Klassenkampf

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Klassenkampf
Illustration einer b√ľrgerlichen Klassengesellschaft
Aufruf zum Klassenkampf 2010

Der Begriff Klassenkampf bezeichnet √∂konomische, politische und ideologische K√§mpfe zwischen gesellschaftlichen Klassen. Nach marxistischer Theorie sind die Triebkr√§fte der bisherigen menschlichen Geschichte und speziell der Revolutionen Klassenk√§mpfe zwischen ausbeutenden und ausgebeuteten Klassen, deren Interessen als antagonistische interpretiert werden. Im Kampf der gesellschaftlichen Klassen manifestiert sich nach Karl Marx der Widerspruch zwischen den gesellschaftlichen Produktivkr√§ften (dem Entwicklungsstand der Produktionsmittel und Produktionstechniken) und den Produktionsverh√§ltnissen, das hei√üt juristisch: den Eigentumsverh√§ltnissen an den Produktionsmitteln, als Klassengegensatz. Er f√ľhre schlie√ülich durch den Umsturz der bestehenden Klassenherrschaft eine revolution√§re Umw√§lzung der Produktionsverh√§ltnisse herbei. Im Kapitalismus stehen sich die Arbeiterklasse und die Kapitalistenklasse als zentrale Klassen gegen√ľber. Die Revolution der Arbeiterklasse, die Marx aufgrund der krisenhaften Entwicklungsgesetze der kapitalistischen Produktionsweise erwartete, w√ľrde die Klassenherrschaft durch Aufhebung aller Klassenunterschiede beenden.

Inhaltsverzeichnis

Klassenkampf nach Marx und Engels

Mit dem Satz ‚ÄěDie Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenk√§mpfen‚Äú er√∂ffnen Karl Marx und Friedrich Engels ‚Äď nach der kurzen Einleitung ‚Äď das erste Kapitel des Manifests der Kommunistischen Partei.[1] Ihnen zufolge ist die bisherige Geschichte der Menschheit eine Abfolge von K√§mpfen unterschiedlicher Klassen gegeneinander um die Herrschaft, genauer: um die Verf√ľgung √ľber die Produktionsmittel, in der jeweiligen Gesellschaft.

Lediglich in den (mehr gedachten als empirisch nachgewiesenen) urspr√ľnglichen Gemeinwesen (‚ÄěUrkommunismus‚Äú) mit ‚ÄěStammeigentum‚Äú, gemeinsamer Produktion und Aneignung hatte es noch eine klassenlose Gesellschaft gegeben. Diese beruhte darauf, dass kaum ein Mehrprodukt erzeugt wurde und sich daher alle Mitglieder der Gesellschaft an der Produktion f√ľr das Lebensnotwendige beteiligen mussten, so dass sich keine Klasse bilden konnte, die sich die Mehrarbeit der anderen aneignen konnte. Es gab daher keine gro√üen Hierarchie-Unterschiede in der fr√ľhen Gesellschaft.

Das Aufkommen des Klassenkampfes wird als eine Folge der sich herausbildenden Klassengesellschaft gesehen. Indem es der Gesellschaft gelang, die Produktivkr√§fte weiterzuentwickeln und ein den unmittelbaren Konsum (Subsistenz) √ľbersteigendes Mehrprodukt zu schaffen, konnte dieses von einer Minderheit angeeignet und f√ľr andere Zwecke als die der unmittelbaren Bed√ľrfnisbefriedigung genutzt werden. Daraus entwickelte sich eine besondere Machtstellung, die sich mehr und mehr verselbst√§ndigte. So entstand die herrschende Klasse gegen√ľber den unmittelbar Arbeitenden. Alle Produktionsweisen die der des ‚ÄěUrkommunismus‚Äú folgten, waren Produktionsweisen von Klassengesellschaften. F√ľr den okzidentalen Raum haben Marx und Engels in der Deutschen Ideologie[2] eine Periodisierung von antiker, feudaler und kapitalistischer Produktionsweise entwickelt. Sp√§ter hat Marx (in den Grundrissen[3]) sie durch die asiatische Produktionsweise erg√§nzt.

