Karnataka

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Karnataka
Karnataka - ŗ≤ēŗ≤įŗ≥ćŗ≤®ŗ≤ĺŗ≤üŗ≤ē
Seal of Karnataka.svg
Status: Bundesstaat
Hauptstadt: Bangalore
Fläche: 191.791 km²
Einwohner: 61.130.704 (2011)
Bevölkerungsdichte: 319 Einwohner je km²
Amtssprache: Kannada
Gouverneur: Hansraj Bhardwaj
Chief Minister: D. V. Sadananda Gowda (BJP)
Website: www.karnataka.gov.in
Delhi Goa Dadra und Nagar Haveli Tamil Nadu Kerala Andhra Pradesh Arunachal Pradesh Assam Bihar Chhattisgarh Gujarat Haryana Himachal Pradesh Jammu und Kashmir Jharkhand Karnataka Madhya Pradesh Maharashtra Manipur Meghalaya Mizoram Nagaland Orissa Punjab Rajasthan Sikkim Tripura Uttarakhand Uttar Pradesh Westbengalen Andamanen und Nikobaren LakshadweepKarte
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Karnataka (Kannada: ŗ≤ēŗ≤įŗ≥ćŗ≤®ŗ≤ĺŗ≤üŗ≤ē KarnńĀŠĻ≠aka) ist ein s√ľdindischer Bundesstaat mit einer Fl√§che von 191.791 Quadratkilometern und 61 Millionen Einwohnern (Volksz√§hlung 2011). Bis 1973 hie√ü Karnataka noch Mysore. Dieser Staat war 1956 durch Zusammenlegung der damaligen Staaten Mysore, Coorg sowie Teilen der Staaten Hyderabad, Madras und Bombay gebildet worden. Die Hauptstadt Karnatakas ist Bangalore, die Amtssprache Kannada.

Inhaltsverzeichnis

Etymologie

Der Name Karnataka hat denselben etymologischen Ursprung wie Kannada, die Bezeichnung der in der Region gesprochenen Sprache. Er leitet sich wahrscheinlich von den dravidischen W√∂rtern karu f√ľr ‚Äěschwarz‚Äú und nńĀŠĻ≠u f√ľr ‚ÄěLand‚Äú ab und verweist auf die Schwarzerde des Dekkan-Hochlands. Urspr√ľnglich bezeichnete Karnataka genauso wie heute das kannadasprachige Gebiet im s√ľdwestlichen Dekkan. W√§hrend der britischen Kolonialzeit wurde die anglisierte Bezeichnung Carnatic auf das s√ľdlich gelegene Flachland zwischen den Ostghats und der Koromandelk√ľste √ľbertragen, w√§hrend der √ľber Kannada ebenfalls von Karnataka abgeleitete Name Canara den K√ľstenstreifen im Westen bezeichnete. So fanden die Kampfhandlungen der Karnataka-Kriege zum gr√∂√üten Teil nicht im heutigen Karnataka sondern im n√∂rdlichen Tamil Nadu statt. Mit der Umbenennung des Bundesstaates Mysore, der 1956 aus den kannadasprachigen Gebieten gebildet worden war, im Jahr 1973 wurde der Begriff Karnataka in seiner Sanskrit-Form wieder zu seiner urspr√ľnglichen Bedeutung zur√ľckgef√ľhrt.

Geographie

Topografische Karte Karnatakas

Karnataka grenzt an die Bundesstaaten Goa im Nordwesten, Maharashtra im Norden, Andhra Pradesh im Osten, Tamil Nadu im S√ľdosten und Kerala im S√ľdwesten, sowie an das Arabische Meer im Westen.

Karnataka gliedert sich in drei landschaftliche Gro√ür√§ume. Auf die 320 Kilometer lange und nur 48 bis 64 Kilometer breite K√ľstenebene im Westen folgen die Bergketten der Westghats, die in Karnataka eine H√∂he von bis zu 1923 Metern erreichen. Den gr√∂√üten Teil des Bundesstaats nimmt das Hochland von Dekkan ein.

Auf dem Dekkan entspringen auch die drei wichtigsten Fl√ľsse Kaveri, Krishna und Tungabhadra.

Klima

In Karnataka herrscht tropisches Klima. Überall im Land werden die klimatischen Verhältnisse maßgeblich vom Monsun beeinflusst. Der Sommermonsun dauert von Juni bis September, wobei die Niederschläge je nach Region unterschiedlich stark ausfallen.

An der K√ľste herrscht tropisches Wechselklima. Es ist ganzj√§hrig hei√ü ‚Äď im Jahresmittel um 27 Grad Celsius ‚Äď bei geringen Temperaturschwankungen im Jahresverlauf. W√§hrend des Sommermonsuns kommt es zu starken Niederschl√§gen. Von Oktober bis Dezember k√∂nnen noch schwache Nachmonsunregen auftreten. Die restlichen Monate sind zwar niederschlagsfrei, teilweise herrscht aber dennoch hohe Luftfeuchtigkeit, besonders unmittelbar vor und nach dem Monsun. √úber das Jahr verteilt fallen je nach Ort bis zu 3500 mm. Die hinter der schmalen K√ľstenebene aufsteigenden Westghats geh√∂ren zu den regenreichsten Gegenden Indiens. Dort gibt es einige Orte mit j√§hrlichen Niederschlagsmengen von mehr als 5000 mm.

Auch im Hochland von Dekkan, das den gr√∂√üten Teil Karnatakas einnimmt, herrscht tropisches Wechselklima, allerdings ein wesentlich trockeneres als an der K√ľste. Die Temperaturen schwanken st√§rker, da der ausgleichende Meereseinfluss fehlt. Die Jahresdurchschnittstemperaturen liegen h√∂henbedingt teils deutlich niedriger als an der K√ľste, dennoch wird es in den Sommermonaten auch auf dem Dekkan unertr√§glich hei√ü. In den niedriger gelegenen Regionen im Norden Karnatakas (Bijapur, Gulbarga, Raichur, Bellary) sind die Niederschl√§ge mit 500 bis 600 mm pro Jahr am geringsten; gleichzeitig wird es dort im Sommer am hei√üesten. In den anderen, h√∂her gelegenen Teilen des Hochlandes fallen die j√§hrlichen Regenmengen etwas h√∂her aus. Die gr√∂√üte Stadt des Staates, Bangalore, ist bekannt als moskitofreie Zone.

