KausalitÀt

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KausalitÀt

KausalitĂ€t (lat. causa „Ursache“) bezeichnet die Beziehung zwischen Ursache und Wirkung, betrifft also die Abfolge aufeinander bezogener Ereignisse und ZustĂ€nde. Die KausalitĂ€t (ein kausales Ereignis) hat eine feste zeitliche Richtung, die immer von der Ursache ausgeht, auf die die Wirkung folgt.

Kurz: Ein Ereignis oder der Zustand A ist die Ursache fĂŒr die Wirkung B, wenn B von A herbeigefĂŒhrt wird.

Beispiel: „Der Tritt auf das Gaspedal verursacht, dass das Auto beschleunigt“.

Vom Begriff der Ursache werden oft die Begriffe Grund, Anlass und Bedingung (Voraussetzung) unterschieden; ĂŒber die genaue Abgrenzung herrscht allerdings keine Einigkeit. Meistens gilt:

  • die Ursache als eine besondere Art der Bedingung, nĂ€mlich eine zeitlich streng vor der Wirkung liegende und in irgendeiner Weise besonders herausragende;
  • der Anlass als zufĂ€lliger, „unwesentlicher“ Auslöser einer Wirkung neben einer „eigentlichen“, „wesentlichen“ Ursache;
  • der Begriff Grund als Element rationaler Überlegungen oder BegrĂŒndungen im Gegensatz zur NaturkausalitĂ€t.

Inhaltsverzeichnis

MonokausalitÀt und Kausalkette

MonokausalitĂ€t bezeichnet genau ein Ereignis (KausalitĂ€t), bei der sich das Endergebnis B auf genau einen verursachenden Auslöser A zurĂŒckfĂŒhren lĂ€sst.

Beispiel: Ein Stein A löst sich und fÀllt (Ursache) dabei auf ein Glasdach, wodurch die Glasscheibe B zerplatzt (Wirkung). ZusÀtzlich gibt es eine MonokausalitÀt mit gleichzeitig mehreren Wirkungen.
Beispiel: Eine Explosion (Ursache) A, die gleichzeitig mehrere Zerstörungen von unterschiedlichen Objekten als Wirkung B + B' hat.

Eine Kausalkette ergibt sich, wenn jede Wirkung selbst wieder zur Ursache fĂŒr eine neue KausalitĂ€t wird und somit zu einem neuen Kausal-Ereignis wird. Daher ist die Kausalkette eine streng zeitliche Aneinanderreihung von hintereinander ablaufenden KausalitĂ€ten, wĂ€hrend die MultikausalitĂ€t gleichzeitige Ursachen benötigt. Somit unterscheidet sich die Kausalkette von der MultikausalitĂ€t dadurch, dass es nur eine anfĂ€ngliche Ursache A und mehrere voneinander abhĂ€ngige Kausalfolgen (KausalitĂ€ten) A < B < C 
 gibt, die aber nur ein Ergebnis 
 Z zur Folge (Wirkung) haben.

Beispiel: Eine typische Kausalkette sind umfallende Dominosteine, wobei das Anstoßen des Steins A als Wirkung sein Umfallen hat und dadurch Ursache fĂŒr das Anstoßen des nĂ€chsten Steins B ist, der kippen wird. FĂŒr den Dominostein B ist das Umfallen des Steins A die Ursache fĂŒr sein eigenes Kippen da die zeitliche Richtung A < B < C 
 ist. Der kippende Stein B ist wieder Ursache fĂŒr das Umfallen des noch stehenden Steins C und so weiter.

Bei der MultikausalitÀt wirken mehrere Auslöser (Ursachen) zusammen oder nebeneinander zur gleichen Zeit.

Beispiel: Sturm A und Regen A* vernichten die Ernte (B + B*): Daher sind Sturm und Regen multikausal fĂŒr die Vernichtung der Ernte, denn der Sturm hĂ€tte gereicht, die Ernte zu vernichten und der Regen hĂ€tte das gleiche Ergebnis zur Folge. Die MultikausalitĂ€t unterscheidet sich somit von der MonokausalitĂ€t dadurch, dass es mindestens zwei Verursacher A + A* gibt und mindestens zwei Wirkungen B + B*, die ein Ergebnis Z* erzielen.

Kausalordnung

Kausalkette

Die Kausalordnung ist eine Halbordnung, die als Relation der kausalen AbhĂ€ngigkeit innerhalb einer Menge von Ereignissen definiert wird: Ein Ereignis A ist die Ursache von Ereignis B (A < B) oder umgekehrt (A > B), oder die Ereignisse beeinflussen sich gegenseitig nicht (A || B), das heißt A und B sind kausal unabhĂ€ngig oder nebenlĂ€ufig. Außerdem wird die KausalitĂ€t von den meisten Theoretikern als transitiv betrachtet: Wenn das Ereignis A eine Ursache von B und B eine Ursache von C ist, dann ist A auch eine Ursache von C (wenn A < B und B < C ist, dann ist auch A < C). Andere wenden dagegen ein, dass zumindest unsere gewöhnliche Urteilspraxis bezĂŒglich der KausalitĂ€t nicht transitiv ist, da wir bei der Suche nach der Ursache eines Ereignisses stets nach dem unmittelbar verursachenden Ereignis forschen.

Die kausale AbhĂ€ngigkeit und die sich daraus ergebende Kausalordnung sind sehr wichtig in verschiedenen Wissenschaftszweigen. Insbesondere wird in einigen Bereichen der Physik, Informatik und Philosophie die Zeit an sich ĂŒber die Kausalordnung definiert, statt umgekehrt (siehe Happened-Before-Relation). Der Begriff der „Gleichzeitigkeit“ verliert dann an Bedeutung, man spricht statt dessen von kausal unabhĂ€ngigen Ereignissen. Ob zwei solche Ereignisse auch gleichzeitig erscheinen, hĂ€ngt gĂ€nzlich vom Standpunkt des Beobachters ab.

Physik

KausalitĂ€t impliziert eine strenge Halbordnung: Die Ursache der Ursache einer Wirkung ist damit auch (indirekte) Ursache der Wirkung selbst. Eine Wirkung darf nicht direkte oder indirekte Ursache ihrer selbst sein, da sonst WidersprĂŒche auftreten können, wie zum Beispiel das Großvater-Paradoxon.

Die Ereignisse, die ein bestimmtes Ereignis kausal beeinflussen können (also [Mit-]Ursache dieses Ereignisses sein können) bilden die absolute Vergangenheit dieses Ereignisses. Umgekehrt bilden die Ereignisse, die ein bestimmtes Ereignis nicht kausal beeinflussen können, die absolute Zukunft des Ereignisses.

Klassische Mechanik

In der klassischen Mechanik ist die Kausalordnung sogar eine strenge schwache Ordnung, die Relation „Ereignis 1 liegt weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft von Ereignis 2“ ist also eine Äquivalenzrelation, die Gleichzeitigkeit genannt wird. Diese Kausalordnung lĂ€sst sich mit einem reellen Parameter, der absoluten Zeit Newtons, „durchnummerieren“. Dementsprechend wirkt Newtons Gravitationsfeld auch ĂŒber große Entfernungen instantan (sofort, augenblicklich), statt retardiert.

RelativitÀtstheorie

In der RelativitĂ€tstheorie hingegen ist die Kausalordnung nur mehr eine partielle Ordnung. Sie ist als lokale Eigenschaft sowohl rĂ€umlich als auch zeitlich begrenzt. Da sich Wirkungen nur maximal mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten können, ist die absolute Vergangenheit ein Kegel in der Raumzeit, der so genannte Vergangenheitslichtkegel; ebenso ist die absolute Zukunft durch den Zukunftslichtkegel gegeben (siehe Minkowski-Diagramm). Im allgemeinen Fall können sich diese Kegel schneiden und damit treten geschlossene zeitartige Kurven auf. FĂŒr einen Beobachter auf so einer Weltlinie treten zwar alle Ereignisse geordnet nacheinander ein, aber sie wiederholen sich nach einem Durchlauf der Schleife, wodurch kein Anfang oder Ende der Kausalordnung festgestellt werden kann. Nur in so genannten kausalen Raumzeiten sind diese beiden Kegel disjunkt. Die KausalitĂ€t impliziert keine Gleichzeitigkeit fĂŒr verschiedene Raumkoordinaten (RelativitĂ€t der Gleichzeitigkeit), damit gibt es auch keine bevorzugte Zeitkoordinate. Alle Zeitkoordinaten in einer kausalen Raumzeit haben aber gemeinsam, dass kausal zusammenhĂ€ngende Ereignisse dieselbe Reihenfolge haben (die Ursache also stets zeitlich vor der Wirkung kommt).

