Konferenz von Konstantinopel


Konferenz von Konstantinopel
Teilnehmer an der Konferenz
Das Gebiet des bulgarischen Exarchats

Die Konferenz von Konstantinopel war eine Konferenz von Vertretern der europäischen Großmächte, die vom 12. Dezember 1876 bis 20. Januar 1877 in Konstantinopel (heute Istanbul), der Hauptstadt des Osmanischen Reichs, auf Drängen Großbritanniens stattfand.[1][2]

Inhaltsverzeichnis

Ablauf

Auf der Konferenz sollte ein Plan für eine größere Autonomie für Bosnien und Herzegowina sowie für Bulgarien innerhalb des Osmanischen Reiches ausgearbeitet werden, der einen möglichen Krieg zwischen dem russischen Zarenreich und dem Osmanischen Imperium verhindern sollte.[2] Auf der Konferenz wurden auch zu ersten Mal in der Neuzeit die Grenzen eines bulgarischen politischen Gebilde beschrieben, was etwa die Ausdehnung des Einflussbereiches des bulgarischen Exarchats hatte. Dieses Bulgarien sollte meridional in zwei autonome (formell weiterhin dem osmanischen Sultan unterstehende) Provinzen geteilt werden, in denen Österreich-Ungarn bzw. das Russische Reich jeweils die politische Verwaltung organisieren helfen sollten.[3]

Die versammelten Botschafter fanden jedoch keine Lösung. Die vor allem auf eine Stärkung des ausländischen Einflusses abzielenden Reformvorschläge wurden von der osmanischen Notablenversammlung mit Hinweis auf die durch die ebenfalls im Dezember 1876 eingeführte Osmanische Verfassung bereits eingeleiteten internen Reformen abgelehnt. Die Konferenz scheiterte auch an den gegensätzlichen Positionen Russlands und Großbritanniens einerseits und Österreich-Ungarn und Deutschland anderseits.[4]

Kurz darauf brach der Russisch-Osmanische Krieg aus, der mit dem Frieden von San Stefano endete. Die Beendigung der Balkankrise brachte schließlich im Sommer 1878 der Berliner Kongress.

Vertreter

Karte

Literatur

Einzelnachweise

  1. Revista extranjera ilustrada in La Ilustración Española y Americana, 1876, Ausgabe LXVI, S. 363
  2. a b Historical dictionary of Bulgaria, S.175
  3. a b c Wladimir Petrowitsch Potjomkin: Geschichte der Diplomatie, Zweiter Band (Die Diplomatie der Neuzeit 1872-1919), Seite 54. SWA-Verlag Berlin 1948
  4. Simeon Radew: Die Erbauer/Schöpfer des modernen Bulgariens. Band 3 (bulg. "Строителите на съвременна България. Том 3"), (2008, ISBN 978-954-9384-12-3

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