Kaschmir

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Kaschmir
Karte (2004)
Talmarg (Indien)

Kaschmir (Devanagari: ŗ§ēŗ§∂ŗ•ćŗ§ģŗ•Äŗ§į, KaŇõmńęr, Kashmir) ist ein ehemaliger F√ľrstenstaat im Himalaya, der heute von Indien, Pakistan und der VR China gleicherma√üen beansprucht wird.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Heute teilt sich Kaschmir in den indischen Bundesstaat Jammu und Kashmir mit 101.000 km² und 10,1 Mio. Einwohnern, die pakistanische Region Gilgit-Baltistan und das teilautonome pakistanische Azad Kashmir mit zusammen 84.000 km² und ca. 5 Millionen Einwohnern, sowie einige chinesische Gebiete (u.a. Aksai Chin mit 37.000 km² und einigen Tausend Bewohnern) auf. Die Gesamtfläche Kaschmirs beläuft sich auf rund 222.000 km². Die größte Provinz des indischen Kaschmirs ist Ladakh.

Siehe auch: Erdbeben in Kaschmir 2005
Der indische Bundesstaat Jammu und Kashmir

Geschichte

Flagge des Maharaja bis 1936
Briefmarke der Kashmir-Post (1869)

Kaschmir hat seinen Ursprung im Kaschmir-Tal mit dem alten Handelsplatz Srinagar im Hochgebirgsraum des Vorderen Himalaya. In seiner langen, wechselvollen Geschichte hat es sich als Kreuzungspunkt von Karawanenstra√üen (historische Seidenstra√üe) zwischen Vorder-, Zentral- und S√ľdasien entwickelt. Zugleich war und ist es auch heute noch Schnittpunkt ausgedehnter buddhistischer, kaschmirisch-hinduistischer und ab dem 13. Jahrhundert zunehmend islamischer Herrschaftsbereiche. Kaschmir hat von alters her eine Br√ľcken- und Knotenfunktion zwischen Vorder-, Zentral- und S√ľdasien.

1587 wurde Kaschmir durch Akbar dem Reich der Gro√ümoguln von Delhi einverleibt und 1739 von Nadir Schah erobert. Kaschmir blieb nun eine Provinz des Reiches von Kabul, bis sich 1809 der Statthalter Muhammad Azim Khan f√ľr unabh√§ngig erkl√§rte. 1819 besetzt der Sikh Maharaja Ranjit Singh die Hauptstadt Srinagar und weite Teile des Landes. Nach dem Sieg der Briten √ľber die Sikhs wurde Kashmir and Jammu ein britisches Protektorat, dessen erster Maharaja der Raja von Jammu Ghulab Singh (1846‚Äď56), ein Hindu aus dem Rajputen-Clan der Jamwal, wurde. 1941 hatte Kaschmir eine Fl√§che von 218.896 km¬≤ und 4,2 Millionen Einwohner. Die Stammesgebiete im Norden standen allerdings nur nominell unter der Hoheit des Maharaja. Insgesamt war der Norden Kaschmirs muslimisch gepr√§gt, der S√ľden hinduistisch und der Osten buddhistisch. Ein machtpolitisches Ungleichgewicht herrschte jedoch dadurch vor, dass hohe Positionen und √∂ffentliche √Ąmter fast ausschlie√ülich durch Dogra-Hindus aus Jammu besetzt wurden. Protestbewegungen von Moslems, wie zum Beispiel 1930 gegen die autorit√§re Herrschaft des Maharajas wurden immer h√§ufiger und zumeist blutig niedergeschlagen. Als Gro√übritannien am 18. Juli 1947 die Entlassung Indiens in die Unabh√§ngigkeit und die Bildung der Dominions Indien und Pakistan beschloss, wurde Kaschmir zun√§chst unter dem Maharaja Hari Singh (1925‚Äď52) unabh√§ngig.

