Konvektion

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Konvektion

Konvektion (von lat. convectum, Partizip Perfekt Passiv von convehere ‚Äözusammentragen‚Äė, ‚Äözusammenbringen‚Äė) ist, neben den konkurrierenden Methoden W√§rmeleitung und W√§rmestrahlung, ein Mechanismus zur W√§rme√ľbertragung von thermischer Energie von einem Ort zu einem anderen. Konvektion ist stets mit dem Transport von Teilchen verkn√ľpft, die thermische Energie mitf√ľhren. In nicht-permeablen Festk√∂rpern oder im Vakuum kann es folglich keine Konvektion geben. Konvektion ist in Gasen oder Fl√ľssigkeiten kaum zu vermeiden.

Auch Feststoffpartikel in Fluiden k√∂nnen an der Konvektion beteiligt sein, siehe z. B. Wirbelschicht. Festk√∂rper k√∂nnen also auch durch Bewegung thermische Energie transportieren, wenn sie diese an einem Ort aufnehmen und sp√§ter an einem anderen abgeben, was aber f√ľr sich keine Konvektion ist. Erst die Str√∂mung eines Fluids erm√∂glicht die Konvektion.

Im Zusammenhang mit Str√∂mungen finden neben der hier beschriebenen W√§rme√ľbertragung durch Konvektion (W√§rmestr√∂mung) weitere konvektive Vorg√§nge statt, die neben thermischer Energie weitere physikalische Gr√∂√üen √ľbertragen.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Konvektion wird durch eine Str√∂mung hervorgerufen, die Teilchen bef√∂rdert. Ursache f√ľr die transportierende Str√∂mung k√∂nnen unterschiedliche Kr√§fte sein, wie z. B. die Schwerkraft oder Kr√§fte, die von Druck-, Dichte-, Temperatur- oder Konzentrationsunterschieden herr√ľhren.

Man unterscheidet dabei die

Freie Konvektion aufgrund thermischer Dichteunterschiede: Bei Erw√§rmung dehnen sich Stoffe in der Regel aus (Ausnahme z. B. die Dichteanomalie des Wassers). Unter Einwirkung der Gravitationskraft steigen innerhalb eines Fluids Bereiche mit geringerer Dichte gegen das Gravitationsfeld auf (Auftrieb), w√§hrend Bereiche mit h√∂herer Dichte darin absinken.

Wenn an der Unterseite W√§rme zugef√ľhrt wird und an der Oberseite die M√∂glichkeit zur Abk√ľhlung besteht, so entsteht kontinuierliche Str√∂mung: Das Fluid wird erw√§rmt, dehnt sich dabei aus und steigt nach oben. Dort angelangt k√ľhlt es sich ab, zieht sich dabei wieder zusammen und sinkt ab, um unten erneut erw√§rmt zu werden.

Beispiele f√ľr Konvektion:

  • Wird der Heizkessel einer Zentralheizung am tiefsten Punkt des Heizungssystems installiert, kann sie ohne Umw√§lzpumpe arbeiten (Schwerkraftheizung); das warme Wasser steigt durch Konvektion nach oben in die Heizk√∂rper, k√ľhlt sich dort ab und flie√üt wieder nach unten. Allerdings f√ľhrt dies in verzweigten Heizungssystemen zu einer ungleichm√§√üigen W√§rmeversorgung. Meist sorgen daher Umw√§lzpumpen f√ľr eine Verteilung des Warmwassers auch in die abgelegeneren Teile (erzwungene Konvektion).
  • Wird ein K√ľhlschrank ge√∂ffnet, str√∂mt kalte Luft unten heraus. Im oberen Teil der T√ľr str√∂mt im Gegenzug warme Luft hinein.
  • Mit einem W√§rmerohr kann man mit geringem Aufwand sehr gro√üe Energiemengen transportieren, wobei die Bewegung des Fluids von au√üen nicht erkennbar ist. Dort wo die Energie eintritt findet Siedek√ľhlung statt, eine sehr effektive Art der Konvektion.
  • Luft wird am warmen Erdboden erw√§rmt und steigt nach oben - ein entscheidender Faktor f√ľr die Entstehung von Wind, Wolken und Gewittern.
  • Konvektion geschmolzener Gesteine (Magma) im Erdinneren (hohe Viskosit√§t und geringe Flie√ügeschwindigkeiten), verantwortlich f√ľr die Plattentektonik und damit f√ľr Erdbeben und Vulkane. Aufsteigende Konvektionszentren im Erdmantel werden dabei als Plumes oder Hot Spots bezeichnet.
  • In Sternen transportiert Konvektion thermische Energie aus dem Inneren nach au√üen.

