Klagenfurt

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Klagenfurt
Wappen Karte
Wappen von Klagenfurt am Wörthersee
Klagenfurt am W√∂rthersee (√Ėsterreich)
DEC
Klagenfurt am Wörthersee
Basisdaten
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Bundesland Kärnten
Politischer Bezirk Statutarstadt (K)
Fläche 120,11 km²
Koordinaten 46¬į¬†37‚Ä≤¬†N, 14¬į¬†18‚Ä≤¬†O46.61777777777814.305555555556446Koordinaten: 46¬į¬†37‚Ä≤¬†4‚Ä≥¬†N, 14¬į¬†18‚Ä≤¬†20‚Ä≥¬†O
H√∂he 446 m √ľ. A.
Einwohner 93.306 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte 777 Einwohner je km²
Postleitzahl 9020
Vorwahl 0463
Gemeindekennziffer 2 01 01
Adresse der
Gemeindeverwaltung
Neuer Platz 1
9020 Klagenfurt
Offizielle Website
Politik
B√ľrgermeister Christian Scheider (BZ√Ė)
Gemeinderat (2009)
(45 Mitglieder)
18 BZ√Ė, 11 SP√Ė, 9 √ĖVP, 5 Gr√ľne, 1 FP√Ė, 1 EW'09
Kärnten Karte (Klagenfurt Stadt)
Kärnten Karte (Klagenfurt Stadt)

Klagenfurt am W√∂rthersee (slowenisch: Celovec) ist die Landeshauptstadt des √∂sterreichischen Bundeslandes K√§rnten. Mit 92.807 Einwohnern (Stand: 31. M√§rz 2008) ist sie die gr√∂√üte Stadt K√§rntens und sechstgr√∂√üte √Ėsterreichs. Das Stadtgebiet liegt im Zentrum des Klagenfurter Beckens und hat eine Fl√§che von 120,11 km¬≤.

Klagenfurt, urkundlich 1192/99 erstmals urkundlich erw√§hnt, war bis zur Schenkung der Stadt durch Maximilian I. an die K√§rntner Landst√§nde im Jahr 1514 ein weitgehend unbedeutender Marktflecken. Diese Schenkung und die darauf folgende protestantische Reformationsbewegung des 16. Jahrhunderts bedeuteten f√ľr die Stadt einen steilen Aufstieg: Klagenfurt wurde zur Hauptstadt K√§rntens und zahlreiche noch heute bedeutende Bauwerke wie das Landhaus und der Dom wurden errichtet.

Heute ist die Statutarstadt Klagenfurt Standort bzw. Sitz der K√§rntner Landesregierung, der Di√∂zese Gurk-Klagenfurt, der Alpe-Adria-Universit√§t, eines Internationalen Flughafens sowie zahlreicher weiterer Institutionen und Unternehmen. Durch seine Bauwerke sowie aufgrund der N√§he zum W√∂rthersee ist Klagenfurt zudem ein Zentrum des Tourismus im S√ľden √Ėsterreichs.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Blick vom Schrottbauer
Blick √ľber die Innenstadt mit dem Landhaus im Vordergrund

Geographische Lage

Klagenfurt liegt im Zentrum K√§rntens am Ostufer des W√∂rthersees. Das Stadtzentrum liegt im Klagenfurter Feld, einem Teil des Klagenfurter Beckens. Der S√ľden des Stadtgebietes liegt bereits im Gebiet des Sattnitz-H√∂henzugs. Im Nordosten des Stadtgebietes liegt der Maria Saaler Berg, Lendorf und W√∂lfnitz liegen im s√ľdlichen Bereich des Zollfelds. Die Gebiete westlich und n√∂rdlich davon sind Teil des Feldkirchen-Moosburger H√ľgellandes und des Glantaler Berglandes. Zu letzterem geh√∂rt auch der Ulrichsberg, mit 1022 m √ľ.A. die h√∂chste Erhebung Klagenfurts.

Stadtgliederung

Die Stadt gliedert sich in folgende 15 Bezirke:

Eine noch genauere Unterteilung ist nach den 25 Katastralgemeinden möglich. Diese sind:

Klagenfurt, Blasendorf (BlaŇĺnja vas), Ehrenthal, Goritschitzen (Gorińćica), Gro√übuch, Gro√üponfeld, Gurlitsch I, Hallegg (Helek), H√∂rtendorf (Trdnja vas)[1], Kleinbuch, Lendorf (DhovŇ°e), Marolla, Nagra, Neudorf (Nova vas), St. Martin bei Klagenfurt, Sankt Peter am Karlsberg, St. Peter bei Ebenthal, St. Peter bei Tentschach, St. Ruprecht bei Klagenfurt, Stein (Zakamen), Tentschach, Viktring (Vetrinj), Waidmannsdorf (Otońće), Waltendorf (Vapońća vas), Welzenegg

Die slowenischen Ortsnamen im Stadtgebiet wie auch der slowenische Name der Stadt selbst sind nicht amtlich.

Klima

Klimadiagramm von Klagenfurt

In Klagenfurt herrscht gem√§√üigt kontinentales Klima mit relativ gro√üen Temperaturschwankungen zwischen den Jahreszeiten. Durch die im Klagenfurter Becken vorherrschende Inversionswetterlage ist eine √ľberdurchschnittlich h√§ufige und oft lang anhaltende Dunst- und Nebelbildung f√ľr dieses Gebiet typisch. Im Fr√ľh- und Mittelherbst handelt es sich hierbei √ľberwiegend um Bodennebel, w√§hrend im Sp√§therbst und Winter meist Hochnebel bemerkbar sind. Kennzeichnend ist auch eine allgemeine Windarmut. Die im Vergleich zum √∂sterreichischen Durchschnitt kalten Winter k√∂nnen zeitweise vom F√∂hn durch die s√ľdlich liegenden Karawanken gemildert werden.

Die langj√§hrige mittlere Jahrestemperatur (ermittelt in den Jahren 1961 bis 1990) betr√§gt 7,7 ¬įC. Der Mittelwert des Jahres 2005 betrug in Klagenfurt 9,3 ¬įC.

Gewässer

Lendhafen von der Fu√üg√§ngerbr√ľcke

Fließgewässer

Seen und Teiche

  • Freyenthurn-Teiche
  • Hallegger Teiche
  • Krastowitzer Teich
  • Kreuzberglteiche
  • Polsterteich
  • Schleppe-Teich
  • Stift Viktring-Teiche
  • Treimischer Teich
  • W√∂rthersee

Geologie

Die H√ľgel im Norden der Stadt bestehen vorwiegend aus altkristallinen Glimmerschiefern und pal√§ozoischen Phylliten, Gr√ľnschiefern und Kalken, die Sattnitz s√ľdlich von Klagenfurt aus Konglomeraten.[2]

Das gesamte Klagenfurter Becken wurde in der Eiszeit durch den Draugletscher ausgef√ľllt. Nach dem Abschmelzen der Eismassen bildeten Schwemmkegel der Glan den aus eiszeitlichen Schottern bestehenden Untergrund des heutigen n√∂rdlichen Stadtgebiets und des Zollfeldes. Gleichzeitig entstand auch der W√∂rthersee, der noch vor rund 4000 Jahren bis in das heutige Stadtzentrum reichte, wo sich durch allm√§hliche Verlandung ein gro√ües Moorgebiet bildete.[3]

Geschichte

Namensherkunft und Gr√ľndungssage

Etymologisch wird der Name Klagenfurt heute nicht mehr vom Fluss Glan oder von den Klagen √ľber Unf√§lle an der unsicheren Furt der Glan abgeleitet, wie dies noch vor wenigen Jahrzehnten der Fall war. Der slowenische Name Celovec f√ľr Klagenfurt, urkundlich erst 1615 als V Zelovzi belegt, wird sprachwissenschaftlich auf eine altslowenische Ausgangsform *Cviljovec zur√ľckgef√ľhrt, die lautlich auf ein romanisches *l'aquiliu zur√ľckgeht, was ‚ÄěOrt, Platz am bzw. im Wasser‚Äú bedeutet. Das slowenische Cviljovec wurde, in Anlehnung an cvilja = Klage und entsprechend der geographischen Lage, als Klagenfurt ins Deutsche √ľbersetzt.[4] Die noch von Kranzmayer vertretene Herleitung von einer Klagefrau cvilja (= Klage), einer der sagenhaften slawischen Furt- und Wasserfrauen, die an B√§chen und Quellen ihre W√§sche waschen und Todesf√§lle klagend ank√ľndigen,[5] trifft nach diesen neueren Deutungen nicht zu.

