu schließen. Die Franzosen waren dagegen seit 1534 mit den Barbaresken und den Osmanen verbĂŒndet. Insgesamt war Karl nicht in der Lage das osmanisch-französische BĂŒndnis entscheidend zu schwĂ€chen. Aber auch den Franzosen gelang es nicht, die Ergebnisse des Friedens von Cambrai zu revidieren. Vielmehr gelang es Karl nach dem Aussterben der Sforza Mailand als Reichslehen an sich zu ziehen und es an seinen Sohn Philipp zu vergeben. Einen wichtigen Sieg konnte Karl 1535 durch die Eroberung von Tunis im Tunisfeldzug erringen. Es war das erste Mal, dass der Kaiser persönlich an einem Feldzug und an einer Schlacht teilnahm. Der Sieg steigerte sein Ansehen in Europa. Von Tunis aus besuchte er das Königreich Neapel und zog von dort nach Rom. Sein Einzug dort glich einem Triumphzug. Allerdings war die Macht der Barbaresken keineswegs gebrochen.[58] Franz I. eroberte Turin. Karl V. hielt im Vatikan am Ostermontag eine lange Rede, klagte den französischen König des Friedensbruchs an und appellierte an den Papst als Schiedsrichter aufzutreten. Auch als Propagandamaßnahme fĂŒr die italienische Öffentlichkeit gedacht, fĂŒhrte dies beim Papst nicht zum Erfolg. Immerhin kam ihm dieser in der Konzilsfrage entgegen. Auf Raten von Andrea Doria entschloss sich Karl eine Gegenoffensive in Richtung Marseille zu starten. Der Angriff auf die Stadt scheiterte und die kaiserliche Armee musste in die Lombardei zurĂŒck kehren. Inzwischen förderte die Zusammenarbeit der Franzosen mit den Osmanen die AnnĂ€herung des Papstes an die Seite Karls. Im Jahr 1538 wurde eine gegen die TĂŒrken gerichtete Liga zwischen Karl, seinem Bruder Ferdinand, Venedig und dem Papst abgeschlossen. Im selben Jahr vermittelte Papst Paul III. den auf zehn Jahre angelegten Waffenstillstand von Nizza zwischen Karl V. und Franz I. Dieser schrieb den Status quo in Italien fest. Nach einem Treffen Karls mit Franz I. schien zeitweise sogar eine Aussöhnung möglich.[59]

Krieg gegen Frankreich bis zum Frieden von Crépy

Belagerung von Nizza von 1543

Bereits seit 1540 begannen sich Karl und Franz I. diplomatisch auf den nĂ€chsten Waffengang vorzubereiten. Die Situation verschĂ€rfte sich, als die nach Istanbul entsandten französischen Gesandten von spanischen Soldaten bei der RĂŒckkehr ermordet wurden. Auch wenn der Kaiser eine Beteiligung abstritt, hatte er eine gewisse Mitwisserschaft. Anstatt seinem Bruder an der ungarischen Front zu helfen, befahl Karl 1541 eine Flottenexpedition nach Algier. Durch einen Sturm ist dieser Vorstoß gescheitert und die Flotte wurde vernichtet. Franz I. der noch immer mit dem osmanischen Reich verbĂŒndet war, erklĂ€rte 1543 Karl den Krieg. Dieser setzte diesmal auf ein defensives Konzept und war damit erfolgreich. Einige französische VorstĂ¶ĂŸe scheiterten. (siehe auch: Belagerung von Nizza (1543)) Kaum Bedeutung hatte das BĂŒndnis Frankreichs mit DĂ€nemark und Schweden. Karl ging 1543 ein BĂŒndnis mit Heinrich VIII. ein. Anstelle die Entscheidung im Mittelmeerraum zu suchen, verlagerte Karl den Schwerpunkt seiner Anstrengungen nach Mitteleuropa. Durch die Niederlage von dem mit Frankreich verbĂŒndeten Herzog Wilhelm von Kleve verlor Franz I. seinen letzten VerbĂŒndeten im Reich. Im Jahr 1544 stimmten Kaiser und ReichsstĂ€nden in der Politik gegen Frankreich ĂŒberein. Karl drang darauf hin auf französisches Gebiet vor. Allerdings scheiterte der Vorstoß an der hinhaltenden Taktik des Gegners und den Festungen des Landes. Heinrich VIII. beschrĂ€nkte sich im Wesentlichen auf die Belagerung von Boulogne. Wegen fehlender Soldzahlungen begann sich die Armee aufzulösen. Ein Vorstoß nach Paris konnte darum nicht stattfinden. Dennoch veranlasste die Gefahr Franz I. zum Waffenstillstand 1544 im Frieden von CrĂ©py. Im Frieden von Crepy verzichtete Franz I. zukĂŒnftig auf BĂŒndnisversuche mit den protestantischen StĂ€nden im Reich und verpflichtete sich, Teilnehmer zu einem Konzil auf Reichsboden zu entsenden.[60][61]

Letzte auswÀrtige Kriege

Belagerung von Metz

Der neue französische König Heinrich II. arbeitete seit 1550 auf ein neues OffensivbĂŒndnis mit den Osmanen hin. Er beabsichtigte den Sultan zum Bruch des 1547 mit Ferdinand geschlossenen Waffenstillstands zu bewegen. Karl verstimmte mit seinem Vorgehen gegen einen PiratenfĂŒhrer im Mittelmeer, der auch tĂŒrkischer Vasall war, die Hohe Pforte. Damit scheiterten Verhandlungen Ferdinands mit den TĂŒrken und es drohte ein Zweifrontenkrieg in Italien und Ungarn. Heinrich II. schloss zudem ein BĂŒndnis mit der protestantischen Opposition im Reich ab. Im reichsrechtlich ungĂŒltigen Vertrag von Chambord verpflichtete sich Heinrich II. die Verbindung Karls mit seinen Truppen in den Niederlanden abzuschneiden. Außerdem sollte er erhebliche Subsidien an die FĂŒrstenopposition zahlen. DafĂŒr sollte er die StĂ€dte Metz, Toul, Verdun und Cambrai als Reichsvikar erhalten. Heinrich besetzte daraufhin mit einer Armee von 35.000 die genannten StĂ€dte im sogenannten Trois-ÉvĂȘchĂ©s. Karl versuchte nach der Einigung mit der Opposition die StĂ€dte zurĂŒckzugewinnen. Er belagerte die Stadt Metz, die strategisch gĂŒnstig an der Verbindungslinie zwischen den Niederlanden und Italien lag. Die Festung war mit den damaligen Mitteln kaum zu nehmen und wurde zudem gut verteidigt. Die Belagerung scheiterte daher auch mit hohen Verlusten. Der Kriegszug war mit zweieinhalb Millionen Dukaten ungemein kostspielig gewesen. Dies entsprach dem Doppelten der jĂ€hrlichen Einnahmen Spaniens. So schĂ€dlich die Niederlage vor Metz fĂŒr Karls Ansehen auch war, bedeutete dies nicht die Niederlage oder das Ende des Krieges insgesamt. Vielmehr nahmen die Kaiserlichen die KĂ€mpfe seit 1553 sowohl in Italien wie auch in den Niederlanden wieder auf. Erst nach der Abdankung Karls wurde Friede geschlossen.[62][63][64]

Reichs- und Religionspolitik

Bis zur Protestation von Speyer

Seit dem Winter 1521/22 war der Kaiser durch Kriege oder andere Verpflichtungen neun Jahre lang vom Reich abwesend. Seinem Bruder Ferdinand ĂŒbertrug er im Vertrag von BrĂŒssel von 1522 mehr Kompetenzen und sagte zu, dessen Wahl zum römisch-deutschen Kaiser und damit zum möglichen Nachfolger zu betreiben. Die Regierung des Reiches wurde dadurch erschwert, dass Karl auf den Reichstagen mit eigenen Gesandten vertreten waren, deren Instruktionen oft nicht mit dem Statthalter oder dem Reichsregiment abgestimmt waren. Auch behielt sich der Kaiser persönlich die BestĂ€tigung der ReichstagsbeschlĂŒsse vor. Daneben erwies sich das Reichsregiment als wenig effektiv. Vor diesem Hintergrund blieb das Wormser Edikt ohne grĂ¶ĂŸere Wirkung. Vielmehr beharrten die StĂ€nde in der Religionsfrage auf einem allgemeinen oder zumindest einem nationalen Konzil. Der Kaiser hat die Vorbereitung zu einem nationalen Konzil 1524 untersagt. Eine nationalkirchliche Lösung der Religionsfrage war damit nicht mehr möglich.[65][66]

Zwischen 1524 und 1526 wurde das Reich vom deutschen Bauernkrieg erschĂŒttert. Dabei verbanden sich soziale Unruhen und EinflĂŒsse der reformatorischen Bewegung. An der Niederschlagung dieser Bewegung war der abwesende Karl V. kaum beteiligt. Hauptkontrahent der Bauern war der schwĂ€bische Bund und verschiedene ReichsstĂ€nde.

