Katholische Kirche

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Katholische Kirche
Dieser Artikel behandelt die gesamte, den Jurisdiktions-Primat des Papstes anerkennende katholische Kirche; sie besteht aus 23 Teilkirchen. Die Kirche des lateinischen Ritus, die wichtigste dieser Teilkirchen, die umgangssprachlich ebenfalls als (römisch-)katholische Kirche bezeichnet wird, wird separat unter Lateinische Kirche behandelt. Weitere Kirchen, deren Namen den Bestandteil katholisch aufweisen, werden in eigenen Artikeln beschrieben, siehe Katholische Kirche (Begriffsklärung).
Oberhaupt Kirchenflagge
Papst Benedikt XVI.
Basisdaten
Oberhaupt: Papst Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger)
Mitglieder: 1.131.000.000 (Stand: 2008)
Priester: 407.262 (Stand: 2008)
Ordensleute: 815.237 (Stand: 2008)
Anschrift: Via della Conciliazione 54
SCV-00120 Vatikanstadt
Website: www.vatican.va

Die r√∂misch-katholische Kirche (v. griech. őļőĪőłőŅőĽőĻőļŌĆŌā, katholikos: allgemein, √ľber alles bzw. alle herabkommend, allgemeing√ľltig) ist die gr√∂√üte religi√∂se Gruppierung der Welt, sowie die zahlenm√§√üig gr√∂√üte Kirche innerhalb des Christentums. Sie umfasst 23 Teilkirchen mit eigenem Ritus, darunter die nach Mitgliederzahl gr√∂√üte lateinische Kirche und die unierten Ostkirchen. Mit den anglikanischen, den altkatholischen und den orthodoxen Kirchen teilt die katholische Kirche alle sieben Sakramente einschlie√ülich des Weiheamtes, aufgegliedert in Bischof, Priester und Diakon (Klerus). Unterscheidendes Merkmal ist die Anerkennung des Primats des r√∂mischen Bischofs √ľber die Gesamtkirche. Der r√∂misch-katholischen Kirche geh√∂ren weltweit etwa 1,13 [1] Milliarden Mitglieder an.

Inhaltsverzeichnis

Zur Bezeichnung

Der Begriff ‚ÄěR√∂misch-katholische Kirche‚Äú entstand im Gefolge der Reformation zur einfacheren Unterscheidung der gespaltenen christlichen Bekenntnisse. Gemeint ist die katholische Kirche, die den Primat des Papstes anerkennt. Da der r√∂misch-katholische Kirchenbegriff eine konfessionelle Verfassung der Kirche wegen ihrer Singularit√§t nicht kennt, lehnt sie diese Bezeichnung ab. Gleichwohl weisen offizielle Dokumente im √∂kumenischen Dialog wohl aus Vereinfachungsgr√ľnden bisweilen die Bezeichnung ‚Äěr√∂misch-katholisch‚Äú auf. Die Verwendung der Bezeichnung ‚Äěr√∂misch-katholische Kirche‚Äú widerspricht jedoch nicht dem katholischen Glauben, da ‚Äěr√∂misch‚Äú durchaus ein Merkmal der Kirche ist, n√§mlich die Leitung der Kirche durch den ersten Papst, den Nachfolger des in Rom begrabenen Petrus.

Der Petersdom ist eine der wichtigsten Pilgerstätten der römisch-katholischen Kirche.

In der Regel aber bezeichnet sich die r√∂misch-katholische Kirche selbst nur mit ‚Äěkatholische Kirche‚Äú oder theologisch gelegentlich ausf√ľhrlich als ‚Äědie eine, heilige, katholische und apostolische Kirche‚Äú. Die Bezeichnung ‚Äělateinische Kirche‚Äú bezieht sich auf die katholische Kirche des Abendlandes (‚ÄěWestkirche‚Äú) im Gegensatz zu den unierten Ostkirchen. Daneben wird die Bezeichnung ‚Äěr√∂misch-katholische Kirche‚Äú sowohl in der Literatur als auch in Publikationen kirchlicher Stellen h√§ufig als synonymer Ausdruck f√ľr ‚Äělateinische Kirche‚Äú in der Gegen√ľberstellung zu den unierten katholischen Ostkirchen ‚Äď entsprechend ‚Äěgriechisch-katholische Kirchen‚Äú, ‚Äěsyrisch-katholische Kirche‚Äú usw. ‚Äď verwandt; in diesem Sprachgebrauch bezieht sich ‚Äěr√∂misch‚Äú auf den Ritus und gemeint ist nur die lateinische (westliche) Teilkirche.

Im allgemeinen und amtlichen Sprachgebrauch, vor allem in westlichen L√§ndern, werden die Bezeichnungen ‚Äěkatholische Kirche‚Äú und ‚Äěr√∂misch-katholische Kirche‚Äú in der Regel synonym verwendet. In Deutschland ist die Bezeichnung ‚Äěkatholisch‚Äú namensrechtlich gesch√ľtzt und darf ohne unterscheidenden Zusatz als Bezeichnung nur f√ľr Einrichtungen und Veranstaltungen der r√∂misch-katholischen Kirche benutzt werden.

Die katholische Kirche versteht sich auch theologisch als die katholische Kirche: Nach ihrer Auffassung kann es nur eine katholische, d. h. universelle Kirche Jesu Christi geben, und in ihr selbst ist diese eine Kirche auf so einzigartige Weise verwirklicht, dass es keine andere katholische Kirche geben kann.

