Kitesurfen

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Kitesurfen
Kitesurfer in der Columbia River Gorge
Kitesurfer in El Medano, Teneriffa El Medano, Teneriffa
Im Sturm auf R√łm√ł

Kitesurfen oder auch Kiteboarden ist ein junger Trendsport, der aus der Familie des Powerkitens entstanden ist, wobei man einen ‚ÄěKite‚Äú (Lenkdrachen) f√ľr die Fortbewegung auf dem Wasser mit Hilfe eines Kiteboards verwendet. Der Sportler befindet sich dabei auf dem ‚ÄěBoard‚Äú und wird durch einen lenkbaren ‚ÄěKite‚Äú, auch Windschirm oder kurz Schirm genannt, gezogen.

Weltweit gibt es zurzeit nach Sch√§tzungen von Experten und der Industrie ca. 500.000 Menschen, die diesen Sport regelm√§√üig betreiben. Die Anzahl der Kitesurfer hat in den letzten Jahren rapide zugenommen, zumal dieser Wassersport leichter zu erlernen ist, als z.B. Windsurfen und gleichzeitig im Vergleich dazu die Ausr√ľstung g√ľnstiger und kompakter ist. Abgesehen davon, erm√∂glicht kein anderer Wassersport eine so umfangreiche Vielfalt an Spr√ľngen und Tricks.
In den letzten Jahren hat sich die Ausr√ľstung, was das Thema Sicherheit betrifft, stark verbessert. S√§mtliche Kitehersteller haben ihre Produkte mit umfassenden Sicherheitssystemen ausgestattet, bzw. noch weiter verbessert, was zu einer deutlichen Reduzierung des Gefahrenpotenzials gef√ľhrt hat. Experten raten daher ab, Kite- und Barsysteme zu benutzen, die vor dem Jahr 2006 erschienen sind, da die signifikanteste Sicherheitsentwicklung erst zu dieser Zeit stattfand.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der von Pocock konstruierte "Charvolant" - eine drachengezogene Kutsche
"Man-lifter War Kite" ein von Samuel Franklin Cody konstruierter Kite f√ľr Kriegszwecke.

In den 1820er Jahren experimentierte der englische Lehrer George Pocock mit gro√üen Lenkdrachen, um damit Kutschen und kleine Boote anzutreiben. Zum Steuern verwendete er ein 4-Leinen System, welches dem heutzutage beim Kitesurfen verwendeten schon sehr nahe kam. Sowohl die Kutschen als auch die Schiffe konnten somit nach Lee fahren, dazu parallel und kleine Spr√ľnge absolvieren.[1] Pococks Absicht war es, das von ihm "Charvolant" genannte System als echte Alternative zu Pferden zu etablieren, um somit die zu seiner Zeit √ľbliche "Pferdesteuer" zu umgehen.[2] Sein Konzept konnte sich aber nicht durchsetzen, so dass es bis Ende des Jahrhunderts fast komplett in Vergessenheit geriet. 1903 entwickelte der Luftfahrtpionier Samuel Franklin Cody den "Man-lifting Kite", verband diesen mit einem kleinen Segelboot und √ľberquerte damit den √Ąrmelkanal.[3]

Die Entwicklung von Kevlar und Spectra Kunststoffen in den sp√§ten 1970er Jahren machten den Siegeszug der Kites erst m√∂glich, denn mit diesen Materialien lie√üen sich stabilere, rei√üfestere und effektivere T√ľcher f√ľr die Kites herstellen. Mit dem aus Kevlar und Spectra hergestellten "FlexiFoil" Lenkdrachen gelang es Ian Day mit rund 40 km/h mit seinen Katamaran √ľber das Wasser zu fahren.[2]

In den 70er und Anfang der 80er Jahre entwickelte der deutsche Dieter Strasilla ein Segelsystem, mit dem sowohl auf Land als auch im Wasser und auf Schnee gesegelt werden kann. Mit dem zusammen mit seinem Bruder Udo entwickelten und patentierten ‚ÄěSkywing‚Äú-System wurde dann auch das Springen und Fliegen bzw. Gleiten m√∂glich.[4]. Strasilla und ein Freund von ihm, der Schweizer Andrea Kuhn, kombinierten das System mit Skiern, Snowboards, Grasskiern sowie selbstgebauten Buggys. In einem seiner Patente geht Strasilla auch kurz auf die Idee ein, aufblasbare Kites zum Kitesurfen zu verwenden.[5]

In den 80er Jahren fanden u.a. in Schweden Versuche statt, Kanus, Schlittschuhläufer, Skifahrer,[6] Wasserskifahrer und Rollschuhfahrer mit Lenkdrachen anzutreiben.[2]

Die Br√ľder Bruno und Dominique Legaignoux entwickelten Anfang der 80er aufblasbare Lenkdrachen zum Kitesurfen und lie√üen sich diese Idee im November 1984 patentieren.[7] Dieser sah bereits fast genauso aus wie ein heutiger Tubekite und diente als Ausgangsmodell f√ľr alle weiteren Entwicklungen.

Buggykiting am Strand

1990 wurde durch den Neuseeländer Peter Lynn das Buggykiting entwickelt und im Ashburtoner Argyle Park erstmals angewandt. Dazu kombinierte er den Drachen mit einem dreirädrigen Buggy, ähnlich einem Kettcar. Das Buggykiting wurde daraufhin zum ersten weit verbreiteten Kitesport, so dass bis 1999 rund 14.000 Kitebuggys weltweit verkauft wurden.[2]

√Ąhnlich der Idee der Legaignoux-Br√ľder, entwickelten Anfang der 90er der amerikanische Boeing-Aerodynamiker Bill Roeseler und sein Sohn Corey das "KiteSki" System. Die Idee war es, einen Wasserskier mit einem zweileinigen Deltaf√∂rmigen-Tubekite zu ziehen. Gesteuert werden konnte der Kite mit einer Lenkstange (Bar). Nachdem sie sich den "KiteSki" patentieren lie√üen, ging dieser 1994 auf den Markt. Durch seine Luftschl√§uche konnte der Kite auch nach einer Wasserlandung wieder gestartet werden. Ende der 1990er verwendete Corey Roesler dann erstmals ein Brett, √§hnlich einem Surfboard, anstatt Wasserkiern.[2]

Laird Hamilton und Manu Bertin demonstrierten das Kitesurfen 1996 der √Ėffentlichkeit an der K√ľste Mauis auf Hawaii, und halfen dadurch, den Sport popul√§rer zu machen.

