Kfz-Kennzeichen (Deutschland)

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Kfz-Kennzeichen (Deutschland)
Aktuelles hinteres deutsches Kfz-Kennzeichen aus dem Landkreis Rastatt (Baden-WĂŒrttemberg)
Karte mit Landkreisen und StÀdten deutscher Zulassungseinheiten

Das Kfz-Kennzeichen (umgangssprachlich auch Nummernschild) ist die von den Kraftfahrzeug-Zulassungsstellen ausgegebene amtliche Kennzeichnung von Fahrzeugen fĂŒr Kraftfahrzeuge und gegebenenfalls deren AnhĂ€nger. Das Kfz-Kennzeichen besteht aus einem Unterscheidungszeichen und der Erkennungsnummer. FĂŒr zulassungspflichtige Kraftfahrzeuge dienen sie zusammen mit der Zulassungsbescheinigung als Nachweis fĂŒr die Zulassung von Fahrzeugen zum Straßenverkehr durch eine örtlich und sachlich zustĂ€ndige Straßenverkehrsbehörde (je nach Wohnsitz bzw. Unternehmenssitz). Fahrzeuge, fĂŒr die eine allgemeine Betriebserlaubnis oder Typgenehmigung genĂŒgt (zulassungsfreie Fahrzeuge), zeigen Versicherungskennzeichen. Diese gelten zulassungsrechtlich nicht als amtliche Kennzeichen, da sie von der Kfz-Haftpflichtversicherung ausgegeben werden.

Die Liste der Kfz-Kennzeichen in Deutschland enthĂ€lt alle derzeit geltenden Unterscheidungszeichen der deutschen Verwaltungsbezirke. Zu den „auslaufenden Kennzeichen“, also solchen, die nicht mehr zugeteilt werden, siehe die Liste der auslaufenden deutschen Kfz-Kennzeichen. Zu allen in Deutschland bisher ausgegebenen Kennzeichen mit Angaben zu den ZeitrĂ€umen siehe die Liste aller Kfz-Kennzeichen der Bundesrepublik Deutschland

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

100 Jahre einheitliche deutsche Kfz-Kennzeichen: Briefmarke von 2006
Ein Ford Eifel mit „AB“-Kennzeichen (Bayern, 1952)

In den deutschen Staaten begannen einige örtliche Behörden zwischen 1870 und 1890 wegen vermehrten FĂ€llen von Fahrerflucht Nummernschilder fĂŒr FahrrĂ€der vorzuschreiben, die lokal ausgegeben wurden und sich farblich unterschieden.[1] Im Jahr 1896 wurde in Baden das erste Nummernschild an einem Automobil befestigt. Am 1. Oktober 1906 wurde die erste einheitliche Regelung erlassen, die am 1. Oktober 1907 fĂŒr die 26 LĂ€nder des Deutschen Reichs in Kraft trat. 10.115 Pkw, 15.954 KraftrĂ€der und 957 Lkw wurden damals zugelassen.[1]

Die einheitlichen Kennzeichen der LĂ€nder im Deutschen Reich begannen bei einigen grĂ¶ĂŸeren LĂ€ndern mit einer römischen Ziffer fĂŒr das Territorium – I = Preußen, II = Bayern bis VI = Reichsland Elsaß-Lothringen  – gefolgt von einem Buchstaben fĂŒr den Verwaltungsbezirk – I A = Berlin, II A = MĂŒnchen, III A = Stuttgart â€Š – und zum Schluss einer Ziffernfolge. In Obersachsen erfolgte die Kennung entgegengesetzt: ohne Buchstabenfolge, lediglich ĂŒber römische Ziffern von I bis V.[1] Die Kennzeichen einiger kleinerer Staaten erhielten ihrem Namen entsprechend ein oder zwei Buchstaben, wie A fĂŒr Anhalt (zum Teil gefolgt von einer römischen Ziffer). Darunter die freien HansestĂ€dte Bremen, Hamburg und LĂŒbeck, mit den Kennzeichen HB, HH, HL, die (mit Unterbrechung in der Besatzungszeit) bis heute erhalten blieben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Kennzeichen in den Besatzungszonen anfĂ€nglich farblich unterschieden – schwarz auf orangefarbenem Grund: amerikanischer Sektor, schwarz auf rotem Grund: französischer Sektor, schwarz auf blauem Grund: britischer Sektor, und im sowjetischen Sektor verblieb schwarz auf weißem Grund.[1] 1947 beschlossen die alliierten BesatzungsmĂ€chte ein einheitliches System, das ab 1948 eingefĂŒhrt wurde. Die neuen Kennzeichen in den vier Besatzungszonen wurden nun einheitlich weiß auf schwarzem Grund gehalten, deren Registriernummer enthielt jeweils vorne zwei Buchstaben (die ĂŒbereinander geschrieben waren) fĂŒr den Verwaltungsbereich, z. B. „BR“ fĂŒr die Britische Zone Rheinland oder „AB“ fĂŒr die Amerikanische Zone Bayern.[1] Diese Kennzeichen galten bis zur EinfĂŒhrung eigener Systeme in den Nachkriegsstaaten Bundesrepublik Deutschland und DDR.

Im September 1949 hatte die „Verwaltung fĂŒr Verkehr des Vereinigten Wirtschaftsgebietes“ in Offenbach die LĂ€nder darauf hingewiesen, dass das geltende Kfz-Kennzeichensystem nicht der zunehmenden Motorisierung gewachsen sei. Erst mit der am 14. MĂ€rz 1956 veröffentlichten „Verordnung zur Änderung von Vorschriften des Verkehrsrechts“ wurde dieses fĂŒr die Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin eingefĂŒhrt; die DDR hatte bereits 1953 ein eigenes System eingefĂŒhrt, das auch weiß mit schwarzen Rahmen und DIN-Schrift gestaltet war.

Entwicklung ab 1956

Kfz-Heckkennzeichen, Anfang der 1960er Jahre mit Erkennungsnummer aus aufgenieteten Kunststoff-Lettern (diese Herstellungsvariante war teilweise bis in die frĂŒhen 1980er Jahre ĂŒblich)
Vorderes Kfz-Kennzeichen in der DIN-Form mit AU-Plakette
Deutsches Kfz-Kennzeichen in der gegenwÀrtigen Form (hinten)

Das heutige System wurde in der Bundesrepublik Deutschland am 1. Juli 1956 eingefĂŒhrt und nach der Wiedervereinigung 1990 mit leichter Verzögerung am 1. Januar 1991 auch auf die neuen BundeslĂ€nder ĂŒbertragen. Ausgestaltung und Anbringung der amtlichen Kennzeichen sind in § 10 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) vom 25. April 2006 geregelt.

Derzeit existieren in Deutschland zwei unterschiedliche Versionen der Kennzeichen. Ihnen gemeinsam ist die schwarze Schrift auf weißem Grund mit schwarzer Rahmenlinie. Es handelt sich dabei zum einen um die Ă€lteren, seit 1956 verwendeten DIN-Kennzeichen, benannt nach ihrer Schriftart, die nach DIN 1451 (Mittelschrift) festgelegt ist und die 1949 vereinheitlichten Schilder der drei westlichen Besatzungszonen (weiße Schrift auf schwarzem Grund) ablösten. Zum anderen um die neuen Euro-Kennzeichen, die die sogenannte „FE-Schrift“ (FE = fĂ€lschungserschwerend) verwenden. Bei dieser unterscheiden sich die Buchstaben deutlicher voneinander als bei der alten DIN-Schrift, sodass VerfĂ€lschungen erschwert und die automatische Erkennung mit Kamerasystemen erleichtert werden (siehe auch MautbrĂŒcken, Lkw-Maut). Mit EinfĂŒhrung der FE-Schrift wurde es durch jeweilige Änderung der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung, die bis zum Inkrafttreten der Fahrzeug-Zulassungsverordnung auch die Zulassung von Fahrzeugen in Deutschland regelte, möglich, fĂŒr die laufende Erkennungsnummer auch die Buchstaben B, F, G, I, O und Q zu verwenden, die ursprĂŒnglich wegen Verwechslungsgefahr gesperrt waren. Somit stehen bei der Vergabe von Kennzeichen deutlich mehr Kombinationen zur VerfĂŒgung. Die Euro-Kennzeichen wurden das erste Mal ab 1994 von Berlin und Brandenburg verwendet, noch bevor sie deutschlandweit Verwendung fanden. Seit dem 1. November 2000 durften von den Zulassungsstellen nur noch die Euro-Kennzeichen ausgegeben werden, was jedoch nicht immer der Fall war.

Ein weiterer Vorteil der Euro-Kennzeichen ist, dass bei Reisen innerhalb der EuropĂ€ischen Union sowie in die Schweiz auf das ovale NationalitĂ€tszeichen „D“ am Fahrzeugheck verzichtet werden kann. Seit Anfang der 1990er Jahre muss der weiße Hintergrund des Kennzeichens reflektierend sein (eine Ausnahme bilden aus militĂ€rtaktischen GrĂŒnden die Fahrzeuge der Bundeswehr).

Aufbau

Die heutigen Kfz-Kennzeichen in Deutschland sind als Euro-Kennzeichen ausgefĂŒhrt. Sie bestehen aus zwei Teilen:

  • dem Unterscheidungszeichen aus bis zu drei Buchstaben,
  • der Erkennungsnummer aus einem oder zwei Buchstaben sowie bis zu vier Ziffern.

Zusammen sind es jedoch maximal acht Zeichen, bei Saisonkennzeichen maximal sieben Zeichen. Zwischen dem Unterscheidungszeichen und der Erkennungsnummer befindet sich Platz fĂŒr die PrĂŒfplaketten und das Siegel der Zulassungsbehörde.

Unterscheidungszeichen

Die Unterscheidungszeichen bestehen aus einem, zwei oder drei Buchstaben:

oder

Kommt es dazu, dass Gemeinden einem anderen Kreis zugeordnet werden, wie es zum Beispiel bei Gebietsreformen hĂ€ufig der Fall ist, mĂŒssen die Nummernschilder aus dem alten Zulassungsbezirk in der Regel nicht getauscht werden, sie gelten fortan als auslaufend (siehe Liste der auslaufenden deutschen Kfz-Kennzeichen). Deshalb kann bei alten Fahrzeugen nicht immer mit vollkommener Sicherheit vom Kennzeichen auf den Landkreis geschlossen werden. Dies ist insbesondere bei lange genutzten Fahrzeugen wie zum Beispiel Traktoren, Löschfahrzeugen oder AnhĂ€ngern der Fall.

Anders als in einigen anderen Staaten sind die Kennzeichen dem Fahrzeug und nicht dem Halter zugeordnet. Aus diesem Grund geht das Kennzeichen bei VerĂ€ußerung auf den neuen Halter ĂŒber, es sei denn, der VerĂ€ußerer meldet das Fahrzeug vor der VerĂ€ußerung ab und der Erwerber mit neuem Kennzeichen wieder an.

Wenn der Standort des Fahrzeugs in einen anderen Verwaltungsbezirk verlegt wird, mussten dort bislang in jedem Fall neue Kennzeichen beantragt werden (Umkennzeichnungspflicht). Nach der 2006 erlassenen Fahrzeug-Zulassungsverordnung können die BundeslĂ€nder seit September 2008 entscheiden, ob bei einem Wechsel in einen anderen Zulassungsbezirk innerhalb des eigenen Landes neue Kennzeichen zugeteilt werden mĂŒssen oder nicht. Die alten Kennzeichen können bei UmzĂŒgen innerhalb des Bundeslandes seit 1. November 2009 in Hessen,[2] seit 1. Februar 2010 in Schleswig-Holstein,[3] seit 12. April 2010 in Brandenburg[4], seit 1. September 2010 in Sachsen[5] und seit 1. MĂ€rz 2011 in ThĂŒringen[6] behalten werden. In Bayern wurde ab 2009 eine Ausnahmegenehmigung des Ministeriums zur Kennzeichenmitnahme fĂŒr Verwaltungsbezirke, die zugleich von einer Zulassungsstelle in der kreisfreien Stadt und der Zulassungsstelle im Landskreis ausgegeben wurden, nach einem Versuch ab Dezember 2008 zwischen der Stadt und dem Landkreis Bayreuth erteilt. Ab Juli 2009 wurde diese Möglichkeit schrittweise von weiteren Zulassungsstellen ermöglicht.[7]

Anders als zum Beispiel in Liechtenstein oder in einigen Kantonen der Schweiz gibt es in Deutschland keine allgemein einsehbaren Listen, aus denen anhand des Kennzeichens auf den Halter geschlossen werden kann. Anders als beispielsweise in Österreich darf das Nummernschild – bis auf die roten „06“er- und „07“er-Kennzeichen – nur fĂŒr ein Fahrzeug verwendet werden.

Der Zeitpunkt der Zulassung ist nicht im Kennzeichen vermerkt. Jedoch vergeben viele Zulassungsstellen (zum Beispiel Erlangen, wenn kein Wunschkennzeichen beantragt wird) die Kennzeichen nach einem fortlaufenden System, sodass bei Kenntnis dieses Systems und hinreichender Beobachtung grob auf den Zeitraum der Zulassung geschlossen werden kann. Als weitere grobe Referenz können auch Nummernraumerweiterungen herangezogen werden. So weisen zum Beispiel mehr als drei Ziffern in einem privaten Nummernschild aus dem Kreis Paderborn auf eine Anmeldung erst nach dem Jahr 2001 hin.