Kashmir und Jammu hatte 1866‚Äď94 eine Staatspost mit eigenen Briefmarken, 1867‚Äď77 mit separaten Ausgaben f√ľr die Provinzen Kashmir und Jammu. Der F√ľrstenstaat Punch hatte 1876‚Äď94 ebenfalls eine eigene Post.

Kaschmirkonflikt

‚Üí Hauptartikel: Kaschmir-Konflikt
Gebietsanspr√ľche in Kaschmir

Die Ursache f√ľr das heutige Spannungsverh√§ltnis in Kaschmir ist einerseits begr√ľndet durch den Eroberungsfeldzug 1819 der Sikhs von Punjab (Indien) aus, die das muslimische Kaschmir mit dem hinduistischen Jammu vereinigten und andererseits im Teilungsprozess Britisch-Indiens im Jahr 1947, in dessen Folgen die Staaten Pakistan und Indien gegr√ľndet worden waren. Die Teilung in das muslimisch dominierte Pakistan (einschlie√ülich Ost-Pakistan, dem heutigen Bangladesch) und in die hinduistisch gepr√§gte Indische Union nach dem Mountbattenplan folgte der so genannten ‚ÄěZwei-Nationen-Theorie‚Äú.

Danach sollten die Distrikte Britisch-Indiens, die nach der letzten verf√ľgbaren Volksz√§hlung von 1941 eine mehrheitlich muslimische Bev√∂lkerung aufwiesen, Pakistan zufallen. Im umgekehrten Falle sollten muslimische Minderheitengebiete in der Indischen Union verbleiben. Dieses Kriterium traf nicht f√ľr die semi-autonomen F√ľrstenstaaten und damit auch nicht f√ľr Kaschmir zu. Das entsprechende britische Gesetz (indisches Unabh√§ngigkeitsgesetz von 1947) besagte, dass die Herrscher der F√ľrstenstaaten die Entscheidungsfreiheit haben, sich entweder Indien oder Pakistan anzuschlie√üen (oder unabh√§ngig zu sein).

Kaschmir blieb nach der Teilung Britisch-Indiens zun√§chst unabh√§ngig, wurde aber bald zu einer milit√§rischen Konfliktregion. Der damalige Maharaja Hari Singh versuchte durch Verz√∂gerungen in der Entscheidung, sich auf die pakistanische oder indische Seite zu schlagen, die Souver√§nit√§t zu wahren. Nach Beginn der Invasion von durch Pakistan unterst√ľtzten paschtunischen Stammeskriegern und der fortlaufenden Rebellion gegen seine Herrschaft (besonders im Bezirk Punch) bat der Herrscher Indien um milit√§rischen Beistand. Um diesen zu erhalten, erkl√§rte er am 26. Oktober 1947 den Anschluss seines F√ľrstenstaates an die Indische Union[1]. Binnen weniger Tage verlegte Indien massiv Truppen in die Krisenregion, um Aufst√§ndischen und eingesickerten K√§mpfern zu begegnen. Pakistan akzeptierte den Beitritt zu Indien nicht. Dar√ľber hinaus wurde der bereits in der Kolonialperiode schwelende Hindu-Moslem-Konflikt immer weiter auf die Ebene der Staatspolitik √ľbertragen, der dadurch kontinuierlich an Brisanz gewann, obwohl die Mehrheit der Bewohner Kaschmirs eine gem√§√üigte religi√∂se Einstellung besa√ü. Die Eskalation f√ľhrte letztlich zum Ersten Indisch-Pakistanischen Krieg, der 1949 mit der De-facto-Zweiteilung Kaschmirs unter Vermittlung der Vereinten Nationen endete. Seitdem existiert im S√ľden der indische Bundesstaat Jammu und Kashmir (etwa zwei Drittel des Territoriums), w√§hrend der Norden mit Asad Kaschmir und Gilgit-Baltistan ‚Äď bis 2009: Northern Areas (Nordgebiete) ‚Äď unter pakistanischer Verwaltung steht. Die Grenzlinie zwischen dem pakistanischen und indischen Teil bildet die Waffenstillstandslinie (‚ÄěLine of Control‚Äú) von 1949. Sie ist etwa 750 km lang und steht unter dem Mandat der Vereinten Nationen.