Auch die Legaignoux-Br√ľder hielten an ihrer Idee fest, entwickelten diese weiter und brachten schlie√ülich 1997 den "Wipika"-Tubekite auf den Markt. Dieser hatte eine Bow-Kite-Form mit breiteren Enden als die bisherigen Kites und erm√∂glichte dadurch einen leichteren Wasserstart. Im selben Jahr entwickelten die Franzosen Rapha√ęl Salles und Laurent Ness ein spezielles Kitesurfboard, was seinen Beitrag zur weltweiten Verbreitung des Kitesurfens ab 1998 leistete. Erste Surfschulen lehrten nun das Kitesurfen. Der erste Wettbewerb fand im September 1998 statt, Sieger war der Amerikaner Flash Austin[8][2].

Bis etwa 2001 waren die den Windsurfbrettern ähnlichen Directional-Boards der dominierende Board-Typ. Ab dann wurden die den Wakeboards ähnlichen Twin Tips zunehmend populärer.

Rekorde

Wie bei anderen Extremsportarten gibt es auch beim Kitesurfen mehrere Rekorde in unterschiedlichen Disziplinen, wobei meist zwischen offiziellen und inoffiziellen unterschieden wird.

Spr√ľnge

Bei Spr√ľngen liegt der Rekord f√ľr die H√∂he bei ca. 10 Metern offiziell (bei 48 Metern inoffiziell) und einer Weite von 250 Metern. Der l√§ngste bisher beweisbare Sprung dauerte 22 Sekunden und wurde am 28. Juli 2007 von Jessie Richman in der Golden-Gate-Meeresenge vor San Francisco durchgef√ľhrt.[9]

Geschwindigkeit

Offizieller Speed-Weltrekordhalter nach Version des WGPSSRC: der Franzose Sebastian Catellan mit 56,87 Knoten = 105,32 km/h (Durchschnittsgeschwindigkeit √ľber 10 sec) am 28. Oktober 2009 bei der L√ľderitz Speed Challenge in L√ľderitz in Namibia.[10]

Offizieller Speed-Weltrekordhalter nach Version des WSSRC: der Franzose Alexandre Caizergues mit 50,98 Knoten = 94,41 km/h (Durchschnittsgeschwindigkeit √ľber 500m) am 14. November 2009 in L√ľderitz/Namibia.[11]

Speed-Weltrekordhalter laut des Guinness-Buch der Rekorde: der US-Amerikaner Rob Douglas mit 55,65 Knoten = 103 km/h am 28. Oktober 2010 bei der L√ľderitz Speed Challenge in L√ľderitz/Namibia.[12]

Distanz

Beim Kiteboarden ist es auch möglich längere Distanzen zu fahren, daher gibt es auch in dieser (inoffiziellen) Disziplin mehrere Rekorde.

  • Eine Rekordkombination aus Entfernung und Geschwindigkeit gelang den Franzosen Rapha√ęl Salles, Marc Blanc und Sylvain Maurain, die mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 38 km/h in nur 5:30 Stunden 207 km, von Saint Tropez nach Calvi mit den Kites fuhren. Dabei schlugen sie Manu Bertins Rekord auf dieser Strecke, der eine Stunde l√§nger brauchte.[15]
  • Eric Gramond kitete am 12. Oktober 2008 in nur 24 Stunden von Fortaleza nach Parna√≠ba (beides Brasilien), eine Distanz von 419,9 km.[16]

Ausr√ľstung

Ausr√ľstung

Die Kitesurf-Ausr√ľstung besteht aus mehreren Teilen. Die drei wichtigsten bilden dabei das Board, die Bar mit den Steuerungs- und Sicherheitsleinen und der Kite selbst. Hier gibt es gro√üe Unterschiede in Bauart und Gr√∂√üe, so dass die Ausr√ľstung an K√∂rpergewicht und K√∂nnensstand des Sportlers sowie an unterschiedliche Windst√§rken angepasst werden kann.

Das Brett

Grunds√§tzlich wird zwischen drei Arten von Boards unterschieden: Es gibt "Twin Tips" (auch "Bidies" oder "TT" genannt), Mutant-Boards und Directional-Boards (auch Waveboards genannt). Alle drei Boardvarianten haben im Gegensatz zu Surfbrettern keinen nennenswerten Auftrieb, dieser entsteht erst hydrodynamisch durch die Fahrt √ľber Wasser. Dadurch erkl√§ren sich auch die Ma√üe der einzelnen Boards, die in Abh√§ngigkeit von K√∂nnensstand, Windst√§rke, K√∂rpergewicht und Kitegr√∂√üe zwischen 120 und 165 cm in der L√§nge und etwa 26 bis 45 cm in der Breite variieren. Seit Beginn des Kitesports gab es gro√üe Entwicklungsspr√ľnge; mittlerweile haben sich die Twin Tips am Markt durchgesetzt und werden vom Gro√üteil der Kitesurfer gefahren.

Die Kraft√ľbertragung der Steuerungsbewegungen der F√ľ√üe auf das Brett erfolgt in den meisten F√§llen √ľber Fu√üschlaufen, doch es werden vereinzelt auch feste Bindungen eingesetzt. Boards ohne Bindung oder Schlaufen existieren ebenfalls. Vereinzelt werden auch normale Surfboards eingesetzt, die dann f√ľr das sogenannte "Wavekiten" benutzt werden.

Twin Tips

Kleines Twin Tip Board

Das Twin Tip ist √§hnlich wie ein Wakeboard oder Snowboard aufgebaut und l√§sst sich in beide Richtungen fahren (bidirektional). Es weist harte, scharfe Kanten und eine widerstandsarme, flache Bauweise auf. Es wurde urspr√ľnglich aus dem Wakeboarden adaptiert und ist f√ľr das Kitesurfen modifiziert worden. Die Twin Tips eignen sich sowohl f√ľr Einsteiger als auch f√ľr sehr erfahrene Sportler, wobei mit steigendem K√∂nnensstand die Boardgr√∂√üe meist abnimmt. Charakteristisch f√ľr diesen Boardtyp ist die Symmetrie hinsichtlich Outline, Shape und Anordnung der Fu√üschlaufen. Dies hat den gro√üen Vorteil, dass bei einem Richtungswechsel kein Fu√üwechsel stattfinden muss. Unterschieden wird noch einmal zwischen gro√üen Twin Tips, deren Form auf beiden Seiten Konkav ist und kleinen Twin Tips, deren Form Konvex ist. Die Grenzen sind aber flie√üend.

Mutant-Boards

Die Mutants sind eine Mischung aus TTs und Directional Boards. Die Form √§hnelt der eines Directionals (klare Unterscheidung zwischen Bug und Heck). Prinzipiell ist es f√ľr das fahren in eine Richtung konzipiert, kann aber aufgrund zweier Finnen am Bug auch bidirektional gefahren werden. Wie bei einem Twin Tip gibt es meist nur zwei Fu√üschlaufen.