Auf dem Reichstag von Speyer 1526 kam erneut Bewegung in die Lösung des Religionskonfliktes. Wieder scheiterten AnsĂ€tze zu einer Kirchenreform auf nationaler Grundlagen am Widerspruch des in Spanien weilenden Kaisers. Die ReichsstĂ€nde drĂ€ngten weiter auf ein Konzil und beschlossen, dass die Umsetzung des Wormser Edikts in die Verantwortung der einzelnen StĂ€nde fallen sollte. Der Reichsabschied legte die Grundlagen fĂŒr die Konfessionswahl der ReichsstĂ€nde wie auch fĂŒr den Aufbau eines evangelischen Kirchenwesens. Die weitere Expansion der Reformation wurde durch die Feindschaft zwischen Kaiser und Papst wĂ€hrend der Liga von Cognac weiter erleichtert. Landgraf Philipp von Hessen wurden zum Motor einer protestantischen und zugleich antihabsburgischen Politik. Auf einem weiteren Reichstag in Speyer im Jahr 1529 verschĂ€rfte Ferdinand gegen den Willen Karls die Gangart gegenĂŒber den Evangelischen. Diese legten dagegen die Protestation zu Speyer ein, was zur Bezeichnung Protestanten fĂŒhrte. Die evangelischen StĂ€nde versuchten Karl V. vergeblich auf eine Aussetzung des Wormser Edikts zu bewegen. Daraufhin begannen die Protestanten mit den Vorbereitungen zu einem DefensivbĂŒndnis.[67]

Bis zum NĂŒrnberger Anstand

Augsburger Reichstag von 1530

Nach seiner Krönung zum Kaiser kehrte Karl 1530 ins Reich zurĂŒck. Er kam mit einem Programm der kirchlichen Einheit zurĂŒck. Er konnte dabei auf eine mittlere Partei zwischen den entschiedenen AltglĂ€ubigen und den Evangelischen bauen. Im selben Jahr hielt er einen Reichstag in Augsburg ab. In der Ausschreibung deutete er einen Verzicht auf das Wormser Edikt an. Dies traf auf den Widerstand der katholischen ReichsstĂ€nde und des Papstes. Bereits in der Reichstagsproposition war Karl vor diesem Hintergrund von seiner angestrebten Schiedsrichterrolle schon etwas abgerĂŒckt.[68] Durch die Anwesenheit des Kaiser bekam die Versammlung eine weit grĂ¶ĂŸere Verbindlichkeit als alle Reichsversammlungen seit 1521. Dabei ging es um die KlĂ€rung der Religionsfrage. Neu war, dass Karl V. nicht einfach auf die Umsetzung des Wormser Edikts bestand. Von den Protestanten verlangte Karl eine Darlegung ihrer Auffassungen als Diskussionsgrundlage fĂŒr die weiteren Verhandlungen. Die Protestanten nahmen die Verhandlungsbereitschaft Karls nicht ganz ernst und kamen ohne die Darlegung nach Augsburg. Philipp Melanchthon verfasste dann wĂ€hrend des Reichstages die Confessio Augustana. ZusĂ€tzlich reichten Straßburg, Konstanz, Memmingen und Lindau die Confessio Tetrapolitana ein. Der Kaiser ließ die Schriften durch eine katholische Expertenkommission begutachten. Vor allem Johannes Eck verfasste eine Gegenstellungnahme, die zur Basis der kaiserlichen „Confutatio“ wurde, mit der er die Confessio Augustana fĂŒr widerlegt erklĂ€rte. Weil Karl auf die finanzielle Hilfe des Reiches gegen die Osmanen angewiesen war, gingen die Verhandlungen letztlich ohne Erfolg weiter. Nach der Abreise der evangelischen StĂ€nde ließ Karl mit den Stimmen der katholischen StĂ€nde das Wormser Edikt wieder in Kraft setzten.[69][70]

Trotz des Gegensatzes der Konfessionen gelang es Karl die KurfĂŒrsten zur Wahl seines Bruders Ferdinand zum römischen-deutschen König zu bewegen. Allerdings hatte sich Karl V. in einem Geheimvertrag weiterhin die entscheidenden Machtbefugnisse gesichert.[71] Weil die protestantischen StĂ€nde befĂŒrchten mussten, dass Karl gewaltsam gegen die Reformierten vorgehen wĂŒrde, schlossen sich einige im Februar 1531 im Schmalkaldischen Bund zusammen. Dieser Zusammenschluss zielte auch auf den Schutz vor einem ĂŒbermĂ€chtigen Habsburg ab. Daher stand zumindest zeitweise das katholische Bayern dem Bund nahe. Der Bund war auch fĂŒr Ă€ußere MĂ€chte wie Frankreich ein möglicher BĂŒndnispartner. Diese Situation zwang den Kaiser zu ZurĂŒckhaltung in der Religionsfrage.[72]

Kaiser Karl V., König von Spanien (PortrĂ€t von Christoph Amberger, um 1532)

So wichtig die Religionsfrage war, wurden daneben in dieser Zeit auch wichtige reichsrechtliche Entscheidungen getroffen. Karl erließ mit der Constitutio Criminalis Carolina ein einheitliches Straf- und Prozessrecht fĂŒr das gesamte Reich. Die Carolina wurde im Jahre 1532 auf dem Reichstag in Regensburg ratifiziert und gilt als das erste allgemeine deutsche Strafgesetzbuch. Auf dem Augsburger Reichstag von 1530 wurde die Reichspolizeiordnung erlassen. Diese wurde zur Basis weiterer Reichsgesetze und von Regelungen in den einzelnen Territorien. Waren die Regelungen insgesamt maßvoll, galt dies fĂŒr die diskriminierenden Bestimmungen zu den Juden nicht. Ein weiterer Punkt wĂ€hrend des Reichstages war erneut die Diskussion ĂŒber die Monopole der großen Handelsgesellschaften. Ein sehr weitgehender Gesetzentwurf wurde jedoch nicht verabschiedet.[73]

Vor dem Hintergrund der TĂŒrkengefahr sah sich Karl, auch auf DrĂ€ngen Ferdinands, gezwungen mit den protestantischen ReichsstĂ€nden den NĂŒrnberger Religionsfrieden zu schließen. Dieser bedeutete eine Art Waffenstillstand zwischen den Konfessionen bis zur KlĂ€rung der Religionsfrage durch ein allgemeines Konzil. Er war rechtlich gesehen ein Vertrag des Kaisers mit den evangelischen ReichsstĂ€nden und nicht Teil des Reichstagsabschieds. Bei allen Vorbehalten bedeutete dies, dass Karl den seit 1521 beschrittenen antireformatorischen Weg erstmals verlassen hatte. Luther hat den Anstand als göttliche BestĂ€tigung der Reformation gesehen und war ĂŒberzeugt, dass ĂŒber kurz oder lang eine Versöhnung des Reiches mit der Reformation möglich sei.[74][75]

Nach dem Feldzug gegen die TĂŒrken 1532 verließ Karl erneut fĂŒr fast zehn Jahre das Reich. In diesen Jahren ĂŒbertrug Karl die Verantwortung fĂŒr Deutschland auf seinen Bruder Ferdinand.[76] Karls Abwesenheit wirkte sich auf die habsburgische Herrschaft im Reich nachteilig aus. Bereits seit 1531 hatten sich Kursachen, Hessen und Bayern unter dem Vorwand der Nichtanerkennung der Königswahl Ferdinands ĂŒber konfessionelle Grenzen hinweg zum Saalfelder Bund zusammengeschlossen und betrieben eine mehr oder weniger offene Anti-Habsburg-Politik.[77]

ReligionsgesprÀche

Auch die Wiederherstellung der Herrschaft von Herzog Ulrich von WĂŒrttemberg und dessen Übergang zum Protestantismus waren 1538 ein Auslöser fĂŒr die GrĂŒndung des NĂŒrnberger Bundes der AltglĂ€ubigen an dem auch Karl und Ferdinand beteiligt waren. Auf der anderen Seite hatte der Schmalkaldische Bund ihre BĂŒndnisverhandlungen mit DĂ€nemark und Frankreich verstĂ€rkt. Zeitweise drohte die Situation sogar in gewalttĂ€tige Auseinandersetzungen zu mĂŒnden.[78][79]