Lindwurmbrunnen:Darstellung der Gr√ľndungssage

Die Gr√ľndungssage von Klagenfurt berichtet von einem Drachen, der in einem Sumpf hauste und sich von Menschen aus den umliegenden Ortschaften ern√§hrte, die sich ihm n√§herten. Das Ungeheuer konnte erst mittels einer List get√∂tet werden: Man errichtete einen Turm, an dessen Spitze man einen Ochsen als K√∂der ankettete, wobei die Kette auch mit einem gro√üen Haken versehen war. Als der Drache aus seinem Sumpf kam, um den Ochsen zu fressen, verfing es sich an der Kette und konnte daraufhin erschlagen werden.[6] Diese Sage findet im Stadtwappen von Klagenfurt ihren heraldischen und im Lindwurmbrunnen ihren k√ľnstlerischen Niederschlag.

Fr√ľhe Ansiedlungen im heutigen Stadtgebiet

Erste Rodungs- und Siedlungsspuren im heutigen Stadtgebiet sind f√ľr die Zeit zwischen 4000 und 2000 v. Chr. durch Funde in Lendorf, Waidmannsdorf und Viktring belegt. Spuren von Ansiedlungen finden sich aus der Bronzezeit (Einbaum-Funde im Moor am Fu√ü der Sattnitz) sowie der Urnenfelderkultur und der Hallstattzeit (W√∂lfnitz und Waidmannsdorf). Als Siedlungsr√§ume kamen f√ľr lange Zeit nur Gebiete in Betracht, die die moorige Landschaft, in der sich die heutige Innenstadt befindet, √ľberragten. Daf√ľr boten sich vor allem die H√ľgel im Norden des heutigen Stadtgebiets an.[7]

Antike und fr√ľhes Mittelalter

F√ľr die Antike sind keine bedeutenden Ansiedlungen belegt, das Herrschaftszentrum f√ľr die Region sowohl f√ľr die Zeit des keltischen Noricums als auch f√ľr die Zeit der r√∂mischen Besatzung ab 45 v. Chr. bis ins 6. Jahrhundert (Virunum) befand sich auf dem n√∂rdlich des heutigen Klagenfurts gelegenen Zollfeld. Dennoch entstanden auch hier vereinzelt r√∂mische Ansiedlungen, so wurden zum Beispiel auf dem Spitalberg Reste einer Villa sowie Gr√§ber aus der R√∂merzeit gefunden.

√úber die Zeit der Einwanderung von Slawen ab dem Ende der V√∂lkerwanderung, die anhand von Ortsnamen f√ľr zahlreiche Orte in K√§rnten nachweisbar ist, lassen sich in Klagenfurt kaum Spuren nachweisen. Dennoch wird angenommen, dass das heutige Stadtgebiet mit der um 828 errichteten karolingisch-fr√§nkischen Pfalz Karnburg (Civitas Carantana) in Verbindung stand.[8] Im Zug der Christianisierung K√§rntens waren die Kirchengr√ľndungen von Maria Saal im Zollfeld durch das Bistum Salzburg sowie von Maria W√∂rth bedeutend, am Ostufer des W√∂rthersees sind f√ľr diese dieser Zeit keine Gr√ľndungen nachweisbar.

Nachdem K√§rnten im Jahr 978 zum Herzogtum innerhalb des Heiligen R√∂mischen Reichs erhoben worden war, kam es im 11. Jahrhundert zu zahlreichen Klostergr√ľndungen. Doch erst in der ersten H√§lfte des 12. Jahrhunderts wurde Klagenfurt bedeutend: Die Spanheimer, die schon seit Mitte des 11. Jahrhunderts in K√§rnten beg√ľtert waren und zwischen 1122 und 1179 die K√§rntner Herzoge stellten, hatten nach und nach Teile des Stadtgebiets erworben. Graf Bernhard gr√ľndete 1142 das Stift Viktring und veranlasste die Besiedlung in dessen Umgebung.

Stadtgr√ľndung

Denkmal des Stadtgr√ľndes Bernhard von Spanheim

Die K√§rntner Herzoge Hermann (‚Ć 1181) und Bernhard von Spanheim (‚Ć 1256) gelten als die Gr√ľnder von Klagenfurt. Hermann wird als Begr√ľnder des am S√ľdrand des Zollfeldes im Gebiet des heutigen Spitalbergs angelegten Marktes Klagenfurt angesehen. Diese Siedlung wird zwischen Juni 1192 und M√§rz 1199 erstmals urkundlich erw√§hnt, als dem Kloster St. Paul die Mautfreiheit ‚Äěin foro Chlagenuurt‚Äú gew√§hrt wurde. Der neu gegr√ľndete Ort lag aber im √úberschwemmungsgebiet der Glan und wurde immer wieder √ľberflutet. Dies nahm Bernhard von Spanheim zum Anlass, um im Jahre 1246 die Siedlung auf √ľberschwemmungssicherem Gebiet neu zu gr√ľnden. Klagenfurt entstand im Gebiet um den heutigen Alten Platz neu und erhielt im Jahre 1252 das Stadtrecht.

Zum Schutz der Stadt wurde eine Burg (1268 erstmals urkundlich erw√§hnt) und eine sechs Meter hohe Stadtmauer errichtet, vor der ein vier Meter tiefer und zehn Meter breiter Graben ausgehoben wurde. Die Burg stand vermutlich an der Stelle des heutigen Landhauses, sie wurde von Ministerialen, die als Burgh√ľter (‚Äěcastellanus de Chlagenfurt‚Äú) bezeichnet wurden, verwaltet. Der erste urkundlich genannte Priester in Klagenfurt (Dominus Friedericus, 1255) war noch Vikar von Maria Saal. Erste Klagenfurter Kirche war wahrscheinlich die heutige Stadtpfarrkirche, die im 14. Jahrhundert das Patrozinium des hl. Egidius annahm (urk. 1347).

Klagenfurt hatte im Vergleich zu anderen Städten in Kärnten nur eine geringe Einwohnerzahl und blieb noch bis ins 16. Jahrhundert im Schatten der Hauptstadt St. Veit und des Handelszentrums Villach.

Fr√ľhe Neuzeit

Maximilian I. schenkt den Landständen die Stadt Klagenfurt. Fresko von Josef Ferdinand Fromiller, 1740.
Stadtansicht von Westen, 1649
Klagenfurt um 1735
Kapuzinerkirche im 19. Jahrhundert
Stätte der Kärntner Einheit in Klagenfurt

Im Jahre 1514 wurde Klagenfurt durch einen Brand fast v√∂llig zerst√∂rt. Die Landst√§nde erreichten, dass ihnen der Landesf√ľrst, Kaiser Maximilian I. die Stadt schenkte, ein einmaliger Fall in der deutschen Rechtsgeschichte. Die Landst√§nde bauten die Stadt im Renaissance-Stil nach den Pl√§nen des Italieners Domenico dell'Allio wieder auf und befestigten sie. Wichtige Repr√§sentationsbauten sind das Landhaus und der als protestantische Kirche erbaute heutige Dom. Die vorherige ‚ÄěGalgentratte‚Äú wurde als ‚ÄěNeuer Platz‚Äú zum neuen Stadtmittelpunkt. Die Stra√üen um ihn wurden schachbrettartig angelegt. Vom See herein war ein mehr als vier Kilometer langer Kanal gegraben worden zur Flutung des Stadtgrabens und zum Herantransport von Bau- und Brennmaterial. Ein zweiter, sehr viel kleinerer Kanal, der sogenannte Feuerbach, brachte Glanwasser in die Stadt, das dort in zwei offenen Gerinnen zur Verf√ľgung stand und auch dem Abtransport von Abf√§llen diente.

Im 17. Jahrhundert wurden im Zuge der Gegenreformation einige Orden (Jesuiten, Franziskaner, Kapuziner, Ursulinen) angesiedelt, die mit ihren Kirchen und Klöstern das Stadtbild prägten. 1787 wurde Klagenfurt Sitz des Domkapitels.

Napoleon und die Zeit danach

1797 wurde Klagenfurt von französischen Truppen eingenommen. Vor ihrem Abzug sprengten die Franzosen die Stadtmauern im Winter des Jahres 1809. Als einziges Tor blieb das Völkermarkter Tor stehen, das später dem Straßenausbau weichen musste. Heute ist nur noch ein kleiner Rest des Befestigungswalls und des Stadtgrabens erhalten. Die Lage der Stadtmauern entspricht dem heutigen Ring.

Mit dem Jahr 1849 ging die Herrschaft der Landst√§nde in K√§rnten und somit auch in Klagenfurt zu Ende. Eine Volksz√§hlung f√ľnf Jahre sp√§ter verzeichnet 13.712 Einwohner.