Directional-Boards

Kiter mit Directional Board im Sprung

Das Directional ist "die Mutter" aller Kiteboards und wurde direkt aus dem Wellenreiten √ľbernommen. Anders als bei den vorherigen Board Typen ist die Bauweise bei den Directionals etwas h√∂her und der Auftrieb etwas gr√∂√üer. Aufgrund fehlender Finnen am Bug und der spitz zulaufenden Form ist es nur in eine Richtung fahrbar, so dass ein Fu√üwechsel erfolgen muss, wenn man in die andere Richtung fahren m√∂chte. Aufgrund seines besonderen Fahrgef√ľhls sowohl beim Fahren in gr√∂√üeren Wellen als auch bei relativ ruhiger See ist es vor allem eine spa√übringende Alternative zum Twin Tip. Es eignet sich sowohl f√ľr Anf√§nger als auch f√ľr Fortgeschrittene.

Die Bar, Steuerungs- und Sicherheitsleinen

5-Leiner Bar mit Clamcleat Adjuster

Die Kitebar oder einfach nur Bar verbindet den Sportler √ľber 24-30 m lange Steuerungs- und Sicherheitsleinen mit dem Kite und erm√∂glicht dessen Steuerung hinsichtlich der Richtung und der Kraftentwicklung. Die neueren Modelle verf√ľgen dar√ľber hinaus √ľber mehrere Sicherheitsmechanismen zum teilweisen oder vollst√§ndigen Trennen vom Schirm im Falle von Gefahr und/oder Kontrollverlust √ľber den Schirm. Meist sind diese Sicherheitsausl√∂sungen eine Quickrelease am Chickenloop (Kite st√ľrzt auf das Wasser, ist aber noch mit einer Leine mit dem Trapez verbunden damit der Kite nicht verlorengeht) und eine Safetyleash (Beim Trennen von der Safetyleash ist der Sportler vollst√§ndig vom Kite getrennt). Unterschieden werden drei Bar-Systeme mit einer unterschiedlichen Anzahl von Leinen:

  • 4-Leiner: Zwei Leinen sind f√ľr die √úbertragung der Zugkr√§fte zust√§ndig. Sie werden in der Mitte zur Depower-Leine zusammen gef√ľhrt und √ľber eine zentrale Durchf√ľhrung sowie einer Schlaufe am Ende (Chickenloop) am Trapezhaken befestigt. Die anderen zwei Leinen (Lenkleinen oder auch Bremsleinen) werden links und rechts an den Enden der Bar befestigt. Sie erm√∂glichen weitere aerodynamische Manipulationen wie: Lenken, Anstellwinkel ver√§ndern, Anbremsen.
  • 5-Leiner: Die 5. Leine ist zentral oder als ‚ÄěY‚Äú an der Vorderkante der Fronttube befestigt. Der Drachen kann durch Zug an dieser Leine drucklos auswehen, was einen Gewinn an Sicherheit bedeutet. Beim Start aus dem Wasser hilft sie au√üerdem, den Drachen in eine g√ľnstige Startposition zu bringen (Umklappen). Eine trimmbare f√ľnfte Leine dient der Stabilisierung des Drachenprofils und erweitert somit den nutzbaren Windbereich.
  • 2-Leiner: Ein Zwei-Leiner l√§sst nur eine eingeschr√§nkte Depower des Schirms zu. Durch Loslassen der Bar kann der Schirm in einer Notsituation sofort an einer der Leinen auswehen. Er h√§ngt dann nur noch an der Sicherheitsleine, die oft am Trapez, fr√ľher am Handgelenk befestigt wurde. Gelegentlich wird dieses System in der Anf√§ngerschulung eingesetzt.

Der Schirm

Illustration dreier Kites. Softkite (hinten), C-Kite (rechts) und Bow-Kite (links)

Kites gibt es in unterschiedlichen Ausf√ľhrungen, die sich auch in Angriffsfl√§che und Winkel des Windes unterscheiden. Mittels Leinen kann der Lenkdrachen so gesteuert werden, dass die auf den Sportler ausge√ľbten Kr√§fte in Richtung und St√§rke variieren. Die Gr√∂√üe des Schirmes ist auch von der Windst√§rke abh√§ngig. Die meistgefahrenen Gr√∂√üen sind 9 bis 12 m¬≤. St√§rkere Winde erfordern kleinere Schirme, um √úberbelastungen zu vermeiden. Besonders Anf√§nger sollten darauf achten, keinen zu gro√üen Drachen zu verwenden. Hier ist zu bedenken, dass eine Verdopplung der Windgeschwindigkeit eine Vervierfachung der Kr√§fte im Kite nach sich zieht. Ein 9-m¬≤-Kite kann bei 6 Windst√§rken locker zwei erwachsene M√§nner aus dem Wasser rei√üen. Fehlerhafte Lenkbewegungen k√∂nnen daher dramatische Folgen nach sich ziehen.

Neuere Drachen sind mit einer ‚ÄěDepower‚Äú-M√∂glichkeit ausgestattet, wodurch die auftretenden Kr√§fte verringert werden k√∂nnen. Unter Verwendung von ‚ÄěDepower‚Äú wird der Winkel der Anstr√∂mkante des Drachens zum Wind reduziert und das Profil des Kites ver√§ndert, so dass sich weniger Wind im Schirm f√§ngt und der Zug des Drachens abnimmt. Haupts√§chlich wird zwischen Softkites und Tubekites unterschieden:

Softkites

Softkite

Die Softkites oder auch Ram-Air-Kites oder Matten sehen aus wie Gleitschirme und eignen sich vor allem zur Benutzung an Land, z. B. beim Snowboarden oder Allterainboarden. Es gibt aber auch Softkites mit geschlossenen Zellen, die man zum Surfen auf dem Wasser benutzen kann. Sie erhalten ihre Stabilit√§t dadurch, dass die Luft √ľber Lufteinlassventile an der Anstr√∂mkante eindringen kann, dort zwischen zwei Tuchschichten "gespeichert" bleibt, und nicht mehr entweichen kann. Softkites mit offenen Zellen hingegen w√ľrden sich bei einem Absturz im Wasser mit Wasser f√ľllen und w√§ren somit nur noch schwer flugf√§hig. Der Begriff Ram-Air bezieht sich auf die Stauluft zwischen Ober- und Untersegel, durch die der Schirm seine Form erh√§lt. Die Flugstabilit√§t wird grundlegend durch Waageleinen erzeugt. Softkites kommen z. T. mit 3 Leinen aus. Bei diesem System gehen die drei Waageleinen in eine Mittellein (Frontline) und zwei Steuerleinen (Backlines) √ľber. Manche Matten haben hingegen Ankn√ľpfpunkte wie Tubekites (4-Leiner).

