Kellion


Kellion

Eine Klosterzelle (kirchenlat.: cella, kleiner Raum, Keller) ist ein Zimmer für die Unterbringung von Angehörigen kirchlicher Orden.

Im östlichen Mönchtum kannte man von Anfang an das so genannte „kellion“, Plural „kellia“ (griechisch), die Wohnung eines Eremiten oder Mönchs. Darunter hat man sich je nach den Verhältnissen eine Lehmhütte mit Hof (Mönchskolonien in der ägyptischen Wüste) oder eine durch Holzplattform und Leitern als Wohnung ausgebaute Höhle (Palästina, Syrien) vorzustellen. Die Mönchsväter verbrachten ihre Zeit in solchen Behausungen, indem sie z. B. auf einer Matte saßen und Seile flochten.

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Ausgrabungen ägyptischer Mönchsbehausungen zeigen, dass man im Wohnraum einen Gebetsraum abgeteilt hatte, an dessen Ostseite sich eine Nische befand, die auch durch Wandmalerei akzentuiert sein konnte. In oder unter dieser Nische stand ein Öllämpchen, das bei den nächtlichen Gebeten Licht spendete. Ansonsten war die räumliche Differenzierung der kellia nicht sehr weit fortgeschritten; erst die Benediktsregel fordert, dass im Gebetsraum nichts anderes getan werden dürfe. Für die ägyptischen kellia dagegen steht zu vermuten, dass auch im Kultraum während der Gebete oder Meditationen leichte Handarbeiten verrichtet wurden.

Dem Abendland wurden solche Lebensformen durch die Kirchenväter vermittelt, dabei wurde „kellion“ mit lateinisch „cella“ wiedergegeben. Cassian formuliert als Quintessenz der spirituellen Praxis der ägyptischen Mönchsväter bündig: „Cella fecit monachum“ – die Zelle (d. h. der ständige Aufenthalt in der Zelle) formt den Mönch.

Die Benediktsregel hingegen kennt keine Privat- sondern nur Gemeinschaftsräume. Dem entsprechend hat das die Benediktsregel zugrunde legende Zisterzienserkloster, einer der großen Baugedanken des Mittelalters, auch keine Zellen. Sie wurden erst nachträglich durch Einziehen hölzerner Zwischenwände im Dormitorium hergerichtet.

Die Klöster der Bettelorden in den Städten, wegen des Armutsideals vergleichsweise bescheidene Bauensembles, zeigen eine Polarität Kirche (Raum für Messe und Chorgebet) – Zelle (Raum für Meditation, Arbeit in der Stille und Studium). Das Erfurter Augustinerkloster als fast vollständig erhaltenes Bettelordenskloster dokumentiert, in dem neben den Zellen ein Dormitorium weiter als Schlafsaal diente. Architektonisch kenntlich sind die Zellen generell durch eine Reihe kleiner, dicht nebeneinanderliegender Fenster im Obergeschoß. Durch das Beispiel Luthers sind wir über die Nutzung von Zellen im 16. Jahrhundert gut unterrichtet. Luther berichtet, dass er sich regelmäßig in der Zelle einschloss, um unter der Woche versäumtes Stundengebet nachzuholen. Dabei war es wenigstens seine, aber wahrscheinlich allgemein übliche Praxis, sich zum Beten des Offiziums ans Fenster zu stellen: wahrscheinlich, um das Tageslicht möglichst gut zu nutzen. Da es sich um Holzkonstruktionen handelt, sind Zellen des späten Mittelalters bzw. der frühen Neuzeit nur selten im Originalzustand erhalten. Typisch ist die verschließbare Tür mit Sichtfenster. Zwei historische Zellen besitzt das Kulturhistorische Museum Rostock, einen ganzen historischen Zellentrakt in Form eines tonnengewölbten Ganges mit davon abgehenden Zellen besitzt das Kloster Lüne bei Lüneburg. Hier wurden einige Zellen auch nachträglich durch Tapisserien für die lutherischen Stiftsdamen wohnlicher hergerichtet.

In der Gegenwart ist die Zelle auch in den Klöstern, die nach der Benediktsregel leben, ein zentraler Bestandteil der Klausur. Die Zelle eines Mönchs oder einer Nonne ist gänzlich dem Privatbereich zugeordnet. Sie ist der Gebets- und Schlafraum jedes Einzelnen und darf von anderen nur im Ausnahmefall betreten werden. Die Zelle ist ein bevorzugter Ort der Begegnung mit Gott, sie wird als Stätte gesehen, in der jeder unter den Augen Gottes „bei sich selbst zuhause“ sein kann.

Namenkunde: frühe Eremitagen

Davon abgeleitet enden auch viele Ortsnamen auf -zell(e), auch als -celle, meist, wenn die Ortsgründungen auf Eremitagen oder Klausen von Einsiedlern und Eremiten-Orden und ähnliche Gemeinschaften und die dort entstehenden Kultorte, Kirchenbauten und Siedlungen zurückgehen:

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