KausalitÀt wird oft auch als das Prinzip von Ursache und Wirkung bezeichnet. In diesem Sinne wird es von vielen Physikern weniger als Naturgesetz sondern als Interpretation des Geschehens angesehen, da es keine exakte Vorschrift gibt, wie sich eine bestimmte Ursache und die zugehörige Wirkung rÀumlich und zeitlich abgrenzen lassen. Letztlich werden in der Physik VorgÀnge der Natur erschöpfend durch Lösungen von mathematischen Gleichungen beschrieben. Eine Notwendigkeit, Teilbereiche dieser Lösungen als Ursachen und als Wirkungen zu bezeichnen, besteht letztlich nicht, sondern dient lediglich zur Veranschaulichung und zum besseren VerstÀndnis.

Die Frage, ob jedes physikalische Ereignis eindeutig durch eine Menge von Ursachen vorherbestimmt ist, ob also das Universum als ganzes deterministisch ist, ist eine wichtige Frage in der Physik: Nach der klassischen newtonschen Physik, und auch nach der einsteinschen RelativitĂ€tstheorie, ist das der Fall. In letzter Konsequenz wĂŒrde das bedeuten, dass jeder Gedanke und jedes fallende Blatt im Augenblick des Urknalls vorherbestimmt war. Albert Einstein sagte dazu: „Gott wĂŒrfelt nicht“. Was uns als Zufall erscheint, hĂ€ngt demnach in Wirklichkeit nur von unbekannten Ursachen ab. Auch der freie Wille des Menschen wĂ€re schiere Illusion. Einstein zog hier eine Parallele zur Unfreiheit des Willens nach Schopenhauer.

Quantenmechanik

Die Quantenmechanik hingegen lehrt, dass wir auf Grund prinzipiell einschrĂ€nkender Naturgesetze lediglich die Wahrscheinlichkeit von spĂ€teren Beobachtungen vorhersagen können – was im einzelnen Fall nun tatsĂ€chlich geschieht, hĂ€ngt vom objektiven Zufall ab (siehe Kollaps der Wellenfunktion). Obwohl sich die Natur also auf mikroskopischer Ebene nicht deterministisch verhĂ€lt, ist sie im folgenden Sinne kausal: Nur wenn alle physikalisch möglichen ZustĂ€nde 'B' in AbhĂ€ngigkeit von Zustand 'A' abgeleitet werden können, kann man von KausalitĂ€t sprechen. Ergibt sich 'B' jedoch auch aus 'C', ist 'A' nicht die Ursache von 'B'. Hierbei ist zu beachten, dass Determinismus eine viel stĂ€rkere Aussage ist als KausalitĂ€t. Betrachten wir beispielsweise einen JĂ€ger, der ein schlechter SchĂŒtze ist. Ob der JĂ€ger z.B. einen Hasen trifft, ist dann nicht vorhersehbar, sondern hĂ€ngt vom Zufall ab, das Ereignis «der Hase ist tot» kann also nicht deterministisch aus dem Ereignis «der JĂ€ger hat geschossen» abgeleitet werden. Dennoch wird kaum jemand daran zweifeln, dass im Fall eines Treffers der Schuss des JĂ€gers kausale Ursache fĂŒr den Tod des Hasen war.

Informatik

In der Informatik spielt KausalitĂ€t auf zwei Arten eine große Rolle: einerseits als nachtrĂ€gliche Aussage darĂŒber, welche Ereignisse zu welchen anderen Ereignissen gefĂŒhrt haben. Das ist vor allem bei einer Kommunikation in Verteilten Systemen mit mehreren Sendern und EmpfĂ€ngern wichtig, zum Beispiel um sicherzustellen, dass Anweisungen in der richtigen Reihenfolge ausgefĂŒhrt werden, auch dann, wenn sich Nachrichten im Netzwerk ĂŒberholen. Zu diesem Zweck werden vor allem Logische Uhren eingesetzt, die es erlauben, aufgrund von Zeitstempeln die Kausalordnung von Ereignissen zu bestimmen.

Andererseits kann man bei Computerprogrammen leicht im Vorhinein sagen, welche Aktion welche Daten benötigt, und von wo diese bereitgestellt werden. So ergibt sich eine Kausalordnung darĂŒber, welche Operation das Resultat welcher anderen benötigt. So können AblĂ€ufe entsprechend geplant und insbesondere sequentialisiert oder parallelisiert werden.

Systemtheorie

In der Systemtheorie bezeichnet man ein System als „kausal“, wenn seine Ausgangswerte nur von den aktuellen und vergangenen Eingangswerten abhĂ€ngen. Die Sprungantwort oder Impulsantwort eines solchen Systems verschwindet fĂŒr negative Zeiten; unter der Voraussetzung der LinearitĂ€t besagt dies, dass eine Wirkung A(t) und ihre Ursache B(t) folgendermaßen zusammenhĂ€ngen mĂŒssen:

A(t)=\int_{t'=-\infty}^t\,X_{A;B}(t-t')B(t')\,{\rm d}t'\,.

Die Funktion \,X_{A,B}(t) wird auch als Einflussfunktion bezeichnet; sie reprĂ€sentiert die oben so genannte Sprungantwort beziehungsweise Impulsantwort. Ihre Fouriertransformierte, \textstyle \chi_{A;B} (\omega )= \int_{-\infty}^\infty X_{A;B}(t)\,\exp(-i\omega t)\,{\rm d}t, also das Frequenzspektrum, enthĂ€lt die gesamte Information ĂŒber das Systemverhalten. Man bezeichnet sie als (verallgemeinerte) SuszeptibilitĂ€t; sie ist nur bei positivem ImaginĂ€rteil von ω wohldefiniert. Das entspricht der Annahme, dass \,X_{A;B}(t) fĂŒr negative t verschwindet.

Mathematisch gesehen folgen aus der linearen Antworttheorie verschiedene sehr starke Aussagen ĂŒber die SuszeptibilitĂ€t, auf die wir hier nicht eingehen können, zum Beispiel die Beziehungen von Kramers und Kronig, nach denen der ImaginĂ€rteil und der Realteil von χA;B(ω) sich gegenseitig in bestimmter Weise festlegen.

Ein System, das nicht kausal ist, bezeichnet man als „akausal“. Die Physik bietet mit der Vakuumfluktuation ein akausales ErklĂ€rungsmodell fĂŒr den Casimir-Effekt. Beispiele fĂŒr nichtkausale Systeme, die fĂŒr mathematische Relationen sehr wichtig sein können, sind ideale Rechteckfilter oder die Hilbert-Transformation.

Als antikausal (avanciert anstelle von retardiert) wird ein System bezeichnet, bei dem die Ausgangswerte nur von den aktuellen und zukĂŒnftigen Eingangswerten abhĂ€ngen. Die Impulsantwort verschwindet jetzt fĂŒr positive Zeiten. Allgemeiner bezeichnet man als „kausales Signal“ ein Signal, das fĂŒr negative Zeiten verschwindet. Ein kausales System kann damit definiert werden als System mit kausaler Impulsantwort.