Bevölkerung

Demografie

Nach der indischen Volkszählung 2011 beträgt die Einwohnerzahl Karnatakas 61.130.704.[1] Damit ist Karnataka gemessen an der Einwohnerzahl Indiens neuntgrößter Bundesstaat. Die Bevölkerungsdichte liegt mit 319 Einwohnern pro Quadratkilometer unter dem gesamtindischen Durchschnitt (382 Einwohner pro Quadratkilometer). 38,6 Prozent der Einwohner leben in Städten.[2] Der Urbanisierungsgrad ist damit höher als im Mittelwert Indiens (31,2 Prozent). Die Bevölkerung Karnatakas wächst etwas niedriger als in anderen Landesteilen Indiens. Von 2001 bis 2011 verzeichnete Karnataka ein Bevölkerungswachstum von 15,7 Prozent, während der Landesdurchschnitt 17,6 Prozent beträgt.

Sprachen

Mehrsprachiges Schild in Bangalore (Kannada, Tamil, Englisch)
Sprachen in Karnataka
Sprache Prozent
Kannada
 ‚ÄČ
66,3%
Urdu
 ‚ÄČ
10,5%
Telugu
 ‚ÄČ
7,0%
Marathi
 ‚ÄČ
3,6%
Tamil
 ‚ÄČ
3,6%
Tulu
 ‚ÄČ
2,8%
Hindi
 ‚ÄČ
2,6%
Konkani
 ‚ÄČ
1,5%
Malayalam
 ‚ÄČ
1,3%
Andere
 ‚ÄČ
0,8%
Verteilung der Sprachen (Zensus 2001)[3]

Hauptsprache Karnatakas ist das zu den dravidischen Sprachen gehörende Kannada, nach dessen Sprachgrenzen wurden die Grenzen des Bundesstaates gezogen. Kannada dient in Karnataka als alleinige Amtssprache. Es wird von zwei Dritteln der Bevölkerung als Muttersprache verwendet, viele Sprecher anderer Sprachen beherrschen es als Zweitsprache.

Au√üer den Kannadigas (Sprechern des Kannada) leben in Karnataka zahlreiche sprachliche Minderheiten: Zweitgr√∂√üte Sprache ist das von den meisten Muslimen gesprochene Urdu, eine indoarische Sprache. Seine Sprecher machen ein Zehntel der Bev√∂lkerung aus. Au√üerdem gibt es betr√§chtliche Zahl von Sprechern der Sprachen der Nachbarbundesstaaten: Entlang der Grenze zu Andhra Pradesh gibt es eine Telugu sprechende Minderheit, in Teilen Nordkarnatakas um die Stadt Belgaum wird mehrheitlich das indoarische Marathi, die Hauptsprache des n√∂rdlichen Bundesstaates Maharashtra, gesprochen. An der K√ľste lebt eine christliche, urspr√ľnglich aus Goa eingewanderte Minderheit, die das eng mit dem Marathi verwandte Konkani spricht. Auch die Sprachen der beiden s√ľdlichen Nachbarbundesstaaten, Tamil und Malayalam, sind in Karnataka verbreitet.

Im S√ľdwesten Karnatakas werden zwei kleinere Regionalsprachen gesprochen: In der K√ľstengegend um Mangalore leben 1,5 Millionen Sprecher des Tulu, in den Bergen im Distrikt Kodagu (Coorg) sprechen rund 160.000 Menschen Kodava (Coorgi). Beide Sprachen geh√∂ren der dravidischen Sprachfamilie an.

In Karnatakas Hauptstadt Bangalore herrscht ein buntes Sprachengewirr. Kannada wird dort nur von einem knappen Drittel der Einwohner verwendet. Stattdessen gibt es gro√üe Zahlen von Sprechern von Tamil, Telugu und Urdu. Als Bildungs- und Verkehrssprache ist Englisch praktisch √ľberall gegenw√§rtig.

Religionen

Religionen in Karnataka
Religion Prozent
Hinduismus
 ‚ÄČ
83,9%
Islam
 ‚ÄČ
12,2%
Christentum
 ‚ÄČ
1,9%
Andere
 ‚ÄČ
2,0%
Verteilung der Religionen (Zensus 2001)[4]

Hindus stellen mit 83,9 Prozent die deutliche Bev√∂lkerungsmehrheit, ein Anteil, der in etwa dem gesamtindischen Durchschnitt entspricht. Auch die Anteile an Muslimen und Christen liegen mit 12,2 Prozent bzw. 1,9 Prozent nah am Landesdurchschnitt. Ihre Verteilung √ľber die Fl√§che Karnatakas ist jedoch ungleichm√§√üig. W√§hrend sich die muslimische Bev√∂lkerung vorwiegend im Norden des Staates und in Bangalore konzentriert, leben fast s√§mtliche Christen in der K√ľstenregion.

Von gro√üer Bedeutung ist die Minderheit der Jainas, die zwar nur 0,8 Prozent der Einwohner ausmacht, aber dennoch wichtige Beitr√§ge zur Kulturgeschichte Karnatakas geleistet hat. Auch im Wirtschaftsleben ist ihr Einfluss un√ľbersehbar. Eine weitere Minderheit ist die der Buddhisten (0,7 Prozent). Zu ihnen geh√∂ren sowohl Anh√§nger des von B. R. Ambedkar begr√ľndeten Dalit-Buddhismus, die sich im Norden Karnatakas wie im benachbarten Maharashtra finden, als auch die Nachfahren tibetischer Fl√ľchtlinge, die in den 1960er Jahren an Orten wie Bylakuppe angesiedelt wurden. 0,5 Prozent verteilen sich auf sonstige Religionen.

Bildung

Die Alphabetisierungsrate Karnatakas liegt mit 75,6 Prozent (M√§nner: 82,3 Prozent, Frauen: 68,1 Prozent) nur wenig √ľber dem indischen Durchschnitt (74,0 Prozent, Stand jeweils Volksz√§hlung 2011).[5]

Karnataka verf√ľgt √ľber 16 Universit√§ten bzw. h√∂here Bildungseinrichtungen mit dem Status einer Universit√§t, davon allein drei in der Hauptstadt Bangalore: die Bangalore University, die University of Agricultural Sciences sowie das Indian Institute of Science. Karnatakas √§lteste Universit√§t ist jedoch die 1916 gegr√ľndete University of Mysore.

Städte

Bangalore: Mit Abstand größte Stadt Karnatakas

Die mit Abstand gr√∂√üte Stadt Karnatakas ist die im S√ľdosten des Bundesstaates gelegene Hauptstadt Bangalore. Durch ihren wirtschaftlichen Aufschwung hat die IT-Metropole ein erhebliches Bev√∂lkerungswachstum erlebt und ist mittlerweile die drittgr√∂√üte Stadt Indiens. Mit 8,4 Millionen Einwohnern beherbergt Bangalore ein Siebtel der ganzen Bev√∂lkerung Karnatakas und ist neunmal so gro√ü wie die n√§chstgr√∂√üte Stadt des Bundesstaates, die im Nordwesten Karnatakas gelegene Doppelstadt Hubli-Dharwad. Drittgr√∂√üte Stadt ist das im S√ľden gelegene Mysore, das als ehemalige Hauptstadt des K√∂nigreichs Mysore historisch bedeutsam ist.