Im Jahr 1539 starb Karls Frau bei einer Fehlgeburt. Dieser Verlust traf ihn tief. Am Ende des Jahres sah er sich veranlasst, Spanien zu verlassen, um gegen Unruhen in Gent vorzugehen. Dort hatten sich die unteren Volksschichten gegen die herrschenden Patrizier aufgelehnt. Dabei spielten auch religiöse Motive eine Rolle. Die BĂŒrger trĂ€umten von einer protestantischen Stadt unter französischem Schutz. Karl reiste dabei auf DrĂ€ngen von Franz I. auf dem Landweg durch Frankreich. Weil er lĂ€ngere Strecken nicht mehr reiten konnte, benutzte er eine SĂ€nfte. Nachdem er vom König in Ehren aufgenommen wurde, reiste er in die Niederlande weiter. Mit militĂ€rischer Gewalt unterdrĂŒckte er den Genter Aufstand und ließ eine Reihe von Todesurteilen verkĂŒnden. Seit 1541 war er wieder im Reich. [80]

Seit den 1540er Jahren nahm Karl verstĂ€rkt Anteil an der Reichspolitik. Er fuhr dabei in der Glaubensfrage auch mit Blick auf außenpolitische Gefahren zunĂ€chst einen versöhnlichen Kurs. Auf protestantischer Seite kamen entsprechende Initiativen von KurfĂŒrst Joachim II. von Brandenburg. Auch der Papst signalisierte zunĂ€chst Zustimmung. Ein erster Schritt in diese Richtung war der Frankfurter Anstand von 1539. Dieser sicherte den Protestanten einen zeitlich zunĂ€chst begrenzten Religionsfrieden zu. Er erwies sich jedoch als wenig wirksam, da sich beide Seiten nicht an die festgelegten Bedingungen hielten. Der Kaiser versuchten den Weg des Ausgleichs fortzusetzen. Er ließ ein ReligionsgesprĂ€ch organisieren, dass im Juni 1540 in Hagenau unter Vorsitz König Ferdinands stattfand. Allerdings kam es zu keinem greifbaren Ergebnis. Ein weiteres GesprĂ€ch sollte in Worms stattfinden. Auch bat man um die Anwesenheit des Kaisers bei einem der nĂ€chsten Reichstage, um mit seiner AutoritĂ€t die Verhandlungen voran zu bringen. Das Wormser ReligionsgesprĂ€ch war erfolgreich und beide Seiten einigten sich in wichtigen theologischen Streitfragen auf Kompromissformeln. Die WeiterfĂŒhrung der GesprĂ€che sollten auf dem Reichstag erfolgen.[81]

Auf dem Regensburger Reichstag von 1541 war er denn tatsĂ€chlich erneut persönlich anwesend. Dort kam es auf Basis der Wormser BeschlĂŒsse zu einem weiteren ReligionsgesprĂ€ch zwischen hochrangigen und angesehenen Vertreter beider Glaubensrichtungen. Es kam zu gewissen Kompromissen in Einzelfragen und es deutete sich eine Teileinheit und die reichsrechtliche Anerkennung des Protestantismus an. Dagegen erhoben die Kurie und die entschiedenen AltglĂ€ubigen vor allem das Herzogtum Bayern und Kurmainz Einspruch. Auch die protestantischen StĂ€nde aber auch Luther und Melanchthon waren damit nicht einverstanden. Nach dem Scheitern dieses Ausgleichsversuchs trat wieder die Konzilsfrage in den Vordergrund.[82] Der kaiserliche Ausgleichsversuch war weitgehend gescheitert. In anderen Fragen kam der Kaiser den Protestanten entgegen. So wurde etwa der NĂŒrnberger Anstand verlĂ€ngert. Einen gewissen Erfolg konnte Karl verbuchen, als er Philipp von Hessen, einen der FĂŒhrer der Protestanten, auf seine Seite bringen konnte.[83]

Konzilspolitik

Sitzung des Konzils in der Kathedrale von Trient

Karl begann bereits seit 1529/30 verstĂ€rkt auf ein allgemeines Konzil zur Reform der Kirche zu drĂ€ngen. Gleichzeitig war es fĂŒr ihn ein Mittel, um das Religionsproblem in Deutschland zu lösen. Bei Clemens VII. stieß Karl damit auf wenig Entgegenkommen. Paul III. sah zwar die Notwendigkeit einer Kirchenversammlung ein, fĂŒrchtete aber den Einfluss Karls auf die Mitglieder des Konzils. Franz I.. war nicht bereit in Sachen eines Konzils ZugestĂ€ndnisse zu machen. Vielmehr war er ja gerade am Konflikt des Kaisers mit den Protestanten im Reich interessiert. Auf Druck des Kaisers berief Paul III. das Konzil zum 23. Mai 1537 nach Mantua ein. Die deutschen Protestanten beschlossen allerdings nicht am Konzil teilzunehmen, verzichteten aber auf ein Gegenkonzil. Das Konzil selber wurde als Folge der französischen Politik verschiedentlich verschoben. Zusammen mit dem Kaiser erneuerten die katholischen ReichsstĂ€nde die Forderung nach einem Konzil. Auf dem Reichstag von Regensburg von 1541 wurde beschlossen, notfalls ein Nationalkonzil einzuberufen. Die Einberufung eines allgemeinen Konzils scheiterte erneut an Franz I. Erst mit dem Friede von Crepy war der Weg frei. Auf Betreiben des Kaisers wurde 1545 das Konzils von Trient eröffnet. Der Papst war zwar der Forderung der Protestanten gefolgt, das Konzil auf Reichsboden abzuhalten, aber die wesentlichen Entscheidungen fielen ohne Beteiligung der Protestanten. Der Abschluss des Konzils etwa zwanzig Jahre spĂ€ter markiert den eigentlichen Beginn der Gegenreformation.[84]

Schmalkaldischer Krieg

In Abwesenheit des Kaisers kamen die Reichstage in den folgenden Jahren insbesondere in der Religionsfrage nicht weiter voran. Nach oft langer Abwesenheit war der Kaiser zwischen 1543 und 1551 dann aber fĂŒr lange Zeit im Reich anwesend. Von Deutschland aus wollte er seinen Plan der Universalmonarchie verwirklichen. Frankreich sollte geschlagen, das Religionsproblem im Reich gelöst und die Reichsverfassung im monarchischen Sinn umgestaltet werden. Dabei setzte Karl vor allem auf militĂ€rische Mittel. Er ließ seinen sechzehnjĂ€hrigen Sohn Philipp als Regent in Spanien zurĂŒck. Dieser wurde auch mit der Infantin Maria von Portugal verheiratet. Er ĂŒbergab dem Sohn ein privates und ein politisches Testament. Das letztere machte deutlich, dass er seine PlĂ€ne fĂŒr das grĂ¶ĂŸte Wagnis seiner Herrschaft hielt. Auf den Krieg mit Frankreich bis zum Frieden von CrĂ©py wurde schon hingewiesen. Aber auch im Reich ging Karl nunmehr in die Offensive.

Im Jahr 1543 griff Karl das Herzogtum Kleve-JĂŒlich im dritten geldrischen Erbfolgekrieg an. Ein Hintergrund war das Interesse aus den Niederlanden an das an Kleve-JĂŒlich durch Erbe gefallene Herzogtum Geldern. Der Herzog suchte Schutz bei Frankreich, beim Schmalkaldischen Bund sowie bei Erzbischof Hermann von Wied. Eine nennenswerte UnterstĂŒtzung blieb aus. DĂŒren wurde zerstört. Geldern fiel an Karl, der es mit den Niederlanden vereinte. Der Herzog musste im Vertrag von Venlo aber auch zusagen sich nicht der Reformation anzuschließen. Insgesamt hemmte der Erfolg Karls das Vordringen der Reformation in Teilen Nordwestdeutschlands und machte die SchwĂ€che des Schmakaldischen Bundes deutlich.[85][86]

Auf dem Reichstag von Speyer von 1544 trat Karl mit einer gestĂ€rkten Position gegenĂŒber den ReichsstĂ€nden auf. Diese bewilligten ihm nicht nur UnterstĂŒtzung fĂŒr den Krieg gegen Frankreich sondern zum ersten und einzigen Mal finanzielle Hilfe fĂŒr einen neuen Krieg gegen Frankreich. Damit war es gelungen, die beiden gefĂ€hrlichsten Gegner seiner Politik voneinander zu trennen. Die protestantischen StĂ€nde forderten aber einen hohen Preis. Die Religionsprozesse vor dem Reichskammergericht sollten endgĂŒltig eingestellt werden und die Augsburger Konfession sollte reichsrechtlich anerkannt werden. Sein SelbstverstĂ€ndnis als Schirmherr der Kirche stellte Karl zu Gunsten des Kampfes gegen Frankreich zurĂŒck und stimmte den Forderungen bis zu einer Konzilsentscheidung oder eines Reichstages zu. Der Papst antwortete auf diesen Kompromiss mit scharfer Kritik, auf die ihrerseits Luther und Calvin Karl V. in Schutz nahmen.[87] [88]

