Kentucky

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Kentucky
Kentucky
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(Details) (Details)
Karte der USA, Kentucky hervorgehoben
Liste der Bundesstaaten
Hauptstadt: Frankfort
Staatsmotto: United We Stand, Divided We Fall
FlĂ€che: 104.659 kmÂČ
Einwohner: 4.339.367 (Zensus 2010) (41 E./kmÂČ)
Mitglied seit: 1. Juni 1792
Zeitzone: Eastern: UTC-5/-4
Central: UTC-6/-5
Höchster Punkt: 1.262 m (Black Mountain)
Durchsch. Höhe: 230 m
Tiefster Punkt: 78 m Mississippi River
Gouverneur: Steve Beshear (D)
Post / Amt / ISO KY / / US-KY
Karte von Kentucky
Karte von Kentucky
Geographische Karte Kentuckys
Geographische Karte Kentuckys

Kentucky (engl. Aussprache Zum Anhören bitte klicken! [kenˈtʌkÉȘ]) (offiziell The Commonwealth of Kentucky) ist ein Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika. Der Name des Staates rĂŒhrt vom Wort der Irokesen „Ken-tah-ten“ und bedeutet sinngemĂ€ĂŸ „Land der Zukunft“. Den Beinamen Bluegrass State, womit die von MĂ€rz bis April blaugrĂŒn blĂŒhenden Grasweiden gemeint sind, trĂ€gt Kentucky als verbreitete Umschreibung.

Kentucky war ursprĂŒnglich ein Teil Virginias und trat 1792 als 15. Staat der Union bei. Im Sezessionskrieg versuchte Kentucky anfangs neutral zu bleiben, dann standen Einwohner des Staates auf beiden Seiten, wie z. B. Abraham Lincoln als PrĂ€sident der Union und Jefferson Davis als PrĂ€sident der Konföderation. Das United States Census Bureau zĂ€hlt Kentucky heute jedoch eindeutig zu den SĂŒdstaaten.

Außerdem gehört Kentucky neben Virginia, Pennsylvania und Massachusetts zu jenen vier US-Bundesstaaten, die als Commonwealth verfassungsmĂ€ĂŸig organisiert sind.

Kentucky ist bekannt fĂŒr seine Vollblutpferde, das Kentucky Derby und die örtlichen Whiskey-Brennereien.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Lage und Abgrenzung

Kentucky liegt zwischen 36°30â€Č und 39°9â€Č nördlicher Breite und zwischen 81°58â€Č und 89°34â€Č westlicher LĂ€nge. Das Staatsgebiet erstreckt sich damit ĂŒber 225 km in nordsĂŒdlicher und 610 km in ostwestlicher Ausdehnung.

Kentucky begrenzt den Mittleren Westen und den SĂŒden der USA. Es liegt zwischen West Virginia, Virginia, Tennessee, Missouri, Illinois, Indiana und Ohio. Im Norden wird es durch den Ohio River begrenzt.

Dabei ist es der einzige US-Bundesstaat mit einer Exklave: Im Westen Kentuckys im Fulton County liegt der durch das New-Madrid-Erdbeben von 1811 gebildete kleine Landstreifen des Kentucky Bend auf dem Mississippi, begrenzt vom Bundesstaat Missouri und nur ĂŒber Tennessee zugĂ€nglich.

Geographische Regionen Kentuckys

Regionen

FarmgebÀude
East Row Historic District, Newport

Es gibt fĂŒnf Hauptregionen: die Cumberland Mountains, das Cumberland-Plateau im SĂŒdosten, im Norden die „Bluegrass-Region“, im SĂŒden und Westen das Pennyroyal-Plateau, auch „Pennyrile“ genannt, die Kohlereviere im Westen und „Jackson Purchase“ im Ă€ußersten Westen.

Die Eastern Coal Fields, eine raue, bergige Region, die stark bewaldet ist und von FlĂŒssen durchschnitten wird, weist die höchsten Erhebungen auf und liegt im River Valley. Der höchste Berg ist der Black Mountain im Harlan County mit 1.292 m ĂŒ. d. M. Der westliche Abschnitt der Region umfasst einen Großteil des Daniel Boone National Forest.

Die „geschĂ€ftige“ Zentrale Kentuckys, die Bluegrass Region, liegt im Norden des Bundesstaates. Geologisch gehört sie zum Ă€ltesten Teil des Staates. Der kalkreiche Boden bildet die Grundlage fĂŒr den Getreideanbau und fĂŒr WeideflĂ€chen.

Davon nur durch eine Reihe von kleineren MittelgebirgshĂŒgeln, den Knobs, getrennt, liegt das Mississippi-Plateau.

Die Western Coal Fields, die im Norden und Nordwesten vom Ohio River begrenzt werden, gehören bereits zum Illinois-Becken.

Der sĂŒdwestliche Teil des Staats ist eine tief gelegene Ebene, die man „Jackson Purchase“ nennt. Hier liegt auch der tiefste Punkt Kentuckys im Fulton County im Verlauf des Mississippi, rund 78 m ĂŒ. d. M.. Benannt wurde es nach dem spĂ€teren PrĂ€sidenten Andrew Jackson, der 1818 den Kauf des Landes von den Chickasaw als offiziell BevollmĂ€chtigter in die Wege geleitet hatte.[1] Das riesige Schwemmland bildet eine der ertragreichsten landwirtschaftlichen NutzflĂ€chen des Landes.

FlĂŒsse und Seen

Kanuten auf dem Cumberland River

Große FlĂŒsse wie der Ohio oder der Mississippi, die auch die Nachbarstaaten prĂ€gen, bestimmen das Landschaftsbild und die Grenzen Kentuckys, wobei das gesamte Flussnetz rund 140.000 km ausmacht. Weitere wichtige FlĂŒsse sind der Red und Green River, der Tennessee River, der Cumberland River und Rough River, der Big Sandy River, der Licking und der Kentucky River. Kentucky ist darĂŒber hinaus der einzige Bundesstaat, der auf drei Seiten durch FlĂŒsse begrenzt ist: durch den Mississippi im Westen, den Ohio im Norden und den Big Sandy River sowie Tug Fork im Osten. Auch wenn der Staat selbst nur drei grĂ¶ĂŸere natĂŒrliche Seen besitzt,[2] weist er einige Stauseen auf, die man zum Teil als Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wĂ€hrend Franklin D. Roosevelts New-Deal-Politik mittels StaudĂ€mmen schuf, wie z.B. den nach VizeprĂ€sident Alben W. Barkley benannten Lake Barkley am Cumberland River oder dem Dewey Lake am Big Sandy. Der Red River verdankt seinen Namen angeblich der großen Menge Blut, das wĂ€hrend der heftigen IndianerkĂ€mpfe zum Ende des 18. Jahrhunderts vergossen wurde.

Naturschutz

Kentucky weist ein ausgedehntes Naturparksystem auf, das einen Nationalpark, den Mammoth-Cave-Nationalpark, zwei Nationale Erholungsgebiete, zwei Nationale Historische Parks, zwei Nationalforstanlagen, 52 State Parks, 153 kmÂČ Staatsforst und 82 Wildlife Management Areas umfasst.