Konvektion ohne Stoffaustausch

Wand mit beidseitiger Konvektion

Das Bild zeigt den Temperaturverlauf in einer festen Wand mit beidseitigem konvektivem W√§rme√ľbergang. In der Wand werden keine Atome bewegt, deshalb liegt dort W√§rmeleitung vor.

W√§hrend im festen K√∂rper eine reine W√§rmeleitung mit linearem Temperaturverlauf stattfindet, verl√§uft der W√§rmetransport im Fluid innerhalb einer thermischen Grenzschicht. Bedingt durch die lokale Str√∂mungsgeschwindigkeit, die direkt an der Wand gleich Null sein muss, liegt in Wandn√§he zun√§chst ebenfalls eine W√§rmeleitung im Fluid vor, die kontinuierlich durch Mischungsvorg√§nge √ľberlagert wird, so dass der wandnah lineare Temperaturverlauf in einen nichtlinearen √ľbergeht, und zwar unabh√§ngig davon, in welcher Richtung die W√§rme str√∂mt.

Die Konvektion wird hier bestimmt durch die ‚ÄěGrenzschicht‚Äú, die Schicht zwischen beiden Volumina, in der sich die physikalischen Parameter von denen der beiden Volumina unterscheiden. Die wesentlichen Parameter sind die Temperatur und die Zusammensetzung der Stoffe, sowie die Str√∂mungsgeschwindigkeit. Jeder dieser Parameter bildet eine eigene Grenzschicht. Im Falle der Konvektion zwischen Fluiden ist die Bestimmung der Grenzschichten meistens sehr schwierig bis unm√∂glich, da sie messtechnisch nicht oder schlecht erfassbar sind und sich oft mit hoher Frequenz √§ndern.

Der W√§rmestrom wird durch die W√§rme√ľbergangszahl őĪ oder die dimensionslose Nusselt-Zahl Nu beschrieben.

Naturgem√§√ü ist bei der freien Konvektion die Richtung der Str√∂mung durch die Gravitation vorgegeben, denn die Str√∂mung wird durch Dichte- und damit Gewichtsunterschiede bewirkt. F√ľr eine optimale Nutzung ist deshalb eine vertikale Ausrichtung der Oberfl√§che des festen K√∂rpers anzustreben. Bei erzwungener Konvektion dagegen ist die Ausrichtung im Raum beliebig, da die Str√∂mung normalerweise konstruktiv so dimensioniert wird, dass der Anteil der unvermeidbaren freien Konvektion unma√ügeblich ist.

Da sich bei letzterer die den W√§rmestrom kennzeichnenden Parameter (Temperaturunterschiede, Dichteunterschiede, Auf-/Abtrieb, Str√∂mungsgeschwindigkeiten) gegenseitig beeinflussen, ist die Bestimmung der W√§rme√ľbertragung von technischen Bauteilen sehr kompliziert. So muss beispielsweise die Leistungsmessung an Raumheizk√∂pern f√ľr jeden Typ und jede Gr√∂√üe unter unterschiedlichen Betriebsbedingungen bei fest vorgegebenen Randbedingungen einzeln messtechnisch ermittelt werden. Eine rechnerische Simulation ist dagegen selbst mit heutigen Hochleistungsrechnern noch aufwendiger und vor allem ungenauer.