Der Vertrag von Crepy vom September 1544 gab dem Kaiser Spielraum fĂŒr eine Lösung der Religionsfrage. Karl hatte sich nach dem Scheitern seiner Vermittlungspolitik entschlossen gewaltsam gegen den Protestantismus vorzugehen. Dazu wurden noch einmal erhebliche finanzielle Anstrengungen unternommen. Der Papst versprach dem Kaiser eine Armee von 12500 Mann, sowie hohe Geldsummen. Auch durfte Karl spanische KirchengĂŒter zur Finanzierung des Krieges verkaufen. Der Kriegsbeginn verzögerte sich aus verschiedenen GrĂŒnden. Nicht zuletzt spielte dabei der Übergang der Kurpfalz zur Reformation eine wichtige Rolle. Das ReligionsgesprĂ€ch von Regensburg von 1546 brachte keinerlei Fortschritte. Die Entscheidung zum Krieg fiel auf dem Reichstag von Regensburg von 1546, der erneut vom Kaiser geleitet wurde. Es gelang dem Kaiser den Papst, Bayern und Herzog Moritz von Sachsen und weitere VerbĂŒndete zu gewinnen.[89]

Gegen die protestantischen StĂ€dte Frankfurt am Main, Straßburg, Augsburg und Ulm wurde ein Wirtschaftskrieg gefĂŒhrt. Handelswaren wurden beschlagnahmt und dadurch die Wirtschaft der StĂ€dte getroffen. Im Jahr 1546 eröffnete der Kaiser den Krieg gegen den Schmalkaldischen Bund. Die Armee der Protestanten war mit 57.000 Mann denen des Kaisers und seiner VerbĂŒndeten ĂŒberlegen. Der Bund konnte seine Überlegenheit allerdings nicht ausspielen, da man sich nicht auf ein koordiniertes Vorgehen einigen konnte. Die numerischen Vorteile wurden durch die pĂ€pstlichen Truppen und Einheiten aus den Niederlanden weitgehend ausgeglichen. Nach ersten Erfolgen der Kaiserlichen begann die Front der Gegner zu bröckeln. Der Kaiser beherrschte schließlich Oberdeutschland weitgehend. Danach konnte er gegen Mittel- und Norddeutschland vorstoßen. Im MĂ€rz 1547 marschierte der Kaiser in Richtung Sachsen, um dort die Entscheidung zu suchen. In dieser Zeit problematisch war, dass das Konzil in Trient die protestantische Rechtfertigungslehre als ketzerisch verdammte. Damit war die Hoffnung der Anerkennung des Konzils durch die Protestanten endgĂŒltig beendet. Politisch begann sich der Papst, aus Sorge vor einer kaiserlichen Vorherrschaft, wieder in Richtung Frankreich zu orientieren. Das BĂŒndnis mit dem Kaiser wurde gekĂŒndigt. Durch die Verlegung des Konzils nach Bologna, wurde es dem kaiserlichen Einfluss weitgehend entzogen. Im Krieg selbst drang der Kaiser in Kursachsen ein. Karl V. besiegte Johann Friedrich von Sachsen in der Schlacht bei MĂŒhlberg (24. April 1547). Dieser und spĂ€ter auch Philipp von Hessen wurden gefangen genommen. Der KurfĂŒrst von Sachsen wurde spĂ€ter sogar zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde zwar nicht vollstreckt, aber die KurwĂŒrde vergab Karl an Moritz von Sachsen. Beide Gefangene hat der Kaiser ĂŒber Jahre inhaftiert. Der Kaiser ließ sich von Tizian 1549 als Triumphator portrĂ€tieren.[90] [91] Auch im Zusammenhang mit der Beteiligung am Schmalkaldischen Krieg hat Karl V. an die Stelle der ZĂŒnfte eine patrizische Verfassung (Hasenrat) in den ReichsstĂ€dten in Oberdeutschland erzwungen.[92]

Geharnischter Reichstag

Karl gedachte den Sieg fĂŒr seine Ziele zu nutzen. Zwischen September 1547 und Mai 1548 tagte in Augsburg der sogenannte geharnischte Reichstag. Dieser wurde so bezeichnet, weil die Stadt als Mitglied des Schmalkaldischen Bundes besetzt war und zahlreiche Regimenter vor allem aus Spanien als Demonstration kaiserlicher Macht um die Stadt zusammen gezogen wurden. Der Reichstag behandelte sowohl Fragen der Reichsreform, wie auch das Religionsproblem. Der Kaiser setzte sich mit seinen Vorstellungen zu Wiederherstellung des Reichskammergerichst durch. Die Kosten hatten die ReichsstĂ€nde zu tragen, wĂ€hrend der Kaiser das Recht der Stellenbesetzung bekam. Auch beschlossen wurden eine Kammergerichtsordnung, die im Wesentlichen bis zum Ende des Reiches Bestand hatte. Besonders zentral fĂŒr Karl war die Bildung eines Bundes aus ReichsstĂ€nden fĂŒr die KriegsfĂŒhrung nach außen und die Sicherung des Landfriedens nach innen. Gegen den kaiserlichen Entwurf leisteten vor allem die KurfĂŒrsten Widerstand. Als Karl merkte, dass er sich nicht durchsetzen konnte, gab er das Projekt auf. Ein Ersatz war der burgundische Vertrag vom 26. Juni 1548. Einerseits wurde ein burgundischer Reichskreis geschaffen, andererseits blieb die Unterordnung der Niederlande unter die Reichsinstitutionen relativ gering. Die Höhe der Hilfe fĂŒr den Krieg gegen die Osmanen war vergleichsweise gering und es kam nicht zu einer stĂ€ndigen Zahlung von Hilfsgeldern, sondern nur zu einer einmaligen Hilfe.[93]

Das zentrale Thema war jedoch die Religionsfrage. Dabei ging es zunĂ€chst um die Anerkennung des Konzils auch durch die evangelischen StĂ€nde. Der Kaiser versprach unter anderem sicheres Geleit fĂŒr die Protestanten zum Konzil. Der Kaiser schaffte es, die Mehrheit der StĂ€nde von seiner Konzilsresolution zu ĂŒberzeugen. Damit hatte er ein zentrales Ziel auch des Schmalkaldischen Krieges erreicht. Die Realisierung hing indes vom Entgegenkommen des Papstes ab. Durch Konflikte in Italien hatte sich das VerhĂ€ltnis von Kaiser und Papst allerdings stark verschlechtert, so dass von dieser Seite keine UnterstĂŒtzung fĂŒr Karls KonzilsplĂ€ne zu erwarten war.[94]

Vor diesem Hintergrund gewann die Suche nach einer provisorischen Lösung des Religionsproblems in Deutschland an Bedeutung. Der Kaiser hatte schon zuvor eine Gruppe von katholischen Theologen mit der Ausarbeitung von ReformvorschlĂ€gen und fĂŒr Bedingungen einer Duldung der Protestanten gebeten. Diese EntwĂŒrfe, fielen aber so antiprotestantisch auf, dass sie keine Basis fĂŒr eine Lösung darstellen konnten und der Kaiser kein tragfĂ€higes Konzept hatte. Daher sah er sich gezwungen einen Ausschuss aus Vertretern beider Lager einzusetzen, der nach Kompromissen suchen sollte. Der Ausschuss erwies aber als nicht arbeitsfĂ€hig. Inzwischen hatte der Kaiser neue VorschlĂ€ge durch eine Kommission erarbeiten lassen, an der kompromissbereite Katholiken und Johann Agricola auch ein Protestant beteiligt war. Diese legten einen Kompromissvorschlag vor, der zwar den Laienkelch, die Anerkennung bereits verheirateter Priester zugestand und auch andere Aspekte der reformatorischen Lehre aufgriff, aber ansonsten die RĂŒckkehr der Protestanten zur alten Kirche forderte.