Wilder Truthahn

Der Staat ist zudem Teil von zwei der erfolgreichsten biologischen Auswilderung- bzw. Wiederansiedlungsprojekten in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Im Winter 1997 begann das Kentucky Department of Fish and Wildlife Resources mit der erneuten Aussiedlung von Wapitis in den östlichen Countys, die in dieser Gegend seit ĂŒber 150 Jahren ausgestorben waren.[3] 2009 erreichte das Projekt sein Ziel, den Bestand von 10.000 Tieren, wodurch es zum grĂ¶ĂŸten Bestand östlich des Mississippi wurde.

Kentucky hatte bereits in den 1950er Jahren wilde TruthĂŒhner, die ebenfalls hier ausgestorben waren, erfolgreich ausgewildert. Heute leben hier mehr TruthĂŒhner als in jedem anderen östlichen Bundesstaat. [4]

Gliederung

Niederschlagsmengen in Kentucky

Klima

Im sĂŒdöstlichen inneren Teil Nordamerikas gelegen bezeichnet man das Klima Kentuckys als feucht-subtropisches Klima: ein gemĂ€ĂŸigtes Klima mit kĂŒhlen Wintern und warmen Sommern. Die Durchschnittstemperaturen schwanken zwischen 30,9 Â°C im Sommer und -4,9 Â°C im Winter bei 1168,4 mm NiederschlĂ€gen.[5] Das Jahresmittel liegt bei rund 14 Â°C in einem Großteil des Landes. Die Temperaturextreme schwanken zwischen -36,7 Â°C in Cynthiana im Jahre 1963 und +45,6 Â°C in Greensburg im Sommer 1930. Dagegen sind im Winter Schneedecken von mehr als 60 cm in den AuslĂ€ufern der Appalachen hĂ€ufig anzutreffen. Kentucky liegt im Durchzugsgebiet verschiedener Sturmsysteme, die meist zwischen MĂ€rz und September, zum Teil als Tornado, auftreten. Die heftigsten Sturmkatastrophen traten 1890 beim Tornado um Louisville[6] mit mindestens 76 und 1974 im „Super Outbreak“ mit 72 Opfern auf. In der jĂŒngeren Vergangenheit forderte eine Überschwemmung 1997 18 Menschenleben, der so genannte Super Tuesday tornado outbreak,[7] der auch mehrere andere Bundesstaaten betraf, mit 17 Opfern allein in Kentucky, und ein ĂŒberregionaler Eissturm im Januar 2009, bei dem mindestens 24 Menschen zu Tode kamen.[8]

Fauna und Flora

Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera), BlĂŒte
Nördliche Spottdrossel, Mimus polyglottos

Bis zur Ankunft der europĂ€ischen Siedler waren die Ebenen und WĂ€lder Kentuckys Heimat von umherziehenden GroßsĂ€ugetieren wie dem Bison, dem Wapiti oder dem Elch. Heute leben hier in der Regel lediglich kleinere SĂ€ugetiere wie Bisamratten, FĂŒchse, Hörnchen, Kaninchen, Murmeltiere, Opossums und WaschbĂ€ren, aber auch Hirsche.

Bei den Vogelarten ist eine deutlich grĂ¶ĂŸere Bandbreite vorzufinden: Vom Weißkopfseeadler bis zum Zaunkönig ist fast alles vorhanden. Typische Vögel sind der Rotkardinal, der „Staatsvogel“, die Spottdrossel, der Saftlecker, der Eisvogel und diverse Spechtarten. Vom Westen des Bundesstaates hin zum Ohio und zum Mississippi zieht sich einer der wichtigsten Zugvogelwege des Landes.

Die Cumberland Mountains als westliche AuslĂ€ufer der Appalachen im Grenzland zu Virginia gehören zu den artenreichsten mesophytischen WĂ€ldern der temperierten Zone der nördlichen Erdhalbkugel. Dabei kommen rund 30 Arten[9] in den bis zu 35 m hohen Baumschichten vor. Heute bedecken WĂ€lder rund 40 % des Staatsgebiets. Überwiegend sind es LaubbĂ€ume wie Ahorn, Birke, Eiche, Rosskastanie und Walnuss. Doch auch Nadelgehölze wie Hemlocktannen, Kiefern, Zedern oder Zypressen sind hĂ€ufig vertreten. Charakteristische Pflanzen der Umgebung sind Rhododendren, Lorbeerrose, Heidelbeere, Tulpenbaum, Goldrute und Minze. Auch die unteren Baumschichten sind sehr artenreich. Derartige WĂ€lder (Cove Forests) in humiden Senken auf KonkavhĂ€ngen sind von hohem Wuchs und durch gerade StĂ€mme gekennzeichnet.[10] Die Kernregionen der mesophytischen WĂ€lder werden als erdgeschichtlich wichtiges genetisches Reservoir fĂŒr die Verbreitung vieler Waldarten betrachtet.[11]

Bevölkerung

Historische Einwohnerzahlen
Census Einwohner ± in %
1790 73.677 —
1800 220.955 200 %
1810 406.511 80 %
1820 564.317 40 %
1830 687.917 20 %
1840 779.828 10 %
1850 982.405 30 %
1860 1.155.684 20 %
1870 1.321.011 10 %
1880 1.648.690 20 %
1890 1.858.635 10 %
1900 2.147.174 20 %
1910 2.289.905 7 %
1920 2.416.630 6 %
1930 2.614.589 8 %
1940 2.845.627 9 %
1950 2.944.806 3 %
1960 3.038.156 3 %
1970 3.218.706 6 %
1980 3.660.777 10 %
1990 3.685.296 0,7 %
2000 4.041.769 10 %
2010 4.339.367 7 %
Vor 1900[12]

1900–1990[13] 2000[14]

Kentucky hat 4.206.074 Einwohner (Stand: Census 1. Juli 2006), davon sind 89,5 % Weiße, 7,4 % Afro-Amerikaner, 2,0 % Mittel- bzw. Lateinamerikaner, 0,9 % Asiaten, 0,2 % Indianer.[15]

Alters- und Geschlechterstruktur

Die Altersstruktur von Kentucky setzt sich folgendermaßen zusammen:

  • bis 18 Jahre: 1.000.341 (23,8 %)
  • 18–64 Jahre: 2.670.430 (63,5 %)
  • ab 65 Jahre: 535.303 (12,7 %)

Das Medianalter betrĂ€gt 37,3 Jahre. 48,9 % der Bevölkerung sind mĂ€nnlich und 51,1 % sind weiblich.

Abstammung

20,5 % der Einwohner sind nach eigenen Angaben „amerikanischer“ Abstammung und stellen damit die grĂ¶ĂŸte Gruppe. Es folgen die Gruppen der Deutsch- (16,6 %), Irisch- (13,9 %) und EnglischstĂ€mmigen (12,1 %).[16]

Einwohnerentwicklung

Die einwohnerstĂ€rksten StĂ€dte sind die Metropolen Lexington und Louisville, wobei letztere eine wesentlich grĂ¶ĂŸere innerstĂ€dtische Bevölkerung hat. Im nördlichen Kentucky gibt es eine grĂ¶ĂŸere Anzahl von KleinstĂ€dten entlang des Ohios, die ebenfalls einen speziellen Ballungsraum ergeben.