Als Klagenfurt 1850 eine Stadt mit eigenem Statut wurde, kam es nach mehr als 300 Jahren zur zweiten Stadterweiterung im Rahmen der allgemeinen Umstrukturierung des Staates und Landes und der damit verbundenen Schaffung der Ortsgemeinden als kleinste Selbstverwaltungsk√∂rper. F√ľr sie bildeten die Katastralgemeinden die Ausgangslage. In der Regel schlossen sich zwei zu einer Ortsgemeinde zusammen, an deren Spitze dann der B√ľrgermeister stand. Klagenfurt erhoffte sich die Vereinigung mit seinen Randzonen, aber die lieben Nachbarn sahen darin keinen Vorteil und zogen dem Anschluss an die Stadt die selbst√§ndige Landgemeinde vor. Die neue Stadtgemeinde umfasste also schlie√ülich au√üer der inneren Stadt lediglich die Vorst√§dte ‚Äěmit Einschluss der Landortschaft Spitalm√ľhle‚Äú. Nicht einmal der ganze Burgfriede war zu Klagenfurt gekommen: Der Kreuzberglbereich blieb in der KG St. Martin und wurde ein Teil der neuen Ortsgemeinde St. Martin bei Klagenfurt, die den Gastwirt Valentin Ratschnig zu ihrem B√ľrgermeister w√§hlte. Der Klagenfurter Gemeinderat entschied sich f√ľr den 51j√§hrigen Advokaten Dr. Andreas Koller, dem eben erst das Ritterkreuz des Franz-Joseph-Ordens verliehen worden war, als Stadtoberhaupt.

Technisches Zeitalter

Im Jahre 1863 wurde Klagenfurt an das Eisenbahnnetz der S√ľdbahn angeschlossen, durch die darauffolgenden wirtschaftlichen Impulse stieg Klagenfurt zum echten Zentrum K√§rntens auf. Ein R√ľckschlag trat 1896 ein, als die Stadtverwaltung die Elektrifizierung der Stadt wie auch die Aufnahme der Bahndirektion ablehnte. Der Strom kam dann doch im Jahr 1902. Allerdings lie√ü sich die Bahndirektion in Villach nieder, wodurch der westliche Nachbar zur Eisenbahnstadt wurde. Aufgeschlossener erwies man sich in Klagenfurt mit der 1925 er√∂ffneten ersten Fluglinie √Ėsterreichs.

NS-Zeit und Zweiter Weltkrieg

Mit dem Anschluss √Ėsterreichs an das Deutsche Reich wurde Klagenfurt am 12. M√§rz 1938 Hauptstadt des Gaues K√§rnten (ab 1. M√§rz 1939 Reichsgau). Ab 1. Oktober 1938 wurden auch Osttirol und ab 17. April 1941 das 1918 an Jugoslawien gefallene Mie√ütal und Teile Oberkrains von Klagenfurt aus verwaltet. Unter dem nationalsozialistischen B√ľrgermeister Friedrich von Franz wurden alle Zeitungen eingestellt Der Neue Platz wurde zum Adolf-Hitler-Platz, und zahlreiche weitere Pl√§tze und Stra√üen wurden nach Nationalsozialisten benannt.

Die junge und ohnehin kleine j√ľdische Gemeinde in Klagenfurt (1934: 269 Glaubensjuden) wurde in dieser Zeit fast v√∂llig ausgel√∂scht. In der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 verw√ľsteten Klagenfurter das Bethaus in der Platzgasse (das sp√§ter in einem Bombenangriff g√§nzlich zerst√∂rt wurde), demolierten j√ľdische Wohnungen und sch√§ndeten den J√ľdischen Friedhof in St. Ruprecht. Die in Klagenfurt verbliebenen Juden wurden sp√§ter zumeist verhaftet und in Konzentrationslager deportiert, nur wenige konnten sich nach 1939 noch retten. Im Jahr 1951 lebten in Klagenfurt nur mehr neun B√ľrger j√ľdischen Glaubens.

Am 15. Oktober 1938 wurden die Statutarstadt Sankt Ruprecht und die Orte Sankt Peter, Annabichl und Sankt Martin sowie Teile der Gemeinden Krumpendorf, Lendorf, H√∂rtendorf, Viktring und Maria W√∂rth eingemeindet. Damit wuchs das Stadtgebiet von 618 Hektar auf 5613 Hektar und die Einwohnerzahl stieg von 30.000 auf √ľber 50.000.

Im Stadtteil Lendorf errichteten H√§ftlinge aus dem KZ Mauthausen eine Kaserne und eine Junkerschule f√ľr die Waffen-SS. Das KZ-Nebenlager Klagenfurt-Lendorf befand sich im Hof der heutigen Khevenh√ľller-Kaserne.

Nachkriegszeit

Klagenfurt geh√∂rte in der ‚ÄěBesatzungszeit‚Äú zur Britischen Zone, der English War Cemetery in der Lilienthalstra√üe erinnert heute noch daran.

1947 wurde in Klagenfurt das erste Fernheizkraftwerk √Ėsterreichs errichtet, 1955 entstand das erste Hochhaus,und 1961 wurden die Wiener- und die Kramergasse zur ersten ausgewiesenen Fu√üg√§ngerzone √Ėsterreichs.

Durch die Eingemeindung von vier großen Nachbargemeinden im Jahr 1973 konnte sich Klagenfurt auf seine heutige Größe erweitern.

Am 3. Juli 2007 hat der Gemeinderat die Umbenennung in ‚ÄěKlagenfurt am W√∂rthersee‚Äú beschlossen.[9] Die √Ąnderung wurde durch den K√§rntner Landtag best√§tigt und trat am 1. Februar 2008 in Kraft.[10]

Bevölkerung

Die Auswertung der Bev√∂lkerungsevidenz ergab Anfang J√§nner 2009 eine Zahl von 93.558 Einwohnern. Dies entspricht einer Bev√∂lkerungszunahme gegen√ľber dem Vorjahr um +0,75¬†% bzw. +696 Einwohner. Der Ausl√§nderanteil liegt bei rund 10¬†% oder 9.431 Personen. Etwa ein Drittel der Ausl√§nder (32,8%) sind B√ľrger der Europ√§ischen Union.[11]

Sprachen

Bei der Volkszählung vom 15. Mai 2001 gaben 89,4 % der Bevölkerung Deutsch als Umgangssprache an. Zweitgrößte Sprachgruppe war Kroatisch (3,3 %), gefolgt von Slowenisch (1,9 %). Ungefähr 10 % der Kärntner Slowenen haben ihren Hauptwohnsitz in Klagenfurt.[12]

Religionen

68,8 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch, 7,5 % evangelisch, 3,0 % muslimisch, 1,5 % orthodox, 0,6 % Zeugen Jehovas, 0,6 % altkatholisch. 16,1 % sind ohne religiöses Bekenntnis.[12]

Klagenfurt ist seit 1787 Sitz der r√∂misch-katholischen Di√∂zese Gurk. Die Di√∂zese Gurk wurde im Jahre 1071 mit Bischofssitz in Gurk gegr√ľndet. 1787 wurde der Bischofssitz nach Klagenfurt verlegt; die urspr√ľnglich evangelische Kirche und seit 1604 katholische Jesuitenkirche St. Peter und Paul wurde zur Bischofskirche erhoben. Der Dom zu Gurk ist seitdem Konkathedrale des Bistums.

Das Stadtgebiet von Klagenfurt umfasst 20 katholische Pfarren:

  • Dekanat Klagenfurt-Stadt:
    • Pfarre Ebental ‚ÄěMariahilf‚Äú (zum Gro√üteil im Bezirk Klagenfurt-Land)
    • Pfarre Klagenfurt-Annabichl
    • Dompfarre Klagenfurt-St.Peter und Paul
    • Pfarre Klagenfurt-Don Bosco
    • Stadtpfarre Klagenfurt-St. Egid
    • Pfarre Klagenfurt-St. Hemma
    • Pfarre Klagenfurt-St. Jakob an der Stra√üe
    • Pfarre Klagenfurt-St. Josef-Siebenh√ľgel
    • Pfarre Klagenfurt-St. Lorenzen
    • Pfarre Klagenfurt-St. Martin
    • Pfarre Klagenfurt-St. Modestus
    • Pfarre Klagenfurt-St. Peter
    • Pfarre Klagenfurt-St. Ruprecht
    • Pfarre Klagenfurt-St. Theresia
    • Pfarre Klagenfurt-Welzenegg Herz Jesu
    • Pfarre St. Georgen am Sandhof
    • Pfarre Viktring-Stein
    • Pfarre W√∂lfnitz
  • Dekanat Klagenfurt-Land
    • Pfarre St. Martin am Ponfeld
  • Dekanat Tainach
    • Pfarre St. Thomas am Zeiselberg (zum Gro√üteil im Bezirk Klagenfurt-Land, umfasst jedoch auch den Klagenfurter Bezirk H√∂rtendorf mit der Filialkirche St. Margarethen)

Die evangelischen Gemeinden Klagenfurts geh√∂ren zur Superintendentur f√ľr K√§rnten und Osttirol mit Sitz in Villach und umfassen zwei Pfarren:

  • Evangelische Pfarrgemeinde A.u.H.B Klagenfurt (Johanneskirche)
  • Evangelische Pfarrgemeinde A.u.H.B. Klagenfurt (Christuskirche)
Gedenktafel an der Stelle des ehemaligen j√ľdischen Bethauses

Von der ehemaligen j√ľdischen Gemeinde (1934: 269 Mitglieder, 1951: 9, 1968: 15) zeugen heute nur noch der kleine Friedhof in St. Ruprecht sowie eine Gedenktafel in der Platzgasse Nr. 3, an deren Stelle sich das ehemalige Bethaus befand, welches bei den Novemberpogromen 1938 verw√ľstet und sp√§ter durch Bomben zerst√∂rt wurde. Die wenigen heute noch in Klagenfurt lebenden Mitb√ľrger j√ľdischen Glaubens geh√∂ren administrativ zur Kultusgemeinde Graz.