In der Systemtheorie zweiter Ordnung wird die KausalitĂ€t als Eigenschaft des Beobachters und nicht des beobachteten Systems verstanden. Dies fĂŒhrt zur möglichen Annahme, dass KausalitĂ€t keine gegebene Eigenschaft ist, sondern eine konstruierte. Dies fĂŒhrte Heinz von Foerster dazu, vom Abschied von der KausalitĂ€t zu sprechen („Adieu KausalitĂ€t“), da die Welt ohne die Konstruktion des Beobachters frei von KausalitĂ€t ist. Im Buddhismus wird dies als „Die große Befreiung“ verstanden, wenn wir als Beobachter der Welt keine KausalitĂ€t mehr (kein Karma mehr) in sie hinein konstruieren.

Philosophie

Vorsokratiker

Die vorsokratische griechische Philosophie fragte nach dem „Urgrund“ allen Seins. Dies ist allerdings nicht nur mit dem Suchen einer „Ursache“ im heutigen Gebrauch des Wortes zu verstehen. Vielmehr suchten sie nach einer Art Urstoff oder einem allumfassenden Prinzip.

Siehe auch: Arché

Demokrit war einer der ersten Philosophen, der die Vorstellung einer umfassenden KausalitÀt im Sinne von Ursachen und Wirkungen vertrat.

Siehe auch: Materialismus und Atomistik

Aristoteles

Aristoteles fĂŒhrte vier verschiedene Arten von „Ursachen“ (aitia Pl. aitiai) auf:

Diese aristotelische Unterteilung in vier Arten von Ursachen ist philosophiegeschichtlich bedeutsam und sie wurde von vielen anderen Philosophen aufgegriffen, teilweise verĂ€ndert und weiterentwickelt. Der Begriff aitia bedeutet bei Aristoteles mehr als der heutige Begriff Ursache. Alle aitiai einer Sache angeben zu können heißt, Wissen ĂŒber diese Sache zu besitzen.

Die causa materialis und die causa formalis bestimmen laut Aristoteles das Sein eines Gegenstandes: die Form durchdringt den an sich ungeformten, qualitÀtslosen und unbewegten Stoff (d.h. die Materie) und bildet ihn zu einem konkreten, wirklichen Ding.

Beispiel: Die causa materialis einer BildsÀule ist das Erz, aus dem sie besteht; die causa formalis hingegen die Kunst des Bildhauers, der sie formt.

Die causa efficiens und die causa finalis beziehen sich dagegen auf das Werden der GegenstĂ€nde. Die causa efficiens wird im Sinne eines Ă€ußeren Anstoßes der Bewegung verstanden und die causa finalis als der Zweck, um dessentwillen etwas geschieht, eine bestimmte TĂ€tigkeit ausgefĂŒhrt wird etc.

Beispiel: Der Vater ist die causa efficiens des Kindes; die Gesundheit ist causa finalis des Sportes. (vgl. Aristoteles, Metaphysik 1013a 24 bis 1014a 25).

Scholastik

Die Scholastik, hier der Thomismus, ĂŒbernahm im Wesentlichen Aristoteles' Kategorisierung der Ursachen. Allerdings fĂŒhrt sie eine Rangordnung unter den Ursachen ein und ordnet dabei die weniger bedeutenden Material- und Wirkursachen den höheren Form- und Zweckursachen unter. Wichtig ist das Hinzutreten einer ersten Ursache (causa prima), nĂ€mlich Gottes, fĂŒr die Schöpfung der Welt und als ihr erster Beweger. Die KomplexitĂ€t der Themen machte bisweilen auch noch weitere Kategorien und Unterteilungen notwendig.

Beispiel: Ein SĂŒnder empfĂ€ngt die Beichte. Wir haben: Causa formalis sind die Lossprechungsworte („Ego te absolvo a peccatis tuis in nomine Patris et Filii et Spiritus Sancti“.) Causa materialis proxima, nĂ€here Stoffursache, sind die Bußhandlungen bzw. der Vorsatz, sie zu tun („beten Sie ein Vaterunser und ein Glaubensbekenntnis“), und das Bekenntnis als solches. Causa materialis remota, entferntere, sind die zu vergebenden SĂŒnden. Causa efficiens primaria, erste Wirkursache, ist Jesus Christus in göttlicher und menschlicher Natur. (Seine heilige Menschheit wird nicht als causa instrumentalis aufgefĂŒhrt, das wĂ€re zwar nicht ganz falsch, aber ein wenig nestorianisierend.) Causa efficiens secundaria, zweite, ist der Priester. Causa finalis primaria ist (wie immer) die Ă€ußere Verherrlichung Gottes. Causa finalis secundaria ist das Heil des Pönitenten. Causa meritoria, Verdienstursache, ist das Erlösungswerk Christi. Causa instrumentalis, werkzeugliche Ursache, ist die heiligmachende Gnade, die durch das Sakrament wiederhergestellt wird. Causa dispositiva, also notwendige Bedingung, ist die Beichtvollmacht, die der Priester von einem rechtlich zustĂ€ndigen Oberen, in der Regel seinem Bischof, erhalten haben muss.

Okkasionalismus

Der Okkasionalismus sieht als eigentliche, einzig wahrhafte Ursache allen Geschehens die göttliche Vorstellung, wÀhrend die endlichen, körperlichen Dinge nur AnlÀsse, Gelegenheitsursachen (causae occasionales) sein sollen, in denen sich das Wirken des göttlichen Geistes manifestiert.

David Hume

Eine in der neuzeitlichen Philosophie weit verbreitete Auffassung vom Wesen der Ursache und der KausalitĂ€t wurde im Wesentlichen von David Hume (1711–1776) begrĂŒndet. Hume definiert Ursache als

„einen Gegenstand, dem ein anderer folgt, wobei allen GegenstĂ€nden, die dem ersten gleichartig sind, GegenstĂ€nde folgen, die dem zweiten gleichartig sind. Oder mit anderen Worten: wobei, wenn der erste Gegenstand nicht bestanden hĂ€tte, der zweite nie ins Dasein getreten wĂ€re.[1]“

Hume wendet sich entschieden gegen die Vorstellung einer notwendigen VerknĂŒpfung von Ursache und Wirkung, da er in seiner empiristischen Erkenntnistheorie keinerlei berechtigten Anlass fĂŒr eine solche Vorstellung findet. Die Quelle unserer falschen Vorstellung einer notwendigen VerknĂŒpfung sei die gewohnheitsmĂ€ĂŸige Verbindung von Ursache und Wirkung.

„Wenn aber viele gleichförmige Beispiele auftreten und demselben Gegenstand immer dasselbe Ereignis folgt, dann beginnen wir den Begriff von Ursache und VerknĂŒpfung zu bilden. Wir empfinden nun ein neues GefĂŒhl [
]; und dieses GefĂŒhl ist das Urbild jener Vorstellung [von notwendiger VerknĂŒpfung], das wir suchen.[2]“

Die KausalitĂ€t wird also als eine zuverlĂ€ssig, regelmĂ€ĂŸig zusammen auftretende bivariate Kovaration von Ereignissen definiert. Von dem gemeinsamen Auftreten wird nicht zurĂŒckgeschlossen auf eine vorher schon dagewesene KausalitĂ€t. Dass in der Vergangenheit ein Ereignis A zwar immer gefolgt war von einem Ereignis B und wir das als gesichert annehmen, muss nicht mit Bestimmtheit heißen, dass es auch fĂŒr alle Zukunft so sein wird, dass dem Ereignis A auch immer Ereignis B folgen wĂŒrde. Aus diesem Grunde kann man nach Hume streng genommen auch keine Naturgesetze definieren, denn von Gesetzen als einem allgemeinen Zusammenhang zu sprechen, lĂ€sst sich rational nicht begrĂŒnden. Es wĂ€re im Grunde genommen lediglich gewohnheitsmĂ€ĂŸig wahrgenommenes, gemeinsames Aufeinandertreffen von Ereignissen. Auch von der objektiven Welt als solcher zu sprechen ergibt nach Hume streng genommen keinen großen Sinn, denn die Welt jenseits unserer eigenen Vorstellungen gibt es als solche nicht, welche wir erfahren könnten. Wir haben bloß sensorische EindrĂŒcke von einer Welt und diese sensorischen EindrĂŒcke wĂŒrden sich verĂ€ndern. Wir haben nur sensorische EindrĂŒcke der Welt und haben im Grunde genommen Schwierigkeiten gesicherte Annahmen und Kenntnisse der Welt als solche zu formen. Und selbst ĂŒber uns können wir nicht als Subjekte reden, denn jeder von uns ist in seiner eigenen Erfahrung nicht als Subjekt direkt gegeben. Wir haben zwar eigene Gedanken, aber von diesen auch nur die EindrĂŒcke, wir haben zwar eine Ahnung unserer Bewegung, aber auch von diesen auch nur die eigenen EindrĂŒcke. Deshalb sind wir wie BĂŒndel unserer eigenen Impressionen ĂŒber uns selber. Hume hat sich mit seiner Arbeit deshalb weg von der Frage, was KausalitĂ€t ist, bewegt und hat eigentlich durch die Zweifel an der Existenz der KausalitĂ€t eher den Fokus auf die Frage, warum wir KausalitĂ€t als solche ĂŒberhaupt behaupten, gelenkt.