Die vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen im April 1948 geforderte Volksabstimmung √ľber den Beitritt Kaschmirs zu Indien oder Pakistan[2] hat bis heute nicht stattgefunden. Indien und Pakistan f√ľhren die folgenden Gr√ľnde an:

  • Der Beitritt nach Indien sei zul√§ssig, weil gesetzeskonform. Pakistan wendet ein, dass der Maharaja zu diesem Zeitpunkt nicht mehr die Regierungsgewalt innehatte, da B√ľrgerkrieg herrschte und Aufst√§ndische aus der Region Punch bereits eine eigene Republik, Azad Kashmir, verk√ľndet hatten.
  • Die von den B√ľrgern gew√§hlte konstituierende Versammlung des Staates von Jammu und Kashmir habe einm√ľtig den Vertrag zum Antritt des Maharajas (im Jahre 1954) best√§tigt. 1957 habe die Versammlung eine Verfassung f√ľr den Staat beschlossen, der die dauerhafte Zugeh√∂rigkeit zu Indien festschrieb. Ein spezieller Status sei Jammu & Kashmir in der indischen Verfassung (Artikel 370) gegeben worden, um seine speziellen Interessen zu sch√ľtzen. Pakistan bestreitet die Legitimit√§t der Wahlen, da diese unter den illegitimen Umst√§nden der indischen Besatzung stattgefunden h√§tten und nicht die gesamte Bev√∂lkerung Kaschmirs daran teilgenommen h√§tte.
  • Der erste Artikel der Resolution der Vereinten Nationen besage, dass Pakistan die Gegenden sofort r√§umen m√ľsse, die es mit Hilfe der sog. Tribals (lokale Stammesgruppen) und der Armee im Jahre 1948 besetzt hatte. Pakistan habe jene Gegenden nie ger√§umt. Stattdessen habe Pakistan einen sehr gro√üen Teil der besetzten Provinz (‚ÄěNordgebiete‚Äú) in sein Territorium integriert. Pakistan wendet ein, dass Indien keine neutrale Ordnungsmacht sei, wie in der Resolution vorgesehen, sondern dass es einen Abzug der pakistanischen Truppen zu seinem Vorteil nutzen und gesamt Kaschmir annektieren w√ľrde.
  • Die UNO-Resolution besage, dass Indien und Pakistan das Schicksal von Kaschmir entsprechend den W√ľnschen der Bev√∂lkerung Kaschmirs entscheiden m√ľssen. Durch die Teilnahme an mehreren demokratischen Wahlen zum Regionalparlament Jammu & Kaschmirs (vergleichbar mit den Landtagen in Deutschland) habe die dortige Bev√∂lkerung ihre Zugeh√∂rigkeit zu Indien bekundet. Pakistan wendet ein, dass die Wahlen nicht im ungeteilten Kashmir, sondern nur im indisch kontrollierten Teil, in dem die indische Armee Systemgegner zum Schweigen gebracht habe, stattgefunden haben. Au√üerdem seien bei den ersten Wahlen √ľber 90 % der pro-indischen Kandidaten ohne Gegenkandidaten angetreten, da die Opposition die Wahlen boykottierte. Das in der UNO-Resolution festgeschriebene Referendum h√§tte nie stattgefunden und Indien h√§tte auch kein Interesse daran.
  • Pakistan trainiere und entsende Freiheitsk√§mpfer in den indischen Teil Kaschmirs. Viele dieser Freiheitsk√§mpfer seien pakistanische und sogar afghanische Staatsb√ľrger und f√ľhrten einen Krieg gegen Indien.