Nach der Vorstellung von Marx und Engels nimmt die herrschende Klasse zun√§chst eine produktive Funktion in der Entwicklung der Produktivkr√§fte ein, wird aber im weiteren Verlauf zu ihrer Fessel, so dass die historische Notwendigkeit der herrschenden Klasse in Frage gestellt wird. Die unteren Klassen empfinden die herrschende Klasse mehr und mehr als √ľberfl√ľssig, w√§hrend diese ihre Vorrechte zu verteidigen sucht. Laut historischem Materialismus w√§chst die Wahrscheinlichkeit von Revolution, wenn die Entfaltung der Produktivkr√§fte durch die von der jeweils herrschenden Klasse bestimmten Produktionsverh√§ltnisse behindert wird. Die Weiterentwicklung der Produktivkr√§fte ist der Motor, der zur Umw√§lzung der Produktionsverh√§ltnisse und damit zum Sturz der herrschenden Klasse f√ľhrt. Eine neue Klasse ergreift die Macht und etabliert neue Produktionsverh√§ltnisse. Nach diesem Verst√§ndnis ist die Geschichte der Menschheit eine Geschichte aufeinanderfolgender Klassengesellschaften, deren Abfolge von den Handelnden keineswegs voll bewu√üt herbeigef√ľhrt wird. So schuf die Bourgeoisie die b√ľrgerliche Gesellschaft, nachdem sie bereits im Scho√üe des Feudalismus und Absolutismus als selbst√§ndiger Handels-, Handwerker- und Advokatenstand sich herausgebildet hatte, indem sie die Privilegien von Adel und Klerus beseitigte. Als letzte Klassengesellschaft gilt ihnen der Kapitalismus, im Verlauf dessen die Produktivkr√§fte soweit entwickelt werden, dass die materiellen Voraussetzungen einer klassenlosen Gesellschaft entstehen, die indessen bewusst auf revolution√§rem Weg durchgesetzt werden muss.

Begriffsgeschichte

Bereits Nicol√≤ Machiavelli vertrat in seinen Discorsi die Auffassung, dass ein zwischen Adel und B√ľrgertum bestehendes Konfliktpotenzial die politische Aktivit√§t wachhalte. Dass Henri de Saint-Simon in Briefe eines Einwohners von Genf (1802, Lettres d'un habitant de Gen√®ve) die Franz√∂sischen Revolution als einen Klassenkampf zwischen Adel, B√ľrgertum und Besitzlosen auffasste, nennt Engels "eine h√∂chst geniale Entdeckung"[4].Den franz√∂sischen Historiker Augustin Thierry[5] hatte Karl Marx als den Vater des Klassenkampfes in der franz√∂sischen Geschichtsschreibung bezeichnet.[6]Auch die b√ľrgerlichen franz√∂sischen Historiker Fran√ßois Guizot, Fran√ßois-Auguste Mignet und Adolphe Thiers sahen den Klassenkampf schon als Triebkraft der gesellschaftlichen Entwicklung an[7]. Marx nimmt f√ľr sich selbst lediglich in Anspruch, die Verwurzelung der sozialen Klassen in den Produktionsverh√§ltnissen einer bestimmten Gesellschaftsformation nachgewiesen zu haben: ‚ÄěWas mich nun betrifft, so geb√ľhrt mir nicht das Verdienst, weder die Existenz der Klassen in der modernen Gesellschaft noch ihren Kampf unter sich entdeckt zu haben. B√ľrgerliche Geschichtsschreiber hatten l√§ngst vor mir die historische Entwicklung dieses Kampfes der Klassen, und b√ľrgerliche √Ėkonomen die √∂konomische Anatomie derselben dargestellt. Was ich neu tat, war 1. nachzuweisen, da√ü die Existenz der Klassen blo√ü an bestimmte historische Entwicklungsphasen der Produktion gebunden ist; 2. da√ü der Klassenkampf notwendig zur Diktatur des Proletariats f√ľhrt; 3. da√ü diese Diktatur selbst nur den √úbergang zur Aufhebung aller Klassen und zu einer klassenlosen Gesellschaft bildet.‚Äú[8]

Klassenkampf im Kapitalismus

Verteilung des Nettoverm√∂gens der privaten Haushalte im Jahre 2003 in Deutschland. Sie l√§sst nur mittelbare Schl√ľsse auf Klassenbildung und Klassenkampf zu.