Das von Karl durchgesetzte Augsburger Interim scheiterte in der Praxis. Die katholischen StĂ€nde weigerten sich die Bestimmungen umzusetzen. In den protestantischen Gebieten gab es kaum noch katholische Priester und wo es sie gab, wurden ihre Gottesdienste gemieden. Als der Kaiser versuchte die BeschlĂŒsse durch spanische Soldaten gewaltsam umsetzen zu lassen, löste dies heftigen Unmut aus. Die „viehische spanische Servitut“ wurde zu einem bekannten Schlagwort. Die antikaiserliche Opposition behauptete fĂŒr die Erhaltung der „deutschen LibertĂ€t“ zu streiten. Die ReichsstĂ€nde fanden UnterstĂŒtzung im neuen französischen König Heinrich II.[95][96]

FĂŒrstenaufstand

Moritz von Sachsen unterstĂŒtzte Karl wĂ€hrend des Schmalkaldischen Krieges und war wĂ€hrend des FĂŒrstenaufstandes das Haupt der antikaiserlichen Opposition

Die kaiserliche Übermacht nach dem Schmalkaldischen Krieg und der Unmut ĂŒber den Versuch der Lösung der Religionsfrage von oben löste unter den ReichsstĂ€nden oppositionelle Bewegungen aus. Deren Motor war zunĂ€chst Hans von KĂŒstrin. Er plante den Aufbau eines großen antikaiserlichen und proevangelischen Bundes. Dem schlossen sich verschiedene ReichsstĂ€nde an. Die FĂŒhrung der Bewegung ging auf Moritz von Sachsen ĂŒber, der in das Lager der Gegner Karls gewechselt war. Der wachsende Bund wollte die evangelische Sache verteidigen und den Landgrafen Philipp von Hessen befreien. SpĂ€ter wurde auch die Freiheit der StĂ€nde als Kriegsgrund genannt. Der Bund verband sich mit Heinrich II. von Frankreich. Im Reich kam es zum sogenannten FĂŒrstenaufstand. Karl blieben die Vorbereitungen zwar nicht völlig verborgen, aber er reagierte erst als die Bewegung schon auf dem Weg war. Im Februar 1552 marschierte Heinrich II. mit einer Armee von 35.000 Mann in Lothringen ein und besetzte die dortigen zum Reich gehörenden Hochstifte. Kurz darauf marschierte die FĂŒrstenarmee in die österreichischen Erblande ein und kam Karl der sich in Innsbruck aufhielt nahe. Außerdem fĂŒhrte daneben Albrecht Alkibiades auf eigene Faust Krieg gegen die frĂ€nkischen Hochstifte und gegen NĂŒrnberg. Die Armee der Gegner drang bis nach Tirol vor. Die Lage Karls war zeitweise verzweifelt. Ihm fehlten Geld und Truppen, die Verbindung in die Niederlande war unterbrochen, er hatte keine VerbĂŒndete im Reich und selbst der Bruder Ferdinand bekannte sich nicht klar zu ihm. Damit war Karls Politik der harten Hand gegenĂŒber den Protestanten gescheitert. Er musste sich auf Verhandlungen mit den Gegnern einlassen. Ferdinand verhandelte mit den FĂŒrsten in Linz. Neben verschiedenen anderen Bedingungen gehörte zu den fĂŒrstlichen Forderungen auch ein dauernder Religionsfrieden. Ferdinand war bereit auf die meisten Forderungen einzugehen. Karl spielte auf Zeit. Bald aber marschierten die Gegner in Innsbruck ein und der Kaiser musste nach Villach fliehen. In Passau wurden die Verhandlungen wieder aufgenommen. Noch immer versuchte der Kaiser Widerstand zu leisten. Aber auch katholische ReichsfĂŒrsten und selbst geistliche FĂŒrsten drangen auf einen dauernden Religionsfrieden, der auch ihre Existenz sichern wĂŒrde. Auch Ferdinand drĂ€ngte mit Blick auf die osmanische Gefahr den Kaiser zum nachgeben. Karl brachte gestĂŒtzt auf inzwischen gesammelte Truppen noch verschiedene Änderungen ein, die die gesamten Verhandlungen gefĂ€hrdeten. Auch wenn die FĂŒrsten nicht alle Kriegsziele erreicht hatten, waren die Vorteile fĂŒr sie doch betrĂ€chtlich. Der Passauer Vertrag lief im Kern auf die RĂŒckkehr zum NĂŒrnberger Anstand hinaus. Das Interim war damit faktisch schon beseitigt. Über die Religionsfrage sollte dann der nĂ€chste Reichstag entscheiden. Damit waren die Erfolge Karls aus dem Schmalkaldischen Krieg verspielt. Karl fĂŒhrte nun verstĂ€rkt den Krieg gegen Frankreich zur Befreiung der lothringischen Hochstifte weiter. (s.o.) Er verbĂŒndete sich dabei mit Albrecht Alkibiades. Diese Zusammenarbeit mit einem Landfriedensbrecher hat Karl Ansehen stark beschĂ€digt. Nach dem ruhmlosen Ende des Feldzuges nach Lothringen begann Alkibiades erneut gegen die frĂ€nkischen Hochstifte vorzugehen. Dies löste den MarkgrĂ€flerkrieg aus. Vor allem Ferdinand und Moritz von Sachsen gingen gegen Alkibiades vor.[97] [98]

Augsburger Religionsfrieden

Reichstagsabschied von Augsburg. Erste Seite des von Franz Behem in Mainz gedruckten Dokuments

Der Kaiser hatte nach dem Scheitern des Feldzuges gegen Metz und dem Passauer Vertrag in der Reichspolitik weitgehend resigniert und zog sich nach BrĂŒssel zurĂŒck. Allerdings boten sich mit der Heirat seines Sohnes Philipp mit Maria, der Erbin von England, neue dynastische Perspektiven und die Aussicht Frankreich weiter einzukreisen. Die GeschĂ€fte im Reich fĂŒhrte erneut im Wesentlichen der Bruder Ferdinand.[99]

Der Kaiser zögerte lange den im Passauer Vertrag vereinbarten Reichstag einzuberufen. Als er sich dazu entschloss, machte er sofort klar, dass nicht er sondern Ferdinand die Leitung ĂŒbernehmen sollte. Er wollte nicht fĂŒr wahrscheinliche ZugestĂ€ndnisse an die Protestanten verantwortlich sein. Allerdings wurde der Reichstag von Augsburg von 1555 im Namen des Kaisers eröffnet. Bis auf die Fertigung der Proposition hat sich Karl an den Verhandlungen insbesondere in der Religionsfrage nicht beteiligt. Gegen die Bedenken Karls wurde am 25. September 1555 der Augsburger Religionsfrieden geschlossen. Er erkannte die lutherische Variante des Protestantismus an. Den ReichsstĂ€nden, mit Ausnahmen der geistlichen Territorien, wurde das Recht der freien Religionswahl („cuis regio, eius religio“) zugestanden. Es wurden daneben auch eine Reform der Kammergerichtsordnung und eine Exekutionsordnung fĂŒr den Landfrieden beschlossen.

Kurz vor dem Ende des Reichstages erschien einer der kaiserlichen RĂ€te bei Ferdinand und kĂŒndige die Abdankung des Kaisers zu Gunsten Ferdinands noch wĂ€hrend des Reichstages an, so dass der Reichsabschied mit dem Religionsfrieden nicht in Karls Namen veröffentlicht wĂŒrde. Dies bedeutete das EingestĂ€ndnis des Scheiterns seiner Politik. Die Sendung des Gesandten kam allerdings zu spĂ€t, so dass der Reichsabschied doch im Namen Karls erlassen wurde. Karl sandte den Boten nach BrĂŒssel mit der Bitte an seinen Bruder zurĂŒck, die Entscheidung noch einmal zu ĂŒberprĂŒfen. TatsĂ€chlich verging bis zur Abdankung noch einige Zeit, aber der Kaiser hatte sich schon entschlossen sein Amt aufzugeben.[100] [101]

Die KlĂ€rung der Nachfolge hatte Karl schon lĂ€nger beschĂ€ftigt. Das spanische Erbe sollte an seinen Sohn Philipp fallen. Komplizierter war die Nachfolger im Reich. Karl wollte, dass auf Ferdinand auch im Reich Philipp folgen sollte. In Augsburg kam es darĂŒber zu Verhandlungen zwischen Karl, Philipp und Ferdinand. Letzterer hat diesen PlĂ€nen widersprochen. Auch Ferdinands Sohn Maximilian war damit nicht einverstanden. Maria von Ungarn versuchte zu vermitteln. Es wurde schließlich vereinbart, dass Ferdinand Philipp helfen sollte, zum römisch-deutschen König gewĂ€hlt zu werden. Philipp wiederum sollte Maximilian folgen. Außerdem sollte Philipp eine Tochter Ferdinands heiraten. Dieser Plan der spanischen Sukzession scheiterte. Im September 1555 fiel dann die Entscheidung die Besitzungen zu teilen. Die spanische Linie bekam auch die Niederlande und die italienischen Besitzungen. Die Österreichische Linie erhielt die Erblande, Böhmen, Ungarn und den Anspruch auf die Kaiserkrone.[102]

Abdankung

Übertragung der Herrschaft ĂŒber die Niederlande am 25. Oktober 1555 durch Karl V. an Philipp II. (HistoriengemĂ€lde von Louis Gallait von 1841)

Bereits 1554 war das Königreich Neapel anlĂ€sslich der Hochzeit Philipps mit Maria von England an seinen Sohn ĂŒbergegangen. Staatsrechtlich war Karl erst nach dem Tod der Mutter am 13. April 1555, der ihn tief bewegte, alleiniger König von Spanien geworden. Er verfĂŒgte die unbedingte Primogenitur, so dass nach seinem Sohn Philipp dessen Sohn Don Carlos die Nachfolge antreten wĂŒrde. Am 2. Oktober 1555 legte er das Amt des Großmeisters des Ordens von Goldenen Vlies nieder. Am 25. Oktober ĂŒbergab er die Herrschaft ĂŒber die Niederlande an Philipp. Karl in Trauerkleidung erschien gestĂŒtzt auf Wilhelm von Oranien zum feierlichen Staatsakt. Dort hielt er eine Ansprache und hielt RĂŒckblick auf sein Leben.