Pakistan betrachtet vor allem einen muslimisch gepr√§gten Nationalismus und leitet daraus den Souver√§nit√§tsanspruch √ľber ein Land mit 77 % muslimischer Bev√∂lkerung ab:

  • Verbunden damit sei der Anschluss Kaschmirs an Pakistan sowie die uneingeschr√§nkte Kontrolle √ľber den Oberen Indus (Jammu und Kashmir) und dessen Nebenfl√ľsse f√ľr die Bew√§sserung der zentralen Ebenen Pakistans. Indien und die zust√§ndige Grenzkommission 1947 f√ľhrte ebenfalls wirtschaftliche Gr√ľnde f√ľr den Beitritt Kaschmirs zur Indischen Union an.
  • Die indische Armee verletze zudem die Menschenrechte der Einwohner Kaschmirs, schrecke auch vor Folter und Mord an unbeteiligten Einwohnern nicht zur√ľck.
  • Infolge dessen h√§tten die Einwohner Kaschmirs auf den bewaffneten Kampf gegen die illegitime indische Besetzung zur√ľckgreifen m√ľssen.

Aus indischer Sicht steht vor allem die Vermeidung eines Pr√§zedenzfalles durch Losl√∂sung aus dem Staatsverbund Indiens und die Sicherung der Verkehrswege in das Hochtal von Kaschmir im Vordergrund. Das Regierungsprinzip des s√§kularen Nationalismus, das hei√üt keine Abh√§ngigkeit der Regierung von Religionen, sollte f√ľr ganz Kaschmir gelten und somit auch f√ľr die muslimisch dominierten Bereiche. Indien sieht in der Kaschmirfrage daher keinen Diskussionsbedarf.

Aus pakistanischer Sicht stellt die Kaschmir-Frage einen Pr√§zedenzfall f√ľr die Rolle des Landes als selbstproklamierte ‚ÄěHeimat der indischen Muslime‚Äú dar. Indien versuche durch die Annexion Kaschmirs diesen Anspruch und so das gesamte Gr√ľndungsprinzip des pakistanischen Staates infrage zu stellen. Der Kaschmir-Konflikt stellt so einen wichtigen identifikativen Bezugspunkt des pakistanischen Staates dar, der sich √ľber einen gemeinsamen Feind gegen√ľber Systemkritikern legitimieren will.

Neben Indien und Pakistan ist die Volksrepublik China als dritte Partei indirekt am Kaschmirkonflikt beteiligt. Nach der gewaltsamen Besetzung des im Osten Kaschmirs gelegenen Aksai-Chin-Plateaus durch chinesische Truppen (1956 und 1962) n√§herte sich Indien verst√§rkt der Sowjetunion an. Aufgrund der gleichgerichteten Interessenlage gegen Indien wurde Pakistan zum Verb√ľndeten Chinas. Es trat 1963 seinerseits einen schmalen Streifen um die K2-Gipfelregion an China ab. Dieses ehemals zu China geh√∂rende Gebiet wurde seit der britischen Kolonialzeit von Pakistan kontrolliert. Im Gegenzug erhielt Pakistan chinesische Hilfe beim Bau des Karakorum Highway.

Das Gebiet von Aksai Chin war bis 1956 ein autonomes F√ľrstentum, das sich an der Politik des Maharajas von Kaschmir orientierte. Die Chinesen sahen die Besetzung als R√ľckeroberung eines von Britisch-Indien 1846 unrechtm√§√üig besetzten Gebietes. Au√üerdem planten sie eine Stra√üe von Westtibet durch Aksai Chin weiter nach China, welche ab 1958 auch gebaut wurde.