Dies widerspricht dem Selbstverst√§ndnis einer ganzen Reihe von anderen Kirchen, die sich selbst als ‚Äěkatholisch‚Äú verstehen, sei es, dass sie sich mit einem der katholischen Kirche √§hnlichen Ausschlie√ülichkeitsanspruch als die eine, wahre katholische Kirche sehen, sei es, dass sie sich als Teil einer weiter verstandenen katholischen Kirche sehen, die auch weitere konfessionell verfasste Kirchen umfasst. Solche Kirchen verwenden in offiziellen Texten f√ľr die katholische Kirche in der Regel auch die Bezeichnung ‚Äěr√∂misch-katholische Kirche‚Äú.

Im altkirchlichen Sprachgebrauch war die Selbstbezeichnung katholikos immer exklusiv gemeint und schloss konstitutiv die volle Sakramentsgemeinschaft ein.

Siehe auch: katholisch

Gr√ľndung

Die r√∂misch-katholische Kirche beruft sich traditionell auf die Gr√ľndung durch Jesus Christus selbst, insbesondere auf das so genannte ‚ÄěFelsenwort‚Äú an den Apostel Petrus (Mt 16,18 EU). Ob man historisch tats√§chlich von einem eigentlichen Kirchengr√ľndungsakt Jesu Christi ausgehen kann, ist allerdings auch unter r√∂misch-katholischen Theologen umstritten. Meist wird in heutiger Ekklesiologie ein Zusammenwirken von vor√∂sterlichen Wurzeln (Jesu endzeitliche Sammlung des Gottesvolkes), einem √∂sterlichen Impuls (Kirche als Gemeinschaft derer, die dem auferstandenen Jesus Christus nachfolgen) und pfingstlicher Geistgabe (Kirche als Gemeinschaft, in der der Heilige Geist gegenw√§rtig ist) als Ursprung der Kirche angesehen.

Um die Jahre 30 bis 33 geht man daher von der Entstehung der ersten Gemeinden, also der Urkirche, aus. Die r√∂misch-katholische Kirche betrachtet sich mit dieser Urkirche in ununterbrochener Kontinuit√§t stehend und nimmt auch die direkte Gr√ľndung durch Jesus Christus in Anspruch. Sie sieht diesen Zusammenhang auch institutionell, insofern die christliche Gemeinde von Rom traditionell als Gr√ľndung des Apostels Petrus angesehen wird, und der Papst als Bischof von Rom direkter Nachfolger Petri ist.

Das Selbstverständnis als mit der Urkirche in ununterbrochener Tradition stehend ist keine römisch-katholische Besonderheit, auch andere christliche Konfessionen berufen sich auf diese Tradition. Inwiefern dieses Selbstverständnis berechtigt ist oder nicht, war lange Zeit Gegenstand polemischer Kontroversen unter den Konfessionen und ist heute ein wesentlicher Punkt des ökumenischen Dialogs.

Geschichtliche Herleitung der Struktur

Siehe auch: Geschichte der römisch-katholischen Kirche

Ein Bischof (v. griech. ŠľźŌÄőĮŌÉőļőŅŌÄőŅŌā ‚ÄěH√ľter, Aufseher‚Äú) ist seit circa 100 n.¬†Chr. Vorsteher der katholischen Gemeinde in einer Stadt und den umliegenden D√∂rfern. Der Bereich eines Bischofs hei√üt Bistum oder Di√∂zese (v. griech. őīőĻőŅőĮőļő∑ŌÉőĻŌā ‚ÄěVerwaltung‚Äú), die Stadt ist der Bischofssitz. Als Deutschland christianisiert wurde, gab es keine St√§dte, daher wurden die Di√∂zesen gro√üe l√§ndliche Bezirke. Noch heute sind die Di√∂zesen hier viel gr√∂√üer als beispielsweise in Italien, wo es schon in der Antike gr√∂√üere St√§dte gab.

In den ersten 3¬†Jahrhunderten bildeten sich die Kirchenprovinzen heraus. Eine Kirchenprovinz umfasst mehrere Di√∂zesen, der Vorsteher hei√üt Metropolit. Im Deutschen nennt man ihn normalerweise Erzbischof und diejenige Di√∂zese, deren Bischof der Erzbischof ist, hei√üt auch Erzbistum. Der Sitz eines Erzbischofs ist die Metropole (v. griech. őúő∑ŌĄŌĀŌĆŌÄőŅőĽőĻŌā ‚ÄěMutterstadt‚Äú). In der r√∂misch-katholischen Kirche haben die Metropoliten an Bedeutung verloren. Es ist heute mehr ein formaler Vorrang.

Bis 451 n.¬†Chr. wurden die f√ľnf ‚Äěwichtigsten‚Äú Metropoliten Rom, Konstantinopel, Alexandria, Antiochia und Jerusalem zu Patriarchen. Der Streit zwischen Rom und Konstantinopel f√ľhrte dazu, dass sich die westliche Kirche schlie√ülich von der √∂stlichen (orthodoxen) trennte.