Religionen

Die Bevölkerung ist mit 76 Prozent ĂŒberwiegend protestantisch. Dazu gehören 43 % Baptisten und 7 % Methodisten. 13 Prozent sind Katholiken, 2 Prozent gehören einer freikirchlichen Gemeinschaft an und 9 % gehören keiner dieser Religionsgemeinschaften an bzw. bezeichnen sich selbst als „nicht religiös“.

Bildung

Shakertown Trustees House

Um 1785[17] eröffneten BĂŒrger die erste Privatschule. Erst 1838 richtete man ein staatliches Schulsystem ein. Wie in allen vorwiegend agrarisch geprĂ€gten Regionen stand die Durchsetzung des Schulunterrichts bzw. der spĂ€teren Schulpflicht vor erheblichen WiderstĂ€nden. 1884 waren 22 Prozent der ĂŒber zehnjĂ€hrigen Weißen und rund 70 Prozent der afroamerikanischen Bevölkerung Analphabeten, da deren Eltern sie vor allem in der Erntezeit brauchten.

Heute kann Kentucky auf fast 60 höhere bzw. weiterfĂŒhrende Bildungseinrichtungen mit 650.000 SchĂŒlern an Colleges und Studenten an UniversitĂ€ten verweisen. Dazu gehören die UniversitĂ€t Kentucky und die Transylvania University (seit 1780), mit Sitz in Lexington, die UniversitĂ€t Louisville (1798), die Kentucky State University (1886) in Frankfort, die Eastern Kentucky University (1906) in Richmond sowie die Western Kentucky University (1906) in Bowling Green.

Im allgemeinen Schulwesen verweist der Staat in seinen Regierungsberichten auf seine Schulreform von 1990, den (Kentucky Education Reform Act, die den Schulen weitgehende Selbstverwaltung bei gleichzeitig verstĂ€rkter staatlicher UnterstĂŒtzung einrĂ€umte, sodass man seitdem in demographischen Vergleichen gegenĂŒber anderen US-Bundesstaaten bessere Resultate erzielte.

GrĂ¶ĂŸte StĂ€dte

Geschichte

Urgeschichte

Aus urgeschichtlicher Zeit des TertiĂ€r und des PleistozĂ€n stammen zahlreiche Knochenfunde von Mammuts oder Mastodons, die der französische Hauptmann und Kommandeur des Fort Niagara, Charles Lemoyne de Longueil, als erster EuropĂ€er 1739 am „Big Bone Lick“ im heutigen Boone County entdeckte.[18] Im Umfeld einer Salz-Schwefel-Quelle waren offensichtlich hunderte von GroßsĂ€ugern verendet, deren Knochen erhalten blieben. Die dortigen GewĂ€sser waren bis 1812 als Salinen geschĂ€tzt und zwischen 1815 bis 1830 sogar fĂŒr ihre Kurwirkung bekannt. US-PrĂ€sident Thomas Jefferson schickte eigens eine Expedition an diesen Ort, um einige Knochen in seine Sammlung aufzunehmen.

PrÀhistorie

Faksimile des Cherokee-Alphabets

Seit etwa 20 Jahren wird die prĂ€historische Vergangenheit durch die ArchĂ€ologie in sechs Unterabschnitte geteilt. Diese umfassen einen Zeitraum von 13.000 v. Chr. bis 1650 n. Chr.: die PalĂ€o-Indianische Kultur, die Archaische Kultur, die Woodland-Periode,[19] die Adena-Kultur, die Mississippi-Kultur und die „Fort-Ancient“-Kultur.[20] Ab etwa 3000 v. Chr. entstanden als Mounds bezeichnete GrabhĂŒgel, wie etwa Indian Knoll, wo fast 1200 Menschen begraben, und wo weit ĂŒber 50.000 Artefakte entdeckt wurden.

Von etwa 1650 bis zur Ankunft der ersten weißen Siedler kĂ€mpften unterschiedliche indianische Stammesgruppen um die Vorherrschaft ĂŒber das Land der großen Weiden („Great Meadow“). Die StĂ€mme der Shawnee drangen vom Norden ĂŒber den Ohio River in das Territorium, wĂ€hrend die Cherokee- und Chickasaw-StĂ€mme vom SĂŒden ĂŒber den Cumberland River kamen. Aber auch StĂ€mme der Delawaren und der Wyandot[21] durchstreiften die Region, da dies auch der Weg der großen BĂŒffelherden von den SalzsĂŒmpfen bis hin ins heutige Illinois war.

Neuzeit

Britische Kolonialzeit und UnabhÀngigkeitskrieg

Daniel Boone
Isaac Shelby

Christopher Gist[22] und Thomas Walker[23] leiteten die ersten Erkundungs-Expeditionen in den Jahren 1750 und 1751, doch der Ausbruch des Krieges gegen Frankreich im Jahr 1754 und die weiteren Auseinandersetzungen wÀhrend des SiebenjÀhrigen Krieges unterbrachen diese Erkundungen.

Jahrzehntelang hatte das Gebiet westlich der Allegheny Mountains fĂŒr die amerikanischen Siedler nur als wildreiches Jagdgebiet gedient. Durch den mit den Indianern Handel treibenden John Finlay auf die Fruchtbarkeit jener Gegend aufmerksam gemacht, war es den Erkundungen Daniel Boones seit 1769 zu verdanken, der das Land mit mehreren „Jagdgesellschaften“ bereiste. Er grĂŒndete das erste Fort, bahnte die Trasse fĂŒr die erste Straße, die Wilderness Road, und erschloss Kentucky damit fĂŒr die spĂ€tere Besiedlung. In der romantisch verklĂ€rten Tradition Kentuckys gilt daher Boone als der erste Kentuckier.

WĂ€hrend des UnabhĂ€ngigkeitskrieges ordnete das britische Oberkommando von Detroit 1780 einen Raid ins Siedlungsgebiet des spĂ€teren Kentuckys an. Unter der FĂŒhrung des Hauptmanns Henry Bird landeten 150-200 Canadian Rangers bei Falmouth im heutigen Pendleton County an.[24] In ihrem Gefolge hatten sie 600-800 indianische VerbĂŒndete, die zu den Shawnee, Odawa, Huronen, Anishinabe, Lenni Lenape und Mingo gehörten und als zum Teil ehemalige Bewohner dieser Regionen Grund zur Rache an den dortigen Siedlern hatten. In erbitterten KĂ€mpfen, die von amerikanischen Historikern zu den heftigsten Auseinandersetzungen mit indianischer Beteiligung gezĂ€hlt wurden, bekĂ€mpften sie die Grenz-Forts des Staates. Ihr Weg wird heute noch als „Bird’s War Road“ bezeichnet. Auf ihrem RĂŒckzug verschleppten sie rund 460 Siedler aus den umliegenden Gegenden auf britisches Gebiet. Die Gefangenen wurden dabei ohne RĂŒcksicht auf den familiĂ€ren Zusammenhalt aufgeteilt. Eine Minderheit deportierten die Briten nach Detroit, die meisten blieben in indianischer Gefangenschaft.