Der Vorteil der freien Konvektion ist der, dass der W√§rmetransport ohne zus√§tzliche Antriebsenergie und -apparate erfolgt, allerdings gibt die Gravitation Grenzen in der √∂rtlichen Verteilung vor, da die Str√∂mung vorzugsweise vertikal ausgerichtet ist. Nachteilig ist der schlechte W√§rme√ľbergang, der durch gro√üe Fl√§chen kompensiert werden muss. Der W√§rmetransport mit Fluiden √ľber gro√üe Entfernungen ist wegen der thermischen Verluste f√ľr beide Arten der Konvektion nachteilig, zum Beispiel bei Fernw√§rme.

Mit freier Konvektion ist auch ein Zirkulationssystem möglich, wenn eine Wärmequelle und eine -senke in einem geschlossenen Raum vorhanden sind (Beispiel: Raumheizung, Wärmerohr), das in gewissen Grenzen selbstregelnd wirkt (Gegenkopplung), da bei ansteigender Temperaturdifferenz die Zirkulation zunimmt und umgekehrt.

Der W√§rme√ľbergang kann, auch bei freier Konvektion, erheblich effektiver sein, wenn das Fluid im Arbeitstemperaturbereich einen Siedepunkt hat, zum Beispiel der Kondensator einer K√§ltemaschine (die Rohrschlange au√üen an der R√ľckseite eines Haushaltsk√ľhlschranks, in der auf der Innenseite das K√§ltemittel kondensiert). Hinzu kommt der Vorteil, dass der W√§rme√ľbergang auf dieser Seite fast vollst√§ndig isotherm verl√§uft, das hei√üt die Temperaturdifferenz zur Raumluft im ganzen Rohr nahezu gleich ist.

Sonderfall freier Konvektion an einer horizontalen Oberfläche (Rayleigh-Bénard-Konvektion)

Ein √ľber einer geheizten horizontalen Fl√§che stehendes Fluid (Beispiel: Luft √ľber erw√§rmter Erdoberfl√§che, Wasser im Kochtopf) √ľberstr√∂mt die Fl√§che bei sehr geringem Temperaturunterschied und fehlenden √§u√üeren Einfl√ľssen nicht. Es findet nur W√§rmeleitung und W√§rmediffusion statt. Bei h√∂herem Temperaturunterschied bilden sich Konvektionsstr√∂mungen in Form rollenf√∂rmiger oder sechseckiger Strukturen, die Konvektionszellen oder B√©nard-Zellen. Bei weiter steigendem Temperaturunterschied werden die Strukturen turbulent.

Konvektion mit Stoffaustausch

Numerische Simulation: Konvektive Luftstr√∂mung √ľber einer hei√üen horizontalen Platte
Numerische Simulation: Konvektive Luftstr√∂mung √ľber einer hei√üen horizontalen Platte
Numerische Simulation: Luftgeschwindigkeiten in der Grenzschicht an einer heißen vertikalen Platte
Numerische Simulation: Lufttemperaturen in der Grenzschicht an einer heißen vertikalen Platte
Numerische Simulation: Konvektive Luftstr√∂mung √ľber einem K√ľhlk√∂rper

Oft ist das ‚Äěandere‚Äú Volumen aber selbst auch ein Fluid, was zur Folge hat, dass die Grenzfl√§chen flie√üend ineinander √ľbergehen und in vielen F√§llen zu dem W√§rmeaustausch ein Stoffaustausch hinzukommt, das hei√üt dass hier auch eine Angleichung der Stoffzusammensetzung erfolgt. √úberstr√∂mt das Fluid einen Feststoff oder ein Stoffgemisch mit einem niedrigeren S√§ttigungsdampf- oder Sublimationsdruck, so f√ľhrt dies zu einem Stoffaustausch, indem der Stoff, dessen Dampf- oder Sublimationsdruck √ľberschritten wird, in das Fluid diffundiert (Beispiel: Trocknung). Dazu ist eine Temperaturdifferenz nicht unbedingt erforderlich, aber f√∂rderlich. Diese stellt sich in der Regel schon dadurch ein, dass der Stoff, der verdampft oder sublimiert wird, die Verdampfungsw√§rme seiner eigenen festen oder fl√ľssigen Phase entzieht und diese damit abk√ľhlt, was jedoch auch schon bei einer Verdunstung der Fall ist (siehe Siedek√ľhlung).