Anl√§sslich des f√ľnfzigsten Jahrestags der Gr√ľndung des Bundesstaats im Jahr 2006 beschloss die Regierung von Karnataka nach einem Vorschlag des Schriftstellers U. R. Ananthamurthy, die englischen Namen von 13 St√§dten in Karnataka in ihre Kannada-Namensformen umzubenennen. So soll aus Bangalore Bengaluru und aus Mysore Mysuru werden. Da die indische Zentralregierung der Namens√§nderung bisher nicht zugestimmt hat, ist der Umbenennungsprozess aber noch nicht abgeschlossen.[6] Die neuen Namensformen werden in Klammern aufgef√ľhrt. Die Einwohnerzahlen sind auf dem Stand der Volksz√§hlung 2011.

Stadt Einwohner Stadt Einwohner
1 Bangalore (Bengaluru) 8.425.970 8 Bellary (Ballari) 409.644
2 Hubli-Dharwad (Hubbali-Dharwad) 943.857 9 Bijapur (Vijayapura) 326.360
3 Mysore (Mysuru) 887.446 10 Shimoga (Shivamogga) 322.428
4 Gulbarga (Kalburgi) 532.031 11 Tumkur (Tumakuru) 305.821
5 Belgaum (Belagavi) 488.292 12 Raichur 232.456
6 Mangalore (Mangaluru) 484.785 13 Bidar 211.944
7 Davanagere 435.128 14 Hospet (Hosapete) 206.159
Quelle: Census of India 2011.

Geschichte

Fr√ľhe Geschichte (bis ca. 3. Jahrhundert n. Chr.)

Karnatakas Fr√ľhgeschichte weist einige Unterschiede zu den fr√ľhen Kulturen Nordindiens auf. So begann die Eisenzeit in Karnataka schon viel fr√ľher, wie Funde von Eisenwaffen aus der Zeit um 1200 v. Chr. belegen. Dennoch stand der Norden des heutigen Karnataka unter der Herrschaft nordindischer Dynastien, wie der Nanda im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. und der Maurya im 4. und 3. vorchristlichen Jahrhundert. Danach weitete die Dynastie der aus Andhra oder Maharashtra stammenden Satavahana, ehemals Vasallen der Maurya, ihren Machtbereich auf den Norden Karnatakas aus. Die Pallava l√∂sten sie im 3. Jahrhundert n. Chr. ab und dehnten ihr eigenes Reich f√ľr kurze Zeit bis zum Fluss Krishna aus.

Kadamba und Ganga (ca. 350 bis 550)

‚Üí Hauptartikel: Kadamba und Ganga (Dynastie)

Zwei √∂rtliche Dynastien beendeten die Vorherrschaft der Pallava. Um 345 begr√ľndete der Brahmane Mayurasarman das Haus Kadamba. Er lehnte sich gegen die Pallava auf, die ihn schlie√ülich als Herrscher Nordkarnatakas anerkennen mussten.

Auch im S√ľden Karnatakas wurden die Pallava etwa zur gleichen Zeit von den Ganga abgel√∂st.

Chalukya von Badami (ca. 550 bis 757)

‚Üí Hauptartikel: Chalukya

Um die Mitte des 6. Jahrhunderts begann sich eine neue Macht zu regen: die Chalukya, um 550 von Prinz Pulakeshin I. (reg. als K√∂nig bis 566) begr√ľndet. Urspr√ľnglich in Aihole, im n√∂rdlichen Zentralkarnataka, residierend, machte Pulakeshin schon bald das nahe gelegene Vatapi (Badami) zu seiner neuen Hauptstadt, von wo er die Kadamba und Ganga, und damit ganz Karnataka, unterwarf. Pulakeshin II. (reg. 609-642) errichtete ein riesiges Reich zwischen der Narmada im Norden und dem Kaveri im S√ľden. Auch weite Teile der heutigen Staaten Gujarat, Madhya Pradesh, Chhattisgarh und Orissa waren den Chalukya zeitweise untertan. Rund 200 Jahre lang bestimmten sie die Geschicke Karnatakas und weiter Teile S√ľd- und Zentralindiens. Auch kulturell leiteten sie eine neue √Ąra ein. Die Chalukya-Hauptst√§dte Badami, Aihole und Pattadakal zeugen noch heute mit pr√§chtigen Tempelbauten von Macht und Glanz ihrer Erbauer.

Gl√ľcklos waren die Chalukya jedoch bei dem Versuch, ihre st√§ndigen Feinde, die Pallava, niederzuringen. Stattdessen gelang es letzteren 642, Badami einzunehmen und Pulakeshin II. zu t√∂ten. Der Erfolg war aber nur von kurzer Dauer, da sich die Chalukya schnell wieder erholten.

Rashtrakuta (757 bis 973)

‚Üí Hauptartikel: Rashtrakuta

Das Ende der Chalukya kam gegen 757, als ihr Vasall Dantidurga (reg. 753-757) den K√∂nig st√ľrzte. Sein Herrscherhaus, die Rashtrakuta, √ľbertraf die Macht seiner Vorg√§nger sogar noch, indem er Bengalen und das nordindische Kannauj am Ganges zur Tributzahlung zwang. Zu den kulturellen Errungenschaften der Rashtrakuta-Zeit z√§hlt die Herausbildung der Kannada-Literatur. Die √§ltesten in dieser Sprache verfassten √úberlieferungen stammen aus dem 9. Jahrhundert.

Chalukya von Kalyani (973 bis 1187)

‚Üí Hauptartikel: Chalukya

973 entmachteten die Chalukya ihre einstigen Widersacher wieder. Als neue Hauptstadt lie√üen sie Kalyani nahe dem heutigen Bidar erbauen. Zwar konnten sie ihr altes Reich mit Ausnahme Gujarats wiedererlangen, sahen sich aber den st√§ndigen Angriffen des tamilischen Chola-Reiches ausgesetzt, denen sogar die Einnahme Kalyanis gelang. Erst Someshvara I. (reg. 1042-1068) vermochte es, sie aufzuhalten und ihren K√∂nig Rajadhiraja 1052 zu besiegen. Seine Nachfolger Someshvara II. (reg. 1068-1076) und Vikramaditya II. (reg. 1076-1127) setzten den Kampf gegen die Chola fort. Die Chola wurden zwar nicht endg√ľltig besiegt, als ernsthafte Konkurrenten aber zun√§chst ausgeschaltet. Dennoch verfiel das Chalukya-Reich nach dem Tode Vikramadityas II. durch neue innere und √§u√üere Feinde zusehends.

