23. Mann

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23. Mann

Ein Fußballschiedsrichter kontrolliert bei einem Fußballspiel die Einhaltung der Fußballregeln.

Inhaltsverzeichnis

Aufgaben und Funktionen

Der wichtigste Ausr√ľstungsgegenstand eines Schiedsrichters: die Pfeife
Gehören ebenfalls zur Grundausstattung - die Gelbe und die Rote Karte

Der Schiedsrichter leitet das Fu√üballspiel und verschafft den Fu√üballregeln Geltung. Hierf√ľr kann der Schiedsrichter Spielstrafen und Disziplinarstrafen verh√§ngen, hinzu kommt die M√∂glichkeit, Regelverst√∂√üe und andere unsportliche Verhaltensweisen, die nach dem Regelwerk nicht unmittelbar geahndet werden d√ľrfen, weil sie beispielsweise au√üerhalb des Spielfeldes stattfanden, zur sportgerichtlichen Ahndung zur Meldung zu bringen. Bei den Spielstrafen unterscheidet man zwischen dem direkten und dem indirekten Freisto√ü und dem Strafsto√ü (umgangssprachlich als Elfmeter bezeichnet), die abh√§ngig von Art und Ort des Vergehens sowie gegebenenfalls der Zielperson des Regelversto√ües (Mitspieler, Gegenspieler, Offizielle, SR) zu verh√§ngen sind. Bei den Disziplinarstrafen (veraltet: pers√∂nlichen Strafen) unterscheidet man die Verwarnung (angezeigt durch die Gelbe Karte), den Feldverweis wegen eines verwarnungsw√ľrdigen Verhaltens bzw. Vergehens nach einer bereits erfolgten Verwarnung (die Gelb-Rote Karte), welche √ľblicherweise bis auf Regelungen in einigen Landesverb√§nden und in der Bundesliga von einer automatischen Sperre im folgenden Meisterschaftsspiel keine weiteren Sanktionen nach sich zieht sowie den Feldverweis (die Rote Karte), welcher regelm√§√üig weitere Strafen (Sperre und/oder Geldstrafe) nach sich zieht. Bei Jugendfu√üballspielen gibt es in einigen Verb√§nden anstatt der Gelb-Roten Karte den Feldverweis auf Zeit (Zeitstrafe). In √Ėsterreich wird eine Zeitstrafe mit einer blauen Karte angezeigt. Beim Hallenfu√üball kann es (verbandsabh√§ngig) sowohl die Gelb-Rote Karte als auch die Zeitstrafe geben. Hier wird nach einem weiteren verwarnungsw√ľrdigen Verhalten sofort der Feldverweis ausgesprochen. Die Disziplinarstrafen k√∂nnen sich gegen Spieler, Auswechselspieler oder ausgewechselte Spieler richten und k√∂nnen mit Betreten des Spielfeldes durch den Schiedsrichter bis zum Verlassen des Platzes nach Spielende erteilt werden.


Neben der Spielleitung hat der Schiedsrichter noch eine Reihe weiterer Aufgaben (z. B. Kontrolle der vorgeschriebenen Ausr√ľstung der Spieler), die in den Fu√üballregeln sowie den jeweiligen Spielordnungen der Fu√üballverb√§nde festgelegt sind.

Viele Spiele, insbesondere in den h√∂heren Spielklassen, werden durch ein Schiedsrichterteam geleitet. Dabei wird der Schiedsrichter durch zwei Schiedsrichterassistenten unterst√ľtzt, die ihm bei der Spielleitung helfen, indem sie mit der Fahne anzeigen, wenn Vergehen (Fouls) im R√ľcken des Schiedsrichters vorliegen oder der Schiedsrichter ein Vergehen z. B. wegen einer ung√ľnstigeren Positionierung zum Geschehen nicht erkennen konnte, Spieler in Abseitsstellungen stehen, der Ball das Feld verlassen (Absto√ü/Ecksto√ü, Einwurf) oder die Torlinie √ľberschritten (Tor) hat. Ab welcher Spielklasse Schiedsrichterassistenten eingesetzt werden, bestimmt der jeweilige Kreis-, Bezirks- oder Landesverband f√ľr seinen Bereich, in der Regel orientiert an der Anzahl vorhandener qualifizierter Schiedsrichter. Teilweise werden schon Spiele der Kreisliga mit Teams besetzt, andernorts erst ab der Landesliga. Gerade in den unteren Spielklassen werden h√§ufig Jungschiedsrichter (unter 18, in einigen Verb√§nden auch unter 16 Jahren) als Schiedsrichterassistenten eingesetzt, damit sie Erfahrungen f√ľr sp√§tere eigene Spielleitungen sammeln k√∂nnen.