Heute gibt es √ľber 10 Patriarchate, wichtig ist vor allem Konstantinopel. Im Westen gab es nur den r√∂mischen Patriarchen, der sehr viele Rechte auf Rom konzentrierte, w√§hrend die Patriarchate im Osten wesentlich selbst√§ndiger blieben. Einige √∂stliche Bist√ľmer haben sich im Laufe der Geschichte mit Rom vers√∂hnt (uniert), meist unter dem Einfluss weltlicher Herrscher wie etwa in Siebenb√ľrgen, in der Ukraine u.¬†a. Bis auf die syro-maronitische und die italo-albanische Kirche lassen sich alle unierten Kirchen einer orthodoxen oder orientalischen Herkunftskirche zuordnen, von der sie sich mit der Unterordnung unter den Papst abgespalten haben. Bedingt durch diese historischen Entwicklungen gibt es heute an manchen Orten mehrere Bisch√∂fe, etwa einen orthodoxen Bischof, einen Bischof der mit Rom unierten Kirche und einen lateinischen Bischof. Die unierten Kirchen haben den Ritus ihrer Herkunftskirchen in der Regel behalten und werden entsprechend bezeichnet. So hei√üen beispielsweise Kirchen, deren byzantinischer Ritus auf die griechische Kultur des antiken ostr√∂mischen Reiches zur√ľckgeht, ‚Äěgriechisch-katholisch‚Äú.

Gliederung in Kirchen

Die katholische Kirche besteht aus 23 Teilkirchen, deren weitaus gr√∂√üte die Lateinische ist. Die √ľbrigen 22 Teilkirchen erstrecken sich auf die anderen Ritenfamilien; es sind andere Kirchen oder deren Teile, die sich im Laufe der letzten 1000 Jahre mit Rom vers√∂hnt haben, ihren historisch gewachsenen Ritus aber beibehalten haben. Die Maroniten besitzen einen eigenst√§ndigen Ritus und sind als Ganze mit Rom uniert.

√Ąu√üeres Merkmal der Zugeh√∂rigkeit zur katholischen Kirche ist neben der gemeinsamen Glaubenslehre die Anerkennung des p√§pstlichen Primats, d.¬†h. der spirituellen und juristischen Leitungsfunktion des Papstes. Dieser √ľbt jedoch nur √ľber die Lateinische Kirche patriarchale Gewalt aus; die √ľbrigen Teilkirchen haben meist eigene Patriarchen oder Gro√üerzbisch√∂fe mit abweichender Jurisdiktion.

Nach dem Annuario Pontificio 2008 gibt es in der katholischen Kirche die folgenden Teilkirchen:

Lateinischer Ritus

  1. Lateinische Kirche

Alexandrinischer Ritus

  1. Koptisch-katholische Kirche
  2. √Ąthiopisch-Katholische Kirche

Antiochenischer oder Westsyrischer Ritus

  1. Maroniten
  2. Syrisch-katholische Kirche
  3. Syro-Malankara Katholische Kirche

Armenischer Ritus

  1. Armenisch-katholische Kirche

Chaldäischer oder Ostsyrischer Ritus

  1. Chaldäisch-katholische Kirche
  2. Syro-Malabarische Kirche

Konstantinopolitanischer oder Byzantinischer Ritus

  1. Albanisch-katholische Kirche
  2. Bulgarisch-katholische Kirche
  3. Griechische griechisch-katholische Kirche
  4. Italo-albanische Kirche
  5. Kirche der Byzantiner der Eparchie KriŇĺevci (Kroatien, etc.)
  6. Mazedonisch-katholische Kirche
  7. Melkitische griechisch-katholische Kirche
  8. Rumänische griechisch-katholische Kirche
  9. Russische griechisch-katholische Kirche
  10. Ruthenisch griechisch-katholische Kirche
  11. Slowakische griechisch-katholische Kirche
  12. Ukrainische griechisch-katholische Kirche
  13. Ungarische griechisch-katholische Kirche
  14. Weißrussische griechisch-katholische Kirche

Hierarchie

Peter Paul Rubens: Petrus als Papst mit den ‚ÄěSchl√ľsseln des Himmelreiches‚Äú

Als unverzichtbares Strukturelement wird das Petrusamt mit seinem Primatsanspruch angesehen, das gem√§√ü katholischer Lehre von Petrus (Mt 16,18 EU) auf alle seine Nachfolger im r√∂mischen Bischofsamt √ľbergeht. Die katholische Kirche ist hierarchisch strukturiert; unter ‚ÄěHierarchie‚Äú versteht man dabei die feste Struktur, gem√§√ü der die Kirche durch geweihte Amtstr√§ger (nach can. 1024 M√§nner) gef√ľhrt wird. Der Ortsbischof, der als √∂rtlich verantwortlicher Teil der Hierarchie in den Ostkirchen denn auch ‚ÄěHierarch‚Äú hei√üt, hat dabei f√ľr seinen Bereich die Leitungs-, Lehr- und Heiligungsgewalt. An allen drei Gewalten sind Kleriker sowie in eingeschr√§nktem Ma√üe besonders beauftragte Laien beteiligt.

Der Katholizismus unterscheidet sich objektiv feststellbar dadurch von allen anderen christlichen Konfessionen, dass gem√§√ü dem ‚Äěpetrinischen Prinzip‚Äú an einer √úberordnung der Kirche √ľber Politik, Staats- und Gesellschaftsordnung festgehalten wird. Die Religion ist nicht Privatsache, sondern dem Christentum kommt ein √∂ffentlicher Autorit√§tsanspruch zu, der sich im Papsttum manifestiert. Unmittelbare Privilegien in Staat und Gesellschaft beansprucht die katholische Kirche jedoch seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil von 1962 bis 1965 ausdr√ľcklich nicht mehr. Sie hat in ihrer Erkl√§rung zur Religionsfreiheit das Vorrecht jeder einzelnen menschlichen Person vor dem Durchsetzungsanspruch einer institutionell objektivierten Religiosit√§t anerkannt, ohne jedoch ihr Selbstverst√§ndnis, dass die wahre Kirche Christi in der sichtbaren Gestalt der katholischen Kirche subsistiert, aufzugeben.