Tubekites

Ein C-Kite - gut zu erkennen ist die Eckige Form an beiden Enden

Tubekites haben anders als Softkites mehrere Luftschl√§uche (Tubes): einen Frontschlauch (Fronttube), der dem Schirm die Form gibt und mehrere Querschl√§uche (Struts), die etwa in einem 90¬į Winkel an die Fronttube angeschlossen sind und der ‚ÄěSegelfl√§che‚Äú Stabilit√§t geben. Diese Luftkammern werden vor dem Start auf einen Druck von ca. 6‚Äď8 psi (ca. 0,4-0,6 bar) aufgepumpt. Sie verhindern nach einer Wasserlandung das Versinken des Schirms und erleichtern so den Wasserstart. Innerhalb der Tubekites wird zwischen 4 Unterarten unterschieden:

C-Kites

C-Kites waren die ersten Tubekites, und erhielten ihren Namen nach der dem Buchstaben ‚ÄěC‚Äú √§hnelnden Form des Kites. Sie finden heute vor allem im Freestyle Bereich besonders bei sehr guten Fahrern noch eine weite Verbreitung. Vorteile der C-Kites sind ein sehr direktes Fluggef√ľhl, eine lineare Leistungsabgabe, geringe Barkr√§fte und ein hohes Potential an abrufbarer Leistung insbesondere bei Spr√ľngen im Freestyle-Bereich. Durch im Vergleich zu Bow-Kites nur minimaler Depower sind diese Kites f√ľr Anf√§nger eher ungeeignet.

Bow-Kites
Bow-Kite

Die Bow-Kites sind den C-Kites in der Konstruktion sehr √§hnlich, jedoch f√§llt dass Profil wesentlich flacher aus und die Fronttube verl√§uft nicht linear, sondern ist zu den beiden Enden hin bogenf√∂rmig herumgezogen, was zur Namensgebung f√ľhrte. Der Bogenschirm besitzt dar√ľber hinaus ‚ÄěWaageschn√ľre‚Äú mit mehreren Ankn√ľpfungspunkten am Drachen. Durch diese optimierte Form und ‚ÄěAufh√§ngung‚Äú kann man durch Wegschieben der Bar den Anstellwinkel des Drachens zum Wind √ľber einen im Vergleich gr√∂√üeren Bereich bis nahezu 100 % Depower verstellen, d. h. im Normalfall zieht der Kite den Surfer nicht mehr unvermittelt nach Lee (siehe Gefahren). Somit ist der Kite sehr gut f√ľr Anf√§nger geeignet und wird meist auch bei Kursen eingesetzt. Nachteilig an Bow-Kites ist das oft indirekte Fluggef√ľhl, was besonders im fortgeschrittenen Freestyle-Bereich gegen√ľber C-Kites ein echtes Manko darstellt.

Hybrid-Kites
Hybrid-Kite

Hybrid-Kites bilden eine Mischung aus C-Kites und Bow-Kites. Sie sind wie Bow-Kites meist SLE- (Supported Leading Edge-) Kites, d. h. die Fronttube wird durch Waageleinen an mehreren Ankn√ľpfpunkten stabilisiert. Dadurch ergibt sich √§hnlich wie bei Bow-Kites eine hohes Depower-Potential. Die Steuerleinen sind allerdings, √§hnlich wie bei C-Kites, meistens direkt am Drachen angekn√ľpft. Daraus ergeben sich ein direkteres Flug- und Lenkgef√ľhl sowie geringere Kr√§fte an der Bar. Diese Merkmale werden besonders von fortgeschrittenen Fahrern gefordert. F√ľr Anf√§nger sind Hybrid-Kites nicht so fehlerverzeihend wie Bow- oder Delta-Kites.

Delta-Kites

Delta-Shape-Kites sind eine Weiterentwicklung der Bow-Kites. Von der franz√∂sischen Kitesurfmarke F-one Kites wurden sie 2007 auf den Markt gebracht und schnell von anderen Marken nachgeahmt. Sie werden mit 4‚Äď5 Leinen geflogen. Wie die Bow-Kites bieten sie eine fast 100%ige Depower und tragen dazu bei, den Sport sicherer zu machen. Auch Delta-Kites haben an der Fronttube Bridles (Waageleinen), die es m√∂glich machen, den Kite in einen steileren Anstellwinkel zum Wind zu stellen, und dadurch leichter und sicherer f√ľr Einsteiger zu fliegen sind. Die Kites besitzen eine Deltaform und √§hneln den Bow-Kites. Delta-Kites sind zurzeit die Kites mit den besten Wasserstarteigenschaften. Sobald sie auf dem Wasser oder Schnee liegen, treiben sie an den Windfensterrand und lassen sich durch Ziehen an der jeweiligen Steuerleine aus dem Wasser starten. Es gibt auch kleinere Schirme bis zu 6 Quadratmeter.

Weitere Ausr√ľstungsgegenst√§nde

  • Trapez : Nach den drei Hauptbestandteilen wichtigstes Zubeh√∂r. Schon kleine Kites entwickeln enorme Zugkr√§fte, so dass diese ohne ein Trapez der Kite nicht lange gehalten werden kann. Das Trapez schnallt sich der Sportler um die H√ľfte und h√§ngt an einem daran angebrachten Metallhaken den Chickenloop der Bar ein, und somit auch den Kite. Beim Trapez wird zwischen einem H√ľfttrapetz und einem Sitztrapez entschieden.
    • Das H√ľfttrapez gew√§hrt dem Fahrer gr√∂√ütm√∂gliche Bewegungsfreiheit und behindert somit auch nicht bei komplizierten Tricks. Andrerseits kann es leicht verrutschen und den Tragekomfort erheblich beeintr√§chtigen, sollte es z.B. zu hoch sitzen und auf die Wirbels√§ule dr√ľcken.
    • Das Sitztrapez bleibt durch die Beingurte fest am Becken und rutscht auch bei enormen zugkr√§ften oder wenn der Kite im Zenit steht nicht viel nach oben. Dadurch hat es einen besseren Tragekomfort und wird vor allem gerne von Einsteigern benutzt.
Eine Boardleash
  • Boardleash: Damit das Brett nach einem Sturz nicht wegtreibt, verbinden einige Kiter ihr Board √ľber eine Leinenverbindung, der sogenannten Boardleash, mit ihrem Trapezgurt oder ihrem Fu√ü. Dabei wird zwischen einer festen und einer aufrollbaren Leash (√§hnlich einer Hundeleine) unterschieden. Bei der Verwendung einer Leash entsteht allerdings ein Gefahrenpotential, da der Kiter im Falle eines Sturzes unsanft vom Brett getroffen werden kann, was teilweise zu schweren Verletzungen im Hals- und Kopfbereich f√ľhren kann. Eine Leash sollte aus Sicherheitsgr√ľnden nur mit Helm und Prallschutzweste verwendet werden. Die Mehrzahl der Kiter verzichtet daher auf die Leash, da ein verlorenes Brett auch erschwommen werden, oder mit einem einh√§ndigen Bodydrag nach Luv erreicht werden kann.
  • Helm: Um das Unfallrisiko bei St√ľrzen oder eines, durch eine Boardleash zur√ľckschleuderndes, Boards zu minimieren empfiehlt es sich einen Helm zu tragen. Dieser sollte aber ein speziell zum Kitesurfen entwickelter Helm sein und nicht z.B. ein Fahrradhelm.
  • Prallschutzweste: Eine Prallschutzweste erf√ľllt gleich zwei Funktionen. Da Wasser bei einem Aufprall ziemlich hart sein kann, sch√ľtzt sie den Sportler insbesondere beim trainieren neuer Tricks. Da sie auch einen gro√üen Auftrieb hat, der fast an den einer Rettungsweste herankommt, erleichtert sie auch l√§ngere Schwimmeinlagen, wie sie bei St√ľrzen oftmals n√∂tig sind.
  • Schuhe: Sie Sch√ľtzen in Stehrevieren den Kiter vor Schnittverletzungen und halten bei l√§ngeren Fahrten die F√ľ√üe warm und verhindern somit eine Unterk√ľhlung.
  • Sonnenbrille: Sehr sinnvoll vor allem um die Mittagszeit, wenn die Sonne sehr hoch steht w√§hrend der Kite beobachtet wird. Zudem verhindert sie eine Verblitzung, welche durch die spiegelnde Wasseroberfl√§che entstehen kann.