Im Profifu√üball gibt es zudem den Vierten Offiziellen, der dem ersten Schiedsrichterassistenten Aufgaben abnimmt, Auswechslungen kontrolliert, die vom Schiedsrichter festgelegte Nachspielzeit anzeigt oder auch das Umfeld √ľberwacht (Verhalten der Fu√üballtrainer, der Auswechselspieler und der Offiziellen und Platzordner). Bei besonderen Veranstaltungen wie beispielsweise der Europameisterschaft kommt auch ein F√ľnfter Offizieller zum Einsatz, der regelm√§√üig den Vierten Offiziellen unterst√ľtzt. Hintergrund dieser Erweiterung ist, dass Vierter und F√ľnfter Offizieller zugleich als Schiedsrichter bzw. Schiedsrichterassistent spezialisiert sind, sodass beim Ausfall des Schiedsrichters oder eines Assistenten hierf√ľr sofort spezialisierter Ersatz verf√ľgbar ist.

Historie

Vierte Offizielle Inka M√ľller im UEFA-Women's-Cup-Finale 2005 bei Auswechslung

F√ľr alle am Fu√üballspiel beteiligten ist es heute eine Selbstverst√§ndlichkeit, dass die Spiele von gepr√ľften neutralen Fu√üballschiedsrichtern geleitet werden. Als man Mitte des 19. Jahrhunderts anfing Fu√üball zu spielen, war das allerdings noch nicht so. In den Anfangsjahren leiteten die Mannschaftsf√ľhrer beider am Spiel beteiligten Mannschaften das Spiel. Das ging so vor sich, dass der Mannschaftsf√ľhrer der Mannschaft, deren Spieler gegen die Regel verstie√ü, das Spiel unterbrach und den Ball f√ľr den Sto√ü durch den Gegner freigab. Erst im Jahre 1873, nachdem bereits zehn Jahre Fu√üball gespielt wurde und zehn Jahre nach den ersten Fu√üballregeln, ist der Begriff des Schiedsrichters in die Regeln aufgenommen worden. Als dabei der Schiedsrichter und zwei Unterschiedsrichter (Umpires) in den Regeln eingef√ľhrt wurden, hatte der Schiedsrichter lediglich die Funktion einer Berufungsinstanz. Er sa√ü als Funktion√§r am Spielfeldrand. Verstie√ü ein Spieler gegen die Regeln, wurden die Umpires von den Mannschaftsf√ľhrern angerufen. Nur wenn diese sich nicht einigen konnten, musste der Schiedsrichter entscheiden. Es konnten von da ab nicht mehr die Mannschaftsf√ľhrer entscheiden; diese Befugnis ging auf die Umpires √ľber. Diese wiederum durften nicht in den Mannschaften spielen. Es stand den Mannschaften aber immer noch frei, sich auf einen Schiedsrichter zu einigen, der gewisserma√üen Schlichter gegen√ľber umstrittenen Entscheidungen der Umpires war. Der Schiedsrichter erhielt die Bezeichnung Referee, die international immer noch gilt. Als dann im Jahre 1880 der Schiedsrichter in das Regelwerk aufgenommen wurde, trug diese Regel die Nr. 15 und lautete: Im Einvernehmen der an den Spielen beteiligten Mannschaften kann ein Schiedsrichter bestellt werden, dessen Pflicht es sein soll, in allen Streitf√§llen der Umpires zu entscheiden. Er soll sich √ľber den Verlauf des Spieles Aufzeichnungen machen und auch die Zeit nehmen. Bei ungeb√ľhrlichem Betragen eines Spielers soll er den oder die schuldigen Spieler in Gegenwart der Umpires verwarnen oder und bei grob unsportlichem Betragen vom Spiel ausschlie√üen. Der oder die Namen der schuldigen Spieler sind der zust√§ndigen Beh√∂rde zu melden, die allein das Recht hat, eine Entscheidung entgegen zu nehmen. Der Schiedsrichter war immer noch nicht der alleinige Leiter des Spiels, aber schon die entscheidende Stelle bei Unstimmigkeiten. Den Begriff ‚Äěneutral‚Äú kannte die Regel nicht. Jeder Schiedsrichter, auf den sich die Mannschaften einigten, war in seinen Entscheidungen unangreifbar.