Erkennungsnummer

Die Erkennungsnummer besteht aus:

  • einem oder zwei Buchstaben (möglich sind alle deutschen Großbuchstaben außer den Umlauten „Ä“, „Ö“ und „Ü“) (frĂŒher gelegentlich per Dienststellen-Kontingent der Zulassungsstellen-Niederlassung vergeben). Teilweise sind nicht alle Kombinationen möglich (siehe auch den Abschnitt Verschiedenes). Bei Behördenkennzeichen entfĂ€llt dieser Bereich;
  • einer bis vier (abweichend bis zu sechs) Ziffern. Bis zu sechs Ziffern werden vergeben, wenn es die einzigen Unterscheidungsmerkmale innerhalb eines Gebietes sind. Das kommt bei Behördenkennzeichen vor, da hier die Buchstaben fehlen. Bei der Vergabe der Zahlen von Behörden sollen zur Unterscheidung neuerdings an die einzelnen Behörden Kennzeichen mit Nummern aus verschiedenen Bereichen zugeteilt werden.

Ab dem 1. Juli 1956 wurden zunÀchst nur die folgenden 20 Buchstaben verwendet: A, C, D, E, H, I, K, L, M, N, P, R, S, T, U, V, W, X, Y und Z. Mit Wirkung vom 7. November 1956 wurde anstelle des Buchstabens I nur noch der Buchstabe J verwendet. Mit Wirkung vom 12. August 1992 wurde zusÀtzlich die Zuteilung der drei Buchstaben B, F und G, ab dem 26. Mai 2000 auch die Zuteilung der Buchstaben I, O und Q zugelassen.

Gelegentlich kann man anhand der mittleren Buchstaben und letzten Ziffern den genaueren Zulassungsbezirk ermitteln. Hierzu werden die möglichen Erkennungsnummern in Gruppen eingeteilt:

  • Gruppe a (frĂŒher Ia): 1 Buchstabe, 1–3 Ziffern, also A 1 bis Z 999 → 26 × 999 = 25.974 Möglichkeiten
  • Gruppe b (frĂŒher Ib): 2 Buchstaben, 1–2 Ziffern, also AA 1 bis ZZ 99 → 26 × 26 × 99 = 66.924 Möglichkeiten
  • Gruppe c (frĂŒher II): 2 Buchstaben, 3 Ziffern, also AA 100 bis ZZ 999 → 26 × 26 × 900 = 608.400 Möglichkeiten
  • Gruppe d (frĂŒher IIIa): 1 Buchstabe, 4 Ziffern, also A 1000 bis Z 9999 → 26 × 9000 = 234.000 Möglichkeiten
  • Gruppe e (frĂŒher IIIb): 2 Buchstaben, 4 Ziffern, also AA 1000 bis ZZ 9999 → 26 × 26 × 9000 = 6.084.000 Möglichkeiten

Hinweis: Die angegebenen 7.019.298 Kombinationsmöglichkeiten sind theoretischer Natur. Einige Kombinationen sind gesperrt, sodass die Gesamtzahl der tatsÀchlich nutzbaren Möglichkeiten geringer ist als oben angegeben.

Diese Gruppen finden Verwendung beispielsweise bei der Zuweisung eines Unterscheidungszeichens an eine kreisfreie Stadt und an den umliegenden Landkreis (Beispiele: „L“, „KS“, „FÜ“, „HN“, „MZ“, „PS“), bei denen sich die Zuordnung zu Stadt oder Land aus der Gruppe ergibt. Aber auch bei der Neuzuteilung von Unterscheidungszeichen sind sie relevant.

Nicht alle Gruppen werden von allen Zulassungsbezirken benutzt. Viele, vor allem kleinere Bezirke benutzen regulĂ€r nur die Gruppen a bis c und erlauben Kennzeichen der Gruppe d und eventuell e als Wunschkennzeichen. In Bezirken mit dreistelligem Unterscheidungszeichen ist die Gruppe e nicht möglich. Selten werden auch nur die Gruppen a und d genutzt (z. B. „LD“).

Seit dem 27. Mai 2011 gilt: Zwei- und dreistellige Erkennungsnummern dĂŒrfen nur solchen Fahrzeugen zugeteilt werden, fĂŒr die eine lĂ€ngere Erkennungsnummer nicht geeignet ist. Dies gilt insbesondere fĂŒr Importfahrzeuge, bei denen die Anbringung eines anderen, lĂ€ngeren Kennzeichens aus baulichen GrĂŒnden nicht in Betracht kommt.[8]

PrĂŒfplaketten

Nach dem Unterscheidungszeichen befindet sich auf dem vorderen Kennzeichen (bis Ende 2012 auslaufend) oben die sechseckige Plakette der nĂ€chsten Abgasuntersuchung (AU) und auf dem hinteren Kennzeichen eine runde Plakette, die den Termin der nĂ€chsten Hauptuntersuchung (umgangssprachlich „TÜV-Plakette“) zeigt. In der Regel sind die PrĂŒfplaketten Aufkleber, die beim Abziehen zerstört werden, was VerfĂ€lschungen (z. B. durch einfaches Verdrehen oder durch die Übertragung auf fremde Kennzeichenschilder) erschweren soll; einzelne Zulassungsstellen verwenden (wie auch fĂŒr die Dienstsiegel) bis in die heutige Zeit Feststoffplaketten.

Runde Plakette als Nachweis der Hauptuntersuchung (HU), hier gĂŒltig bis einschließlich Dezember 2007

PrĂŒfplaketten fĂŒr die Hauptuntersuchung werden in Deutschland seit 1960 ausgegeben. Bevor man die Plaketten einfĂŒhrte, wurden die Fahrzeughalter bei Erreichen des Hauptuntersuchungstermins von den Zulassungsstellen angeschrieben. Um den Verwaltungsaufwand zu reduzieren, fĂŒhrte man PrĂŒfplaketten ein. Deren Erscheinungsbild ist seitdem annĂ€hernd gleich geblieben, 1974 wurde das Farbschema von vier auf sechs Farben erweitert und folgt seit der 1974er-Plakette dem bis heute gĂŒltigen Rhythmus, der sich alle sechs Jahre wiederholt. Die Jahre 1977 (gelb statt orange) und 1979 (orange statt gelb), waren dabei allerdings Ausnahmen

Sechseckige Plakette als Nachweis der Abgasuntersuchung, hier gĂŒltig bis einschließlich Dezember 2007

Die unterschiedliche Farbgebung sorgt dafĂŒr, dass sich abgelaufene Plaketten meist aus einigen Metern Entfernung erkennen lassen, etwa durch dem Fahrzeug folgende Polizeistreifen. Aus dem gleichen Grund haben die Plaketten im Bereich des Monats Dezember schwarze Segmente (seit 1975). Anhand dieser Segmente kann der Monat der fĂ€lligen Untersuchung wie auf einer Uhr abgelesen werden. Ist beispielsweise die HU im Monat August fĂ€llig, steht die „8“ oben und das schwarze Segment erscheint auf „8 Uhr“. Diese Regel gilt allerdings erst seit 1983. Bis 1982 waren die Ziffern auf der PrĂŒfplakette in aufsteigender Folge im Uhrzeigersinn aufgedruckt, das heißt, bei den Plaketten der Jahre 1975 bis 1982 erschienen die schwarzen Balken noch in seitenverkehrter Position (zum Beispiel bei FĂ€lligkeit im August auf „4 Uhr“), bei FĂ€lligkeit im Juni und Dezember blieb die Position der schwarzen Balken demnach unverĂ€ndert bei „6 Uhr“ bzw. bei „12 Uhr“.

Von 1985 bis 2009 wurden sechseckige Plaketten fĂŒr die Abgasuntersuchung (AU) – anfangs ‚Abgassonderuntersuchung‘ (ASU) bezeichnet – ausgegeben. Die PrĂŒfplakette fĂŒr die Abgasuntersuchung wurde stets auf dem vorderen Kennzeichen angebracht. Sie folgte dem Farbschema der PrĂŒfplaketten fĂŒr die Hauptuntersuchung und wurde wie diese in einigen Zulassungsbezirken auch als harte Kunststoffplakette ausgegeben.

Seit 1. Januar 2010 wurde die Abgasuntersuchung ein Teil der Hauptuntersuchung. Damit entfiel von diesem Zeitpunkt an die Plakette auf dem vorderen Kennzeichen. Bisher angebrachte Plaketten mĂŒssen bei der nĂ€chsten Hauptuntersuchung entfernt werden. Bei Neuzulassungen, Umschreibungen etc. werden ebenfalls keine AU-Plaketten mehr verklebt.

Farben der Plaketten bis 1973

Feststoffplakette mit Ablaufdatum September 1964
Farbe Jahr
Weiß 1961 1965 1969 1973
GrĂŒn 1962 1966 1970
Gelb 1963 1967 1971
Blau 1964 1968 1972


Farben der Plaketten seit 1974

(Quelle: Anlage IX zu § 29 StVZO)[9]
Feststoffplaketten
Farbe Jahr
Orange
(RAL 2000)
1979 1983 1989 1995 2001 2007 2013 2019 2025
Blau
(RAL 5015)
1978 1984 1990 1996 2002 2008 2014 2020 2026
Gelb
(RAL 1012)
1977 1985 1991 1997 2003 2009 2015 2021 2027
Braun
(RAL 8004)
1974 1980 1986 1992 1998 2004 2010 2016 2022 2028
Rosa
(RAL 3015)
1975 1981 1987 1993 1999 2005 2011 2017 2023 2029
GrĂŒn
(RAL 6018)
1976 1982 1988 1994 2000 2006 2012 2018 2024 2030

Dienstsiegel

Jeweils unten befindet sich eine Zulassungsplakette als Dienstsiegel der Stadt oder des Landkreises, in dem das Fahrzeug zugelassen wurde. Etwa gleichzeitig mit der EinfĂŒhrung der Euro-Kennzeichen trat an die Stelle der ursprĂŒnglichen Zulassungsplaketten mit dem Wappen der Zulassungsbehörde eine grĂ¶ĂŸere, mehrfarbige Plakette, die den Namen und das Wappen des Landes, in dem das Fahrzeug zugelassen ist, sowie den Namen der Zulassungsstelle enthĂ€lt (siehe Weblinks). In einer Übergangsphase wurde auf viele Euro-Kennzeichen allerdings auch die alte Version der Zulassungsplakette geklebt und in den letzten Jahren der DIN-Schilder wurde auf viele DIN-Kennzeichen die neue Version der Zulassungsplakette geklebt.

Bei den alten DIN-Kennzeichen findet man zwischen den beiden Plaketten einen Bindestrich, der das Unterscheidungskennzeichen und die Erkennungsnummer voneinander trennt. Aufgrund der neuen, grĂ¶ĂŸeren Zulassungsplaketten, reichte der Platz nicht mehr aus, um den Bindestrich darzustellen, so dass dieser bei den Euro-Kennzeichen nicht mehr verwendet wird. Jedoch gab es wĂ€hrend der Erprobungsphase der Euro-Kennzeichen in Berlin, Brandenburg und Sachsen Kennzeichen, die diesen Bindestrich trugen.

Je nach Landkreis oder Stadt werden Siegel in unterschiedlicher Anfertigung verwendet: meist flache Klebeplaketten, in vielen Bezirken im sĂŒddeutschen Raum (Baden-WĂŒrttemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz) sowie in einigen niedersĂ€chsischen Bezirken (Helmstedt, Hameln-Pyrmont, frĂŒher auch Hannover – nur Stadtgebiet –, Celle) werden harte Kunststoffplaketten (umgangssprachlich Töpfchensiegel) verwendet. In einigen FĂ€llen verwenden kreisfreie StĂ€dte und Landkreise mit den gleichen Unterscheidungszeichen (HD, UL, frĂŒher LU) verschiedene Materialien. Manche Bezirke lassen dem Fahrzeughalter auch die Wahl.

Bei den aktuellen Landkreis-Siegeln im Durchmesser von 45 mm gibt es derzeit vier verschiedene Versionen von Klebeplaketten der Firmen SecuRasta und SicoTra.

Die ersten Exemplare nach der EinfĂŒhrung der Eurokennzeichen wurden nahezu alle von SecuRasta hergestellt. Knapp zehn Jahre spĂ€ter kam SicoTra mit einem silbrigen reflektierenden Siegel auf den Markt, das zusĂ€tzlich gegen das Licht gedreht nochmals das Stadt- bzw. Kreiswappen zuzĂŒglich dem entsprechendem Namen oben links erscheinen lĂ€sst sowie den Herstellernamen SicoTra zum Vorschein bringt. SecuRasta ging daraufhin mit SecuRasta Light an den Start, das auf den ersten Blick ebenfalls die gleiche Silberoptik besitzt; seit ca. 2007 gibt es als Drittes auch SecuRasta Perfect.

Technische Beschaffenheit

Die AusfĂŒhrungen aller Kfz-Kennzeichen in Deutschland (Formate, Schrift, Farben und seit etwa Mitte der 1980er Jahre auch Reflexion) sind in der Fahrzeug-Zulassungsverordnung geregelt und werden durch die DIN 74069 vereinheitlicht. Die Herstellungsverfahren und die KonformitĂ€t mit diesen Regeln werden durch die DIN-CERTCO ĂŒberwacht.

Abmessungen und Schrift

Anlage 4 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung[10] gibt die folgenden Maße der Kennzeichenschilder vor:
a) einzeilige Kennzeichen: GrĂ¶ĂŸtmaß der Breite: 520 mm, Höhe: 110 mm
b) zweizeilige Kennzeichen: GrĂ¶ĂŸtmaß der Breite: 340 mm, bei zwei- und dreirĂ€drigen Kraftfahrzeugen 280 mm, Höhe: 200 mm
c) Kraftradkennzeichen: Breite 180 mm bis 220 mm × Höhe 200 mm
d) verkleinerte zweizeilige Kennzeichen: GrĂ¶ĂŸtmaß der Breite: 255 mm, Höhe: 130 mm.