Auszug aus der AbdankungserklĂ€rung Kaiser Karls V. – BrĂŒssel, 25. Oktober 1555

„Vor vierzig Jahren, am selben Ort, am Vorabend des Dreikönigstages, hat mich der Kaiser, mein Großvater, fĂŒr volljĂ€hrig erklĂ€rt. Dann wurde ich König von Spanien, dann selbst Kaiser – Ich habe die Kaiserkrone gesucht, nicht um ĂŒber noch mehr Reiche zu gebieten, sondern um fĂŒr das Wohl Deutschlands und der anderen Reiche zu sorgen, der gesamten Christenheit Frieden und Eintracht zu erhalten und zu schaffen und ihre KrĂ€fte gegen die TĂŒrken zu wenden. Ich habe darum viel beschwerliche Reisen machen, viele beschwerliche Kriege fĂŒhren mĂŒssen 
 aber niemals mutwillig, sondern stets sehr gegen meinen Willen als Angegriffener 
“

„Große Hoffnung hatte ich – nur wenige haben sich erfĂŒllt, und nur wenige bleiben mir: und um den Preis welcher MĂŒhen! Das hat mich schließlich mĂŒde und krank gemacht. Ihr wisst alle, wie sehr 
 Ich habe alle Wirrnisse nach Menschenmöglichkeit bis heute ertragen, damit niemand sagen könnte, ich sei fahnenflĂŒchtig geworden. Aber jetzt wĂ€re es unverantwortlich, die Niederlegung noch lĂ€nger hinauszuzögern. Glaubt nicht, dass ich mich irgend MĂŒhen und Gefahren entziehen will: Meine KrĂ€fte reichen einfach nicht mehr hin. Vertraut meinem Sohn, wie er euch vertraut, seid einig, ĂŒbt stets Gerechtigkeit und lasset den Unglauben nicht in eure Reihen.“

„Was mich betrifft: ich weiß, daß ich viele Fehler begangen habe, große Fehler, erst wegen meiner Jugend, dann wegen des menschlichen Irrens und wegen meiner Leidenschaften, und schließlich aus MĂŒdigkeit. Aber bewusst habe ich niemandem Unrecht getan, wer es auch sei. Sollte dennoch Unrecht entstanden sein, geschah es ohne mein Wissen und nur aus Unvermögen: ich bedaure es öffentlich und bitte jeden, den ich gekrĂ€nkt haben könnte, um sein Verzeihen.[103] “

Am 16. Januar 1556 gingen dann auch Kastilien, Aragon, Sizilien und die amerikanischen Kolonien an seinen Sohn Philipp ĂŒber.[104]

Das ZurĂŒckstellen der Abdankung im Reich hatte etwas mit der KlĂ€rung der Nachfolge zusammen, dazu bedurfte es der Zustimmung der KurfĂŒrsten und Ferdinand wollte dabei aller EventualitĂ€ten insbesondere durch französische EinflĂŒsse ausgeschlossen wissen. Da kam der auf fĂŒnf Jahre angelegte Waffenstillstand 1556 gelegen. Allerdings begannen die Osmanen eine neue Offensive, was die MachtĂŒbergabe weiter verzögerte. Karl reiste nach Spanien ab und ĂŒberließ Ferdinand am 8. August 1556 die Regierung des Reiches. Am 12. September 1556 stellte er den KurfĂŒrsten seine förmliche Abdankungsurkunde zu, ein einmaliger Vorgang in der Geschichte des Heiligen Römischen Reiches. [105] Ferdinand I. wurde jedoch erst am 26. Februar 1558 durch die KurfĂŒrsten als „erwĂ€hlter Kaiser“ im Heiligen Römischen Reich anerkannt.

Letzte Jahre

Grab Kaiser Karls V. im Escorial

Karl V. zog sich in eine Villa im Renaissancestil bei San JerĂłnimo de Yuste (Extremadura) zurĂŒck. Sein dortiger Hofstaat war mit etwa 50 Personen relativ klein. Weil die Staatsfinanzen katastrophal waren, musste auch der kleine Hof mit nur 20.000 Dukaten pro Jahr auskommen. An die Villa war ein Kloster angeschlossen. Von einem Raum der Villa hatte der Kaiser einen direkten Blick auf den Hochaltar und Zugang zur Klosterkirche. Nur selten hat er noch mit RatschlĂ€gen versucht Einfluss auszuĂŒben. Seine umfangreiche Uhrsammlung hatte er mit nach Yuste mitgenommen, darunter vier von dem berĂŒhmten italienischen Uhrmacher Juanelo Turriano. Im Schloss stand ihm nur eine kleine Bibliothek zur VerfĂŒgung. Er hat in Yuste viel Zeit mit seinem Beichtvater verbracht.[106]

In Yuste verstarb er am 21. September 1558 an den Folgen der Malaria, die in der Gegend endemisch war. Die Verdachtsdiagnose Malaria tropica konnte 2007 durch ein Pathologenteam der UniversitĂ€t Barcelona anhand mikroskopischer Untersuchungen an einem mumifizierten Fingerglied des Kaisers zweifelsfrei bewiesen werden[107].

Der Leichnam des Kaisers wurde unter dem Altarraum des Klosters beigesetzt, seine Leiche wurde spĂ€ter von seinem Sohn Philipp II. in das Kloster El Escorial bei Madrid ĂŒbergefĂŒhrt, wobei bereits bei der ÜberfĂŒhrung festgestellt wurde, dass der Leichnam eine Spontanmumifikation durchgemacht hatte.

Kunstförderung

Die Kunst setzte Karl bewusst zu Propgandazwecke ein. Besonders deutlich wird dies bei den Bildprogrammen anlĂ€sslich verschiedener triumphaler EinzĂŒge in italienische oder niederlĂ€ndische StĂ€dte. In Mantua schuf Giulio Romano eine SĂ€ule nach dem Vorbild der TrajanssĂ€ule. Nach dem Sieg im Tunisfeldzug wurden 1535 bei seinem Einzug in Neapel Verbindungen zu Scipio Africanus, Hannibal, Alexander dem Großen und CĂ€sar gezogen. Auf der Alhambra von Granada ließ Karl 1533 einen neuen Palast im Stil der Renaissance erbauen, der bei seinem Tod allerdings noch unvollendet war. Vergleichsweise selten trat Karl als MĂ€zen auf. Eine besondere Rolle auch zur Verbreitung des von Karl gewĂŒnschten Kaiserbildes spielte Tizian, der von ihm 1532/33 ein erstes Ganzkörperbildnis malte. Tizian lĂ€sst sich zeitweise dem kaiserlichen Hof zurechnen. Zu einer lĂ€ngeren Begegnung zwischen Karl und Tizian kam es anlĂ€sslich der Reichstage in Augsburg in den Jahren 1547/48 und 1550/51. Zu dieser Zeit entstand auch das Reiterbild, das Karl nach der Schlacht bei MĂŒhlhausen zeigte. Der niederlĂ€ndische Maler Jan Cornelisz Vermeyen schuf in Karls Auftrag Bilder vom Tunisfeldzug, bei dem er selbst anwesend gewesen war. Willem de Pannemaker der damals fĂŒhrende Gobelinweber in BrĂŒssel verherrlichte den Sieg in Tunis in einer Serie von Tapisserien. Karl unterhielt eine Hofkapelle aus niederlĂ€ndischen SĂ€ngern. Leiter war Nicolas Gombert der auch verschiedene anlassbezogene Kompositionen fĂŒr Karl schuf.[108]

Persönlichkeit und Charakter

Johanna von Spanien, GemÀlde von Alonso Sånchez Coello
Karl und seine Geliebte Barbara Blomberg (auf einem nicht zeitgenössischen Holzstich von 1894)

Karl war von hoch gewachsener, krÀftiger Gestalt mit blassem Teint und feinen rotblonden Haaren. Auf JugendportrÀts ist zu erkennen, dass er hervorquellende Augen hatte und einen schweren nach vorn gestreckten Unterkiefer. Weiter hatte er auch jene lÀngliche Kopfform, die spÀter ein Charakteristikum der österreichischen Habsburgerlinie wurde.