Nat√ľrliche Konvektion kann in diesem Fall auch dadurch entstehen, dass infolge des Stofftransports das Fluid seine Dichte ver√§ndert und damit den Auf- bzw. Abtrieb erh√§lt, wenn die Temperaturdifferenz dazu zu gering ist.

Der Vorgang ist dadurch gekennzeichnet, dass der W√§rme- von einem Stofftransport √ľberlagert wird. Beide folgen den in etwa gleichen Gesetzm√§√üigkeiten, was als die ‚ÄěAnalogie zwischen W√§rme- und Stoffaustausch‚Äú bezeichnet wird. Dies dr√ľckt sich auch in der mathematischen Beschreibung aus: der W√§rmetransport wird durch das Fouriersche, der Stofftransport durch das Ficksche Gesetz beschrieben, die formal gleich sind, sich lediglich durch die Variablen Temperatur beziehungsweise Konzentration und die jeweiligen √úbergangswiderst√§nde unterscheiden.

Das heißt dann auch, dass sich analog zu dem Temperaturverlauf im Bild innerhalb des Fluids ein Konzentrationsverlauf mitsamt einer entsprechenden Grenzschicht einstellt.

Konvektion zwischen Fluiden

Konvektive Vorg√§nge zwischen zwei Fluiden sind streng genommen immer mit einem Stoffaustausch verbunden, da eine Fl√ľssigkeit einen endlichen S√§ttigungsdampfdruck besitzt und somit ihre D√§mpfe in eine gasf√∂rmige oder fl√ľssige Grenzschicht diffundieren. Die Diffusion erfolgt allein durch Partialdruckdifferenzen. Sie kann von einer Ver- oder Durchmischung √ľberlagert werden, wenn zus√§tzlich eine Str√∂mung vorliegt oder entsteht. Im Gegensatz zu einer festen Wand ist die Str√∂mungsgeschwindigkeit an der Grenzfl√§che nicht zwingend gleich Null, so dass eine reine W√§rmeleitung hier ausgeschlossen werden kann.

Ein typischer Fall ist eine Flamme, beispielsweise einer Kerze oder eines Feuerzeugs. Bedingt durch die Konvektion der aufstr√∂menden Gase str√∂mt ihre eigene Verbrennungsluft aufgrund des erzeugten Unterdrucks von unten nach. Vom Flammenkern nach au√üen entsteht ein starkes Temperaturgef√§lle, durch das die Flammgase aufsteigen, die umgebende Luft ‚Äěansaugen‚Äú und nach oben ‚Äěmitf√ľhren‚Äú. Auch oberhalb der Flamme setzt sich dieser Effekt fort, der allerdings stark abklingt, da hier keine weiteren Temperaturunterschiede erzeugt werden. Auf diese Weise entsteht ein nat√ľrlicher Kamin, also ohne feste Begrenzung, der Luft vertikal von unten und horizontal von allen Seiten ansaugt und vertikal nach oben f√∂rdert.

Sind beide Fluide im gleichen Aggregatzustand, wie bei der Flamme, so findet schon bei relativ geringen Str√∂mungsgeschwindigkeitsdifferenzen in der Grenzschicht eine Verwirbelung und daraus folgend eine Vermischung statt. Die Grenzfl√§che ist dann nicht mehr klar definiert und die W√§rme√ľbertragung wird, insbesondere bei Gasen und D√§mpfen, die oft in jedem Verh√§ltnis miteinander mischbar oder ineinander l√∂slich sind, von der Vermischung dominiert.