Die Kraftradkennzeichen wurden mit der Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung vom 4. April 2011 neu eingefĂŒhrt, vorher waren fĂŒr MotorrĂ€der die breiteren zweizeiligen Kennzeichen zu verwenden.[11] Verkleinerte zweizeilige Kennzeichen sind nur fĂŒr LeichtkraftrĂ€der sowie fĂŒr Zugmaschinen mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 40 km/h und AnhĂ€nger mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 40 km/h, wenn diese mit einem Geschwindigkeitsschild fĂŒr die betreffende Geschwindigkeit gekennzeichnet sind, zuzuteilen.[12]

Als Schriftart ist die fĂ€lschungserschwerende Schrift (FE-Schrift) der Bundesanstalt fĂŒr Straßenwesen vorgegeben, die in den Varianten Mittelschrift 75 mm, Engschrift 75 mm sowie verkleinerte Mittelschrift 49 mm (nur fĂŒr verkleinerte zweizeilige Kennzeichen und Kraftradkennzeichen) verwendet werden kann. FĂŒr Kennzeichen der Bundeswehr sowie fĂŒr Versicherungskennzeichen ist eine abweichende Schriftart vorgegeben.[12]

Anbringung am Fahrzeug

Die Kennzeichen mĂŒssen – in Leserichtung – waagerecht und gut erkennbar (sauber und nicht umgedreht) an der Fahrzeugaußenseite angebracht sein. Es sind Mindest- und Höchstgrenzen hinsichtlich der Anbringungshöhe zu beachten; auch dĂŒrfen Kennzeichenschilder nur einen gewissen Neigungswinkel (max. 30°) aufweisen. Sie dĂŒrfen nicht ĂŒberdeckt (transparenter Plastikschutz) oder verdeckt (AnhĂ€ngerkupplung, Reserverad) sein. Sie mĂŒssen fest mit dem Fahrzeug verbunden sein. Rechtlich stellt das amtliche Kennzeichen eine zusammengesetzte Urkunde dar. Manipulationen sind u. a. als UrkundenfĂ€lschung und Kennzeichenmissbrauch strafbar.

Bei AnhĂ€ngern, die kein eigenes Kennzeichen fĂŒhren mĂŒssen (z. B. AnhĂ€nger landwirtschaftlicher Fahrzeuge), muss der AnhĂ€nger mit einem Kennzeichen versehen sein, das der Halter des Zugfahrzeugs fĂŒr eines seiner Zugfahrzeuge verwenden darf. Wird das hintere Kennzeichen des Kfz durch einen LadungstrĂ€ger oder mitgefĂŒhrte Ladung teilweise oder vollstĂ€ndig verdeckt (z. B. FahrradtrĂ€ger auf der AnhĂ€ngerkupplung), so muss am Fahrzeug oder am LadungstrĂ€ger das Kennzeichen wiederholt werden. Eine Abstempelung ist in beiden FĂ€llen nicht erforderlich.[13]

Kennzeichenmaterialien

Die Mehrheit der deutschen Kfz-Kennzeichenrohlinge wird von den Firmen Utsch und 3M nach den Richtlinien des Deutschen Instituts fĂŒr Normung (DIN) aus Aluminium gefertigt. Eine technische Innovation sind selbstleuchtende Kennzeichenschilder, die seit MĂ€rz 2006 in der Erprobung waren und seit November 2006 in Deutschland fĂŒr den allgemeinen Straßenverkehr zugelassen sind.

Jedes Kennzeichen hat auf der RĂŒckseite eine eingeprĂ€gte Signatur, aus der der Hersteller des Kennzeichenrohlings erkennbar ist und auf der Vorderseite eine Signatur, die eine Identifizierung des endgĂŒltigen Herstellers des Kennzeichens zulĂ€sst. Zur Herstellung wird heute ĂŒblicherweise das HeißprĂ€geverfahren angewendet. Dieses Verfahren wurde 1990 entwickelt und löste die bisherige Verwendung von lösungsmittelhaltigen Lacken ab.

Klebekennzeichen

Eine besondere Form sind sogenannte „Klebekennzeichen“, bei denen das Schild als Aufkleber ausgefĂŒhrt ist. Diese sind jedoch mittlerweile nur sehr selten anzutreffen und werden meist nur fĂŒr Oldtimer vergeben, an denen das Anbringen eines normalen Schraubkennzeichens nicht oder nur sehr schwer möglich ist.

Kunststoffkennzeichen

Kfz-Kennzeichen aus Kunststoff

Seit Ende 2006 werden auch Kennzeichen aus Acryl-Kunststoff als Alternative zu den Metallschildern angeboten. Diese Ă€hneln dem Aussehen nach britischen Kennzeichen. Ebenfalls aus Kunststoff gefertigt sind sogenannte Selbstleuchtende Nummernschilder (SLN) die unter anderem von dem Unternehmen 3M hergestellt werden. Diese Ă€hneln in der Optik gewöhnlichen Metallschildern, werden ebenfalls erhaben geprĂ€gt und besitzen eine Reflexionsschicht. Die Besonderheit ist, dass diese lichtdurchlĂ€ssig sind und von hinten durch LED-Elemente weiß beleuchtet werden. So ergibt sich eine gleichmĂ€ĂŸige und gut lesbare Ausleuchtung, die zusĂ€tzliche Sicherheit geben soll.

Sonderkennzeichen

Behördenkennzeichen

Behördenkennzeichen fĂŒr kommunale Verwaltungsebene (hier: Berufsfeuerwehr Erlangen)
Behördenkennzeichen des Katastrophenschutzes

Überblick

Bis zum 28. Februar 2007 zugelassene Behördenfahrzeuge tragen das KĂŒrzel des jeweiligen Zulassungsbezirks, in dem die Behörde ihren Dienststellensitz hat, gefolgt von einer Ziffernfolge. Die Ziffernfolgen geben in der Regel Aufschluss ĂŒber die Behörde, fĂŒr die das Kennzeichen zugeteilt wurde:

  • Oberhalb der kommunalen Verwaltungsebene: 1–89, 1××, 1×××, 1××××
  • Gerichte: 9×, 9××××
  • Kommunale Verwaltungsebene: 2××, 2×××, 2××××, 3××, 6××, 6×××, 6××××
  • Polizei: 3×××, 3××××, 7×××, 7××××
  • Katastrophenschutz: 8×××, 8××××
  • Konsularische Vertretungen: 9××, 9×××
  • sonstige Behörden und Einrichtungen (teilweise Nummernreserven): 5××, 5×××, 5××××, 6××, 7××, 8××, 9××××

Seit dem 1. MĂ€rz 2007 werden diese Behördenkennzeichen aufgrund der neuen Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) – bis auf die von den Konsularischen Vertretungen verwendeten Nummernkreise – nicht mehr zugeteilt.[14] Viele Kreise und StĂ€dte eröffnen nun neue Vergabegruppen bzw. sperren ganze Buchstabenfolgen fĂŒr den Behördenfuhrpark.

Kennzeichen der Polizei

Die weitere Vergabe der Polizeikennzeichen ist in den BundeslÀndern derzeit unterschiedlich (siehe auch: Streifenwagen).

Landeskennzeichen

So werden derzeit in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und in Baden-WĂŒrttemberg fĂŒr Polizeifahrzeuge die Kennzeichen der jeweiligen Landesverwaltung nach den Mustern NRW 4–×××× und NRW 5–×××× sowie NRW 5–××× (MotorrĂ€der), BBL 4–××××, RPL 4–××××, SAL 4–×××× und BWL 4–×××× vergeben, wobei die fĂŒhrende 4 (in Nordrhein-Westfalen auch 5) dem Innenministerium zugeordnet ist. In Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt bevorzugt man Zulassungen nach den Mustern SH 3××××, MVL 3×××× und LSA 4××××.

Baden-WĂŒrttemberg

In Baden-WĂŒrttemberg war ursprĂŒnglich geplant, die Polizeifahrzeuge weiterhin am Sitz des RegierungsprĂ€sidiums, dem sie zugeordnet sind (Freiburg im Breisgau = â€žFR“, Karlsruhe = â€žKA“, Stuttgart = â€žS“ und TĂŒbingen = â€žTÜ“), bzw. bei Fahrzeugen der Bereitschaftspolizei, am Sitz des BereitschaftspolizeiprĂ€sidiums (Göppingen = â€žGP“), zuzulassen. Den Unterscheidungskennzeichen sollte eine bis zu zweistellige Buchstaben- und vierstellige Ziffernkombination folgen; Fahrzeuge des PolizeiprĂ€sidiums Stuttgart sollten die Kennzeichen S PP Ă—Ă—Ă—Ă— bekommen. Es wurden bereits einige Fahrzeuge mit diesem Schema zugelassen. Die Zulassungen wurden dann bei Fahrzeugen ab August 2008 nochmals zugunsten des Kennzeichens der Landesverwaltung geĂ€ndert. Die Fahrzeuge bekommen Kennzeichen nach dem Schema BWL 4–××××, wobei die erste Ziffer auch hier fĂŒr das Innenministerium als oberste Dienstbehörde und die erste Ziffer nach dem Bindestrich fĂŒr den entsprechenden Regierungsbezirk steht.[15]

Normale Kennzeichen

In einigen BundeslÀndern wurden die Systeme den normalen Kennzeichen angepasst:

Bayern
RegulĂ€res Kennzeichen eines Leasingfahrzeuges beim PP MĂŒnchen

Die bayrischen Polizeifahrzeuge der PolizeiprĂ€sidien Oberbayern-Nord mit Sitz in Ingolstadt, Mittelfranken in NĂŒrnberg, Unterfranken in WĂŒrzburg und Schwaben SĂŒd/West in Kempten nutzen die Kennung IN PP 9×××, N PP Ă—Ă—Ă—, WÜ PP Ă—Ă—Ă—Ă— und KE PP Ă—Ă—Ă—. Diejenigen in Augsburg die Kennung A PS Ă—Ă—Ă—, wobei „PS“ fĂŒr das PolizeiprĂ€sidium Schwaben Nord steht. Dem PolizeiprĂ€sidium Oberfranken in Bayreuth reicht ein Buchstabe BT P 8×××, genauso wie dem PolizeiprĂ€sidium Niederbayern in Straubing SR P 1××× und dem PolizeiprĂ€sidium Oberbayern SĂŒd in Rosenheim RO P Ă—Ă—Ă—. Von Seiten des PolizeiprĂ€sidiums MĂŒnchen wird ein Teil des Nummernkreises aus dem Bereich M PM Ă—Ă—Ă—Ă—, welcher der Zulassungstelle der Landeshauptstadt MĂŒnchen zugeordnet ist, verwendet. Eine UmrĂŒstung wird nur bei neu zugelassenen Fahrzeugen durchgefĂŒhrt, da die Umstellung kostenneutral erfolgen soll. Die Bereitschaftspolizei mit Sitz in Bamberg verwendet BA P Ă—Ă—Ă—Ă— als Kennzeichen.

Berlin, Hamburg und Bremen

In den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen werden die numerischen Kennzeichen nach dem bisherigen Muster beibehalten.

Hessen

In Hessen tragen neu zugelassene Polizeifahrzeuge Kennzeichen mit der Kombination WI HP Ă—Ă—Ă—Ă— (immer mit vier Ziffern).

Niedersachsen

In Niedersachsen tragen die Polizeifahrzeuge die Kennzeichen der örtlichen Inspektion bzw. Direktion, z. B. CE PI 950 oder GÖ PD 599 („PI“ fĂŒr Polizeiinspektion, „PD“ fĂŒr Polizeidirektion). Fahrzeuge der Zentralen Polizeidirektion Hannover, der auch die Bereitschaftspolizei mit weiteren Abteilungen in Braunschweig und Oldenburg angehört, tragen die KĂŒrzel H ZD Ă—Ă—Ă—Ă— („ZD“ fĂŒr Zentrale Polizeidirektion) oder „PA“ fĂŒr die Polizeiakademien.

Sachsen

In Sachsen erhalten seit dem 1. MĂ€rz 2007 grundsĂ€tzlich alle Polizeifahrzeuge, auch zivile (mit Ausnahme derjenigen, die fĂŒr verdeckte Ermittlungen eingesetzt werden), die Kennung DD Q Ă—Ă—Ă—Ă— (meist mit vier Ziffern). Die Bereitschaftspolizei erhĂ€lt Kennzeichen der Zifferngruppe DD Q 7×××. Alle anderen Dienststellen haben derzeit landesweit die Kennung DD Q 3×××.

ThĂŒringen

In ThĂŒringen nutzte man fĂŒr die Polizeifahrzeuge von 2007 bis 2010 die Kennung EF TP Ă—Ă—Ă—Ă— (immer mit vier Ziffern). Dabei ersetzten die Zeichen „TP“ die bisherige Ziffer 3. Die nĂ€chstfolgende Ziffer wies auf die Polizeidirektion (PD) oder die Bereitschaftspolizei in ThĂŒringen hin: 1 = PD Erfurt, 2 = PD Gera, 3 = PD Gotha, 4 = PD Jena, 5 = PD Nordhausen, 6 = PD Saalfeld, 7 = PD Suhl sowie 9 = Bereitschaftspolizei. Seit 2011 werden in ThĂŒringen die Polizeikennzeichen EF LP Ă—Ă—Ă—Ă— zentral vergeben. Die Zuordnung zu einer bestimmten Polizeidirektion ist nicht mehr erkennbar.[16]

Kennzeichen der Zollbehörden

Normale Kennzeichen

Die Bundeszollverwaltung stellte ebenfalls im Jahr 2007 mit Auslieferung der neuen Fahrzeuge vom Behördenkennzeichen (z. B. HB 123 ) auf die normalen zivilen Kennzeichen um (z. B. OS Z 9××× ), wobei es zwischen den einzelnen HauptzollĂ€mtern unterschiedlich gehandhabt wird, ob die Buchstaben „Z“ fĂŒr Zoll oder „ZA“ fĂŒr Zollamt verwendet werden. Auf Hauptzollamtsebene wird oft nach der Ortsangabe „HZ“ verwendet, auf Bundesfinanzdirektionsebene die Kennung „ZV“ fĂŒr Zollverwaltung. Ebenso von dieser Regelung betroffen sind das Bundesamt fĂŒr GĂŒterverkehr (BAG), das bisher Kölner Behördenkennzeichen verwendete, sowie die Bundesnetzagentur (frĂŒher „RegTP“) mit der technischen Zentrale in Mainz. Die alten Behördenkennzeichen sind Auslaufmodelle und werden nicht mehr ausgegeben.