Karl Marx hat die Klassenk√§mpfe in der Gesellschaft seiner Zeit wie folgt beschrieben: Im Kapitalismus stehen sich die Klassen der Proletarier als Besitzer von Arbeitskraft und die Kapitalisten als Besitzer der Produktionsmittel in einem antagonistischen Interessengegensatz gegen√ľber, der zum Klassenkampf f√ľhrt.

Ausgangspunkt f√ľr den Klassenkampf im Kapitalismus ist nach Marx die Ausbeutung der Lohnarbeit durch das Kapital. Der monopolisierte Besitz an Produktionsmitteln durch die kapitalistische Klasse zwingt die eigentumslosen Proletarier unter dem "stummen Zwang der √∂konomischen Verh√§ltnisse", sich als Lohnarbeiter zu verdingen. Sie erhalten nur einen zu ihrer Reproduktion ben√∂tigten Existenzlohn. Den von ihnen in der Produktion erzeugten und dar√ľber hinausgehenden Wertzuwachs eignen sich die Kapitalisten als arbeitsloses Einkommen, als so genannten Mehrwert an. Das √∂konomische Interesse des Kapitals besteht nun darin, den Mehrwert, das heisst die Differenz zwischen der geleisteten Arbeitszeit der Besch√§ftigten und der bezahlten Arbeitszeit, st√§ndig zu erh√∂hen. Daraus entspringt der stetige ‚ÄěHei√ühunger des Kapitals nach Mehrarbeit‚Äú: Zur Steigerung der Mehrwertrate wird der Arbeitslohn im Verh√§ltnis zum Ertrag der Arbeitsleistung gesenkt.

Die einfachste Form ist dabei die Verl√§ngerung des Arbeitstages bei gleich bleibendem Lohn (absoluter Mehrwert). Da diese an ‚Äď physische und rechtliche ‚Äď Schranken st√∂√üt, wird der technische Fortschritt zum Hebel des Klassenkampfes: Die Arbeit produktiver zu machen ‚Äď und intensiver verausgaben zu lassen ‚Äď dient der Verbilligung der Arbeitskraft (relativer Mehrwert). Der technische Fortschritt beeinflusst die Arbeit und die Produktionsverh√§ltnisse.

Der Klassenkampf gilt den Marxisten als √∂konomische und politische Widerstandsform des Proletariats. Die andere antagonistische Hauptklasse (die der Kapitalisten) befindet sich ebenfalls im Klassenkampf; sie versucht, die Kampfbedingungen des Proletariats einzuschr√§nken (z.B. durch Streikverbot). Daneben gibt es noch weitere Klassen, Nebenklassen, Berufsst√§nde oder Schichten (z.B. Kleinb√ľrgertum, Bauern, Beamtenschaft, Akademiker), die B√ľndnispartner einer der beiden antagonistischen Hauptklassen werden k√∂nnen. Eine besonders wichtige Rolle bei der Bildung des gesellschaftlichen Bewusstseins unter den Bedingungen einer Demokratie kann der Einfluss auf nicht unbedingt den Hauptklassen angeh√∂rende Multiplikatoren (Intellektuelle, Lehrer, Journalisten, Politiker usw.) und auf Institutionen (Medien, Schulen, Hochschulen usw.) sowie Organisationen (z.B. Parteien) durch eine der Hauptklassen oder ihre Interessenvertretungen (Gewerkschaften bzw. Unternehmerverb√§nde) spielen. Damit droht die Entwicklung zur Postdemokratie.

Klassenkampf als Triebfeder der gesellschaftlichen Entwicklung

Siehe ausf√ľhrlich in Historischer Materialismus.

Der franz√∂sische Soziologe Raymond Boudon wirft den marxistischen Soziologen einen √ľberzogenen Anspruch vor, sie bes√§√üen die beste bzw. glaubw√ľrdigste Theorie, um soziale Prozesse der Transformation zu erkl√§ren. Ihnen h√§lt er elementare Beispiele f√ľr alternative Erkl√§rungsm√∂glichkeiten entgegen.[9]

Streikbewegungen, Aufstände und Revolutionen (Chronologie)

Antike

[10]