Im Jahre 1889 wurden die Bestimmungen √ľber die Leitung von Spielen neu gefasst und die Rechte der Umpires und der Schiedsrichter genau umrissen. Die Bestimmungen lauteten: Zwei Umpires sind zu bestellen, deren Aufgabe es ist, alle Streitpunkte zu entscheiden, wenn sie dazu aufgerufen werden. Ein Schiedsrichter ist zu bestellen, der alle Streitf√§lle zwischen den Umpires regelt. Es ist Pflicht des Schiedsrichters, in allen F√§llen zu entscheiden, in denen die Umpires nicht √ľbereinstimmen oder wenn ein Umpire keine Entscheidung trifft. Obwohl man dazu nicht verpflichtet war, einigte man sich damals bei entscheidenden Spielen schon auf einen neutralen Schiedsrichter. Die Pflicht, f√ľr die Leitung eines Spieles einen Schiedsrichter zu bestimmen, bestand seit dem Jahre 1882, weil sich die Unstimmigkeiten mehr und mehr h√§uften. Den Schiedsrichter als alleinigen Leiter eines Spieles gibt es seit dem Jahre 1890.

Im Jahre 1891 wurden die Umpires abgeschafft und an ihre Stelle traten die Linienrichter. Die Stellung des Schiedsrichters wurde dadurch aufgewertet. F√ľr die Linienrichter wurde eine eigene Regel geschaffen. Der Schiedsrichter wurde der alleinige Leiter des Spiels und die Linienrichter ihm unterstellt. Anhand dieser Ausf√ľhrungen kann man erkennen, welcher Wandlung die Stellung des Spielf√ľhrers einer Mannschaft, der Linienrichter und des Schiedsrichters unterworfen waren.

Nach einer Statistik der FIFA von 1972 gab es weltweit 243.596 Schiedsrichter.

Voraussetzungen

Schiedsrichter kann in Deutschland nur werden, wer Mitglied in einem dem DFB angeschlossenen Verein ist. Die Anmeldung zu einem Anw√§rterlehrgang erfolgt regelm√§√üig √ľber den Verein, das Mindestalter betr√§gt 12 Jahre, wobei einige Verb√§nde auch ein h√∂heres Mitgliedsalter fordern. Im Lehrgang werden die Kenntnisse der Fu√üballregeln vermittelt, zum Abschluss muss die Regelkenntnis auch durch eine Pr√ľfung nachgewiesen werden. Gleichfalls ist die k√∂rperliche Fitness, vor allem im l√§uferischen und konditionellen Bereich, nachzuweisen. Hierf√ľr gibt es verschiedene Tests, wobei teilweise jeder Kreis andere Auswahlkriterien anwendet. Auch wenn dies nicht zu den ausdr√ľcklich erkl√§rten Voraussetzungen z√§hlt, so ist jedoch eine gewisse charakterliche Festigung der Pers√∂nlichkeit ebenfalls eine unabdingbare Voraussetzung, um die gebotene Neutralit√§t gew√§hrleisten zu k√∂nnen und sich auch durch Anfeindungen von Zuschauern und Spielern nicht aus dem Konzept bringen zu lassen.

Einsatzgebiete

Theoretisch kann ein gepr√ľfter Schiedsrichter √ľberall eingesetzt werden.

Allgemein

Nach dem Anw√§rterlehrgang wird der Einsatz jedoch meist zuerst bei Jugendspielen erfolgen. Bei entsprechenden Leistungen, die durch Schiedsrichterbeobachter festgestellt und bewertet werden, kann ein Einsatz in h√∂heren Ligen und Altersklassen erfolgen (sogenannter Aufstieg). F√ľr Aufstiege werden oftmals weitere Pr√ľfungen sowohl theoretischer Natur als auch sportlicher Art verlangt. Zudem geht einem Aufstieg in h√∂here Klassen oft ein Einsatz als Schiedsrichterassistent (ehemals Linienrichter) voraus.