Sonstige Religionsgemeinschaften

  • Altkatholische Kirchengemeinde f√ľr K√§rnten und Osttirol
  • Freie Baptistengemeinde
  • Pfingstgemeinde
  • Freie Evangelikale Gemeinde
  • Serbisch-Orthodoxe Kirchengemeinde
  • Sieben-Tage-Adventisten
  • Neuapostolische Kirche
  • Mormonengemeinde

Kultur und Sehensw√ľrdigkeiten

Theater

Stadttheater Klagenfurt

√úberregionale Bedeutung hat das Stadttheater Klagenfurt unter seinen Direktoren Herbert Wochinz (1968-92) und Dietmar Pflegerl (1992-2007) gewonnen, die beide nicht nur auf bew√§hrte B√ľhnenklassiker - im Schauspiel wie in der Oper - setzten, sondern zudem zahlreiche Ur- und Erstauff√ľhrungen herausbrachten. Seit der Spielzeit 2007/2008 ist Josef Ernst K√∂pplinger Intendant.

Es wurde 1908 zum 60. Regierungsjubiläum Franz Joseph I. von Fellner und Helmer grundrissgleich mit jenen in Gießen und Gablonz erbaut und im Jahr 1910 feierlich eröffnet.

Museen

Landesmuseum
  • Die Ausstellungen im K√§rntner Landesmuseum zeigen Sammlungen aus Arch√§ologie, Kunst und Geschichte, Volkskunde, Botanik, Zoologie, Geologie und Mineralogie sowie eine Musikinstrumentensammlung.
  • Das Museum Moderner Kunst K√§rnten (vormals ‚ÄěK√§rntner Landesgalerie‚Äú) zeigt auf rund 1000 m¬≤ Ausstellungsfl√§che Einzel- und Themenausstellungen zu moderner und zeitgen√∂ssischer Kunst . Einen Ausstellungsschwerpunkt bilden dabei die Sammlungsbest√§nde des Landes K√§rnten. Sie umfassen Werke von sowohl regional als auch international bedeutenden Namen des 20. und 21. Jahrhunderts, wie beispielsweise Hans Bischoffshausen, Kiki Kogelnik, Maria Lassnig, Hermann Nitsch, Hans Staudacher und als Vertreter der j√ľngsten Generation Hans Schabus. Die Burgkapelle kann von jungen K√ľnstlerinnen und K√ľnstlern als Projektraum genutzt werden, im Arkadengang sind Objekte und Skulpturen ausgestellt.
  • Das Bergbaumuseum pr√§sentiert die Geschichte des K√§rntner Bergbaues in rund 3000 m¬≤ gro√üen Ausstellungsr√§umen. Das Museum befindet sich in einem 500 Meter langen Stollen im Kreuzbergl, der im 2.Weltkrieg als Luftschutzbunker gedient hatte. Ausstellungsexponate umfassen verschiedenste Mineralien, Edelmetalle und eine M√ľnzpr√§gest√§tte. Allj√§hrlich findet in der Felsenhalle des Museums eine Sonderausstellung statt. Klagenfurts botanischer Garten mit dem Schwergewicht auf alpiner Flora liegt vor dem Museumseingang.
  • Thomas Koschat war Komponist und Dichter und gr√ľndete die ersten Quintette der Hofoper Wien (auch bekannt als Koschat-Quintette), mit denen er internationalen Erfolg hatte. Das Koschatmuseum ist eine Erinnerungsst√§tte mit Archiv, Fotografien, Manuskripten und Pers√∂nlichem.
  • Das Geburtshaus des Romanciers Robert Musil ist heute ein Literaturmuseum mit st√§ndigen Ausstellungen zu seiner Person selbst sowie zu Christine Lavant und Ingeborg Bachmann. Dokumentationen, Fotografien, Manuskripte sind ebenso zu sehen wie eine Bibliothek mit Werken der drei Schriftsteller.
  • Das Di√∂zesanmuseum, das √§lteste seiner Art in √Ėsterreich, zeigt seltene Kostbarkeiten sakraler Kunst aus K√§rnten vom Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert mit Sch√§tzen wie dem √§ltesten f√§rbigen Glasfenster √Ėsterreichs, der ‚ÄěMagdalenenscheibe‚Äú aus Weitensfeld von 1170.
  • Gustav-Mahler-Komponierh√§uschen: Gustav Mahler verbrachte etliche Sommer an der Ostbucht des W√∂rther Sees bei Maiernigg mit intensiver Kompositionsarbeit. Einige seiner ber√ľhmtesten Werke entstanden in dem heute als kleines Museum gef√ľhrten Haus auf einer Waldlichtung √ľber dem See.
  • Das Landwirtschaftsmuseum Ehrental zeigt eine umfangreiche Sammlung alter, b√§uerlicher Ger√§tschaften. Allj√§hrlich finden diverse Sonderausstellungen statt.
  • Das Eboardmuseum - das einzige weltweit - zeigt √ľber 800 elektronische Tasteninstrumente. Es wurde 1987 als Keyboardmuseum von Gert Prix gegr√ľndet und 2003 umbenannt. Die Instrumente sind auf 500 m¬≤ ausgestellt und k√∂nnen auch bespielt werden.

Bauwerke

Denkmäler und Brunnen

Bekanntestes Denkmal Klagenfurts ist auf dem Neuen Platz der Lindwurmbrunnen, ein bedeutendes Beispiel der Kunst des Manierismus. Dem Gr√ľnder der Stadt, Bernhard von Spanheim, ist das Spanheimer-Denkmal am Arthur-Lemisch-Platz gewidmet. Ein weiteres auff√§lliges Denkmal in der Innenstadt ist die Pests√§ule (urspr√ľnglich ‚ÄěDreifaltigkeitss√§ule‚Äú genannt) am Alten Platz: Sie wurde zum Dank f√ľr das Ende einer Pestepidemie errichtet und nach dem Sieg √ľber die T√ľrken vor Wien 1683 durch ein Kreuz und einen liegenden Halbmond erg√§nzt. Ein √ľberaus beliebtes Fotomotiv ist das ‚ÄěW√∂rtherseemandl‚Äú von Heinz Goll in der Fu√üg√§ngerzone, das die Entstehungssage des W√∂rthersees zum Thema hat.

→ siehe auch Liste der Denkmäler und Brunnen in Klagenfurt am Wörthersee

Schlösser und Burgen

Maria-Loretto nach der Renovierung 2007

Auf dem heutigen Stadtgebiet befinden sich rund 20 Schl√∂sser. Der vorwiegend in der Bl√ľtezeit der Stadt im 16. Jahrhundert von Landst√§nden und beg√ľterten B√ľrgern als Herrensitze errichteten Bauten befinden sich alle au√üerhalb des Stadtzentrums. Sie befinden sich heute √ľberwiegend in Privatbesitzt. Nur wenige der Schl√∂sser sind √∂ffentlich zug√§nglich, so z. B. eines der bekanntesten unter ihnen, das am W√∂rthersee gelegene Schloss Maria-Loretto.

Burganlagen gibt es im heutigen Klagenfurt nicht mehr. In Urkunden werden bald nach Neugr√ľndung der Stadt (1246) in den Jahren 1258 und 1268 Kastellane und eine Burg erw√§hnt, √ľber deren Lage ist aber heute nichts mehr bekannt. Eine zweite Burg befand sich wohl an der Stelle des ab 1574 erbauten Landhauses. Auch einige der Klagenfurter Schl√∂sser wurden an der Stelle mittelalterlicher Burganlagen errichtet. Im einzigen Geb√§ude der Stadt, das heute ‚ÄěBurg‚Äú genannt wird ‚Äď siehe Burg (Klagenfurt) ‚Äď, das aber nicht auf eine solche zur√ľckgeht, sondern der Amtssitz des Burggrafen war, befindet sich das Kunstmuseum MMKK.

→ siehe auch Liste der Schlösser in Klagenfurt am Wörthersee.