In seiner Jugend gab er viel Geld fĂŒr Kleidung aus, spĂ€ter trug er meist ernstes Schwarz.[109] Er schwankte zwischen Lethargie und Ausdauer sowie Starrsinn. Große Entscheidungen zögerte er zeit seines Lebens hinaus und tendierte Richtung nachdenklicher Entscheidungen. Gelobt wurde seine Selbstbeherrschung. Im Krieg konnte er auch grausam sein. Außerdem neigte er, wie bereits seine Mutter, zu Depressionen. Er war schweigsam und wirkte unnahbar.[110]

Mit seiner Frau lebte er nur wenige Jahre zusammen, zumal Isabella stets in Spanien blieb. Nachdem sie 1539 gestorben war, hörte er tĂ€glich eine Messe fĂŒr ihre Seele. Seine Kinder vor allem sein Sohn Philipp waren ihm wichtig und der Sohn hat ihn sehr geschĂ€tzt. Neben der Familie hatte er durchaus außereheliche AffĂ€ren. Bereits am Hof seiner Tante Margarete hatte er mit der Magd Johanna van Gheest erste sexuelle Erfahrungen gemacht und eine Tochter gezeugt. Margarete von Parma erkannte er als seine natĂŒrliche (das heißt außereheliche) Tochter an. SpĂ€ter hatte er eine Beziehung zu einer Regensburger BĂŒrgertochter mit Namen Barbara Blomberg. Aus der Beziehung stammte der Sohn Juan de Austria, den er nach Spanien holte und dort versorgte. Er war ausgesprochen fromm, hat aber nicht wie seine VorgĂ€nger Klöster oder andere Stiftungen gemacht. [111]

Nach 1536 hatte er sein Interesse fĂŒr die Astronomie und die Naturphilosophie, in die er sich von Alonso de Santa Cruz, einem gelehrten Kosmographen, einfĂŒhren ließ, entdeckt. Ihn faszinierten die damals schon sehr prĂ€zisen Land- und Seekarten. Unter den Werken mit denen er sich beschĂ€ftigte war auch die von Kopernikus verfasste Schrift De Revolutionibus Orbium Coelestium.[112]

Seine ungesund wirkende Gesichtsfarbe kam möglicherweise von seinen schon frĂŒh chronischen Verdauungsstörungen. Bereits als er noch am Hof in Gent lebte, hieß es, er sei gefrĂ€ĂŸig und auch schlecht kauend – und der ĂŒbergroße Appetit blieb ihm bis ins hohe Alter. Aufgrund seiner Völlerei litt er allerdings dreißig Jahre lang an der Gicht. Auch diese Diagnose konnte im Jahre 2006 durch Untersuchungen an dem außerhalb des Sarkophags in der Sakristei der Klosterkirche von San Lorenzo de El Escorial aufbewahrten, mumifizierten Fingerglieds des Kaisers medizinisch zweifelsfrei erhĂ€rtet werden[113]. Die Untersuchung des terminalen Fingerglieds ergab eine massive Ansammlung charakteristisch geformter HarnsĂ€urekristalle mit weit fortgeschrittener Zerstörung der Knochenmasse. Die höchstgradige Gichterkrankung muss Karl V. große Schmerzen verursacht haben und macht seine Lebensleistung um so bewundernswerter. DarĂŒber hinaus litt er an HĂ€morrhoiden, was ihm das Reisen zu Pferde mehr und mehr unertrĂ€glich machte, sodass der auch von Asthma GequĂ€lte in seinen letzten Jahren der Regierung nur noch in Kutschen und SĂ€nften unterwegs war. Nachdem er auch den Weisungen der Ärzte hinsichtlich DiĂ€thaltens nicht Folge leistete und weiterhin auch Unmengen von Bier (bereits zum FrĂŒhstĂŒck) trank, verschlimmerte dies Gicht und HĂ€morrhoiden, und in Yuste wurden auch noch Anzeichen der Zuckerkrankheit bemerkbar.

Nachkommen

Am 10. MĂ€rz 1526 heiratete Karl V. in Sevilla Isabella, Schwester von Johann III. von Portugal, der kurz vorher erst Karls Schwester Katharina geehelicht hatte. Karl und Isabella hatten folgende Kinder:

Karls V. hatte zwei uneheliche Kinder, beide hat er als „natĂŒrliche“, legitime Nachkommen anerkannt:

mit Johanna von Gheenst aus Oudenaarde (Flandern)

mit Barbara Blomberg aus Regensburg

Ahnentafel

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Friedrich III. (1415–1493)
Römisch-deutscher Kaiser
 
 
 
 
 
 
 
Maximilian I. (1459–1519)
Römisch-deutscher Kaiser
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Eleonore Helena von Portugal (1434–1467)
Infantin von Portugal
 
 
 
 
 
 
 
Philipp der Schöne (1478–1506)
König von Kastilien und León
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Karl der KĂŒhne (1433–1477)
Herzog von Burgund
 
 
 
 
 
 
 
Maria von Burgund (1457–1482)
Herzogin von Burgund
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Isabella von Bourbon (1437–1465)
 
 
 
 
 
 
 
Karl V. (1500–1558)
Römisch-deutscher Kaiser, König beider Sizilien, von Aragón, Kastilien und Leon
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Johann II. (1397–1479)
König von Aragón und Navarra
 
 
 
 
 
 
 
Ferdinand II. der Katholische (1452–1516)
König von Aragón, Kastilien und León
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Juana Enríquez (1425–1468)
 
 
 
 
 
 
 
Johanna die Wahnsinnige (1479–1555)
Titularkönigin von Kastilien und León
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Johann II. (1405–1454)
König von Kastilien und León
 
 
 
 
 
 
 
Isabella I. die Katholische (1451–1504)
Königin von Kastilien und León
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Isabella von Portugal (1428–1496)
Infantin von Portugal
 
 
 
 
 
 

Literatur

Quellensammlungen
Monografien
  • Manuel FernĂĄndez Álvarez: Imperator mundi: Karl V. – Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Stuttgart 1977, ISBN 3-7630-1178-1.
  • Manuel FernĂĄndez Álvarez: Carlos V – El CĂ©sar y el hombre. Barcelona 1999.
  • Karl Brandi: Kaiser Karl V. Werden und Schicksal einer Persönlichkeit und eines Weltreiches. 5. Aufl., Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1959.
  • Norbert Conrads: Die Abdankung Kaiser Karls V. Abschiedsvorlesung, UniversitĂ€t Stuttgart, 2003 (Volltext)
  • Stephan Diller, Joachim Andraschke, Martin Brecht: Kaiser Karl V. und seine Zeit. Ausstellungskatalog. UniversitĂ€ts-Verlag, Bamberg 2000, ISBN 3-933463-06-8.
  • Sigrid-Maria GrĂ¶ĂŸing: Karl V. - Herrscher zwischen den Zeiten und seine europĂ€ische Familie. Amalthea. Wien 1999, ISBN 3-85002-430-X.
  • Alfred Kohler: Karl V. 1500–1558. Eine Biographie. C. H. Beck, MĂŒnchen 2001, ISBN 3-406-45359-7.
  • Alfred Kohler, Barbara Haider. Christine Ortner (Hrsg): Karl V. 1500–1558. Neue Perspektiven seiner Herrschaft in Europa und Übersee. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2002, ISBN 3-7001-3054-6.
  • Ernst Schulin: Kaiser Karl V. Geschichte eines ĂŒbergroßen Wirkungsbereichs. Kohlhammer, Stuttgart 1999, ISBN 3-17-015695-0.
  • Ferdinand Seibt: Karl V. Goldmann, MĂŒnchen 1999, ISBN 3-442-75511-5
  • Luise Schorn-SchĂŒtte: Karl V. Kaiser zwischen Mittelalter und Neuzeit. Beck, MĂŒnchen 2000, ISBN 3-406-44730-9. (Rezension)
  • Kaiser Karl V. 1500–1558 - Macht und Ohnmacht Europas. Mailand 2000, ISBN 88-8118-699-3. (Rezension)
Lexikonartikel