Papst

Der Papst ist Haupt des Bischofskollegiums und √ľbt h√∂chste, volle, unmittelbare und universale Jurisdiktion √ľber die ganze Kirche aus. In seiner Rechtsaus√ľbung ist er nicht beschr√§nkt (can. 331 CIC). Diese Gewalt wird auch als Primatialgewalt bezeichnet. Der Papst wird in seinen Aufgaben von der Bischofssynode und dem Kardinalskollegium beraten. Daneben existiert die Kurie als ma√ügebliches Organ f√ľr die Regierung der Kirche.

Bischofskollegium

Das Kollegium aller Bisch√∂fe ist Rechtssubjekt[2]. Nach neuerem Kirchenrecht ist es immer, also nicht nur w√§hrend eines √Ėkumenischen Konzils Tr√§ger von Leitungsgewalt. Das Zweite Vatikanische Konzil und der CIC von 1983 schreiben dem Bischofskollegium h√∂chste und volle Gewalt im Hinblick auf die ganze Kirche zu, die es gemeinsam mit dem Papst als dem Haupt des Bischofskollegiums aus√ľbt. Eine Aus√ľbung der Gewalt gegen den Papst ist dagegen nicht m√∂glich.

√Ėkumenisches Konzil

Das √Ėkumenische Konzil ist eine Versammlung, auf der das Bischofskollegium seine Gewalt √ľber die ganze Kirche in feierlicher Weise aus√ľbt (can. 337 CIC). √Ėkumenische Konzilien m√ľssen vom Papst einberufen werden, der auch das Pr√§sidialrecht aus√ľbt. Zudem brauchen die Beschl√ľsse die Zustimmung des Papstes, um g√ľltig zu sein. Teilnahmeberechtigt sind in ordentlicher Weise alle, die die Bischofsweihe empfangen haben. Daneben sind in au√üerordentlicher Weise teilnahmeberechtigt jene, die von der h√∂chsten Autorit√§t zum Konzil berufen werden[3]. Die Berechtigung verpflichtet gleichzeitig auch zur Teilnahme.

‚ÄěFernkonzil‚Äú

Die h√∂chste und volle Gewalt des Bischofskollegiums kommt nach can. 337 ¬ß 2 CIC auch durch kollegiale Beschlussfassung der an ihrem Ort verbliebenen Bisch√∂fe zum Ausdruck. Auch hier sind die Beschl√ľsse nur wirksam, wenn sie anschlie√üend vom Papst promulgiert wurden. Im Gegensatz zum √Ėkumenischen Konzil ist jedoch keine Initiative des Papstes notwendig.

Teilkirchenverbände

Teilkirchenverb√§nde sind im Verfassungsrecht der Kirche vorgesehene Zusammenschl√ľsse von Teilkirchen (v.a. Di√∂zesen). Sie dienen als Ausdruck der Communio Ecclesiarum dem Verh√§ltnis von Gesamtkirche und Teilkirche[4].

Das Kirchenrecht behandelt unter den Kanones 432 bis 434 nur die Kirchenprovinz und die Kirchenregion, da nur diese Einrichtungen Rechtspers√∂nlichkeit besitzen. Dar√ľber steht jedoch die Bischofskonferenz, deren Gebiet jedoch nicht √ľber Rechtspers√∂nlichkeit verf√ľgt.

Bischofskonferenz

Die Bischofskonferenz ist eine st√§ndige Einrichtung der Bisch√∂fe einer Nation, in der diese besondere Aufgaben gemeinsamen beraten und beschlie√üen. F√ľr diese Ebene der Kirchenverfassung ist zudem die Einberufung eines Plenarkonzils m√∂glich. Die Orientalischen Teilkirchen verf√ľgen nicht √ľber eine solche Einrichtung[5].

Kirchenregion

Die Kirchenregion ist eine mögliche Zwischengliederung zwischen dem Gebiet einer Bischofskonferenz und einer Kirchenprovinz (can. 433 § 1 CIC). Auch diese Form ist im Recht der orientalischen Teilkirchen nicht vorgesehen.

Kirchenprovinz

Die Kirchenprovinz ist ein mehrere Teilkirchen umfassender Verband, dem ein Metropolit vorsteht. Auf der Ebene einer Kirchenprovinz kann ein Provinzialkonzil einberufen werden. Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Teilkirchen auch in Kirchenprovinzen zusammengefasst. Befugnisse √ľber die Teilkirchen besitzt der Metropolit jedoch nur in sehr eingeschr√§nkter Weise.

Teilkirchen

Teilkirchen sind vor allem die Di√∂zesen, aber auch deren Ersatzformen wie die Gebietspr√§latur, die Territorialabtei, das Apostolische Vikariat, die Apostolische Pr√§fektur und die Apostolische Administratur. Daneben kann es personal umschriebene Teilkirchen geben, etwa solche f√ľr die Mitglieder eines bestimmten Ritus.