Profifußball und internationale Ebene

Wer zu den Besten geh√∂rt, kann schlie√ülich bis in die Bundesliga aufsteigen. Dazu sind allerdings etliche Jahre (mindestens etwa zehn) zu veranschlagen. Die meisten Bundesliga- und FIFA-Schiedsrichter √ľben noch einen geregelten Beruf aus. Im Gegensatz zu Fu√üballspielern, die quasi ohne Altersbeschr√§nkung an nationalen oder internationalen Begegnungen teilnehmen k√∂nnen, gibt es bei Schiedsrichtern eine feste Altersgrenze, nach deren √úberschreiten sie keine internationalen Spiele (H√∂chstalter 45 Jahre) oder Spiele im Profifu√üball (von Nationalverband zu Nationalverband verschieden) mehr leiten d√ľrfen. Aufgrund des hohen Zeitaufwandes sind viele Schiedsrichter in den h√∂heren Ligen in selbstst√§ndigen Berufen wie Arzt, Anwalt oder Kaufmann t√§tig, die eine eigene Einteilung der Arbeitszeit erm√∂glichen.

Schiedsrichter in Deutschland

In Deutschland gibt es ca. 80.000 Schiedsrichter (Stand 2007). Bei etwa 100.000 Spielen pro Wochenende in Deutschland reicht diese Zahl jedoch nicht aus, weshalb manche Schiedsrichter zweimal pro Woche Spiele leiten oder die untersten Klassen der Jugendmannschaften nicht mit offiziellen Schiedsrichtern angesetzt werden k√∂nnen. Von einem Schiedsrichter wird dabei erwartet, dass er pro Saison mindestens 6-20 Spielleitungen √ľbernimmt und 3-10 Schiedsrichtersitzungen (ist von Landesverband zu Landesverband unterschiedlich) besucht. Erf√ľllt er dies nicht, f√§llt er aus dem ‚ÄěSoll‚Äú seines Vereins. Die Vereine m√ľssen je nach Anzahl ihrer Mannschaften und deren Spielklasse eine Mindestanzahl von Schiedsrichtern abstellen. Stellen sie zu wenige ab, m√ľssen sie Strafgelder zahlen und k√∂nnen in manchen Verb√§nden, wenn dies √ľber mehrere Spielzeiten nicht verbessert wird, auch mit Strafen wie dem Verbot des Ausrichtens von Turnieren oder gar dem Zwangsabstieg der ersten Mannschaft bestraft werden.

Das Schiedsrichteramt ist ein Ehrenamt. In Deutschland gibt es keine professionellen Schiedsrichter. Allerdings erh√§lt man f√ľr seine Spielleitungen Spesen, die je nach Landesverband variieren. F√ľr Spiele im unteren Amateurbereich liegen die Spesen unter 20 Euro. Selbst bei einem Oberligaspiel m√ľssen sich der Schiedsrichter mit etwa 50¬†Euro, die Assistenten mit etwa 25¬†Euro begn√ľgen (abh√§ngig vom jeweiligen Landesverband). √úber dieses Niveau kommen √ľber 99¬†% der Schiedsrichter (ebenso wie √ľber 99¬†% der Spieler) nicht hinaus.

Erst im Profifu√üball werden dem Schiedsrichter h√∂here Betr√§ge gezahlt. Ein Schiedsrichter in der Bundesliga erh√§lt 3600 Euro pro Spiel, ein Assistent 1800 Euro und der vierte Offizielle 900 Euro, in der 2. Bundesliga jeweils die H√§lfte. In der 3.Liga gibt es einen neuen Etat. Alle Schiedsrichter der 2.¬†Bundesliga m√ľssen dabei aber etwa genauso oft Regionalligaspiele leiten wie Zweitligaspiele.

F√ľr einen Schiedsrichter der Bundesliga kommt es dabei aber zu einem sehr hohen Aufwand: F√ľr ein Spiel an einem Samstag muss er freitags anreisen und kommt erst sp√§tabends am Samstag oder sogar erst sonntags zur√ľck. Die Fahrtkosten, sowie Hotel- und die Verpflegungskosten werden vom DFB erstattet. Zum Zeitaufwand der Schiedsrichter kommen mehrere mehrt√§gige Lehrg√§nge des DFB und seines Verbandes pro Monat. Zudem bekommt er einen t√§glichen Trainingsplan, der auch √ľberpr√ľft wird.