Nach Hume ist es also problematisch von mehreren Beobachtungen auf die GĂŒltigkeit eines induktiven Schließens folgern zu wollen. Das, was wir als RegelmĂ€ĂŸigkeit wahrnehmen, seien keine GesetzmĂ€ĂŸigkeiten ĂŒber wirkliche ZusammenhĂ€nge[3]. (→Skeptizismus#David Hume)

Im Zusammenhang mit einer bloßen Wahrscheinlichkeit der KausalitĂ€t spricht man von einer RegularitĂ€tstheorie der KausalitĂ€t. Nach derartigen Theorien ist sie nur durch statistische Untersuchungen bestimmbar, nicht durch logische SchlĂŒsse. Demnach lassen sich grundsĂ€tzlich keine sicheren Prognosen aufstellen. David Hume zufolge mĂŒssen folgende notwendige und hinreichende Bedingungen erfĂŒllt sein, um eine Ereignisfolge als Ursache-Wirkung-Beziehung einordnen zu können:

  • e1 liegt zeitlich unmittelbar vor e2.
  • e1 liegt rĂ€umlich unmittelbar neben e2.
  • Immer wenn ein Vorkommnis vom Typ e1 auftritt, lĂ€sst sich ein Vorkommnis vom Typ e2 beobachten.

Die Auffassung, dass es keine notwendigen kausalen Verbindungen in der Welt gibt, weil lediglich rÀumlich benachbarte Ereignisse in zeitlicher Abfolge beobachtet werden können, wird in der modernen Wissenschaftstheorie als Humesche Metaphysik bezeichnet.[4]

Materialismus / Mechanizismus

Materialistische und mechanizistische Philosophien, die besonders im 18. Jahrhundert in Frankreich verbreitet waren, fĂŒhrten alle Ursachen letztlich auf mechanischen Druck und Stoß („Tanz der Atome“) zurĂŒck. Ähnliche Vorstellungen gab es schon in der Antike bei Demokrit. AnsĂ€tze zur Überwindung des rein mechanischen Ursachenbegriffs findet man bei Ludwig Feuerbach, der eine vollstĂ€ndige Reduzierbarkeit von Erscheinungen der höheren Bewegungsformen (d.h. Leben, Denken, Geschichte) auf die Mechanik zumindest bezweifelt.

Kant

Immanuel Kant unterschied von der „KausalitĂ€t nach Gesetzen der Natur“ eine „KausalitĂ€t durch Freiheit:“

„Wenn ich jetzt (zum Beispiel) völlig frei und ohne den notwendig bestimmenden Einfluss der Naturursachen von meinem Stuhle aufstehe, so fĂ€ngt in dieser Begebenheit samt deren natĂŒrlichen Folgen ins Unendliche eine neue Reihe schlechthin an, obgleich der Zeit nach diese Begebenheit nur eine Fortsetzung der vorhergehenden Reihe ist. Denn diese Entschließung und Tat liegt gar nicht in der Abfolge bloßer Naturwirkungen und ist nicht eine bloße Fortsetzung derselben; sondern die bestimmenden Naturursachen hören oberhalb derselben in Ansehung dieses Ereignisses ganz auf, das zwar auf jene folgt, aber daraus nicht erfolgt und daher zwar nicht der Zeit nach, aber doch in Ansehung der KausalitĂ€t ein schlechthin erster Anfang einer Reihe von Erscheinungen genannt werden muss.“[5]

Im Gegensatz zu Hume sieht Kant die KausalitĂ€t als Notwendigkeit an. Er argumentiert, dass der Kausalgedanke zur inneren Struktur der Erkenntnis gehöre, wenn jede besondere Kausalregel aus der Erfahrung stammt, weil man sonst die Welt gar nicht verstehen könne. FĂŒr Kant liegt der Beweis fĂŒr die Notwendigkeit der KausalitĂ€t in der zugleich logischen wie chronologischen Abfolge der Zeit. Er verdeutlicht dies in der Kritik der reinen Vernunft an dem Beispiel der Beobachtung einer Kugel und einer Einbuchtung in einem Kissen. Hier gebe es nur einen logischen Schluss von der Kugel als Ursache zur Einbuchtung als Wirkung. Der umgekehrte Schluss wĂ€re absurd. (Beispiel aus der 2. Analogie der Erfahrung: Grundsatz der Zeitfolge nach dem Gesetze der CausalitĂ€t[6] „Die Physik hat die Kantsche Definition der KausalitĂ€t weitgehend bestĂ€tigt und als Postulat in ihre wichtigsten Theorien aufgenommen.“ In der speziellen RelativitĂ€tstheorie von Einstein, die zwar eine Zeitdilatation, nicht jedoch eine Zeitumkehr zulĂ€sst, bleibt die KausalitĂ€t im Sinne der zeitlichen Folge erhalten. Ebenso wird das Zufallskonzept der Quantentheorie nicht verletzt.[7]

Zum einen muss man von seinen eigenen Gedanken eine Gewissheit haben, dass sie in dem eigenen Geiste vorhanden sind (Selbstbewusstsein). Zum anderen können nicht alle Begriffe des eigenen Geistes aus der reinen Erfahrung stammen, da man die EindrĂŒcke, die man erhĂ€lt, ansonsten nicht kategorisieren könne. Man muss also schon Begriffe voraussetzen, um Ideen aus sensorischen EindrĂŒcken bilden zu können. Und zu diesen schon a priori vorhandenen Begriffen zĂ€hlte Kant auch den Begriff der KausalitĂ€t. Damit ist KausalitĂ€t nicht ein aus Impressionen gebildeter erst im Nachhinein konstruierter Denkinhalt, sondern die Möglichkeit ĂŒberhaupt Erfahrung zu sammeln setzt den Begriff der KausalitĂ€t schon voraus, ist also notwendig um Erfahrung ĂŒberhaupt erst machen zu können. Wir wĂŒrden ansonsten bloß sensorische EindrĂŒcke gewinnen und nicht die FĂ€higkeit besitzen, diese zu Sinn stiftenden und kategorialen ErfahrungszusammenhĂ€ngen zu konstruieren. Wie ein Kleinkind, das in ein Kaleidoskop blickt, wĂŒrden wir die Welt nicht zusammenfĂŒgen können und wĂŒrden nur das Spiel des Lichtes im Kaleidoskop staunend betrachten und ehrfĂŒrchtig vom Spiel des Lichtes gebannt bleiben.