Sowohl die indische als auch die pakistanische Regierung nehmen sowohl auf internationaler Ebene als auch in S√ľdasien f√ľr sich in Anspruch, die rechtm√§√üigen Vertreter der kaschmirischen Interessen zu sein. W√§hrend die indische Seite einen multikulturellen und Minderheiten tolerierenden Staat propagiert, der aber keinerlei Separationsbestrebungen der einzelnen Bundesstaaten akzeptiert, erhebt Pakistan den Anspruch, alle s√ľdasiatischen Muslime in einem (pakistanischen) Staat zu vertreten, da deren Interessen in einer Minderheitensituation unter indischer Verwaltung letztlich nicht gesichert seien. Multikulturalit√§t sei nur die √§u√üere Rhetorik einer impliziten Politik der Bevormundung und Benachteiligung.

Bereits 1947 zeichnete sich jedoch eine weitere Option ab. Kaschmirische Nationalisten forderten die Gr√ľndung eines von Indien und Pakistan unabh√§ngigen Binnenstaates Kaschmir, der sich idealerweise aus dem pakistanisch-kontrollierten Asad Kaschmir und dem indisch-kontrollierten Jammu und Kashmir zusammensetzen sollte. Diese L√∂sungsvariante wird bis heute nicht nur von Indien und Pakistan aus strategischen, √∂konomischen und sozio-kulturellen Erw√§gungen abgelehnt, sondern auch von einer Mehrheit der kaschmirischen Bev√∂lkerung, welche einen unabh√§ngigen muslimischen Staat Kaschmir fordert.

Pakistan verlangte die Lösung der Kaschmir-Frage auf der Basis der entsprechenden Resolutionen der Vereinten Nationen und des Selbstbestimmungsrechts des kaschmirischen Volkes, insbesondere der Muslime.

1965 kam es im Streit um die Region zum Zweiten Indisch-Pakistanischen Krieg. 1999 bricht auf Grund des Eindringens von Pakistan unterst√ľtzter bewaffneter Einheiten in die Region um Kargil der Kargil-Krieg aus.

Im Zuge des einsetzenden Entspannungsprozesses Ende 2003 schlug der pakistanische Präsident Pervez Musharraf einen völligen Truppenabzug (des indischen und des pakistanischen Militärs) aus der umstrittenen Himalaya-Region vor. Indien lehnt dies mit Hinweis auf die instabile, komplexe Sicherheitslage und wegen der Gefahr des Einsickerns von Extremisten aus Pakistan ab. Der zentrale Streitpunkt zwischen beiden Ländern, wonach sie beide den alleinigen Anspruch auf ganz Kashmir erheben, wurde in dem bisherigen Annäherungsprozess ausgeklammert.