Yadava, Hoysala und Sultane von Delhi (1186/87 bis 1346/47)

‚Üí Hauptartikel: Hoysala
Tempelarchitektur der Hoysala in Belur

Die neuen Feinde waren die Hoysala, die schon seit dem 11. Jahrhundert als Vasallen den S√ľden Karnatakas verwalteten, sowie die aus Maharashtra in den Norden Karnatakas eindringenden Yadava. Auch letztere waren einst Vasallen der Chalukya gewesen, gewannen jedoch unter Bhilama (reg. 1185-1193) weitgehende Unabh√§ngigkeit. 1186 eroberten sie Kalyani. Der Herrschersitz der Yadava war in Devagiri (heute Daulatabad in Maharashtra).

Im S√ľden hatten sich derweil die Hoysala zum bestimmenden Herrscherhaus aufgeschwungen. 1187 besiegten sie den letzten Chalukya-K√∂nig, 1190 gingen sie aus einem Zusammensto√ü mit den Yadava als Sieger hervor und etablierten sich als f√ľhrende Macht in Karnataka. Ihre Hauptst√§dte waren Dorasamudra (heute Halebid) und Belur. In beiden St√§dten kann man noch heute einige der herausragendsten Bauten im Hoysala-Stil bewundern.

Im 14. Jahrhundert wurden die Hoysala und Yadava zunehmend durch das islamische Sultanat von Delhi bedroht. Die vom Sultan Ala ud-Din Khalji (reg. 1296-1316) befohlene Milit√§rexpedition f√ľhrte seinen General Malik Kafur im Jahre 1310/11 bis nach Madurai. Das Yadava-Reich wurde dem Sultanat einverleibt, w√§hrend die Hoysala zwar tributpflichtig wurden, aber ihre Regentschaft fortsetzen durften. Das riesige Sultanat zerfiel jedoch innerhalb k√ľrzester Zeit wieder, und die beiden Dynastien in Karnataka konnten, zumindest vor√ľbergehend, ihre Reiche wiederherstellen, waren aber empfindlich geschw√§cht. Das endg√ľltige Aus f√ľr die Yadava kam 1318 mit einer erneuten Invasion aus dem Norden. Muhammad bin Tughluq, von 1325 bis 1351 Sultan von Delhi, unterwarf schlie√ülich auch die Hoysala. Sein Reich zerfiel jedoch noch zu seinen Lebzeiten. Im √§u√üersten Norden Karnatakas spaltete sich 1345 das Bahmani-Sultanat mit der Hauptstadt Gulbarga (ab 1347; ab 1428 Bidar) ab.

Im verzweifelten Kampf um die Rettung seines Reiches fiel der Hoysala-K√∂nig Ballala III. 1343 im Kampf gegen den Sultan von Madurai. Mit dem Tod seines Sohnes im Jahre 1346 ging seine Linie endg√ľltig zu Ende. Seinen Platz nahm Vijayanagar ein, das als eines der legend√§rsten Hindu-Reiche S√ľdindiens gilt und den muslimischen Herrschern f√ľr √ľber 200 Jahre den Zugang nach S√ľdindien verwehren sollte.

Vijayanagar (1336/1346 bis 1565)

‚Üí Hauptartikel: Vijayanagar

Der genaue Ursprung des Reiches Vijayanagar ist nicht restlos gekl√§rt. Die Gr√ľnder des Reiches, die beiden Br√ľder Harihara und Bukka, waren m√∂glicherweise Vasallen der Hoysala, anderen Quellen zufolge hatte der Sultan von Delhi sie zum Islam bekehrt und als Statthalter auf dem Dekkan eingesetzt, wo sie wieder ihren alten Glauben annahmen und ein eigenes Reich gr√ľndeten. Belegt ist, dass Harihara Vijayanagar 1336 gegr√ľndet und nach dem Tod des letzten Hoysala-Herrschers (1346) dessen Reich √ľbernommen hatte. 1357 bestieg sein j√ľngerer Bruder Bukka den Thron. Ihm gelang die Eroberung des Sultanats Madurai.

Als bedeutendster Herrscher gilt Krishnadeva Raya (reg. 1509-1529), der Vijayanagar nach inneren Schwierigkeiten zur wirtschaftlichen, milit√§rischen und kulturellen Bl√ľte f√ľhrte. Sein √§rgster Gegner, das schon im Verfall befindliche Bahmani-Sultanat, zerbrach ab 1490 auch unter dem milit√§rischen Druck Vijayanagars endg√ľltig in f√ľnf Einzelstaaten, die als Dekkan-Sultanate zusammengefasst werden. Gleichzeitig wurden auch die ersten Kontakte zu den Portugiesen gekn√ľpft, welche Goa, die Konkan- und die Malabark√ľste erobert hatten.

Unter seinen Nachfolgern kamen Streitigkeiten mit den Dekkan-Sultanaten auf, die sich gegen Vijayanagar verb√ľndeten. Sie brachten dem Reich 1565 in der Schlacht von Talikota eine vernichtende Niederlage bei und leiteten damit den seinen Untergang ein. Die Hauptstadt wurde in Schutt und Asche gelegt. Zwar konnte der K√∂nig nach S√ľden fliehen, wo sein Reich noch bis ins 17. Jahrhundert fortbestand, seinen Gro√ümachtstatus hatte es jedoch eingeb√ľ√üt.

Nordkarnataka im 16. bis 18. Jahrhundert

Vom Bahmani-Sultanat hatten sich schon Ende des 15. Jahrhunderts die vier Sultanate Bijapur, Bidar, Ahmadnagar und Berar (beide im heutigen Maharashtra) abgespalten. 1512 bildete sich Golkonda (im heutigen Andhra Pradesh) als letztes der sogenannten Dekkan-Sultanate heraus. Bijapur und Golkonda erweisen sich als die m√§chtigsten der f√ľnf Sultanate, die, abgesehen von dem B√ľndnis gegen Vijayanagar, unentwegt in Feindseligkeiten verwickelt waren.

Berar und Ahmadnagar unterlagen schließlich dem nordindischen Mogulreich unter Shah Jahan (reg. 1627/28-1658). Bidar fiel an Bijapur, das 1686 von Shah Jahans Nachfolger Aurangzeb erobert wurde. Ein Jahr später ereilte Golkonda das gleiche Schicksal.

