Konfessionsverteilung der Einwohner der Stadt Mainz

Die Konfessionsverteilung der Einwohner der Stadt Mainz spiegelt die Entwicklung der Stadt im religiösen Aspekt wider. Aber auch die historische Entwicklung ist an ihr gut ablesbar.

Inhaltsverzeichnis

Kurze Historie

Die Stadt Mainz war von dem Ursprung des christlichen Lebens in ihr, der schon auf das 2. Jahrhundert datiert werden kann, katholisch geprägt. Seit 340 ist Mainz als Bischofssitz nachgewiesen, 780/782 wurde sie Sitz eines Erzbischofs. Eine jüdische Gemeinde gibt es in der Stadt spätestens seit der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts. Die im 16. Jahrhundert umgreifende Reformation konnte zunächst kaum in Mainz Fuß fassen, evangelische Bewohner gab es nur kurzfristig während der Einfälle während des Schmalkaldischen Kriegs und des Dreißigjährigen Kriegs. Erst seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts änderte sich die Lage; seitdem hat der Protestantismus stark zugenommen, zunächst in Gestalt der evangelischen Landeskirche, später dann auch in der Form verschiedener Freikirchen. Auch weitere Religionsgemeinschaften sind hinzugekommen; insbesondere ist in diesem Zusammenhang auf den Islam in seinen verschiedenen Ausprägungen hinzuweisen, der seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark an Gewicht gewonnen hat.

Näheres ist zu erfahren unter Religionsgeschichte im Hauptartikel über die Stadt.

Statistik seit 1800

Grafik der unten aufgeführten Statistik
in Prozent


Konfessions- bzw Religionszugehörigkeiten in Mainz
Jahr Gesamt Katholiken in % Protestanten in % Juden in % keine /
ohne Angabe /
Sonstige
in %
1800 21.200 18.850 89,0 750 3,5 1.600 7,5    
1816 25.251 22.066 87,4 1576 6,2 1606 6,4 3  
1824 28.409 23.880 84,1 2892 10,2 1.633 5,7 4  
1834 31.535 26.399 83,7 3388 10,7 1.740 5,5 8  
1840 32.142 25.562 79,6 4813 14,9 1.756 5,5 11  
1846 36.656 28.529 77,9 5943 16,2 2.134 5,9 50  
1852 35.140 27.633 78,4 5037 14,3 2.128 6,0 342 1,0
1852 36.741 28.823 78,4 5317 14,5 2.125 5,8 476 1,3
1871 60.837 39.706 65,3 17.483 28,7 3.064 5,0 584 1,0
1895 76.566 46.100 60,2 26.930 35,2 3.166 4,1 370 0,5
1900 84.251 49.414 58,6 31.151 37,0 3.104 3,7 580 0,7
1905 106.338 63.001 59,2 39.418 37,1 3.101 2,9 818 0,8
1925 108.537 65.914 60,7 37.053 34,1 2.738 2,5 2.832 2,6
1933 142.627 80.777 56,6 51.937 36,4 2.609 1,8 7.304 5,2
1946 75.020 46.006 61,3 23.764 31,7 59 0,08    
1961 134.375 71.904 53,5 54.335 40,4 130 0,09 8.136 6,1
1970 172.195 94.394 54,8 64.941 37,7 142 0,1 12.781 7,4
1987 172.529 87.986 51,0 54.952 31,9 162 0,09 29.591 17,1
1997 200.392 87.367 43,6 53.254 26,6 203 0,1 59.568 29,7
2006[1] 198.501 77.641 39,1 48.529 24,4 k.A. k.A. 72.331 36,4
2009[2] 199.752 75.827 38,0 47.905 24,0 k.A. k.A. 76.020 38,1

k.A. = keine Angaben in Quelle vorhanden, Zahl der Mitglieder der jüdischen Gemeinde in der Kategorie keine / ohne Angabe / Sonstige enthalten.

Daten zu den Gemeinden, deren Mitglieder unter ohne Angabe bzw. Sonstige geführt werden

Folgende Mitgliederzahlen können darüber hinaus für folgende Gemeinden genannt werden[3]:


enChristo:

o.J.: ca. 200 Gottesdienstbesucher, zuzüglich 60 Kinder[4]


Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten):

1886: 22[5]

1893: 28

1921: 39

1944 kam die Gemeindearbeit in Mainz zum Erliegen und wurde erst 1951 wieder aufgenommen.

1967: 189

2009: 188[6]

2011: 191


Freie evangelische Gemeinde:

o.J.: ca. 170[7]


Islam:

2002: ca. 15.000 in 15 Moscheevereinen[8]


Jüdische Gemeinde:

2005: ca. 1000[9]


Neuapostolische Kirche[10]:

1897, Januar: 39

1897, März: über 100

1939: 226

1956: 234

1966: 407

Siehe auch

Quelle

  • Mainz - Die Geschichte der Stadt; Hrsg: Franz Dumont, Ferdinand Scherf, Friedrich Schütz; 2. Aufl.; Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1999

Einzelnachweise

  1. Quelle: Einwohnermelderegister - Amt für Stadtentwicklung, Statistik und Wahlen
  2. Quelle: Einwohnermelderegister - Amt für Stadtentwicklung, Statistik und Wahlen
  3. Hierbei handelt es sich um Mitgliederzahlen von Gemeinden mit Sitz in Mainz. Nicht alle dieser Mitglieder müssen auch in Mainz gemeldet sein, wie auch in Mainz gemeldete Personen ihre Mitgliedschaft in einer anderen Gemeinde der entsprechenden Religionsgemeinschaft oder einer Religionsgemeinschaft, die in Mainz selber nicht vertreten ist, pflegen können.
  4. http://www.enchristo.de/gemeindeleben/gottesdienst.html, abgelesen am 4. September 2011.
  5. Angaben für 1886 - 1967: Chronik der Gemeinde Mainz, in: Festschrift zur Einweihung der Kreuzkirche. 13. September 1998, Mainz o.J. [1998], S. 8-11.
  6. 2009 und 2011: http://www.baptisten-mainz.de/?s=statistik, abgelesen am 4. September 2011.
  7. http://www.feg-mainz.de/html/wir_uber_uns.html, abgelesen am 4. September 2011.
  8. http://www.philippus-mainz.de/forum/petri2.html, abgelesen am 4. September 2011.
  9. http://www.alemannia-judaica.de/mainz_synagoge.htm#Zur%20Geschichte%20der%20j%C3%BCdischen%20Gemeinde, abgelesen am 4. September 2011.
  10. http://www.nac-mgemnowa.org/gk/de/mitte/districts/mainz/index_Mainz.html, abgelesen am 4. September 2011.

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