Bischof

Jeder Di√∂zese steht ein Bischof vor, der als solcher Nachfolger der Apostel ist. Ihm kommt √ľber seine Teilkirche die ganze Gewalt zu mit Ausnahme dessen, was von der h√∂chsten kirchlichen Autorit√§t einer √ľbergeordneten Instanz zugewiesen wurde[6]. Die Amtsgewalt der Bisch√∂fe leitet sich nach can. 381 ¬ß 1 nicht vom Papst ab, die Bisch√∂fe sind also nicht blo√ü √∂rtliche Vertreter des Papstes sondern eigenberichtigte Leiter ihrer Teilkirche.

Die bischöflichen Leiter einer Diözese werden auch präzisierend als Diözesanbischöfe bezeichnet, im Unterschied zu all jenen, die nur die Bischofsweihe empfangen haben, nicht aber eine Diözese leiten. Diese werden als Titularbischöfe bezeichnet.

Den Diözesanbischöfen rechtlich gleichgestellt ist jeder andere ordentliche Vorsteher einer Teilkirche, also alle Territorialäbte, Apostolische Vikare, Apostolische Präfekten und Apostolische Administratoren.

Untergliederungen der Teilkirche

Jede Teilkirche muss in Pfarreien untergliedert sein (can. 374 ¬ß 1 CIC). Ihr ist ein Pfarrer als Leiter zuzuordnen. Neben territorial abgegrenzten Pfarreien gibt es in begrenzter Form auch Personalpfarreien, so etwa die Gemeinden f√ľr Katholiken anderer Muttersprache. Hinzu kommt die Kategorialseelsorge, also die T√§tigkeit in Krankenh√§usern, Schulen, Milit√§rseelsorge, Jugendarbeit, Gef√§ngnissen, Kurseelsorge.

Ein Verband von Pfarreien kann zu einem Dekanat zusammengefasst sein, dessen Vorsteher Dechant (auch: Dekan, Erzpriester) heißt. Der Dechant ist meistens ein Pfarrer des Dekanats, kirchenrechtlich muss er nur Priester sein. Er wird in der Regel durch den Ortsbischof und auf Zeit ernannt.

Volk Gottes

Heilige Messe an Bord der USS Reagan

Alle Stände und Gemeinschaften der Kirche bilden gemeinsam das Gottesvolk. In diese Gemeinschaft wird man durch die Taufe aufgenommen, die nach Lehre der Kirche dem Täufling ein unauslöschliches Siegel einprägt. Jeder Katholik hat durch Taufe und Firmung Anteil an der Sendung der Kirche in die Welt (Laienapostolat, vgl. Zweites Vatikanisches Konzil).

Wie die Kirche selbst hat auch die Heilige Messe eine bestimmte Struktur, so dass es dem Katholiken möglich ist, an jeder Heiligen Messe des gleichen Ritus' auch im Ausland teilzunehmen. Auch die Hochfeste, Feste und Gedenktage des Kirchenjahres kehren immer wieder.

Kirchliche Vereinigungen

Orden und andere Formen des geweihten Lebens

Ebenfalls vertreten sind die verschiedenen kirchenrechtlich anerkannten Formen des geweihten Lebens, von Ordensgemeinschaften und Säkularinstituten bis zu den sogenannten anderen Formen des geweihten Lebens, nämlich Eremiten und Anachoreten (CIC, Can. 603) und Jungfrauen (Can. 604). Abgesehen von Priester-Mönchen gehören die Mitglieder der verschiedenen Formen des geweihten Lebens nicht der Hierarchie an und werden trotz häufiger gegensätzlicher Behauptung in keiner Weise von der Kirche finanziell unterhalten.

Laiengemeinschaften

Innerhalb der r√∂misch-katholischen Kirche gibt es zahlreiche Laiengemeinschaften, die vom P√§pstlichen Rat f√ľr die Laien betreut werden. Hierzu z√§hlen vor allem die zahlreichen Geistliche Gemeinschaften, wie beispielsweise die Fokolar-Bewegung und die Sch√∂nstatt-Bewegung, sowie der Neokatechumenale Weg. Ebenso finden sich zahlreiche Jugendverb√§nde wie die Katholische Hochschulgemeinde; in Deutschland sind die meisten davon im Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) organisiert.


Zahlen zur römisch-katholischen Kirche
Land Jahr der Statistik Mitglieder (in Klammern Anteil an Gesamtbevölkerung) Besucher der Heiligen Messe (in Klammern Anteil an der Gesamtzahl der Mitglieder)
Deutschland 2007 25.461.000 (31,0 %) sonntags: rund 3.492.000 (13,7 %)
√Ėsterreich [7] 2006 5.631.587 (68¬†%) sonntags: 753.701 (13,3¬†%)
Schweiz [8] 2000 3.047.887 (41,8 %) k.A. (k.A.)
Niederlande 2006 4.350.000 (26,6 %) wöchentlich: rund 350.000 (7,8 %); davon sonntags schätzungsweise: 250.000 (5,6 %)
Liechtenstein k.A. 26.122 (78,4 %) k.A. (k.A.)

Zölibat

F√ľr alle drei Weihestufen des Klerus ‚Äď Bischof, Priester und Diakon ‚Äď ist in der lateinischen Kirche der Z√∂libat regelm√§√üig vorgeschrieben. Eine Ausnahme bildet der St√§ndige Diakonat, der nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wiedereingef√ľhrt wurde. Eine Heirat ist jedoch nur vor der Weihe zum St√§ndigen Diakon m√∂glich.