Das Erstarken der Marathen und innere Schwierigkeiten brachten das Mogulreich aber schon nach Aurangzebs Tod wieder um seine Besitzungen auf dem Dekkan. Die Gebiete der ehemaligen Dekkan-Sultanate wurden 1724 Bestandteil des neu gegr√ľndeten Reiches des Nizams von Hyderabad, fielen ab 1760 aber teilweise den Marathen zu.

Mysore (1565 bis 1799)

Zeitgenössische englische Darstellung von Tipu Sultan

Mit der Niederlage Vijayanagars 1565 war Mysore unter der seit 1399 als Untergebene Vijayanagars regierenden, hinduistischen Wodeyar-Dynastie nicht mehr tributpflichtig. Anfang des 17. Jahrhunderts gewann es endg√ľltig seine Unabh√§ngigkeit und entwickelte sich zum einflussreichsten Staat im s√ľdlichen Karnataka.

Ab 1744 kam es im Zuge der Auseinandersetzungen im √Ėsterreichischen Erbfolgekrieg zum Ersten Karnataka-Krieg zwischen Frankreich und Gro√übritannien.

Den H√∂hepunkt seiner Macht erreichte Mysore in der zweiten H√§lfte des 18. Jahrhunderts. Der muslimische Offizier Hyder Ali stieg 1761 de facto zum Machthaber auf, lie√ü aber das alte Herrscherhaus formal weiterhin regieren. Hyder Ali begann auf dem s√ľdlichen Dekkan zu expandieren, was die Interessen der Briten in Madras verletzte und deren Unmut hervorrief. Die Folge waren die vier Mysore-Kriege zwischen dem zur Regionalmacht aufgestiegenen Mysore und der Kolonialmacht Gro√übritannien. Im ersten Krieg (1766-1769) drang Hyder Ali bis kurz vor Madras vor und zwang seinen Gegnern im Ergebnis des Krieges ein gegen die Marathen gerichtetes Milit√§rhilfeabkommen auf. Wieder angeheizt wurde der Konflikt durch die Tatsache, dass Hyder Ali und, nach seinem Tode 1782, sein Sohn Tipu Sultan mit den Franzosen verb√ľndet waren, die seit 1775 im Amerikanischen Unabh√§ngigkeitskrieg gegen die Briten k√§mpften. W√§hrend die Briten gegen die letzten noch verbliebenen franz√∂sischen St√ľtzpunkte an der S√ľdk√ľste Indiens vorgingen, nutzte Mysore die Gelegenheit, um die Marathen zur√ľckzudr√§ngen, ohne englische Einflussnahme bef√ľrchten zu m√ľssen. Erst als Gebiete eines Verb√ľndeten Mysores von den Engl√§ndern annektiert wurden, kam es 1780 zum Ausbruch des Zweiten Mysore-Krieges. Er endete nach vier Jahren unentschieden mit dem Frieden von Mangalore. Die Entscheidung zu Gunsten Gro√übritanniens fiel schlie√ülich im Dritten (1789-1792) und Vierten Mysore-Krieg (1799), in dem Tipu Sultan fiel und seine Hauptstadt Shrirangapattana eingenommen und zu gro√üen Teilen zerst√∂rt wurde. Auf franz√∂sische Unterst√ľtzung hatte er auf Grund der Wirren der Franz√∂sischen Revolution bzw. des ung√ľnstigen Verlaufs der √Ągypten-Expedition Napoleons vergebens gehofft.

Britische Kolonialherrschaft (1799 bis 1947)

Nach dem Tode Tipu Sultans stutzten die Briten Mysore auf seine urspr√ľngliche Gr√∂√üe zur√ľck und setzten die Wodeyars als Vasallen wieder ein. Die √ľbrigen Gebiete teilten sie zwischen den Pr√§sidentschaften Bombay und Madras auf. Die Marathen, die zu diesem Zeitpunkt noch immer den Norden Karnatakas hielten, wurden 1818 besiegt und entmachtet. 1831 unterstellte man auch Mysore wegen angeblicher finanzieller Verfehlungen der Rajas der unmittelbaren Verwaltung durch die Britische Ostindien-Kompanie bzw. ab 1857 Britisch-Indien. 1881 erhielten die Wodeyars aber ihr Reich zur√ľck.

Karnataka im unabhängigen Indien (seit 1947)

Mit der Unabhängigkeit Indiens 1947 wurde das Königreich Mysore zum Bundesstaat. 1956 erhielt dieser im Zuge der Neuordnung der Bundesstaaten nach Sprachgrenzen seine heutige Ausdehnung durch die Zusammenlegung mit Coorg sowie den kannadasprachigen Teilen der ehemaligen Staaten Bombay, Madras und Hyderabad. Seit dem 1. November 1973 trägt der Bundesstaat den heutigen Namen Karnataka.

Politik

Regierungssitz von Karnataka

Die Legislative besteht aus einem Zweikammernparlament ‚Äď Legislative Assembly (Unterhaus) und Legislative Council (Oberhaus).

Sitzverteilung nach der
Parlamentswahl 2011
BJP 110
INC 80
JD(S) 28
Unabhängige 6

Die Politik Karnatakas wird von drei gro√üen Parteien gepr√§gt. Die derzeit regierende Partei ist die Bharatiya Janata Party (BJP). W√§hrend diese hindunationalistische Partei in den anderen s√ľdindischen Bundesstaaten keine Erfolge erzielen konnte, hat sie sich in Karnataka als starke politische Kraft etablieren k√∂nnen. 2004 wurde die BJP erstmals st√§rkste Partei, hatte aber noch keine eigene Mehrheit. 2007 wurde der BJP-Politiker B. S. Yeddyurappa kurzzeitig zum Chief Minister Karnatakas und konnte nach der gewonnenen Neuwahl 2008 eine BJP-Alleinregierung bilden. Damit f√ľhrte Yeddyurappa die erste BJP-Regierung in einem s√ľdindischen Bundesstaat. Mit 19 von 28 gewonnenen Wahlkreisen geh√∂rte Karnataka auch bei der gesamtindischen Parlamentswahl 2009 zu den Hochburgen der BJP. Nachdem B. S. Yeddyurappa 2011 wegen eines Korruptionsskandals zur√ľcktreten musste, √ľbernahm sein Parteikollege D. V. Sadananda Gowda das Amt des Chief Ministers von Karnataka.