Diese objektive Welt kann durch die Naturwissenschaften erforscht werden, und wir nehmen auch a priori an, dass gewisse GesetzmĂ€ĂŸigkeiten darin gelten, worunter auch das KausalitĂ€tsgesetzt zu fallen scheint. Die Dinge fĂŒr sich, bleiben uns jedoch verborgen, denn sie liegen außerhalb unserer menschlich erfahrbaren Welt. Über sie können wir lediglich vernĂŒnftige Vermutungen anstellen, da sie der Erscheinungswelt auf unerkennbare Weise zugrunde liegen. Darunter fallen nach Kant z.B. die Idee von Gott, die Idee der Freiheit und die der unsterblichen Seele. Dort sei die Grenze unserer nach Vernunft möglichen Erkenntnis erreicht.[8]

Kritik am Begriff der KausalitÀt

Nach Ernst Mach gibt es in der Natur weder reale Ursachen noch KausalitĂ€tsverhĂ€ltnisse, sondern nur funktionale Beziehungen. Im Konditionalismus werden die Ursachen durch Bedingungen ersetzt. Bereits John Stuart Mill betrachtete als Ursache eines Dinges die volle Summe seiner Bedingungen. Max Verworn steigerte diese Auffassung ins Absolute: der Begriff der Ursache sei ein Überbleibsel vorwissenschaftlicher Vorstellungen; jedes Geschehen sei nicht verursacht, sondern lediglich durch die Gesamtheit unendlich vieler, gleichwertiger Bedingungen bedingt.

Auffassung im Dialektischen Materialismus

Im Dialektischen Materialismus in der offiziellen PrĂ€gung des realexistierenden Sozialismus wird von inneren WidersprĂŒchen der GegenstĂ€nde und von den im Laufe der Entwicklung auftretenden neuen QualitĂ€ten ausgegangen. Bei jeder VerĂ€nderung, Entwicklung der materiellen Dinge, Prozesse, Systeme u.a. in Natur und Gesellschaft wirken Ă€ußere und innere Ursachen zusammen. Äußere Ursachen heißen die sich aus dem universellen Zusammenhang aller Dinge, Prozesse, Systeme ergebenden Einwirkungen derselben aufeinander; als innere Ursachen bezeichnet der Dialektische Materialismus die ihm zufolge allen materiellen Dingen, Prozessen, Systemen u.a. immanenten WidersprĂŒche, die ihre Bewegung, VerĂ€nderung und Entwicklung bewirken. Äußere und innere Ursachen bilden eine „dialektische Einheit“: die inneren Ursachen werden nur wirksam durch die Existenz der Ă€ußeren, die Ă€ußeren Ursachen nur durch die Vermittlung der inneren. Das VerhĂ€ltnis von Ă€ußeren und inneren Ursachen ist dabei relativ: was fĂŒr ein System innere Ursache ist, kann fĂŒr ein anderes System Ă€ußere Ursache sein und umgekehrt.

Moderne AnsÀtze

John Leslie Mackie fĂŒhrte die INUS-Bedingung ein, um Ursachen identifizieren zu können: Ein Ereignis wird als Ursache eines Ergebnisses wahrgenommen, wenn es ein unzureichender (Insufficient) aber notwendiger (Necessary) Teil einer Bedingung ist, die selbst nicht notwendig (Unnecessary) aber hinreichend (Sufficient) fĂŒr das Ergebnis ist.

Das Closest-World-Konzept von David Lewis ist die heute weithin akzeptierte Grundlage einer allgemeinen Definition der KausalitĂ€t. David Lewis stellt die kontrafaktische Implikation (Counterfactual Conditional Operator) in das Zentrum der Überlegungen und er fĂŒhrt als Beispiel an: „HĂ€tten KĂ€ngurus keine SchwĂ€nze, wĂŒrden sie umfallen“.

Eine Welt mit schwanzlosen KĂ€ngurus verstĂ¶ĂŸt offensichtlich gegen die Fakten. Wir mĂŒssen uns also eine Welt vorstellen, die zumindest in diesem einen Punkt von der RealitĂ€t abweicht. Diese „Parallelwelt“ muss ansonsten in sich weitgehend stimmig sein und unserer Welt weitestgehend Ă€hneln. Ansonsten könnten in dieser Welt ja auch KĂ€ngurus leben, die an KrĂŒcken gehen und deshalb nicht umfallen.

In „Causality“ zeigt Judea Pearl, wie das Closest-World-Konzept konkretisiert werden kann.

Wie nun hĂ€ngen kontrafaktische Implikation und KausalitĂ€t zusammen? Dass der Steinwurf als Ursache der zerbrochenen Scheibe anzusehen ist, lĂ€sst sich so ausdrĂŒcken: HĂ€tte ich den Stein nicht geworfen, wĂ€re die Scheibe nicht zersprungen. Wir mĂŒssen also auf die kontrafaktische Implikation der Negationen ĂŒbergehen: „Stein nicht werfen“ impliziert kontrafaktisch „Scheibe zerspringt nicht“.

Ein Ansatz, der am ehesten das erfasst, was intuitiv als Grund empfunden wird, wurde von Leonard Talmy entwickelt. In der kognitiven Semantik werden mit der von ihm eingefĂŒhrten Kategorie der KrĂ€ftedynamik sprachliche AusdrĂŒcke auf KrĂ€ftebeziehungen hin untersucht, die den beschriebenen Situationen zugrunde liegen. Die Theorie erlaubt erstmals eine feinere Unterscheidung zwischen verschiedenen KausalitĂ€tsrelationen, die in der Sprache z.B. durch die Verben verursachen, helfen, lassen, ermöglichen, verhindern, vorbeugen, abhĂ€ngen (von), usw. ausgedrĂŒckt werden. Aber auch die Semantik kausalitĂ€tsanzeigender Konjunktionen und PrĂ€positionen wie weil, obwohl, trotz kann analysiert werden. Eine Vielzahl psychischer KrĂ€fte, die etwa durch zwingen, ĂŒberreden, widerstehen ausgedrĂŒckt werden, sind ebenso Gegenstand der Theorie. Damit ein Grund vorliegt, mĂŒssen zwei gegeneinander gerichtete KrĂ€fte, eine Handelnde (Agonist) und ein Gegenspieler (Antagonist) existieren. FĂŒr sie gilt (im Fall einer Grund-Beziehung): Der Agonist hat eine intrinsische Tendenz zur AktivitĂ€t, der Antagonist eine entgegengesetzte Tendenz zur TrĂ€gheit. Die Kraft des Agonisten ist grĂ¶ĂŸer als die des Antagonisten. Es wurde auch vorgeschlagen (Phillip Wollf), dass die Art der KausalitĂ€t im krĂ€ftedynamischen Modell durch drei Dimensionen bestimmt ist, (1) der Tendenz des Antagonisten zum Resultat, (2) der KrĂ€fteopposition zwischen den beteiligten Einheiten und (3) dem (Nicht-)Eintreten des Resultats.

Determinismus und Willensfreiheit

Die philosophischen Konsequenzen der KausalitĂ€t sind besonders interessant in Verbindung mit der philosophischen Denkrichtung des Determinismus. Dort geht man davon aus, dass jedes Ereignis durch vorhergegangene Ereignisse fest vorbestimmt ist, sich also das Universum als Kausalkette entwickelt. Das bezieht sich auf alle Ebenen, auch auf die Elementarteilchen von Energie und Materie. Da nun das menschliche Gehirn auch aus Materie besteht, mĂŒsste es sich demnach ebenfalls deterministisch verhalten, also in einer Weise, die durch eine Turingmaschine (theoretisch) berechnet und vorherbestimmt werden kann. Das wĂŒrde aber bedeuten, dass es keinen absolut freien Willen gibt: jeder unserer Gedanken war im Augenblick des Urknalls bereits festgelegt. Des Weiteren wĂŒrde es auch bedeuten, dass einerseits der Mensch nicht in der Lage ist, Probleme zu lösen, die nicht auch von einer Turingmaschine (oder einem anderen Computer) berechnet werden könnten (falls die Church-Turing-These wahr ist). Und andererseits, dass alles, was Menschen tun, denken und fĂŒhlen, von einem Programm simuliert werden könnte, KĂŒnstliche Intelligenz und auch kĂŒnstliches Bewusstsein also möglich sind. Die Grenze zwischen bewusstem, zielgerichtetem Handeln und bloßem mechanischen Abarbeiten eines Regelwerks verschwindet damit völlig, Wille und Bewusstsein wĂ€ren ein Konstrukt.