In den unierten Kirchen gelten zum Teil andere Regelungen. F√ľr das Bischofsamt wird auch dort der Z√∂libat verlangt, so dass Bisch√∂fe zumeist dem M√∂nchsstand entstammen.

Glaubensinhalte

  • Dreifaltigkeit: Gott ist in drei Personen einer: Jesus Christus ist als Sohn Gottes eines Wesens mit Gott, dem Vater und Sch√∂pfer der Welt, und wird mit ihm zusammen und dem Heiligen Geist als ein Gott angebetet und verherrlicht (siehe Menschwerdung Gottes). Durch den Tod am Kreuz und seine Auferstehung hat die zweite g√∂ttliche Person, der Sohn Gottes, die S√ľnden der Welt auf sich genommen und den Weg der Erl√∂sung aus S√ľnde und Tod f√ľr alle Menschen ge√∂ffnet.
  • Gottes Wirken in der Welt: Gott ist nicht nur der Sch√∂pfer, sondern greift aus Liebe zu jedem einzelnen Menschen aktiv in die Welt ein (Erl√∂sungshandeln); sein Wirken ist gem√§√ü der Theodizee-Frage jedoch nach menschlichen Ma√üst√§ben nicht komplett begreifbar.
  • Die katholische Kirche sieht sich in der Nachfolge der Apostel, deren Glaubensbekenntnis sie in der Kraft des Heiligen Geistes durch die Zeiten bewahrt, vertieft und angesichts neuer Fragestellungen kl√§rt. Diese Tradition der Kirche, deren wichtigster und deshalb eigenst√§ndig genannter (‚Äědie Heilige √úberlieferung und die Heilige Schrift‚Äú), aber nicht einziger Teil die Bibel ist, bildet ihre Lehrgrundlage. Die apostolische Sukzession ist der Garant f√ľr die Apostolizit√§t der Kirche sowie f√ľr die Bewahrung der Tradition. Sie besagt, dass die Bisch√∂fe durch eine ununterbrochene Kette von Handauflegungen in der Nachfolge der Apostel stehen.
  • Sakramente:
    Die Jungfrau Maria mit Engeln, Gemälde von William Adolphe Bouguereau
    Gott schenkt nach katholischer Lehre den Menschen das Heil durch die Sakramente. Die katholische Kirche kennt sieben Sakramente: Taufe, Firmung, Eucharistie, Beichte, Krankensalbung, Weihesakrament, und Ehe. Mit Ausnahme der Taufe, die in Todesgefahr von jedem Menschen, der beabsichtigt, das zu tun, was die Kirche tut, gespendet werden kann, können die Sakramente nur in der und durch die Kirche vermittelt werden.
  • Endgericht und Leben nach dem Tod (Eschatologie): Die katholische Kirche erwartet das Wiederkommen Christi in Herrlichkeit und das Gericht √ľber alle Menschen. Ma√üstab des Gerichts wird der Glaube und die nach dem Ma√ü der Gaben verwirklichten guten Werke sein. Die Erl√∂sten empfangen ewiges Leben in Gottesn√§he (‚ÄěSchau‚Äú Gottes von Angesicht zu Angesicht, himmlisches Hochzeitsmahl). Jedem Menschen droht bei der Abkehr von Gott die ewige Verdammnis in der H√∂lle.
  • Marien- und Heiligenverehrung: Menschen, die ihr Leben auf Christus hin gef√ľhrt haben, k√∂nnen anderen Glaubenden als Vorbilder dienen. Unter den Heiligen dient besonders die Gottesmutter Maria als Vorbild, sie wird u.¬†a. als ‚ÄěUrbild der Kirche‚Äú verehrt. Die Heiligen gelten als F√ľrsprecher bei Gott, da man davon ausgeht, dass sie sich bereits in der Gemeinschaft mit Gott befinden. Die universale Heilsmittlerschaft Christi, auf den alle Heiligen verweisen, wird dadurch nicht in Frage gestellt, sondern unterstrichen. Die Prozesse der Selig- und Heiligsprechung der katholischen Kirche sind sehr umfangreich und k√∂nnen mehrere Jahrzehnte dauern. Dies gilt auch f√ľr die Anerkennung von Christus-, Marien- und Heiligenerscheinungen, auf die sich die Wallfahrtsorte gr√ľnden.
  • In der katholischen Kirche sind Bitten f√ľr die Verstorbenen √ľblich. Verstorbenen, die sich noch im L√§uterungszustand des Fegefeuers (Purgatorium) befinden, soll hiermit geholfen werden. Auch Ablassgewinnung, nicht nur f√ľr die Verstorbenen, geh√∂rt deshalb zur religi√∂sen Praxis.

Morallehre

Die Morallehre der katholischen Kirche ist seit den Anf√§ngen dadurch gepr√§gt, an den Idealen der Bergpredigt festzuhalten und zugleich den Bedingungen der irdischen Realit√§t Rechnung zu tragen. In fr√ľheren Jahrhunderten war regelm√§√üig der Vorwurf zu gro√üer Laxheit Grund f√ľr Kritik und manchmal sogar Begr√ľndung f√ľr Abspaltungen der Montanisten, Novatianisten, Donatisten, Katharer und Waldenser. Heute entz√ľndet sich die Kirchenkritik meist an zu hohen und schwierigen Idealen, gepaart mit dem Vorwurf der Heuchelei und Doppelmoral, so zum Beispiel in Bezug auf Sexualit√§t, aber auch auf eklektische und inkonsistente Auslegung der Bibel in Bezug auf Moral sowie inkoh√§rente Anwendung dessen, was als Morallehre der katholischen Kirche bezeichnet wird.