Weblinks

 Commons: Karl V. â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Wikisource: Karl V. â€“ Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. ↑ Herbert Nette: Karl V. Reinbek, 1979 S.12
  2. ↑ Herbert Nette: Karl V. Reinbek, 1979 S.14
  3. ↑ Alfred Kohler: Karl V., Kaiser In: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 193 Onlinefassung
  4. ↑ Herbert Nette: Karl V. Reinbek, 1979 S.15
  5. ↑ Herbert Nette: Karl V. Reinbek, 1979 S.12f.
  6. ↑ Alfred Kohler: Karl V. (1519-1556). In: Die Kaiser der Neuzeit. MĂŒnchen, 1990 S.35
  7. ↑ Alfred Kohler: Karl V., Kaiser In: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 193 Onlinefassung
  8. ↑ Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europĂ€ische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 111f.
  9. ↑ Alfred Kohler: Karl V. (1519-1556). In: Die Kaiser der Neuzeit. MĂŒnchen 1990, S. 33
  10. ↑ Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europĂ€ische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 112
  11. ↑ Herbert Nette: Karl V. Reinbek 1979, S. 22
  12. ↑ Alfred Kohler: Karl V. (1519-1556). In: Die Kaiser der Neuzeit. MĂŒnchen, 1990 S.35
  13. ↑ Alfred Kohler: Karl V. (1519-1556). In: Die Kaiser der Neuzeit. MĂŒnchen, 1990 S.33
  14. ↑ Alfred Kohler: Karl V., Kaiser In: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 193 Onlinefassung
  15. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 148-151
  16. ↑ Alfred Kohler: Karl V. (1519-1556). In: Die Kaiser der Neuzeit. MĂŒnchen, 1990 S.33, S.41
  17. ↑ Gerhard Hartmann/Karl Schnith (Herausgeber): Die Kaiser, Seite 494. ISBN 3-86539-074-9
  18. ↑ Alfred Kohler: Karl V., Kaiser In: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 201 Onlinefassung
  19. ↑ Felix Hinz: Begegnungen von Kaiser Karl V. und HernĂĄn CortĂ©s
  20. ↑ Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europĂ€ische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 114
  21. ↑ Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europĂ€ische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 115
  22. ↑ Alfred Kohler: Karl V., Kaiser. In: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 201 Onlinefassung
  23. ↑ zit. nach Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europĂ€ische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 117
  24. ↑ Alfred Kohler: Karl V. Beitrag fĂŒr die Residenzenkommission
  25. ↑ Alfred Kohler: Karl V. (1519-1556). In: Die Kaiser der Neuzeit. MĂŒnchen, 1990 S.40
  26. ↑ Alfred Kohler: Karl V., Kaiser In: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S.194 Onlinefassung
  27. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 218f.
  28. ↑ Alfred Kohler: Karl V. (1519-1556). In: Die Kaiser der Neuzeit. MĂŒnchen 1990, S. 39f.
  29. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 151
  30. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 138
  31. ↑ Alfred Kohler: Karl V. (1519-1556). In: Die Kaiser der Neuzeit. MĂŒnchen 1990, S.38
  32. ↑ Alfred Kohler: Karl V., Kaiser In: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S.194f. Onlinefassung
  33. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 162-164
  34. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 158-161
  35. ↑ Alfred Kohler: Karl V., Kaiser In: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S.195. Onlinefassung
  36. ↑ Alfred Kohler: Karl V. (1519-1556). In: Die Kaiser der Neuzeit. MĂŒnchen, 1990 S.39
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  39. ↑ Herbert Nette: Karl V. Reinbek 1979, S. 48, S.57
  40. ↑ Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europĂ€ische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 127
  41. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 151f.
  42. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 152
  43. ↑ Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europĂ€ische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 126
  44. ↑ Alfred Kohler: Karl V., Kaiser In: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S.196. Onlinefassung
  45. ↑ Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europĂ€ische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 126
  46. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 153
  47. ↑ Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europĂ€ische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 127
  48. ↑ Alfred Kohler: Karl V., Kaiser In: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 197. Onlinefassung
  49. ↑ Alfred Kohler: Karl V., Kaiser In: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S.197. Onlinefassung
  50. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 205f.
  51. ↑ Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europĂ€ische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 130f.
  52. ↑ Alfred Kohler: Karl V., Kaiser In: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 198. Onlinefassung
  53. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 206
  54. ↑ Alfred Kohler: Karl V., Kaiser In: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S.198. Onlinefassung
  55. ↑ Gerhard Hartmann/Karl Schnith (Herausgeber): Die Kaiser, Seite 494. ISBN 3-86539-074-9
  56. ↑ Alfred Kohler: Karl V., Kaiser In: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S.200. Onlinefassung
  57. ↑ Alfred Kohler: Karl V., Kaiser In: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S.201. Onlinefassung
  58. ↑ Alfred Kohler: Karl V., Kaiser In: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S.201. Onlinefassung
  59. ↑ Alfred Kohler: Karl V., Kaiser In: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S.202. Onlinefassung
  60. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 206f.
  61. ↑ Alfred Kohler: Karl V., Kaiser In: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S.204f. Onlinefassung
  62. ↑ Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europĂ€ische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 40
  63. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 290
  64. ↑ Alfred Kohler: Karl V., Kaiser In: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S.209. Onlinefassung
  65. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 164f., S. 170f.
  66. ↑ Alfred Kohler: Karl V. (1519-1556). In: Die Kaiser der Neuzeit. MĂŒnchen 1990 S. 41
  67. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 211-213
  68. ↑ Alfred Kohler: Karl V. (1519-1556). In: Die Kaiser der Neuzeit. MĂŒnchen, 1990 S.42
  69. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 215f.
  70. ↑ Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europĂ€ische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 136f.
  71. ↑ Alfred Kohler: Karl V., Kaiser In: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S.200. Onlinefassung
  72. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 219
  73. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 220-223
  74. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 220
  75. ↑ Alfred Kohler: Karl V., Kaiser In: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S.200. Onlinefassung
  76. ↑ Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europĂ€ische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 137
  77. ↑ Alfred Kohler: Karl V. 1500–1558. Eine Biographie. C. H. Beck, MĂŒnchen 2005, S.222
  78. ↑ Alfred Kohler: Karl V. (1519-1556). In: Die Kaiser der Neuzeit. MĂŒnchen, 1990 S.46
  79. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 247
  80. ↑ Herbert Nette: Karl V. Reinbek, 1979 S.91f.
  81. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 248f.
  82. ↑ Alfred Kohler: Karl V. (1519-1556). In: Die Kaiser der Neuzeit. MĂŒnchen, 1990 S.46
  83. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 251
  84. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 209f.
  85. ↑ Alfred Kohler: Karl V. (1519-1556). In: Die Kaiser der Neuzeit. MĂŒnchen, 1990 S.47
  86. ↑ Herbert Nette: Karl V. Reinbek, 1979 S.99-103
  87. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 263
  88. ↑ Alfred Kohler: Karl V. (1519-1556). In: Die Kaiser der Neuzeit. MĂŒnchen 1990, S. 49
  89. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 259-261
  90. ↑ Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europĂ€ische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 138
  91. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 262-265
  92. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 280
  93. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 268-272
  94. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 273f.
  95. ↑ Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europĂ€ische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 139
  96. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 274-278
  97. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 290
  98. ↑ Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europĂ€ische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 140
  99. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 291
  100. ↑ Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europĂ€ische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 241
  101. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 293-299
  102. ↑ Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europĂ€ische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 143
  103. ↑ Gerhard Geißler: EuropĂ€ische Dokumente aus fĂŒnf Jahrhunderten. Esche, Leipzig 1939. S. 85.
  104. ↑ Karl Brandi: Kaiser Karl V., Verlag F. Bruckmann, MĂŒnchen, 7. Auflage 1964, S. 528–529.
  105. ↑ Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500-1600. MĂŒnchen 1989, S. 302f.
  106. ↑ Alfred Kohler: Karl V. Beitrag fĂŒr die Residenzenkommission
  107. ↑ J. de Zulueta: The cause of death of Emperor Charles V. In: Parassitologia. 49, Nr. 1-2, Juni 2007, S. 107–109. PMID 18412053.
  108. ↑ Alfred Kohler: Karl V. Beitrag fĂŒr die Residenzenkommission
  109. ↑ Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europĂ€ische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 149f.
  110. ↑ Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europĂ€ische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 250
  111. ↑ Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europĂ€ische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 151f.
  112. ↑ Herbert Nette: Karl V. Reinbek, 1979 S.89
  113. ↑ Jordi Alonso, J. de Zulueta et al.: The severe gout of Holy Roman Emperor Charles V. In: N. Engl. J. Med.. 355, Nr. 5, August 2006, S. 516–20. doi:10.1056/NEJMon060780. PMID 16885558.
VorgÀnger Amt Nachfolger
Maximilian I. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches
1519–1556
Ferdinand I.
Ferdinand II. und Johanna König von Spanien
1516–1556
Philipp II.
Ferdinand II. König von Sardinien
1516–1554
Maximilian I. Erzherzog von Österreich
1519–1521
Ferdinand I.
Herzog von Luxemburg
1516–1555
Philipp II.
Francesco II. Sforza Herzog von Mailand
1535–1554
Johanna von TrastĂĄmara FĂŒrst von Asturien
1506–1516
Philipp von Österreich
Philipp I. Großmeister des Ordens vom Goldenen Vlies
1506–1555
Philipp II.

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