Die Verwirbelung wird gut sichtbar, wenn man eine brennende Kerze löscht. Der aufströmende Dampf des nun unverbrannten Kerzentalgs kondensiert schnell und ist als Strom feinster Tröpfchen sichtbar, die sich unmittelbar stark im Kontakt mit der Luft verwirbeln und letztendlich weit verteilen, wodurch sie wieder unsichtbar werden.

Um- oder √ľberstr√∂mt ein Gas eine Fl√ľssigkeit, so kommt es, solange der Dampfdruck des Gases unter seinem S√§ttigungsdampfdruck liegt, also das Gas noch nicht ges√§ttigt ist, zu einer Diffusion der Fl√ľssigkeit in die Gasphase. Auch wenn das Gas w√§rmer ist als die Fl√ľssigkeit, k√ľhlt sich die Fl√ľssigkeit dabei ab, da ihr die Verdampfungsw√§rme entzogen wird. Beispiel: Luft und Wasser. In diesem Fall spricht man auch von Verdunstung, weil die Gasphase nicht aus reinem Dampf der Fl√ľssigkeit besteht.

Bei nicht miteinander mischbaren Fl√ľssigkeiten, beispielsweise Wasser und √Ėl, sind die Vorg√§nge bei geringen Str√∂mungsgeschwindigkeitsdifferenzen mit denen an einer festen Wand vergleichbar, bei h√∂heren kann eine Tropfenbildung auftreten, die zu einer Emulsion f√ľhrt. Diese wiederum f√ľhrt zu einer erh√∂hten W√§rme√ľbertragung infolge einer Vergr√∂√üerung der Grenzfl√§chen an den Tropfen.

Sonderfall der Konvektion an einer Oberfläche hervorgerufen durch Oberflächenspannung (Marangoni-Konvektion)

Ein Fluid mit einer freien Oberfläche, zum Beispiel einer horizontalen Grenzschicht zu einem anderen Fluid, das von unten erwärmt wird, kann den Marangoni-Effekt beziehungsweise die Marangoni-Konvektion zeigen. Wenn die Oberfläche eine wellenförmige Störung erfährt, dann bilden sich Wellentäler und Wellenberge aus. Da die Wellentäler näher an der Wärmequelle liegen, haben sie eine höhere Temperatur. Bei höherer Temperatur sinkt jedoch die Oberflächenspannung. Der Unterschied der Oberflächenspannung zwischen den Bergen und Tälern ist die Kraft, die eine Konvektion zwischen diesen antreibt. Reibung, Wärmeleitung und gegebenenfalls Rayleigh-Bénard-Konvektion wirken diesem Effekt entgegen. Die dimensionslose Marangoni-Zahl gibt das Verhältnis zwischen Marangoni-Konvektion und der Wärmeleitung an, die ebenfalls dimensionslose Bond-Zahl das Verhältnis zwischen Marangoni- und Bénard-Konvektion.

Die Marangoni-Konvektion spielt bei Wetterph√§nomenen eine Rolle, stellt aber zum Beispiel auch ein Problem bei der Herstellung von Einkristallen f√ľr die Halbleiter-Produktion dar.

Der Marangoni-Effekt spielt eine ma√ügebliche Rolle bei der Stabilisierung von fl√ľssigen Sch√§umen. Hierbei bewirkt der durch eine St√∂rung der Schaumfilmoberfl√§che induzierte Gradient der Oberfl√§chenspannung einen die St√∂rung heilenden, konvektiven Strom der interlamellaren Fl√ľssigkeit.