Die Kongresspartei, die durchg√§ngig von der indischen Unabh√§ngigkeit bis 1983 sowie erneut von 1989 bis 1994 und 1999 bis 2006 Karnataka regierte, ist derzeit die st√§rkste Oppositionspartei. Drittst√§rkste Kraft ist die Partei Janata Dal (Secular). Diese spaltete sich 1999 in Karnataka von der Janata Dal ab, welche wiederum 1988 aus der Janata Party entstanden war. Regierungen unter der F√ľhrung dieser Parteien gab es in dem Bundesstaat von 1983 bis 1989, von 1994 bis 1999 und zuletzt 2006 bis 2007.

Siehe auch: Liste der Chief Minister von Karnataka

Verwaltungsgliederung

Distrikte Karnatakas

Karnataka ist in die vier Divisionenen Bangalore, Belgaum, Gulbarga und Mysore sowie folgende 30 Distrikte unterteilt (Einwohnerzahl und Bevölkerungsdichte nach der Volkszählung 2011[7]):

Distrikt Verwaltungssitz Fläche Einwohner
(2011)
Bev.-
dichte
1 Bagalkot Bagalkot 000000000006565.00000000006.565 km² 000000001890826.00000000001.890.826 000000000000288.0000000000288 Ew./km²
2 Bangalore Rural Bangalore 000000000002239.00000000002.239 km² 000000000987257.0000000000987.257 000000000000441.0000000000441 Ew./km²
3 Bangalore Urban Bangalore 000000000002190.00000000002.190 km² 000000009588910.00000000009.588.910 000000000004378.00000000004.378 Ew./km²
4 Belgaum Belgaum 000000000013423.000000000013.423 km² 000000004778439.00000000004.778.439 000000000000356.0000000000356 Ew./km²
5 Bellary Bellary 000000000008441.00000000008.441 km² 000000002532383.00000000002.532.383 000000000000300.0000000000300 Ew./km²
6 Bidar Bidar 000000000005449.00000000005.449 km² 000000001700018.00000000001.700.018 000000000000312.0000000000312 Ew./km²
7 Bijapur Bijapur 000000000010508.000000000010.508 km² 000000002175102.00000000002.175.102 000000000000207.0000000000207 Ew./km²
8 Chamarajanagar Chamarajanagar 000000000005105.00000000005.105 km² 000000001020962.00000000001.020.962 000000000000200.0000000000200 Ew./km²
9 Chikballapur Chikballapur 000000000004209.00000000004.209 km² 000000001254377.00000000001.254.377 000000000000298.0000000000298 Ew./km²
10 Chikmagalur Chikmagalur 000000000007201.00000000007.201 km² 000000001137753.00000000001.137.753 000000000000158.0000000000158 Ew./km²
11 Chitradurga Chitradurga 000000000008428.00000000008.428 km² 000000001660378.00000000001.660.378 000000000000197.0000000000197 Ew./km²
12 Dakshina Kannada Mangalore 000000000004559.00000000004.559 km² 000000002083625.00000000002.083.625 000000000000457.0000000000457 Ew./km²
13 Davanagere Davanagere 000000000005918.00000000005.918 km² 000000001946905.00000000001.946.905 000000000000329.0000000000329 Ew./km²
14 Dharwad Dharwad 000000000004256.00000000004.256 km² 000000001846993.00000000001.846.993 000000000000434.0000000000434 Ew./km²
15 Gadag Gadag 000000000004652.00000000004.652 km² 000000001065235.00000000001.065.235 000000000000229.0000000000229 Ew./km²
16 Gulbarga Gulbarga 000000000011008.000000000011.008 km² 000000002564892.00000000002.564.892 000000000000233.0000000000233 Ew./km²
17 Hassan Hassan 000000000006805.00000000006.805 km² 000000001776221.00000000001.776.221 000000000000261.0000000000261 Ew./km²
18 Haveri Haveri 000000000004829.00000000004.829 km² 000000001598506.00000000001.598.506 000000000000331.0000000000331 Ew./km²
19 Kodagu Madikeri 000000000004109.00000000004.109 km² 000000000554762.0000000000554.762 000000000000135.0000000000135 Ew./km²
20 Kolar Kolar 000000000004011.00000000004.011 km² 000000001540231.00000000001.540.231 000000000000384.0000000000384 Ew./km²
21 Koppal Koppal 000000000005565.00000000005.565 km² 000000001391292.00000000001.391.292 000000000000250.0000000000250 Ew./km²
22 Mandya Mandya 000000000004955.00000000004.955 km² 000000001808680.00000000001.808.680 000000000000365.0000000000365 Ew./km²
23 Mysore Mysore 000000000006853.00000000006.853 km² 000000002994744.00000000002.994.744 000000000000437.0000000000437 Ew./km²
24 Raichur Raichur 000000000008442.00000000008.442 km² 000000001924773.00000000001.924.773 000000000000228.0000000000228 Ew./km²
25 Ramanagara Ramanagara 000000000003573.00000000003.573 km² 000000001082739.00000000001.082.739 000000000000303.0000000000303 Ew./km²
26 Shimoga Shimoga 000000000008481.00000000008.481 km² 000000001755512.00000000001.755.512 000000000000207.0000000000207 Ew./km²
27 Tumkur Tumkur 000000000010599.000000000010.599 km² 000000002681449.00000000002.681.449 000000000000253.0000000000253 Ew./km²
28 Udupi Udupi 000000000003875.00000000003.875 km² 000000001177908.00000000001.177.908 000000000000304.0000000000304 Ew./km²
29 Uttara Kannada Karwar 000000000010263.000000000010.263 km² 000000001436847.00000000001.436.847 000000000000140.0000000000140 Ew./km²
30 Yadgir Yadgir 000000000005237.00000000005.237 km² 000000001172985.00000000001.172.985 000000000000224.0000000000224 Ew./km²

Wirtschaft

Wirtschaftssektoren

Landwirtschaft

Obwohl Karnataka st√§rker industrialisiert ist als viele andere Bundesstaaten, ist die Mehrheit der Bev√∂lkerung noch immer im Agrarsektor besch√§ftigt. Rund 55 Prozent der Landesfl√§che wird landwirtschaftlich genutzt. Die wichtigsten Anbaupflanzen sind Reis, Ragi (Fingerhirse), Sorghum, Mais und H√ľlsenfr√ľchte. Als Plantagenpflanzen werden vor allem Zuckerrohr und Kaffee angebaut, in geringerem Umfang auch Kokos-, Cashew- und Beteln√ľsse sowie Chili, Kardamom, Baumwolle und Tabak. Karnatakas Anteil an der gesamten Kaffeeproduktion Indiens betr√§gt 60 Prozent. Von Bedeutung ist auch die Blumenzucht.