Allein zehn der Verfassungskonvente fanden im Gerichtshaus von Danville 1784-1792 statt.

Loslösung von Virginia

1790 akzeptierten die Deputierten Kentuckys die Bedingungen Virginias bezĂŒglich des Austritts, so dass die Verfassung des Bundesstaats im April 1792 ratifiziert werden konnte. Am 1. Juni 1792, wurde Kentucky zum 15. Bundesstaat der Union und Isaac Shelby, eine herausragende Figur des UnabhĂ€ngigkeitskrieges, zum ersten Gouverneur des Commonwealths.

1826 spielte sich in Frankfort im Zusammenhang mit der politischen Auseinandersetzung um die Entschuldung der Neusiedler die „Beauchamp-Sharp-Tragödie“ ab. Der Kandidat der relief- oder new-court-party, Colonel Solomon P. Sharp, wurde ermordet. Es ist nicht auszuschließen, dass der Mörder, Jereboam O. Beauchamp, aufgrund einer amourösen Verstrickung mit Ann Cook, die er durch Sharp entehrt sah, unbewusst zum Werkzeug einer Verleumdungskampagne John V. Warings wurde. Waring hatte diese initiiert, um die Kandidatur Sharps zu behindern.

1798 erbauten Investoren nach britischen Vorbildern eine erste Pferderennbahn. Seit jener Zeit widmete man sich verstĂ€rkt der Zucht und dem Verkauf der VollblĂŒter.

Sezessionskrieg

Der Sezessions-Wolf bekniet RotkÀppchen um Kentucky

Im Vorfeld der BĂŒrgerkrieges hatte der Staat aufgrund seiner offenen Grenze ĂŒber 1126 km zum SĂŒden hin eine bedeutende Rolle bei den Fluchthelferaktionen fĂŒr schwarzafrikanische Sklaven der Anrainerstaaten. Zahlreiche unterirdische Verstecke der „Underground Railroad“, die nach Kanada fĂŒhrte, sind bis heute erhalten.

Am 20. Mai 1861 versuchte Kentucky durch eine Proklamation seine NeutralitĂ€t im Sezessionskrieg zu wahren. Als jedoch am 3. September 1861 konföderierte Truppen eindrangen und zahlreiche StĂ€dte brandschatzten, ergriff man Partei fĂŒr die Union.[25]

Zur allgemeinen Propaganda gehörte das Bedrucken von Visitenkarten und der Post mit politischen Parolen. In einer auf einem Briefumschlag damals von Illinois aus verbreiteten Karikatur kniet der befrackte Wolf der Sezession vor RotkĂ€ppchen, das ein Banner der Union schultert. Er bietet ihr an Kentucky aus der Union herauszufĂŒhren – oder jeden anderen Staat, dies wĂ€re die entscheidende Frage. („The Secession Wolf“ offering to lead Kentucky, „Or any other State,“ out of the Union. „That’s what’s the matter.“)[26]

Unionsgeneral Don Carlos Buell

Trotz des Versuchs, die NeutralitĂ€t zu wahren, kĂ€mpften hĂ€ufig Verwandte auf beiden Seiten. So standen ca. 100.000 Kentuckier auf der Seite der Union, rund 40.000 Mann verfochten die Sache der Konföderation. Das strategische Potenzial des Staates hatten beide Armeen erkannt, sodass verschiedene ScharmĂŒtzel und zahlreiche Guerilla-Raids auf dem Staatsgebiet stattfanden. Die als heftigste Schlacht angesehene ereignete sich in der NĂ€he von Perryville, wo 7.600 Soldaten starben und 5.400 verwundet wurden, als es dem Nordstaaten-General Don Carlos Buell aufgrund eines „akustischen Schattens“ nicht gelang, die zahlenmĂ€ĂŸig unterlegenen Truppen Braxton Braggs zu stellen.[27]

Die Zivilbevölkerung hatte bis Ende des Krieges unter den ÜberfĂ€llen der Bushwhackers-Banden aus dem SĂŒden zu leiden.[28] Dennoch stellte man sich spĂ€ter angesichts der UnterdrĂŒckungspolitik der Nordstaaten wĂ€hrend der Rekonstruktionsphase (1865-1877) demonstrativ auf die Seite des SĂŒdens. Insbesondere seit den 1880er-Jahren betrieb der Ku-Klux-Klan eine EinschĂŒchterungspolitik gegenĂŒber der farbigen und liberalen Bevölkerung.

Landwirtschaftlicher und industrieller Aufschwung, Monopole

Nach dem Niedergang der Hanfindustrie, die zuvor die meisten SĂ€cke in den Staaten produziert hatte, verĂ€nderte die Kultivierung des „Burley Tabaccos“ die Agrarlandschaft entscheidend. Mit diesem hochwertigen Produkt konnten neue AbsatzmĂ€rkte erschlossen werden.

Vogelperspektive auf Frankfort, 1871
Burley-Tabakfeld, 1940

Als die „Kentucky Railway Company“ die Schienenstrecke im Powell County 1886 erschloss,[29] expandierte gleichermaßen die Zedernholzindustrie des Landes. Die bereits sechs Jahre zuvor gegrĂŒndete Red River Lumber Mills-Gesellschaft[30] galt als die grĂ¶ĂŸte dampfbetriebene SĂ€gemĂŒhle des Staates. Um 1890 begann ein buchstĂ€blicher „Run“ auf Amerikas grĂ¶ĂŸte Zedern-Plantage in der NĂ€he von Clay City. Der Boom der Region nahm jedoch durch ein verheerendes Großfeuer der MĂŒhlen und der Anpflanzungen 1906 ein unerwartetes Ende.

Im „Black Patch Tobacco War“ zwischen 1904 und 1909 drĂŒckte sich die Unzufriedenheit kleiner und mittelstĂ€ndischer Anbieter aus, die letztlich erfolgreich gegen das Tabakmonopol einiger weniger großer Anbieter ankĂ€mpften.

Kohlenminenarbeiter, Kentucky, 1935
Die Flut in den Straßen Louisvilles, 1936

Die grĂ¶ĂŸte UmwĂ€lzung drĂŒckte sich im Wandel vo einem Agrar- in einen Industriestaat aus, der wĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges beinahe abgeschlossen wurde. Neben der Textilien produzierenden war es vor allem die Kohle fördernde und Tabak weiterverarbeitende Industrie, die den Weg fĂŒr weitere Fertigungszweige ebnete. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise 1930 waren viele Farmer und Minenarbeiter gezwungen, sich um Arbeit in den StĂ€dten zu bemĂŒhen. Es sollte allerdings bis 1970 dauern, dass mehr Arbeiter in den StĂ€dten als auf dem Land beschĂ€ftigt waren.

1936 richtete man den US-Staatsschatz mit seinen Goldreserven in Fort Knox ein.

In den Wintern 1936/37 kam es in vielen Teilen des Staates zu katastrophalen Überschwemmungen, bei denen Tausende evakuiert werden mussten. In Louisville und Mayfield wurden ganze StraßenzĂŒge unter Wasser gesetzt, als der Ohio River ĂŒber die Ufer trat.