Manöver

Steuern

Kitesurfer beim Carved Jibe

Der Kitesurfer regelt seinen Kurs und seine Geschwindigkeit √ľber die Steuerung des Schirms und des Brettes. Die Kurse zum Wind k√∂nnen √§hnlich wie ein Segler oder Windsurfer gew√§hlt werden, das hei√üt gegen den Wind kann aufgekreuzt werden. Unterschiede ergeben sich gegen√ľber den anderen Segelsportlern unter anderem durch die Eigengeschwindigkeit und die Flugh√∂he des Drachens. Letztere betr√§gt je nach Leinenl√§nge maximal 30 Meter. In dieser H√∂he ist der Wind meist st√§rker, konstanter und frei von Turbulenzen.

Mit der Bar wird es dem Kitesurfer erm√∂glicht, √ľber die Leinen den Schirm im Windfenster zu steuern. Und somit nach rechts und links, also parallel zum Wind zu fahren. Zur Richtungs√§nderung wird die Seite der Bar, in die man Fahren m√∂chte, behutsam zum K√∂rper hingezogen und somit der Kite in diese bewegt. Bei einer Richtungs√§nderung (Halse) wird der Kite langsam in den Zenit und schlie√ülich in den anderen Teil des Windfensters bewegt. Das Wenden kann mit einem Basic Jibe, der Trambahn-Halse erfolgen, oder mit der "richtigen" Wende, einem Carved Jibe. Bei der Trambahn-Halse steht der Kiter kurz, bevor er in die andere Richtung weiter f√§hrt, bei der Carved Jibe f√§hrt der Kiter einen Halbkreis nach Lee und f√§hrt anschlie√üend in die andere Richtung weiter, anstatt stehen zu bleiben. Zus√§tzlich zu den Lenkbewegungen muss der Sportler mit dem hinteren Fu√ü das Board belasten, um dem Kite einen Widerstand zu bieten.

Ein Kiter im Amwindkurs, starke R√ľckenlage und Kantenbelastung

Ein Kitesurfer sollte das "Höhelaufen" beherrschen, also durch gezieltes Lenken auf einer gedachten Linie fahren und nach einer Wende wieder beim Ausgangspunkt ankommen, und nicht zu weit nach Lee abgetrieben werden. Beim Höhelaufen spielt vor allem die Boardsteuerung durch Gewichtsverlagerung eine große Rolle. Der "normale" Kurs ist der Halbwindkurs, bei dem der Surfer etwa rechtwinklig zur Windrichtung fährt. Dadurch ist im besten Fall ein exakt gerades Fahren möglich. Lehnt er sich weiter nach vorne, fährt er auf Raumwindkurs und steuert so nach Lee. Lehnt er sich ausgehend vom Halbwindkurs weiter nach Hinten, fährt er auf Amwindkurs. Durch den Raumwind- und Amwindkurs lässt sich somit nach Lee und Luv lenken, also nach "vorne" und "hinten" bzw. "in" das Windfenster und "aus" dem Windfenster "heraus".

Sollten zwei Kiter also aufeinander zu fahren, lässt sich ein Zusammenstoß vermeiden, indem der Leegewandte nach vorne in den Raumwindkurs, und der Luvgewandte nach hinten in den Amwindkurs ausweicht.

Start des Kites

Startvorgang eines Delta-Shape Kites mit Starthelfer in Exmouth, England

Die Vorgehensweise beim Start des Schirms ist vom eingesetzten System abhängig. Beim Tubekite ist ein Starthelfer sinnvoll. Er hält den Schirm am Windfensterrand, wo der Schirm nicht so viel Zug entwickelt, so dass der Sportler den Schirm gefahrlos in den Zenit fliegen kann. Ohne Starthelfer kann der Schirm an einer umgeschlagenen Schirmecke mit Sand(säcken) am Boden gehalten werden. Zum Start werden die Sandsäcke durch Zug an den betreffenden Leinen abgeworfen und der Schirm steigt zum Himmel auf.

Bestimmte Ram-Air-Schirme k√∂nnen auch ohne Helfer gestartet werden. Diese Drachen sollten aber auch nicht wirklich in der direkten Leistungszone gestartet werden ‚Äď es sei denn, der Wind ist unter 3 bft. Aus Sicherheitsgr√ľnden ist aber auch bei diesen Schirmen ein Helfer angebracht, der den Sportler davor bewahrt, ungewollt nach vorne gezogen zu werden. Das gilt, insbesondere bei extrem viel Wind, auch f√ľr den Tubekite-Start.

Wasserstart

Valdevaqueros, Tarifa (Spanien).
Georgioupoli, Kreta, Griechenland.
Kitesurfer am Kap Trafalgar (Spanien)

Nach einer Wasserlandung von Tubeschirmen versucht der Kitesurfer den Drachen durch Be- und anschlie√üendes Entlasten (in Richtung des Schirms schwimmend) der Frontleinen den Schirm auf den ‚ÄěR√ľcken‚Äú, d. h. die Schirm-Oberkante zu legen. Durch Steuerbewegungen, meist an einer der Bremsleinen, wird der Schirm vorsichtig aus der Leistungszone zum Windfensterrand bewegt. Dort kann der Schirm durch Zug an der nach oben weisenden Seite wieder gestartet werden. Systeme mit einer 5. Leine am Frontschlauch (vorderer, c-f√∂rmiger Schlauch) vereinfachen das Umklappen des Drachens und damit den Wasserstart. Insbesondere ist damit auch ein Start in der Leistungszone m√∂glich, der bei Tubeschirmen ansonsten sehr gef√§hrlich werden kann (‚ÄěRussenstart‚Äú), weil der Sportler je nach Windzug nach oben und vorne gerissen wird.