Bergbau

Karnataka ist relativ reich an Bodensch√§tzen. Die wichtigsten vorkommenden Rohstoffe sind Eisen-, Mangan- und Kupfererze, Magnesit, Bauxit, Granit sowie Kalkstein. In geringeren Mengen kommen auch Chromeisenstein, Dolomit, Quarz und Asbest vor. Zudem ist Karnataka der einzige indische Bundesstaat, der √ľber nennenswerte Goldvorkommen verf√ľgt. 84 Prozent der indischen Goldf√∂rderung stammen aus Karnataka.

Industrie

Hauptsitz von Infosys, Indiens zweitgrößtem Softwareunter- nehmen, in Bangalore

Karnataka z√§hlt zu den h√∂her industrialisierten Bundesstaaten Indiens. Etwa ein Viertel des Bruttoinlandsproduktes wird im industriellen Bereich erwirtschaftet. Die Hauptstadt Bangalore hat sich zu einem der Zentren der indischen IT-Industrie entwickelt. Zahlreiche ausl√§ndische Softwarefirmen haben sich dort angesiedelt. Auch die Elektronik-, Luftfahrt-, Maschinen- und Biotechindustrie sind in Bangalore stark vertreten. In anderen Regionen sind au√üerdem die Textil- (v.a. Seide), Maschinen-, Nahrungs- und Genussmittel-, chemische, Eisen-, Stahl- und Papierindustrie von Bedeutung. Belgaum ist einer der wichtigsten Standorte der indischen Aluminiumindustrie. Mehrere Fahrzeugkonzerne, darunter Volvo und Toyota, besitzen Standorte in Karnataka. Das industrielle Wachstum betrug 2002/03 6,1 Prozent. Zur F√∂rderung der Industrieausfuhren plant die Regierung des Staates Sonderwirtschaftszonen in Bangalore, Hassan und der K√ľstenregion.

Dienstleistungen

In den letzten Jahren wies der Dienstleistungssektor stets das höchste Wachstum auf (10,3 Prozent im Zeitraum 2002/03) und hat sich zum Hauptträger der Wirtschaft entwickelt. Mittlerweile trägt er mehr als die Hälfte zum BIP Karnatakas bei. Der IT-Bereich ragt besonders heraus. Karnataka war 1991 der erste indische Bundesstaat, der einen Softwaretechnologiepark einrichtete. Heute erbringt der Staat 36 Prozent der gesamtindischen Softwareausfuhren.

Soziales

Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen lag 2005/06 bei 27.101 Rupien und lag damit geringf√ľgig √ľber dem gesamtindischen Durchschnitt (2005/06: 25.956 Rupien).

Bei der Gesundheit weist Karnataka statistisch gesehen bessere Werte auf als im Landesdurchschnitt. Die Lebenserwartung betrug 1999 64,0 Jahre (Männer: 62,4 Jahre, Frauen: 65,5 Jahre). Sie war damit höher als durchschnittlich in Indien, wo sie im gleichen Jahr bei 61,7 Jahren (Männer: 60,8 Jahre, Frauen: 62,5 Jahre) lag. Die Kindersterblichkeitsrate lag 2002 mit 55 Totgeburten auf 1000 Lebendgeburten niedriger als im Landesdurchschnitt (63 auf 1000).

Infrastruktur

Straßennetz

Karnatakas Stra√üennetz umfasst rund 153.000 Kilometer (Stand: 2004), davon sind knapp 4000 Kilometer National Highways. Die Bew√§ltigung des stark wachsenden Verkehrsaufkommens ‚Äď allein der Verkehr auf den National Highways nimmt pro Jahr um etwa 20 Prozent zu ‚Äď wird zusehends schwieriger. Obwohl die Regierung des Bundesstaats den Stra√üenbau vorantreibt, kann der Ausbau mit dem schnellen wirtschaftlichen Wachstum kaum Schritt halten.

Eisenbahnnetz

Das Schienennetz der Eisenbahn umfasst in Karnataka knapp 3200 Kilometer. Die Konkan-Bahn, sicherlich das ehrgeizigste Eisenbahnprojekt Indiens seit der Unabh√§ngigkeit, konnte 1998 nach siebenj√§hriger Bauzeit er√∂ffnet werden. Sie f√ľhrt √ľber 760 Kilometer die Konkank√ľste entlang und verbindet Mangaluru mit der s√ľdlich von Mumbai in Maharashtra gelegenen Stadt Roha.

Flughäfen

Der einzige internationale Flughafen Karnatakas befindet sich ca. 30 km n√∂rdlich von Bangalore und 4 km s√ľdlich von Devanahalli (IATA-Code: BLR). Er wurde am 23. Mai 2008 als Ersatz f√ľr den zu klein gewordenen innerst√§dtischen Flughafen eingeweiht. Inlandsflugh√§fen befinden sich au√üerdem in Belgaum (IATA-Code: IXG), Hubli-Dharwar (IATA-Code: HBX) und Mangaluru (IATA-Code: IXE). Ein weiterer in Mysore ist derzeit in Planung.

Seehäfen

Karnataka verf√ľgt mit Mangaluru √ľber einen der zw√∂lf Hauptseeh√§fen Indiens. Im Jahr 2004/05 (April bis M√§rz) wurden dort 33,89 Millionen Tonnen umgeschlagen. Damit lag Mangaluru an sechster Stelle, wobei es auch noch die h√∂chste Wachstumsrate Indiens aufwies. Daneben existieren noch einige kleinere H√§fen, vor allem Karwar im Norden der K√ľste des Bundesstaates ist dabei hervorzuheben.

Stromversorgung

Die Stromversorgung ist ‚Äď wie fast √ľberall in Indien ‚Äď unzureichend. Stromausf√§lle sind auf Grund des hohen Energiebedarfs der boomenden Industrie und Wirtschaft allgemein sogar eher noch h√§ufiger als durchschnittlich in Indien. Der Gro√üteil des elektrischen Stroms wird durch Wasser-, W√§rme- und Atomenergie erzeugt. Asiens erstes Wasserkraftwerk entstand 1902 in Shivasamudram in S√ľdkarnataka. Bemerkenswert ist die starke F√∂rderung der Windenergie.

Kultur

Kannada ist im Gegensatz zum nordindischen Hindi keine indogermanische Sprache, sondern bildet zusammen mit Tamilisch (Tamil Nadu), Telugu (Andhra Pradesh), Malayalam (Kerala) und anderen Sprachen die Drawidische Sprachfamilie. Das von der Regierung in Neu-Delhi als Amtssprache favorisierte Hindi wird von den S√ľdindern gr√∂√ütenteils abgelehnt. Allerorten sieht man in S√ľdindien Graffiti der Art: Hindi never, English ever. Die drawidischen Sprachen zeichnen sich durch extrem schwierige Grammatiken und vor allem f√ľr Nichtdrawiden unnachahmbare Laute aus.