Beispiele f√ľr Konvektion

  • Der Golfstrom ist ein Musterbeispiel f√ľr Konvektion. Aus der Karibik wird warmes Oberfl√§chenwasser zun√§chst entlang der Ostk√ľste der USA, dann weiter in nord-√∂stlicher Richtung quer √ľber den Atlantik an Irland vorbei transportiert. Durch Verdunstungsverluste wird das Wasser spezifisch schwerer und sinkt bei Island in die Tiefe. Ohne diese ‚ÄěWarmwasserheizung‚Äú w√§ren die Temperaturen in Europa so niedrig, dass die Besiedelung vergleichbar gering w√§re wie in Mittelkanada.
  • Die Erdatmosph√§re und die Ozeane beziehungsweise Meere bilden ein gigantisches System freier Konvektion mit einem Zweiphasensystem Luft/Wasser, mit Verdampfung/Kondensation und Mischung/Entmischung (Wolken/Regen) sowie W√§rmequellen (solar beheizte Fl√§chen auf dem Festland und den Meeren) und -senken (der Sonne abgewandte Seite der Erde oder polnahe Regionen), Zirkulation (Golfstrom) usw. Gro√ür√§umiger horizontaler W√§rmetransport wird auch als Advektion bezeichnet.
  • In der temperaturbedingten Dichteschichtung von Seen kommt es zu Zeiten der oberfl√§chlichen Abk√ľhlung (nachts und im Herbst) zu vertikalen Konvektionsstr√∂mungen zwischen oberfl√§chlichen und tieferen Wasserschichten.
  • Im Inneren der Erde sind auch Feststoffe, in diesem Fall Gesteine, bedingt flie√üf√§hig und transportieren √ľber einen langen Zeitraum hinweg W√§rme. Sowohl der Erdmantel als auch der √§u√üere Erdkern bilden Konvektionssysteme planetarer Dimension. Im Erdmantel konvektiert das Gestein, das aufgrund der hohen Temperaturen auf geologischen Zeitskalen wie eine Fl√ľssigkeit str√∂men kann (Festk√∂rperkriechen). Man spricht von einer Mantelkonvektion durch die so genannten Plumes. Im √§u√üeren Kern erzeugt die Konvektion der fl√ľssigen Eisenlegierung das Erdmagnetfeld.
  • Die Granulation der Sonnenoberfl√§che entsteht durch auf- und absteigende Gase in den √§u√üeren Bereichen der Sonne. Hei√üeres und somit heller leuchtendes Material steigt in den Granulen auf, gibt W√§rme als Strahlung ab und sinkt in den dunkleren Zonen zwischen den Granulen wieder ab. Im Gegensatz dazu sind die Sonnenflecken und Protuberanzen ein magnetisches Ph√§nomen.
  • Warmwasserheizung (Heizung mit Wasser als W√§rmetransportmedium, das einen Rohrkreislauf nicht verl√§sst): An der Au√üenseite des Heizk√∂rpers (dies gilt auch f√ľr Fu√übodenheizung und andere Konstruktionen) tritt freie Konvektion der Luft auf: Luft dehnt sich durch Erw√§rmung aus und ‚Äěschwimmt‚Äú nach oben, von unten wird die k√ľhlere Luft √ľber dem Boden nachgesaugt. Im Inneren des Heizk√∂rpers wird meistens durch Umw√§lzpumpen f√ľr eine ‚Äěerzwungene‚Äú Konvektion des Wasserkreislaufes zwischen Heizquelle und Heizk√∂rper gesorgt. Nur bei sehr einfachen ‚Äď oder sehr alten ‚Äď Systemen verl√§sst man sich auch innerhalb des Kreislaufes auf die freie Konvektion des Wassers von der Heizquelle zu den Heizk√∂rpern (Schwerkraftheizung). Daf√ľr sind jedoch hohe Temperaturdifferenzen n√∂tig.
  • Solarturm, Aufwindkraftwerk: Gewinnung von elektrischer Energie aus freier Konvektionsstr√∂mung
  • Beim Segelflug wird die Flugenergie u.a. aus thermischem Aufwind, der so genannten Thermik gewonnen.
  • Im Kamin (Schornstein) stellt die Konvektion sicher, dass die hei√üen Verbrennungsabgase durch den Auftrieb immer nach au√üen abgef√ľhrt werden (Kamineffekt). Der Kamin muss so dimensioniert sein, dass trotz W√§rmeabgabe an die Innenwand eine ausreichende Auftriebsstr√∂mung erhalten bleibt. Das wird durch entsprechende H√∂he und lichte Weite erreicht.
  • In Wohnh√§usern sorgt der Effekt der Fugenl√ľftung daf√ľr, dass warme Luft durch obere Fugen entweicht und kalte Luft durch untere Spalten nachstr√∂mt.
  • Bei Haartrocknung mit dem F√∂n wird durch ein Gebl√§se Konvektion erzwungen.
  • W√§schetrocknung (Leine): wie Haartrocknung, jedoch freie Konvektion (Verdunstung k√ľhlt, Luft str√∂mt abw√§rts)
  • Bei K√ľhlung von Computer-Prozessoren.
  • Die Strangspulen von Gro√ügeneratoren m√ľssen gek√ľhlt werden. Die Spulen im Stator werden mit Wasser gek√ľhlt, die im Rotor dagegen mit Wasserstoff, der durch das Generatorgeh√§use unter einem Druck von bis zu 10 bar zirkuliert und seine W√§rme in einem nachgeschalteten W√§rme√ľbertrager abgibt. Mit Wasserstoff (Spezifische W√§rmekapazit√§t = 14,3 J/(gK)) wird deutlich bessere K√ľhlung bei geringerer Reibung als mit Luft (nur 1 J/(gK)) erzielt.