Liegt der Schirm andersherum ist ein sog. R√ľckw√§rtsstart m√∂glich, wenn der Schirm eine entsprechende Vorrichtung hat. Mattenschirme (3-/4-Leiner) lassen sich recht einfach durch Ziehen an den Backleinen (Leinen, die an der Hinterkante des Schirms angebracht sind) r√ľckw√§rts starten. Der Drachen erhebt sich dann r√ľckw√§rts fliegend und kann nach Erreichen von einigen Metern H√∂he durch eine 180¬į-Drehung wieder in die Vorw√§rtsposition gebracht werden. Einige Tubeschirme haben zum R√ľckw√§rts-Start spezielle Leinen, die √ľber ein Umlenksystem oder direkt auf die Hinterkante des Schirms wirken, was ein R√ľckw√§rtsfliegen m√∂glich macht. R√ľckw√§rtsstart-Systeme sind insbesondere zur Benutzung auf dem Land (auf Schnee) vorteilhaft.

Die sogenannten Bow-Schirme haben die Haupttube bogenf√∂rmig nach hinten geschnitten, sodass der Schirm nicht mehr mit der gesamten Vorderkante auf Land oder Wasser aufliegt. Durch eine aufgef√§cherte Anlenkung der vorderen Leinen sind zus√§tzlich die Ohren vom Untergrund bzw. Wasser abgehoben. Beim Neustart kann sich ein solcher Schirm ohne direkt auf dem ‚ÄěR√ľcken‚Äú zu liegen ans Windfenster bewegen und wieder hochsteigen. Der √úbergang aus der Powerzone ist wesentlich schneller und weicher.

Delta-Shape-Kites sind zurzeit die Kites mit den besten Wasserstarteigenschaften. Sobald sie auf dem Wasser oder Schnee liegen, treiben sie an den Windfensterrand und lassen sich durch Ziehen an der jeweiligen Steuerleine aus dem Wasser starten.

Springen

Ein Basic Jump
Ein Big Air Jump

Ein Kiter springt, indem er den Drachen in voller Fahrt √ľber den Zenit in den anderen Windfensterrand bewegt durch den Auftrieb des Kites schlie√ülich in die Luft gehoben wird. Es lassen sich so gro√üe Spr√ľnge ‚Äď teils schon Fl√ľge ‚Äď vollbringen. Um nicht nach vorne zu drehen, und sich dadurch mit dem R√ľcken in Flugrichtung zu befinden, sollte der Sportler eine m√∂glichst kompakte Haltung einnehmen und eine hohe K√∂rperspannung aufweisen. Zum Landen wird der Kite langsam wieder in den urspr√ľnglichen Windfensterrad zur√ľcklenkt. Einen einfachen Sprung nennt man Basic Jump, Air oder bei einem besonders hohen und/oder weitem Sprung Big Air

Schematische Darstellung aller Grabtricks beim Kiteboarden. Gr√ľn = Vorderhand, Ockerbraun = R√ľckhand. Der Pfeil gibt die Windrichtung an.
Eine Frontroll - gut zu Erkennen ist die Safetyleash und die ausgehängte Bar - Columbia River, USA

Wie auch beim Snowboarden, Skaten und √§hnlichen Sportarten sind sowohl Flip- als auch Grab-Tricks und dar√ľber hinaus One-Foots, Board-Offs, und aus dem Wakeboarden adaptierte Tricks wie Raileys m√∂glich.

  • Bei den Flip-Tricks kann sich der Kiter einfach nach Rechts oder Links, horizontal um die eigene Achse drehen (360 Flip), oder vertikal nach Vorne oder Hinten (Fronftlip, bzw. Backflip)
  • Bei Grab-Tricks hat der Akteur noch mehr M√∂glichkeiten, wie das nebenstehende Schaubild verdeutlicht. Flip- und Grab Tricks lassen sich aber auch Verbinden, so dass Tricks wie "360 Melons" oder "720 Tailgrabs" m√∂glich sind.
  • Bei One-Foot-Tricks steigt der Kiter mit einem Fu√ü aus der Bindung/Schlaufe aus und kombiniert dies mit einem Grab Trick (zur Kontrolle des Boards) und ggf. einem Flip Trick. Ein reiner One-Foot wird selten durchgef√ľhrt, da die Wahrscheinlichkeit das Board in der Luft zu Verlieren sehr gro√ü ist.
  • Bei Board-Offs steigt der Kiter mit beiden F√ľ√üen aus der Bindung/ den Schlaufen. Hier ist die Kombination mit einem Grab-Trick zwangsweise Erforderlich, da man sonst das Board verlieren w√ľrde. Auch hier ist die Kombination mit einem Flip m√∂glich.
  • Eine besondere Sprungart stellen die Raileys dar, da bei diesen der Kiter nur noch mit der Safetyleash mit dem Kite verbunden ist (er f√§hrt "unhooked"). Nach dem Absprung wird die Bar am Trapez ausgeh√§ngt, der Kiter streckt die Arme aus und bringt durch nach hinten abgeknickte Beine das Board auf, oder √ľber Kopfh√∂he. Zum Landen muss der Sportler Arme und Beine wieder anziehen, und die Bar einhaken.