Ein Leistungsschiedsrichter wird mit dem Cooper-Test √ľberpr√ľft, den Schiedsrichter, abh√§ngig vom Verband, meistens ab der Bezirksliga zum Beweis ihrer konditionellen Leistungsf√§higkeit machen m√ľssen. Gefordert wird die Absolvierung einer bestimmten Strecke in einer bestimmten Zeit, z.¬†B. 2700¬†Meter in 12¬†Minuten. Es existiert keine Einheitsregelung, so dass die Verb√§nde es unterschiedlich handhaben, ab welcher Spielklasse Leistungstests durchgef√ľhrt werden m√ľssen, und ob der Cooper-Test auch 2700¬†Meter betragen muss. Die Altersgrenze liegt f√ľr Bundesliga-Schiedsrichter bei 47¬†Jahren.

Seit der WM 2006 wird ein neuer Leistungstest, der sogenannte Helsen-Test durchgef√ľhrt (abgeleitet vom UEFA-Fitnessexperten Werner Helsen). Zun√§chst werden 6 Sprints √† 40 Meter in jeweils h√∂chstens 6,4 Sekunden absolviert. Anschlie√üend werden im Intervall 150 Meter in maximal 30 Sekunden gelaufen. Zwischen jedem dieser Sprints geht der Schiedsrichter jeweils 50 Meter in genau 35 Sekunden (Assistenten in 40 Sekunden). Insgesamt muss diese Intervall-Serie 20 mal wiederholt werden. Einige Landesverb√§nde haben diesen Test mittlerweile √ľbernommen.

Ab der 3.Liga sowie der zweiten Hauptrunde des DFB-Pokals wird ein Schiedsrichter in jedem Spiel beobachtet und benotet. Auf Grund des Schiedsrichter-Skandals 2005 wird dies in Zukunft auch in der ersten Pokal-Hauptrunde der Fall sein. Au√üerdem werden schon seit eh und je alle Schiedsrichter regelm√§√üig und im Normalfall mehrfach pro Saison beobachtet, somit ihre Spielleitungen √ľberpr√ľft. Man spricht davon, dass ein Schiedsrichter, der mit 25¬†Jahren noch nicht Regionalliga pfeift, keine realistische Chance mehr hat, nach ganz oben zu kommen.

Schiedsrichter-Skandal 2005

Hauptartikel: Fußball-Wettskandal 2005

Im Januar 2005 werden dem deutschen Fu√üballschiedsrichter Robert Hoyzer Spielmanipulationen vorgeworfen. Hoyzer wird beschuldigt, dass er im Zusammenhang mit Sportwetten Einfluss auf Ergebnisse von ihm geleiteter Spiele genommen und sie damit m√∂glicherweise manipuliert hatte. Der Verdacht, Hoyzer habe Einfluss auf Spielergebnisse genommen, betrifft zun√§chst das DFB-Pokalspiel der ersten Runde vom 21. August 2004 zwischen dem SC Paderborn 07 und dem Hamburger SV, das √ľberraschenderweise mit 4:2 zu Ende gegangen war, nachdem es zwei dubiose Strafst√∂√üe und einen umstrittenen Platzverweis gegen den HSV gegeben hatte. Aber auch f√ľnf Spiele aus der Zweiten Fu√üball-Bundesliga werden untersucht. Die Partie zwischen LR Ahlen und Wacker Burghausen wurde nach einem Protest von Burghausen und einem entsprechenden Urteil des DFB-Sportgerichts neu angesetzt. Der Hamburger SV hatte ebenfalls Protest gegen die Wertung der 2:4-Niederlage in der ersten DFB-Pokalrunde gegen den SC Paderborn 07 und die in diesem Spiel von Hoyzer verh√§ngte Rote Karte gegen Emile Mpenza eingelegt. Der DFB-Sportausschuss entschied, dass es keine Wiederholung geben k√∂nne, stattdessen wurden der Hamburger SV finanziell entsch√§digt und die Rote Karte annulliert.

Schiedsrichter in der Schweiz

In der Schweiz wird die Ausbildung und Betreuung √§hnlich oder gleich wie in Deutschland gehandhabt. In der Regel m√ľssen pro zwei Aktivmannschaften dem Verband ein Schiedsrichter gemeldet werden. Ein Schiedsrichter hat sein ‚ÄěSoll‚Äú mit 15 offiziellen Spielen erf√ľllt. Jeder Schiedsrichter wird mehrere Male im Jahr von Inspizienten beobachtet und bewertet. Aufgrund dieser Bewertungen (und in den h√∂heren Ligen Regel- und Konditionstests) wird √ľber die Ligaqualifikation entschieden. Unterschiede gibt es beim Geld, Junioren-Schiedsrichter (meist die Neulinge) bekommen pro Spiel schon umgerechnet etwa 35 bis 50¬†Euro. Im Gegenzug verdienen die Spitzenschiedsrichter weniger¬†‚Äď im Trio ungef√§hr 1150¬†Euro als Spesen. Je nach Ligaqualifikation m√ľssen Schiedsrichter zwei bis drei Mal pro Jahr Lehrkurse besuchen.