Sakralgebäude

Dom und Domplatz

Wichtigste Kirchen der Stadt sind der ab 1581 errichtete Klagenfurter Dom, Domkirche der Di√∂zese Gurk-Klagenfurt, und die Stadthauptpfarrkirche St. Egid. Zu den √§ltesten Sakralgeb√§uden Klagenfurts z√§hlt auch die Heiligengeistkirche am westlichen Rand der Innenstadt. Mit dem Stift Viktring befindet sich auch ein ehemaliges Kloster im heutigen Stadtgebiet. Es wurde 1142 durch den Stadtgr√ľnder Bernhard von Spanheim gestiftet und 1786 aufgehoben. Die ehemaligen Klostergeb√§ude werden heute vom BRG Viktring genutzt, die vormalige Stiftskirche dient als Pfarrkirche. Die alten Dorfkirchen der Ortsteile Lendorf und St. Peter am Bichl enthalten romanische Fresken und kostbare karolingische Flechtwerksteine. Nicht nur in der gesamten Fachwelt ber√ľhmt sind die zwei Giebelsteine von St. Peter am Bichl mit dem dreistreifigen sogenannten lombardischen Musterornament von ca. 900 A.D.[13]

Neben den zahlreichen katholischen Kirchenbauten gibt es auch zwei evangelische Gotteshäuser, die Johanneskirche am Lendkanal und die Christuskirche im Osten der Stadt.

→ siehe auch Liste der Kirchen in Klagenfurt am Wörthersee

Weitere Bauwerke

Parkanlagen

Denkmal zu Ehren des ‚ÄěGraf von Khevenh√ľller Regiment Nr. 7‚Äú im Maria-Theresia-Park

Die Landeshauptstadt besa√ü bis zum Abzug der franz√∂sischen Truppen im Jahre 1809 Stadtmauern mit Wassergr√§ben in Form eines Quadrats und einer Seitenl√§nge von etwa einem Kilometer, die den Altstadtkern umschlossen. Nach Beseitigung der Befestigungsanlagen entstanden anstelle jener die vier Ringstra√üen mit zahlreichen Parkanlagen, die nach Dichtern und Komponisten benannt wurden. Am Viktringer Ring schuf man den Koschatpark, benannt nach dem K√§rntner Liederf√ľrsten Thomas Koschat, innerhalb des Villacher Rings sollte der auf dem im Jahre 1900 zugesch√ľtteten Stadtgraben geschaffene Park erst Stadtpark hei√üen, wurde aber Anfang 1905 anl√§sslich des 100. Todestages von Friedrich Schiller vom Gemeinderat Schillerpark benannt. An der Ecke Villacher Ring zum St. Veiter Ring benannte man die Freifl√§che Goethepark nach dem zweiten deutschen Literaturklassiker Johann Wolfgang von Goethe. √Ėstlich schlie√üt sich der nach dem ber√ľhmten √∂sterreichischen Komponisten der Romantik Franz Schubert benannte Schubertpark an. Und auch am V√∂lkermarkter Ring im Osten findet man Gr√ľnanlagen, beispielsweise vor dem Konzerthaus oder dem Bundesgymnasium, wo jetzt die Schillerb√ľste aus dem Schillerpark aufgestellt ist. An der Innenecke V√∂lkermarkter zum Sankt Veiter Ring liegt der nach einem daneben geborenen Klagenfurter Schriftsteller benannte Rauscherpark, der nach Umgestaltungsarbeiten seit dem Jahre 2006 in neuem Glanz erstrahlt.

Der Europapark ist mit seiner Gr√∂√üe von rund 22 Hektar nicht nur der gr√∂√üte Park in Klagenfurt, sondern auch eine der gr√∂√üten Parkanlagen √Ėsterreichs. Er befindet sich in unmittelbarer N√§he zum W√∂rthersee in einem Dreieck zwischen dem Klagenfurter Strandbad, dem Lendkanal und Minimundus. Der Name soll die Weltoffenheit der Stadt symbolisieren, was auch durch Flaggen der verschiedenen Partnerst√§dte unterst√ľtzt wird.

Der H√ľlgerth-Park liegt √∂stlich der Sankt-Ruprechter-Stra√üe im VII. Bezirk ‚ÄěViktringer Vorstadt‚Äú und zeigt eine B√ľste des Feldmarschallleutnants Ludwig H√ľlgerth.

Der Maria-Theresia-Park im VIII. Bezirk ‚ÄěVillacher Vorstadt‚Äú liegt zwischen der Waisenhauskaserne und der Herbertstra√üe, wird im Westen von der Lerchenfeldstra√üe und im Osten von der Deutenhofenstra√üe begrenzt. Im westlichen Teil steht ein Denkmal zu Ehren des Infanterie Regiments ‚ÄěGraf von Khevenh√ľller Nr. 7‚Äú (1691-1918).

Friedhöfe

Klagenfurt besitzt 15 Friedhöfe, davon sieben städtische, sieben katholische Pfarrfriedhöfe und einen Kriegerfriedhof aus der britischen Besatzungszeit:

  • Friedhof Emmersdorf (Pfarre Karnburg)
  • Friedhof Gro√übuch (Pfarre Tigring)
  • Friedhof H√∂rtendorf (Magistrat)
  • Friedhof Lendorf (Pfarre Lendorf)
  • Friedhof St. Andr√§ (Magistrat)
  • Friedhof St. Georgen am Sandhof (Magistrat)
  • Friedhof St. Jakob an der Stra√üe (Magistrat)
  • Friedhof St. Martin (Pfarre St. Martin)
  • Friedhof St. Martin am Ponfeld (Pfarre Tigring)
  • Friedhof St. Peter (Magistrat)
  • Friedhof St. Peter am Bichl (Pfarre Zweikirchen)
  • Friedhof St. Ruprecht (Magistrat), √§ltester bestehender Friedhof der Stadt (der Teil um die Kirche ist im Besitz der Pfarre St. Ruprecht; unmittelbar angeschlossen ist der nur nach Voranmeldung begehbare J√ľdische Friedhof)
  • Friedhof Stein-Viktring (Magistrat)
  • Zentralfriedhof Annabichl (Magistrat), gr√∂√üter Friedhof K√§rntens
  • Commonwealth Kriegsfriedhof in Klagenfurt (English War Cemetery)

Ehemalige Friedhöfe

  • Stadpfarrkirche: Rund um die Kirche befand sich der √§lteste Friedhof Klagenfurts.
  • Hl.-Geist-Kirche: Im Bereich des Hl.-Geist-Platzes war hier ein Friedhof. Auf ihm wurden zahlreiche Pestopfer bestattet.
  • B√ľrgerspitalskirche: Hinter der B√ľrgerspitalskirche lag fr√ľher ebenfalls ein Friedhof. Sp√§ter war in diesem Bereich der Botanische Garten von Klagenfurt, danach das Lapidarium des Landesmuseums von K√§rnten. Seit 2007 steht dort ein Verwaltungsgeb√§ue des Amtes der K√§rntner Landesregierung.

Weitere Sehensw√ľrdigkeiten

K√ľnstlerhaus, 1913/14, Architekt: Franz Baumgartner

Regelmäßige Veranstaltungen

Jährlich finden in Klagenfurt die Lesungen und Diskussionen rund um den Ingeborg-Bachmann-Preis statt. Autoren, Literaturkritiker, Literaturwissenschafter, Journalisten und Verleger aus aller Welt treffen sich bei diesem Ereignis in Klagenfurt.

In den Sommermonaten kommen alljährlich Musiker aus aller Welt in das ehemalige Zisterzienserkloster Viktring. Dort findet das Musikforum Viktring statt, wo sich Musiker zu Meisterkursen, Workshops und Konzerten treffen. Im Rahmen des Musikforums wird auch der internationale Kompositionspreis des Musikforums und der Gustav Mahler Kompositionspreis verliehen.

In den letzten Jahren hat Klagenfurt mit der W√∂rtherseeb√ľhne, einer Freilichtb√ľhne direkt am W√∂rthersee, f√ľr Schlagzeilen gesorgt. Leider ging es dabei nicht nur um Berichte √ľber sehenswerte Auff√ľhrungen, sondern oft um politische und wirtschaftliche Diskussionen.

siehe auch: ARBOS ‚Äď Gesellschaft f√ľr Musik und Theater

Sport

Klagenfurt ist jedes Jahr der Austragungsort zweier Sportveranstaltungen von internationalem Rang. Das zweitgrößte Triathlon-Event nach Roth in Europa, der Kärnten Ironman Austria, bei dem bis zu 2.000 Teilnehmer 3,8 km schwimmen, 180 km Rad fahren und danach 42,2 km laufen, findet in Klagenfurt statt.

Das zweite sportliche Großereignis ist das Beachvolleyball-Grand-Slam-Turnier, bei dem die besten Beachvolleyballer der Welt im Klagenfurter Strandbad direkt am Wörthersee ihr Können zur Schau stellen.