Siehe auch


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  • Konvektion ‚ÄĒ Kon|vek|ti|on ‚Ć©[ v…õk ] f. 20‚Ć™ 1. vorwiegend aufw√§rts od. abw√§rtsgerichtete Luftstr√∂mung; Ggs Advektion 2. ‚Ć©Phys.‚Ć™ Transport von W√§rme durch bewegte Teilchen [<lat. convectio ‚Äědas Zusammenbringen‚Äú; zu vehere ‚Äěf√ľhren, tragen, fahren‚Äú] * * *… ‚Ķ   Universal-Lexikon

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  • Konvektion ‚ÄĒ Kon|vek|ti|on ‚Ć© [ v…õk ] f.; Gen.: , Pl.: en‚Ć™ 1. ‚Ć©Meteor.‚Ć™ vorwiegend auf od. abw√§rts gerichtete Luftstr√∂mung; Ggs.: Advektion 2. ‚Ć©Physik‚Ć™ Transport von W√§rme durch bewegte Teilchen [Etym.: <lat. convectio ¬Ľdas Zusammenbringen¬ę; zu vehere… ‚Ķ   Lexikalische Deutsches W√∂rterbuch

  • Konvektion ‚ÄĒ Kon|vektioŐĪn [aus sp√§tlat. convectio = das Zusammenfahren, Zusammenbringen] w; , en: W√§rmeleitung durch den Blut und Lymphstrom ‚Ķ   Das W√∂rterbuch medizinischer Fachausdr√ľcke

  • Konvektion ‚ÄĒ Kon|vek|ti|on die; , en <aus lat. convectio ¬Ľdas Zusammenfahren, bringen¬ę>: 1. Mitf√ľhrung von Energie od. elektr. Ladung durch die kleinsten Teilchen einer Str√∂mung (Phys.). 2. Zufuhr von Luftmassen in senkrechter Richtung (Meteor.); Ggs.… ‚Ķ   Das gro√üe Fremdw√∂rterbuch

  • konvektion ‚ÄĒ kon|vek|tion sb., en, er, erne (bev√¶gelse i luft el. v√¶ske pga. temperaturforskelle), i sms. konvektions , fx konvektionsstr√łm, konvektionsovn ‚Ķ   Dansk ordbog


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