  • 2650 bis 2190 Aufst√§nde in √Ągypten wegen Pyramidenbau[11]
  • 6. Jh. v. Chr. in China: "Das Volk hungert, weil die Herren zuviel Steuern verzehren. Deshalb muss es hungern. Es ist st√∂rrisch, weil die Herren zuviel tun, es zu st√∂ren. Darum ist es st√∂rrisch." [12]
  • Im R√∂mischen Reich lebten mehrere Millionen von Sklaven; seit etwa 200 v. Chr. wurden mehrere Sklavenaufst√§nde niedergeschlagen.[15] (z.B. wurden von
  • 136 bis 132 im Ersten Sklavenkrieg 20.000 Sklaven von den R√∂mern hingerichtet.[16]
  • 104 bis 102 Zweiter Sklavenkrieg
  • Dritter Sklavenkrieg (Aufstand des Spartacus 73-71 v.Chr.) mit 60.000 gefallenen und 6.000 hingerichteten Sklaven

Mittelalter

[17]

Neuzeit

[18] (Klassenkampfcharakter ist umstritten)

Gegenwart (2011)

  • Griechenland: Sozialabbau sowie Streiks und Demonstrationen
  • Spanien: Sozialabbau sowie Demonstrationen der (jugendlichen) "indignados" (Entr√ľsteten)
  • USA: Steuerh√∂hungsdebatte[32] und "Occupy Wall Street"

Literatur

von Karl Marx:

weiterf√ľhrende Literatur
  • Louis Adamic, Dynamit: Geschichte des Klassenkampfs in den USA (1880‚Äď1930). [√úbers. aus dem Amerikan.: Thomas Schmid und Joschka Fischer]. Trikont, M√ľnchen 1974 (Klassische Darstellung der militanten Klassenk√§mpfe in den USA).
  • Jeremy Brecher: Streiks und Arbeiterrevolten. Amerikanische Arbeiterbewegung 1877-1970. Fischer, Frankfurt am Main 1975.
  • Colin Crouch, Alessandro Pizzorno, (Hrsg.): The Resurgence of Class Conflict in Western Europe Since 1968. Band 1: National Studies. Band 2: Comparative Analyses. Macmillan, London 1978.
  • Klaus Tenfelde/Heinrich Volkmann (Hrsg.): Streik. Zur Geschichte des Arbeitskampfes in Deutschland w√§hrend der Industrialisierung. Beck, M√ľnchen 1981.
Nachschlagewerk
  • The International Encyclopedia of Revolution and Protest: 1500 to the Present, ed. by Immanuel Ness, Malden, MA [etc.]: Wiley & Sons, 2009, ISBN 1405184647.
  • Colin Barker, Werner Goldschmidt, Wolfram Adolphi: Klassenkampf; InkriTpedia. Vorschau zu HKWM 7/I 2008, Spalten 836-873.