Klagenfurt hat eine sehr erfolgreiche Eishockeymannschaft: den 29-fachen √∂sterreichischen Rekordmeister EC KAC, sowie mehrere Fu√üballvereine. Der SK Austria K√§rnten vertritt Klagenfurt in √Ėsterreichs oberster Liga. In der drittklassigen Regionalliga Mitte spielen der FC K√§rnten, der 2001 den √ĖFB-Cup gewann, und der 1970 als studentischer Fu√üballklub des BRG f√ľr Slowenen gegr√ľndete SAK Klagenfurt, der ‚ÄěSlovenski atletski klub‚Äú.

Klagenfurt war Austragungsort f√ľr drei Vorausscheidungsspiele der Fu√üball-Europameisterschaft 2008, welche in der Hypo Group Arena stattfanden.

Die zwei traditionsreichen Rudersportvereine "Albatros" und "Nautilus" haben ihre Vereinshäuser am Nordostufer des Wörthersees.

In Klagenfurt ist auch der American-Football-Verein Carinthian Black Lions angesiedelt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Ansässige Unternehmen

Verfallene ‚ÄěStroh-Villa‚Äú an der Rosentaler Stra√üe

Klagenfurt ist K√§rntens wichtigster Wirtschaftsstandort. 22¬†% der K√§rntner Gewerbebetriebe sowie 20¬†% der K√§rntner Industriebetriebe befinden sich in der Landeshauptstadt. Per Stichtag 15. Mai 2001 waren in Klagenfurt 63.618 Personen in 6.184 Betrieben angestellt. 33 davon sind mit mehr als je 200 Mitarbeitern Gro√üunternehmen. Den wirtschaftlichen Schwerpunkt bilden die Leichtindustrie, mittelst√§ndische Handels- und Gewerbebetriebe sowie der Tourismus. In Klagenfurt haben sich auch einige internationale Firmen, wie Siemens und Philips, angesiedelt. Ein Herzst√ľck der Klagenfurter und K√§rntner Wirtschaftspolitik ist der unmittelbar neben der Alpen-Adria-Universit√§t gelegene Lakeside Science & Technology Park. Der Technologiepark erm√∂glicht aufgrund seines Standortes eine sehr enge Kooperation zwischen Wirtschaft und Forschung (Universit√§t, FH) und hat das Ziel, K√§rnten bzw. Klagenfurt, als High-Tech-Standort zu etablieren. Klagenfurt ist au√üerdem Standort zweier sehr bekannter Getr√§nkeerzeuger: des Fruchtsaftherstellers Pago und der weltweit bekannten Firma Stroh Rum.

Märkte

Markt auf dem Benediktinerplatz

Der wichtigste Marktplatz in Klagenfurt ist der Benediktinerplatz, fr√ľher auch Herzogplatz genannt, auf dem zweimal w√∂chentlich ein Wochenmarkt stattfindet, auf dem Lebensmittel wie Gem√ľse, Fr√ľchte, Honig, Fleisch, Fisch und Gefl√ľgel angeboten werden. Manche der ‚ÄěStandler‚Äú kommen inzwischen nicht mehr nur aus Klagenfurts Umgebung, sondern sogar von jenseits der Staatsgrenzen. In der Mitte des Gevierts ist an einer Laternens√§ule das Klagenfurter Marktrichterschwert angebracht, ein Rechtsdenkmal aus dem 18. Jahrhundert, welches als Symbol f√ľr Marktordnung und Marktfreiheit gilt. Am Rand des Platzes steht der ‚ÄěSteinerne Fischer‚Äú, das Wahrzeichen des fr√ľheren Fischmarktes.

Energieversorgung

Bioenergiezentrum in der Vogelsangstaße 5

Seit Februar 2007 ist ein Biomasse-Heizwerk im S√ľden Klagenfurts in Betrieb. Es versorgt verschiedene Abnehmer mit Fernw√§rme.

Messen

In Klagenfurt finden j√§hrlich 13 Fach- und Publikumsmessen statt, z. B. die ‚ÄěInternationale Holzmesse‚Äú, die ‚ÄěGAST‚Äú, die ‚ÄěAgrarmesse‚Äú, die ‚ÄěWeidwerk & Fischweid‚Äú, die ‚ÄěFreizeit‚Äú, die ‚ÄěHerbstmesse‚Äú sowie die ‚ÄěFamilienmesse‚Äú mit der ‚ÄěGesund leben‚Äú.

Verkehr

Straßenverkehr

A2-Nordumfahrung vor dem Falkenbergtunnel

An Klagenfurt vorbei f√ľhrt die A2, welche besonders als Verbindung Richtung Wien und Villach von gro√üer Bedeutung f√ľr die Stadt ist. Ein Gro√üteil der Autobahn nahe Klagenfurt wurde als Tunnel ausgef√ľhrt. Ins s√ľdlich angrenzende Slowenien kommt man entweder direkt √ľber den Loiblpass oder √ľber den mautpflichtigen Karawankentunnel mit Umweg √ľber Villach.

Flugverkehr

Abflug Terminal 1

Klagenfurt hat mit dem Alpe-Adria-Flughafen einen internationalen Flughafen.

√Ėffentlicher Nahverkehr

Der √∂ffentliche Nahverkehr im Stadtgebiet wird heute nur noch durch Linienbusse der Klagenfurter Stadtwerke bew√§ltigt. Ab 1891 hatte Klagenfurt auch √ľber ein Stra√üenbahnnetz mit Linien zum Bahnhof, nach Annabichl, zum Kreuzbergl und zum Strandbad am W√∂rthersee verf√ľgt, die letzte Stra√üenbahnlinie wurde 1963 aufgelassen. Ab den 1940er Jahren fuhren f√ľr einige Jahrzehnte auch Oberleitungsbusse (‚ÄěObus‚Äú)nach St. Peter, zum Kreusbergl und von der Stra√üenbahnhaltestelle ‚ÄěSee‚Äú nach Krumpendorf.

Schienenverkehr

Klagenfurter Hauptbahnhof

Die Bedeutung Klagenfurts als Eisenbahnknoten bleibt hinter der Villachs zur√ľck. Klagenfurt liegt an der wichtigen Strecke Wien ‚Äď Villach, weitere Strecken gehen im S√ľden nach Jesenice (Rosentalbahn), im Osten ins Lavanttal (via Jauntalbahn und Lavanttalbahn) sowie nach Maribor (Drautalbahn).

Die Koralmbahn soll nach Fertigstellung Klagenfurt an Graz und weiter an Wien anbinden. Die Arbeiten an dieser Hochleistungsbahnverbindung sind derzeit im Gange.

Im Stadtgebiet gibt es folgende Bahnhöfe und Haltestellen:

  • Klagenfurt Hauptbahnhof
  • Klagenfurt Annabichl
  • Klagenfurt Ostbahnhof
  • Klagenfurt Viktring
  • Klagenfurt Lend
  • Klagenfurt Ebenthal

Bildung

Bedeutendste Bildungseinrichtungen sind die rund 8000 Studierende z√§hlende Alpen-Adria-Universit√§t Klagenfurt und die Fachhochschule K√§rnten. Des Weiteren finden sich eine Vielzahl von Schulen mit unterschiedlichen Spezialisierungen und Ausbildungsniveaus, zum Beispiel das Europagymnasium als √§ltestes Gymnasium √Ėsterreichs, das BRG Viktring mit musischem Schwerpunkt, das Ingeborg-Bachmann-Gymnasium, das BG/BRG f√ľr Slowenen und eine zweisprachige Handelsakademie.

Sicherheit und Rettungsdienste

Polizei

Am Beginn der St.-Ruprechter Stra√üe mit Eingang Buchengasse liegt die Sicherheitsdirektion K√§rnten und das Landespolizeikommando K√§rnten. Im selben Komplex befindet sich eine der beiden Bundespolizeidirektionen K√§rntens in der sich das Stadtpolizeikommando, die Stadtleitzentrale, die Verkehrsinspektion, das Polizeianhaltezentrum, ein operativer Kriminaldienst und eine Polizeiinspektion, wie das Polizeiwachzimmer neuerdings hei√üt, befinden. Au√üerdem gibt es in Klagenfurt sechs weitere Polizeiinspektionen im Hauptbahnhof, am Landhaushof, in der Villacher Stra√üe, in Viktring, Sankt Peter und am Flughafen in Annabichl, wo sich auch die Autobahnpolizeiinspektion Klagenfurt am W√∂rthersee befindet, w√§hrend die Verkehrsinspektion Klagenfurt ihren Sitz in der Morogasse 33 hat. Seit 2003 befindet sich in Klagenfurt auch eine Au√üenstelle des Einsatzkommandos Cobra. Die Klagenfurter Polizei f√ľhrt besonders am Wochenende verst√§rkte Streifen durch, um Klagenfurts ‚ÄěBermudadreieck‚Äú im Bereich der Herrengasse sicherer zu machen.