Weltkriege, Koreakrieg

Als Angehöriger eines Bundesstaates, der stolz auf seine kĂ€mpferische Grenzertradition war, fiel mancher Kentuckier in Europa wĂ€hrend des Ersten Weltkrieges. Auf dem Godman Field bei Fort Knox war mit der Stationierung der 29. Aero Squadron erstmals ein Flugplatz entstanden, die Squadron verblieb mit dem 31. Ballonkorps von 1918 bis 1921 an diesen Ort.[31] Nach Ende dieses Anachronismus blieb der StĂŒtzpunkt verwaist, bis 1937 das 12. AufklĂ€rergeschwader untergebracht wurde. WĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges beherbergte der StĂŒtzpunkt diverse Bombergeschwader, die alle mit dem zweimotorigen Martin B-26 „Marauder“-Modell ausgerĂŒstet waren, die man vorwiegend in Italien und im Pazifikkrieg einsetzte.

Robert H. Brooks trat als erster Afroamerikaner in die zuvor ausschließlich „weiße“ Nationalgarde vor Kriegsbeginn ein. Bei einem Bombardement der Japaner auf den Philippinen wurde er aus offizieller Sicht als erster bewaffneter Soldat der amerikanischen StreitkrĂ€fte am 8. Dezember 1941 nach der japanischen KriegserklĂ€rung getötet.[32] Ihm zu Ehren benannte man den Paradeplatz in Fort Knox schon zwei Wochen spĂ€ter in „Brooks Field“ um. Dieses ambivalente Signal gegenĂŒber der Emanzipation der Farbigen im SĂŒden beschrĂ€nkte sich jedoch zunĂ€chst ausschließlich auf die Armee, in der ein sozialer Aufstieg zwar möglich, aber weiterhin mit Hindernissen verbunden war.

Ein weiteres Relikt des Krieges findet sich in Camp Breckinridge, im Union County bei Morganfield, wo von 1943-46 auf dem GelĂ€nde des ursprĂŒnglichen Ausbildungslagers fĂŒr Rekruten in zusĂ€tzlichen Baracken ein Kriegsgefangenenlager fĂŒr rund 3.000 Soldaten der deutschen Wehrmacht eingerichtet wurde. Wie ĂŒberall in den Staaten waren die Prisoners of war als billige ArbeitskrĂ€fte in der Landwirtschaft und im Handwerk angesichts des Arbeitermangels bei rund 9.000 Gefallenen nach anfĂ€nglichem Misstrauen bald Bestandteil des Wirtschaftslebens, das auch ihnen in Anbetracht der UmstĂ€nde ein gutes Auskommen sicherte.[33]

Bereits fĂŒnf Jahre nach Kriegsende starben im Koreakrieg erneut Soldaten aus Kentucky, wobei der posthum hochdekorierte Feldkaplan Herman Felhoelter aufgrund seines selbstlosen Handelns sowohl fĂŒr die katholische Kirche als auch fĂŒr den Bundesstaat zum „Nationalhelden“ erklĂ€rt wurde.

BĂŒrgerrechtsbewegung

In den 1950er Jahren Ă€nderte sich allmĂ€hlich die Bildungslandschaft. Im Zuge der Integrationspolitik der UniversitĂ€t von Louisville gliederte man Teile des ĂŒbrigen Campus als auch benachbarte Institutionen ein. Dadurch kam mit dem afroamerikanischen Professor Charles H. Parrish Jr. ein renommierter Soziologe und lebenslanger Verfechter der BĂŒrgerrechte vom Louisville Municipal College, wo zuvor ausschließlich Farbige immatrikuliert wurden, als erster schwarzer Professor an eine „weiße“ Hochschule des SĂŒdens.[34] Dort saß er ab 1959 dem Lehrstuhl fĂŒr Soziologie vor und pflegte offen seine Beziehungen zur BĂŒrgerrechtsbewegung.

Seit der „Rekonstruktionsphase“ war Kentucky bis in die 1990er Jahre eine Hochburg der Demokraten. Sie wurden von den Republikanern abgelöst, die ein gĂŒnstigeres Wirtschaftsklima versprachen. Im Verlauf dieses Jahrzehnts gelang es der Regierung, die Steinkohleförderung zu drosseln, den Tourismus als bedeutenden Dienstleistungssektor durch die Einrichtung von Naturschutzparks zu stĂ€rken, den Verlust von ArbeitsplĂ€tzen zu kompensieren und das Programm der sozialen FĂŒrsorge zu erweitern. Gerade in diesem Bereich wurde allerdings insbesondere durch den Gouverneur Ernie Fletcher Vieles zurĂŒckgenommen, der dabei selbst vor dem Zusammenstreichen der Sozialversicherung der Regierungsangestellten nicht zurĂŒckschreckte. Bei den daraus resultierenden Demonstrationen der Angestellten protestierte der Bruder Fletchers als selbst davon betroffener Familienvater gegen die Einsparmaßnahmen.

Politik

Ballon in den Landesfarben neben dem Capitol, 2007

Die Hauptstadt von Kentucky ist das mit weniger als 30.000 Einwohnern eher kleinstÀdtische Frankfort. Als Gouverneur amtiert seit 2007 Steve Beshear von der Demokratischen Partei. Im Senat der Vereinigten Staaten wird der Bundesstaat seit 1985 durch Mitch McConnell und seit 2011 durch Rand Paul (beide von der Republikanischen Partei) vertreten.

Bei PrĂ€sidentschaftswahlen gab es zwischen 1960 und 2004 eine Ă€hnliche Entwicklung wie in Tennessee. Der ehemals demokratische Staat passte sich der neuen Rollenverteilung der Parteien an, da die Demokraten im Laufe der 1960er-Jahre zunehmend liberaler und die Republikaner zunehmend konservativer wurden. Nur Jimmy Carter 1976 sowie Bill Clinton 1992 und 1996 konnten Kentucky fĂŒr die Demokraten gewinnen. Allerdings ist Kentucky bei den PrĂ€sidentschaftswahlen stets sehr „treffsicher“ gewesen. Der letzte Kandidat, der eine PrĂ€sidentschaftswahl gewann, ohne auch in Kentucky zu siegen, war – abgesehen von Barack Obama – im Jahre 1960 John F. Kennedy. Die Republikaner konnten ihre Wahlergebnisse kontinuierlich verbessern.

Im Electoral College stellt Kentucky acht WahlmÀnner. 1988 waren es noch neun.[35]

Das Staatsparlament (Kentucky General Assembly) stellt ein Zweikammersystem dar, mit einem Senat von 38 Mitgliedern, die jeweils einen Wahldistrikt fĂŒr eine Legislaturperiode von vier Jahren reprĂ€sentieren,[36] und einem ReprĂ€sentantenhaus von 100 Mitgliedern, die ebenfalls einen Wahldistrikt vertreten.[37] Kentucky wird im Kongress von sechs Abgeordneten und im Senat wie jeder andere Bundesstaat von zwei Senatoren vertreten, die fĂŒr sechs Jahre gewĂ€hlt werden. Bei den PrĂ€sidentschaftswahlen besitzt der Staat acht WahlmĂ€nnerstimmen.

Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten

Kultur

„Bluegrass“-Szenerie

Wie in vielen anderen ĂŒberwiegend lĂ€ndlichen Regionen wird das kulturelle Leben von den Traditionen des amerikanischen SĂŒdens geprĂ€gt. Countrymusiker wie Billy Ray Cyrus oder Loretta Lynn prĂ€gten seit dem 19. Jahrhundert die Musikgeschichte. Ein besonderes Genre der Countrymusik, der um 1945 unter anderem von Bill Monroe und Earl Scruggs kreierte Bluegrass, ist sogar nach dem Spitznamen des Staates benannt worden. Aber auch einige renommierte Jazzmusiker wie Al Casey oder Lionel Hampton stammen aus Kentucky.

Als Ausgangspunkt fĂŒr eine Filmkarriere war der Bundesstaat wenig geeignet. Die Schauspieler betrachteten die kulturellen Angebote der Nachbarschaft eher als Anreiz, aus dem ĂŒberwiegend lĂ€ndlichen Umkreis auszubrechen. Bei George Clooney war es die ĂŒberaus umtriebige Radiokultur Chicagos, in der sein Vater eine wesentliche Rolle spielte,[38] bei Irene Dunne hingegen die Showboat-Raddampfer des Mississippi und deren Attraktionen, die sie im SĂŒden Kentuckys bei den Inspektionsreisen ihres Vaters vor Augen hatte.[39]

Das Kentucky Derby am ersten Samstag im Mai ist nicht nur ein sportliches und wirtschaftliches, sondern auch ein kulturelles Großereignis, das wĂ€hrend der zwei Rennwochen sowohl auf der Ebene der Hochfinanz wie des einfachen Mannes von jeher mit einem kulturellen Rahmenprogramm gefeiert wird.

WĂ€hrend des 19. Jahrhunderts hatte Louisville den Ruf, die kultivierteste Stadt nördlich von St. Louis zu sein. Hier ballen sich bis heute meisten kulturellen Einrichtungen, wie das J. B. Speed Art Museum, mit Exponaten aus der amerikanischen und europĂ€ischen Malerei sowie einer speziellen Kentucky Collection, das Kentucky Museum of Natural History und das Kentucky Derby Museum mit einer umfassenden Ausstellung zum Pferderennsport. 1927 entstand das War Memorial Auditorium zum Gedenken an die Kriegstoten der Stadt. Dort traten viele bedeutende Schriftsteller, KĂŒnstler und Musiker wie George Gershwin, Helen Hayes, Arthur Rubinstein, Mikhail Baryshnikov oder die Peking Oper auf. Lexington beherbergt außerdem mit dem Lexington Opera House eine OpernspielstĂ€tte.

Höhlenformation in „Violet City“, Mammoth Cave National Park

NaturdenkmÀler

Nationalpark Lage Ansicht
Mammoth-Cave-Nationalpark
  • Kentucky
  • 1.888.126 Besucher (2004)
  • gegrĂŒndet 1. Juli 1941
Mammoth-Cave-Nationalpark
Karte der Vereinigten Staaten
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Wirtschaft und Infrastruktur

ZuschauertribĂŒne und Zielkurve beim Kentuckyderby

Das reale Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (engl. per capita real GDP) lag im Jahre 2006 bei 29.842 Dollar, wÀhrend der Durchschnitt der US-Bundesstaaten bei 37.717 lag. Damit lag Kentucky an 43 Stelle unter den 50 Bundesstaaten.[40]

Die Agrarwirtschaft wird in vielen Regionen von der Pferdezucht dominiert, bedeutender sind allerdings Rinder, Molkereiprodukte, Tabak, Schweine, Sojabohnen, Getreide und Whiskey. Kentucky ist der Bundesstaat mit den höchsten Exporten von Vieh bzw. Viehprodukten. Daher gilt der Staat als „Fleischtopf“ von Chicago und seiner Schlachthöfe, eine Rolle, die sich auf die umliegenden Staaten ausgeweitet hat. Als einziger Agrarzweig steht er in der Wirtschaftsbilanz des Staates unter den zehn umsatzstĂ€rksten Sparten. Welchen Stellenwert die VollblĂŒter und ihre 381 GestĂŒte im kollektiven Bewusstsein einnehmen, kann man daraus ersehen, dass 1947 bei der Beisetzung von Man o'War, einem Rennpferd, in Lexington 2.000 TrauergĂ€ste sich die letzte Ehre gaben. Einem anderen berĂŒhmten Galopper, Seabiscuit, setzte man sowohl ein literarisches wie filmisches Denkmal. Der Hintergrund offizieller Homepages wird oftmals von Pferdemotiven beherrscht.

Die Industrie produziert Automobilteile, chemische Produkte, Elektroartikel, Maschinen, hinzu kommt der Kohlebergbau.

Kentucky-Whiskey

Buffalo Trace Destillery, Frankfort, Kentucky

Als das neben den Pferden wohl bekannteste Produkt gilt der hier gebrannte Whiskey. 90 Prozent des in der Welt konsumierten Bourbon stammt aus diesem Staat. Das Verfahren des „Toastens“, bei dem die Innenseiten der HickoryfĂ€sser rund 45 Sekunden einer offenen Flamme ausgesetzt werden, entzieht dem Holz Zucker, der nun in der Kohleschicht enthalten ist. Dadurch erhĂ€lt er sein Aroma und die charakteristische Farbgebung.

1872 entstand die Forman-Brown-Corporation, als ein gewisser Mr. Brown in Louisville eine Brennerei grĂŒndete. Zwei Jahre spĂ€ter stieß sein Kompagnon Forman hinzu. Im Laufe der Jahre vergrĂ¶ĂŸerte sich das Unternehmen stetig, um sich wĂ€hrend der Prohibitionszeit als einer der wenigen lizenzierten Produzenten von medizinischem Alkohol zu halten. DarĂŒber hinaus musste die Firma auf die Herstellung von „fachfremden“ Produkten wie z.B. Schießpulver zurĂŒckgreifen. Der Erwerb der „Early Times“-Brennerei 1935 und des bekannten Labels Jack Daniel's und die Erweiterung der Produktpalette in den 1970er Jahren mit dem Erwerb der Marken Canadian Mist und Southern Comfort sicherten ihm eine marktbeherrschende Stellung. Woodford Reserve ist Brown-Formans „Super-Premium“ Bourbon und wird in Woodford County hergestellt.

Andere bedeutende Kentucky-Whiskey Firmen sind Maker’s Mark, Jim Beam, Four Roses, Buffalo Trace und Heaven Hill.

Alkoholverkaufsgesetze

„Wet and dry Counties“, Kentucky, 2004

Obwohl der meiste Bourbonwhiskey in Kentucky produziert wird, ist der Kauf alkoholischer Produkte in 61 von 120 Countys des Staates verboten. Die nebenstehende Karte veranschaulicht diese Gesetzgebung, die sich nur auf den Verkauf und nicht auf die Produktion erstreckt. In manchen Gemeinden darf Alkohol innerhalb der Stadtgrenzen verĂ€ußert werden – nicht aber im ZustĂ€ndigkeitsbereich des jeweiligen Countys. Im Widerspruch dazu erlauben andere Kommunen den Erwerb von Spirituosen im County, nicht aber innerhalb der Stadtgrenzen. In 12 Countys ist hingegen lediglich die Menge des Ausschanks bzw. Verkaufs beschrĂ€nkt, acht Verwaltungsbezirke erlauben einen liberalisierten Gebrauch auf GolfplĂ€tzen, und sechs Countys nehmen Wein von der Regelung aus.