Kennzeichen „BD“

Seit dem 1. April 2009 werden von der Bundesfinanzverwaltung (Zoll) wieder Behördenkennzeichen ausgegeben. DafĂŒr ist bundesweit nun die Kfz-Zulassungsstelle der Bundesfinanzdirektion SĂŒdwest zustĂ€ndig. Diese ist beim Beschaffungsamt der Bundesfinanzverwaltung in Offenbach am Main angesiedelt. Die Kennzeichen lauten einheitlich auf „BD“ was fĂŒr „Bundesrepublik Deutschland“ steht, zuzĂŒglich einer zweistelligen Unterscheidungsnummer fĂŒr Behörden und einer fortlaufenden Vergabenummer. Die zweistellige Unterscheidungsnummer lautet „16“ (z. B. BD 16 – 315). Auf der Zulassungsplakette steht „Bundesrepublik Deutschland ‱ KfzSt der Bundesfinanzverwaltung“, wobei „KfzSt“ fĂŒr „Kraftfahrzeugstelle“ steht.

Saisonkennzeichen

Saisonkennzeichen, GĂŒltigkeitsdauer vom 1. Mai bis 31. Oktober eines Jahres

„Saisonkennzeichen“ haben hinter der Erkennungsnummer ĂŒbereinander den ersten und den letzten Monat des GĂŒltigkeitszeitraums angegeben, getrennt durch einen waagerechten Strich. Der Zulassungszeitraum ist zwischen zwei und elf Monaten innerhalb eines beliebigen Zwölf-Monatszeitraums frei wĂ€hlbar, allerdings mĂŒssen der Anfang und das Ende des Zeitraums mit vollen Kalendermonaten zusammenfallen. Der große Vorteil dieser 1995 eingefĂŒhrten Kennzeichen ist, dass An- und Abmeldung nunmehr automatisch geschehen und GebĂŒhren vermieden werden, die zuvor fĂŒr das regelmĂ€ĂŸige An- und Abmelden nötig waren. Man findet diese Kennzeichen vornehmlich an Fahrzeugen, die nicht das ganze Jahr genutzt werden, beispielsweise an MotorrĂ€dern, Cabriolets und Wohnmobilen, aber auch auf Fahrzeugen des Winterdienstes.

Beim Wechsel von ganzjĂ€hriger Zulassung zu einer saisonalen Zulassung muss trotz bestehendem ganzjĂ€hrigem Versicherungsschutz dem Straßenverkehrsamt eine VersicherungsbestĂ€tigungs-Nummer fĂŒr den zukĂŒnftig angestrebten Zeitraum genannt werden. Ohne diese ist der Wechsel nicht möglich. Die VersicherungsbestĂ€tigungs-Nummern sind an die Stelle der frĂŒher erforderlichen Deckungskarten getreten. Wichtig ist, dass das Fahrzeug auf öffentlichen Straßen nur wĂ€hrend des angegebenen Betriebszeitraums in Betrieb genommen oder abgestellt werden darf.

Kennzeichen historischer Fahrzeuge

Das „Oldtimerkennzeichen“ (auch „H-Kennzeichen“ genannt), bei dem der eigentlichen Zulassungsnummer ein „H“ nachgestellt wird, ist eine deutsche Kennzeichnung eines historischen Kraftfahrzeugs nach § 9 FZV, die nach einer PrĂŒfung auf zeitgenössisch originalen Zustand erteilt wird. Eine weitere Voraussetzung ist, dass das Fahrzeug nachweislich mindestens 30 Jahre alt ist („Fahrzeuge, die vor mindestens 30 Jahren erstmals in Verkehr gekommen sind.“ § 2 Nr. 22 FZV).

Das Kennzeichen folgt dem gleichen Schema wie regulĂ€re Nummernschilder fĂŒr Zivil-, Behörden- oder Diplomatenkennzeichen. Der einzige Unterschied ist ein „H“ als abschließendes Zeichen. Eine EinschrĂ€nkung besteht darin, dass bei einzeiligen Kennzeichen die Gesamtzahl aller Zeichen ohne dieses „H“ nicht mehr als sieben betragen darf. Beispiel: AB DE 123H. Mit dem „H-Kennzeichen“ können – je nach HubraumgrĂ¶ĂŸe des Fahrzeugs – Steuer- und oftmals auch Versicherungsvorteile verbunden sein. Zudem sind mit Oldtimerkennzeichen zugelassene Fahrzeuge von den mit einer fehlenden Feinstaubplakette einhergehenden EinschrĂ€nkungen ausgenommen.[17]

Kennzeichen fĂŒr historische Fahrzeuge

Die Kriterien zur Vergabe eines H-Kennzeichens werden uneinheitlich angewandt: Oftmals werden Abweichungen vom Originalzustand geduldet, insoweit sie bereits als zeitgenössische Umbauten vor 30 Jahren oder frĂŒher anzutreffen waren.

Seit Anfang 2010 werden in Bremen H-Kennzeichen in der bis zum 31. Oktober 2000 verwendeten Schriftform (DIN 1451) und ohne Euro-Balken gegen eine zusĂ€tzliche BearbeitungsgebĂŒhr von 100 Euro ausgegeben. Ende Juli 2010 wies das hessische Verkehrsministerium seine Zulassungsstellen an, ebenfalls auf Antrag schwarzweiße Schilder auszugeben und sich bei den GebĂŒhrensĂ€tzen am Bremer Modell zu orientieren.[18] Damit wird einem zeitlich korrekten Erscheinungsbild eines Oldtimers Rechnung getragen, da die Euro-Kennzeichen von Oldtimerfreunden sehr hĂ€ufig als unpassend empfunden wurden.[19][20]

In keinem Fall werden H-Kennzeichen ausgegeben, wenn erkennbar wesentlich jĂŒngere Komponenten eingebaut wurden: Ein stĂ€rkerer Motor passenden und Ă€hnlichen Typs, der erst spĂ€ter erhĂ€ltlich war, ist bereits ein Negativkriterium. Anfangs waren sogar Katalysator-NachrĂŒstungen als zeituntypisches Zubehör teilweise ein Ablehnungsgrund, jedoch ist hier mittlerweile die einschlĂ€gige Rechtsprechung klar umweltfreundlich. Auch schlecht gepflegten Fahrzeugen wird oftmals der „H“-Status verweigert. Als allgemeine Orientierung können hier die Zustandsnoten nach DEUVET gelten, die nach dem Schulnotensystem den Zustand eines Fahrzeugs dokumentieren. Ein Fahrzeug, das fĂŒr ein H-Kennzeichen angemeldet wird, sollte in einem Zustand sein, der nicht schlechter als „3“ ( = gebrauchter Zustand, kleine MĂ€ngel, aber vollstĂ€ndig fahrbereit, keine Durchrostungen) ist.[21]

Historische Fahrzeuge können auch mit einem roten Kennzeichen (siehe unten) mit der Kennziffer 07 betrieben werden.

Rote Kennzeichen

„Rote Nummern“ werden vergeben fĂŒr:

Rote Kennzeichen existieren seit mindestens den 1920er Jahren in roter Schrift auf weißem Grund und bestehen aus ZulassungskĂŒrzel und einer Nummer, die derzeit mit „06“ oder „07“ beginnt.

Rote Kennzeichen mit der Folgenummer „06“ werden nur an Kfz-Betriebe oder HĂ€ndler zum Zweck von Probe- und ÜberfĂŒhrungsfahrten ausgegeben. Sie sind nicht an ein Fahrzeug gebunden.

Kurzzeitkennzeichen sind mittlerweile nicht mehr rot, sondern schwarz.

Rotes FE-Kennzeichen in aktueller Form des ehemaligen Zulassungsbezirks Landkreis Kamenz
Altes rotes DIN-Kennzeichen, Zulassungsbezirk WĂŒrzburg
Rote „07er-Nummer“, Zulassungsbezirk Landkreis Haßberge

Rote Kennzeichen mit der Folgenummer „07“ können auch an Privatleute ausgegeben werden, jedoch ausschließlich fĂŒr Fahrzeuge, die mindestens 30 Jahre alt sind. Vor dem 1. MĂ€rz 2007 war die rote „07er-Nummer“ auch fĂŒr mindestens 20 Jahre alte Youngtimer vorgesehen. Mit diesen Kennzeichen dĂŒrfen allerdings nur noch Erprobungs- und Bewegungsfahrten, Probefahrten zum Fahrzeugverkauf sowie Fahrten zu Fahrzeugtreffen gemacht werden. Zum Nachweis ist fĂŒr jedes Fahrzeug ein eigenes Fahrtenbuch zu fĂŒhren. Je nach Zulassungsstelle können pro roter „07“-Nummer bis zu zehn, in anderen FĂ€llen aber auch beliebig viele Fahrzeuge genehmigt werden. Es können auch mehrere Kennzeichen mit gleicher Nummer ausgegeben werden, beispielsweise ein großes lĂ€ngliches fĂŒr einen Pkw und ein kleines quadratisches fĂŒr ein Zweirad. Dieses Kennzeichen ist steuerlich begĂŒnstigt und Versicherungen bieten oft gĂŒnstige Tarife hierfĂŒr an. Die zur Genehmigung vorzulegenden Dokumente können je nach Zulassungsstelle variieren.

Das „Rote Kennzeichen 07“ ist nicht nur in der Bundesrepublik gĂŒltig. Aufgrund internationaler Abkommen mit verschiedenen Staaten können Fahrzeuge mit rotem „07“-Kennzeichen auch im Ausland genutzt werden.

Hiernach gilt das „Rote Kennzeichen 07“ wie jedes andere deutsche Kennzeichen auch in den Vertragsstaaten unter den folgenden Bedingungen:

  • Die Eintragung der Daten im Fahrzeugschein erfolgt seitens der Behörde (Zulassungsstelle) und dies ist im Fahrzeugscheinheft dokumentiert (Amtsstempel).
  • Das Kennzeichen darf auch im Ausland nur fĂŒr die in Deutschland zulĂ€ssigen Zwecke verwendet werden, also Probefahrten, ÜberfĂŒhrungsfahrten, Werkstatt- und Einstellfahrten sowie Fahrten zu und auf Oldtimerveranstaltungen.
  • Gegebenenfalls ist nach den allgemeinen Regeln eine GrĂŒne Versicherungskarte mitzufĂŒhren.

Die Nutzung des „Roten Kennzeichens 07“ ist in folgenden LĂ€ndern grundsĂ€tzlich zulĂ€ssig:

  • Alle EU-Mitgliedsstaaten, außer Malta und Zypern
  • In Europa außerdem: Andorra, Bosnien-Herzegowina, Georgien, Kasachstan, Kroatien, Liechtenstein, Mazedonien, Monaco, Montenegro, Norwegen, San Marino, Schweiz, Serbien, Ukraine und Weißrussland
  • In Asien: Bahrain, Iran, Israel, Kuwait, Pakistan, Philippinen, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan
  • In Afrika: ElfenbeinkĂŒste, Kongo, Marokko, Niger, Senegal, Seychellen, Simbabwe und SĂŒdafrika
  • In Amerika: Brasilien, Guyana, Kuba und Uruguay

Die Zulassung von Oldtimern mit rotem „07“-Kennzeichen ist in den o. g. LĂ€ndern nach internationalem Recht gĂŒltig. Zwar entsprechen das „Rote Kennzeichen“ bzw. das „Kurzzeitkennzeichen“ internationalen Vorschriften, jedoch braucht der rote Fahrzeugschein, der auch bei dem neuen Kurzzeitkennzeichen ausgegeben wird, nicht im Ausland akzeptiert zu werden, da er nicht den internationalen StraßenverkehrsĂŒbereinkommen von 1926, 1949 und 1968 entspricht.

Insbesondere in Österreich und Italien werden seit 1. April 2009 weder die 06er noch die 07er roten Kennzeichen anerkannt, da fĂŒr diese Fahrzeuge keine technische Untersuchung (HU) durchgefĂŒhrt wurde.

Die Verwendung „Roter Kennzeichen“ kann deshalb im Ausland unter UmstĂ€nden zu Problemen fĂŒhren, da sie nicht offiziell anerkannt sind. Es kamen in der Vergangenheit hohe Strafen, Einzug (Italien) und Einreiseverweigerung (Schweiz und Benelux) vor. Auf deutscher ministerieller Ebene wird jedoch eine Anerkennung empfohlen. Es muss allerdings darauf hingewiesen werden, dass keinerlei Rechtsanspruch und keine GewĂ€hr fĂŒr die Beibehaltung dieser Praxis besteht.[22] Nach neuesten Berichten werden „07er-Nummern“ ungĂŒltig fĂŒr das Ausland, auch die zum 1. MĂ€rz 2007 geplante EU-Richtlinie wurde nie umgesetzt (DEUVET in[23]).

Abkommen ĂŒber die gegenseitige Anerkennung der jeweiligen nationalen ÜberfĂŒhrungs- und Probekennzeichen und der entsprechenden Fahrzeugpapiere bestehen seit 1979 mit Österreich und seit 1. Januar 1994 mit Italien. Eine diesbezĂŒgliche Vereinbarung mit DĂ€nemark wurde 1990 gekĂŒndigt.