Aber nicht nur die Sprache, sondern auch die m√§nnliche Kleidung (Lungi), das Essen, die Tempelbauten und die Musik vermitteln dem aus Nordindien kommenden Reisenden nicht unbedingt das Gef√ľhl, noch im selben Land zu sein. Der Lungi ist ein etwa 1,20 Meter breites und zwei Meter langes, sehr d√ľnnes Tuch, das von den erwachsenen M√§nnern um die H√ľften geschlungen und ohne Hilfsmittel befestigt getragen wird. Westliche Shorts gelten als Unterhosen und rufen vor allem bei Kindern in l√§ndlichen Gebieten meistens sofort gro√üe Heiterkeit hervor.

Die Landesk√ľche ist weniger scharf als im Norden und reichhaltiger mit verschiedenem Gem√ľse ausgestattet, zus√§tzlich zu diversen Pickles und Chutneys.

Die Tempelbauten erreichen gigantische Ausma√üe von √ľber zwei Quadratkilometern Grundfl√§che, meistens von einer Mauer umgeben. In der Mauer gibt es Torgeb√§ude von √ľber achtzig Metern H√∂he, die √ľbers√§t sind von hunderten bemalten, verschiedenartigen G√∂tterfiguren. Dabei sind die Tordurchl√§sse selbst so hoch, dass ein geschm√ľckter Tempelelefant mit Reitgondel optisch ein imposantes Bild beim Durchschreiten des Tores bietet. Wo vorhanden, sind alle Tempelgeb√§ude, der f√ľr die rituellen Waschungen wichtige Tempelteich und sogar das Pflaster der Tempelh√∂fe aus reinem Granit.

Die Musik unterscheidet sich ebenfalls deutlich von der im Norden, allein schon durch die gespielten Instrumente. Als wichtigstes w√§re davon zu nennen die Nadaswaram, ein h√∂lzernes, der Oboe √§hnliches Blasinstrument von √ľber einem Meter L√§nge, das einen sehr schrillen, durchdringenden Ton abgibt. Meist wird es im Doppelpack bei Tempelzeremonien gespielt, wobei beide Instrumente m√∂glichst synchron spielen. Begleitet wird die Nadaswaram von der Trommel Tavil, einer sogenannten Zweifelltrommel, deren beide Felle links mit der Hand und rechts mit einem Stock gespielt werden. Zu einem Nadaswaram-Doppelpack geh√∂rt nat√ľrlich auch ein Tavil-Doppelpack, ebenfalls synchron gespielt. Die Vina ist ein s√ľdindisches Saiteninstrument, √§hnelt der nordindischen Sitar, ist aber anders bespannt und gestimmt und klingt auch dementsprechend anders. Andere Trommeln w√§ren noch: Kanjira (mit Echsenhaut bespannt und mit nur einer Hand geschlagen), Mridangam (Zweifelltrommel, bei der beide Felle mit den H√§nden geschlagen werden) und Ghatam (Tontopf aus speziellem, mit Eisensp√§nen vermischtem Ton gebrannt; wird mit beiden H√§nden geschlagen). Die im Ausland bekanntesten Virtuosen von Kannada-Musik bilden das Karnataka College of Percussion, eine Formation, die im Westen vor allem durch Fusion-Konzerte mit Charlie Mariano bekannt wurde.

Die Filmindustrie der Landessprache hat ihr Zentrum in Bangalore. Der bekannteste Star des Kannada-Films war der Schauspieler Rajkumar.

Sehensw√ľrdigkeiten

Der Maharajapalast von Mysore (Karnataka)

Karnataka hat sowohl zahlreiche Natursch√∂nheiten als auch Sehensw√ľrdigkeiten von kulturellem Interesse vorzuweisen. Die Hauptstadt Bangalore wird wegen ihrer vielen √∂ffentlichen Parks und Gr√ľnanlagen oft als ‚ÄěGartenstadt‚Äú bezeichnet, ist aber auch als das ‚ÄěSilicon Valley Indiens‚Äú bekannt. Eine der sehenswertesten St√§dte ist Mysore, die ehemalige Hauptstadt des gleichnamigen K√∂nigreiches. Mehrere Pal√§ste und der Tempelkomplex auf dem Chamundi Hill verleihen dieser Stadt eine besondere Anziehungskraft auf in- wie ausl√§ndische Besucher. Mysore verf√ľgt √ľber einen gro√üen, √ľberdachten Basar mit zahlreichen Einkaufsm√∂glichkeiten. Unweit der Stadt liegt Shrirangapattana, das vor√ľbergehend einmal Hauptstadt des K√∂nigreiches Mysore war. Karnatakas herausragendste historische St√§tte ist die Ruinenstadt Hampi, das historische Vijayanagar, in der N√§he des regionalen Handelszentrums Hospet. Sie z√§hlt wegen ihrer teils erstaunlich gut erhaltenen Tempel- und Palastbauten zum Weltkulturerbe der UNESCO, und wird von der Archaeological Survey of India betreut. Auch andere mittelalterliche St√§tten wie die ehemaligen Chalukya-Hauptst√§dte Badami, Aihole und Pattadakal sowie Belur und Halebid, fr√ľher Machtzentren der Hoysala-K√∂nige, zeugen von der langen Geschichte Karnatakas. Pr√§chtige muslimische Bauten stehen in Bijapur, Bidar und Gulbarga im Norden des Staates. Karnataka verf√ľgt au√üerdem √ľber f√ľnf Nationalparks und zahlreiche weitere Naturschutzgebiete.

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Census of India 2011: Distribution of population, sex ratio, density and decadal growth rate of population : 2011.
  2. ‚ÜĎ Census of India 2011: Provisional Population Totals - India - Rural-Urban Distribution.
  3. ‚ÜĎ Indischer Zensus 2001
  4. ‚ÜĎ Population by religious communities, Indian Census Data 2001
  5. ‚ÜĎ Census of India 2011: Literates and literacy rates by sex : 2011.
  6. ‚ÜĎ The Hindu: Centre mum on ‚ÄėBengaluru‚Äô, 18. Dezember 2007.
  7. ‚ÜĎ Census of India: Provisional Population Totals - Census 2011 : Karnataka. Distribution of Population, Decadal growth rate,Sex ratio and Population density for State and Districts 2011.

Weblinks

 Commons: Karnataka ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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