Nach dem R√ľcktritt von Urs Meier setzt der Schweizer Fussballverband SFV mehrheitlich auf j√ľngere Schiedsrichter, die schrittweise an das internationale Niveau herangef√ľhrt werden sollen. Zudem werden gezielt Frauen gef√∂rdert, die eine Schiedsrichterkarriere anstreben. Beispiele daf√ľr sind Nicole Petignat und Esther Staubli, welche beide zur Topauswahl der FIFA-Frauen geh√∂ren. Die Schweiz stellte an der WM 2006 in Deutschland wie auch an der EM 2008 mit dem Tessiner Massimo Busacca einen Schiedsrichter.

Aufgrund einer Kooperation des DFB mit dem Schweizerischen Fu√üballverband wurden von 1981 bis 1990 insgesamt 33 Spiele der deutschen Bundesliga durch Schweizer Schiedsrichter geleitet. Die Schweiz betreibt zudem mit dem √Ėsterreichischen Fu√üballverband einen Schiedsrichter-Austausch.

Internationale Einsätze

F√ľr ein internationales Spiel muss der Schiedsrichter sogar drei komplette Tage einplanen. Ein Schiedsrichter, der auf der FIFA-Liste steht, muss f√ľr Spielleitungen, Lehrg√§nge, Schulungen und Training mindestens 200 komplette Tage pro Jahr aufbringen. Die Altersgrenze f√ľr einen FIFA-Schiedsrichter liegt bei 45¬†Jahren.

Technische Hilfsmittel

Das am weitesten verbreitete Hilfsmittel ist das Funksystem. Der Schiedsrichterassistent hat in seinem Fahnengriff einen Sender installiert, welchen er durch Knopfdruck bet√§tigt. Meist erfolgt das Dr√ľcken dieses Schalters mit dem Heben der Fahne. Der Sender l√∂st beim am Arm des leitenden Schiedsrichters angebrachten Empf√§nger eine Vibration bzw. ein Signalton aus. Da die Anschaffungskosten des Funksystems nicht unerheblich sind, ist es erst ab bestimmten h√∂heren Spielklassen vorgeschrieben, darf aber auch in den unteren Klassen genutzt werden. Es gibt dem Schiedsrichter die M√∂glichkeit, sich mehr auf das direkte Spielgeschehen zu konzentrieren, ohne st√§ndig den Schiedsrichterassistenten im Blick haben zu m√ľssen, da nun nicht mehr nur optisch, sondern auch √ľber Vibration bzw. Signalton eine Kommunikationsm√∂glichkeit zwischen dem Gespann besteht.

Des Weiteren standen nach Tests in der UEFA Champions League und einigen nationalen Ligen bei der WM 2006 erstmals in allen Spielen die Schiedsrichter √ľber Funk (Headset) mit ihren Assistenten in Verbindung. Seit einigen Jahren wird auch √ľber den Chip im Ball diskutiert, der ein eindeutiges √úberschreiten der Torlinie signalisieren soll, um strittige Entscheidungen wie das Wembley-Tor zu verhindern. Allerdings ist die Technik bisher nicht ausreichend zuverl√§ssig, da mehrfach vom Chip ‚ÄěTor‚Äú signalisiert wurde, obwohl der Ball das Tor wenn auch knapp, aber dennoch eindeutig, verfehlt hatte. Vielfach wird auch der in anderen Sportarten, z.¬†B. beim Eishockey, angewandte Video-Beweis gefordert; hierzu konnte sich die FIFA aber noch nicht durchringen, l√§sst diesen aber bei Vergehen, die vom Schiedsrichter nicht erkannt wurden, zur nachtr√§glichen Beurteilung zu. So wurden in der Vergangenheit h√§ufig Disziplinarma√ünahmen auf Grund von Fernsehaufzeichnungen ausgesprochen, zuletzt bei der WM 2006 im ‚ÄěFall Frings‚Äú. Grundvoraussetzung f√ľr eine nachtr√§gliche Sperre ist jedoch, dass der Schiedsrichter den Regelversto√ü w√§hrend des Spiels nicht bereits geahndet hatte oder ausdr√ľcklich nicht ahnden wollte (Vorteilsbestimmung), da ‚ÄěTatsachenentscheidungen‚Äú unanfechtbar sind.