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Marx-Engels-Werke, Band 4. Dietz Verlag, Berlin 191959, S. 462.
  2. ‚ÜĎ Marx-Engels-Werke, Band 3. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 22 ff.
  3. ‚ÜĎ Vgl. den Abschnitt "Formen, die der kapitalistischen Produktion vorhergehn", in: Karl Marx: Grundrisse der Kritik der politischen √Ėkonomie. EVA, Frankfurt am Main o.J., S. 375 ff.
  4. ‚ÜĎ Engels: Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft. Marx/Engels: Ausgew√§hlte Werke, S. 8258(vgl. MEW Bd. 19, S. 195)
  5. ‚ÜĎ Augustin Thierry: Recueil des monuments in√©dits de l'histoire du Tiers √©tat
  6. ‚ÜĎ Karl Marx, Brief an Friedrich Engels, 27. Juli 1854. In: Karl Marx, Friedrich Engels, Werke (MEW), Berlin 1953ff., Band 28, S. 380‚Äď385. Zitat S. 381.
  7. ‚ÜĎ Meyers kleines Lexikon, Leipzig 1968
  8. ‚ÜĎ Brief an Joseph Weidemeyer, 5. M√§rz 1852 in: Karl Marx, Friedrich Engels, Werke (MEW), Berlin 1953ff., Band 28, S. 503‚Äď509, Zitat S. 507‚Äď508.
  9. ‚ÜĎ Raymond Boudon: La logique du social. Introduction √† l'analyse sociologique. Hachette Litt√©rature 1979. S. 196
  10. ‚ÜĎ Der Klassenkampf der antiken Welt z.B. bewegt sich haupts√§chlich in der Form eines Kampfes zwischen Gl√§ubiger und Schuldner und endet in Rom mit dem Untergang des plebejischen Schuldners, der durch den Sklaven ersetzt wird. [Marx: Das Kapital. Marx/Engels: Ausgew√§hlte Werke, S. 3519 (vgl. MEW Bd. 23, S. 149-150)]
  11. ‚ÜĎ Dollinger, Schwarzbuch der Weltgeschichte Frechen 1999, S. 11
  12. ‚ÜĎ Laozi: Daodejing, Kapitel 75
  13. ‚ÜĎ Dollinger, a.a.O., S. 41
  14. ‚ÜĎ Ploetz, Freiburg i. Br. 2003
  15. ‚ÜĎ Dollinger, a.a.O., S 43 ff.
  16. ‚ÜĎ a.a.O., S. 41
  17. ‚ÜĎ Im Mittelalter endet der Kampf mit dem Untergang des feudalen Schuldners, der seine politische Macht mit ihrer √∂konomischen Basis einb√ľ√üt. [Marx: Das Kapital. Marx/Engels: Ausgew√§hlte Werke, S. 3519(vgl. MEW Bd. 23, S. 149-150)]
  18. ‚ÜĎ "In der modernen Geschichte wenigstens ist also bewiesen, da√ü alle politischen K√§mpfe Klassenk√§mpfe, und alle Emanzipationsk√§mpfe von Klassen, trotz ihrer notwendig politischen Form ‚Äď denn jeder Klassenkampf ist ein politischer Kampf ‚Äď sich schlie√ülich um √∂konomische Emanzipation drehen." [Engels: Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie. Marx/Engels: Ausgew√§hlte Werke, S. 8903(vgl. MEW Bd. 21, S. 300) http://www.digitale-bibliothek.de/band11.htm ] (Link nicht mehr abrufbar)
  19. ‚ÜĎ In Wilhelm Zimmermann, Der gro√üe deutsche Bauernkrieg, Berlin 1974, ist auf S. 5 ein Zitat aus Friedrich Engels, Der deutsche Bauernkrieg" vorangestellt, worin es hei√üt: "Wenn dagegen der Zimmermannschen Darstellung ... nicht gelingt, die religi√∂s-politischen Streitfragen jener Epoche als das Spiegelbild der gleichzeitigen Klassenk√§mpfe nachzuweisen; wenn sie in diesen Klassenk√§mpfen, nur Unterdr√ľcker und Unterdr√ľckte, B√∂se und Gute und den schlie√ülichen Sieg des B√∂sen sieht; ...".
  20. ‚ÜĎ "Auch in den sogenannten Religionskriegen des sechzehnten Jahrhunderts handelte es sich vor allem um sehr positive materielle Klasseninteressen, und diese Kriege waren Klassenk√§mpfe, ebensogut wie die sp√§teren inneren Kollisionen in England und Frankreich. Wenn diese Klassenk√§mpfe damals religi√∂se Schibboleths trugen, wenn die Interessen, Bed√ľrfnisse und Forderungen der einzelnen Klassen sich unter einer religi√∂sen Decke verbargen, so √§ndert dies nichts an der Sache ..."[Engels: Der deutsche Bauernkrieg. Marx/Engels: Ausgew√§hlte Werke, S. 9021(vgl. MEW Bd. 7, S. 343)]
  21. ‚ÜĎ Walter Markov/Albert Soboul: 1789 Die Gro√üe Revolution der Franzosen Berlin 1972, S. 27
  22. ‚ÜĎ Markov/Soboul, a.a.O., S. 72