Der Bergpredigt folgend sind die zentralen katholischen Wertsetzungen Liebe, Wahrheit, Gewaltlosigkeit, Besitzverzicht, Treue, Keuschheit. Die Umsetzung in kirchliches und, wo möglich, staatliches Recht geschieht in immer neuen Anläufen und unter innerkirchlichen und gesellschaftlichen Konflikten.

Lange waren Themen wie Eid, Wehrpflicht oder Kapitalismus umstritten. Hier ist die katholische Morallehre traditionell eher kompromissbereit.

Seit etwa 1968 steht mit der Enzyklika Humanae Vitae zeitgleich mit den soziokulturellen Umw√§lzungen fast ausschlie√ülich die Ehe- und Sexualmoral im Mittelpunkt der Beachtung und Auseinandersetzung. Das kirchliche Lehramt hat sich immer wieder eindeutig im Sinn der Zusammengeh√∂rigkeit von Sexualit√§t, lebenslanger Treue und Fortpflanzung und damit gegen Ehescheidung, k√ľnstliche Empf√§ngnisverh√ľtung und die Gleichwertigkeit der Homosexualit√§t ausgesprochen.

Noch größere Bedeutung kommt dem Lebensschutz zu, weshalb Abtreibung, Sterbehilfe, Klonen, Todesstrafe, Eugenik und Angriffskrieg abgelehnt werden.

Einige Dogmen und Doktrinen der Kirche sind aber auch innerkirchlich seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil umstritten. Die katholische Moraltheologie vertritt die Ansicht, dass die Werte des Evangeliums dem Naturrecht nicht widersprächen, sondern dessen letzter und höchster Ausdruck seien. Diesen naturrechtlichen Ansatz und die kirchliche Lesart der im Neuen Testament grundgelegten Moral zu vermitteln, gelingt der Kirche jedoch mit steigender Schwierigkeit in einer immer pluraler werdenden Welt.

√Ėkumene

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stand die r√∂misch-katholische Kirche der entstehenden √∂kumenischen Bewegung ablehnend gegen√ľber, so etwa in der Enzyklika Mortalium animos von Papst Pius XI. aus dem Jahr 1928. Kirchliche Einheit wurde im Sinne einer R√ľckkehr-√Ėkumene als Konversion der anderskonfessionellen Menschen zur r√∂misch-katholischen Mutterkirche verstanden. Vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil gab es sowohl Bestrebungen, diese Haltung weiter zu st√§rken - so etwa die Enzyklika Mystici corporis von Papst Pius XII. aus dem Jahr 1943 -, als auch Tendenzen zur √∂kumenischen √Ėffnung. Mit der Errichtung des Sekretariates zur F√∂rderung der Einheit der Christen und der Berufung von Augustin Bea zu dessen Pr√§sidenten erreichte Papst Johannes XXIII., dass das √∂kumenische Anliegen auf dem Vatikanum II zu einem wichtigen Thema wurde. Das √Ėkumenismusdekret Unitatis redintegratio des Konzils bildet eine Abkehr von der R√ľckkehr-√Ėkumene und schafft die Grundlage f√ľr eine Beteiligung der r√∂misch-katholischen Kirche an der √∂kumenischen Bewegung.

Heute wird die Verst√§ndigung und der Austausch mit anderen christlichen Glaubensgemeinschaften gesucht und gepflegt, insbesondere mit den √∂stlich-orthodoxen Kirchen, den anglikanischen und alt-katholischen Kirchen sowie den evangelischen Kirchen und Gemeinschaften. Die r√∂misch-katholische Kirche ist zwar nicht Mitglied im √Ėkumenischen Rat der Kirchen (√ĖRK), seit 1965 gibt es aber eine gemeinsame Arbeitsgruppe. Au√üerdem arbeitet sie in der Kommission f√ľr Glauben und Kirchenverfassung als Vollmitglied mit und steht der Kommission f√ľr Weltmission und Evangelisation beratend zur Seite. Auf regionaler, nationaler und lokaler Ebene ist die r√∂misch-katholische Kirche Mitglied in zahlreichen √∂kumenischen Organisationen.

Man setzt auch auf den Dialog mit anderen Religionen, wie weltweite religi√∂se Treffen zeigen, die auf Initiativen des Vatikan zur√ľckgehen.