Der Versicherungsschutz bleibt auch bei Verwendung des Kurzzeitkennzeichens im Ausland bestehen; die Internationale Versicherungskarte fĂŒr Kraftverkehr (auch „GrĂŒne Karte“ genannt) wird jedoch in der Regel nur dann ausgegeben, wenn der Abschluss einer Anschlusspolice (fĂŒr eine regulĂ€re Zulassung) als sicher gilt.[24]

GrĂŒne Kennzeichen

Kennzeichen eines steuerbefreiten Fahrzeugs

„GrĂŒne Kennzeichen“ sind Kennzeichen mit grĂŒner Schrift auf weißem Grund und ansonsten identisch mit dem normalen Kennzeichen. Sie werden fĂŒr steuerbefreite Fahrzeuge, wie z. B. landwirtschaftliche Fahrzeuge, Fahrzeuge von gemeinnĂŒtzigen oder Hilfsorganisationen, Schaustellerfahrzeuge und selbstfahrende Arbeitsmaschinen (z. B. KrĂ€ne und Betonpumpen) ausgegeben sowie außerdem fĂŒr AnhĂ€nger mit bestimmtem Einsatzzweck, (z. B. fĂŒr Boote, Segelflugzeuge, Hunde und Pferde).

Bei Zahlung einer erhöhten Kraftfahrzeugsteuer fĂŒr das Zugfahrzeug (nicht bei PKW oder Krad) kann ein LastanhĂ€nger steuerfrei gestellt werden. Allerdings darf ein solcher AnhĂ€nger nur von Fahrzeugen gezogen werden, fĂŒr die eine erhöhte Kfz-Steuer gezahlt wird. Ausgenommen sind AnhĂ€nger fĂŒr den Containertransport, die im kombinierten Verkehr verwendet werden. Der AnhĂ€nger ist ebenfalls steuerbefreit, unabhĂ€ngig vom steuerlichen Status des Zugfahrzeugs.[25] Ausgegeben werden die grĂŒnen Kennzeichen von der Zulassungsstelle nur, wenn die Genehmigung zur Steuerbefreiung vom Finanzamt vorliegt. Die Fahrzeuge mit dem grĂŒnen Kennzeichen dĂŒrfen nicht zu anderen Zwecken verwendet werden. Wird das Fahrzeug zu einem anderen Zweck verwendet, so ist das ein Vergehen gegen das Steuergesetz und kann strafrechtlich verfolgt werden.

Kurzzeitkennzeichen

Kurzzeit-Kennzeichen, Ablaufdatum: 9. MĂ€rz 2004

„Kurzzeitkennzeichen“ sind fĂŒr FahrzeugĂŒberfĂŒhrungen, PrĂŒfungs- und Probefahrten vorgesehen. Rechtliche Basis fĂŒr diese Kennzeichen ist § 16 FZV (PrĂŒfungsfahrten, Probefahrten, ÜberfĂŒhrungsfahrten). Genutzt werden dĂŒrfen diese Kennzeichen nur mit einem einzigen Fahrzeug, eine wechselnde Verwendung mit mehreren Fahrzeugen ist nicht zulĂ€ssig. Als Besonderheit ist bei diesen Kennzeichen keine gĂŒltige Bescheinigung fĂŒr eine bestandene AU (§ 47a StVZO) und HU (§ 29 StVZO) nötig. Auch von den Regelungen hinsichtlich der Umweltplakette sind diese Kennzeichen ausgenommen.

Sie gelten fĂŒr höchstens fĂŒnf Tage, der Ablaufzeitpunkt ist auf dem Kennzeichen in einem gelben Feld am rechten Rand vermerkt, wobei oben der Tag, darunter der Monat und darunter das Jahr des Ablaufdatums stehen; danach darf das Schild im Straßenverkehr nicht mehr verwendet werden. Voraussetzung fĂŒr die Erteilung ist die Vorlage eines gĂŒltigen Personalausweises oder eines Reisepasses nebst MeldebestĂ€tigung sowie eine gĂŒltige Versicherungsbescheinigung fĂŒr fĂŒnf Tage. Bei vielen Versicherungen besteht die Möglichkeit, sich die VersicherungsprĂ€mien der Kurzzeitzulassung auf eine folgende „normale“ Anmeldung anrechnen zu lassen.

Das Kennzeichen enthĂ€lt das KĂŒrzel des Zulassungsbezirks und eine Nummer, die mit „03“ (seit 1. MĂ€rz 2007) oder „04“ beginnt. Die amtliche Stempelplakette ist blau (und meist aus der alten Version der jeweiligen Zulassungsplakette abgeleitet), und das Kennzeichen hat kein Eurofeld am linken Rand (Verordnung, relevant sind Abschnitt 1 sowie 6 und 7). Das „Kurzzeitkennzeichen“ in seiner heutigen Form löste 1998 das rote „04“-Kennzeichen ab, das sich Privatleute von der Zulassungsstelle fĂŒr maximal fĂŒnf Tage geben lassen konnten. Eine RĂŒckgabe des Kurzzeitkennzeichens nach Ablauf ist nicht notwendig, weil es wegen des eingeprĂ€gten Datums nicht mehr gĂŒltig ist.

Die Zuteilung eines Kurzzeitkennzeichens ist ein nationaler Verwaltungsakt, und somit ist die Anbringung eines Kurzzeitkennzeichens an ein Fahrzeug, das sich im Ausland befindet, um dieses z. B. nach Deutschland zu ĂŒberfĂŒhren, nicht zulĂ€ssig (verbotene Fernzulassung). FĂŒr Auslandsfahrten werden die nationalen Zulassungsdokumente durch die Teilnehmerstaaten des Internationalen Abkommens ĂŒber den Straßenverkehr gegenseitig anerkannt. Allerdings sind Kurzzeitkennzeichen und der entsprechende Fahrzeugschein genau genommen keine offiziellen Zulassungsdokumente, da damit eine Nutzung von Fahrzeugen außerhalb des Zulassungsverfahrens gestattet wird, die in dieser Form nicht unter das StraßenverkehrsĂŒbereinkommen fĂ€llt. Deshalb mĂŒssen Kurzzeitkennzeichen im Ausland nicht ohne Weiteres akzeptiert werden. Dennoch ist die Nutzung von Kurzzeitkennzeichen unter bestimmten Voraussetzungen möglich:

  • Anerkennungspflicht fĂŒr EU-Mitgliedsstaaten
  • Tolerieren der Kurzzeitkennzeichen durch einige Staaten

Die EuropĂ€ische Kommission hat in ihrer „ErlĂ€uternden Mitteilung zu den Zulassungsverfahren fĂŒr Kraftfahrzeuge, die aus einem Mitgliedstaat in einen anderen verbracht wurden“, deutlich zum Ausdruck gebracht, dass Kraftfahrzeugen mit amtlichen Kennzeichen, wie z. B. den HĂ€ndler- oder Kurzzeitkennzeichen, die Teilnahme am grenzĂŒberschreitenden öffentlichen Straßenverkehr grundsĂ€tzlich zu gestatten ist. Sie hat im 4. Abschnitt ihrer Mitteilung die Voraussetzungen fĂŒr die „Anerkennung“ derartiger Kennzeichen beschrieben. Das deutsche Kurzzeitkennzeichen erfĂŒllt diese Voraussetzungen.[26]

Ausfuhrkennzeichen

GegenwÀrtiges Ausfuhrkennzeichen
Ausfuhrkennzeichen (alt)

„Internationale Kurzzeit-Zulassungen“ mit rotem Rand auf der rechten Seite sind Zulassungen zu ÜberfĂŒhrungszwecken ins Ausland. Als einzige deutsche Zulassung werden diese Kennzeichen auch an Personen mit Wohnsitz im Ausland vergeben. Das Datum auf dem roten Streifen am rechten Rand bezeichnet nicht die GĂŒltigkeitsdauer der Kennzeichen und des zugehörigen Fahrzeugbriefes, die immer zwölf Monate betragen. Vielmehr handelt es sich um das Ablaufdatum des in Deutschland gĂŒltigen Versicherungsschutzes (aus diesem Grund fahren z. B. in und um Paris Fahrzeuge mit „abgelaufener“ Nummer, da dort dann nur eine neue Versicherung fĂŒr ein Jahr beantragt wird). Das Fahrzeug muss daher vor Ablauf des angegebenen Datums ins Ausland ausgefĂŒhrt worden sein und darf auf deutschen Straßen anschließend nicht mehr bewegt werden. Anfangs war auf der roten Nummer das Ablaufdatum nur auf den Monat genau angegeben, spĂ€ter wurde auf eine tagesgenaue Angabe umgestellt.

Das Kennzeichen enthĂ€lt das KĂŒrzel des Zulassungsbezirkes, eine rote Stempelplakette (die meist aus der alten Version der jeweiligen Zulassungsplakette abgeleitet ist) und eine Nummer mit zwei bis vier Ziffern, gefolgt von einem Buchstaben, der die laufende Serie angibt und keine besondere Bedeutung hat. Ironischerweise gehören diese internationalen Kennzeichen zu den wenigen Kennzeichentypen, die es nicht mit dem Europa-Merkmal (Sternenkranz) und der Landeskennung gibt. Von 1910 bis 1988 hatte das Kennzeichen die Form eines ovalen Schildes, das ein Siegel der Zollbehörde trug. Dieses Siegel enthielt immer den Reichsadler bzw. Bundesadler in seiner jeweils gĂŒltigen Form. Eine Ausnahme bezĂŒglich des Siegels stellte West-Berlin dar, da es von 1949 bis 1990 kein Bestandteil der Bundesrepublik war.

Die alten ovalen Kennzeichen hießen ‚Zollkennzeichen‘, weil sie jahrzehntelang eine Doppelfunktion hatten:

  1. Ausfuhrkennzeichen im heutigen Sinn zu sein und
  2. die eigentliche Funktion, weshalb sie ĂŒberhaupt eingefĂŒhrt wurden, war folgende: Bei auslĂ€ndischen Fahrzeugen, die nach Deutschland einreisten, mussten die auslĂ€ndischen Kennzeichen gegen Zollkennzeichen ausgetauscht werden. Das auslĂ€ndische Nummernschild wurde abgeschraubt oder verdeckt. Beim Verlassen Deutschlands gab man das Zollkennzeichen an der Grenze wieder ab. Dank der internationalen VertrĂ€ge entfiel diese Funktion nach und nach.

Diplomatenkennzeichen

Diplomatenkennzeichen der indonesischen Botschaft

Fahrzeugkennzeichen des diplomatischen Corps beginnen mit der Ziffer Null (Botschafter und gleichgestellte Personen) oder dem Kennzeichen des Zulassungsbezirkes (ĂŒblicherweise „B“ oder „BN“, sonstiges Botschaftspersonal und Konsulate).

Rechts der Plaketten besitzen diese Kennzeichen einen LĂ€ndercode und nachfolgend eine ein- bis dreistellige Zahl, die ĂŒblicherweise im Zusammenhang mit dem Rang des Inhabers steht. Kleinere Zahlen bezeichnen in der Regel einen höheren Rang. Diplomatische Kennzeichen werden nicht nur an Personal von Botschaften, sondern auch an Mitarbeiter zahlreicher internationaler (zwischenstaatlicher) Organisationen ausgegeben, jedoch nicht an deutsche StaatsbĂŒrger. Als personengebundene Kennzeichen beschrĂ€nken sie die Benutzung entsprechender Fahrzeuge auf Inhaber eines diplomatischen Ausweises (der unter UmstĂ€nden auch an Familienangehörige ohne eigenes Einkommen ausgestellt wird, jedoch auch nicht an Deutsche) und Fahrer im Dienst der jeweiligen diplomatischen Missionen. Diplomaten von sehr niedrigem Rang, z. B. Honorarkonsuln, erhalten keine Diplomatenkennzeichen, dĂŒrfen jedoch einen „CC“-Aufkleber (Corps Consulaire) anbringen und können je nach Standort ein – einem Behördenkennzeichen Ă€hnelndes – Kennzeichen mit dem KĂŒrzel des Zulassungsbezirks und einer mit „9“ beginnenden Ziffernfolge erhalten.

Wird ein „Diplomatenkennzeichen“ gestohlen oder ist aus anderen GrĂŒnden abhanden gekommen, bekommt das Fahrzeug eine „Alias-Nummer“: Das bisherige Kennzeichen wird durch den Buchstaben „A“ ergĂ€nzt und das bisherige Kennzeichen fĂŒr ungĂŒltig erklĂ€rt, bis die Sperrfrist von einem Jahr abgelaufen ist. Dann darf die Zulassungsstelle es wieder ausgeben. Wird auch die Alias-Nummer vermisst, kommt der Zusatzbuchstabe „B“ zum Einsatz usw.

Fahrzeuge der Leitungsebene Oberster Bundesbehörden

Kfz-Kennzeichen am Dienstwagen des BundesprÀsidenten

Das Kennzeichen des Dienstwagens des BundesprĂ€sidenten ist   0 – 1  , des Bundeskanzlers   0 – 2  , des Außenministers   0 – 3  , des Ersten StaatssekretĂ€rs im AuswĂ€rtigen Amt   0 – 4  . Der BundestagsprĂ€sident fĂŒhrt das Kennzeichen   1 – 1  .

Die Kennzeichen aller anderen Dienstwagen des Bundestages, des Bundesrates, der Bundesregierung, des BundesprĂ€sidialamtes und des Bundesverfassungsgerichtes beginnen mit „BD“. Sie werden wie folgt zugeteilt:

BD 1–
 0Deutscher Bundestag
BD 3–
 0Bundesrat
BD 4–
 0Bundesverfassungsgericht
BD 5–
 0BundesprĂ€sidialamt, speziell:   BD 5–1   BundesprĂ€sident, auch   0 – 1  
BD 6–
 0Bundeskanzleramt, speziell:   BD 6–1   Bundeskanzler, auch   0 – 2  
BD 6–
 0Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
BD 7–
 0AuswĂ€rtiges Amt, speziell:   BD 7–1   Bundesminister des AuswĂ€rtigen, auch   0 – 3  
BD 9–
 0Bundesministerium des Innern
BD 10–
 Bundesministerium der Justiz
BD 11–
 Bundesministerium der Finanzen
BD 12–
 Bundesministerium fĂŒr Wirtschaft und Technologie
BD 13–
 Bundesministerium fĂŒr Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
BD 14–
 Bundesministerium fĂŒr Verbraucherschutz, ErnĂ€hrung und Landwirtschaft
BD 15–
 Bundesministerium fĂŒr Arbeit und Sozialordnung
BD 16–
 Bundesfinanzverwaltung (Zoll)
BD 18–
 Bundesministerium der Verteidigung
BD 19–
 Bundesministerium fĂŒr Bildung und Forschung
BD 20–
 Bundesministerium fĂŒr Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
BD 21–
 Bundesministerium fĂŒr Familie, Senioren, Frauen und Jugend
BD 22–
 Bundesministerium fĂŒr Gesundheit
BD 26–
 Bundesministerium fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Die nicht vergebenen Kennzeichenkombinationen „BD 2–
“, „BD 8–
“ usw. dienen als Reserve.

