Kehlkopfkrebs

Tumor des Kehlkopfes (Kehlkopfspiegelung)
Klassifikation nach ICD-10
C32 Bösartige Neubildung des Larynx
ICD-10 online (WHO-Version 2011)

Kehlkopfkrebs (Synonyme: Larynxkarzinom, Larynxtumor) ist eine Krebserkrankung des Kehlkopfs. Er gehört zu den häufigsten bösartigen (malignen) Tumoren im Halsbereich.

Inhaltsverzeichnis

Häufigkeit

Kehlkopfkrebs betrifft vorwiegend Männer zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr. Männer sind 10-mal häufiger betroffen als Frauen. Statistisch betrachtet erkranken in der Bundesrepublik Deutschland jährlich etwa 3500 Männer und 500 Frauen. Der Anteil der Raucherinnen ist mittlerweile stark angestiegen. Insgesamt gehört er, bezogen auf die Mortalität (Sterblichkeit), zu den selteneren Krebserkrankungen: 1,5 % der männlichen Krebstoten und weniger als 1 % der weiblichen Krebstoten hatten Kehlkopfkrebs.

Formen und Symptome

Bei allen Kehlkopfkarzinomen handelt es sich um sogenannte Plattenepithelkarzinome. Nach der Lokalisation unterscheidet man verschiedene Formen:

  1. Glottiskarzinom (Stimmbandkarzinom): Tumor im Bereich der Stimmlippen und der Kehlkopfhinterwand. Häufigstes Symptom ist anhaltende Heiserkeit und eventuelle Atemnot (medizinisch Dyspnoe).
  2. Supraglottisches Larynxkarzinom: Tumor im Bereich des Kehldeckels (medizinisch Epiglottis) und der Tasche in der Nähe der Stimmbänder (medizinisch Morgagni-Ventrikel); Symptome sind ebenfalls Heiserkeit, eine raue Stimme und ein Druckgefühl im Hals. Eventuelle Streuung von Krebszellen (medizinisch Metastase) in die umliegenden Lymphknoten. Die medizinische Prognose ist hierbei aufgrund früher Metastasierung und späterer Symptomatik schlechter als beim Glottiskarzinom.
  3. Subglottisches Larynxkarzinom: Tumor unterhalb der Stimmlippen. Sehr seltene Form.
  4. transglottisches Larynxkarzinom: Tumor, der sich über den gesamten Kehlkopf ausbreitet.

Als Glottis (lateinisch eigentl. glottis vocalis) bezeichnet man den gesamten menschlichen Stimmapparat bestehend aus Stimmbändern und Stimmritze). 2/3 sind Glottiskarzinome, 1/3 sind supraglottische Karzinome, selten sub- und transglottische Karzinome.

Ursachen und Risikofaktoren

Kehlkopfkrebs entwickelt sich meist aufgrund einer Vorschädigung des Kehlkopfes, einer sogenannten Präkanzerose. Als Präkanzerosen gelten Dysplasien, Leukoplakien sowie das Carcinoma in situ.

Als häufigste Ursache wird das Tabakrauchen und der Alkoholmissbrauch (Alkoholabusus) angegeben. Weitere Ursachen können Viren und Umweltgifte wie Asbest sein. Erbliche Veranlagung kann die Erkrankung begünstigen.

Diagnose

Direkt durch eine Kehlkopfspiegelung (Laryngoskopie), eine Gewebeuntersuchung (Biopsie), ansonsten durch Computertomografie und Röntgen.

Therapie

Oft wird der Kehlkopf chirurgisch ganz oder teilweise entfernt (medizinisch Resektion oder Dissektion) und anschließend Strahlentherapie oder Chemotherapie eingesetzt. Durch die Entfernung des gesamten Kehlkopfes (Laryngektomie) treten bei den Patienten Probleme auf: Neben dem Verlust der Stimme treten durch die Trennung von Luft- und Speiseweg Verkrustungen der Nasenschleimhaut auf, so dass es zu Geruchsstörungen kommt. Es gibt einige Stimmersatzverfahren. So kann durch Training mithilfe eines Logopäden eine Speiseröhrenersatzsprache erlernt werden und es gibt elektronische Sprechhilfen (Stimmprothesen). Ist der Tumor noch klein, kann er u.U. durch Bestrahlung (meist mit Chemotherapie kombiniert) allein zum Verschwinden gebracht werden.

Prognose

Das Saarländische Krebsregister gibt für Männer eine Fünfjahresüberlebensrate von 65,4 % an (d.h. nach fünf Jahren sind 34,6 % der Patienten verstorben). Bei Frauen beträgt die Fünfjahresüberlebensrate 75,8 %. Die Prognose ist abhängig von der Lokalisation und dem Stadium des Kehlkopfkrebses.

Weblinks

Gesundheitshinweis Bitte den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Kehlkopfkrebs — Kehl|kopf|krebs 〈m. 1; unz.; Med.〉 Krebsgeschwulst am Kehlkopf; Sy Larynxkarzinom * * * Kehl|kopf|krebs, der: Krebs am Kehlkopf …   Universal-Lexikon

  • Kehlkopfkrebs — Kehl|kopf|krebs …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Larynxkarzinom — Tumor des Kehlkopfes (Kehlkopfspiegelung) Klassifikation nach …   Deutsch Wikipedia

  • Larynxkarzinom — La|rynx|kar|zi|nom 〈n. 11; Med.〉 = Kehlkopfkrebs * * * Larynxkarzinom,   der Kehlkopfkrebs (Kehlkopfkrankheiten). * * * La|rynx|kar|zi|nom, das (Med.): Kehlkopfkrebs …   Universal-Lexikon

  • 3-Kaiser-Jahr — Als Dreikaiserjahr ging das Jahr 1888 (Merksatz: „Eins und dreimal acht: Drei Kaiser an der Macht“) in die deutsche Geschichte ein. Auf Wilhelm I., der am 9. März in Berlin verstarb, folgte sein an Kehlkopfkrebs erkrankter Sohn Friedrich Wilhelm… …   Deutsch Wikipedia

  • Adenokarzinome — Karzinome [kartsiˈnoːm] sind Krebserkrankungen, die von Zellen im Deckgewebe von Haut oder Schleimhaut (Epithel) ausgehen. Genauer handelt es sich um ektodermale oder entodermale Neubildungen. Daraus ergibt sich eine weitere Differenzierung, je… …   Deutsch Wikipedia

  • Albert Wilhelm Heinrich von Preußen — Prinz Heinrich von Preußen als Großadmiral Albert Wilhelm Heinrich Prinz von Preußen (* 14. August 1862 in Potsdam; † 20. April 1929 in Hemmelmark, Schleswig Holstein) war Großadmiral der Kaiserlic …   Deutsch Wikipedia

  • Alexander Gordon Higgins — Alex Higgins Geburtstag 18. März 1949 Geburtsort Belfast …   Deutsch Wikipedia

  • Alexander Higgins — Alex Higgins Geburtstag 18. März 1949 Geburtsort Belfast …   Deutsch Wikipedia

  • Alfred (Sachsen-Coburg-Gotha) — Herzog Alfred von Edinburgh und Sachsen Coburg und Gotha in Admiralsuniform Alfred, Prinz von Großbritannien und Irland, Herzog von Edinburgh, Herzog von Sachsen Coburg und Gotha und Herzog zu Sachsen (* 6. August 1844 in Windsor Castle …   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.