Kurz√ľbersicht

  • circa 250 v. Chr.: Ashoka besetzt Kaschmir und f√ľhrt den Buddhismus ein
  • um 530: Wei√üe Hunnen unter Mirihakula, Buddhistenverfolgung in Kaschmir
  • circa 625‚Äď855: Karkota-Dynastie: Staatsbildung und weitreichender politisch-kultureller Einfluss Kaschmirs
  • circa 725‚Äď754: K√∂nig Lalitaditya, der Eroberer
  • 855‚Äď939: erneute Bl√ľtezeit Kaschmirs unter der Utpala-Dynastie
  • circa 950‚Äď1003: K√∂nigin Didda aus Lohara
  • 1003‚Äď1171: Lohara-Dynastie
  • 1101: Sturz K√∂nig Harshas (reg. 1089‚Äď1101) - in der Folge verf√§llt das K√∂nigtum zugunsten des Landadels
  • 12. und 13. Jahrhundert: langsames Vordringen des Islam
  • 1339: Shah Mir, ein muslimischer Abenteurer und Ex-Minister zwang die letzte Hindu-K√∂nigin Kota Devi zur Heirat und brachte sie anschlie√üend um
  • 1389‚Äď1413: Sultan Sikandar Shah, Zwangsma√ünahmen gegen Hindus
  • 1585 und 1586: der Mogulkaiser Akbar gliedert Kaschmir seinem Staat an, wiederholte Besuche der Mogulkaiser
  • 1846: Kaschmir wird nach dem Ersten Sikh-Krieg unter Maharaja Ghulam Singh Teil von Britisch-Indien
  • 1947: Gro√übritannien entl√§sst Britisch-Indien nach dem Mountbattenplan in die Unabh√§ngigkeit, wonach ca. 8,4 Mio. Menschen fl√ľchten oder zwischen den beiden Staaten Indien und Pakistan umgesiedelt werden, √ľber 1 Mio. Menschen sterben bei Pogromen und auf der Flucht, pakistanische Freisch√§rler sickern in Kaschmir ein, Maharaja Hari Singh erkl√§rt den Anschluss Kaschmirs an Indien und ruft indische Truppen ins Land, Erster Indisch-Pakistanischer Krieg
  • 1949: Waffenstillstand, Festlegung der Waffenstillstandslinie (‚ÄěLine of Control‚Äú), Teilung von Kaschmir (2-Nationen-Theorie), Forderung eines Referendums √ľber einen eigenen Staat Kaschmir durch die Vereinten Nationen
  • 1956: Absetzung aller indischen F√ľrsten
  • 1957: Jammu und Kashmir wird Bundesstaat von Indien
  • 1960: Indus-Wasservertrag zwischen Pakistan und Indien, √ľber die Nutzung der in das Indus-Tal m√ľndenden Fl√ľsse
  • 1962: Indisch-Chinesischer Grenzkrieg, China besetzt Aksai Chin (westlicher Teil der indischen Region Ladakh)
  • 1965: Pakistan greift indischen Bundesstaat Jammu und Kashmir an, Zweiter Indisch-Pakistanischer Krieg und Waffenstillstand
  • 1966: Frieden von Taschkent und offizielle Anerkennung der ‚ÄěLine of Control‚Äú
  • 1971 und 1972: Dritter Indisch-Pakistanischer Krieg, Niederlage Pakistans, Verlust von Ost-Pakistan und Gr√ľndung des neuen Staates Bangladesch
  • 1974: Absetzung des letzten Mirs (F√ľrst) von Azad Kashmir und Angliederung des Gebietes an Pakistan
  • 1984: Beginn der K√§mpfe auf dem Siachen-Gletscher zwischen Pakistan und Indien um den von Indien kontrollierten Zugang zum Tal von Leh
  • 1986 und 1987: China und Indien ziehen Truppen im Ladakh-Grenzgebiet zusammen, erste Anschl√§ge moslemischer Extremisten auf indische Einrichtungen, die einen autonomen Kaschmirstaat fordern oder den Anschluss an Pakistan
  • 1988: Schiitische Revolte in Gilgit
  • 1990: Terror im Kaschmir-Tal erreicht H√∂hepunkt, Flucht von √ľber 100.000 Hindus (Kashmiri Pandits) aus dem Tal nach Jammu; Indien und Pakistan verst√§rken ihre Truppen an den Grenzen, Ermordung des h√∂chsten religi√∂sen Moslem-F√ľhrers (Mirwait Mohammed Farooq)
  • 1999: Freisch√§rler dringen vom pakistanischen in den indischen Teil um die Stadt Kargil ein, Vierter Indisch-Pakistanischer Krieg
  • 2000: Bundesstaat Jammu und Kashmir fordert von Indien weitgehende Autonomie, was vom indischen Staatspr√§sidenten abgelehnt wird
  • 2001: Selbstmordanschlag islamischer Extremisten auf das Parlament in Srinagar und in Neu-Delhi, im Gegenzug sperrt Indien alle Verkehrsverbindungen nach Pakistan
  • 2002: Beiderseits der ‚ÄěLine of Control‚Äú Aufmarsch von gro√üen milit√§rischen Verb√§nden und Einheiten, einzelne Gefechte, Pakistan droht im Falle eines Krieges mit einem nichtkonventionellen Gegenschlag: Atomwaffen
  • Seit Anfang 2004: Entspannung der Situation in Kaschmir, trotzdem kommt es laut dem Heidelberger Institut f√ľr Konfliktforschung und dem S√ľdasieninstitut der Universit√§t Heidelberg immer noch nahezu w√∂chentlich zu Anschl√§gen in Kaschmir, denen zahlreiche Zivilisten zum Opfer fallen.
  • 2005: Indien und Pakistan haben im April in der umk√§mpften Grenzregion Kaschmir erstmals seit fast 60 Jahren wieder eine direkte Busverbindung aufgenommen. Die Reisem√∂glichkeit gilt als wichtiger Schritt in den Friedensbem√ľhungen der bislang verfeindeten Atomm√§chte.
  • 2007: Die Terrororganisation al-Qaida erkl√§rt Indien den Heiligen Krieg in Bezug auf Kaschmir.