Abbruch eines Spiels

Der Schiedsrichter soll ein Spiel abbrechen, wenn eine Mannschaft weniger als sieben Spieler auf dem Feld hat und diese Unterzahl durch absichtliches Verlassen des Spielfeldes mutwillig herbeigef√ľhrt wurde.[1] [2] In Deutschland gilt zus√§tzlich die Anweisung des DFB, dass ein Spiel abzubrechen ist, wenn eine Mannschaft √ľber weniger als 7 Spieler auf dem Feld verf√ľgt, sie im R√ľckstand liegt und der Spielf√ľhrer dies verlangt.[3] Ein Schiedsrichter soll auch ein Spiel abbrechen, wenn er oder einer seiner Assistenten t√§tlich angegriffen oder angespuckt werden (die Autorit√§t des Schiedsrichters ist dann nicht mehr gegeben).

Wenn die Wetterlage oder Zuschauerausschreitungen eine Gef√§hrdung der Spieler darstellen oder die Platzverh√§ltnisse ein ordnungsgem√§√ües Spiel nicht mehr zulassen, kann das Spiel abgebrochen werden. Hier muss aber zuerst das Spiel unterbrochen werden, wobei die Unterbrechung 30 Minuten nur dann √ľberschreiten soll, wenn absehbar ist, dass das Spiel in K√ľrze fortgef√ľhrt werden kann, ansonsten ist das Spiel abzubrechen.