Kennzeichen der Landesbehörden und der Landtage

BBL-Kennzeichen fĂŒr Brandenburg

Kraftfahrzeuge von Landesbehörden haben teilweise kein KĂŒrzel fĂŒr eine Stadt oder einen Landkreis, sondern fĂŒr das jeweilige Land.

KĂŒrzel Land
B Berlin
BBL Brandenburg
BWL Baden-WĂŒrttemberg
BYL Bayern
HB Bremen
HEL Hessen
HH Hamburg
LSA Sachsen-Anhalt
LSN Sachsen
MVL Mecklenburg-Vorpommern
NL Niedersachsen
NRW Nordrhein-Westfalen
RPL Rheinland-Pfalz
SAL Saarland
SH Schleswig-Holstein
THL ThĂŒringen
Streifenwagen der Polizei Nordrhein-Westfalen mit eigenen Unterscheidungszeichen

So haben neu zugelassene Polizeifahrzeuge beispielsweise in Nordrhein-Westfalen Kennzeichen der Form NRW 4–9999. Dabei steht die Ziffer „4“ fĂŒr das Innenministerium. Auf die regionalen Zulassungen hat man verzichtet, weil die geleasten Fahrzeuge in Stadtgebieten weniger Kilometerleistung erreichen als in lĂ€ndlichen Gebieten. Um extreme Abweichungen bei den KilometerstĂ€nden der Fahrzeuge zu verhindern, können die Fahrzeuge mit NRW-Nummer laufend ausgetauscht werden.

FĂŒr Bundeslandkennzeichen gibt es eine Empfehlung fĂŒr die Benutzung der Ziffer vor dem Trennstrich:

100Landtag
200Reserve
300MinisterprÀsident, Staatskanzlei
400Innenministerium
500Justizministerium
600Finanzministerium
700Verkehrsministerium

FĂŒr Nordrhein-Westfalen gibt es folgende Regelung: Die dem Unterscheidungszeichen nachfolgende Ziffer ist wie folgt zugeordnet:

1 00000Landesregierung
3 00000Staatskanzlei
4, 5, 60 Innenministerium (mit Polizei)
7, 8 000Innenministerium (mit Katastrophenschutz)

Die Ziffern 2 und 9 sind nicht belegt. Der MobilitĂ€tsbedarf bei den Ministerien wird grundsĂ€tzlich ĂŒber die Fahrbereitschaft der Staatskanzlei ( NRW 3–×××× ) gedeckt.

Kennzeichen von Bundesbehörden

Kennzeichen der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, Wasser- und Schifffahrtsdirektion SĂŒd, WĂŒrzburg

Die Deutsche Bundesbahn (DB) und Deutsche Bundespost (BP) hatten bis zu ihrer Privatisierung in den 1990er Jahren eigene Kennzeichen. Bei der Bahn codierten die ersten beiden – nach „DB“ folgenden – Ziffern den Fahrzeugtyp. Bei den Kraftfahrzeugkennzeichen der Deutschen Bundespost wurde zusĂ€tzlich nach Postdienst („BP 10“ bis „BP 59“) sowie Fernmeldedienst („BP 60“ bis „BP 99“) unterschieden. Andere Behörden wie die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes („BW“; die Zulassungsplakette entspricht der des jeweiligen Kreises, in dem das Fahrzeug zuerst angemeldet wurde; die erste Ziffer steht fĂŒr die Direktion) oder die Bundespolizei (seit 30. April 2006 „BP“, auslaufend „BG“ fĂŒr Bundesgrenzschutz), besitzen ebenfalls spezielle Kennzeichen. Bei der Bundespolizei wird durch die ersten beiden Ziffern die Fahrzeugart codiert.

Kennzeichen der Bundeswehr

Der Bundeswehr ist der Buchstabe „Y“ fĂŒr ihre Kfz-Kennzeichen zugeordnet. „Y“ wurde gewĂ€hlt, da bei GrĂŒndung der Bundeswehr im Jahre 1955 alle in Frage kommenden Kombinationen wie „BW“ bereits vergeben waren und fĂŒr die voraussichtlich große Anzahl von MilitĂ€rfahrzeugen das Unterscheidungszeichen (der „Zulassungsbezirk“) nur aus einem Buchstaben bestehen durfte, zumal das Kennzeichen auch noch die deutsche Flagge enthĂ€lt. Durch den Umstand, dass keine grĂ¶ĂŸere Stadt in Deutschland einen mit „Y“ beginnenden Namen besitzt, wurde dieser Buchstabe von Brigadegeneral Kurt Vogel fĂŒr die StreitkrĂ€fte aus den beiden verbliebenen Unterscheidungsmerkmalen „X“ und „Y“ ausgewĂ€hlt.

Kfz-Kennzeichen der Bundeswehr

Weiterhin befinden sich die deutsche Flagge, eine bis zu sechsstellige Nummer und der Stempel der militĂ€rischen Zulassungsstelle auf dem Kennzeichen, das aus militĂ€rischem (taktischem) Grund nicht reflektierend ist. Bei den ranghöchsten Bediensteten der StreitkrĂ€fte sind auch dreistellige Kennzeichen möglich, dies gilt ebenso fĂŒr Kennzeichen an handelsĂŒblichen Fahrzeugen der Bundeswehr in den Vereinigten Staaten. Die Nummern werden willkĂŒrlich vergeben, das heißt, sie sind an keine Systematik wie Fahrzeugtyp oder Truppenteil gebunden. Dadurch bleibt aus taktischen GrĂŒnden der Standort und der Truppenteil des Fahrzeugs unerkannt.

Des Weiteren nutzt die Bundeswehr bei Fahrzeugen des „BW-Fuhrpark Service“ ein normales Kennzeichen, das mit „SU“ fĂŒr den Rhein-Sieg-Kreis (Siegburg) beginnt, danach die Buchstaben „BW“ und anschließend eine beliebige Zahl trĂ€gt, z. B. SU BW 123. Somit sind solche Fahrzeuge, die der Bundeswehr angehören, nicht mehr als solche zu erkennen, es sei denn, man kennt die Buchstaben-Kombination des Kennzeichens (falls das Fahrzeug nicht die Aufschrift des BW-Fuhrparkservices trĂ€gt).

Weiterhin gibt es einige Kennzeichen fĂŒr Erprobungsfahrten, die in roter Farbe mit rotem Rand gedruckt werden. Die Ziffernfolge beginnt mit „06“. Geleaste oder geliehene Fahrzeuge nutzen ebenfalls diese Kennzeichen, jedoch beginnt hier die Ziffernfolge mit „01“. Die Zulassung aller Fahrzeuge der Bundeswehr (mit Ausnahme der Fahrzeuge des Fuhrpark-Services) erfolgt durch die Zentrale MilitĂ€rkraftfahrtstelle (ZMK) in Mönchengladbach-Rheindahlen. Die Fahrzeuge der Bundeswehr unterliegen einer internen Überwachung in Anlehnung an die straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften, z. B. der Hauptuntersuchung und der SicherheitsprĂŒfung, und werden in einer technischen Durchsicht gemĂ€ĂŸ speziellen technischen Dienstvorschriften (TDv) durch eigenes Personal geprĂŒft. Fahrzeuge zivilen Typs, die bei der Bundeswehr als „handelsĂŒblich“ (HÜ) bezeichnet werden (z. B. VW Golf oder Opel Astra), können zur Hauptuntersuchung wie jedes zivile Fahrzeug bei einer amtlich anerkannten PrĂŒforganisation (z. B. TÜV, DEKRA) vorgefĂŒhrt werden.

Die Kfz-Kennzeichen der Bundeswehr werden weiterhin in alter DIN-Schrift und nicht in der neuen FE-Schrift ausgegeben.

Kennzeichen der Bundespolizei

Kfz-Kennzeichen der Bundespolizei
BP-34-Kennzeichen

Dienstwagen der Bundespolizei fĂŒhren die Kennung „BP“, ein Teil des Fuhrparks ist noch mit dem alten KennzeichenkĂŒrzel „BG“ (fĂŒr die ehemalige Bezeichnung „Bundesgrenzschutz“) zugelassen, das seit der Umbenennung im Jahr 2005 auslĂ€uft.

Die Kfz-Kennzeichen der Bundespolizei und des frĂŒheren BGS werden den ersten beiden Ziffern abhĂ€ngig vom Fahrzeugtyp vergeben:

  • KrĂ€der: BP 10 bis BP 12
  • PKW: BP 15 bis BP 19
  • gelĂ€ndefĂ€hige PKW: BP 20 bis BP 24
  • PKW (Kleinbusse): BP 25 bis BP 29
  • mittlere gelĂ€ndefĂ€hige PKW/LKW: BP 30 bis BP 39
  • LKW und Omnibusse: BP 40 bis BP 49
  • SondergeschĂŒtzte Kfz (Panzerwagen etc.): BP 50 bis BP 54
  • AnhĂ€nger: BP 55

Die Kennung „BP“ wurde bis 1996 an die Deutsche Bundespost ausgegeben. Die Kennzeichen hatten jedoch eine andere Systematik.

Kennzeichen des Technischen Hilfswerks

Kfz-Kennzeichen des THW

Das Technische Hilfswerk besitzt ebenfalls ein Behördenkennzeichen mit den Buchstaben „THW“. Vor der EinfĂŒhrung des neuen Euro-Kennzeichens gliederten sich die Fahrzeuge des THW in die Gruppe der Behördenkennzeichen des Katastrophenschutzes ein. Beibehalten wurde grundsĂ€tzlich die Ziffernstruktur der Behördenkennzeichen (8000–8999; 80000–89999, der fĂŒr den Katastrophenschutz verwendete Nummernkreis). Der Kennzeichenbereich wurde mittlerweile um Blöcke mit fĂŒhrender „9“ erweitert. Die Kennzeichen werden von der Zulassungsstelle des Bundesministeriums des Innern vergeben. ZusĂ€tzlich existieren auch beim THW rote Wechselkennzeichen, deren Ziffernfolge beginnt dann mit „06“.

Kennzeichen der NATO

Internationale Hauptquartiere der NATO in Deutschland fĂŒhren auf den amtlichen Kennzeichen ihrer Dienstfahrzeuge als Unterscheidungszeichen ein „X“, dem eine vierstellige Zahl folgt. Auch wenn § 46 der Verordnung ĂŒber die Zulassung von Fahrzeugen zum Straßenverkehr die Aufgaben der Zulassungsbehörde fĂŒr diese Fahrzeuge der Zentralen MilitĂ€rkraftfahrtstelle der Bundeswehr ĂŒbertragen hat, sind Fahrzeuge mit einem „X-Kennzeichen“ keine Dienstfahrzeuge der Bundeswehr. Die Zulassung und technische Überwachung der Fahrzeuge erfolgen nach den Vorschriften der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung, der Fahrzeug-Zulassungsverordnung, dem KraftfahrzeugsachverstĂ€ndigengesetz und der 15. Ausnahmeverordnung zur Straßenverkehrszulassungsordnung.

Danach mĂŒssen die mit „X“ gekennzeichneten Fahrzeuge zur regulĂ€ren Hauptuntersuchung und Abgasuntersuchung. Die SicherheitsprĂŒfung kann aber auch von WerkstĂ€tten der Bundeswehr durchgefĂŒhrt werden. Damit stehen diese Fahrzeuge im Gegensatz zu denen der Bundeswehr mit dem Kennzeichen „Y“, die im Rahmen der „Technischen MaterialprĂŒfung“ (TMP) von Fachpersonal der Bundeswehr geprĂŒft werden.

Auch diese Schilder mĂŒssen nicht reflektierend sein und es gibt sie nicht in der Euro-Version. Es gibt auch rote Kennzeichen, die mit „X“ beginnen.

Weitere MilitÀrkennzeichen

In Frankreich stationierte Angehörige der Bundeswehr (deutsche Soldaten und deren ziviles Gefolge, d. h. Bundeswehrwehrverwaltung bzw. berechtigte Familienangehörige) haben ein eigenes Nummernschild, das mit „DF“ beginnt und weiße Schrift auf schwarzem Grund hat. Darauf folgen vier Ziffern von 0001 bis 9999. Das KĂŒrzel „DF“ ist ein sogenanntes „französisches DomĂ€nenkennzeichen“ (Staatskennzeichen) und bedeutet „Douanes Françaises“. Es handelt sich damit um ein Zollausschlusskennzeichen.

In den Niederlanden stationierte deutsche Soldaten haben dort auch ein eigenes Kennzeichen. Es hat gelbe Schrift auf schwarzem Grund und beginnt mit „AF“. Seit der Änderung des Seedorfer-Vertrages sieht das Kennzeichen anders aus: Es hat schwarze Schrift auf gelbem Grund und ist von normalen niederlĂ€ndischen Kennzeichen nicht zu unterscheiden.