Wirtschaft

Pashmina-Schals aus Kaschmirwolle und Seide, hergestellt in Nepal

Nach der Region benannt ist die kostbare Kaschmirwolle, die zum Ende des Winters durch K√§mmen aus dem Unterfell der Kaschmirziege gewonnen wird. Pro Tier werden ca. 150 Gramm gesammelt, die dann (von Hand) von den einzelnen Oberhaaren (Grannen) gereinigt werden m√ľssen. Der Verkaufspreis der Wolle richtet sich nach deren Qualit√§t; die Haare sollten m√∂glichst fein (d√ľnn), lang und hell (wei√ü) sein.

Literatur

  • Andreas Birken: Philatelic Atlas of British India, CD-ROM, Hamburg 2004.
  • Ian Copland: The princes of India in the endgame of empire 1917‚Äď47. Cambridge 1997, ISBN 0-521-57179-0.
  • Karl-Heinz Golzio: Der Konflikt um Kaschmir ‚Äď seine Wurzeln, sein Ausbruch, seine Entwicklung. In: Stephan Conermann (Hg.): Asien heute: Konflikte ohne Ende ... (= Bonner Asienstudien 2). Hamburg-Schenefeld 2007, S. 19‚Äď37.
  • Imperial Gazetteer of India, 2. A., 26 Bde., Oxford 1908-1931.
  • Alistair Lamb: Kashmir. A disputed legacy 1846-1990. Hertingbury, Hertingfordshire 1991.
  • Mridu Rai: Hindu Rulers, Muslim Subjects: Islam, Community and the History of Kashmir. C. Hurst & Co Publishers 2004, ISBN 1-85065-701-7
  • Frits Staal: The Stamps of Jammu & Kashmir. Collectors Club, New York 1983, ISBN 0-912574-37-X (formal falsche ISBN).
  • Oliver Uhrig/Vera Kudlinski: Das Kaschmir-Tal, Leben zwischen Paradies und Abgrund. Horlemann Verlag 2007, ISBN 978-3-89502-245-6
  • Brigid Keenan: Travels in Kashmir: A Popular History of its People, Places and Crafts. Permanent Black Pub & Himalayana 1989, ISBN 81-7824-165-X

Weblinks

 Commons: ŗ§ēŗ§∂ŗ•ć‚Äćŗ§ģŗ•Äŗ§į ‚Äď Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Instrument of Accession executed by Maharajah Hari Singh on October 26, 1947
  2. ‚ÜĎ RESOLUTION 47 (1948) ON THE INDIA-PAKISTAN QUESTION SUBMITTED JOINTLY BY THE REPRESENTATIVES FOR BELGIUM, CANADA, CHINA, COLUMBIA, THE UNITED KINGDOM AND UNITED STATES OF AMERICA AND ADOPTED BY THE SECURITY COUNCIL AT ITS 286TH MEETING HELD ON 21 APRIL, 1948.

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