  23. ‚ÜĎ Robert Kurz, Schwarzbuch Kapitalismus Frankfurt/Main 1999, S. 26
  24. ‚ÜĎ Engels √ľber Saint-Simon:"Die franz√∂sische Revolution aber als einen Klassenkampf, und zwar nicht blo√ü zwischen Adel und B√ľrgertum, sondern zwischen Adel, B√ľrgertum und Besitzlosen aufzufassen, war im Jahr 1802 eine h√∂chst geniale Entdeckung."[Engels: Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft. Marx/Engels: Ausgew√§hlte Werke, S. 8258(vgl. MEW Bd. 19, S. 195)
  25. ‚ÜĎ "1831 hatte in Lyon der erste Arbeiteraufstand stattgefunden; 1838 bis 1842 erreichte die erste nationale Arbeiterbewegung, die der englischen Chartisten, ihren H√∂hepunkt. Der Klassenkampf zwischen Proletariat und Bourgeoisie trat in den Vordergrund der Geschichte der fortgeschrittensten L√§nder Europas, in demselben Ma√ü, wie sich dort einerseits die gro√üe Industrie, andrerseits die neueroberte politische Herrschaft der Bourgeoisie entwickelte."[Engels: Herrn Eugen D√ľhrings Umw√§lzung der Wissenschaft. Marx/Engels: Ausgew√§hlte Werke, S. 7674)(vgl. MEW Bd. 20, S. 24-25)]
  26. ‚ÜĎ Kurz, a.a.O., S. 27 f. - Literar. Verarb. bei Heine, Hauptmann u. a.
  27. ‚ÜĎ Karl Marx: Klassenk√§mpfe in Frankreich 1848 bis 1850 MEW Bd. 7(dazu Einleitung von Friedrich Engels)
  28. ‚ÜĎ ders.: Revolution und Konterrevolution, Der Wiener Oktoberaufstand MEW Bd. 8, S. 63
  29. ‚ÜĎ Es bedarf aber blo√ü der Verbindung, um die vielen Lokalk√§mpfe von √ľberall gleichem Charakter zu einem nationalen, zu einem Klassenkampf zu zentralisieren. [Marx/Engels: Manifest der kommunistischen Partei. Marx/Engels: Ausgew√§hlte Werke, S. 2633 (vgl. MEW Bd. 4, S. 471)]
  30. ‚ÜĎ "Der Junikampf zu Paris, der Fall Wiens, die Tragikom√∂die des Berliner Novembers, die verzweifelten Anstrengungen Polens, Italiens und Ungarns, Irlands Aushungerung ‚Äď das waren die Hauptmomente, in denen sich der europ√§ische Klassenkampf zwischen Bourgeoisie und Arbeiterklasse zusammenfa√üte, an denen wir nachwiesen, da√ü jede revolution√§re Erhebung, mag ihr Ziel noch so fernliegend dem Klassenkampf scheinen, scheitern mu√ü, bis die revolution√§re Arbeiterklasse siegt, da√ü jede soziale Reform eine Utopie bleibt, bis die proletarische Revolution und die feudalistische Kontrerevolution (sic!) sich in einem Weltkrieg mit den Waffen messen. ‚Ķ Jetzt, nachdem unsere Leser den Klassenkampf im Jahre 1848 in kolossalen politischen Formen sich entwickeln sahen, ist es an der Zeit, n√§her einzugehen auf die √∂konomischen Verh√§ltnisse selbst, worauf die Existenz der Bourgeoisie und ihre Klassenherrschaft sich gr√ľndet wie die Sklaverei der Arbeiter"".[Marx: Lohnarbeit und Kapital. Marx/Engels: Ausgew√§hlte Werke, S. 2690(vgl. MEW Bd. 6, S. 397 f.)]
  31. ‚ÜĎ "Der h√∂chste heroische Aufschwung, dessen die alte Gesellschaft noch f√§hig war, ist der Nationalkrieg, und dieser erweist sich jetzt als reiner Regierungsschwindel, der keinen andern Zweck mehr hat, als den Klassenkampf hinauszuschieben, und der beiseite fliegt, sobald der Klassenkampf im B√ľrgerkrieg auflodert." [Marx: Der B√ľrgerkrieg in Frankreich. Marx/Engels: Ausgew√§hlte Werke, S. 12460(vgl. MEW Bd. 17, S. 361)]
  32. ‚ÜĎ Vorwurf des US-Abgeordnete Paul Ryan (Republikaner) an Pr√§sident Obama: Das Haushalts-Defizit sei eine ‚Äěexistenzielle Bedrohung‚Äú Amerikas und Steuererh√∂hungen f√ľr Reiche "Klassenkampf". Und dessen Widerlegung durch Paul Krugman: Es war nat√ľrlich nichts der Art. Im Gegenteil, es sind Leute wie Mr. Ryan, der die sehr Reichen vom Tragen der Lasten f√ľr die Sanierung unserer Staatsfinanzen ausnehmen will, die den Klassenkampf f√ľhren. in: New York Times, September 22, 2011: The Social Contract By PAUL KRUGMAN

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