Bekannte Schiedsrichter

  • Luigi Agnolin, Italien - WM-Schiedsrichter 1986 und 1990
  • Ken Aston, England - Erfinder der gelben und roten Karten (erstmals eingesetzt bei der WM 1970)
  • J√ľrgen Aust, Deutschland
  • Tofiq B…ôhr…ômov, Aserbaidschan (damals Sowjetunion). Linienrichter bei Schiedsrichter Gottfried Dienst im WM-Finale 1966 und signalisierte beim umstrittenen Wembley-Tor, dass der Ball die Torlinie √ľberschritten h√§tte.
  • Said Belqola, Marokko
  • G√ľnter Benk√∂, √Ėsterreich - Schiedsrichter der WM 1998 und der EM 2000
  • Horst Brummeier, √Ėsterreich
  • Arnaldo David C√©zar Coelho, Brasilien
  • Pierluigi Collina, Italien - Schiedsrichter WM 2002 (Endspiel-SR) und der EM 2004
  • Andr√© Daina, Schweiz
  • Gottfried Dienst, Schweiz - Schiedsrichter des WM-Finales 1966. Gab das dritte Tor, bei dem der Ball angeblich hinter die Torlinie gelangt sein soll (Wembley-Tor). Leitete auch das 1. EM-Endspiel 1968.
  • Ivan Eklind, Schweden - umstrittener Schiedsrichter im WM-Finale 1934
  • Horacio Marcelo Elizondo, Argentinien - Schiedsrichter bei der WM 2006
  • Arthur Edward Ellis, England
  • Walter Eschweiler, Deutschland, damals Bundesrepublik Deutschland - Schiedsrichter bei der WM 1982
  • Herbert Fandel, Deutschland - Schiedsrichter der EM 2008
  • Anders Frisk, Schweden - Schiedsrichter EM 1996, 2000, 2004 sowie der WM 2002
  • Bruno Galler, Schweiz
  • Rudi Gl√∂ckner, Deutschland, damals DDR - Erster und einziger deutscher Schiedsrichter im WM Finale (Mexiko 1970) sowie WM-Schiedsrichter 1974 (BRD) und EM 1972 (Belgien)
  • Benjamin Mervyn ('Mervyn') Griffiths, Wales
  • Bernd Heynemann, Deutschland - Schiedsrichter bei der EM 1996 und der WM 1998
  • Robert Hoyzer, Deutschland - Ausl√∂ser des Schiedsrichter-Skandals 2005
  • Walentin Iwanow, Russland - EM-Schiedsrichter 2004 sowie bei der WM 2006 (4 Platzverweise bei einer WM).
  • Siegfried Kirschen, Deutschland, damals DDR - Schiedsrichter bei der WM 1986, der EM 1988 sowie der WM 1990 in Italien
  • Abraham Klein, Israel
  • Rudolf Kreitlein, Deutschland, damals Bundesrepublik Deutschland - WM-Schiedsrichter 1966
  • Hellmut Krug, Deutschland - Schiedsrichter bei der WM 1994 und der EM 1998
  • John Langenus, Belgien - Schiedsrichter des ersten WM-Finals 1930
  • Erich Linemayr, √Ėsterreich - Schiedsrichter der Wasserschlacht von Frankfurt
  • William Ling, England - Endspiel-Schiedsrichter der WM 1954 in der Schweiz
  • Urs Meier, Schweiz - Schiedsrichter bei den WM 1998 und 2002
  • Markus Merk, Deutschland, Schiedsrichter bei den WM 2002 und 2006 sowie den EM 2000 und 2004 (SR des Endspiels)
  • ńĹuboŇ° Micheńĺ, Slowakei - Schiedsrichter bei den WM 2002, EM 2004, WM 2006, EM 2008 sowie des Champions-League-Finals 2007/2008
  • Byron Moreno, Ecuador - Schiedsrichter bei der WM 2002. Nach wiederholten Manipulationsvorw√ľrfen vom Profifu√üball zur√ľckgezogen.
  • Kim Milton Nielsen, D√§nemark - SR der EM 1996, 2000, 2004 sowie den WM 1998 und 2002
  • Karoly Palotai, Ungarn
  • Dieter Pauly, Deutschland, damals Bundesrepublik Deutschland
  • Vitor Manuel Melo Perreira, Portugal
  • Nicole Petignat, Schweiz - erste Frau bei UEFA-Cup-Spiel der M√§nner
  • Konrad Plautz, √Ėsterreich
  • Graham Poll, England - Schiedsrichter bei den EM 2000 und 2004 sowie den WM 2002 und 2006
  • Alexis Ponnet, Belgien
  • Adolf Prokop, Deutschland, damals DDR, WM-Schiedsrichter 1978 und 1982 sowie bei den EM 1980 und 1984
  • Sandor Puhl, Ungarn - Endspiel-Schiedsrichter WM 1994
  • Jo√ęl Quiniou, Frankreich - pfiff die meisten WM-Endrundenspiele (8) bei drei WM (1986, 1990 und 1994)
  • George Reader, England
  • Volker Roth, Deutschland, damals Bundesrepublik Deutschland, Schiedsrichter der EM 1984 sowie der WM 1986, aktueller DFB-Schiedsrichter-Chef
  • Rudolf Scheurer, Schweiz
  • Bibiana Steinhaus, Deutschland - in der Saison 2007/08 pfiff sie als erste Frau ein Spiel der 2. Fu√üball-Bundesliga.
  • Bernd Stumpf, Deutschland, DDR-Oberliga und FIFA-Schiedsrichter; an ihm wurde 1986 wegen eines verh√§ngten angeblich unberechtigten Elfmeters f√ľr den BFC Dynamo in Form eines Ausschlusses aus erster und zweiter Liga der DDR ein Exempel statuiert.
  • John Keith Taylor, England - WM-Schiedsrichter 1970 und 1974
  • Kurt Tschenscher, Deutschland, damals Bundesrepublik Deutschland - WM-Schiedsrichter 1966, 1970 und 1974 sowie der EM 1968
  • Karl Wald, Deutschland - Erfinder des Elfmeterschie√üens
  • Mario van der Ende, Niederlande - Schiedsrichter bei der WM 1994
  • Michel Vautrot, Frankreich - WM-Schiedsrichter 1982 und 1990 sowie bei den EM 1984 und 1988
  • Nelly Viennot, Frankreich - Schiedsrichter-Assistentin in der UEFA Champions League
  • Istvan Zsolt, Ungarn - WM-Schiedsrichter 1954, 1958 und 1966 sowie der EM 1968

f√ľr eine umfassendere Liste siehe Kategorie:Fu√üballschiedsrichter.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ FIFA-Regelbuch, Seite 65: Mindestanzahl Spieler
  2. ‚ÜĎ Zusatzbestimmungen und Richtlinien der FIFA f√ľr Schiedsrichter zur Regel 3, Regelbuch des DFB Ausgabe 2007/2008 Seite 20
  3. ‚ÜĎ DFB-Regelbuch 2007/2008 Anweisungen des DFB zur Regel 3 Nummer 8, Seite 21

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