In der Purtscherstra√üe liegt die Justizanstalt Klagenfurt, mit einer Belagsf√§higkeit von 340 Insassen und dient dem Vollzug von Untersuchungshaften, Strafhaften, sowie Finanz- und Verwaltungsstrafhaften. Die JA Klagenfurt verf√ľgt √ľber eine Au√üenstelle in Sankt Georgen am L√§ngsee sowie ein Freig√§ngerhaus f√ľr den gelockerten Vollzug

Bundesheer

In der Mie√ütaler Stra√üe befindet sich im Kommandogeb√§ude FM H√ľlgerth, das Milit√§rkommando K√§rnten. Weiters gibt es in Klagenfurt drei Kasernen: In der Khevenh√ľllerkaserne in der Feldkirchner Stra√üe befindet sich das J√§gerbataillon 25, der einzige Luftlandeverband √Ėsterreichs. In der Kaserne befindet sich auch das Kommando der 3. Betriebsversorgungsstelle sowie die Werkstattkompanie des Stabsbataillon 7. In der Windischkaserne in der Rosenbergstra√üe befindet sich die Erg√§nzungsabteilung K√§rntens, sowie das Kommando, die Stabskompanie, die Nachschub- und Transportkompanie (momentane KIOP-Kr√§fte) und die F√ľhrungsunterst√ľtzungskompanie des Stabsbataillon 7. Die Laudonkaserne in der Laudonstra√üe beheimatet die Heereszeuganstalt. Die √§lteste Kaserne √Ėsterreichs, die unter Denkmalschutz stehende Waisenhauskaserne in der Deutenhoferstra√üe, wurde mit 30. April 2009 ger√§umt.

Au√üerdem befindet sich am Flughafen Klagenfurt einer der beiden St√ľtzpunkte des Hubschraubergeschwaders, dessen Helikopter vom Typ Alouette III Verbindungs-, Aufkl√§rungs- und Transportfl√ľge √ľbernehmen. Zum zivilen Alltag geh√∂ren Eins√§tze f√ľr Bergrettung und Katastrophenhilfe, da die Maschinen ein fixer Bestandteil des √∂sterreichischen Notarzthubschraubersystems sind.

Feuerwehr und Rettungsdienste

In der Hans-Sachs-Stra√üe befindet sich das Bezirksfeuerwehrkommando Klagenfurt-Stadt, mit der einzigen Berufsfeuerwehr K√§rntens. Sie √ľbernimmt auch den vorbeugenden Brandschutz sowie feuerpolizeiliche Aufgaben. Ebenfalls dort befindet sich die Freiwillige Feuerwehr Hauptwache, die √§lteste Feuerwehr Klagenfurts. Zudem gibt es zwei Betriebsfeuerwehren f√ľr den Flughafen und das Stadttheater. Au√üerdem gibt es in Klagenfurt noch neun weitere Freiwillige Feuerwehren in den Stadtteilen Kalvarienberg, Sankt Georgen am Sandhof, Haidach, Sankt Peter, Sankt Ruprecht, Sankt Martin, W√∂lfnitz, Emmersdorf und Viktring. In der Rosenegger Stra√üe befindet sich das Landesfeuerwehrkommando K√§rnten mit der Landesfeuerwehrschule und die Bundesleitung der K√§rntner Bergrettung mit einer Ortsstelle. In der Grete-Bittner-Stra√üe ist der Landesverband des Roten Kreuzes, die Bezirksstelle, die Blutspendezentrale und das Jugendrotkreuz.

Das Landeskrankenhaus Klagenfurt ist mit 24 Klinischen Abteilungen und 7 Zentralen Instituten das gr√∂√üte Krankenhaus K√§rntens sowie das drittgr√∂√üte √Ėsterreichs. Es beherbergt 1.679 Betten und 4.000 Mitarbeiter. Mit ca. 6.500 Mahlzeiten t√§glich ist das LKH Klagenfurt die gr√∂√üte Krankenhausk√ľche K√§rntens. Derzeit befindet sich das LKH im Umbau und wird bis zum Jahr 2010 eines der modernsten Gesundheitszentren Europas.

Außerdem gibt es noch das Allgemeine öffentliche Krankenhaus der Elisabethinen sowie ein Unfallkrankenhaus.

Politik

Klagenfurt ist eine Statutarstadt und bildet als solche einen eigenen Verwaltungsbezirk.

Gemeinderat

Der Gemeinderat von Klagenfurt besteht aus 45 Mitgliedern und setzt sich seit der letzten Gemeinderatswahl 2009 wie folgt zusammen:[15]

Stadtsenat und B√ľrgermeister

Der Klagenfurter Stadtsenat (Stadtregierung) besteht aus neun Mitgliedern. Direkt gew√§hlter B√ľrgermeister ist seit 2009 Christian Scheider (BZ√Ė).[16]

Nach dem Gemeinderatswahlen 2009 stehen den Parteien folgende Stadtratssitze zu:[15]

  • 4 BZ√Ė
  • 2 SP√Ė
  • 2 √ĖVP
  • 1 Gr√ľne


B√ľrgermeister seit 1850

Wie schon zuvor in anderen St√§dten K√§rntens wurde in Klagenfurt 1588 das B√ľrgermeisteramt geschaffen, um den Stadtrichter von seinen Aufgaben zu entlasten.[17] Erster B√ľrgermeister der Stadt wurde der Baumeister Christoph Windisch. Bis um die Mitte des 18. Jahrhunderts fanden die B√ľrgermeisterwahlen j√§hrlich statt. Kaiser Joseph II. hob die st√§dtische Selbstverwaltung auf, das Stadtoberhaupt wurde von nun an auf Lebenszeit ernannt. Ab 1807 gibt es einen ‚Äěgepr√ľften‚Äú B√ľrgermeister, dessen Posten √∂ffentlich ausgeschrieben wurde. Nach der M√§rz-Revolution 1848 wurde der Gemeinderat und aus seiner Mitte erstmals 1850 der B√ľrgermeister gew√§hlt. Seit 1920 fand die Wahl des Gemeinderates und des Stadtoberhauptes nach dem allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlrecht statt. In der Nationalsozialistischen Zeit wurde der B√ľrgermeister ernannt. Seit 1945 gibt es die gemeinderechtliche Selbstverwaltung und seit M√§rz 1991 wird der B√ľrgermeister von Klagenfurt vom Volk direkt gew√§hlt.

Wappen

Klagenfurter Stadtwappen

Das Wappen der Stadt Klagenfurt zeigt einen schwebenden Drachen (und nicht einen Lindwurm, wie in der offiziellen Blasonierung beschrieben) vor einem Turm. Der Drache steht f√ľr die Gr√ľndungssage der Stadt, der hohe bezinnte Turm ist ein zeittypisches Symbol f√ľr die st√§dtische Selbstverwaltung. Ein Stadtsiegel wurde bereits 1280 erw√§hnt, das √§lteste im Original erhaltene Siegel stammt aus dem Jahr 1287. Auf dem Stadtsiegel von 1512 (sicher) sowie dem erneuerten Siegel von 1592 (vermutlich) wird ein zweibeiniger Drache dargestellt, in der Folge wechselt die Darstellung, wie auch bei der Figur auf dem Brunnen, zum vierbeinigen Lindwurm √ľber. W√§hrend die Grundmotive und Tinkturen des Wappens immer feststanden, hat man sich erst im 20. Jahrhundert mit dem zweibeinigen Drachen f√ľr die Beibehaltung des √§ltesten Motivs entschieden.

Die amtliche Blasonierung des Klagenfurter Wappens lautet:

‚ÄěDas Stadtwappen zeigt in Rot √ľber gr√ľnem Schildfu√ü einen dreizinnigen, gequaderten silbernen Stadtturm mit rundbogigem Tor, vor dem in halber H√∂he ein gr√ľner Lindwurm quer√ľber nach rechts schwebt.‚Äú[18]

Die Fahne zeigt die Stadtfarben Rot-Wei√ü-Gr√ľn.

Städtepartnerschaften

Klagenfurts Partnerstädte sind:

In der Kramergasse in der Innenstadt Klagenfurts sind Bodenmosaike mit den Wappen der Partnerst√§dte zu sehen. Die Ausf√ľhrung stammt vom K√§rntner Maler und Mosaikk√ľnstler Franz Kaplenig.

Zur Erinnerung an die älteste Städtepartnerschaft der Welt zwischen Klagenfurt und Wiesbaden heißt eine Hauptstraße in der Klagenfurter Innenstadt "Wiesbadner Straße" und das Kurhaus von Wiesbaden wurde im Minimundus verewigt. Im Gegenzug trägt ein Straßenzug in Wiesbaden den Namen "Klagenfurter Ring". Aber auch andere Partnerstädte wurden in Klagenfurter Flurnamen verewigt (Dessauer Straße, Duschanbegasse, Gladsaxeweg, Görzer Allee, Hermannstädter Weg, Tarragonaallee, Venloweg).