Akzeptiert man die deterministische Weltanschauung aber nicht (folgt also dem Indeterminismus), so muss man sich fragen, was, wenn nicht feste Regeln, die durch physikalische Modelle abgebildet werden können, denn den Willen regiert. Möglichkeiten wÀren das Schicksal, göttliches Eingreifen oder eine Seele des Menschen. Die beiden ersteren sprechen dem Menschen ebenfalls den freien Willen ab, letztere verschiebt den freien Willen des Menschen von seinem den physikalischen Gesetzen ausgesetzten Körper auf eine Seele, die sich der Beschreibung durch die Physik entzieht.

In diesem Zusammenhang wird oft auf die Rolle des Zufalls in den Grundgesetzen der Physik hingewiesen. So ist es in der Quantenmechanik nicht mehr möglich, den Ablauf eines Vorgangs hinsichtlich aller messbaren GrĂ¶ĂŸen vorherzusagen, selbst wenn alle prinzipiell zugĂ€nglichen Informationen ĂŒber seinen Anfangszustand bekannt sind. Nach gĂ€ngiger naturwissenschaftlicher Sicht ist das Naturgeschehen nicht vollstĂ€ndig determiniert, sondern unterliegt partiell einem absoluten Zufall (Kopenhagener Interpretation der Quantenmechanik). Dieser absolute Zufall wird in diesem Zusammenhang oft als eine Freiheit der Physik herangezogen, um hierĂŒber einen Spielraum fĂŒr die Einflussmöglichkeit eines hypothetischen Freien Willens zu schaffen, welcher jedoch selbst nicht den physikalischen Gesetzen unterliegt, beispielsweise im Rahmen des Konzeptes einer Seele.

Indetermination, Bifurkation und Willensfreiheit

Dabei ist es nicht so, dass die Indetermination in der Physik in allen Bereichen gilt. Sie tritt im Grenzbereich der Physik auf. Die KausalitĂ€t als integraler Bestandteil der physikalischen Methode scheint in winzigsten VerhĂ€ltnissen auf eine Barriere zu stoßen.

„Umso seltsamer mutet es an, dass im Grenzbereich der Physik, wie der Quantenmechanik, auch akausale VorgĂ€nge, also VorgĂ€nge ohne ersichtlichen Grund ablaufen. Ein Beispiel hierfĂŒr ist der radioaktive Zerfall eines instabilen Kerns, der sich völlig zufĂ€llig ohne ersichtlichen Grund jetzt oder in zehn Minuten oder erst in zehn Jahren vollzieht. Der Kosmos ist als Prozess anzusehen. In diesem ist die Zukunft nicht vorhersehbar, und zwar grundsĂ€tzlich, weil alle komplexen Prozesse, vor allem die des Lebens, „verzweigter“ Natur sind. Jedes solcher Systeme gelangt zu Verzweigungspunkten, sogenannten Bifurkationen. An diesen Punkten ist der Prozess offen, d.h. er ist nicht eindeutig determiniert. Er hat die „freie Wahl“. Unmittelbar vor der Bifurkation ist die Chaoszone, die diese Wahl erlaubt.“

Unter Bifurkation versteht man im Allgemeinen eine Verzweigung eines gewissen Etwas. Eine Gabelung eines Astes kann beispielsweise als Bifurkation verstanden werden.

Beispiel: Ich sehe nach draußen und sehe, wie der Schnee fĂ€llt. Mir ist es aus der Erfahrung klar, dass es kalt sein muss, da der Schnee ansonsten nicht in der Luft gebildet werden wĂŒrde. Soweit ist die Welt fĂŒr mich kausal und determiniert. Aber das Wettergeschehen ĂŒber lĂ€ngere Zeit exakt voraussagen zu können und zu wissen, wie es in einem Jahr fĂŒr Wetter sein wird vor meiner TĂŒre ist mir nicht möglich, selbst wenn ich die Kenntnis aller möglichen EinflĂŒsse und ihrer ZusammenhĂ€nge auf das genaueste wĂŒsste. Selbst wie das Wetter in einer Woche sein wird, kann man nicht mit zufriedenstellender Genauigkeit und Sicherheit voraussagen. Denn das Wetter, als komplexes System verstanden, stĂ¶ĂŸt immer wieder auf mögliche Bifurkationen und wie die Entscheidungen in diesen Verzweigungen ausfallen scheint indeterminiert zu sein. Die Bifurkation ist zeitlich gebunden und ist in der Zeit einseitig in die Zukunft gerichtet. In jeder Verzweigung scheinen zwar winzige indeterminierende UmstĂ€nde beteiligt zu sein und auch die KausalitĂ€t scheint im Großen determinierend zu wirken, jedoch scheinen die AusgĂ€nge dieser Bifurkationen nicht vorhersehbar zu sein. Die Zukunft ist deswegen fĂŒr komplexe Systeme im Allgemeinen offen. Dies kann man in einem Postulat folglich zusammenfassen:

„Es existiert also kein fester Plan, nach dem alles in der Welt uhrwerkmĂ€ĂŸig ablĂ€uft. Das Weltgeschehen ist vielmehr als offenes System anzusehen, fĂŒr das allenfalls bestimmte Rahmenbedingungen gelten.“

Am Beispiel des Doppelpendels kann man diesen Sachverhalt anschaulich darstellen. Das Doppelpendel besteht aus zwei miteinander verbunden Pendeln. Ein erstes Pendel wird an das Ende eines zweiten Pendels gehĂ€ngt, so dass beide frei schwingen können. Durch diese Koppelung wird das Schwingen des ersten Pendels, durch die Schwingung des zweiten Pendels beeinflusst und umgekehrt. Wenn beide Pendel unbewegt sind, dann hĂ€ngen sie natĂŒrlich einfach zum Lot herab. Bei starker Drehung ist die Bewegung der Pendel ebenfalls gleichmĂ€ĂŸig. Beide Pendel rotieren gestreckt um den AnhĂ€ngepunkt. Bei mittelmĂ€ĂŸigem Anstoßen entwickeln diese Pendel jedoch ein indeterminiertes Verhalten. Am Scheitelpunkt der beiden Pendel entsteht ein Chaos, denn jedes Pendel muss sich vorher quasi entscheiden, in welche Richtung es ausschlĂ€gt. Die Pendel reagieren auf kleinste VerĂ€nderungen in ihrer Umwelt. Deshalb scheinen die Pendelbewegungen unter gleichbleibenden UmweltumstĂ€nden fĂŒr eine gewisse Zeit voraussagbar zu sein. Nun spielt aber die Potenzierung, der in kleinsten VerhĂ€ltnissen, nicht voraussagbaren Bifurkationen eine wesentliche Rolle bei der Bestimmung der Pendelbewegungen nach vielfacher Wiederholung. Und deshalb wird der Ausgang der Pendelbewegungen ĂŒber lĂ€ngere Zeit nicht voraussagbar sein; selbst bei Kenntnissen aller möglichen daran beteiligten Variablen.

Trotzdem muss man sagen, dass ein Beweis, dass es selbst in den hier besprochenen Beispielen keine Determination gibt, nicht geliefert worden ist. Auch die sogenannten Bifurkationen könnten im Grunde genommen determiniert sein und wir wĂŒrden diese Determinationen nicht sehen, da wir einige Parameter bisher nicht entdeckt haben könnten[9].