Kennzeichen der US-StreitkrÀfte

Auch die in Deutschland stationierten Soldaten der US-StreitkrĂ€fte verwenden seit 2000 ein Nummernschild, das mit dem deutschen bis auf den Inhalt des Eurobandes identisch ist (sogenanntes „Lookalike-Kennzeichen“; mit „AD“, „AF“ oder „HK“ beginnend). Aufgrund von Sicherheitsbedenken wird seit Ende 2005 ein regulĂ€res deutsches Kennzeichen des jeweiligen Zulassungsbezirks, in dem der Soldat wohnt, verwendet. FĂŒr Dienstfahrzeuge wird weiterhin die Kennung „IF“ verwendet.

Als temporĂ€re Kennzeichen mit roter Nummer werden auch Kennzeichen mit dem Buchstaben „T“, gefolgt von einer AbkĂŒrzung fĂŒr die ausgebende Garnison und einer fĂŒnfstelligen Zahl herausgegeben, z. B. T GR 00042 aus dem Bereich Grafenwöhr oder T HS 00150 fĂŒr Hohenfels.

TemporÀres Kennzeichen der US-StreitkrÀfte (GR = Grafenwöhr)
KĂŒrzel Garnison
T A Augsburg
T BA Bamberg
T BH Baumholder
T BR Bruchsal
T GK Geilenkirchen
T H Heidelberg
T HS Hohenfels (Oberpfalz)
T I Ingolstadt
T K Kaiserslautern
T MA Mannheim
T S Stuttgart
T SP Spangdahlem
T SW Schweinfurt
T W Wiesbaden

FĂŒr die Soldaten folgender LĂ€nder, die in Deutschland stationiert sind bzw. waren, existieren eigene Kennzeichen:

  • Belgien (weiße Schrift auf schwarzem Grund) – seit dem Abzug der belgischen StreitkrĂ€fte in Deutschland im Jahr 2004 nur noch vereinzelt fĂŒr militĂ€rische Verbindungselemente zu sehen. Diese Kennzeichen wurden mittlerweile durch weiße Kennzeichen mit roter Schrift ersetzt (landestypisch) und haben die feste Kombination „B–123–X“ (vorangestelltes „B“, gefolgt von beliebiger dreistelliger Zahl sowie einem Buchstaben von „A“ bis „Z“),
  • Frankreich (silberne Schrift auf blauem Grund) – seit dem Abzug der französischen StreitkrĂ€fte in Deutschland im Jahr 1999 nur noch Angehörigen des französischen Anteils an der Deutsch-Französischen Brigade, französischen militĂ€rischen Verbindungselementen in Deutschland und den Angehörigen der letzten französischen Einheiten in Saarburg (Kreis Trier-Saarburg) vorbehalten,
  • Niederlande (weiße Schrift auf schwarzem Grund),
Kennzeichen eines kanadischen MilitÀrangehörigen
  • Kanada (rote Schrift auf weißem Grund),
  • Großbritannien gibt fĂŒr diesen Fall keine gesonderten Kennzeichen mehr heraus. Die Soldaten verwenden dort das regulĂ€re britische Nummernschild, aber auch deutsche Kennzeichen.

Verschiedenes

Ausbau des Systems

Das neue, ab 1956 in Westdeutschland eingefĂŒhrte System sollte ausreichend sein fĂŒr einen erwarteten erheblichen Zuwachs an Kraftfahrzeugen bei gleichzeitiger AnpassungsfĂ€higkeit an verĂ€nderte europolitische Gegebenheiten. So konnten das Saarland (1957) und die Kreise in der ehemaligen DDR (1991) ohne grĂ¶ĂŸere Schwierigkeiten in das System ĂŒbernommen werden, da fĂŒr diese bereits im Verordnungsentwurf von 1956 Kennzeichen im sogenannten „Ostzonenverzeichnis“ reserviert waren. Dasselbe trifft auch fĂŒr die Deutschen Ostgebiete zu, da die Bundesrepublik zum damaligen Zeitpunkt darauf noch Anspruch erhob. Nach dem völkerrechtlichen Verzicht auf diese Gebiete sind letztere jedoch hinfĂ€llig.

Ein bekanntes Beispiel fĂŒr die Verletzung dieser Vorgaben ist der Lahn-Dill-Kreis, dem nach dessen GrĂŒndung 1977 das ursprĂŒnglich fĂŒr Leipzig reservierte Kennzeichen „L“ zugewiesen wurde. Nach der Deutschen Einheit wurde Leipzig das „L“ 1991 zugeteilt und im Lahn-Dill-Kreis ab dem 1. Januar 1991 das Kennzeichen „LDK“ eingefĂŒhrt.

Ein weiteres Beispiel liegt bei dem Unterscheidungszeichen „HS“ vor, das fĂŒr Halle (Saale) vorgesehen war – analog zu „HW“ fĂŒr den damaligen Landkreis Halle/Westfalen. Bei der Gebietsreform im Raum Aachen erhielt der neue Kreis Heinsberg 1972 dieses Unterscheidungszeichen und behielt es auch nach 1990, die Stadt Halle (Saale) erhielt das dreibuchstabige "HAL".

Mit der Gebietsreform in Sachsen-Anhalt 2007 wurden erstmals auslaufende Unterscheidungszeichen neu vergeben: HZ wurde ursprĂŒnglich vom 1. Januar 1991 bis zum 31. Dezember 1993 fĂŒr den Kreis Herzberg (heute Landkreis Elbe-Elster) ausgegeben und wird seit dem 1. Juli 2007 fĂŒr den Landkreis Harz verwendet, ebenso wie BK fĂŒr den ehemaligen Landkreis Backnang und heute fĂŒr den Landkreis Börde in Haldensleben.

Der Landkreis Nordsachsen war 2009 der erste Kreis, der ein Unterscheidungszeichen eingefĂŒhrt hat, welches sich weder von der aktuellen Kreisstadt noch vom Kreisnamen ableitet: TDO steht fĂŒr die drei ehemaligen KreisstĂ€dte Torgau, Delitzsch und Oschatz.

UnerwĂŒnschte Erkennungsnummern

Beispiel einer unerwĂŒnschten Erkennungsnummer (hier „NS“), die dennoch vergeben wurde.
„STA-SI 24“ an einem Trabant

Die Bundesregierung empfiehlt den Zulassungsstellen, keine AbkĂŒrzungen zu vergeben, die auf nationalsozialistische Vereinigungen und Einrichtungen sowie andere umstrittene Organisationen und Parteien hinweisen. Dies sind: HJ (Hitlerjugend), KZ (Konzentrationslager), NS (Nationalsozialismus), SA (Sturmabteilung), SD (Sicherheitsdienst) und SS (Schutzstaffel), wobei SD nur von wenigen Zulassungsbehörden nicht ausgegeben wird. Weiterhin sind Kombinationen mit dem Zulassungsbezirk unerwĂŒnscht, wenn diese eine der o. g. Kombinationen ergibt. FĂŒr Stuttgart werden beispielsweise die Erkennungszeichen „A“, „S“, und „D“, fĂŒr Köln wird „Z“ nicht vergeben. Allerdings wurden in EinzelfĂ€llen diese Kombinationen von Zulassungsstellen vergeben. So war im Zulassungsbezirk der Region Hannover „J“ ein zulĂ€ssiger und vom zustĂ€ndigen Minister nicht weiter beanstandeter Erkennungsbuchstabe. Zwischenzeitlich wurden Kennzeichen mit „J“ nicht mehr vergeben, aktuell erfolgt wieder eine Vergabe. Weitere nicht vergebene Buchstabenkombinationen sind in Stuttgart S-ED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands), in NĂŒrnberg N-PD (Nationaldemokratische Partei Deutschlands), im Kreis Warendorf WAF–FE, im Kreis Steinburg IZ-AN („Nazi“ rĂŒckwĂ€rts gelesen), im Kreis Dithmarschen HEI-L (nur bei Neuzulassungen[27], gilt nicht fĂŒr Oldtimerkennzeichen). Im Landkreis Starnberg wird die Buchstabenkombination mit „SI“ (STA-SI – AbkĂŒrzung fĂŒr das Ministerium fĂŒr Staatssicherheit der DDR) regulĂ€r wieder vergeben.[28]

AnstĂ¶ĂŸige Kombinationen

Im Landkreis Limburg-Weilburg wurde zeitweise die Buchstabenkombination „AA“ (also: LM–AA) nicht ausgegeben, was „Leck mich am Arsch“ bedeutet und als Provokation angesehen wurde. Diese Regelung wurde 1988 außer Kraft gesetzt. Beispielsweise vergibt Stuttgart die Kombinationen S–EX und S–AU sowie Bad Segeberg SE–X bzw. SE-XY ausschließlich als Wunschkennzeichen. Ähnlich sieht es mit der Kombination der Stadt Hanau in Hessen (HU) und den Buchstaben RE sowie im Eifelkreis Bitburg-PrĂŒm (BIT) und den Buchstaben CH aus.

Wunschkennzeichen

→ Hauptartikel: Wunschkennzeichen
Wunschkennzeichen in Landshut (unzulÀssige Kombination aus Euro-Tafel und DIN-Typographie)

Seit mindestens 1994 ist es möglich, gegen eine bundeseinheitliche GebĂŒhr von zurzeit 10,20 Euro (Geb.-Nr. 221 der GebĂŒhrenordnung fĂŒr Maßnahmen im Straßenverkehr) ein Wunschkennzeichen zu erhalten. Viele Zulassungsstellen bieten inzwischen eine Online-Reservierung an. FĂŒr eine derartige Vorabreservierung fĂ€llt grundsĂ€tzlich eine zusĂ€tzliche GebĂŒhr von 2,60 Euro an, wodurch die GesamtgebĂŒhren 12,80 Euro fĂŒr ein Wunschkennzeichen mit Vorabreservierung betragen.

Reservierungen

Einige StĂ€dte behalten sich weiterhin Kombinationen fĂŒr spezielle Fahrzeuge vor, wie z. B. „TX“ fĂŒr Taxis oder „S“ bzw. „SW“ fĂŒr stĂ€dtische Fahrzeuge (Stadtwerke). Beispielsweise erhalten die Busse der Berliner Verkehrsbetriebe immer die Kombination B V Ă—Ă—Ă—Ă—. FĂŒr Frankfurt (Oder) ist das z. B. FF O Ă—Ă—Ă—Ă— („O“ fĂŒr Omnibus, bisher mit „20“ beginnend)

Besondere Zulassungsbezirke

Die StĂ€dte Hanau in Hessen, St. Ingbert und Völklingen im Saarland und die Gemeinde BĂŒsingen am Hochrhein haben eigene Unterscheidungszeichen, obwohl sie nicht kreisfrei sind. Hanau durfte als kreisangehörige Stadt mit Sonderstatus im Main-Kinzig-Kreises das Kennzeichen HU behalten, wĂ€hrend alle anderen Gemeinden des Landkreises, der seinen Sitz nach Gelnhausen verlagerte, die Kennung MKK erhielten. St. Ingbert (Kennzeichen IGB, gelegen im Saarpfalz-Kreis mit Kennzeichen HOM) und Völklingen (Kennzeichen VK, gelegen im Regionalverband SaarbrĂŒcken mit Kennzeichen SB) dĂŒrfen als MittelstĂ€dte nach saarlĂ€ndischem Kommunalrecht als Mittelstadt ihr Kennzeichen fĂŒhren, BĂŒsingen am Hochrhein (Kennzeichen BÜS, zum Landkreis Konstanz gehörend mit Kennzeichen KN) ist eine deutsche Exklave in der Schweiz und hat ein eigenes Kennzeichen zur Erleichterung der Grenzkontrollen.

Nach der Kreisgebietsreform Mecklenburg-Vorpommern 2011 zeichnet sich ab, dass die ehemaligen kreisfreien StĂ€dte Greifswald, Neubrandenburg, Stralsund und Wismar sowie die Insel RĂŒgen ihre frĂŒheren Unterscheidungszeichen behalten (HGW, NB, HST, HWI, RÜG).[29]

WĂ€hrend St. Ingbert und Völklingen im Saarland die einzigen kreisangehörigen StĂ€dte mit Sonderstatus sind, wurde mit dem eigenen Kennzeichen fĂŒr Hanau in Hessen ein PrĂ€zedenzfall geschaffen. In dessen Folge deutet sich derzeit an, dass auch andere kreisangehörige StĂ€dte mit Sonderstatus ein eigenes Kennzeichen fĂŒhren wollen. Die betroffenen Kommunen erhoffen sich eine Identifikations- und Bekanntheitssteigerung. Inzwischen haben sich schon ĂŒber 125 deutsche StĂ€dte aus allen Teilen der Bundesrepublik durch StadtratsbeschlĂŒsse, die Unterzeichnung von gemeinsamen ErklĂ€rungen oder entsprechender AntrĂ€ge an die Landesverkehrsminister fĂŒr ihr altes Kennzeichen ausgesprochen, weil sie damit eine kostenlose Marketingchance verbinden.[30]

Die Verkehrsministerkonferenz der LĂ€nder entschied im April 2011, die WiedereinfĂŒhrung von auslaufenden Kfz-Kennzeichen durch eine Änderung der Fahrzeugzulassungsverordnung möglich zu machen.[30] Eine abschließende Entscheidung des Bundesrates ĂŒber die erforderliche bundesweite Regelung steht aus und ist fĂŒr 2012 zu erwarten.

Im Land Bremen fĂŒhren die kreisfreien StĂ€dte Bremen und Bremerhaven mit HB das gleiche Unterscheidungszeichen, obwohl sie etwa 60 Kilometer auseinander liegen. Zur Unterscheidung haben die Bremerhavener Kennzeichen immer einen Buchstaben und vier Ziffern.