Diplomatische Vertretungen

1906 eröffnete das damalige Königreich Italien als erste Nation eine diplomatische Vertretung in Klagenfurt. Zur Zeit bestehen vierzehn ausländische Vertretungen.

Das Generalkonsulat von Deutschland wurde aufgelassen.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Kassin-Geburtshaus in der St. Ruprechterstraße 69

In Klagenfurt bestattet

Grabstätte Ingeborg Bachmann
Grabstätte Julien Green
Grab von Erzherzogin Maria Anna

Neben den Grabst√§tten vieler ber√ľhmter Klagenfurter, allen voran Ingeborg Bachmann auf dem Zentralfriedhof Annabichl, fanden folgende bekannte Nicht-Klagenfurter in Klagenfurt ihre letzte Ruhe:

Ehrenb√ľrger

Ludwig H√ľlgerth-B√ľste im H√ľlgerth-Park

Ehrenb√ľrger nach Jahr ihrer Ernennung:[19]

1821: Franz Reichsgraf von Enzenberg 1924: Josef Gruber, Stadtarzt
1858: Johann Friedel 1936: Kurt Schuschnigg
1896: Franz Freiherr von Schmidt-Zabierow 1936: Ernst R√ľdiger Starhemberg
1905: Julius Christoph Neuner 1936: Fritz Stockinger
1907: Thomas Koschat 1936: Franz Wilfan
1911: Josef Wolfgang Dobernig 1946: Karl Renner
1914: Ernst Rauscher von Steinberg 1947: Miss Russel Roberts
1914: Oskar Potiorek 1950: Josef Friedrich Perkonig
1915: Alfred Freiherr von Fries-Skene 1965: Ferdinand Wedenig
1916: Franz Rohr 1966: Peter Graf
1918: Carl Auer von Welsbach 1997: Leopold Guggenberger
1923: Ivo von Hibler 1999: Leopold Wagner
1923: Ludwig H√ľlgerth 2001: Udo J√ľrgens

Literatur

  • Wilhelm Baum: Klagenfurt. Geschichte einer Stadt am Schnittpunkt dreier Kulturen. Kitab Verlag, Klagenfurt 2002, ISBN 3-902005-13-0.
  • Siegfried Hartwagner: Klagenfurt, Stadt. Ihre Kunstwerke, historische Lebens- und Siedlungsformen. Verlag Sankt Peter, Salzburg 1980, ISBN 3-900173-26-5.
  • Dieter Jandl: Klagenfurt. Von der Siedlung an der Furt zur Wissensstadt. Historischer √úberblick. Verlag Johannes Heyn, Klagenfurt 2006 (4. Aufl.), ISBN 3-7084-0197-2. (online als PDF)
  • Larissa Krainer: Klagenfurt. Heyn Verlag, Klagenfurt 2005 (3. Aufl.), ISBN 3-7084-0131-X.
  • Gotbert Moro (Hrsg.): Die Landeshauptstadt Klagenfurt. Aus ihrer Vergangenheit und Gegenwart. Selbstverlag der Landeshauptstadt, Klagenfurt 1970, ohne ISBN.
  • Hermann Th. Schneider: Die Stra√üen und Pl√§tze von Klagenfurt. Selbstverlag der Landeshauptstadt Klagenfurt, Klagenfurt 1999 (3. Aufl.), ohne ISBN.

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ http://www.volksgruppenbuero.at/ortsnamenverzeichnis.pdf
  2. ‚ÜĎ Herbert Paschinger: K√§rnten. Eine geographische Landeskunde. Erster Teil. Verlag des Landesmuseums f√ľr K√§rnten, Klagenfurt 1976, ohne ISBN
  3. ‚ÜĎ Jandl: Klagenfurt. Historischer √úberblick, Klagenfurt 2006, 4. Aufl., S. 5
  4. ‚ÜĎ Heinz Dieter Pohl: K√§rnten. Deutsche und slowenische Namen/KoroŇ°ka. Slovenska in nemŇ°ka imena. In: √Ėsterreichische Namenforschung, Jahrgang 28, 2000, Heft 2‚Äď3. Mohorjeva/Hermagoras, Klagenfurt 2000, ISBN 3-85013-802-X, S. 83
    Paul Gleirscher: Wie Aquiliu zu Klagenfurt wurde, in: ders.: Mystisches Kärnten. Sagenhaftes, Verborgenes, Ergrabenes. Carinthia, Klagenfurt 2007, ISBN 978-3-85378-603-1, S. 59-65.
  5. ‚ÜĎ Eberhard Kranzmayer: Ortsnamenbuch von K√§rnten. II. Teil. Verlag des Geschichtsvereines f√ľr K√§rnten, Klagenfurt 1958, S. 119. (ohne ISBN)
  6. ‚ÜĎ Gr√ľndungssage nach Franz Pehr (1913) auf sagen.at
  7. ‚ÜĎ Dieter Jandl: Klagenfurt. Historischer √úberblick. Klagenfurt 2006, S. 5
  8. ‚ÜĎ Dieter Jandl: Klagenfurt. Historischer √úberblick. Klagenfurt 2006, S. 6
  9. ‚ÜĎ Kleine Zeitung, ORF K√§rnten
  10. ‚ÜĎ LGBl. Nr. 1/2008 Landesgesetzblatt 2008 vom 16. J√§nner 2008, St√ľck 1, Nr. 1: Gesetz vom 25. Oktober 2007, mit dem die K√§rntner Landesverfassung und das Klagenfurter Stadtrecht 1998 ge√§ndert werden.
  11. ‚ÜĎ http://www.klagenfurt.at/klagenfurt-am-woerthersee/trendinfo-1955.asp
  12. ‚ÜĎ a b Demografische Daten der Statistik Austria, Stand Volksz√§hlung 2001
  13. ‚ÜĎ Egon Linortner (Red.): Klagenfurt W√∂rthersee, Eigenverlag der Landeshauptstadt Klagenfurt 1974, S. 136f
  14. ‚ÜĎ http://www.fireworld.at/cms/story.php?id=2336
  15. ‚ÜĎ a b Endergebnis GR-Wahl 2009, Webseite Stadtgemeinde, abgerufen 22. M√§rz 2009.
  16. ‚ÜĎ Ergebnis Stichwahl, Webseite Stadtgemeinde, abgerufen 22. M√§rz 2009.
  17. ‚ÜĎ Claudia Fr√§ss-Ehrfeld: Geschichte K√§rntens. Die st√§ndische Epoche. Verlag Joh. Heyn, Klagenfurt 1994, ISBN 3-85366-685-X, S. 451
  18. ‚ÜĎ zitiert nach Wilhelm Deuer: Die K√§rntner Gemeindewappen. Verlag des K√§rntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 152
  19. ‚ÜĎ Liste der Ehrenb√ľrger auf der Seite des Magistrats.

Weblinks


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  • Klagenfurt AC ‚ÄĒ are an ice hockey team in the Erste Bank Hockey League. They play their games in Klagenfurt, Austria. They play their homes games at Stadthalle ‚Ķ   Wikipedia

  • Klagenfurt ‚ÄĒ Klagenfurt, 1) Bezirkshauptmannschaft im √∂sterreichischen Herzogthum K√§rnten; 25, 62 QM., 68,150 bit Ew. Der fr√ľhere Kreis K. umfa√üte 85 QM., wurde 1851 aufgehoben u. in die Bezirkshauptmannschaften St. Veit, V√∂lkermarkt, Wolfsberg u. K.… ‚Ķ   Pierer's Universal-Lexikon

  • Klagenfurt ‚ÄĒ Klagenfurt, Bezirksstadt und Hauptstadt von K√§rnten [Karte: √Ėsterreichisch Ungarische Monarchie IV, 4], unweit der Klan und des W√∂rther Sees, (1900) 24.314 E., Sitz des F√ľrstbischofs und Domkapitels von Gurk, Obergymnasium, theol. Lehranstalt,… ‚Ķ   Kleines Konversations-Lexikon

  • Klagenfurt ‚ÄĒ Klagenfurt, Hauptstadt des Herzogthums K√§rnten, Sitz des F√ľrstbischofs von Gurk, der Statthalterei, des Oberlandesgerichts f√ľr K√§rnten und Krain und einer Berghauptmannschaft, an der Klan, 1 St. von dem 2 1/2 Ml. langen K.ersee, mit dem die Stadt ‚Ķ   Herders Conversations-Lexikon

  • Klagenfurt ‚ÄĒ Klagenfurt, ciudad de Austria capital del estado de Carintia. Tiene una poblaci√≥n de 90.000 habitantes aproximadamente. * * * ‚Ėļ C. del S de Austria, cap. del estado de Carintia; 89 502 h ‚Ķ   Enciclopedia Universal


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