Fachausdr√ľcke beim Kitesurfen

  • Air time: Dauer eines Sprunges. Diese betr√§gt meist 3-5 oder 10 Sekunden, kann bei besonders hohen Spr√ľngen oder guten Windbedingungen aber auch wie bei einem Sprung Jessie Richmans 22 Sekunden betragen.
  • Aspect-ratio: Das Verh√§ltnis zwischen Breite und H√∂he des Kites (variiert bei den g√§ngigen Kites zwischen High-aspect-ratio von 5,0 und Low-aspect-ration von 3,0)
  • Bladder: Der aufblasbare Kunststoffschlauch, der sich in den Tubes befindet und vor dem Start des Kites mit 0,4 bis 0,6 bar aufgepumpt wird. Der Druck ist von der Umgebungstemperatur und der Wassertemperatur abh√§ngig. Bei starker Sonneneinstrahlung und hoher Lufttemperatur kann die Bladder auch ohne Fremdeinwirkung platzen, wenn sie zuvor zu stark aufgepumpt wurde. Gibt man jedoch zu wenig Druck in die Tubes, entwickelt der Kite erst gar kein Profil, oder die Luft in den Tubes k√ľhlt bei Kontakt mit dem Wasser so stark ab, dass der Kite sein Profil verliert und nicht mehr ohne fremde Hilfe gestartet werden kann.
  • C-Kite-Feeling: Damit sind die Vorz√ľge des direkten Steuerverhaltens und der niedrigen Haltekr√§fte des C-Kites gemeint. Die Hersteller versuchen zunehmend, diese positiven Eigenschaften auf neuere Kitemodelle (z.B. Delta-Kites) zu √ľbertragen, die durch Verbesserung der Depower-Wirkung und anderer Sicherheitsaspekte leider etwas an C-Kite-Feeling verloren haben.
  • High-End: Starkwindeigenschaft - Die High-End-Eigenschaft eines Kites umfasst, wie sich ein Kite bei - in Bezug auf seine Gr√∂√üe - starkem Wind verh√§lt. Ein Kite mit gutem High-End bietet also bei viel Wind gute Zugkr√§fte und l√§sst sich trotzdem kontrolliert und sicher steuern.
  • Low-End: Leichtwindeigenschaft - Wie der Ausdruck schon vermuten l√§sst, handelt es sich bei der Low-End-Eigenschaft um das exakte Gegenteil zum High-End. Ein Kite mit gutem Low-End, entfaltet bei - f√ľr seine Gr√∂√üe - wenig Wind bereits respektable Zugkr√§fte und gutes Steuerverhalten.
  • Leading-Edge: Die alternative Bezeichnung f√ľr die Front-Tube.
  • New School: Die "Neue Schule" umfasst das Repertoire der Tricks aus dem Wakeboarden, bei denen der Kite "unhooked" gefahren wird. Das hei√üt, der Fahrer h√§ngt vor dem Trick den Chickenloop aus dem Trapez aus und ist nur noch √ľber die H√§nde an der Bar und die Safety-Leash mit dem Kite verbunden. Dies ist die Grundlage f√ľr einige Spr√ľnge und Tricks, die eingehakt nicht m√∂glich w√§ren (z.B. Airpass, Handle-Pass, etc).
  • Old School: Das Fahren und Springen in Manier der "Alten Schule", das seit den Anf√§ngen des Kitesurfens existiert und bei dem der Fahrer eingehakt ist.
  • Stall: Der Str√∂mungsabriss (engl. "Stall") tritt auf, wenn zu wenig Wind √ľber das Profil des Kites str√∂mt und die Kraft des Sogs, der den Kite in der Luft h√§lt, kleiner wird, als seine eigene Gewichtskraft. Der Kite entwickelt also keinen Zug mehr und st√ľrzt anschlie√üend auf die Oberfl√§che. Eine Sonderform ist hierbei der sogenannte "Backstall", der entsteht, wenn der Kite sehr tief im Windfenster steht, und der Anstellwinkel des Kites durch Anziehen der Bar derart gro√ü wird, dass der Wind den Kite nicht mehr nach oben zieht, sondern nach unten dr√ľckt, sich der Kite √ľberschl√§gt und letztendlich abst√ľrzt. Dies ist ein h√§ufiger Anf√§ngerfehler und hat den Nachteil, dass sich bei einem 5-Leinen-System die 5-te einmal um den Kite wickelt und auch bei einem gelungenen Restart dessen Flugeigenschaften deutlich negativ beeinflusst. Ein "Frontstall" wird hervorgerufen, wenn der Kite den Surfer √ľberfliegt. Dies passiert, wenn der Kite aus einer Position tief im Windfenster mit viel Schwung an den Windfensterrand (meist auf die 12-Uhr-Position) geflogen wird. Ein Str√∂mungsabriss ist die Folge und der Kite f√§llt unkontrolliert aufs Wasser.
Kitesurfer beim "Wave"-Fahren
  • Wave: Eine Disziplin, bei der die Elemente des Kitesurfens mit denen des Wellenreitens kombiniert werden. Der Surfer l√§sst sich mit Kiteunterst√ľtzung aufs Meer hinaus ziehen und reitet dann dort die Wellen ab. Der Kite wird dann an den Windfensterrand gebracht, wo er kaum Zugkr√§fte ausbilden kann und den Surfer auf der Welle am wenigsten beeinflusst. Nat√ľrlich sind durch die Vorz√ľge des Kites dem Surfer auch andere M√∂glichkeiten gegeben, z.B. gegen die Wellen anzufahren und diese als Rampen zu verwenden.

Gefahrenpotenzial

Kiten birgt wie jede Wasser- und Flugsportart einige Risiken, die sich nicht vollst√§ndig reduzieren lassen. Unf√§lle sind h√§ufig auf schlecht ausgebildete, auch leichtsinnige Kitesurfer sowie M√§ngel bei der Ausr√ľstung zur√ľckzuf√ľhren. Insbesondere √ľber Land und bei festen Hindernissen ist der Kitesurfer in Gefahr. Da Kitesurfen noch eine recht junge Sportart ist und viele (vorwiegend zwischen 15 und 25 Jahren) Kitesurfer ihr K√∂nnen √ľbersch√§tzen, gibt es regelm√§√üig Unf√§lle, nicht selten mit schweren Verletzungen. Durch neuere Konstruktionen der Kites und ein zunehmendes Gefahrenbewusstsein wird Kiten sicherer. Ein Verletzungs-Risiko geht auch von den Leinen aus, welche unter Zugspannung sehr "scharf" sind. Das statistische Unfallrisiko beim Kitesurfen wird kontrovers diskutiert. Belastbare Belege f√ľr das tats√§chliche Risiko gibt es nicht. Studien, die sich mit Kitesurfunf√§llen auseinandersetzen, behandeln die Unfallursachen und deren m√∂gliche Vermeidung, nicht jedoch die Unfallh√§ufigkeit. [19][20]

Sicherheitsmaßnahmen

Um Unf√§lle zu vermeiden und sich und andere zu Sch√ľtzen sollte man folgende Aspekte abkl√§ren, bevor man aufs Wasser geht:

  • Kitesurfrevier:
  1. Die Location sollte mindestens 3 Leinenl√§ngen (ca. 90 m) nach Lee breit sein, dort sollte sich ein geeigneter Notausstiegsplatz befinden, der auch mit Rettungsfahrzeugen erreicht werden kann. Dar√ľber hinaus empfiehlt es sich darauf zu achten, welche potentiellen Gefahren sich am Ufer befinden (B√§ume, Hochspannungsmasten, etc.), welche Gefahren im Wasser auftauchen k√∂nnten (Str√∂mungen, Riffe, Sandb√§nke usw.) und ob in Luv irgendwelche Hindernisse stehen, die Windverwirbelungen erzeugen k√∂nnen.
‚Üí Hauptartikel: Liste der Windsurf-Reviere
  • Wind & Wetter:
  1. Je gr√∂√üer die Windst√§rke, desto gr√∂√üer sind die auf den Kiter wirkenden Kr√§fte. Das eigene K√∂nnen sollte daher nicht √ľbersch√§tzt werden und ggf. ein kleinerer Schirm bei gro√üen Windst√§rken verwendet werden.
  1. Zum Kiten eignet sich am besten konstanter Sideshore (Parallel zum Ufer) und Side-onshore Wind (leicht auflandiger Wind) mit etwa 10‚Äď35 Kn / 18‚Äď50 km/h / 3‚Äď8 Bft. Bei Auflandigem Wind besteht die Gefahr, auf das Ufer gezogen zu werden, bei Ablandigem die Gefahr zu weit ins Meer hinaus getrieben zu werden.
  1. Nie bei Gewitter kiten!
  • Material:
  1. Das gesamte Material sollte vor jedem Start auf Sch√§den und Abnutzungserscheinungen; und insbesondere beim Kite der korrekte Aufbau √ľberpr√ľft werden.
  1. Es sollte immer ein funktionierendes Notauslösesystem an der Bar (Quickrelease) und eine Safetyleash vorhanden sein.
  1. Am besten immer nur mit Helm und Prallschutzweste, insbesondere bei Verwendung einer Board-Leash, kiten.
  • Verhalten:
  1. Das Board und der Kite sollten an Land immer gut gesichert sein (am besten mit Sandsäcken, da diese einen Abrieb des mit Silikon gegen UV-Strahlung beschichteten Kites verhindern) und nie unbeobachtet bleiben (Diebstahlgefahr).
  1. Das Starten und Landen sollte immer mit einem eingewiesenen Helfer erfolgen, da dieser bei einem Unfall während dieser beiden Phasen nach deutschem Recht mithaftet!
  1. Das Ausweichen und Notsituationen wie das Trennen vom Schirm sollten gut trainiert sein.
  1. Nie √ľber Personen starten, springen oder fahren, die sich im Flug- und Leinenradius des Kites befinden.
  1. Jeder Sportler sollte nur soweit hinaus fahren, wie er Schwimmen kann und nie allein Kiten, damit im Notfall Hilfe geholt werden kann.

Regeln

Der Schifffahrtsverkehr wird durch internationale, z.T. auch durch nationale Vorschriften geregelt, als "Verkehrsteilnehmer" haben sich daher auch Kitesurfer daran zu Halten. Auf der Hohen See und auf den mit dieser verbundenen Gew√§ssern gelten die internationalen Kollisionsverh√ľtungsregeln. Zudem k√∂nnen in den jeweiligen Hoheitsgew√§ssern weitere und/oder von den Kollisionsverh√ľtungsregeln abweichende Vorschriften gelten, die dann Vorrang haben. Auf innerstaatlichen Fl√ľssen, Kan√§len und sonstigen befahrenen Gew√§ssern wie gro√üen Seen gilt die Binnenschifffahrtsstra√üen-Ordnung.

F√ľr ein unfallfreies und reibungslos verlaufendens Surfen ist das (ungef√§hre) Kennen und die Beachtung dieser Regeln unbedingt erforderlich; Fahrverbote m√ľssen in jedem Fall eingehalten werden.

Jeder Kiter sollte immer vorausschauend, den Umst√§nden (abh√§ngig von Verkehrsdichte, Man√∂vrierf√§higkeit und eigenem K√∂nnen) entsprechend und immer so fahren, dass gef√§hrliche Situationen von Grund auf vermieden werden, sodass es im besten Fall gar nicht erst zu einer Kollision kommt. Dabei sollte man zudem R√ľcksicht auf andere Kiter und Wassersportler nehmen, insbesondere gegen√ľber Anf√§ngern.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Jakob Jelling Geschichte desk Kitesurfens Kitesurfingnow.com, abgerufen am 25. August 2010
  2. ‚ÜĎ a b c d e f Peter Lynn Kurze Geschichte des Kitesurfens, Aquilandia.com, abgerufen am 25. August 2010
  3. ‚ÜĎ Samuel Franklin Codys Man-Lifting Kite, www.design-technology.org, abgerufen am 25. August 2010
  4. ‚ÜĎ www.skywing.de
  5. ‚ÜĎ Patent DE2933050, strasilla.de, abgerufen am 25. August 2010
  6. ‚ÜĎ Mark Harris Sea kayaking and kites, July 2002
  7. ‚ÜĎ Geschichte der Kiteentwicklung der Legaignoux Br√ľder, inflatablekite.com, abgerufen am 25. August 2010
  8. ‚ÜĎ Flash Austin Profil, windfinder.com, abgerufen am 25. August 2010
  9. ‚ÜĎ Jessie Richmans 22 Sekunden Sprung - Youtube.de, abgerufen am 24. August 2010
  10. ‚ÜĎ [1]
  11. ‚ÜĎ luderitz-speed.com
  12. ‚ÜĎ Guinness World Records, Fastest speed kite surfing, 28. Oktober 2010 abgerufen am 20. Februar 2011
  13. ‚ÜĎ Terry Tomalin, Tampa Bay area kiteboarders take aim at distance record, St. Petersburg Times, February 27, 2009
  14. ‚ÜĎ Kirsty Jones Kiteboards from Lanzarote to Morocco, Outdoornewswire.com, May 15, 2006
  15. ‚ÜĎ m8kite.com - Long Distance record
  16. ‚ÜĎ [2]
  17. ‚ÜĎ Natalie Clarke kite crosses the Bass Strait in record time, SurferToday.com, March 24, 2010
  18. ‚ÜĎ Strait Across - Nat breaks record, Outeredge, March 25, 2010
  19. ‚ÜĎ Verletzungscharakteristik im Kitesurfen, PDF 230 kB, Dr. Christopher Zitzmann
  20. ‚ÜĎ Unfall- und Pr√§ventionsmechanismen beim Kitesurfen unter Wettkampf- und Freizeitbedingungen, PDF 3,5 MB, Dissertation von 2009

Weblinks

 Commons: Kitesurfen ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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  • Kitesurfen ‚ÄĒ Kite|sur|fen ‚Ć©[kańĪtsŇď:f…ôn] n.; Gen.: od. s; Pl.: unz.; Sport‚Ć™ Gleiten bzw. Surfen mithilfe eines Drachens (Gleitsegels) auf dem Wasser od. am Strand [Etym.: <engl. kite ¬ĽDrachen¬ę + surfen] ‚Ķ   Lexikalische Deutsches W√∂rterbuch

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