Engschrift

FĂŒr die alten DIN-Kennzeichen galt: Reichte der Platz fĂŒr die Zeichen nicht aus, so konnte die (private) PrĂ€gestelle schlankere Zeichen verwenden. Dieses Problem trat vor allem bei StĂ€dten mit dreibuchstabigen Kennungen auf, wenn diese besonders breite Zeichen enthielten, zum Beispiel „W“ oder „M“, aber auch in Regionen mit besonders langem Nummernteil, insbesondere in GroßstĂ€dten. Es wurde meist eine gemischte Schreibweise benutzt, d. h. der Zulassungsbezirk in Normalbreite, die Erkennungsnummer in Engschrift und die Ziffernfolge wieder in Normalbreite. FĂŒr die FE-Schrift wird eine nichtproportionale Schriftart verwendet, d. h. alle Zeichen sind gleich breit. FĂŒr normal große Nummernschilder kann in der Regel bei bis zu sieben Zeichen die Normalschrift verwendet werden. Erst bei acht Zeichen wird fĂŒr alle Zeichen die Engschrift benutzt.

Motorradkennzeichen

Zweizeiliges Kfz-Kennzeichen an einem Motorrad

Bei MotorrĂ€dern war noch in der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts ein gebogenes Schild auf dem vorderen Schutzblech (lĂ€ngs zur Fahrrichtung) ĂŒblich, das aber in der Nachkriegszeit seine praktische Bedeutung und entsprechende Nutzung verlor. Gleichwohl ist die Verwendung solcher Kennzeichenschilder bis heute nicht verboten, was sie fĂŒr die Verwendung an Oldtimern interessant macht. ZweirĂ€der, Trikes und verwandte Fahrzeuge haben heute grundsĂ€tzlich nur ein Kennzeichenschild, das am Heck des Fahrzeugs befestigt ist. Seit Anfang April 2011 sieht die Fahrzeugzulassungsverordnung fĂŒr MotorrĂ€der die Verwendung eines Kraftradkennzeichens mit einer Breite von 180 mm bis 220 mm und einer Höhe von 200 mm vor.[12] Davor war die Verwendung der breiteren zweizeiligen Kennzeichen ĂŒblich.

Versicherungskennzeichen

Versicherungskennzeichen, Schriftfarbe wechselt jĂ€hrlich. V. l. n. r. 2002, 2003, 2004, sogenanntes „Verkehrsjahr“

KleinkraftrĂ€der, Mofas, Leichtkraftfahrzeuge der Fahrzeugklasse "Mofa", "M" und "S" und bestimmte elektrisch betriebene KrankenfahrstĂŒhle fĂŒhren lediglich ein Versicherungskennzeichen am Heck. Dieses wird ab 1. MĂ€rz jedes Jahres bis Ende Februar des folgenden Jahres (Versicherungsjahr) in einer jeweils anderen Schriftfarbe ausgegeben und kann bei Banken und Versicherungen erworben werden. Das Schild ist zweizeilig (drei Ziffern und drei Buchstaben), hochformatig und deutlich kleiner als gewöhnliche Kfz-Kennzeichen. Die jeweilige Nummer ist nicht speziell an das Fahrzeug gebunden, sondern wird meist zufĂ€llig vergeben. Anhand der drei Buchstaben kann die Versicherungsgesellschaft ermittelt werden.[31] Das Kennzeichen ist keine behördliche Zulassung, da (mit einer Haftpflichtversicherung) die Erlaubnis zur Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr durch die ABE des Fahrzeugs dokumentiert wird. Die Schriftfarben sind, im jĂ€hrlichen Wechsel zum 1. MĂ€rz, schwarz, blau und grĂŒn auf reflektierendem, weißem Hintergrund. Das Jahr, in dem das Kennzeichen gĂŒltig ist, ist nochmals in der untersten Zeile angegeben. Deshalb ist es nicht möglich, ein Kennzeichen drei Jahre spĂ€ter noch einmal zu benutzen.

Rotes Versicherungskennzeichen fĂŒr HĂ€ndler zu PrĂŒf- und ÜberfĂŒhrungsfahrten

Auf dem unteren Rand steht je nach Versicherung „GDV“ (ehemals: „HUK VERBAND“) oder „ADAC“ (ehemals „ARISA“).

DarĂŒber hinaus gibt es noch rote Kennzeichen, die nur an HĂ€ndler fĂŒr PrĂŒfungs-, Probe- und ÜberfĂŒhrungsfahrten ausgegeben werden. Diese Kennzeichen beginnen immer mit dem Buchstaben „Z“ um einen Missbrauch mit anderen Versicherungskennzeichen zu vermeiden, da in den Begleitpapieren kein spezielles Fahrzeug eingetragen ist.

Farben[32] der gegenwÀrtigen Kennzeichen ab 1. MÀrz des jeweiligen Jahres:
Farbe Jahr
Schwarz
(RAL 9005)
1990 1993 1996 1999 2002 2005 2008 2011 2014 2017 2020
Blau
(RAL 5012)
1991 1994 1997 2000 2003 2006 2009 2012 2015 2018 2021
GrĂŒn
(RAL 6010)
1992 1995 1998 2001 2004 2007 2010 2013 2016 2019 2022

Zulassungsbezirke mit den wenigsten Kraftfahrzeugen

Die folgende Tabelle zeigt die Zulassungsbezirke mit den wenigsten angemeldeten Fahrzeugen in Deutschland (Stand: 2005, Quelle: KBA)

Platzierung 2005 Vergleich 1998 Stand 2005 Kfz-Bestand
im Jahr 2005
398 KF SC 31077
399 SC IGB 30533
400 VK EMD 29355
401 EMD KF 29127
402 BÖ VK 28846
403 HWI EA 28781
404 ZW ZW 27341
405 EA HWI 25366
406 BÜS BÜS 812

Auslandsbesonderheiten

Nummernschild im Euro-Format des australischen Staats Victoria
  • In Australien gibt es in einigen Bundesstaaten gegen Zusatzkosten spezielle Versionen von Nummernschildern, die den deutschen Ă€hnlich sind.
    • In Victoria ist das Nummernschild mit dem deutschen bis auf den Inhalt des Eurobandes identisch. Es beginnt immer mit V fĂŒr ‚Victoria‘ (in Deutschland: Vogtlandkreis). Neben der normalen Euro-GrĂ¶ĂŸe gibt es auch noch ein kleineres Format fĂŒr Fahrzeuge mit Schilderrahmen US-amerikanischer/australischer Norm.
    • In New South Wales gibt es ein Ă€hnliches Schild wie in Victoria, allerdings beginnt es dort immer mit N fĂŒr ‚New South Wales‘ (in Deutschland: NĂŒrnberg). Es wird hier zusĂ€tzlich auch mit weißer Schrift auf schwarzem Grund angeboten (negative Schriftdarstellung). Das Schild kostet neben den ZusatzgebĂŒhren bei der Ausstellung auch noch eine jĂ€hrliche Luxussteuer. Die Straßenbehörde von New South Wales empfiehlt dieses Nummernschild fĂŒr „Personen, die ihrem Fahrzeug einen europĂ€ischen Touch geben wollen“.
    • In Queensland gibt es „Euro-look-alike“-Nummern, die mit einem Q fĂŒr ‚Queensland‘ beginnen.
  • Auf Kennzeichen griechischer Lkw kann es Plaketten geben, die denen der deutschen TÜV-Plakette sehr Ă€hneln, allerdings wird dort eine serifenbetonte Schrift verwendet.
  • Ebenso Ă€hneln die Plaketten des litauischen TÜV denen seines deutschen Pendants.
  • Die FE-Schrift des deutschen Kennzeichens wird auch auf Kennzeichen in Bosnien und Herzegowina, Sri Lanka, SĂŒdafrika, Kamerun, Malta, Uruguay und Sierra Leone verwendet.

Sonstiges

Die Spider Murphy Gang hat 1989 ein traurig-melancholisches Lied mit dem Titel FFB (Landkreis FĂŒrstenfeldbruck) veröffentlicht.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Deutsche Kfz-Kennzeichen â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c d e Michael Ossenkopp, „Kein Wunsch-Kennzeichen fĂŒr den Kaiser“, Beilage „Automobil“ C2, Berliner Zeitung, 22./23. September 2007
  2. ↑ Mitteilung der Pressestelle des hessischen Wirtschaftsministeriums vom 16. Oktober 2009. Abgerufen am 25. November 2009
  3. ↑ Mitteilung des Ministeriums fĂŒr Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein. Abgerufen am 22. Juli 2010.
  4. ↑ http://www.mil.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.205940.de Mitteilung des Ministeriums fĂŒr Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg. Abgerufen am 14. April 2010
  5. ↑ http://amt24.sachsen.de/ZFinder/verfahren.do?action=showdetail&modul=VB&id=1525!0 Hinweis zur Umschreibung eines Fahrzeugs auf sachsen.de. Abgerufen am 7. Oktober 2010
  6. ↑ http://www.thueringen.de/de/tmblv/presse/pm/52623/uindex.html, abgerufen am 1. MĂ€rz 2011
  7. ↑ Landkreis Schweinfurt Meldung 25. Juni 2009: „Kfz-Kennzeichen beibehalten“ (online abgerufen 7. Oktober 2010)
  8. ↑ Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) Anlagen zur Fahrzeug-Zulassungsverordnung Anlage 2 (zu § 8 Abs. 1 Satz 4)
  9. ↑ § Anlage9 StVZO PrĂŒfplakette fĂŒr die Untersuchung von Kraftfahrzeugen und AnhĂ€ngern
  10. ↑ Fahrzeug-Zulassungsverordnung Anlage 4 (zu § 10 Absatz 2, § 16 Absatz 5, § 17 Absatz 2, § 19 Absatz 1 Nummer 3), BGBl. I 2011, 188 - 202; BGBl. I S. 139)Online
  11. ↑ GeĂ€ndert durch die 1. Verordnung zur Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung vom 4. April 2011 (BGBl. I S. 549), BT-Drs. 29/11Online-Text mit Amtl. BegrĂŒndung. Abruf 10. Juli 2011.
  12. ↑ a b c Fahrzeug-Zulassungsverordnung vom 3. Februar 2011 (BGBl. I S. 139), zuletzt geĂ€ndert durch Artikel 1 der Verordnung vom 4. April 2011 (BGBl. I S. 549)
  13. ↑ FZV §10(8–9)
  14. ↑ „Verordnung zur Neuordnung des Rechts der Zulassung von Fahrzeugen zum Straßenverkehr und zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften“, 25. April 2006, in Bundesgesetzblatt 2006 Teil I Nr. 21 vom 29. April 2006
  15. ↑ Neue Polizeifahrzeuge in blau-silber und neuem Nummernschema
  16. ↑ http://www.kennzeichen-guide.de/schilder/Polizei.htm, aufgerufen am 13. Mai 2011
  17. ↑ http://www.gesetze-im-internet.de/bimschv_35/anhang_3_9.html
  18. ↑ Erlass des Hessischen Ministeriums fĂŒr Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Az.: V 3-B – 66 I 02-089 – Ausnahme Oldtimerkennzeichen
  19. ↑ DEUVET Bundesverband fĂŒr Clubs klassischer Fahrzeuge e. V. „Bremen gibt dem authentischen Erscheinungsbild von Oldtimern mehr Gewicht“, abgerufen am 7. MĂ€rz 2010
  20. ↑ Oldtimer Markt 09/2010 Seite 7 oben
  21. ↑ TÜV SĂŒd: Anforderungskatalog fĂŒr die Begutachtung von Oldtimern
  22. ↑ Quellen: ADAC, AvD, div. Zulassungsstellen
  23. ↑ „Bundesverkehrsministerium: keine Rote 07 im Ausland! Traurig aber wahr!“, Meldung vom 3. August 2007, DEUVET – Bundesverband fĂŒr Clubs klassischer Fahrzeuge e. V.; Zugriff 30. September 2007
  24. ↑ ADAC, 2006
  25. ↑ Quelle: § 10 KraftStG
  26. ↑ EuropĂ€ische Kommission: „ErlĂ€uternde Mitteilung vom 14. Februar 2007 zu den Zulassungsverfahren fĂŒr Kraftfahrzeuge, die aus einem Mitgliedstaat in einen anderen verbracht wurden“ (endgĂŒltige Fassung in: Amtsblatt C 68 vom 24. MĂ€rz 2007). Onlinefassung, Aufruf am 18. September 2010
  27. ↑ Ist Ihr Wunschkennzeichen noch frei? Kreis Dithmarschen, 19. MĂ€rz 2010, abgerufen am 19. August 2010: „Die Buchstabenkombinationen HJ, KZ, NS, SA u. SS werden bundesrechtlich nicht vergeben; in Dithmarschen das „L“ nicht.“
  28. ↑ Wunschkennzeichen Online
  29. ↑ http://www.wkdis.de/rechtsnews/neue-regelungen-fuer-kfz-kennzeichen-nach-der-kreisgebietsreform-in-mecklenburg-vorpommern-188611
  30. ↑ a b http://www.bruchsal.org/story/wiedereinf%C3%BChrung-von-alten-kfz-kennzeichen-ist-auf-dem-weg
  31. ↑ „Suche nach Versicherungen zu Mofakennzeichen“ bei gdv.de
  32. ↑ Anlage FZV 12 (zu § 27 Abs. 1 Satz 4)'

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  • Kfz-Kennzeichen (Serbien und Montenegro) — KĂŒnftiges Kfz Kennzeichen aus Serbien, (BG = hier Belgrad) Die neuen Kfz Kennzeichen in Serbien sind dem europĂ€ischen Standard nachempfunden und sollen Juli 2009 eingefĂŒhrt werden. Sie entsprechen erstmals der EinheitsgrĂ¶ĂŸe von 520x110 mm und… 
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  • Kfz-Kennzeichen (Belarus) — Aktuelle Kennzeichen Aktuelles Kfz Kennzeichen Weißrussland, 7 = Stadt Minsk Seit Mai 2004 werden in Weißrussland neue Kfz Kennzeichen ausgegeben. Diese sind in schwarzer Schrift auf weißem Grund ausgestaltet. Am linken Rand befindet sich die… 
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  • Kfz-Kennzeichen (Schweiz) — Vorderes Kontrollschild, hier FR fĂŒr Freiburg Hinteres Kontrollschild im Hochformat, hier SZ fĂŒr Schwyz 
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