Biologie und Verhaltensforschung

Wenn unsere Vorfahren die hinter dem GebĂŒsch vorblitzenden schwarzen und gelben Streifen (Wirkung) einem Tiger (Ursache) zuschrieben und sich davonmachten, waren sie gut beraten. Die schnelle Entscheidung, was wohl Ursache der Beobachtung sein könnte, und die daraus folgende Aktion waren lebenserhaltend. Die diesem Verhalten zu Grunde liegende KausalitĂ€tserwartung gehört zu den „angeborenen Lehrmeistern“ (Konrad Lorenz): Die „Hypothese von der Ursache“ enthĂ€lt die „Erwartung, dass Gleiches dieselbe Ursache haben werde. Dies ist zunĂ€chst nicht mehr als ein Urteil im Voraus. Aber dieses Vorurteil bewĂ€hrt sich
 in einem derartigen Übermaß an FĂ€llen, dass es jedem im Prinzipe andersartigen Urteil oder dem Urteils-Verzicht ĂŒberlegen ist“ (Rupert Riedl, 1981)

Angeborene Lehrmeister haben eine Kehrseite: sie können Denkfallen sein: „Das biologische Wissen enthĂ€lt ein System vernĂŒnftiger Hypothesen, Voraus-Urteile, die uns im Rahmen dessen, wofĂŒr sie selektiert wurden, wie mit höchster Weisheit lenken; uns aber an dessen Grenzen vollkommen und niedertrĂ€chtig in die Irre fĂŒhren“ (Rupert Riedl). Auf die KausalitĂ€tserwartung geht zurĂŒck, dass oftmals vorschnell der Pilot, KapitĂ€n oder LokfĂŒhrer fĂŒr ein UnglĂŒck verantwortlich gemacht wird.

Siehe auch: Kausalattribution

Sozialwissenschaften

Viele BeitrĂ€ge zum VerstĂ€ndnis der KausalitĂ€ts-Idee leistete die umfangreiche Forschung zur Konditionierung. Beginnend mit Thorndikes Katzenexperimenten, ĂŒber Pawlows zufĂ€llige Entdeckung der Klassischen Konditionierung und Skinners operante Konditionierung wurden und werden zahlreiche GesetzmĂ€ĂŸigkeiten entdeckt, unter welchen Bedingungen die Vorstellung eines Ursache-Wirkungs-Zusammenhangs entsteht. Der evolutionĂ€re Ursprung der KausalitĂ€ts-Idee ist wohl das BedĂŒrfnis, zuverlĂ€ssige PrĂ€diktoren fĂŒr lebensnotwendige Ereignisse zu identifizieren.[10].

In der sozialwissenschaftlichen Forschung, wie der Psychologie, wird oft die Frage gestellt, ob ein Training oder eine Therapie einen Effekt oder eine Wirkung hat. Thomas D. Cook und Donald T. Campbell formulierten 1979 in Anlehnung an John Stuart Mill drei Bedingungen, die fĂŒr einen Kausalzusammenhang notwendig sind[11]:

  1. Kovarianz: VerĂ€nderungen in der angenommen Ursache (unabhĂ€ngige Variable, UV) mĂŒssen mit den VerĂ€nderungen im angenommenen Effekt (abhĂ€ngige Variable, AV) in einem systematischen Zusammenhang stehen. Wenn also z.B. VerĂ€nderungen in der psychologischen Behandlung stattfinden, mĂŒssen sie sich diese Manipulationen im Resultat, in der psychologischen Symptomatik, beobachten lassen.
  2. Zeitliche Abfolge: Die Ursache (UV) muss vor dem Effekt (AV) stattfinden.
  3. Keine alternativen ErklĂ€rungen: die angenommenen Ursache muss die einzige plausible ErklĂ€rung fĂŒr die Wirkung sein.

Es ist offensichtlich, dass die dritte Bedingung die schwierigste zu realisierende Bedingung ist. In einem sozialwissenschaftlichen Experiment können zwangslÀufig nicht alle Faktoren, die Einfluss auf die Wirkung haben könnten, kontrolliert werden, demzufolge kann ein Kausalzusammenhang nie mit einer absoluten Sicherheit angenommen werden.

Die Sozialpsychologie betrachtet als phĂ€nomenale KausalitĂ€t die Tendenz in der sozialen Kognition, den wahrnehmbaren Objekten Ursache-Wirkungs-Beziehungen zuzuschreiben (sog. Kausalattribuierung), die, hĂ€ufig in Verein mit Werturteilen ĂŒber diese Objekte, zu erheblichen Unterschieden in den Wahrnehmungsergebnissen fĂŒhren.[12]

Statistik

Mit der Statistik kann zwar ein Zusammenhang zwischen zwei Ereignissen/Variablen nachgewiesen werden, jedoch keine KausalitÀt. Kann man einen Zusammenhang zwischen Ereignissen A und B nachweisen, dann gibt es mehrere ErklÀrungsmöglichkeiten:

  • A könnte B verursachen.
  • B könnte A verursachen.
  • A und B könnten durch ein drittes Ereignis C verursacht sein (siehe auch Scheinkorrelation).
  • Der Zusammenhang in den Daten könnte zufĂ€llig sein, d. h. in Wahrheit gar nicht vorhanden sein.

FĂ€lschlicherweise wird der Nachweis eines Zusammenhangs mittels Statistik oft als KausalitĂ€t missinterpretiert. Erst durch zusĂ€tzlichen Informationen, nicht mittels Statistik gewonnen, z. B. zeitliche Abfolge (Ursache-Wirkung-Prinzip), kann aus einem Zusammenhang auf eine KausalitĂ€t geschlossen werden.

Als Voraussetzung können KausalitĂ€ten jedoch einfließen; z. B. in der Regressionsanalyse werden unabhĂ€ngige (X) und abhĂ€ngige Variablen (Y) betrachtet. Dabei wird davon ausgegangen, dass die unabhĂ€ngigen Variablen (X) auf die abhĂ€ngigen Variablen (Y) einwirken. Jedoch, ob eine Variable unabhĂ€ngige oder abhĂ€ngige Variable ist, erfolgt per Festlegung und nicht mittels Statistik.

Ökonometrie (Granger)

In der Ökonometrie begnĂŒgt man sich mit einem z. B. gegenĂŒber der Philosophie eingeschrĂ€nkten KausalitĂ€tsbegriff. Bei diesem steht die zeitliche Ordnung der Variablen im Vordergrund. Entscheidend geprĂ€gt wurde der KausalitĂ€tsbegriff der Ökonometrie von Clive W. J. Granger. Dieser arbeitet mit der PrĂ€misse, dass die Vergangenheit die Zukunft bestimmt und nicht umgekehrt. Sie besagt, dass eine Variable X fĂŒr Y Granger-kausal ist, wenn bei einer gegebenen Informationsmenge bis zum Zeitpunkt t-1 im Zeitpunkt t die Variable Y besser prognostiziert werden kann, als ohne den Einbezug der Variablen X. Die Granger-KausalitĂ€t kann in eine Richtung gelten oder auch in beide Richtungen (Feedback-System). Die Granger-KausalitĂ€t ist statistisch testbar. Der KausalitĂ€tsbegriff ist eng mit einem weiteren theoretischen Konzept der Ökonometrie oder Zeitreihenanalyse verwandt, der ExogenitĂ€t.

Die Granger-KausalitÀt kann getestet werden. Hierzu sei ein bivariates VAR(p)-Modell betrachtet:

\begin{pmatrix} Y_{1t} \\ Y_{2t} \end{pmatrix}=\begin{pmatrix} a_1 \\ a_2 \end{pmatrix}+\begin{pmatrix} \phi_{11,1} & \phi_{12,1} \\ \phi_{21,1} & \phi_{22,1} \end{pmatrix}\begin{pmatrix} Y_{1,t-1} \\ Y_{2,t-1} \end{pmatrix}+ \dots +\begin{pmatrix} \phi_{11,p} & \phi_{12,p} \\ \phi_{21,p} & \phi_{22,p} \end{pmatrix}\begin{pmatrix} Y_{1,t-p} \\ Y_{2,t-p} \end{pmatrix}+\begin{pmatrix} Z_{1t} \\ Z_{2t} \end{pmatrix}

Es liegt keine Granger-KausalitĂ€t fĂŒr Y2 auf Y1 vor, wenn:

\phi_{12,1}=\phi_{12,2}=\dots=\phi_{12,p}=0

Y1 ist fĂŒr Y2 nicht Granger-kausal, wenn:

\phi_{21,1}=\phi_{21,2}=\dots=\phi_{21,p}=0

Der Test auf Nicht-Granger-KausalitĂ€t entspricht somit einem Test auf Null-Restriktionen fĂŒr bestimmte Koeffizienten. Ein solcher Test könnte bei NormalitĂ€t des Weißen Rauschens wie folgt aussehen:

F(p,N-n-p)=\frac{RSS_r-RSS_u}{p\hat\sigma_{11}^2}

Dabei ist

  • N der Umfang der beiden Zeitreihen
  • n die Anzahl der Koeffizienten, die bei einer OLS-SchĂ€tzung (ordinary least squares estimation oder KQ-SchĂ€tzung - Kleinste-Quadrat-SchĂ€tzung) verwandt werden, so dass die Zahl von Freiheitsgraden kleiner wird,
  • p die Anzahl der zusĂ€tzlichen Koeffizienten, mit denen die Variable X in die OLS-SchĂ€tzung einbezogen wird,
  • RSSr die Summe der quadrierten Residuen der OLS-SchĂ€tzung der Gleichung mit Restriktionen,
  • RSSu die Summe der quadrierten Residuen einer OLS-SchĂ€tzung der Gleichung ohne Restriktionen,
  • \hat\sigma_{11}^2 = \frac{RSS_u}{N-n-p} als geschĂ€tzte Varianz von Z1, dabei ist
  • \hat\sigma_{11} die Standardabweichung.

Mit dem ermittelten Wert von F geht man in die entsprechende Tabelle von F um die Wahrscheinlichkeit abzulesen, dass keine Granger-KausalitĂ€t vorliegt. Dabei ist zu beachten, dass nur die (im allgemeinen) geringere Wahrscheinlichkeit von F(p,N − n − p) zutrifft. Die Wahrscheinlichkeit von F(N − n − p,p) ist grĂ¶ĂŸer (im allgemeinen) und nicht zutreffend.

Betriebswirtschaft

→ Hauptartikel: Verursachungsprinzip

Rechtswissenschaft

→ Hauptartikel: KausalitĂ€t (Recht)

Medizin

Die Ätiologie (v. griech. Î±áŒ°Ï„ÎŻÎ± „Ursache“ und Î»ÏŒÎłÎżÏ‚ „Vernunft, Lehre“) bezeichnet in der Antike in einigen philosophischen Schulen die Lehre von den Ursachen. Heute herrscht die medizinische Bedeutung des Begriffs vor.

Siehe auch

Literatur

  • David M. Armstrong: A World of States of Affairs. Cambridge University Press, 1997, Kap. 14
  • Mario Bunge: KausalitĂ€t, Geschichte und Probleme. TĂŒbingen: Mohr, 1987
  • Phil Dowe: Physical Causation. Cambridge University Press, 2000
  • Geert Keil: Handeln und Verursachen. Frankfurt: Klostermann, 2000
  • David Lewis: „KausalitĂ€t“ (1978), In: G. Posch (Hrsg.): KausalitĂ€t, neue Texte. Stuttgart: Reclam, 1981, 102-126
  • John L. Mackie: The Cement of the Universe - A Study of Causation. Oxford: Clarendon Press, 1980
  • Uwe Meixner: Theorie der KausalitĂ€t. Ein Leitfaden zum Kausalbegriff in zwei Teilen, Mentis Verlag, 2001, ISBN 3-89785-185-7
  • Judea Pearl: Causality, Cambridge University Press, ISBN 0-521-77362-8
  • Wolfgang StegmĂŒller: Probleme und Resultate der Wissenschaftstheorie und Analytischen Philosophie. Bd.1 ErklĂ€rung, BegrĂŒndung, KausalitĂ€t, Springer Verlag, ISBN 3-540-11804-7
  • Wolfgang StegmĂŒller: Das Problem der KausalitĂ€t, 1983
  • Patrick Suppes: A Probabilistic Theory of Causality. North-Holland Publishing Company, Amsterdam 1970
  • Daniel von Wachter: Die kausale Struktur der Welt: Eine philosophische Untersuchung ĂŒber Verursachung, Naturgesetze, freie Handlungen, Möglichkeit und Gottes kausale Rolle in der Welt. MĂŒnchen 2007, Vorabdruck zum Herunterladen
  • Routledge Encyclopedia of Philosophy (2010). http://www.rep.routledge.com,/ abgerufen am 30. Januar 2010
  • Steitz Erich (2009). KausalitĂ€t und menschliche Freiheit. Oldib Verlag: Essen
  • Fred Wilson (2008). The External World And Our Knowledge of it. University of Toronto Press: Canada
  • Uni WĂŒrzburg (2010). Vortragsfolien ĂŒber Kant und Hume von http://www.uniwĂŒrzburg.de,/ abgerufen am 31. Januar 2010
  • Lehmann, J.W. (2010). KausalitĂ€t, Determination und Indetermination. UniversitĂ€t Bern. online abgerufen 11. Februar 2010

Videos

Weblinks

 Wikiquote: Ursache â€“ Zitate
Wiktionary Wiktionary: KausalitĂ€t â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary Wiktionary: Ursache â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Philosophie
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Recht
Kognitionswissenschaft (mentale Verursachung)
Kognitive Linguistik
Sonstiges
  • leadsto: Öffentlich verfĂŒgbare und erweiterbare Online-KausalitĂ€ten-Sammlung

Einzelnachweise

  1. ↑ David Hume: Eine Untersuchung ĂŒber den menschlichen Verstand. Übersetzt von Raoul Richter, hrsg. von Jens Kulenkampff. 12. Auflage. Meiner, Hamburg 1993, S. 92f. Hervorhebung im Original.
  2. ↑ David Hume: Eine Untersuchung ĂŒber den menschlichen Verstand. Übersetzt von Raoul Richter, hrsg. von Jens Kulenkampff. 12. Auflage. Meiner, Hamburg 1993, S. 95. Hervorhebung im Original.
  3. ↑ Seitz 2009, Wilson 2009, Routledge 2010, zit. nach Lehmann 2010
  4. ↑ Andreas Bartels, Manfred Stöckler (Hrsg.): Wissenschaftstheorie, mentis Verlag, Paderborn 2009, Kapitel 4: KausalitĂ€t, S.89 ff.
  5. ↑ KrV B 478, Akademie-Ausgabe: Die Antinomie der reinen Vernunft: Anmerkung zur dritten Antinomie)
  6. ↑ KrV B 248-248 Akademie-Ausgabe
  7. ↑ (Zitate aus: Michel Serres und Nayla Farouki (Hrsg.), Thesaurus der exakten Wissenschaften, ZWEITAUSENDEINS, ISBN 3-86150-620-3
  8. ↑ Steitz, Wilson, Routledge, zit nach Lehmann 2010
  9. ↑ Steitz, Wilson, Routledge, zitiert nach Lehmann 2010
  10. ↑ James E. Mazur: Lernen und Verhalten. Pearson Verlag, 6. Auflage.2006, ISBN 978-3-8273-7218-5
  11. ↑ Cook, Thomas D., and Donald T. Campbell. Quasi-Experimentation: Design & Analysis Issues for Field Settings. Houghton Mifflin Company, Boston 1979.
  12. ↑ Fritz Heider: Soziale Wahrnehmung und phĂ€nomenale KausalitĂ€t. In: Martin Irle (Hrsg.), zusammen mit Mario von Cranach und Hermann Vetter: Texte aus der experimentellen Sozialpsychologie. Luchterhand : 1969. S. 26

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  • KausalitĂ€t — Kau|sa|li|tĂ€t 〈f.; Gen.: , Pl.: enâŒȘ UrsĂ€chlichkeit, Zusammenhang von, VerhĂ€ltnis zwischen Ursache u. Wirkung [Etym.: → kausal] 
   Lexikalische Deutsches Wörterbuch

  • KausalitĂ€t — ⇡ ErklĂ€rung 
   Lexikon der Economics

  • KausalitĂ€t — Kau|salitĂ€Ì±t [zu ↑kausal] w; , en: UrsĂ€chlichkeit, ursĂ€chlicher Zusammenhang Zusammenhang von Ursache und Wirkung 
   Das Wörterbuch medizinischer FachausdrĂŒcke


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