Automobilindustrie und -zulieferer

In Bowling Green werden in einem Werk des GM-Konzerns von ca. 1200 Arbeitern hauptsÀchlich Chevrolet Corvette gebaut.

Am 4. August 2004 bekrĂ€ftigte der deutsch-amerikanische Reifenproduzent Continental, dass er durch Umstrukturierungsmaßnahmen trotz der gĂŒnstigen Prognosen die Reifenfertigung im Werk Mayfield zum Jahresende fĂŒr unbestimmte Zeit einzustellen gedachte. Im November 2004 ließ die Firma verlauten, dass sie ihre fĂŒhrende Marktposition in den USA bei elektronischen StabilitĂ€tskontrollsystemen (ESP) weiter ausbauen konnte. Die großen Herstellerfirmen aus Detroit kĂŒndigten an, fast alle neuen Modelle mit dieser SicherheitsausrĂŒstung auszustatten.

Sonstige Unternehmen

Das erste Kentucky-Fried-Chicken-Restaurant wurde 1930 von Harland D. Sanders in einer Tankstelle in Corbin gegrĂŒndet. Heute gibt es ĂŒber 12.300 Fastfood-Restaurants dieser Franchise-Systemgastronomie in ĂŒber 80 LĂ€ndern. Der Firmensitz liegt in Louisville.

Verkehr

Öffentliche Verkehrsmittel

Die öffentlichen Verkehrsmittel sind in Kentucky wenig entwickelt. Der Staat ist in Bezug auf den Personenverkehr nicht an das Schienennetz angeschlossen. Am 18. Dezember 1999, zwanzig Jahre nach Einstellung des letzten Personenzugs, gab es einen Versuch, mit dem Kentucky Cardinal von Louisville nach Chicago den Schienenpersonenverkehr neu zu beleben. Dieser Versuch scheiterte jedoch am 6. Juli 2003. Die Busse der Greyhound Lines fahren zwar die Interstates im SĂŒden der großen Metropolen an, aber viele Ortschaften werden von ihnen vernachlĂ€ssigt. Die Vielzahl der Mautstellen auf den Highways erforderte zudem das Bereithalten von Kleingeld. Nun sind etliche „Turnpikes“ (Mautstraßen) besonders im Westen des Staates seit zehn bis fĂŒnfzehn Jahren abbezahlt und deshalb kostenfrei zu benutzen.

Straßenverkehr

„Parkways“ und Straßennetz Kentuckys

Die zulĂ€ssige Höchstgeschwindigkeit auf mehrspurigen Interstate Highways außerhalb der Stadtgrenzen betrĂ€gt 65 Meilen in der Stunde (= 105 km/h). In einigen lĂ€ndlichen Regionen wurde 2007 die zulĂ€ssige Höchstgeschwindigkeit auf 70 Meilen in der Stunde erhöht.[41] Auf den sonstigen Fern- und Landstraßen insbesondere der Naturschutzparks („Parkways“, ) gilt in der Regel eine GeschwindigkeitsbeschrĂ€nkung auf 55 Meilen, also 88 Kilometer in der Stunde.

Innerhalb der StĂ€dte gilt Tempo 25 oder 35 (40 oder 56 km/h). In Kentucky existiert auch eine Ausnahmeregelung, die das Rechts- und sogar in einigen AusnahmefĂ€llen das Linksabbiegen bei roten Ampeln erlaubt. Nur wo das Verkehrsschild „No Turn on Red“ zu sehen ist, muss man in jedem Fall an einer Abzweigung bei Rot halten.

Luftverkehr

Wer in diesem Staat mit dem Flugzeug reisen möchte, wĂ€hlt meist das Drehkreuz im nahen Illinois, den Flughafen Chicago. Der nĂ€chste Flughafen, der direkt von Deutschland aus zu erreichen ist, ist der Flughafen Cincinnati-Northern Kentucky International, der in Covington liegt (deshalb auch das IATA-KĂŒrzel „CVG“). Cincinnati befindet sich allerdings nördlich des Flusses in Ohio.

Sport

Neben den Pferdesportarten, fĂŒr die Kentucky eines der Zentren der Vereinigten Staaten darstellt und 2010 auch Austragungsort der Weltreiterspiele war, stehen hier die traditionellen Mannschaftballsportarten im Vordergrund: American Football, Baseball und Basketball.

Wie in vielen anderen Bundesstaaten, die ĂŒber kein professionelles Major-League-Sportteam verfĂŒgen, nehmen die jeweiligen Sportteams der Colleges eine sehr wichtige Rolle ein, die diejenige der zweitklassigen Minor League deutlich ĂŒbertrifft.

Pyramide der Cheerleader der Kentucky Wildcats in der Rupp Arena

Dies trifft besonders fĂŒr die drei Division I Football Bowl Subdivision (FBS) Programme, inklusive der Kentucky Wildcats (University of Kentucky), der Western Kentucky University Hilltoppers und der Louisville Cardinals (University of Louisville) zu. Die Wildcats, Hilltoppers und Cardinals gehören zu des Ă€ltesten Basketball-Teams in den Vereinigten Staaten, so gehen schließlich allein neun Meisterschaften und 22 EinzĂŒge in die Runde der besten vier Mannschaften auf das Konto dieser Mannschaften. Die Kentucky Wildcats nehmen in den Statistiken der USA die Spitzenposition ein und werden lediglich von der UCLA in der Anzahl der NCAA Championchips ĂŒbertroffen.

Kentucky verfĂŒgt ĂŒber einige Minor League Teams wie z.B. im Baseball die Lexington Legends (Class A/South Atlantic League) und die Louisville Bats (Class AAA). DarĂŒber beheimatet der Staat Florence Freedom aus der Frontier League und verschiedene Teams in der Mid Continental Football League.

Sonstiges

Kentucky State Symbols

Literatur

Monographien zur Geschichte

Kentucky Quarter, rv.
  • Thomas D. Clark: A History of Kentucky. Prentice-Hall, New York 1937; Neuausgabe: J. Stuart Foundation, Lexington 1992, ISBN 0-945084-30-7.
  • J. Goldstein: Kentucky Government and Politics. College Town Press, Louisville 1984, ISBN 0-89917-421-3.
  • Lowell H. Harrison, James C. Klotter: A New History of Kentucky. University Press of Kentucky, Lexington 1997, ISBN 0-8131-2008-X.
  • Lowell H. Harrison: The Antislavery Movement in Kentucky. University Press of Kentucky, Lexington 1978. ISBN 0-8131-0243-X.
  • Larry Gara: The Liberty Line: The Legend of the Underground Railroad. University of Kentucky Press, Lexington 1961, 1996, ISBN 0-8131-0864-0.