Aufgrund ihres Kirchen-, Amts- und insbesondere Eucharistieverst√§ndnisses ist die r√∂misch-katholische Kirche gegen Interzelebration und Interkommunion (siehe auch: Lima-Erkl√§rung des √ĖRK). Nach dem √∂kumenischen Kirchentag 2003 gab es Sanktionen gegen Pfarrer Bernhard Kroll, der am 31. Mai 2003 in der Berliner Gethsemanekirche am evangelischen Abendmahl teilgenommen hatte. Gotthold Hasenh√ľttl wurde vom Dienst suspendiert, nachdem er am 29. Mai 2003 in der gleichen Kirche evangelischen Christen die heilige Kommunion gespendet hatte. Nach katholischer Lehre ist im gewandelten Brot und Wein Jesus Christus mit seinem Leib und Blut wahrhaft gegenw√§rtig. Diese Auffassung vertreten in unterschiedlicher Auspr√§gung auch Orthodoxe, Anglikaner, Altkatholiken, Lutheraner und Methodisten. Die Reformierten lehnen die Realpr√§senz ab und sehen im Abendmahl ausschlie√ülich einen symbolischen Erinnerungsakt. W√§hrend sich einige dieser Kirchen trotz dieser unterschiedlichen Auffassungen gegenseitig zum Abendmahl einladen bzw. die Eucharistie an alle Getauften, die an seine Gegenwart in den konsekrierten Gaben glauben, austeilen, verpflichtet die r√∂misch-katholische Kirche ihre Mitglieder dazu, die Eucharistie nur innerhalb der eigenen Kirche zu empfangen und erlaubt den Kommunionsempfang von Angeh√∂rigen getrennter Konfessionen nur unter besonderen Umst√§nden. Bei bestehender Lebensgefahr darf ein katholischer Priester die Sterbesakramente auch Mitgliedern anderer Denominationen spenden. 2004 hob Papst Johannes Paul II. in der Enzyklika Ecclesia de Eucharistia noch einmal die Bedeutung der Eucharistie als zentrales Glaubensgeheimnis der r√∂misch-katholischen Kirche und f√ľr die mit ihr in Glaubens-, Gebets- und Sakramentengemeinschaft stehenden katholischen Kirchen hervor und rief dazu auf, jedem Missbrauch vorzubeugen.[9]

Verbreitung

Verbreitung der katholischen Kirche

Die Katholische Kirche ist in weiten Teilen verbreitet:

Weltweit gibt es 1,13 Milliarden römisch-katholische Christen, der jährliche Zuwachs 2006 entsprach dem allgemeinen Zuwachs der Weltbevölkerung. Der Anteil der Katholiken an der Weltbevölkerung beträgt 17,2 Prozent.[10] 2006 gab es 4.898 Bischöfe und 407.262 Ordens- und Diözesanpriester.[11] Die Katholische Kirche ist zudem mit etwa 1,2 Millionen Angestellten weltweit einer der größten Arbeitgeber.

Die katholische Kirche und ihre jeweilige Landesentwicklung

Literatur

  • Joseph Ratzinger: Salz der Erde: Christentum und katholische Kirche im neuen Jahrtausend. Ein Gespr√§ch mit Peter Seewald; M√ľnchen 2004; ISBN 3-453-87942-2
  • Medard Kehl: Die Kirche. Eine katholische Ekklesiologie; W√ľrzburg 2001; ISBN 3-429-01454-9
  • Constitutio Dogmatica de Ecclesia / Dogmatische Konstitution √ľber die Kirche (Lumen Gentium); Text lateinisch-deutsch und Kommentar von G√©rard Philips, Aloys Grillmeier, Karl Rahner, Herbert Vorgrimler, Ferdinand Klostermann, Friedrich Wulf und Otto Semmelroth; in: LThK2 12, S.¬†137‚Äď347; Freiburg, Basel, Wien: Herder, 1966 (=1986; ISBN 3-451-20756-7)
  • Constitutio Dogmatica de Ecclesia (Lumen Gentium); in: Acta Apostolicae Sedis 57 (1965), S.¬†5‚Äď75
  • Joachim Drumm, Walter Kasper: Artikel Kirche II. Theologie- und dogmengeschichtlich; in: LThK3 5, Sp.¬†1458‚Äď1466; Freiburg, Basel, Rom, Wien: Herder, 1996; ISBN 3-451-22005-9
  • Walter Kasper: Artikel Kirche III. Systematisch-theologisch; in: LThK3 5, Sp.¬†1466‚Äď1474; Freiburg, Basel, Rom, Wien: Herder, 1996; ISBN 3-451-22005-9
  • Winfried Aymans: Artikel Kirche VI. Kirchenrechtlich; in: LThK3 5, Sp.¬†1478‚Äď1479; Freiburg, Basel, Rom, Wien: Herder, 1996; ISBN 3-451-22005-9

Weblinks

Kirche

Online-Literatur

Personen

Referenzen

  1. ‚ÜĎ Zenit: Aktuelle Kirchenstatistik: Der ‚ÄěAnnuario Pontificio‚Äú 2008 wurde Papst Benedikt XVI. vorgestellt 29. Februar 2008
  2. ‚ÜĎ Aymans - M√∂rsdorf, Kanonisches Recht II, S. 216
  3. ‚ÜĎ Aymans - M√∂rsdorf, Kanonisches Recht II, S. 222
  4. ‚ÜĎ Aymans - M√∂rsdorf, Kanonisches Recht II, S. 271
  5. ‚ÜĎ Aymans - M√∂rsdorf, Kanonisches Recht II, S. 274
  6. ‚ÜĎ Aymans - M√∂rsdorf, Kanonisches Recht II, S. 342
  7. ‚ÜĎ katholisch.at: Statistik der kath. Kirche
  8. ‚ÜĎ Bundesamt f√ľr Statistik (der Schweiz): Religionszugeh√∂rigkeit
  9. ‚ÜĎ vgl.Ecclesia de Eucharistia, auf Deutsch
  10. ‚ÜĎ Radio Vatikan: Die neuesten Zahlen zur Weltkirche 12. Februar 2007
  11. ‚ÜĎ Kath.net: Priesterbestand steigt weltweit seit Jahren konstant 1. M√§rz 2008


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