Darstellungen

  • Nartha Ellen Zenfell: USA. Der Alte SĂŒden. Virginia, Kentucky, Tennessee, North und South Carolina. APA Publications, MĂŒnchen 1995. ISBN 3-8268-1474-6

Einzelnachweise

  1. ↑ Marquis James: Andrew Jackson - The Border Captain, Indianapolis, Bobbs-Merrill Co. (1. Aufl. 1933) NA : READ BOOKS : 2007, S. 67f.; ISBN 1-4067-5192-8; James Parton: Life of Andrew Jackson, New York: Mason Bros. 1867, S. 529.
  2. ↑ Lakes, in Kleber, John E.: The Kentucky Encyclopedia, Associate editors: Thomas D. Clark, Lowell H. Harrison, and James C. Klotter, Lexington, Kentucky: The University Press of Kentucky 1992, ISBN 0-8131-1772-0
  3. ↑ Kentucky Department of Fish and Wildlife Resources: Elk Restoration Update and Hunting Information
  4. ↑ JĂ€ger zĂ€hlten 29.006 erlegte Vögel wĂ€hrend der 23-tĂ€gigen Jagdsaison im FrĂŒhjahr 2009, nach: Kentucky Department of Fish & Wildlife Resources: Hunters Take Record Number of Spring Turkeys
  5. ↑ Kentucky Geography from NETSTATE
  6. ↑ Bryan S. Bush: The Great Cyclone of 1890: Tragedy Struck Louisville
  7. ↑ "Super Tuesday Tornado Outbreak". National Weather Service
  8. ↑ "National Death Toll Hits 55 in Ice Storm, 24 in KY". ABC News. 2009
  9. ↑ Acer saccharum, A. rubrum, Aescualus octandra, Fraxinus americana, Tilia heterophylla, Liriodendron tulipifera (Magnoliaceae), Fagus grandifolia, Castanea dentata, Quercus rubra, Q. prinus, Q. alba, Magnolia acuminata, Nyssa sylvatica (Nyssaceae), Juglans nigra u. J. cinera
  10. ↑ Liriodendron, Fraxinus und Tilia
  11. ↑ Burga/Klötzli/Grabherr (Hrsg.): Gebirge der Erde. Landschaft, Klima, Pflanzenwelt, Ulmer: Stuttgart 2004, S. 205.
  12. ↑ U.S. Census Bureau _ Census of Population and Housing. Abgerufen am 28. Februar 2011
  13. ↑ Auszug aus Census.gov. Abgerufen am 28. Februar 2011
  14. ↑ Auszug aus factfinder.census.gov Abgerufen am 28. Februar 2011
  15. ↑ factfinder.census.gov
  16. ↑ U.S.Census Selected Social Characteristics
  17. ↑ Das Datum ist nicht genau belegt, in den historischen Darstellungen kann man sich nur auf den ungefĂ€hren Zeitpunkt einigen
  18. ↑ The Filson Club History Quarterly, Louisville 2000, S. 169; The Ohio Journal of Science, Columbus, Ohio: The Ohio State University and the Ohio Academy of Science 1915, S. 71.
  19. ↑ Susan Yarnell: Southern Appalachians: History of the Landscape, DIANE Publishing 1999, S. 4, ISBN 0-7881-4116-3
  20. ↑ Holmes, William F.S.: Hardin Village: A Northern Kentucky Late Fort Ancient Site's Mortuary Patterns and Social Organisation, Department of Anthropology, University of Kentucky, Lexington 1994
  21. ↑ Die Wyandot sind ein Unterstamm der Irokesenliga
  22. ↑ Kenneth P. Bailey: Christopher Gist: Colonial Frontiersman, Explorer, and Indian Agent, Archon Books : 1976, ISBN 0-208-01564-7.
  23. ↑ Thomas Dionysius Clark: Kentucky, Land of Contrast, New York: Harper & Row 1968, S. 7ff.
  24. ↑ Logan Esarey, William F. Cronin: History of Indiana from Its Exploration to 1922, Dayton, Ohio: Dayton Historical Publishing Co. 1918, S. 89; Lowell Hayes Harrison, James C. Klotter u.a.: A New History of Kentucky, Lexington : University Press of Kentucky 1997, ISBN 0-8131-2008-X, S. 41
  25. ↑ Vgl. James M. McPherson: FĂŒr die Freiheit sterben. Die Geschichte des amerikanischen BĂŒrgerkriegs. List Verlag, MĂŒnchen/Leipzig 7. Aufl. 1997, S. 280-284.
  26. ↑ Bret Harte, Anton Roman (Hrsg.): Overland Monthly and Out West Magazine, San Francisco: A. Roman & Company NA 1935, S. 19.
  27. ↑ McPherson, FĂŒr die Freiheit sterben, S. 512f; History of the Battle of Perryville
  28. ↑ Henry George: History of the 3d, 7th, 8th, and 12th Kentucky C.S.A., Lyndon, Kentucky: Simmons Historical Publications, NA 1987, S. 81.
  29. ↑ Annual Report. Kentucky Mines and Minerals Dept. no. 5, 1887
  30. ↑ Dianne Wells, Thomas H. Appleton, Melba Porter Hay: Roadside History: A Guide to Kentucky Highway Markers, University Press of Kentucky 2002, S. 316 ISBN 0-916968-29-4
  31. ↑ Donald Keyhole: The Flying Saucers Are Real, 1st World Publishing 2004, ISBN 1-59540-622-0, S. 60
  32. ↑ Dianne Wells, Thomas H. Appleton, Melba Porter Hay: a.a.O., S. 262
  33. ↑ siehe hierzu beispielsweise Guido Knopps Dokumentation „Die Gefangenen“
  34. ↑ Dwayne D. Cox: The University of Louisville, University Press of Kentucky 1999, S. 100
  35. ↑ www.270towin.com
  36. ↑ Kentucky Legislature. Senate Members
  37. ↑ Project Vote Smart - State House of Kentucky
  38. ↑ Helen M. Lange: George Clooney - MĂ€nner wie dieser
. Die Biographie, Ullstein: Berlin 1999, S. 9-20.
  39. ↑ Neil Postman, Irene Dunne and the Right Use of Entertainment | MikeMilton.Org
  40. ↑ U.S. Bureau of Economic Analysis: Regional Economic Accounts
  41. ↑ Kentucky.gov: - 20070321speed

Weblinks

 Commons: Kentucky â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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   Catholic encyclopedia

  • KENTUCKY — KENTUCKY, state in the south central United States. A receipt with a Yiddish notation surviving from 1781 reveals that the firm of Cohen and Isaacs in Richmond, Virginia, paid Daniel Boone for surveying land on its behalf in Kentucky, and other… 
   Encyclopedia of Judaism

  • Kentucky — es uno de los estados que conforman los Estados Unidos de AmĂ©rica. * * * â–ș Estado del centro SE de E.U.A., limĂ­trofe con Illinois, Indiana y Ohio al N, Virginia Occidental y Virginia al E, Tennessee al S y Missouri al O; 104 660 km2 y 3 685 296 h 
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   Kleines Konversations-Lexikon

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